Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1215 (19.6.1922)
- Date
- 1922-06-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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KlnzilnummeriCBö Wien: Znm Abholen in der Expedition, n.,Tabörstr,l-3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatlich K 2100 Mit Postversand für Wienti. Oesterreich monatl. IC 2100 Tschech o-Slowakei: Mon. IC20. Ungarn: Moh. K150. Jugoslawien: Mon, Dinar 25. Polen: Mon. ■ Mark 800. Deutschland:;: Mon. Mark 50. Fr ankreich: Monatlich FrcS. 6 Wie«, Montag, IS. Zuni 1922 Reform des Devisenhandels. Eine Preis-Enquete. Die Regierung hat für heute Vormittag die Organi. faltottctt der Wiener G efchästswelt zu einer Besprechung ringeladen, um mit ihnen im Hinblicke auf das Sink e n b er sremd e n Bä luten in den letzten Tagen' .die Frage der Preisbestimmung für die notwendig e n B e d a r f s a r t i lel zu' erörtern. ' Wie die „Korrespondenz Herzog" erfährt, ist die A u.S a r b e i t u n g deS F inanzp lau e S und. des Santerungsprogrammes - der Regietung sowie die Vorarbeiten für die Gründung einer eigenen Notenbank beendet, so -daß ^alle Vorlagen^ in der kommenden Mittwoch ftattfindenden Sitzung des Nationalrates, an' der auch die neugewahlten bürgenländischen- Nationalräte bereits teilnehmen werden, emgebrächi . und durch das UposS des Bundeskanzlers^ Seipel und des Fmanzministkrs Segur erläutert werden können. Bereits heute Montag und morgen Dienstag werden die Ptasidien der parlamentarifchen Verbände mit dem wesentlichsten Inhalt der Vorlagen vertraut ge. macht werden, fv daß «och am morgigen D i e v s t a g die Klubs sin der Lage sein werden, zrr dem Sanierungsprogramm Rach der in parlÄmentarrschen Kreisen ^tzeMD^Mv^nMtiu^ÄEWMMe-^rlsMv? ' Eegierün^^rHchMtzN-s^ ÄM.'ünr. esinern Zuge vepabschieLst: wepderü Man rechnet mit einer zirka drei Wochen währenden Sommersessisn. Die Beamtensrage wird im Laufe der kommenden Woche einek vorausfichtlich günstigen Erledigung zugeführt werden, nachdem die Beschlüsse der Organisationen vorliegen werden, die aller Wahrscheinlichkeit nach die von der Regierung angegebenen Argumente für dieAnmögtich» keit der restlosen Erfüllung der gestellte« Forderungen würdigen Werden, so daß auch diese Frage ohne Konflikt gelost werden ■ durfte. > ■ ■ Außer dem finanzpolitischen Programm der Re- - gierung werden auch eine stattliche Reihe von verwaltungstechnischen Fragen zur Erörterung und Erledigung gelangen, wozu naturgemäß in erster Reihe die. Frage des.Beamtenabbaues gehört. Für den andauernd guten Eindruck der aktiven Regterungspoliti! im Auslande spricht die höhere Bewertung' der- Kröne im Auslande und damit im Zusammenhänge der kontinuierliche Rück-- gang der auswärtigen Devisen und Valuten in Wien. Wir erfahren aus bester Quelle, daß einzelne Banken bei den Verhandlungen mit tzer Regierung für die Ausstattung der neuen Notenbank mit Golddevisen ursprünglich die Uebernahme ihrer BorkriegSschulhen durch den Staat verlangt >haben. Sie erklärten, ihre Devisenbestände?, zum Zweck / dieser Zahlungen* zu brauchen und daher/ohne diese Befreiung leine Devisen für die Notenbank /übrig zu haben. Es'ist jedoch nicht daran zu zweifeln, däß hie Devisenbestände der Banken ihre Verpflichtungen aus der Vorkriegszeit wyt übersteigen. Die Regierung hat das Verlangen der Banken, ab gelehnt. , ' wird. Durch diese Maßnahmen erhofft, man gleichfalls eine Entspannung des Devisenmarktes. Mit der Leitung, dieser Abteilung soll kein Beamter, sondern ein Devisenpr altik er betraut werden. Der ttalrenische Kredit. Rom, 18. Juni. Die AnnahmederVorlagebetreffend den 70 Milliynenkredt.1 für/Ö esterreich in der gestrigen Sitzung' des/auswäMen-.-AMchüffeS der Kammer erfolgte mit allen gegen eine Stimme. Die Wahlen im Burgenland. 5 Sozialdemokraten,'3 Christlichsoziale und 1 Großdeutscher gewählt. \. Sauerbrunn, 19. Juni. Bis 8 Uhr vormittags wurden itt den Bezirken Eisen st a d t, Mattersdörf, Neusiede! a. S.