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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-17 · Heft 1213 (17.6.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1213 (17.6.1922)
Date
1922-06-17
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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TffC *> I;■ ' 4? > J ^.T'.W' J"-JP J ’ * ' q^. mr» .-»■.. swwwwswüp I >'<.., k» ■m'-v>! f,f srrcn, caufinncr Tsiener genzettüng. 17. Juni' 1922 Seite 7 Eigentumsdelikte begangen Haben. Goering hat eine Zeitlang kommunistischen Anschauungen gehuldigt und sein früheres bürgerliches Leben — er war Arzt — ausgegeben, um in einer Art anarchistischer Freiheit zu leben. Vor einiger Zeit machte er die Bekanntschaft eines reichen Vraunschweiger Herrn, t>er angeblich mit seinen Ideen sympathisierte und die dichterische Kraft Goerings bewunderte. Er bot dem Dichter den freien Mitgenuß seines ganzen Vermögens an. Goering nahm das Angebot an und zog nach Braunschweig. Es sollen aber Mißstimmungen entstanden sein. Nach der einen Darstellung, Weil sich das Verhältnis nicht nach dem Wunsche des Mäzen entwickelte, nach der anderen, weil Goering die ihm eingeräunlten Rechte mißbraucht haben soll. Er soll unter andern: Bilder aus dem Besitze seines Freundes verkauft haben. Der Eigentünrer hat die Bilder zwar sogleich zurückgekauft/hat aber die Anzeige gegen Goering erstattet, die zur Verhaftung führte. Wie heute aus Braunschweig berichtet wird, ist jedoch st a r k z u bezweifeln, daß Goering die ihm zur Last gelegten Delikte tatsächlich begangen hat. Die Angelegenheit be-' darf noch der Aufklärung. Liebermayn-Anekdoten. Max Liebermann, der berühmte Führer der Berliner Sezession, wird demnächst seinen 76. Geburtstag feiern. -Die Zeitschrift „Ueber Land- und Meer" erinnert aus diesem Anlasse an die Schlagfertigkeit und den Humor des großen Malers und erzählt folgende Liebermann- Anekdoten: Als ein Kollege eine'Zeichnugu Liebermanns lange betrachtet hatte und ihn dann fragte, ob er mit einem weichen oder harten Bleistift'zu zeichnen pflege, erhielt er nur die Antwort: „Mit Talent". Bei einem Porträt, das Liebermann malte, wollte der Dargestellte Zlvqzfel an der Äehnlichkeit äußern, worauf der Meister Bild /und Modell prüfend betrachtete und Hann schließlich entschied: „Wissen Sie, ich habe Sie ähnlicher gemalt als Sie sind." Liebermann war bekannt? lich längst berühmt, als die offiziellen Kreise von ihm noch wenig Notiz nahmen. Im Münchener Hofbräuhaus wurde ihm einmal von einem Bekannten ein General a. D. vorgestellt, der sich bei ihm erkundigte, ob er Mgler sei. Die Kellnerin aber, die den Namen Liebermann gehört hatte,. sagte daraufhin: „Verzeihen S' die Nachfrage: Sind Sie, halt der Maler Max Liebermann aus Berlin?" Der Gefragte bejahte dies„ worauf die Kellnerin aüsrief: „Schaun S', dös is mir a Freud', a so an berühmten Künstler zu bedienen!" Voll Erstaunen hörte der General zu und meinte schließlich wohlwollend: „Na, in diesen Kreisen scheinen Sie ja recht bekannt zu sein!" Der Wiener Mönnergesangvereln irr Mödling. Donnerstag den 29. d. um 4 Uhr nachmittags gibt der Wiener Mannergrfängverein im Garten des Kyrtifchen Waisenhauses in Mödling 'ein Konzert. Herzl-Tagebiicher. Die Subskriptionsfrist wurde vom Verlag bis 21. d. verlängert. Subskriptionen nimmt die hiesige Auslieferungsstelle des Jüdischen Verlags,-2. Bez., Tabors fträße 1—3> entgegen.; Ostjiidische Dichter. Schälen: Weichem: Menachem Mendel (brosch. 26 Mk» geb. 40 Mk.). Scholem Alejchem: Die erste, jüdische Republik (brosch. 30 Mk.,, geb. 46 Mk.). Perez: Drei Dramen (brosch. 