Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-06-18 · Heft 1214 (18.6.1922) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1214 (18.6.1922)
Date
1922-06-18
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980294--11440-2997892
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

' 1 ' ’ '; v' ’ 1 ms»f. ‘ 'r^cMMSWKWT WWtL rjy^iPWäWÄWl .« '« «^f, * p WW UM rflr. izi4 _ Men, Torimay ' f * Qualitätsware z« mäßigen Preisen im Möbelhaus 3. Manne, Men, VN.. Scholienseldgasie 24 (Tel. 39-1.08). Große Auswahl von Luxus- und Slilmöbeln. gebogenen Sesseln in gediegenster Ausführung. * Zu Aekordpreifen kauft Alipapier in größeren und j klelnslen Ouayfilälen Großyandlunng Sotka, Vlll., Fuhrmanns gafse L, Telephon 33-2-83. t: ’• Kofcher-Selchwaren. Sckönfeld, Fellner & Co., II., iKaidgasse 5, täglich frisch. Chaluzim Rabatt. Alte Preise — Covercoat» 140 breit, 8000 K. wie 'm zwei Monaten, im »Tuchhaus zum Kirschen", II., Tabor- Straße 17. - Vereine, Vorträge und Versammlungen. Gesellschaft der Freunde (O u 8 k e r). ' Morgen. 6 Uhr abends, svricht im Körsaal 16 der Technischen Kochschule, IV.. Karlsplah 13, 3. Stock, Miß Berta B r a e e y über „Quäkerismand Educatton". Anschließend Ueberseßung und Wechselrede. Frei zugänglich. ' Urania. Keute, 5 Uhr (Großer Saal): Beherrscher der Lüste. V,8 Uhr (Großer Saal): Unser Alpenvolk und seine Lieder. 7,8 Uhr lKIudsaal): Die Zither als Konzeriinflrument. Quartetlabend der Elemer-Zithervereinignng. 7,8 Uhr (Klurssaal): Prot. Dr. Oswald R o i s i: Die Kunst recht zu behalten. 7,8 Uhr (Klubsaal): Rezitationsabend. Aussührende: Leopold Lindemann, Gretl Noe Nordberg. Am Klavier Karl Bamberger. — Morgen, 5 Ubr (Großer Saal): Wild-Afcika. 7, 6 Uhr (Kurssaal): Prof. Dr. K a a s: Die Mathematik der Griechen. 7,8 Uhr (Großer Saal).- Zn den Felswänden Tirols. 7,8 Uhr (Klemer Saal): vr. Kelene Änderte: Univ.-Prof. Medizinalrat Dr..August Kayek: Die Pflanzenwelt Oesterreichs. I. 7,8 Uhr (Kludsoal): Robert F r i d m a n n: Goethe als Denker und drr Begriff des Lebens. II. Spen-enausweis der „Wiener Morgenzeitnng". FürdieOpferdesAntisemitismus lau! Aufsatz vom 11. d. (bisher 37.450 K.): Ungenannt 5000 K.» Ungenannt 5000 K., Sammlung Koch- /ilt Salzer-Bloch 13.300 K., S. 3. 1000 K., Regierungsrat Dr. Knöpfmacher 150 K., K. Kirschen 1000 §., Ungenannt 2000 Ä.. Moritz Marian, X., Quellenstratze 68 (der edlen Menschenseele) 10.000 K. Für die kleine Weinmann ad Notiz vom 11. d. (bisher 50.100 K.): Ungenannt 5000 Ä.. Kelene Grab 2000 K.» Fr. Ruszniak 1000 K^ Untzenannt 5000 K., S. 3. 500 K.» > E. B. 200 K., Sammlung der Kerrn 2. C. 15.400 K., Direktor Arnold! Zweigenthal (Znaim) 20.000 K„ S. S. (X.) 1000. K. Für Südifches Elend Rachel Schwewel 500 K. 3üdischesBlhndenheim (biher 70.356 K.) : ..Paul« 12.000 K. . Für Südliche Kind rrfreu nde (bisher 151.000'K.): O. G. 10.000 Ä. (Für jüdische arme kranke Kinder.) FürarmeKrankeinPalSstina V. G. 10.000 K. Wir««! Morgenz«:n»«g. l.vorMsergsrsk!? Spiegelgasse Nr. 16 Versteigeruhgseinteiiung vom 10. Juni bis Intel. 