^. Oberpullendorf und in einem Teile von Oberwart folgende Stimmen gezählt: 38.000 sozialdemokratische, 27.000 christlichsoziale, 8000 für die Bapernbündler, 8000 für die Grotztzeutschm und 2000 für die Würger-Wnd Bauernpartei. Die Ergebnisse aus den Bezirken Jeumrsdorf und Güssing liegen infolge telephonischer Störungen noch, nicht vor. Das endgültige Ergebnis der Wahlen für den burgenländischen Landtag im Bezirke Eisenstadt ist: 20.980 sozial- , -emokraLische Stimmen, 14.682 chrWchsoziale, 4856 grotz- - deutsche, 1771 für die bmgenlandische Bauernparteiunh 56Z chÜUmen. die.WZgW wählt: die Sozialde-mokraten Les e r^.W i m mer, Till, Schneider ufid Dr. Wagäst^ die Christlichsozialen Kögl, Dr. Ratt.und Bauerx. bon den Großdeutschen der Apotheker Wo lff« Schanzer in London. Rom, 18. Juni. Wie „Messaggerö" meldet, werde Minister des Aeußern Schanzer am Dienstag mit dem König nach K o p e n Hag e n abreisen. Anschließend .werde der Minister dem englischen Premierminister: L l o y d George in London einen Besuch abstatten und mit ihm, die Orients r a g e n, insbesondere die Palästina- Frage besprechen. Die!8weite IÄLernatLouale. London, .18. Juni. (Wolfs.). Henderson eröffnete heute die Konferenz der Zweiten Internationale mit einer Ansprache, in. der er.ausführte: Die Einigung der arbeitenden Klassen, wird in mehreren' Ländern durch die Moskauer Internationale bedroht. Der Gegensatz-zwischen den englischen Arbeitern uäd den russischen Kommunisten sei der Gegensatz zwischen Demokratie und Diktatur. I Die Kommunisten verachten die Freiheit' der R e d e, die Freiheit der Presse und die Frecheit der W a h l e n. Solchen Angriffen auf die persönliche Freiheit^ werde die englische Ahbeiwrschast stets Widerstand leisten. Gegeuwärtih sei die Einigkeit,!>er arbeitenden Klaffen besonders notwendig, doch fei die' Arbeiterschaft niemalsmehr gespalten gewesen als jetzt. Mit solchen Spaltungen in ihren Reihen müsie die Arbeiterschaft als internationaler Faktor machtlos bleiben. Die Konferenz nahm einstimmig-eine Entschließung an, worin gegen die Schikanen der Sowjetregier u n g gegenüber vden' Sozialrevoluttonärär. und gegen die Art und Weise protestiert wird, in der der. Prozeß gegen die Sozialrevolutionäre geführt werde.- Sämtliche Arbeiterorganisationen werden dringend aufgefordert, gegen jedes Todesurteil energisch zu protestieren. . Die neue Notenbank wird sofort nach ihrem: JnSlebentreten eine eigene Abteilung für das Devisentcrmmgeschäst errichten. Kausteute und Industrielle, die Forderungen an das Ausland haben,? werden . ihre Rimessen auf fremde Währung bei der Notenbank sowie effektive Valuten zum Tageskurs. einliefern können, .dagegen ihre später fällig werdenden Verpflichtungen. gleichfalls zum Tageskurs «p er T er m.in" . eiudecken^ könnep. Hiedurch wird Handel und Industrie, von der jetzt unausbleiblichen, aber häufig ganz unfreiwilligen Devisenspekulation befreit, wodurch ihnen sowohl beim Verkauf als auch .beim Einkauf wieder eine v e.r l ä ßlich e K all ülatio n- und »WM _ in tzeimji4t.r ALLkLNL,titi M. Fasziste« und Kamm«nisten. Triest, 19. Juni. (Intel.) Die Zusammenstöße zwi-, scheu F ä szisten und Komm u n ist e n / dauern an. Ein Arbeiterheim w I s o l a und das Haüs eines kommunistischen Lehrers '.in N ä b r e si na -wurden' von .den Faszisten in die L.u f t g e f prengt- Die Triester Arbeit teWaft hat als Protest. einen eintägigen Streik erklärt. Die vereinigte« Mörder. . Budapest, 18. Juni. (L T. Ä. B.) Heute abettds Vereinigten sich die christlichnationale Vereinigung (E r u st- ^.KruM M tzgs LgLW.. der christlichw jWMtzMej s Tscheeho*5löwa«ef i «schech.K1.X0 Italien: Monatl. 6. Lir< Rumänien: Mon. 40. Lei Schweiz und das übrig« Ansland monatlich Frei. 3. Redaktion ^Administration Wien, II., Taborstrasse 1 —3 Telephone: 44^0-38,43-3-19, ab 6 Uhr. abends. 16-301 < Tel.