30 Mk., geb. 40 Mk.). Perez:'Adam und Eva ». 40 Mk.). Ostjudrsche Novellen (brosch. 40 Mk., geb. '.). Eh. Bloch:'Ostjüdischer Humor (geb. 40 Mk.). Bergelsohn: Am Bahnhof (geb. 40 Mk.). Scholem Alejchem: Stempenju (geb. 40 Mk.). Scholem Alejchem: Tewje,' der Milchhändler (geb. 40 Mk.). Buchhandlung R. Löwit (Dr. Präger), 1. Bez., Rotentuxmstraße 22. ' ' Gerichtssaal. Der Fahnenjunker als Mörder. Der Raubmordversuch in der Fiakergenosseyschaft. Der gewesene Fahnenjunker der' Fiakergenossenschaft Franz Demmel, damals der größte und stärkste Mann der Innung/ heute in jeder Beziehung zusammengebrochen, steht vor dem Schwurgericht unter der Anklage des meuchlerischen Raubmordversuches. Der. Ueberfall auf den Sekretär, der Fiakergenossenschaft Franz Weigls einen greisenhaften, schwächlichen 'Manü, hatte seinerzeit viel Aufsehen erregt, insbesondere - weil die Frage der Täterschaft in vollständiges Dunkel gehüllt war. Man fand am 4. März 1921 Weigl gegen 7 Uhr abends in der offenen Genossenschaftskanzlei in der Veromkägasse blutüberströmt und bewußtlos auf dem Boden liegend. In den Fingern der rechten Hand hielt er noch krampf hast eine Banknote. Er war beim Kassamachen niedergeschla gen worden, und der Täter raubte aus der Schatulle mit hastigem.Griffs 72.000 K.; Bayknoten im' Werte von mehr als 230.000 K. lagen' verstreut ans dem Boden umher. Die Vor aussetzung des Täters, daß seinem Opfer für immer der Mund verschlossen bleiben würde, erfüllte sich glücklicherweise nicht. Franz Weigl, mit zertrümmertem Schädel Ins. Spital.gebracht, konnte gerettet werden — allein er hatte infolge der fchwe reu Gehirnverletzung das Gedächtnis verloren. Erst mit dem Fortschritt der Genesung erwachte die Erinnerung an den schrecklichen Vorfall, und er bezeichnete Franz Demmel.als denjenigen, der ihn an diesem Abend zuletzt besucht habe. Gegen Demmel' hatte sich schön früher der Verdacht ge richtet; er war noch im Besitze seiner Fiakerlizenz, hatte aber vor drei Jahren ein kleines Wirtshaus in Währing üüernomme::, das sich zu einer V'erbrecherkneipe entwickelte; es' ging ihm finanziell schlecht, und man wvllte chn .am-kritischen Tage in der Veronikagasse gesehen haben. Er wurde verhaftet; allein, da er entschieden, leugnete und kein Beweis gegen ihn vorlag, mußte er wiederentlassen werden. Cr besucht^ häufig Weigl in: Spital unö zeigte lebhaftes Interesse für den Zustand des Kranken, blieb jedoch ans, als dieser Widerwillen gegen An äußerte. Dann aber erhob Her wegen. Einbruches verhaftete Oskar Oetzbiügger. der in Demmels Wirtshaus verkehrt hatte, beim Untersuchungsrichter die Beschuldigung, daß Dem mel ihn zn dem-Raubanfall an Weigl dingen wollte mit den Worten: „Ich und du machen's! Ich hau' ihn: am Schä bei* und du happst die Marie" MmM das. .Geld!). Kr haU aber abgelchnt und den Plan seinem Freunde Praschil erzählt. Nun. wurde Dennnel verhaftet, und mit ihn: seine Frau unter den: Verdachte der Vorschnbleistung. Demmel legte bei der Polizei ein Geständnis ab; in dem er die Tat in allen ihren Einzelheiten schilderte.. Später widerrief er jedckch und behauptete, er habe ein falsches Geständnis gemacht, nur um seine Frau zu befreien, und die Erzählung des Oetzbrugger sei ein Märchen. Die Verhandlung. Den Vorsitz der für zwei Tage anberaurnten Verhandlung führt Dr. R an: sauer, die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Dr. Tuppy, als Verteidiger fungiert Dr. Valentin Teirich. Zur Verhandlung herrscht stürmischer Andrang. Zuschauerraum und Galerie sind überfüllt. Es sind 35 Zeugen vorgeladen, unter ihnen Franz Weigl/ein kleiner, kränklicher Herr mit weißen: Haar und Bart, einen