2. Jnll 1922. RfMesSnm der Versteigerungen, wo nichts 2 HJBiP »«»■■■■■ anderes vermerkt, nachmittags um ** •*■■■ TSg.lloh QebrauohigegengtSnde Im Ludwigstorff* u. Rössler-Saal, unbestellbare Postsendungen im Kolowrat-Saal, Pretiosen Iin Franz- Saal; täglich (die Sonntage ausgenommen)» Juwelen, Silber, Antiquitäten, Teppiche, Gemälde, Wii* sehe, Kunstgewerbe ab V,8 Uhr abends im Vergnügungs-Park ehemals „Venedlo mWien“, ini Prater. Mo 19. u. 26,, Mi 21., Fr 23; u. 30, VI.* Antiquitäten, Gemälde, Miniaturen, kunstgewerbliche Arbeiten, Perser-u.Smyrna-Tepploho, Stilmoblliar im Hoch-Saal. . Di 20/ u. 27. VI.: .«Uber und Chlhaeilber im Franz-Saal. Di20. u. 27., Fr. 23. u. 30. VI.: Möbel,, eiserne Kassen, Geien, Luster, Bilder, Haushaltungsgegenstände im Glasltof. Dt 20. u. 27., Fr 23.VI.: Briefmarken, Versteigerungssaat der Briefmarken-Abt., VI,, Maria* hilferstrasse 73. Mi 21. u. 28. VI. t Juwelen-, Brillanten- und Perlenschmuok, Präzisionsuhren im Franz-Saal. Mi 21. u. 28. VI.: Fhotogr. Apparate, Ferngläser, Uhren, Schreibmaschinen im Ludwig* storfr-Saal. Mi 21 bis Fr 23. u. Mi 28. VI. bis Sa 1. VII.: 29.U.30. BUobtrauktion im Eminger-Saal. Do 22. u. Mi 28. VI.: 8ohSnes Mobiliar, Klavlore, Persertopplohe, Gemälde, Kunstfiowerbe im rrauz* Josefs-Saal. / Mo 26. bis Fr 30., VI.: Spezialauktion In der KunsUbtellqng: Gemälde. Aquarelle, Miniaturen, Mobiliar Kunatgewerbe, Keramik, im Kunstauktlons-Saal. Fr SO. Vi.'i 'Waffen, Geweihe, Sportausrüstung, Sattelzeug, Pelze im Ludwigstorff-Saal. Fr 23. VI., 3 Uhr, I., Stock im Eisenplatz 3: Feuerfeste Kassa Nr. Io u. 7, Fa. Wertheira &Co., Feuerfeste Kasse Nr; 10, Firma, | Arnheim. Besichtigung tagt. 3 bis 5 Uhr, Wechselstuben - A. G. „Herhjes“, I., Stock im Eisenplatz 3. i Wegen Todeifclles u. Wohnunps* anforderung Mo 26. u. Di 27. VI., 3 Uhr: Mobiliar, Persertapoiohe, Oeigemälde, Aquarells; kunatgewsrbilohe Arbeiten, grosses Speise* servloe, Zieru. Gsbrauohsgegonstände In der Wohnung, IV.. Brahmsplatz 2, III. Stock 6. Besichtigung Do 22. u. Sa 24. VI. v. 9 bis 1 u; 3 bis 6, So 25. VI., 9 bis 1 Uhr, dortielbet. Zweiganstalt Baden, Kärlsplatz 6; Mo IS. u. 26. VI., 8a 1. VII.: Möbel, Gemälde, Teppiche, Kleider, Wäsche, Kunstgewerbe. Sa 24. VI., 3 Uhr. So 25. VI., halb 10 Uhr vorm. Kunstauktion Prd1 ' So 2. VII., halb 10 Uhr vorm.: Juwelen-, Brillanten-, u. sonstiger Schmuck, Silber und Chinasilber, ferner Di 20. u. 27., Mi 2L-U.28. VI., dreivierlel 3 Uhr, nachm.: 73. u. 74. Auktion bei Daniel, Baden, Erzh, Rainer-Ring 3 Die tfigliche Schaustellung ab 1 Uhr währt in der Regel mehrere vorhergehende Nachmittage bis halb 6 Uhr nachm., mindestens jedoch am Auktionstage bis zur Auktion j Vsrwertuspsabteilung, 1., Rauhensteing. 