Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1205 (9.6.1922)
- Date
- 1922-06-09
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980285--11342-2997785- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
' Seite 6 Dien, Freitag y '/ D o l k s b i l d u n g im Te ch n i s ck e n M u s e u m. Samstag Len 16. d.. 3 Uhr nachmittags, Führung „Dis Zucker- Irrzeugung'' von Ingenieur F. Sedlacek. 'Sonntag den 11. L.. 10 Uhr vormittags, im großen Körsaal Lichlbildervortrag „Die 'Großleistungen unserer heutigen Kraftmaschinen" von Oberbaurat Ingenieur K. Tindl. Sozialpädagogische Gesellschaft. Freitag den 9. d.. 7 Uhr. Anatomisches Institut. IX.. Währi'ngerftraße 13. Präsident Dr. Edmund W e n g r a f „Die Presse als Erzieherin".' Oftafiatilche Ausstellung. Samstag den 16. pünktlich 4 Ukr nachmittags. ' findet im Oesterreichischen Museum.!.. Stubenring 5, die letzte Führung durch die ofiasiatikche Slusstellung statt. Leituni Frau Dr. Melanie S t i a ß n y. Teilnehmenahl beschränkt. Karten & 200 K. per Person beim-Variier, I.. Stubenring 5. Die Ausstellung wird am Mittwoch den 14. d. geschlossen. Ernährung. Der Märktbericht. Die unerschwinglichen Fleischpreise. Tie Situation auf dem Fleischmarkte hat gestern eine weitere Verschärfung erfahren. Die Wirkungen der letzten sprunghaften Preiserhöhungen auf'dem Lebendviehmarkte in St. Marx und auf dem Borstenviehmarkte traten im Groß- und Kleinhandel in der Großmarkthalle weiter in Erscheinung. Es tztzxteuerten sich im Engvosverkehr Rindfleisch um 700 St., Kalbfleisch um 300 K.. halber uni 300 K., Schafe um 300 K., Schweine um 400 K., Speck um 100 K., Ziegen um 50 K. prv Kilogramm. Im Kleinverkauf wurden teuerer: Rindfleisch um 600 K., Kalbfleisch um 200 K., Schweinefleisch um 400 K., Speck um 400 K., Schmalz nt 1000 K. pro Kilogramm. Die Erhöhung der Fleischpreise ist eine Folge des rapiden Ansteigens, des Dollarkurses. Don auswärts, waren fünf Wagenladungen mit verschiedenen Fleischgattungen angekommen. Die Vorräte reichten weit über den Bedarf, da der Absatz sehr gering ist. Besondere Nachfrage herrschte nach dem amerikanischen Gefrierriudfleisch, um das sich die Leute trotz der neuerlich eingetretenen Preiserhöhung stundenlang anstellten. Da jedoch die Vorräte knapp sind, mußte verfügt werden, daß kein Käufer mehr als ein Kilogramm. kaufen kann. In der Großmarkthalle galten gestern im Kleinverkauf folgende Preise für ein Kilogramm: Vorderes Rindfleisch mit Zuwage 3800 bis 5400 K., hinteres mit Zuwage 4000 bis 6000'. K., Bratenfleisch 4400 bis 7000, Kalbfleisch 3600 bis 5600 ^Kronen, Schweinefleisch 3600 bis 6000 K., Selchfleisch (Schinken) 5400 bis 7000, Speck 5200 bis 5400 K., Schmalz 4200 bis 5200 K. ' Auf den Grünwarenmärkten, die reichlich beschickt sind, ist der Verkehr infolge der hohen Preise gleichfalls ins Stocken geraten. Der Großhandelspreis für Kirschen bewegte sich heute zwischen 800 und 906- K. für ein Kilogramm. Der noch immer nach aufwärts gerichteten Tendenz der Eierpreise sucht man dadurch zu begegnen, daß die neue Regierung strenge Maßnahmen gegen die Ausfuhr derEier ins Ausland plant. Außerdem soÜ das bisher bestehende Ausfuhrverbot aus den Bundesländern nach Wien aufgehoben werden, um so eine bessere Beschickung der Märkte mit inländischer Ware zu erzielen. Ausfuhr von Frühobst und grünen Erbsen aus Ungarn. Wie die Handelskammer mitteilt, hat das ungarische Ackerbannnnisterium die Ausfuhr von