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Wiener Morgenzeitung · 1922-07-03 · Heft 1229 (3.7.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1229 (3.7.1922)
Date
1922-07-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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rr* "yyjfiMjf* WiW «r. tm Men, Monkäg WlEV MMMzeMßkK s. Snn im '«M». W. A. F. — Sieger im Cup-Wettbewerb. W, A. F.—Amateur« 2:1 (1:1). Skeg der ansdauernder«« «nd taktisch besseren Mannschaft. *1 Hohe Warte. 12.000 Zuschauer. Schiedsrichter Schmidt. W. A. F.: Janesik; Horejs, Gold; Heinz, AHatzy, Roi; Kreuzer, Klein, Fiala, Fischera, Bachmaher. Amateure: Kemeny; Heikenwälder, Popvvic; Zdurz, Jeno Konrad, Geyer; Köck, Swatosch, Kalman Konrad, Hansl, Cutti. Der vierte Cup-Wettbewerb brachte dem W. A. F. einen keineswegs unerwarteten und vollauf verdienten Erfolg. Die Amateure befanden sich zwar diesmal in recht guter Verfassung, aber die Hütteldorfer paßten sich der gegebenen Situation in geschicktester Weise an und cs gelang ihnen auf diese Weise, den anfangs überlegenen Gegner schließlich zu zermürben und die heiß umstrittene Trophäe an sich zu reißen. Die Roten haben nun nach tristen Jahren des nackten Existenzkampfes endlich einmal wieder einen großen Erfolg zu verzeichnen, der ihren schon sehr verblaßten alten Ruhm einigermaßen aufzufrischen geeignet ist. Beide Mannschaften hatten ihre derzeit besten Leute auf die Beine gebracht und die verhältnismäßig geringe Zuschauermenge bekam' einen hochinteressanten, auch sportlich auf ansehnlichem Niveau stehenden Karnps zn schen. Waren die Amateure vor der Pause beträchtlich überlegen, ohne freilich entsprechend zählbare Erfolge herauszuschlagen, so bcherrschte nach der Pause der W. A. F. die Situation und konnte nun die Früchte einer klugen Taktik einheimsen. Die Niederlage der weniger anpassungsfähigen Amateure kann infolgedessen auch nicht als unverdient bezeichnet werden. Der W. A. F. wurde anfangs durch das präzise Kombinationsspiel der Gegner scheinbar überrumpelt, er verteidigte sich aber bravourös und spielte sichtlich auf „Wartens Nach der Pause brachte sich dann die technisch ihren Gegnern etwas nachstehende, aber weit ausdauerndere Deckung der Roten zur Geltung, ließ den Gegner nicht einen Moment zur Entfaltung kommen und warf ihren eigenen Angriff immer wieder nach vorne. Hier verrichtete Fischera, der sich in der ersten Halbzeit diesmal einigermaßen geschont hatte, wahre Heldentaten und zwang seine Partner zu einem zwar einfachen, aber zweckmäßigen Zusammenspiel. Der Erfolg blieh auch nicht aus. Klein vermochte einen prachtvollen Treffer zu erzielen und bei etwas Glück hätten die Hütteldorfer sogar eine höhere, dem Spielverläufe nicht entsprechende Tordifferenz erzielen können. Die Sieger hatten wieder in Fischera ihren besten Mann, der auch mit Spielern von der Klasse eines Kurz und Konrad spielend leicht fertig wurde. Die Art und Weise, in der er diese beiden, technisch doch zu unserer Extraklasse zählenden Leute, alhilflose Begleiter neben sich Herzog und doch mit dem Ball machte^ was er wollte, war einfach bewundernswert. Neben diesem hervoragendcn Spieler wäre diesmal vor allem Horess hervorznhoben, der trotz einiger taktischer Schnitzer der beste Verteidiger im Felde war und seinen gestern etwas indisponierten Partner Gold weit überragte. In der Deckung bot Heinz anfangs eine etwas schwächere Leistung als sonst, fand aber im Laufe des Spieles doch bald wieder