Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1205 (9.6.1922)
- Date
- 1922-06-09
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1205 Men, Fteitag Wiener 9. Zunt 1822 Seite 7 Wirtschaftsgenossenschaften Oesterreichs Hofrat Karl Rehling als Vorstandsmitglied und Beschwerdevertreter geltend, das; in einer genossenschaftlichen Verkanfsvereinigung jedes Genossenschaftsmitglied selbständiger Unternehmer geblieben sei und individuelle Arbeitsleistungen hervorLringe. Das ^Risiko der Produktion hat in allem das Mitglied zu tragen und die Genossenschaft trifft einzig und allein das Risiko des A bsatzes. Die Genossenschaft hat also nur die Funktionen einer Magazins- und Absatzgenossenschaft und eines Rohstoffvereines. Sic gewinnt dadurch den Charakter einer selbständigen Ausstellung. Die Kunden sehen die Erzeugnisse der vollkommen selbständigen Unternehmer und haben -dadurch Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit der, Erzeuger zu beurteilen. Der Verwaltungsgerichtshof (Vorsitzender Vizepräsident Dr. I e n n h) schloß sich diesen Ausführungen an, gab der Beschwerde Folge und hob die angefochtene Entscheidung als ungesetzlich auf.? ., Volkswirt. Gestempelte Krone » —7.03% Centimes. Auszahlung Wien — — -.03V2 i've -8. Besserung der Mark. 3n Zürich notierte die österreichische Krön» . . . -.03-/. (-.03- * am 7. Juni) die österr. gestempelte Krone. -.03-/, (—.04 am 7. Sunt) die tschechische Krone . . . . 10.07V, (10.10 am 7. Sunt) die Mark. . . . . . . . . 1.88 ( 1.79 am 7. Stjr,i) Agram . . .. 1.90 ( 1.90 am 7. Juni) Sofia.. 8.86 •( 3.85 am 7. Juni) Budapest. -.60 (—.60 am 7. Zuni) Warschau.. . —.13 (-.13 am 7. Juni) Valutenkurse. Die Erklärungen des Bundeskanzlers Dr. Seipel im Nationalrat iiber den Stand der Kiedikakiion und seine entschiedene Zurückweisung der Dolo walions- und Notenabstempelungsgerüchte haben eine ruhigere Stimmung auf dem Datulenmarkte hervorgcrufen, so daß gleich bei Beginn des gestrigen Verkehrs die Kurse auf einem niedrigeren Stande erössneten, als sie tagsvorher geschlossen hatten. Nur d e u t s ch e Mark waren höher. Zm weiteren Verlause machie sich wieder ein leichtes Anziehen der fremden Zahlungsmittel bemerkbar, doch blieben die Kurse, wie nachstehende offizielle Notierungen zeigen, unter dem iehtgemeldetemStand. Veröffentlichung der Devisenzentrale vom 8. Juni 1922, Devisen (Schecks und Auszahlungen) Amsterdam f. 1 holl. Gulden Agram 1 jug. Kronen . Belgrad I Dinar ....... Berlin 1 deutsche Reichsmark Brüssel 1 belgische Franca . . Budapest 1 ungarische Kronen . Bukarest 1 Lei . . . . . ,; Chrlstlanla 1 norweg. Kronen Kopenhagen 1 dänische Kronor . London 1 Pfund Sterling . . . Madrid 1 Pesetas .. Mailand 1 Lire ...... New York 1 Dollar.) Paris 1 Francs .. Prag 1 tschecho-slow. Kronen Sofia 1 Lewa . Stockholm 1 schwedlscheKronor . Warschau 1 polnische Mark . . Zürich 1 schweizerische Francs . Noten Amerlkan. Noten v. 5 Dollar aufw. ... . » kleinere . . . Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva . » ff » 100 „ . ■ » , kleinere. . . Dänische Noten 100 Kroner . . Deutsche Noten zu 1000 Mark. . . . ,100 , . . » » kleinere.... Engl. Noten von 5 Livresl. aufw. » „ kleinere. Französische Noten 100 Francs . Holländische Noten 100 Gulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw. » „ kleinere . . . Jugosl. Noten ungest.zu 1000 Dinar * # H , 100, „ n n » kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten v. 500 Mark autw. » n kleinere .... Rumänische Noten zu 1000 u. 500 Lei » ,, kleinere . . . Russ. Noten (Roman.) zu 500 Rubel - » „ „ 100 „ n n „ kleinere . . Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not. v. lOOOaufw. fi » kleinere . Ungar. Noten (neue Em.) zu 1000 Ki , . .. zu 10.000 Kr. . . . - » kleinere . Zinsfuß Kurs v. (7.. Jun Geld Ware Geld tyare 4V, 5777.50 5782.50 6122.50 6127.50 fi 53.72 53.78 55.47 55153 6 214.58 214.82 221.83 222.12 5 53.575 53.675 -53.95 54.05 .5 1239.50 1240.50 1319.50 1320.50 t: 6 5'/, 17.07 17.13 17.51 17.57 2629*. — 263 L-r- 2799!- 28m)— 5 3283.75 3286.25 3473.75 3476.25 4 60.575 65.625 70.575 70.625 5V, 2338.75 2341.25 2493.75 2501.25 6 770.70 771.30 814.70 815.30 4V, 14.794 14.806 15.519 15.531 5 1346.50 1347.50 1431.50 - 1432.50 5 288.15 288.35 303.90 304.10 87, 104.95 105.05 112.95 113.05 5 3758.50 3761.50 4048.50 4051.50 7 3.7225 3.7625 3.77 3.81 37, 2868.75 2871.25 3008.75 3011.25 14604 14705 15444.— 15456.— 15344.- 15356.- 1231.50 1232.50 1311.50 1312.50 101.45 101.55 109.95 110.05 3263J5 325 <25 3453!75 3456.25 53.70 53.80 53.95 54.05 (6.1*75 65.225 70.075 70.125 134L50 1342*50 1430.50 143l.*50 5757.50 5762.50 6107.50 6112.50 764.70 765.30 80!.70 810130 2I4.'08 214.32 221.*38 221.62 213.88 214.12 259o! - 25011- 2779.- 278L- 3.68 3.72 3.73 3.77 9ß!94= 99.05 99Ä lÖö)06 372^50 3731.50 4028)50 4031.50 2853.75 2856.25 2998 75 3001.25 2473.75 2476.25 237.40 287.60 303.30 303.50 287.15 287.35 303.15 303.35 r. 17.12 17.18 17.56 17.62 Der mittelmährische Saatenstand. Von unserem Brunner L.-S.-Berichterstatter. Infolge der Dürre und yäufig sehr niedrige*t Wärme des vergangenen Herbstes sind die Wintersaaten in Mitlelmähren allgemein schlecht ausgegT.gen und in der Cntw cklung stark zurückgeblieben, so das; die Hoffnungen de' Landwüte auf rme gute Ernte tief herabgedrückt werden. W int er w eiz e n, der teils im Herbst, >ells 'ist unter der Schneedecke aufging, ist durchwegs schütte-' und mußte stellenweise eingeackert werden. Roggen hingegen hat reckst gut überwintert und sich auch zu Beginn des Frühjahres ziemlich erholt. Allerdings ist er infolge -der später eingetretenen Trockenheit sitzen geblieben und wird kaum ein Mittelertrag zu erwarten sein, Ueberhaupt ist mit einer ungewöhnlich 'schwachen Ernte dcrWinjersaat zu rechnen. Noch ungünstiger steht es niit den im Vorjahre angebauten K l e e s a a t e n (Rotklee), welche gleichfalls infolge der anhaltenden Dürre zum großen Teil i (J50 bis 90 v. L>.) eilttrochieten und durch Mais und Mischlitrg ersetzt werden mußten. Luz,ernekleesch lä ge hingegen zeigen einen normaleil Stand und dürfte Ne Fechsung, 'alls noch ergiebiger Regen eintritt, halbwegs befriedigen. Die Frühjahrssaat, die infolge des verspäteten Frühjahres nicht rechtzeitig in. den Boden kommen konnte, hat namentlich durch die Ap^cilsröste schweren Schäden genommen, so daß an eine Voll- und Mittelernte nicht zu denken ist. Das größte Verschulden an der langen Verspätung hat zweifellos der ungewöhnliche Wettergang, der in letzter Zeit durch hohe Temperatur und übermäßige Niederschlagsarmut die Entwicklung der Felder außerordentlich verlangsamte. Der durch die ungünstige Witterung verursachte Zeitverlust ist nicht mehr wettzumachen. Die Saaten haben im allgemeinen nicht den normalen Stand ihrer Entwicklung erreicht. In tiefer gelegenen geschützten Lagen ist die Frühjahrssaat erst jetzt beendet, während in höher gelegenen Gebieten vielfach erst mit der- Aussaat begonnen wurde. Da. es an Feuchtigkeit fehlt, befriedigt der Felderstand wenig, doch Hofft man, daß bei. andauernd