heurigen Stachelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen und grünen Erbsen sowie von jungen Zwiebeln bis zum 20. d. freigegeben. Diese Waren dürfen gegen den Erlag der Ausfuhrgebühr ohne Bewilligung' ausgeführt werden. Die Ausfuhrgebühr beträgt für Kirschen 1000 .ung. K., Johannisbeeren 500 ung. K., frische Zwiebeln 800 ung. K. und grüne Erbsen 500 ung. K. für 100 Kilogramm Vollgewicht. Stachelbeeren 500 ung. K. x Bühne und Knust. Operirtheater. Lange nach Chopins Tänzen ist nun auch Schumanns „Earnav a I" opernfähig geworden. Otto Singer hat die kleinen Szenen mit kundiger Hand — vielleicht nicht immer genug leichtflüssig — instrumentiert und Kapellmeister Alwin führte den Dirigentenstab, ohne alle Zierlichkeiten, Drollerien und Koketterien aus der Musik herauszuholen. Schon der prunkvolle Rahmen des Opernhauses scheint das Filigrane dieser Musik zu beschweren,, die sich etwa im kleinen Akademietheater mit seiner intimen Bühne viel heimischer fühlen müßte. Auch die bunten Kontraste der Szenen kamen im Orchester und auf der Bühne trotz der reichen Farbensymphonie der von Otto. HaasHehel entworfenen geschmackvollen Kostüme, trotz der wechselnden Lichteffekte nicht recht zur Geltung, und im Marsch der Davidsbündler gegen die Philister spürte man kern Sturmzeichen einer neuen Zeit. *' Ein gut Teil von Schumanns Jügendleben und Jugendlieben ist in diesen Miniaturbildchen eingefangen. Die -Melodien, die sich rund um die Noten „a —es — c h" gruppieren, verweisen auf das böhmische Städtchen „Asch", die Heimat seiner Jugendliebe Ernestine von Fricken; sie ist die „Estrella" des Carnavals, während unter „Chiarina" seine spätere Gattin Klara Wieck gemeint ist. Auch „Florestan" und „Eusebius" erzählen von Schumanns eigener Jugend. Ein echt Schumannischer „Chopin", ein überhitzter „Paganini" geistern durch das Stück, Pierrot und Harlekin, Pantalon und Columbine sorgen für allerlei Faschingsschwank, in den sich eine Erkennungsszene, ein Liebesgeständnis und eine Promenade wohl einfügt. ■ Es ist beinahe schade, daß diese einzig schöne Klaviermusik, der Schumann selbst „durchaus keinen Kunstwerk" zuschrieb, nun in der^SWMoPer getanzt wird imb. damit Wiener Morgenzeilung an höchster Kunststelle die Legion der „getanzten Tonheroen" nvch vermehrt wird. Immerhin hat damit die Staatsopcr noch knapp vor Schluß der Saison, deren dürftiges Ergebnis bisher „Kuhreigen" und „Josefslegende" waren, eine Premiere herausgebracht, die dem Publikum sehr gut gefiel. Die Damen und Herren des Balletts und Ballettmeister Heinrich K r ö l l e r waren Gegenstand herzlichster Beifallskundgebungen. flb. Aus den Theatern. Im Bur gthe ater wird morgen „Coriol o n u 5* gegeben. Im Operntheater geht morgen o t r e Dame“ in Szene. Dr. Richard 6 t r a rr ß unterbricht seinen Urlaub und wird die Saiomevorskellung am Sorniog den 11. d. im Opernkheaier dirigieren. Die Besetzung der Kaupirollen ist folgende: Salome — Frau Kammersängers Ieriha; .Merodes .— Herr Kofer: Kerodias —- Frau Kammersängerin Weid!; Iochcmaan — Herr Ierger. Im Redoutensaal der Kofbüra wird morgen«DerBarbier von Sevilla“ gespielt. Im Den t s ch c n V o l K s k b e o t e r beginnt die Kenttge (frstauffl'ihnmg von Leo Tolstois Drama ,.D e r lebende Leichnam“ mit Alexander Mo ssi als Fedia pi'mklllv um 7 Ukr. Zu spät Eingreifende könnten erst nach dem ersten Bilde zu ihren Sitzen gelangen. In der Bolksover brendet morgen Sig'smrmdo Sa'cechi sein Gastspiel als Mirakel in ,-tf o f f m o n n s E rz 8 k 1 i, n g e n". Als K-ossmann a siliert Kein Anion Ludwig vom.Nationallheaier m Münchfn. Dirigent Herr Schwa-.u Beginn '/.