schwarzen Verband am 'Kopfe. - Der AngAlagte. der die größten" Justizaufseher um Kopfeslänge überragt und über zwei Meter hoch ist, hat einen langen Kopf, Glatze, graues Haar, kurzgestutzten Schnurrbart. Der hochgewachsene, in einen grauen Anzug gekleidete, jetzt etwas gebengte, - hagere Mann macht keinen unspmpathischen Eindruck. Er ist ernst, ruhig und verbeugt sich vor den Geschwornen. Er spricht infolge mangelnder Zähne undeutlich^ Er gibt an, daß er 47 Jahre alt, in Wien geboren, Fiaker und Gastwirt, verheiratet, Väter dreier Kinder sei.' Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er sich schuldig bekenne, antwortete der Angeklagte: Ne in. Nach der Besprechung des Vorlebens des Angeklagten fragte der Präsident: Sie sollen sich einige Zeit vor dem Vorfall bemüht haben, Geld auszuleihen, also scheint Ihre Lage eine bedrängte gewesen zu sein? — Angekl. Das net, aber Geld, Hab' i schon g'sucht, weil der Wein teurer worden is. Anial Hab' i mir vom Oetzbrugger 500 K. ausgl-'ich'n. — Präs.: Was für Leute habenbei Ihnen verkehrt? — An- .gekl.: Chauffeure, Fiaker, . Einspänner, meist Fuhrwerker, aber.auch GWäftsleut' aus Währing. ' Präs.: Was war am kritischen Tage, am IMNärz? — Angekl.: Am Tag' vorher war.: bei ein'm Leichenbegängnis. — Präs.: Als Fahnenjunker? Sie warm ja Fahnenjunker der Fiakergenossenschaft und haben als solcher auch bei den Leichenbegängnissen fungiert? — Angekl.: Jawohl, seit 1904. Aber damals-war i net Fahnenjunker, a guter Freund von jlns^is g'storben und da bin i mit meiner Frau anf'n Gersthofer Friedhof 'naus. Dann waren wir alle im Wirtshaus. I war ja Ä gi t wto r b ei alle W.ahl'n; und san bis am Abend g'sessen, dann in d' Schank vom Richard Wagner und z'letzt zu die „Praterspatzen", so daß : amnächst'n Tag so an Kopf g'habt Hab'!. , . -..'.Der.-Angeklagt erzähKMttn, -daß .er am nächsten Tage beschlossen habe, sich in der Fiakergensssenschaft das Gesuch wegen Umwandlung seiner Lizenz in eine Automobillizenz schreiben zu-lassen. Ev kam 20 Minuten nach 6 Uhr in die Kanzlei, Weigl schrieb ihm das Gesuch, das er unterschrieb. Er gab" ihm 20 K., wofür Weigl schön danktet Dann sprachen sie noch darüber, wie das Geschäft gehe, dann gab er ihm die Hand und sagte: „Geh'n mir!" und kehrte über den Gürtel in sein Gasthaus zurück. Abends kamen zwei Kriminalbeamte, griffen seine Taschen ab, ob er Waffen habe, untersuchten die Kleider nach Blutspuren und führten ihn in das Sicherheitsbureau. Er büßte aber nur d/e: Tage Polizeistrafe ab, die er noch hatte, und wurde entlassen. .Er besuchte dann Weigl zweimal im Spital und bracht ihm Milch und Brot. Bon dem Ueberfall auf Weigl wisse .er nichts. Damit - war das Verhör' mit Demel geschlossen -und' es begann das Zeugenverhör. Nach der Einvernehmung der zwei Kronzeugen Oetzbrugger und Praschil, welche angaben, > daß sie der Angeklagte zu einem räuberischen Ueberfall auf Weigl zu verleiten suchte,- wurde die Verhandlung in später Abendstunde abgebrochen. Das Urteil dürfte heute, abends gefällt werden, fuß Geld Kurs v. "tv- „ 14. Jam Ware Qeld Ware 4V, 0597.50 6602.50 7697.50 7702.50 G . 55.22 55.28 , 65.97 66.03 6 220.88 221.12 263.58 263.82 5 55,60 55.70 . 60.95 61.05 •5 1394.50 1395.50 1599.50 1600.50 6 16.77 6 ■5Vs 2964.- 16.83 18.97 19.03 2965;— 3449!- 345L- 2723.75 3»', 75.725 5'/s 2673.75 6 844.70 . 4V» 16.944 1489.50 5 324.90 67, 109.95 5 4323.50 3.82 3726.25 4348.75 4351.25 75.775 86.775 86.825 2676.25 3123.75 3126.25 845.30 962.70 963.30 16.956 ' 19.494 19.506 1490.50 1714.50 1715.50 . 