8: Verwertung dar Rüoklaisj elitär dsr Hauptanstalt für Saohdemoblllaierung (9 bis I Uhrl fiohu Smlg. Dr. Rieß 32.740. — 9. Bezirk: Gvttlieb Lazar 1375. - 15. Bezirk: 3. Lütt 500. Div. 660. — 17. Bezirk: Fritz Pollak 1500. — 16./19. Bezirk: Adolf Böhm an!. Lochze i Kanna Askenazy-Farbftein mit Kerrn Artur Aron Lanzkron 2000, Belh.XVlll. 2000; Kitachduth: Ber. Ah. Zion d.. Rosegg : d. Vogelfänger: Kahndel 588, F. Scharfsiein 530, K, Einhorn 505, Paul Weinreb 1000, Div. 682; Scharfftein: U. Scharfsiein u. Ä. Reich 1000, d. Aoitenberg 800, Div. 2538; Div. 800; Misrachi: Gisela Lewin 1OO0. —Aflenz: Frl. Trude Schwarz: Ilse Reiner 2000, Salzer 1000; Kohenaur Smlg. Dr. Robert Sonnenmark b. Vermählung Karl Sonnenmark mit Frl. Karl«: Karl und Karla SonnenMark, Dr. Robert Sonnenmark, T. Dasche je 10.000, Frisch iLvoo. Siegfried Sonnenmaik, Sulius Sonnenmark. Oberbauraf,Friedrich Schludrig je 1000. Schach-Chronik. Für Palästina-Emigranten (bisher 41.700 &): Elo, Luft und Frau anläßlich Trauung Arno Erloschick- Lvla Reich 20.000 Ä. Für russische und ukrainische hungernde Süden (bisher 90.700 K.): Kenrielle Wachsmann 1000 K.. Kilda Wadler 3000 K.. S. 3.. 5000 K., Sammlung Frau Dr. Ornflein 5000 K.» Salpeter 1000 K. Für jüdische Blinde (bisher A6.S20 K. und 40 Dinar): D. S. 1000 K.» Ungenannt 2000 K., Siegfried Löwy (Miirowicza) 25 Dinar. Für Pogromwaisen (bisher 166.377.70 K.): Ejn Neder 500 K. Für 3üdische Studenten in Not und Mensa Aeademia Sudaica (bisher 554.970 K.. 50 deutsche Mark): Ungenannt 7738 K.» Rosa Zweig und Nelly Dub (IX.) i. Dr. Loses Berger jun. zum Andenken an den am 25. Mai d. 3. verstorbenen Otto Kamburger 5000 K.» A. Weiner (XX;) 10.000 K. Keren Kajemeth ^Israel, Südischer Naitonalfonds, U., Taborftraße 59. Trlephon Nr. 40,g.i6. Spendenausweis Nr. 8/5 vom 14. bis 16. 3uni 1922 ----- K. 240.591'50. 3m Jahre 1922 insgesamt K. 11,406.133.69. Nathan Groß-Äain. Adolf Böhm 70.000. Dr. E h a i m Tarkaäower 5000, S. Rubaschosf 5000 (bereits a u s g e w i e f e n). Zentrale: Gold. Buch Prof. Rosenfeld: Smlg. A. Feuer 1000; d. Frl. Trude'Schwarz; Altar. Löwenslein je 1000. Reishel 500; Dio. 100. — 1. Bezirk: Senny Schür 11.200, Beth.Koiel Pvst: Scherefchefsky 6000, Beth. I.: Dr. Zgnaz Schwarz, Oberkanlor Müller je 5000» Dr. Wolf Lerzberg 2000, Dr. 3. Bronnrr 500. — 8. Bezirk; Borischa Sakobowiez 10.000, Arnold Kohn 1000. N.Rappaport 599. Sofef Goldfchmidt 1262, Sfaak Trachlenberg 500. Sfidor Weiß 2000» O. Schmidt 3721, D'v. 4775H0: Prater Sprengel: Smlg. Gerfll 3600. Braulpaar Rolh-Adler 2000, Smlg. bei Neumann auf Vlbg. Frt. Ärna Katz-Krrr Spieibe'rg d. Wiltlin und Alster 10.600: Arieh Feldmann: Schiedsgericht d. K. Korowih 8000. 