feüchtem und warmenr Wetter in den meisten Korn- und Mehlfrüchten noch ein Durchschnirtsertrag erreicht werden wird. Frühjahrs weizen hat bisher die-Dürre recht gut überstanden und ist mit einem Mittelertrag zu rechnen. Minder befriedigt Frühjahrsr)oggen, der zumeist schütter uyd niedrig geblieben ist.'Desgleichen steht Frühjahrsgerste niedrig im Halm und weist kleine Aehren auf. Hafer ist infolge Trockenheit schlecht aufgegangen und benötigt ebenfalls dringend Regen. Auch den Kartoffeln hat die> anhaltend trockene Witterung geschadet. Die Felder weisen keine erheblichen Fortschritte auf. Für die Frühkartosselernte dürfte das voraussichtliche Ergebnis infolge dieses Umstandes kein sehr gutes sein. v Das ^Aussehen. der Z u ck e r r ü b e, die rechtzeitig angebaut wurde, Und deren Kultur bald vollständig beendet sein düxfte (die erste Hacke ist gegeben und bin großer Teil der Fläche schon vereinzelt), konnte bis vor kurzem trotz Mangels an Feuchtigkeit ein recht gutes genannt werden. Heute bieten die Rübenfelder ein klägliches Äild, da die aussprossenden' Blätter durch die hohe Wärme vertrockneten. Außerdem treten hie und da Schädlinge aus (Larve des schwarzen Aß- und Buffelkäfers). Sollten die stark ausgetrockneten Böden binnen kürzester Zeit keinen ausgiebigen, lange anhaltenden Durchregen erhalten.(40 bis 60 Millimeter), wird auch das Ernteergebnis ein ziemlich unsicheres sein. Das Ausbleiben reichlicher Feuchtigkeit hat , auch die Wiesen im Wachstum stark behindert, so daß der F u t t e.re r t r ag (erster Schnitt) kaum die Hälfte des vorjährigen erreichen dürfte. . Die .Hu l se n frü ch t e zeigen bis auf die Erbse, die stellenweise ziemlich fortgeschritten ist, keine günstige (Sr lung. Schuld trägt auch hier die andauernde Trockenperiode, so - daß nur eine Untermittelernte, zu erwarten ist. Die Ob st arten (Kirsten) haben stark abgeblüht, doch steht zw befürchten, daß. M - gut , . angesetzten Früchte einschrumpfen und abfalleil, falls nicht ehebaldigst ausgiebiger Regen einsetzt. Kredit und Noteuprcsse. Wir müssen unser Haus bestellen, wie es eben geht und so schwer es Uns auch gemacht wird. Wochenlang hatten wir zu dem Empfange der Morgan-Delegiertcu gerüstet, die uns den großen, den heißersehnten Kredit mitbringen sollten. Aber der Oesterreicher denkt und Frankreich lenkt. Man hatte geglaubt — und auch die Amerikaner gaben sich dieser Täuschung hin —, daß es möglich sein werde, die österreichische Anleihe von der deutschen zu trennen, und daß man sich mit den Franzosen wegen einer Herabsetzung der deutschen Reparationsschuld rasch einigen werde. Aber man hatte die Hartnäckigkeit Frankreichs unterschätzt und so hat sich für die Hauptexperten Morgaus die Notwendigkeit ergeben, länger als vorgesehen in Paris zu verweilen. So kommt denn nur ein Vertrauensmann Morgans nach Wien — es gilt die gehorsamen und geduldigen Oesterreicher nicht allzusehr zu enttäuschen, sie vielleicht vor der drohenden Verzweiflung zu bewahren. Er bringt einen Fragebogen mit, dessen Beantwortung die Grundlage für weitere Kreditbesprechungen bilden soll. Dem vorgestrigen Ministerrat, auf den die Erklärung über den günstigen Stand der. Kredit aussich ten folgte, war bereits jene Reduzierung der Morganschen Delegation auf Mr. Kong und Morgans Sekretär Vorgelegen, x Inzwischen hat Finanzminister Segur seine in der vorigen Woche angekündigte Einbringung neuer Kreditermächtigungsvorlagen nur zu rasch wahr gemacht. Aus den 78,4 Milliarden sind 220 Milliarden geworden — fast eine