seine gewöhnliche Form. Achatzi leistete ein ungeheures Arbeitspensum, nach der Pause übertraf er sich geradezu selbst und lieferte eines seiner besten Spiele. Noi hielt sich ebenfalls sehr brav und befriedigt« vollkommen. Me drei Läufer waren weit ausdauernder als die Deckungsspieler von der Gegenseite, wodurch gewisie andere Mängel vollständig ausgeglichen wurden. Im Angriff konnte außer Fischera vor der Pause höchstens Kreuzer einigermaßen büftiedigen, nach Halbzeit lieferte Bachmaher ein ausgezeichnetes Spiel und auch Klein und Fiala vermochten sich besser zur Geltung zu bringen. Der Tormann Janesik arbeitete fehlerlos und scheint auch seinen früher so riskanten Stil aufgegeben zu haben. Die Amateure begannen daß Spiel in prächtigem Stik und es schien fast, als oh sie den Gegner im „Handgalopp" uiederringen würden. Pie begingen aber den Fehler, sich durch die überaus harte gegnerische Verteidigung vor her Msavbeitung ihrer gut geführten Angriffe bis zu Wirklichen Torchancen vorzeitigen Schießen verleiten zu lassen. WM sausten eine Reihe schärffter Schuss« oft nur HM knapp am W.?(. F,?Tvr vorbei, aber was aufs Tor ging, konnte der gute Goalmayn her Roten natürlich ziemlich leicht unschädlich wachen. Als hiß unermüdliche AMit Fischexas schließlich die Halvcsreihe der Violetten zermürbte, fehlte'den Angriffen der Amateure der Rückhalt, und in der zweiten Hälfte wurden nun hie Ober-St. Beiter zurückgedrängt, ahne noch ernstlich gefährlich werden zu können. Die Amateure hatten diesmal ihre Hessen Leute in Popovie und dem rechten Flügssstürmer Köck, der allerdings txotzdem nach Halbzeit fast picht beschäftigt wurde. Im Angriff wqr Cutti etwas schwächer wie sonst, «r brachte dgs gegnerische Lpr aber hoch weit öfter in Gefahr, als alle anderen Stürmer zusammen. Hansl hssftiMM, dagegen versagte Swatosch und auch Kalman Konrad konnte nicht gefallen. Die Deckung hielt sich bis zur Pause sehr gut, insbesondere Kurz war in großer Form, dann aber waren alle drei Läufer mit ihren .Kräften fertig. Heikcnwälder arbeitete unauffällig, aber picht schlecht, ohne Doch gn seinen Partner Popovie heranznveichen. Kemeny, der neue Tormann, hielt einige schwere Bälle, zeigte sich aber nicht, allzu sicher. Die Amateure haben Wstoß, die ersten Angriffe verlausen aber im Sande. Der W. A. F. unternimmt heftige Gegenstöße, eine Flanke Kreuzers fängt Kemeny unsicher ab, der Ball entfällt chm, er kann ihn aber gerade noch Ms der Linie erhaschen. Langsam kommen die Violetten aus und machen ein deutliches Uebergewicht geltend. Hansl und Konrad verschießen ganz knapp, Köck kommt mehrmals durch, aber Horejs ist immer wieder zur Stelle. Der W. A. F. rafft sich nur selten zu Gegenstößen auf. Ein aussichtsreicher Angriff wird durch ein Hands von Fischera znm Stillstand gebracht. Ein von Cutti schön vorgebrachter Ball gelangt zu Swatosch, von diesem zn Kalman, der von dem unentschlossen dabei stehenden Horejs ungestört einen scharfen Schuß anbringt, der seinen Weg ins Netz findet. (20. Minute.) Amateure führen! Auch weiterhin muß sich der W. A. F. auf Verteidigung beschranken, bei einem seiner selteneren Angriffe verletzt sich Kemeny, erholt sich aber rasch und, das Spiel gcht weiter^ Die kurze Unterbrechung hat den Noten Lust gebracht, sie befreien sich nun etwas aus der Umklammerung und ein- Vorstoß Fialas gibt Fischera Gelegenheit zum Ausgleich. Halbzeit 1:1. Nach Seitenwechsel hat sich das Blatt gewendet, der W. A. F. ist nun stark im