Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1228 (2.7.1922)
- Date
- 1922-07-02
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Trotz dieser Niederlage haben die Praterleute noch immer den Meistertitel. Die beiden Gegner lieferten einander einen schönen ^ind interessanten Kampf, in welkem die Hausherren.in der ersten Hälfte viel mehr im Angriff waren und-hierbei Friedl Gelegenheit hatte, sich.öinigemale ausznzeichnen. Nichtsdestoweniger gelangten die Gästp in der 17. Minute durch Enver, der überhaupt von allen fünf Stürmern der gefährlichste war,^zu ihrem ersten Erfolge. Der Ausgleich würde sieben Minuten später aus einem von rkandl getretenen Elfer'hergestellt. In der 83. Minute kam die Germania durch einen zweiten Treffer Swobodas zur Führung. , Die. zweite Halste zeigte Wohl eine klare Überlegenheit der Praterleute, doch durch das totale Versagen , der Stürmer war.es nicht möglich, zumindest ein unentschiedenes Resultat zu erzwingen. Beiderseits war die Verteidigung der beste Teil der Mannschaft. Reserven 5:0 für W. A. C. . Gersthos—SporLfreuntze 3 : 3 (1: 6)' ' GleiHivertige Leistungen. Die beiden Angriffsreihen \ waren besser als die Hintermannschaften. Slavia—M. T. K.—Sparta-Rapid. Von den drei Gegnern Rapids konnte diesmal Sparta übrigens papierforingemäfj — am besten gefallen. Die Mannschaft ließ , ihre sonstige. Jnfairneß zu Hause und so wurde der Eindruck ihrer famosen Darbietungen nicht durch Unsportlichkeiten beeinträchtigt. Die Sparta-Spieler verfügen über, hervorragende Technik, vollendete K ö rp erb ehe r rschu n g, und besitzen.in reichlichem Maße das, was ihren Landsleuten, auch der vorzüglichen Slavia, mangelt: ausgesprochene Individualitäten. Trotz der ziffernmäßig besseren Resultate Spartas hatte man in Wien die Slavia nicht nur für die vornehmer spielende, sondern-.auch für di^ qualitativ höher zu wertende Mannschaft gehalten. Man war sogar geneigt, die Siege der Sparta über ihren Rivalen nur auf das in Wien bisher gezeigte überscharfe Spiel des Meisters zurückzuführen und erst diesesmal erbrachte Sparta den Beweis, daß sie nicht bloß in derber Gangart, sondern auch Lei Einhaltung internationaler Sitten Erfolge erzielen kann. Alles dies wurde aebr erst gewürdigt, als die Sparta-Elf mit ihrer „Vergangenheit" zu brechen begann, obwohl ihr gerade diesmal, kein Sieg beschieden war, und obwohl man ohne Uebertreibung . feststellen konnte, daß Rapid mit unversehrter Mannschaft auch ohne Üridil — der Sieg nicht zu entreißen gewesen wäre.. Slapia ^brachte , eigentlich nichts neues. Ueberraschend kam lediglich das ziemlich derbe Spiel der Rot-Weißen, hie bisher als die fairste tschechische Mannschaft galten. Der Slavia-Mannschast sollte übrigens das Schicksal der in Prag gastierenden Schotten eine Warnung sein. Die Slavia hat es dringend nötig, ihr schon zur Schablone eingefrornes Spielsystem aufzufrischen. > - - Der M. T. K. erbrachte neuerlich den Beweis der ohnehin bekannte'Tatsache, daß er nicht mehr der „alte" ist. Ueberdies fehlte Orth, und bannt war nahezu die letzte Spur einstiger Größe verschwunden. Heute ist der M. T. K. wohl noch immer erste Klasse, .aber eben nicht mehr. Seine Spielweise. erinnert übrigens sehr an die der zusammengewürfelten D. F. C.