3. Rindner 500. — 6. Bezirk: Menorah 600, S. 3. Kalpern 1100.'Div. 376. — 8. Bezirk: Kalbt: Cbaie Rieß- Mitteilungen der Schachsektion Hakoah. Westöstliches Schachpanorama. Vortrag von Dr. Tar tato wer. Der gefährlichste-Feind des Schachspieles und der Schachveranstaltungen ist der. — Sommer. Die Hatoah hat das Risiko, der toten Saison nicht gescheut und der Erfolg sollte ihr recht geben. Trotz der Samstag den 10. d. herrschenden hochsommerlichen Hitze lauschte ein hundertköpfiges Publikum den mehr als zweistündigen Ausführungen Dr. Tartakowers, ohne auch nur. für einen Augenblick in seinem Interesse zu erlahmen. Dr. Tartakower, ist eine markante, Erscheinung und versteht es, seine Zuhörer mit dem ersten Worte in den Bann seiner Persönlichkeit zu zwingen. Er spricht frei, mit fremdländischem Akzent, aber mit vollkommener Sprachbeherrschmch. Seine Ausführungen verraten tiefgehende Bildung und sind, stellenweise mit feinem Humor gewürzt. ‘ Was wir in langen Friedensjahren mühselig aufgebaut und an Kulturgütern zufammengetragen haben, beginnt Dr. Tartakower, hat ein grausamer Krieg zum großen Teile vernichtet, und es ziemt uns, heute die kärglichen Reste zu sammeln, um uns.eine Basis für neue Arbeit zu schaffen. Auch im Schachspiel hat nie versiegende Jugendkraft das Vermächtnis großer .Toter übernommen und schon sind die Grundlinien des neuen Baues sichtbar. „Hypermodernes" Schach nennt man den Stil dieser Jungen, aber Dr. Tartakower bezeichnet dies als nichtssagenden. Begriff,. denn für die Ewigkeitswerte der Kunst gäbh es kein „modern" und kein „unmodern", weil ein Kunstwerk eben ein Kunstwerk bleibe, unabhängig vom Wandel der Zeiten., Ein Raffael, ein Goethe und ein Morphy bedeuten den Jüngern ihrer Kunst immer die göttlichen Seudlinge, gleichgültig, welcher Ausdrucksformen sie sich bedienen. Verwirft also Dr. Tartakower eine Einteilung der, Schachkunst in dieser Hinsicht, so kommt er doch dem menschlichen Geiste, der .alles in sein Schachtel- und Mappensystem gebracht haben -will, entgegen und wählt eine andere, bei der er sich von echnographischen Gesichtspunkten leiten läßt: Er spricht vom Westschach .mit seinem neuzeitlichen Vorkämpfer Capablanea und vom Ostschach ujrb dessen Verkünder Aljechin. In fesselnder' Weise schildert Dr. Tartakower das erste Austietenn Capib'.oncas, der sich mit kühner Unbefangenheit an das heranwagt, was man allgemein für unantastbar hält, an die Theorie der raschen und freien F'gurenentwicklung, an deren absoluten Richtigkeit zu zweifeln seit Morphy, Steinitz, und Tarrasch niemandem beifällt. Unter scheinbarer Außeracht^' lassung jahrhundertealter Grundsätze sucht er sein Heil in einer neuartigen Behandlung der Eröffnungen, indem er die Erlangung taktischer Vorteile anstrebt und erzielt sensationelle Erfolge. In seiner