325.10 384.90 385.1» 110.05 133.45 133.5c 4326.50 4998.50 5001.5X 3.86 4.33 4.3!; 3226.25 3723,75 3726.24 Veröffentlichung der Devisenzentrale vom 16. Juni 1922, Devisen (Schecks und Aus Zahlungen) Amsterdam f. 1 holl.' dulden Agram 1 jue. Kronen Belgrad 1 Dinar .. . . » Berlin 1 deutsche Reichsmark Brüssel 1 belgische Francs » Budapest 1 ungarische Kronen Bukarest 1 Lei . . . . . , Christiania 1 norweg. Kronen Kopenhagen 1 dänische Kronor London 1 Pfund Sterling . » Madrid 1 Pesetas . . , » » Mailand 1 Lire ...... New York 1 Dollar . » . .. Paris 1 Francs ...... Prag 1 tschecho-slow. Kronen Sofia 1 Lewa Stockholm 1 schwedlscheKronor Warschau 1 polnische Mark . Zürich 1 schweizerische Francs . 3'/,' 3223.75 Noten Vmerlkan. Noten v. 5 Dollar aulw. n n kleinere , , , Belgische Noten 100 Francs .". Bulgarische Noten zu 1000 Leva " * t ■ * » » kleinere. * * Dänische Noten 100 Kroner , . Deutsche Noten -zu 1000 Mark. . » . » . 100 . „ . . „ »' kleinere. ... Engl, Noten von 5 Livrest. aufw. „ kleinere . . . ... Französische Noten 100 Francs » Holländische Noten 100 dulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw. » * kleinere . . lugosl. Noten ungest. zu 1000 Dinar » » 100 a " . »i n kleinere-. •. Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten v. 500 Mark aufw. RugiänlscheNoten zu 1000u.500Lei „ »• kleinere . . , Russ. Noten (Roman.) zu 500 Rubel » » i, n 100 B „ kleinere . » Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs Spanische,Noten 100 Pesetas .' . Tschecho-slow. Not. v. 1000 aufw. „ „ kleinere ... . Ungar. Noten (neue Em.) zu 1000 Kr. v „zu 10,000 Kr. , , . ■ b kleinere . . . . . - 16844.- 16856.- 19394.— 19406,-. 16744.— 16756.- 1384.50 1385.50 1589.50 1590.50 106.93 107.05 —>— •3653 J5 3666125 4323‘.75 4326*.25 : 55.55 55.65 —.— 75375'.- 75425*.- 1479150 , 1489150 1709.50 1710150 6572.50 6577.50 7497.50 7502.50 834i70 835.30 957.70 958.30 220:38 220l62 263158 263182 219.88 220.12 2944.- 2946.- 3439." 3441.— 3.78 3.82 4.28 .4.32 110.‘94 Ul1o6 , 124.94 125.06 —1— 4298*30 4301 .*50 4978150 4981 löÖ 3198.75 3201.25 _ 3098.75 3101125 ' 324.40 .324.60 384.90 385.10 16*.87 16193 19.02 19.08 *~1~* - __,_ Volkswirt. Gestempelte Krone Auszahlung Wien In Zürich notierte * —.03Vt Centimes. —.03 Centimes. die österreichische Aron» . . . —.08 (—.02*/* am 15. Juni) die österr. . gestempelte Krone (—.03 am 15. Iuisi) die tschechische Krone . . . .mos (10.03 am 15. Juni) die Mark. . ... . . . ( l‘68s/< am 15. Juni) Agram-. . ... . . . . . 1.80 ( 1.80 am 15. Juni)- Sofia . 3.65 ( 3.67 am 15. Juni) Budapest.. .-.51 (-.52 am 15.' Juni) Warschau. . . . . . . * —1l2Vs (-.12V. am 15. Juni) Valutenkurse. ' Der Abbröcklungsprozeß der Valutenkurse hat gestern weitere Fortschritte gemacht, da der Balutenmarkt unter dem Eindruck der geplanten Finanzmaßnahmen stand. Es machte sich eine weitgehende Zurückhaltung der Käufer geltend, so daß Sie Kurse schon bei Eröffnung des Verkehrs niedriger waren. Die Anfangskurse lauteten: Do klar »18.400, Pfund 81.000, Mark 58, tschechische Krone 350, polnische Mark 4.15. Als im weiteren Verlaufe bekannt wurde, daß im Finanzministerium eine Sitzung avgehalten werde, in der einschneidende Maßnahmen gegen die Valutaspekulation und eine Neuordnung des DevisenVerkehrs erwogen würden, schwächten sich -Dollar bis 17.000, Pfund bis 80.000, tschechische Krone bis 335 und polnische Mark bis 410 ab. Der Valutenmarkt schloß s ch w a ch. .Die offiziellen. Notierungen waren noch wesentlich niedriger, wie ans nackstchender.Versfftntlichnng hervorgeht» Einschränkung des Börsenverkehrs. In der gestern unter dem Vorsitze des Herrn Präsidenten Bernhard Poppe r-A r 1* berg ab gehaltenen Vollversammlung der Wiener