-Mannschaft, die, im Frühfahr hier gastierte. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Rapid trotz einiger Alterserscheinungen kontinentaler Extraklasse ebenbürtig ist. Die Hütteldorfer besitzen vielleicht nicht die enorme Wucht der Sparta, nicht das maschinenmäßige Zusammenspiel der Slavia und auch nicht das Temperament der Ungarn, aber sie haben von allen den vorerwähnten Eigenschaften gerade so viel, angenommen als zweckmäßig ist. Der S. C. Rapid kann noch seine ungeheure Ausdauer und Aufopferungsfähigkeit ins Treffen führen, und so erreicht er durch die Vermeidung jeder Schablone die beste Gesamtwirkung. Das Fazit dieses — inoffiziellen — Turniers ist, daß Rapid unter normalen Verhältnissen heute auf eigenem Boden jeder kontinentalen Mannschaft gewachsen ist. Neben all diesen Feststellungen kann eine Leistung nicht genug gewürdigt werden: es ist dies das phänomenale Spiel der Sparta-Halves, denen wir derzeit fast nichts Gleichwertiges cntgegenzusetztn haben. Der Mittelläufer Kada dürfte englischer Klasse um nichs nachstehen. ' Drei verschiedene Schiedsrichter amtierten in den großen Kämpfen. Seemann, Preßlev und Retschury (in der Reihen-, folge ihrer Betätigung), erbrachten den Beweis, daß wir noch immer über eilte ganze Anzahl erstklassiger Referees verfügen. Die Entdeckung SLdamerlkas v-re ■ ’*■ - * David.Weif; wie Schnee. " Herr David Weiß aus Agram wollte die Amateure für eine Wettspielreise nach Südamerika gewinnen. Der Oe. F. V. zeigte sich aber nicht geneigt. den Amateuren die zumindest drei Monate dauernde Fahrig zu bewilligen. Herr David Weiß, der der Ansicht ist, daß dev Verbandskapitän Hugo Meisl die Reise hintertrieben hat, veröffentlicht 'im „Illustrierten Sportblatt" einen Artikel unter , dem- Titel:„Warum die Amerikareise der Ama- ' teure unterblieb oder Hugo Meisls wahres Ge- . sicht". Unser Mitarbeiter nimmt nun zu dieser teilweise komisch anmutenden Polemik wie folgt Stellung. Die Redaktion. Der jugoslawische Weltreisende in Fußballklubs zerschnitt Hugo Meisls wahres Gesicht in sechs Spalten der „Illustrierten Sportzeitung" und ritz dLm unglücklichen Manne die Fetzen von der schamlosen Seele. ' . Ich las den vor Aufregung schlecht deutsch „geschriebenen", aber dafür „erlebten" Herzenserguß dieses Märtyrers der reinen, wahrem Sportidee, der für den Pappenstiel von 20.000 Peseten eine Fußballmannschaft die oft krummen Wege nach Südamerika ebnen wollte. Der erste gewaltige Eindruck nach dem Lesen gab sich mir in einer merkwürdigen Jdeenassöziation kund. Ich mußte immer wieder an eine mir . irgendeillmal irgendwo gestellte Frage denken, deren. Beantwortung -Mir bis heute, schwer fiel. Sie lautete klipp , und'klär:. MaS ist ein „Jndiskretin"? Dapi.d Weiß wie Schnee ist bestimmt Einer: NäMich.ein aufrichtiges, naives. Gemüt, dem es ferne liegt, anderen zu verhehlen, wie kreuzbrav und edel die eigenen Absichten waren und wie bodenlos niederträchtig und gemein die des Hügö Meisl. Auch in der Preisstellung ist in Bezug dem" Ägrährer . vor dem Wiener der Vorzug zu