Angriff. Einige gefährliche Situationen verlausen noch glimpflich für die Amateure, deren seltenere Vorstöße allerdings nicht nngefährlich sind. Klein wird wegen unfairen Angehens verwarnt. (!) In der 19. Minute gelingt es Klein, einen von Fischera halbhoch zugespielten Ball volley znm siegjbringendep Treffer zu verwandeln. Der Gegenangriff der Amateure führt in der 20. Minute zum ersten Korner de8 Spieles, der ebenso ergebnislos bleibt, wie zwei bald darauf dem W. A. F. zugesprochene Eckstöße. Die Amateure raffen nun, den Ernst der Lage erkennend, noch einmal alle - Kräfte zusammen, ohne aber am Resultat etwas ändern zu können. Kornerverhältnis 2:1 für W. A. F. Schiedsrichter Schmidt war schwach, er benachteiligte aber beide Parteien gleichmäßig, Deirtsche Kampfspiele. Leichtathletik. Am Samstag und Sonntag wurden die Leichtathletikwettbewerbe beendet. Die Wiener feierten dabei zwei eindrucksvolle Siege. Ergebnisse: Stabhochspringen: 1. Haselsteiner (Wien) 3,64 Meter (österreichischer Rekord); 2, Franzl (Brünn); 3. Schleier. 1500 Meter-Laufen: 1. Trieve (Graz) 4; 06,3 (österreichischer Rekord); 2. Kippert; 3. Langkusch. Dreisprung: 1. Holz (Charlottenburg) 14,99 Meter (deutscher Rekord); % Baaske; 3. Franzl (Brünn). 200 Mter-Laufen: 1, Krüger (Charlottepburg) 22,8; 2. Zirkel; 3. Fritz. Stafette 4mal M Meter: 1. S. K. Frankftrrt 1860 (42,6); 2. Berlin; 3. Köln. Diskuswerfen; 1. Stein-rmner (Frankftrrt) 40,62 Meter; 2. Tronner (Mhr.-Ostran); 3. Geyer. 100 Meter-Laufen: 1. Hauben (Krefeld) 11 Sek.; 2. Beider (Frankfurt); 3, Fritz (Leipzig). Weitspringem 1. Schumacher (7,11 Meter); 2, Fuhrmann (6,93 Meter); 3- Baaske. Hochspringen: 1- Schröder (1,85 Meter); 2. Schnittmann (IW Meter); 3. Bierrrmnn (1,80 Meter). Stafette 4 mal 400 Meter: 1, D. S. K, (Berlin) 3; 26,4 (deutscher Rekord); 2. W. A. C. 800 Weter-Lausen: 1. Belzer (Stettin) 1:57,2; 2. Bein (Charlottenburg); 3. Schlie. Zehnkampf: 1. Holz; A. Schulze; 3, Krüllenberg. Margthonlanfen: 1. Mlms (Berlin) 2:58,44; 2. Mbrechs; 3. Rietsche. Gchwimmyn. 100 Meter beliebig: 1. Heinrich 1:03,8 (Rekord). 409 Meter beliebig: 1. Heinrich (Leipzig) 5:39,4; g. Hytzel (Dortmund); 3. Bestecke (Mügdehurg), 4 mal 200 Meter; 1. Hellas (Magdeburg) 10:54,2; 3. Magdeburg 96; 3. Berliner S. C. Dammschwimmen 4.00 Meter: 1, Grete Adler (Wien) 7:15; 2. Schmidt (Hannover); 3, Link (Mgffersdorf), Damen 4 mal 100 Mötex: 1. Hannover <g>, B. M Alleingang. 200 Meter beliebig: 1. Heinrich (Mord); 2. Hytzel; 3. Beneke. DüMtzsisPringen: 1, Söhnche;; Mnabrüch); 2. Mögtzlin (Berlin); 4 mal 100 Meter: 1. Rhenus (Köln) 6: 4s,4; Z. Hgst-- nsm; A. Mannheim. Dammschwimmen MO Meter (Rücken): 1. binder Wen) 8:41,4; 8, HoiM; 3- Makosch. Schwerathletik. Stemmen (Federgewicht): 1. Stadler (Wien) 397,5001 2. Widmann (Stuttgart); 3. Neinfrank (Mannheim). ' Bantamgewicht: 1. Lang (München) 337,5 ‘ Kg/ 2. Fuchs (Köln). Mittelgewicht A: 1. Lang (Stttttgart) 457,5 Kgl 2. Jreiberger (Wien) 435 Kg.; 3. Richetzky (Wien) 427,5 Kg Ringen (Federgewicht): 1. Stuwe (Berlin); 2. Bouka (Wien); 3. Müller (Mainz). Schwergewicht, lieber 40 Fahre: 1'. Dr. Kißlinj (Stttttgart); 2. Lange (Aachen). Schwergewicht. Klasse B: 1. R. Stridetzky (Wien) 2. Tandler (Wien); 3. Gelner (Bamberg). Schwergewicht. Hauptklasse: 1. Straßberger (Mün chen) 1020 Psd.; 2. Eigner (Wien) 980 Pfd. Mittelgewicht. Klasse B: 1. B. Scherz (Wien) 2. Kühnenberger (Basel). Radfahren. 1000 Meter: 1. Meder (Berlin) 2,20; 2. Fadschill (Berlin); 3. Lehmann (Berlin). 