Biertelbillion. Mit mehr als einem Billionendrittel — so viel beträgt unser derzeitiger Notenumlauf — haben wir bisher vorlieb nehmen.müssen, jetzt nach der wahnsinnigen Devisenhausse und der Verpulverung des englischen Kreditvorschusses hat sich diese breite aber sehr dünne Notendecke als zu kurz erwiesen. Es werden über 220 Milliarden angeheftet werden müssen und dabei ist es noch fraglich, ob sie genügend Wärme und wie lange auszustrahlen vermag. Denn es unterliegt keinem Zweifel, daß die Viertelbillion rasch in der Notendruckerei zu Papierkronen umgewandelt werden muß. Das ist die erste Maßnahme des neuen Kabinetts; es steht allerdings unter dem unwiderstehlichen Zwange der Kassenleere, bei dem und, mit dem ein Regieren unmöglich ist. In der Aüsgabenwirtschaft kann vorläufig der neue Fiuanzminister keine neuen Wege «beschreiten, die Zahlnngsverpslichttmgen des Staates, die Leistungen an seine Beamten müssen erfüllt werden. Bis der große Kredit, auf den der Ocsterr'eicher alles gestellt hat, Erfüllung findet. Und da alle Eventualitäten in Erwägung.gezogen werden müssen, werden auch neue Finanzmaßnahmen angeknndigt. Sie können nur als Steuern greifbare Gestalt, annehmen, den Ausgaben soll irgend ein Gegengewicht geschaffen werden. Ein volles ft - hgewicht — darüber gibt sich auch die neue Regierung k 'Täuschung , hin — wird sich nicht erzielen lassen. Sechshundert Milliarden soll-nach offiziösen Schätzungen bereits daS T. ft.t betragen. Durch welche Künste wird sich verhindern lassen, daß das Defizit von 600 Milliarden nicht nqch höher anschwillt? Die Steuern werden — das lehren alle bisherigen Erfahrungen — überwälzt werden und ihr Effekt sowie der der rastlos arbeitenden Notenpresse wird sich in einer weiteren Entwertung der Krone fühlbar machen, bis wir bei der Billion angelangt sein werden. Es sei denn, daß uns Morgan herausreißt. Sind das die neuen Ideen einer Regierung, die sich berufen fühlt, das Heil zu bringen? t Jüdischer Karrfmarmstaq in Lemberg. Lemberg, 8. Juni. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".)» Am 5. d. fand im Saale des Wiener Kausniännischen Vereins ein aus 30 Ortschaften Ostgaliziens beschickter- Delegiertentag der jüdischen kaufmännischen Organisationen statt. Den Vorsitz führte Gemeinde- und Handelskammerrat Moriz Rappaport. Dr. Wasser referierte über die Notwendigkeit der Gründung einer Zentrale zwecks Währung der Interessen der jüdischen Kaufmannschaft, worauf Dr. S o m m e r st e i n in einem gründlichen Referat die schweren Verhältnisse behandelte, unter denen gegenwärtig die jüdische Kaufmannschaft im Lande zu leiden hat. Redner verwies vor allem auf die drückenden Bestimmungen des Gesetzes über die-Sonntagsruhe, wie auch auf die verheerenden Wirkungen der Rozwoj-Agitation und legte eine Reihe> von Resolutionen vor, in denen die Notwendigkeit der Schaffung jüdischer Kreditgenossenschaften auf kooperativer Grundlage festgestellt und an die Negierung die Forderung gerichtet wird, ehestens eine Novelle zum Gesetz über die Sonntagsruhe zu erlassen. Im Sinne dieses Referats wurde auch eine Resolution an den Joint zwecks Beschleunigung der Wiederaufbauaktion angenommen. Inanspruchnahme der Notenpresse in Ungarn. Buda« P e st, 8. Juni. Der Landesfinanzrat befaßte sich in seiner heutigen Sitzung mit der Finanzlage und den Bedürfnissen des Staatshaushaltes. Der Senat ermächtigte den Finanzminister, jene Bedürfnisse, die aus den ordentlichen "Einnahmen nicht gedeckt werden können, im Wege eines beim staatlichen