gebei^. Denn'in fort Aufzeichnungen, in denen David Weiß sich kein Maulbeerblatt vör den Münd nimmt, heißt es deutlich, .Hugo.Meisl , wollte die Verhinderung der Entdeckung SüdamerMs, um jede^ Preis, ins.Werk setzen, , während er selbst für das Zustandekommen der Fahrt schon um den Preis von genau festgesetzten 20.000 Peseten zu haben war. Die wertvollsten Aufschlüsse allerdings gibt'uns der Vielerfahrene über das Leben nach dem Tode. Er schildert ergreifend, daß f e l b ft d i e T ö t e n es wüßten, daß Meisl das einzige Hindernis für das Nichtzustandekommen der Fahrt gewesen wäre. Nachdem aber nun aus seiner weise::, mit Telegrammen! und Zitaten belegten Abhandlung zu entnehmen ist, daß Agrams verleumdeter Sohn genau wisse, Meist wäre das einzige Hindernis für das Zustandekommen, stellen sich'die unvorsichtigen Toten ja. geradezu in krassem Widerspruch zu Weiß, was mir von sonst so stillen, bescheidenen Leuten, wie es die Toten früher einmal zu sein pflegten, gar nicht gefallen will. Armer, zerfetzter, zerrissener und erbarmungslos enthüllter Hugo Meisl! Ich weiß nun auch von dir, daß du, obwohl du Berbandskapitän bist, schwedischen Zeitungen deine Dienste ohne Scham vor Leuten öffentlich anbotest, und sogar dafür allmonatlich, sagen wir cs gerade Heraus, schwedische Kronen annimlnst, so daß ich den Verdacht nie los werde, du trachtest darnach, dir dein Brot ehrlich zu verdienen, statt solchen Leuten helfen zu wollen, südamerikanische Tournees zusammenzustöllen, die es dir (nicht dem Verbandskapitän, sondern dem Privatmann) so d i s k r e t b e i b r i n- .g e n wollten. Ich weiß mir für Hugo Meisl nur einen Rat. Ich werde heute noch zu ihm gehen, ein scharfes Messer auf seinen Schreibtisch legen und ihm schweigend die Hand drücke».' Japanische Lesart: Kapitän Meisl mache Harakiri! Kurt Inh». D. A. C.—Achim 8: v. Achim: Fell; Landau, Knoll; Drnks, S'chnittlich, Wicselmann; Schreier, Schönnbaum, Rosenberger, Münzer, Löffler. Dar I.. S. C. Achim war gezwungen, da die Kaisermühlncr Senioren nicht gekommen waren, mit dem in der vierten Klasse Ost an vierter Stelle rangierenden Verein D. A. C.' ein Freundschaftsspiel, anszutragen. Die Viertklassigen hatten im linken Flügel ihre treibenden'Kräfte. Die jüdische Mannschaft bot eine ziemlich gute Leistung, da sie gegen, den körperlich stärkeren und schußkräftigeren Gegner keinen leichten Stand hatte. In der ersten Spielhälste mußte Achim drei Tore hinnchmen, ein Elfmeterstoß wurde vom Achim-Tormann abgewehrt. In der zweiten Spielhälfte, die weit offener verlief, erzielten die Viertklassigen fünf Tore,- denen Achim troü heftiger Angriffe keinen Treffer entgegensetzen konnte. In. der letzten Minute vergab Münzer, allein vo« dem Tore stehend. Leichtathletisches Meeting der Prager Sparta. 200 Meter- 1. Skokan (Sparta) 24,2 Sek.; 2. Linka (Slavia). 300 Meter: 1. Karel (Sl.) 38 Sek.; 2. Borovicka (Sp.). 800 Meter für Senioren: 1. Bausche (Sl.) 2:07,0; 2. Riedl (Sp.). 