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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-24 · Heft 1220 (24.6.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1220 (24.6.1922)
Date
1922-06-24
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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. •> I ' ' >' ' r . - - ' ■■ \'-t *4 *'• ' 1 'i > ‘ k ‘ - ' - ‘ ' " " "" ' ''V'' Telke 4 . ■' - Dien, LsamSläg londoner Banken, 160 Millionen in Paris und 115 Millionen in Stockholm. -- , . Die allderrlschen Patrioten. Berlin, 23. Juni. Im deutschen Reichstag haben gestern'die Redner der verschiedenen sozialistischen Gruppen mit den Deutsch nationalen scharf abgerechnet. Der Mehrheitssozialist S t a n z e r wies nach, daß die Landwirte im Rheinland sich aus selbstsüchtigen Gründen hinter die Franzosen verstecken und las einen Brief vor, in dem ein deutscher Landwirt während detz Krieges darlegte, wie er sich der Zwangsabgabe von Getreide entziehen wolle. Der Landwirt war Oldenburg-Ianuschan, einer der wütendsten Hetzer der Junker. Stanzer bekämpfte die deutschnationale Kriegshetze und schloß: „Unser Volk will, daß niemals wieder Krieg sei. Die internationale Bestie des nationalen Chauvinismus muß mit aller Gewalt niedergehalten werden." Andere Redner sprachen in ähnlichem Sinne, Der Unabhängige Dr. Breit scheid sagte: „Wir glauben an die Möglichkeit einer deutsch-französischen Verständigung und verlangen von der Negierung, daß sie eine Atmosphäre schäfte, in der diese Verständigung gedeihen kann." Bo« nattonaldeutschen Judentum. In dem letzten Mitteilungsblatt der naiionaldeutschen Naumann-Juden lesen wir einen Artikel „Der deutsche Rabbiner und das Deutschem" von Studienrat Doktor Fritz Wachs«er, der gegen die Gefahr zu Felde zieht, die dem deutschen Judentum oder vielmehr dem Deutschtum daraus erwächst, daß die Rabbiner nicht völlig „dem Deutschtum-dienen". Gegen die Rabbiner „undeutscher Gesinnung" gibt es nur zwei Mittel: die erste Maßnahme ist die Aufklärung der gefährdeten Gemeinden, denn ,Mche Leute kann man nicht bekehren, man kann sie nur beseitigen". Und weiter heißt es: > „Die zweite Maßnahme ist der planmäßige Ersatz der zu entfernenden Rabbiner und Lehrer undeutscher Gesinnung durch zuverlässige Deutsche ohne Rücksicht auf ihre politische Parteirichtung. Das aber wird nicht so leicht sein.1 Denn Deutschland ist nichi reich an Juden, die sich für solche Posten interessieren, zumal diese nur begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten gewähren. Dazu kommt, daß die bisher für nötig erachteten Studien so viel orientalisches Beiwerk enthalten, um manchen religiös hochwertigen Studenten schön nach den ersten Semestern den Mut verlieren und umfatteln zu lasten. Kostet es ihnen doch schön Ueberwtndung genug, auf den entsprechenden „Hochschulen" zu arbeiten, in denen man kaum ein Wort richtiges Deutsch hört, da das ostjüdische Element, das immer schon die. Weisheit gepachtet zu haben vermeint, fein Gastrecht bei uns schmählich mißbraucht, um sich zu einer Herrschaft aufzuschwingen, die: Gesittung und Takt als unnötigen Ballast ansieht. Zu bewundern bleibt es angesichts dieser Verhältnisse, daß noch immer weite Kreise der unbedingt deutschen Jubenheit aus'reiner Gutmütigkeit für solche „Hochschulen" Unsummen ausbringen, ohne die diese Ausbildungsanstalten längst eingegangrn wären, anstatt kraftvoll für die^ Errichtung einer jüdisch-theologischen