-Adr.: yMprgenzeitnng', . Wien Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 4. Zahrgavtz Gestempelte Krone --- —Centimes. Auszahlung Wien --- —.03^ Centimes. An Zürich notierte die österreichische Kronr . . ■. —.03»/« (—.OS1/« am. 17. Suni): die österr. gestempelte Krone*03*/, (—.031/, am 17. Funi) die tschechische Krone . . . . 10.10 (10.05 am 17. Zuni)' die Mark.' . ..1.61 ( 1.63 am 17. Juni) Agram . ......... . 1.77 V« ( 1.80 am 17. Süni) Sofia .......... 3.5o ( 3.50 am. 17. Suni) Budapest .. —.54 (—.52‘/a am 17. 8uni) Warschau . . .... ... —.12 (—.12V« am 17. Juni) »7»-!«—!'-"'—«—! .. . 1 "S1 ü.1’—J1 ■l-L"ll!J!-..=Uga (Wo lff-Gruppe) zu einer Partei unter der Benennung Partei der christlichnationalen Einheit. Zum Präsidenten der neuen Partei würde der gewesene Handelsminister Ludwig Hegeshalmh gewählt. Die poLnifche Krise. Warschau, 18. Juni.' (Poln. Tel.-Ag.)^ StaatsHf Pilsudski hat den Präsidenten des Sejm benachrichtigt,' daß er auf die Initiative bei -er Bildung des neuen Kabinetts verzich t e und vom Hauptausschuß -des Sejm die. Nominierung eines Kandidaten für dön Posten -es Ministerpräsidenten erwarte. In den bisherigen Beratungen des Hauptausschusses ist es bezüglich der Person eines Kandidaten noch nicht zu einer Einigung gekommen. - Warschau, 17. Juni. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".); Wie in gut unterrichteten Abgeordnetenkreisen verlautet, beabsichtigen die Abgeordneten der linken Partei ih r e Mänd a t e^nr ed er zule g en, falls, die Neu- . wahlew erst für Oktober ausgeschrieben werdensollten. Die/MS§-rgabe Kattvwitz, -18. Juni. (Wolfs.) Die Uebergabe der in dem an P-öl e n abzütretenden.Gebietstellen ' liegenden E t f e n b a h n e n ist heute nachmittags 6 Uhr M Gegen-/ wart der Jka zwischen'der deutschen Eisenbahnkömmission und der polnischen Staatsbahnverwaltung'vollzogen worden. Zu gleicher Zell sind im oberschlesischen: Abstimmungsgebiet für den deutschen Teil die deutsche EisenbahudireMon Oppeln und für den polnischen Teil die--polnische Staatsbahndirektion Kattowitz errichtet worden. Royalisten sprengen eine Friedens-i- Verfammlung in Paris.l Paris, 18. Juni. (Wolfs.) Gestern abends, fand eine vpn den Anhängern des Abg. Mare Sangni-er (katholischer Demokrat) einberufene Volksversammlung mit der Tagesordnung . „Die internationale Pflicht Frankreichs" statt. Abg. Sangnier. hatte ' Ministerpräsident Poincare zu einer öffentlich en Diskus s i o ir in dieser Versammlung eingeladen. Poincare hattedie Einladung abgelehnt. Royalisten sprengten die Versammlung und ließen Sangnier nicht zu Wort kommen, so daß der Saal polizeilich geräumt werden mußte. Mare Sangnier wurde leicht, aw Kopfe verletzt. Auch ein Polizist hatte eine Verwundung am Kopfe davongetragen. Trotzdem konnte die Versammlung etwas.spater wieder ausgenommen und . in Ruhe zu Ende geführt werden. Abg. Sangnier sprach über die Versöhnung und die Solidarität der Völker Europas. .. Lenins Gesnn-heiLsMstsnd. Riga, 18. Juni. (Intel.) In den M o s k a u e. r Z e t, tungen ist folgendes Bulletin über den Gesundheitszustand Lenins erschienen: Die Symptome der Magen- und Darmerkrankungen, die zehn Tage anhielten, sind völlig geschwunden. Me inneren Organe sind vollkommen in Ordnung.' Temperatur und Puls sind normal. Die Erscheinungen der Blutzirkulationsstörung haben sich gelegt. Der Kranke hat daß Bett verlassen und fühlt'sich wohl, nur. die ihm von den Aerzten verordnete völlige Rühe wird von ihm schwer empfunden. Unterzeichnet ist das'Bulletin von den Professoren Kle.mp er er und Kräm e r, von den Aerzten'Koschewniko w und '.Lewin und dem Volkskommiffär für Gesundheitsschutz S e m a sch k o. ■ ' ' \ -v ' ' - , , , , Die Südbahnkanferevz. Venedig, 18.. Juni. (Stefani.) Gestern abends sind hier die österreichisch en und die j u gosla w isch en Delegierten zur SÄbahnkonferenz eingetroffen. Die Konfererrz wird die neue, durch die Kriegs-.und die politisHen Ereignisse de jure und -de facto geschaffene Lage erörteM. Die anderen Delegierten werden für he,ute erwarte^.. ' MMWS'ßW -■»h« v—■ •- i