800 Meter: für Junioren: Slehofer (S. P.) 2:15,2; 2. Bychodil (Sl.). Fünf Kilometer: 1. Liehne (Sp.) 16:46,8 Min.;- 2. Hroch (Vikt. Zizk.). Kugelstoßen: 1. Paschek (S. B:) 1086 Zentimeter; 2. Pospischil (Sp.) 1012 Zentimeter.. Hochsprung:- 1. Jandera (Sl.) Iö6,5 Zentimeter; 2. Slezak (Sp.) 158,5 Zentimeter. Weitsprung: 1. Skokan (Sp.) 611 Zentimeter;- 2. Jandera (Sl.).' Weitsprung für Junioren: 1. Hirschl (Sl.) 681 Zentimeter; 2. Pospischil (Sp.) 569 Zentimeter. Diskus: Janda-Suk .; (01.)' 8743 Zentimeter; 2. Pesche? (S. B.). Speerwerfen: 1. Trestik (Tschechisch-Brod) 4172 Zentimeter; 2. Paschök (S. B.) : 4143- Zentimeter;. Olympische Stafette: 1. Slavia (Karel— Wolf—Egssrr—Linka) 3': 36,6. (Rekord); 2. Athletik Club : Spä'rta Martinek—Borvvickä—Skokan—Strach). Halbstunden-; lauf: 1. Slehofer 6 Kilometer 131,27 Meter; 2. Plichta (Sl.) 6 Kilometer 46,45 Meter. Leichtathletischer ' Länderkampf Holland—Ungarn. Am 9. Juli-wird ein-leichtathletischer Länderwettkampf Holland- Ungarn ausgetragen'. Auf dem Rückweg treten die Budapester den Münchenern in einem Städtewcttkampf München—Budapest entgegen. In Frankfurt veranstalteten der Sportklub 1880 und dev Turnverein 1860 ein gemeinsames Meeting, das folgende Resultate zeitigte: 100 Meter: Söhngen (Eintracht) 11,8 Sek.; Weider, Zirpel (Sp. C. Charlottenburg). — 400 , Meter: Dilnckcr (Sp. C. Charlottenburg) 51 Sek. — 800 Meter: Bein (Sp. C. Charlottenburg) 2 :06,1. — 5000 Meter: Bedarfs (Eintracht) .'18: 55,2. — Stafette 4 mal 100 Meter: Eintracht 43,5, Sp. C. Charlottenburg 1 Meter zurück. — Weitsprung: Ulpe (Berliner Sp. C.) 7,02 Meter. — Stabhochsprung: Lehninger (SP. C. Charlottenburg) 3,50 Meter. —Hochsprung: Fritzmauu (Charlottenburg) 1,80 Meter. — Diskuswerfen: Steinbrenner (1860 Frankfurt) 41,32 Meter. — Speerwerfen: Aschmamr (Mannheim) 61,06 Meter. Arrs den Vereirreu. H a ko ah. Dienstag den 4. d. bleibt das^ Trainmg für Damen und Herren im Dianabad aufrecht. Die^ Trainingseinteiluug ist folgende: dreiviertel 7 bis dreiviertel 8 Uhr Damen, dreiviertel 8 bis.dreiviertel 9 Uhr Herren, alles ohne, Rücksicht, ob Rennschwimmer oder nicht. Nach dem Trainingabend findet inc Klubheim findet im Külbheim eine wichtigeabend findet im Klubbeinr eine ivichtige Sitzung für alle Funktionäre der Schwimmsektion statt. . - Gideon. Montag.Ausschußsitzung um 7 Uhr abends bei 1. Nachbar, Heinzelmanngafse 8. Dienstag um 7 Uhr Spieler- Versammlung in Hatschkas Gasthaus, Wasnergasse 17. A k a d e m i s ch o Sektion des I. A. S. B o r o ch o w. Die ehemaligen Mitglieder des Sportklubs Meteor werden ersucht, Dieustag um 8 Uhr abends ins Cafe Magnet, 20. Bez., Mathildenplcitz, zwecks wichtiger Besprechung zu kommen. Auch Kollege Rosegg wird ersucht, sich bestimmt einznfinden. Dienstag um 8 Uhr abends Spielerversammlung im Cafe Magnet. Sämtliche Spieler 'werden ersucht, bestimmt zu erscheinen. Bei der letzten Spielerversammlung wurden folgende Herren in den Ausschuß gewälilt: Sektionsleiter: Hauslicht; Schriftführer: Türkei; Verbandsdelegierter: Engelstein; 1. 5^apitän: Winkler; 2. Kapitän: Kern. Köm EKBL POSTOiWFERLlHlE GEGRÜNDET IM JAHRE 1839 Von Hamburg, Southampton, Ghenhoury direkterPassagler-ii.Expreßdienstnach UND ZEHTRHL-AMERIKA (ARGENTINIEN, BRAS3UIEN etc.) mit den modernsten Zwei- «. 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