Spielweise verläßt er aber nicht die Spuren 18. Juni 1822 ' Seite 8 des großen Verkünders westlicher Schachkultur Steinitz; ebenso wie dieser ist er Positionsspieler (Dr. Tartakower beweist bei dieser, Gelegenheit an Partien von Grünfeld und Wolf, daß diese vielverschrienen Positionsspieler das Kombinationsspiel meist im kleinen Finger haben), und bezeichnenderweise prägt er das Wort der fortschreitenden „Mechanisierung" des Schachspieles. Dieser falicu exakten Behandlung von Kunst und Wiffenschaft durch den Westen stand der phantasiebegabte Osten immer im schroffen ^c''e,ntn g^enüber. Einem Steinitz erstand ein Tschigorin und einem Capablanea mußte ein Aljechin erstehen, Aljechin ist der Exponent jener Gruppe von Stürmern und Drängern (Bogoljubow, Breher, Reti usw.), die, inspiriert vom Geiste Capablaneas, so wie dieser, Altes über Bord warfen und mit Unbefangenheit an die Probleme herantraten, die man bereits für gelöst hielt. Auch sie sind Positionsspieler und suchen Positionsvorteile zu erlangen, aber nicht durch die Zerpflückung und Zerlegung jeder Stellung in ihre Bestandteile, also auf mechanischem Wege, sondern durch überraschende, tiefe Kombinationen^ durch das sogenannte Positionelle Kombinationsspiel. Dr. Tartakower entwickelt seine Anschauungen unter Zuhilfenahme des Demonstrationsbrettes, auf dem, meisterhaft glossiert, Kunstwerke--, wie - die Partien Capablanea—Tarrasch, Aljechin—Reti und die phänomenale Zwölftneisterpartie Aljechin—Bogoljubow, entstehen. Eine Klärung darüber,' welche Methode die richtige ist, jene, welche die Arbeit des Geistes zu vereinfachen sucht, oder jene, welche Gefahren und Verwicklungen anstrebt, um dem menschlichen Geiste unbeschränkte Möglichkeiten zu lassen, könnte eventuell das bevorstehende Londoner Turnier bringen, schließt Dr. Tartakower, denn in diesem werden sie zusammentreffen, die Wissenschaftler des Westens und die Künstler des Ostens, der Weltmeister Capablanea und der schier unbezwingliche Aljechin. $ Ernst Wahle. * Wie wir dem „Welser Anzeiger" entnchmen, herrscht in Wels reges Schachleben. Am 28. Mai fand dort ein Städtekampf Linz—Wels statt, den Linz mit 8,6:7,5 knapp für sich entscheiden konnte. Am 29. Mai besuchte Herr Adolf Gottlieb (Hakoah, Wien) den Welser Schachverein. Eine Partie gegen den Welser Meister Kutschä endete mit dem Siege des1 Wieners, in einem Blitzturnier wurde er hinter Kutscha zweiter, der starke Welser Spieler Poschanko dritter. Am 14. Mai spielte Herr Blodek (Schlechter) im Schachverein in Hietzing gegen 25 spielstarke Gegner; er gewann 14 Partien, verlor 4 und beendete 7 mit remis., Ein bemerkenswertes Resultat. Spielabende: Montag, Mittwoch, Freitag ab 7 Uhr Sonntag vormittags ab 9 Uhr im Klublokale, Cafe Jägerhof, 9. Bez., Porzellangasse. Zuschriften sind an Ernst Wahle, 2. Bez., Obere