*UI)r.. — Mittwoch den 14. d. wiederholt das Künstlervaar Iosma Selim-Dr. Ralpk Benaizkn sein Gastspiel in der Konzerieiniaae der „F l e d e r in a n ^'--Aufführung. Im Johann S t r a u k' T k e a t e r gi-lanot Keule ..D er Overnbal r‘, Overetle m drei Akien von V'KIor Leon iwtf Keinri b Waldberg. Musik von Richard Äeubergcr zur Erstaufsührung. Ansang s/.ß Uhr. Im Rai mnnd-Tke ater aelangt heule Georg Kaisers ,.K a n z l i ii K r e k lle r' mit Kor> Forest. Robert Marlik und Emmy Förster in dem Kauptrollen zum sietz'en Mal zur Darstellung. In der Renaissance »Buk ne gelangt bis Montag den 12. ü.. allabendlich 1/28 Uhr, „D e r W e r w o l f". Samstag den 10. d.. '/»3 Uhr nachmittags, „F l achsmann a l s E r z i e h e r'' zur Aussrchrung. Max Paulfen hat bekanntlich der Direktion des Burgiheaters sein Entlassungsgesuch überreicht. Neuerliche Vcrharrdlungen der Burgtheaterleitung hatten zum Ergebnis, daß Herr Paulfen als Schauspieler und Regisseur dieser Bühne erhalten bleibt. Max Reinhardt wird, wie Berliner Blätter melden, seinen Wohnsitz im.kommenden Herbste nach Wien verlegen. Es wurde ihm angeblich eine ständige Wohnung im Schönbrun n e r Sch l o s s e eingeräumt. Fritz v. Unruhs „Stürme", das jüngste Werk des führenden deutschen expressionistischen Dichters, gelangte am'Darmstädter Landestheater zur Uraufführung. Es zeigt an dem Beispiel eines jugendlichen Fürsten, der sich selbst, der Herrschaft nicht gewachsen fühlt, daß unsere Epoche Vorbereitung und Läuterung bedarf,- ehe -die chaotische Gegenwart eine neue Kultur aus sich hervorbringt. Die Sprache ist glühend und feierlich, jedoch von Arabesken überwucherte Jedenfalls das Werk eines Dichters, merkwürdig bei Unruh jedoch die Resignation. Kunstfreunde und Theaterleute aus allen Teilen Deutschlands wohnten der Uraufführung bei, die einen Achtungserfolg hatte. - , Die Salzburger Festspielhaus-Gemeinde teilt mit: Der Kartenverkauf für die Salzburger Festspiele hat, wie bereits gemeldet, an allen Verkaufsstellen, in Wien an kr Kasse der Konzertdirektion Gutmann, 1. Bez., Kärntnerring 3, 'begonnen.. Tie Eintrittspreise müssen mit Rücksicht auf den internationalen Charakter der Salzburger Festspiele und die für die Salzburger Festspielhaus-Gemeinde sich ergebenden Verbindlichkeiten in ausländischen Valuten jeweils den für den Verkauf in den ausländischen Verkaufsstellen geltenden Preisen angegltchen werden und betragen für Oesterreich ab 7. d. bis auf weiteres in der Kategorie A 60.000 K., in der Kategorie B 40.000 K., in der Kategorie C 30.000 K., in der Kategorie D 20.000 K. und in der Kategorie E 10.000 K. Bereits gekaufte und behobene Karten behalten auch bei nachfolgenden Preisveränderungen prinzipiell ihre Gültigkeit. Der Lemberger jüdische Musikverein. Unser Lemberger Korrespondent schreibt uns: Vor zwei Jahren trat eine kleine Schar jüdischer Musikfreunde an die Aufgabe, heran, einen jüdischen Musik- und Gesangsverein in Lemberg zu gründen, was unter den gegebenen Verhältnissen ein schwieriges Beginnen war. Trotz der leider geringen materiellen Hilfe-. leistung seitens des jüdischen Publikums entwickelte sich , diese künstlerische Vereinigung dank der Opferfreude und Ausdauer einiger weniger Kunstfreunde in dieser