2000 Meter, Tandem: 1. Puhrer-Peresion (Wien 4:06,3; 2. Willy-Kurt; 3. Brüder Reischl (Wien). Radball: Endziel-Schweinfnrt—Groß-Lichterfelde 1:0 Fernfahrt Hamburg—Berlin: 1. Kopscher (Berlin 10 St. 51:58,2; 2. Sos (Hamburg); 3. Nekall. 25 Kilometer: 1. Blank (Berlin) 33:58,2; 2. StePPel 3. Schaaf; 4. Puhrer (Wien). Fechten. Die Endergckmisse im Säbelfechten waren: 1. Casm^ (Dresden), 2. H. Thomson (Offenbach), 3. Emil Schön (Frank fnrt), 4. Müller (Frankfurt), 5. Halberstadt (Offenbach). Fußball. Die Meisterschaft. 2. Klasie. .■■ ' ^'4 Dieser Wettbewerb ist zumindest auf dem grünen Raser entschieden. W. A. C., Germania und Slovan haben die gleiche Punkteanzahl 42 erreicht, doch weist der Praterklub um einer Sieg mehr auf als seine Rivalen. Der W. A. C. wäre alft sicherer Aufstiegskandidat, wenn die Germania nicht einer Protest eingebracht hätte, der den Schwechatern unter Ilmstän den einen Punkt, und damit den Meistertitel verschaffet könnte. Stand der Meisterschaft, 2. Klaffe. Taxe | ©«rein« i? .o S - ■ G Ö) 3 N « CS} a W. A. C. . 26 20 2 4 98 28 .42 Germania^ .... . 26 19 4 3 57 21 42 Slovan . ... . 26 19 4 3 93 37 42 Gersthof ..... 16 3 7 61 44 35 Donaustadt.... .25 12 4 9 47 41 28 Bewegungsspieler . . 25 10 3 12 31 39 23 Red Star .... . 25 10 2 13 65 55 22 Sturm 1914 . . . .26 9 4 13 44 61 22 Cricketer. . 26 8 6 12 44 54 22 SimmeringerSp.-B. . 24 8 4 12 38 42 20 Nußdorf. . 26 6 5 15 36 71 17 Wr. Sportfreunde. .25 5 7 13 40 63 17 Rennweg..... . 26 4 7 15 23 54 15 Blue Star . - . . . 26 4 S 19 23 80 11 Minnen Sie nicht rftJSÄ ar™ Freundsch aftsspiele. Hakoah-Senioren—Anrateure-Senioven 1 : T (1:0), JntereDntes Spiel. Hohe Warte: 12.000 Zuschauer. Schiedsrichter Koceny Hak sah: Zwicker Präger, Hirschfeld; Burinan, Nußbquin, Dukes; Munk, Jleischmann, Pollek, Grasgrün, Kolisch Amateure: Meisl; Ing. Eckhardt, Major Franz; Tranb, Mandl, Davidowitsch; Hussak, Banmann, Hirschl, Goldschmidt, Breuer. Die beiden Senioreiunannschaften lieferten einander ein interessantes, - trotz der sommerlichen Hitze in überraschend schnellem Tempo geführtLs Spiel, das dem Verlaufe des Treft sens zwischen den beiderseitigen 'ersten Mannschaften verblüffent ähnelte. Die Amateure konnten nämlich im Felde ein? kleine Ueberlegönhen geltend machen, wogegen sich den Hakoahyern eine weitaus größere Zahl tvirklich guter Erfolgs- Möglichkeiten erösfnete, die freilich nicht gusgenützt wurde. Das Spiel selbst brachte dem aufmerksamen Beobachter uehetr etlichen unvermeidliche,l komischen Vorkommnissen so Mnches Jnteressanje- Die alten Herren, von denen n;an so Nianchom den TrainingZmangel deutlich ansah, versügeu aus«« nahmslos itTpcv: ein Schnßvermögen, daß den meiste,! aktiven Spielern Von heute adgebt. Sehenswert war das speziell Von Pep Hgsvah-Stserneern betriebene ranmgewinnende und vor« VerhältniZmäßig noch überraschend präzise, steile Kmnbina« tiynsspftl. Es geigte sich, daß so manche der alten Herren --- in bchdßil Mannschaften — bei geeignetem Training ihren Platz auch in der „Ersten" anssüllen konnten. Wirklich gute Leistungen hoien df- Seite Haloahs vor astem Zwecker im Tore, die Back-', spe-ißst Hirschfeld, dann dttißbaum, Dukes und Grasgrün sowie.die beiden Fsügelstürnier. Die Amateure hatten in Meist, den Backs und dem Mittelhgsf MgM/ihre besten Leute. Im Angriff gefiel der rechte Flichdl Bauinann-Hussak recht gut. >!., TaborstresB« 48 Telephpn 47-1-7^ En grös En detail

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