Donaustraße 67, zu richten, Ernährung. Der Marktbericht. Der Bundeskanzler in der Großmarkthalle. Me Fleischpreise Ser letze« Woche. Gestern vormittags erschien aus Einladung des argentinischen Gesandten Dr. P e r e z Bundeskanzler Dr. Seipel in der Grohinarkthalle um die Lagerräume des argentinischen Wohlsahrtswerkes unter Führung des Gesandten zu besichtigen. Der Bundeskanzler wurde von den Kallebesuchern lebhaft akklamiert. Dr. Seipel nahm den Anlaß wahr, dem argentinischen Gesandttzn für die der österreichischen Bevölkerung gegenüber bewiesene hochherzige Gesinnung namens der Bevölkerung den Dank auszusprechen. Die Grotzmarkthalle wies angesichfs d e r une rschwin gl i ch e n P r e i s e schwächeren Besuch auf. Obzwar die Preise für einzelne Sorten im Lause der Woche ermäßigt wurden, war der Absatz sehr gering. Zm Vergleiche zur Vorwoche wurden mittlere und mindere Sorten von Rindfleisch sowie Bratenfleisch im Kleinverkauf um 300, Primasorlen um 200. Kalbfleisch um 200 K. Schasfleisch und Ziegenfleisch um 300 K. pro Kilogramm billiger. Dagegen erhöhten sich die Preise für Schweinefleisch um 600 bis 800 K., für Selchsieisch um 800, für Schmalz um 1600. für Speck und Filz um 1800 bis 2000 K. pro Kilogramm gegenüber dem vorigen Somstag. Von auswärts war gestern bloß ein Waggon mit Kälbern und Sckweinen aus Tirol angekommen. 3n der Großmarkthalle galten gestern im Detailverkauf folgende Preise pro Kilogramm: Rindfleisch 3500 bis 62(0« Bratensteisch 4600 bis 7600, Kalbfleisch 3600 bis 6000, Schnitzel und Schlegel 7000 bis 8000, in einzelnen Fällen bis 9020, Schasfleisch 2900 bis 4200. Kitzfleisch 3200 bis 420V, Ziegenfleisch 2400 bis 2600, Schweinefleisch 5600 bis 7800, amerikanisches gefrorenes Schweinefleisch 4200 bis 6000, Schmalz 6000 dis 7000» Speck 6000 bis 6000, Dauchfilz 6000 bis 8400, Rauchfleisch ^8600 bis 7800 K. Die Grünwarmmärkle waren mit Gemüse aller Art reichlich beschickt, sodaß für einzelne Sorten Preisermäßigungen gewährt werden mußten. Kohl verbilligte sich um 700 bis 2000 K.. i .Kohlrabi um 800 K., pro Nagel. Auch heurige Kartofleln er. mäßigten sich um 20 bis 30 K. im Preise. Der Großhandelspreis auf dem Naschmarkt betrug heute 760 bis 780 K. Eine Sendung havarierter grüner Erbsen mußte um 300 K. pro Kilo- ^gramm verkauft werden. Kirschen kommen genügend auf den Markt, 3hr Preis beträgt im Großhandel 850 bis 950 K.. schöne Linstedektrschen. notieren mit 1000 K. Ananaserdbeeren sind schwächer vertreten und kosten 3600 K. pro Kilogramm. Eier notieren noch immer 275 bis 280 K. pro Stück. Vielfach wird von den Kausfrauen darüber Klage geführt» daß manche Artikel, wie Zucker. M e h!, T e t g w a r e n, K a f f e e usw. zu spekulativen Zwecken zurückgehalreN werden und daß die küB-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.