kurzen Frist außerordentlich. Der jüdische Musikverein hat sich in der muss- - kalischen Oeffentlichkeit Lembergseinen hervorragenden Platz gesichert und seine bisherigen Veranstaltungen waren geradezu künstlerische Ereignisse, was auch die gesamte polnische Kritik würdigte. — Bisher wurden 13 Symphoniekonzerte von dem siebzig Mitglieder zählenden Orchester unter -der hervorragenden Leitung seines Dirigenten Dr. Hermelin der-- anstaltet. Sie bilden mit den.vier Gesangskonzevten, die Prof. F a i w i s z i s leitete,. eine erfreuliche, und für die spätere Wirksamkeit des Musikvereins verheißungsvolle. Bilanz. Besonders hervorzuheben ist ein Tempelko.nzert, welches glanzend gelang. Auch das jüngste, am 5. Juni im. Lemberger Musikvereinssaäl abgehaltene Orchesterkonzert, dessen Programm.Mendelssohn, Brahms und Richard Wagner um-, faßte, hatte großen künstlerischen Erfolg. — Auf Anregung -des jüdischen Musikvereins, an dessen'Spitze seit der Abreise des Herrn Dr. Buch st ab nach -Palästina Herr Alfred .P.l.yh n verdienstvoll sicht, w'.'.rde letzthin ein Verband alm jüdischen Musikvere ine unseres Landes ins Leben gerufen» 9. Juni 1922 . Mt. 1205 Das jüdische Lied. Die schönsten Lieder der Ostjuden to)>* Kaufmann, F “litt und anderen, für Klavier und Gesang gesetzt, sind in großer Auswahl in der Buchhandlung R. Lotvii (Dr. Präger), 1. Bez., Rotenturmstraße 22, eingetrofsen. Gerichtssaal. Was die Hakenkreuzler treiben! .Einen tiefen Einblick in das verbrecherische Treiben der Hohenzollernanhänger und Pogromhetzer gestattete eine Verhandlung, welche gestern vor dem Bezirksgericht Josefstadt (Richter Oberlandesgerichtsrat Dittmann) stattfand. Gegenstand des Prozesses bildete die Klage des Nationalverbandes deutscher Offiziere, Landesleitung Deutschösterreich, vertreten durch den Obmann Rechtsanwalt Dr. Erwin Gemeiner gegen Frau Josefine Kaps wegen Räumung von zwei Wohnzimmern, die der Beklagten vom Schutzverband deutscher Kriegsteilnehmer im evangelischen Diakonissenhatise, 8. Bez., Langegasse 13, untermietet wurden. *Die Beklagte, vertreten durch Dr. Leopold P l a s ch k e s, erklärte, der Schntzverband deutscher Kriegsteilnehmer habe im August 1919 ihre zwei Zimmer und dem Nationalvercin deutscher Offiziere ztvei andere Räume in llntcriniete gegeben. Dieser Verein, eine Hakenkreuzorganisation unter Leitung des ehemaligen Generals Kraus, habe in seinen Zimmern ein großes Waffenlager eingerichtet. Im April 1920 habe der Verein, weil die der Beklagten gehörigen Zinimer für die Einlagerung von Waffen utld Munition günstiger Mienen, für drei bis vier B-.onate seine Zimmer mit denen der Kaps vertauscht und dort unter Leitung der Obersten Legat, Herrl r n g e r, B u l c y tlsw. Maschinengewehre, Ekrasiipatroneu, Handgranaten, Gewehre, Stahchelme, Munition verschiedenster Art eingelagert, tim sie für Putsch- und P o g r o mzwecke bereitzustellen. So ging es bis März 1922. Die damals verständigte Polizei fand keine Waffen vor, weil die Pogromisten von einem bei der Polizeidirektton eingeteilten Mitglied rechtzeitig gewarnt waren. Als später Oberst Herrl.inger, der jetzt als Staatsbeamter im Dienste der.'Republik steht — er dient als Streckenmeistcr bei der Westbahndirektion — unter dem Vorgeben, Nahrungsmittel einzulagern, wieder große Mengen Waffen und Munition brachte, weigerte sich die Kaps, ihre Räume weiter beizustellen, besetze vielmehr i h r e Z i tn m e r wieder und