Börsen, kammer wurde beschlossen, in der Woche vom 18. bis 24. d. die Efsekten-Börseversammlungen nur am Montag den 19. d., Mittwoch den 21. d. und Freitag den 23. d. abzuhalten. Durch diese Maßregel soll angesichts der dauernden Ar beit süüerbü.rdung aller in Betracht kommenden Faktoren die Abwicklung der Geschäfte vor Störungen bewahrt bleiben. Die Goldparität (Umrechnungsverhältnis betreffend die Zollzahlungen in Gold) für die ^Periode vom 19. Juni öi3- 25. Juni 1922 wird mit 3400 K. festgesetzt. Erste Donau-Dampfschiffahrtsgesellfchaft. In der gestern abgehaltenen Sitzung der Administration, der Ersten Donau- Dampfschiffahrtsgesellschaft wurde der Rechnungsabschluß des Jahres 1921 vorgelegt. Nach Vornahme umfassender We^tabschreibüngen (darunter eine Rücklage für Schifse-Erneuerung in der Höhe von 450 Millionen Kronen), ferner nach außerordentlicher Dotation des Schisse-Assekuranzsonds mit 50 Millionen Kronen, des Warentransport-Assekuranzfonds und des Hastpflichtversicherungsfonds mit je 5 Millionen Kronen sowie einer Zuwndung an die Altpensionisten im Betrage 'von 60 Millionen Kronen und einer Ueberweisung von 60 Millionen Kronen an den Pensionsfonds-Sanierungskonto erübrigt für das Jahr 1921 ein Reingewinn von 302,092.265.90,^. Es wurde beschlossen, der für den 30. d. anberaumten Generalversammlung der Aktionäre vorzuschlagen, nach statutenmäßiger Dotation des Reservefonds mit 59,037.601.69 K, und nach Ausscheidung der aus die Administration entfallenden Tantieme per 11,807.620.34 K., eine Dividende von.2100 K. pro Aktie, d. i. 203,700.000 K. sowie an die Genußscheinbesitzer 19,769.000 K., d. i. 790.36 K. pro Rententeil, zur Verteilung zu bringen und den verbleibenden Restbetrag von 7,788.143.87 K. auf neue Rechnung, vorzutragen. Sämtliche Ziffern des Rechnungsabschlusses weisen sowohl in den Einnahmen als auch in den Ausgaben namhafte Steigerungen gegen das Vorjahr auf, welche zum großen Teil auf die Entwertung der österreichischen . Kraye zurückzuführen sind. Neben der absoluten Steigerung des Erträgnisses durch erhöhte Produktion trägt auch die valutarische Bewertung desselben in österreichischen Kronen zur ziffermäßigen Steigerung wesentlich bei. Die Betriebsrechnung der Eisenbahn Mohacs—Pees schließt mit einem Verlust von 143.869 ung. K, ab, welche, umgerechnet auf österreichische Kronen, den Betrag von 1,277.559 österr. ,'K.' ergeben. Dieser Verlust ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß nunmehr Reparaturen am Fahrpark, die während der Kriegszeit -und infolge der Besetzung des Bahngebietes ' durch die Serben unterblieben waren, nächgeholt werden müssen. Durch den im August 1921 erfolgten Schiedsspruch in Angelegenheit der beschlagnahmten und abzugebenden Schiffe wird die Bilanz der D. D.'S. G. wesentlich beeinflußt, indem nunmehr endgültig. 43 Zugdampfer mit insgesamt 19.410 Pferdestärken, 16' Personendampser mit insgesamt 7400 .Pferdestärken, 463 Warenboote mit insgesamt 266.015 Tonnen Tragfähigkeit, ein Petroleumtank und 102 Pontone sowie eine schwimmende Werkstätte aus dem Stande der gesellschaftlichen Flotte aus-, scheiden. . Die Arrangementeinteilung an der Wiener Börse für die Monate Juli und.August 1922 wird in folgender Weise festgesetzt: 3. Juli: ' Kassa und Aufgabe. 5, Meldungen. 6. Effekten-Einreichung, 10. Kassa, und Aufgabe, 12. Meldungen. 13. Effekten-Einreichung, 17. Kaffa und Aufgabe. 19. Meldungen. 20. Effekten-Einreichnng, 24. Kassa urid Aufgabe, 26. Meldungen, 27. Effekten-Einreichung, 31. Kassa und Aufgabe, August; 2, Meldungen. 3. .Effekten-EiyrMung,

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