Fakultät an irgend einer staatlichen Universität — möglichst nicht' Berlin oder Breslau, die ohnehin zur Ghettobildung, neigen — einzutreten. Eine solche Fakultät hätte sich natürlich in allen Dingen den für die deutschen Hochschulen gels tenden Gepflogenheiten zu fügen." Wäre es nicht empfehlenswerter, die künftigen „deutschen" Rabbiner gleichen protestantisch-theologischen Fakultäten ohne „so viel orientalisches Beiwerk" erziehen zu lasten? Wozu der überflüssige Umweg? Taßsshericht. Wiener ziovlsttsches LoSalkomttee. In der letzten Sitzung befaßte sich das' Lokalkomitee mit Berichten der Bezirksorganisationen über die Schekelakt io n. An der Hand dieser Berichte wurde festgestellt, daß es bei einiger Anstrengung möglich ist, die Zahl der Schekalim noch weit zu Erhöhen. Neuerlich wurde aus die Wichtigkeit gerade der heurigen Schekelaktion einmütig hingewiesen. Bon der Delegierten sämtlicher Bezirkssektionen wurde zugesagt, die nächsten zwei Wochen zu einer neuerlichen Schekelkampagne auSzunützen, um auch jenen Personen,, die bisher ihre Schekalim noch nicht entrichtet, heben, Gelegenheit zu geben, dies nachzuholen. Der Jüdischen K ü n stl e r bühne wurde mit Rücksicht auf ihre verdienstvolle national-kulturelle Tätigkeit eine S u bvention zugesprochen. In der Zeit vom 1. b!S 10. Juli werden in sämtlichen Bezirken Herzl-Feiern veranstaltet' werden. Wegen der Vorbesprechungen des Ganges zNm Herzl-Grab wird Dienstag den 27. d. um 6 Uhr abends im Zionistischen Bureau, 2. Bez>, Taborstrahe 20 a, eine Besprechung der Deleigerten der Be- . zirkSsektionen, Sonderverbände und Ordner stattsinden. Ab Sonntag den 2. Juli wird allwöchentlich ein V e reinSkalender in der „Wiener Morgenzeitung" veröffentlicht werden. Ankündigungen für denselben sind bis spätestens vorhergehenden Donnerstag jeder Woche an daS Sekretariat des Lokalkomitees zu richten. , Wiener Morgenzeltuns. 34. IM 1923 Mitteilungen alls beut Publikum. ^ussbaum ‘ Regine Rubin Sambor Gliniany empfehlen sich als Verlobte Wien, im Juni 1922 6467 Sarah Patent Moses Rosenblum Jaröslau-Jerusaiem Wien-Jaffa empfehlen sich als Verlobte , Jerusalem, im Juni 5922 M L22Ü* 6-169 Moses und Sabine Brill zeigen hiemlt affin Freunden und Bekannten die glückliche Geburt einer Tocht'er an Wien, km Juni 1932 6463 Telepböfl 1S-VJj 'Telephon 15-5-35 Knisbaeher & Windsduiw, Wien, I.. Mopst 6 D'n^ajyT^f di» -^»n «wi Export naoh allen Staaten wojrc« jtfesser vor» fite Btl billigen Preisen Sakkoanzüge, Raglans ß»*ug Bffish MasS ron K 330*000 aufwärts. 157 NU>2ni*lc1t Woanfee^ger, Wien, I., Slngsrstr. 6 Die Mariahilfer IVjctltttaroß- und Eokliiiinngs-esellsclioft, VI,, Morlabllforftra«« 106. Im llofe, /»leiet (Inreh die elrene Erzeugung, In Herren- und llnmertkönleBtion sowie Wilscho, Herma*und Dninonwolletcffon, Wuafth- und Weißwaren, die grüssto Atmv&lil zu koninrreazloiteü Preisen. 995 Metallwarenfabrik Ettenrdchgasse 3 offeriert zu den kulantesten Bedingungen Haus*- und Küchengeräte aller Art, besonders Spetialerzeugung von elektrischenEooh-) Heiz« und Bügel ap^araten V e rlang6n 8 i e P r 09p e h 11 Parfümerie- und Gummiwaren Jnliu» Spiegel jun., W ien, II., CHockenffftB«© 14 Tolephou 42-1-69. Relohes Lager in sämtlichen Markenartikeln. 4(2 Bo« Keren Kajemeth ('Israel (Jüdischer Natinnalfonds). Mit Rücksicht auf die steigenden Druckkosten wurde auf der gemeinsamen Sitzung der LandeSkommisston und der K. K. L.