überließ es dem Oberst und seinen Genossen, sich der übrigen Räume zu bedienen. Der. Klagevertreter wußte auf die Darstellung des Beklagtenvertreters Dr. Plaschkes nicht ein Wort zu erwidern, sondern meinte nur, man möge tiicht Politik in den Verhandlungssaal-tragen, die Waffenlager gehen der Kaps nichts am Zur Ladung der Zeugen Julius Zankl, Obersten Buley, Herrlinger, Legat, Sabs-Samaden und zur Vorlage der Protokolle über die Waffeneinlagerung wurde die. Verhandltlng vertagt.... Die ErMvrÄUN^ Grzbergers, V.or dem Schwurgerichte in Osfenburg wird jetzt der Mord an Erz b erg er erörtert. Der Kapitänleutnant von Killinger hat sich wegen Beihilfe zum Morde zu verantworten. Die eigentlichen Mörder, Hauptmann Schulz und Oberleutnant zur See a.. D. Heinrich T i l l e s e n, sind noch nicht verhaftet. Im Verhör mit dem Angeklagten, kam die .Geheimorganisation „C" zur Sprache, die in München ihren Sitz hat. Als Ziel dieser Organisation werden in den Satzungen Weiterverbreitung des nationalen Gedankens, Bekämpfung jeder andersnationalen Bewegung und des Judentums angefiihrt. Kennzeichnend ist die Feststellung, die der Angeklagte selbst machte, daß -das Geld für die Erhaltung der Geheimorganisätion aus Industrie kr eisen stammt, ein Beweis mehr, daß die Industriellen, vor allem die Schwerindustriellen, die gegen den Bestand der Republik gerichteten reaktionären Umtriebe aufs tatkräftigste fördern. In der heutigen Verhandlung des Prozesses wegen der Ermordung Erzbergers wurden Tatzeugen vernommen, insbesondere der Kutscher Emil Mayer, der die Täter unmittelbar vor der Tat gesehen hat und dem sie ausgefallen sind. Polizeibeamte machten Mitteilungett über ihre Ermittlungen am Tatort, Der Angeklagte Killinger verhält sich nach wie vor allen Vorhalten gegenüber leugnend. Er erklärt, von dem Attentat erst durch öie Zeitungen erfahren-zu haben. Mit Schulz und Tilessen sei er Wohl bekannt, aber nicht befteundet. Auf die wiederholte Frage, woher die Organisation „C" das viele Geld genommen habe, um Angestellte zu bezahlen, weiß er nichts zu antworten. Die Drohung mit der Feme in den Stattiten gegen Verräter erklärt er für eine reine Formsache. Auch heute wurden Briefe verlesen, die den Angeklagten belastet! und seine Angaben unglaubwürig gestalten. Er erklärt aber, diese Briese seien von anderen geschrieben worden und nicht von ihm. ' Aus dein Obduktionsbefund der Leiche Crzbergers geht hervor, daß Erzberger, als ihn die Mörderkugeln trafen, bereits schwer krank war und nur noch kurze Zeit zu leben gehabt hätte. Er war leber-, nieren- und herzleidend. Die Sterrerbegiinstigung für fchaftliche WarenhäRser. Eine für genossenschaftliche Verkaufsvereinigungen, wichtige Entscheidung hat der B e r w a l t u n g s g e r i ch t s h o s gefällt. Die Zentrallager- und Verkaufsgenossenschaft der Vereinigten Tischlermeister Wiens brachte gegen das Bundesministeriunt für Finanzen beim Verwaltungsgerichtshos eine Steuerbeschwerde ein, weil sie bei der Stenerbemessnng nicht als begünstigte Genossenschaft im Sinne des Personalsteuergesetzes behandelt wurde. Die Steuerbehörde war nämlich von der Ansicht ausgegangen, ein derartiges genossenschaftliches Unternehmen auch als Produktivgenosscuschast anzusehen, weit es sich nicht nur auf den Verkauf beschränke, sondern die zum Verkauf 'gebrachten Gegenstände auch produziere. Demgegenüber 'machte der AnlvM M Revifionsverbandes LMMiHer. ErweMnutz i \ 3aaamaaa