Noteninstitut zu behebenden Darlehens zu decken. In Anbetracht der Finanzlage halt der Senat die Beobachtung der strengsten Sparsamkeit für dringend geboten und empfiehlt daher, daß' die Natnralverpflegung ausdrücklich aus den Kreis jener Staatsbürger beschränkt werde, für die auch in bezug auf andere Bedürfnisse der Staat zu sorgen habe. Zentral-Europäische Länderbanü Die österreichische Regierung hat der Zentral-Europäischen'Länderbank in Paris die Bewilligung zur Fortführung ihres Geschäftsbetriebes in esterreich erteilt. N unmehr tritt die österreichische Repräsentanz der genannten Bank in Funktion. Zu Repräsentanten wurden in dep außerordentlichen Generalversammlung vom 28. .Jänner 1922 gewählt die Herren: Vizepräsident und geschäftsführender Verwaltungsrat der Gesellschaft Markus Rotier, Berwaltnngsrat Maximilian Kraus, Direktor Emil Freund und Direktor Claude de Seze. In die Direktion wurden berufen, beziehungsweise in ihrer Funktion bestätigt die Herren: Dr. Murad Agiman, Viktor Bergler, Dr. Siegmund Breuer, Moritz Viktor Eichner, Siegmund Epler, Karl Fiedler, Ludwig Fischer^ Stephan Ritter von Gal a t t i, Maximilian Prager, Henry Reuter. Ferner wurden bestätigt, beziehungsweise ernannt: zu Titular-Direktoren die - Herren Gustav Bellak und Hermann S'ch n e.k, zu Direktor-Stellvertretern die Herren Doktor Sergius D u b r o w i t s ch, Artur Fuchs, Paul Fuchs, Oskar Grün, Stephan Hajek, Lothar Hamburger, Paul Lichtenstern, . Moritz Meisel, Ernst Natzler, Siegmund Nona, Hans Specht, Hans Schwarz, Eduard Str-autz. Die bisher mit der Prokura betrauten Funktionäre werden die Firma der hiesigen Niederlassung in unveränderter Weise zeichnen. Die Handelsvertragsverhandlungen mit Ungarn. Dis ungarisch-österreichische Wirtschaftsorganisation hielt dieser Tage unter Vorsitz " des Geheimrates Alexander von M atickoVits eine Sitzung ab, in welcher Staatssekretär Zsombor über die Verhandlungen Ungarns' und Oesterreichs, den neuen Handelsvertrag betreffend, berichtete. Cr unterbreitete auch die Details des zwischen Ungarn und Oesterreich auf Grund des Vertrages von Venedig geschlossenen Abkommens. Ueber den neuen autonomen Zolltarif referierte Dr. Namenyi. Die bezüglichen Wünsche der Interessenten werden an die kompetente Stelle geleitet und auch dem Wunsche Ausdruck verliehen, den Handelsvertrag .mit Oesterreich noch vor Jnslebentreten des neuen autonomen Zolltarifes für Ungarn abzuschließen. Der Verband tritt für ehebaldigste Wiederherstellung reger Handelsbeziehungen mit den Nachbarstaaten ein und veranstaltet demnächst eine Enquete in Angelegenheit der den Verkehr und Transport hemmenden Uebelstände. Zwecks Abhilfe werden an kompetenter Stelle die nötigen Schritte unternommen. Gründung einer italienischen Handelskammer in Wien. Ueber Einladung des italienischen Gesandten in Wien, Luca Orsini Baroni, und des itaftenischeu Handelsattaches, Cav. Franco Pietrabissa, versammelten sich gestern in einem Saale der italienischen Gesandtschaft viele Vertreter der Industrie, des Handels und der Banken Oesterreichs, die an der Besserung der , wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen zwischen. Italien und Oesterreich interessiert sind, um die Frage der Gründung einer italienischen Handelskammer in Wien zu besprechen. Es waren n. a. erschienen: Hofrat Pisior in Vertretung der Wiener Handelskammer. Cvmw.endaiore Scaramanga in Vertretung der Triesier Handelskammer, Senaroc Baron Vai'criano Malfatti, Direktor Hu-o Marcus vom Wiener Bankverein. Präsi-