-Komissäre vom 20.. d. beschlossen, beginnend a m 1. Juli 1982 nur diezenigen Namen von Spendern im K. K. L.-Ausweise anzusühren, die mindestens 1800 K. ab< sichren: alle Übrigen werden bloß unter „diverse" angeführt. Wachsende Bedeutung der Nationalsondsbüchse. Schon im Lause des Jahres 1621 zeigte es sich, daß die Erträge aus den Büchsen stetig wachsen. Der Bericht des Hauptbureaus für das Jahr 1621 konnte daher eine Steigerung der Äüchseneingänge von Ü auf io Prozent seftstellen. Diese Steigerung hält an. Dies ist auch aus folgender Zusammenstellung klar ersichtlich: In den ersten fünf Monaten des Jahres 1920 ergaben die Büchseneingänge 8610 Pfund, in dergleichen Periode 1921 6508 Pfund und-1928 über 6000 Pfund. jüdischen Bezirk es, Jüdische» Jugendamt. ZugendvensammLung vrv j /ugendgruppen des IV. und V. Bez Dienstag den 27. Suni um L Uhr nachmittags im großen SiHvngssaale des Tempel ve rein s. V.,S i e b e n b r u n tt en g affe 1. Sprechen winden Vertreter alle r Ingen d g r u p p e n Wiener Gemeinderat. Sitzung »A SS. Juni. Der Gemeinderat beschloß gestern nach einem Referate des Stadtrates Breitner grundsätzlich die Zusammenfassung aller städtischen Sparkassen. Zur Vorbereitung dieser Zusammenfassung wählt der Gemeinderat eine aus 80 Personen bestehende, den Bestimmungen des § 65 der Gemeindeverfassung nicht unterliegende Kommission; diese Kommission hat bis längstens 15. August o. I. an den Stadtsenat, beziehungsweise Gememderat - über die Art der Zusammenlegung Vorschläge zu erstatten. Die Kommission kann auch Unterkommissionen einsetzen. Die endgültige Beschlußfassung über die Anträge der Kommisiion und die Art der Zusammenlegung bleibt dem Gemeinderat Vorbehalten. Vorbehalten. Milliarden von Kranen / -- bewilligt, tvobei Ae Opposition / in einzelnen Fällen scharfe Kritik übte. So wurde dem "Holzmarkte", ge. meinwirtschastliche Anstalt, ein weiterer Betrag von 18 Millionen Kronen gegen eine Verzinsung von'% Prozent über der jeweiligen Bankrate, jedoch mindestens 8 Prozent gewährt, welchen er hei' Ausgabe der Teilschuldverschreibungen. znrückzuzahlen verpflichtet ist. Für Investitionen der städtischen ElektriMsioerle und der Braunköhlen- Bergbaü-Getverkschaft Zillingdorf, für welche bereits Sachkredtte genehmigt ivurdon, wurden Machtragskredite in der Gesamtyöhe von 1.898,703.806 K. genehmigt. Davon sind 1.3 6 6,7 0.3.8 05 K. in dem Wirtschäftsplane. pro 1922 und in.dem genehmigten Zuschußkred'ite bedeckt, während 869,000.(!00 M' aus? den laufenden Betriebsmitteln der ..stäWchM.Klektrizitätswerre 'des Jahres 1922—1923 zu Wreiten -sind und der Rest -von 2 7 3,0 0 0.0 0 0 K. im Jnvestitianswirtschaftsplane für das Verwaltungsjahr 1923 vorzusehen ist. Für Herstellungen bei den städtischen. Elektrizitätswerken werden Nachtragskredite in der gesamten Höhe von. 1A 3 0,4 51,2 00 K. genehmigt; sie werden auf die Betriebsmittel der städtischen Elektrizitätswerke, beziehungsweise die Vraunkohlen- Bergbau-GewerWaft Zillingdorf verwiesen. Für den Ausbau der SM'' VoÜ-SchaltanlaK - im Schalthause „Meidling" wird ein Sachkredit von 40,000.000 K. bewilligt, dessen Bedeckung mit einem Betrage von 2 0,2 8 3.0 0 0 K. wird auf den Jnvestitionswirtschaftsplan für das Verwaltungsjahr 1922 verwiesen. Der Rest von 19,717.000 K. ist stn Jnveststiottswirtschaftsplan pro 1923 vorzusehen. Für M Errichtung einer neuen Wagenhalle in der, Bahyhofanlage ^Ottakring >. werden 46 0,000.000 K. betvilligt und für hie Verwaltungsgruppe 6 — WirtschaftSängelegenheiten — ein Zuschußkredit von 1.889,000.000 K., für die Monturerfor-. dernisse der städtischen Anstalten und Betriebe 219 Millionen, zusammen also über ' zwei Milliar'deü nen. . Hierauf werden nach kurzer Debatte, die. von der Opposition bestritten wird, die Anträge aus Erhöhung der Anzahlung auf die R,e ge tu ng der Pensio neu für die Pensionsparteien aüS dem Stande der Kollektiv-' vertmgsbediensteten, und bezüglich der Neuregelung der Versorgungsgenüffe der Mpensionisten und der Hinterbliebenen der niederösterreichischen GeMeindeärzte angenommen. Die gesprengte chriplichsoziale Versammlung. Zum Schlüsse der Sitzung gelangte ein Dringlichkeits" antrag zur Verhandlung, dm die Christlichsozialen in der letzten' Sitzung wegen der S P r eng ung ettter.christ- Lichsozialen Bersammlmng städtischer Ang-c stellt er eingebracht hatten und der in der Forderung nach einer Untersuchung der Vorgänge -gipfelte« Wie Nicht anders zu erwarten war, kam es dabei zu sehr erregten.Szenen. Nach Vers Rehen der Christlichsoziamr verlas der Bürgermeister einett. Bericht der städtischen Gas- und Heizwerte, nach dem die Angaben der Christlichsozialen, daß Arßeiter zü dem Zwecke; die eÄähnte Versammlung ßu stören, früher aus dem Dienste "Mtlüsien wurden, nicht der Wahrheit entsprechen. Stadtcat S p e iscr widerlegte hierauf unter fortwährenden Zwischenrufen der Minoritätdie Behauptungen, daß in diestm. Kampfe Gemeindemittel in Parteiischer Weise gehaNdhabt werden, und verweist hierbei auf die UeLung der Christlichsozialen im Sprengen von Verhandlungn.„ Auf eine Provokation KunschakS verlas nun der Bürgermeister einen Polizeibericht, der die Vorgänge als ziemlich harmlos darstellt und schließlich' bemerkt: „Ein Anlaß zum besonderen Einschreiten lag nicht vor." Dieser Schlußsatz wurde von der Majorität mit Beifall und ironischen Zurufen an die Minorität, ausgenommen, worauf d.ie Sitzung g e s ch l o s s e n wurde. Kere« Kajemeth l'Jsrael, Zildischer Natioyalsonds, ll.» Taborstratze 56. . - Lrlephon Rk. 40-3-16. Spendenouswrie Nt. 8/6 vom 17. bis 19. Suni 1622 d» K. 482.160-10. Sm Sahre 1622 insgesamt K. 11,888.293.79. Aalhan Gr»tz-Äaim Zenfrale: Zion. Laade^komltte: Dk. (Selbek. Dk. TagÜÄi je 8000. Dt. Baidas^ Sistlsk, Eyana Sajeß. Suite Bwunlie!»; Sarah Peklmwier je 10C0; Keren Kajessod: Dt. Kirschl 2000; Dt. Kossmann. Kella Spiro- Paula Korn. Rosa Freud je lOJO; Palästina-Amt: Dr. M. ÄosüNbllill) 3000.^ Dr. Nahum Blauer, Dr. Mosche Wald je 200GMOiHDlW, Amalie Kornberg. Wich. Elster» Melcr Teichberg, Frjeda Hudes. Gisa Kudcs. §. Mösteches, ' Leon TMil»'' SäßvbZ BchMMüy HskSÄitz. Leon Sales, Moses M.arkmann, Eilli David, Tom „Schreiber je lcÖO; Ralionaljonds: Relly Teichthal. Abt. Zahter. Äudcif Semel, Sos. Varbasch je 1000; d. Wendel Kohn; Leib Echapira 1000, A. Sporr 500. — 1. Bezirk: bskar Nofuer 5900, Solomon Soldschläger 2000, NeugröschelL Lindner. Wany Lrwit je 1000. 2. Krliezrr 500, Div. 100. — 2. Bezirk: Kans Dock 3000, Nathan öjpschützr .Mtzas, Äosef Thumim. Ludwig Pollak, Dk. SaM/ WMbM, Ms Bomchoff. Iehuda Schmidt- Sultus Katz je lOob, Dr. Beruh. Langer 7000. S. Feuer 800; Prater * Stzkengel d. «Meilen: Sülo Msim anl. Vermählung Mtlm-Schäpita 106o."'^- 5. BeM i Armin Schwarz 2000. — 3. Bezirk: Dr. Benno Schallinger 2000. kdimdm Ift pftnamfitältien, Bl&udruok, llettreüg, v Votl^vnö DirmJfötolffen, Harren- und OateenwSnohn Wirkwaren am

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