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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-04 · Heft 1201 (4.6.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1201 (4.6.1922)
Date
1922-06-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Lanken werden» sw/zu welchem^ PreM..imMp. loszuwerden. An Versteigerung sei gar nicht zü denken/ La erst der Katalog nachgedruckt. werden müßte und auch spnst der Verkauf sehr übel aussallen dürfte» da die radbinische Literatur ganz darnfederliege. „Unsere Orientalisten gehen nicht bis zum Rabbinischen, sondern halten sich an die hebräische Bibel und ein bißchen Chaldäisch." Aber den Kuratoren -wird trotzden; noch - immer nicht geholfen. Ein Jahr später ruft Hartmann in der" „Leipziger Lit.-Zeitung" aus: „Möchten , doch , echte Gelehr-. samkeit befördernde Männer, wie Prof, Wilken (Berlin), Gesenius (Halle) und die Herren RoseumüÜer und Winer (Leipzig) die genannten wissenschaftlichen Schätze, die für den Preis von IW Stück Friedvichsdor erreicht werden möchten, den an ihren Orten befindlichen Universitätsbibliotheken zuzuwenden eilen, damit diese Schätze für eine deutsche Universitätsbibliothek ge- , rettet werden, ehe sie ins Ausland wandern^ oder zur ewigen Einkerkerung verdammt werden. Die Bibliothek wäre jetzt für / 1000 Friedrichsdor zu haben! . .." Man bot in Berlin — 2000 Thaler'. . .. . . Wir"nähern uns jetzt dem Ende der Leidensgeschichte, der Bibliothek. Im Jahre 1826 war die Sammlung bei dein Antiquar Schwarmstedt ausgestellt, ein nach Fächern geordneter Katalog der Bibliothek war erschienen und es wurde erklärt, daß, wenn innerhalb eines Jahres kein Käufer für. das.Ganze käme, eine Auktion stattfinden solle. Noch einmal hatten Juden, Universitäten und Fürsten die Möglichkeit, die Bibliothek' für Deutschland zu retteM.David Fried.lander —^ der Freund Mendelssohns, der auch zu Goethe in freundlichen Beziehungen gestanden —- will eine kleine Aktiengesellschaft gründen, um mit gemeinsamen..Kosten die Bibliothek zu erwerben. Er zeichnet mehrere Aktien a 50 Thaler, aber er findet nur wenige Teilnehmer. Leopold Znnz will -7der letzte Versuch — den reichen Jakobsohn, der Sinn und Verständnis für ideale Bestrebungen hat, bewegen, die Biblio-'/ thek zu erstehen; er sucht ihn auf und findet ihn als — Leiche. Das Schicksal hatte entschieden. Die Bodleyana bot 9000 Thaler und erstand die in ihrer Art einzige, heute einen unermeßlichen Reichtum repräsentierende Bibliothek. Sie bildet jetzt einen Stolz Englands.' Cs wäre nicht uninteressant, zu wissen, wie viele Bücher und Handschriften die. Sammlung enthält, von denen jedes einzelne Stück den Preis, von 9000 Thalem übersteigt. G. Emann. Der »eue Iointdireb.tor für Europa. Wie uns auL Ne>o-Hor! berichtet wird, hat die Direktion des American Joint Distribution Commitee den bisherigen Direktor für die Aufbauarbeit in Europa, Alexander Landesco abbernfen und an seine Stelle den Bank- ' direktor G. Robinson zum Direktor des Jointwerkes' für Europa ernannt. Der neue Jointdirektor stammt aus hem Bankfach, auf welchem Gebiete er sich als»Organisator besonders hervorgetan hat. Uyber Auftrag des Schatzamtes der Bereinigten Staaten organisierte ep seinerzeit die Federal Land Bank, deren Präsiden er von 1917 bis 1919 war. Cr war nüch der Organisator, devkjüdischen landwirtschaftlichen Kreditgenossenschäften in den Staaten New-Aork, New-Jersy, Coneetcut und Massachusetts.. Robinson ist der Autor des Gesetzes über die Kreditgenossenr schäften für den Staat New-Dork und war längere Zeit Direktor der jüdischen Hilfsorganisation für Landwirtschaft. Direktor Robinson arbeitet bereits seit Jänner-d. I. in der europäischen DirBtion des Joint, seit Welches Zeit er sich^ ohne Entgelt dem Studium des Wiederaufbaues der! durch den Krieg .heimgesuchten und von Juden bevölkerten Ländern und Städten befaßt. allgemeine Krankheit sei, hervorgerufen durch die Zuchtlosigkeit gewisser Zellengruppen, die durch die innere Sekretion und durch das Regulieren der Nerven nicht mehr in normaler Weise' erhalten werden. Diese Behauptung bedürfte noch der Beweise. Diese wurden von zwei Wiener Forschern, Freund und Kamin er (Wiener Klin. Wochenschrift 1912. Seite 378) erbracht. Sie stellten fest, daß sich' im Blutwasser und in dem Gewebe gesunder Personen eine Substanz befindet, durch welche die Krebszelle zerstört wird. Der Versuch läßt sich in einem kleinen Tubus ausführen, der während . 24 Stunden im Trockenraum aufbewahrt wird und in dem sich die Mischung vom Serum eines gesunden Menschen und von darin aufgehängten Zellen, einer bösartigen . Geschwulst befindet. Man bemerkt bald, daß diese Zellen sich auflösen und verschwinden. Das Serum und die Gewebe krebskrarcker Personen dagegen üben diese Wirkung nicht aus. Dadurch wurde ein Mittel geschaffen, zu eäennen, ob eine anscheinend gesunde Person krebskran? oder für Krebs enrpfänglich ist. Je jünger die betreffende Person, desto wirksamer ist das Serum gegen die Krebszelle. Dies erklärt auch, nebenbei gesagt, die mit den: fortschreitenden Alterstets zunehmende Häufigkeit der Krebsfälle. Die praktffche Folgerung aus diesen Erfahrungen besteht darin, daß man sich zuerst einer Reaktion bedienen kann, um die Krankheit, noch ehe sie sich in Form einer Geschwulst äußerte rechtzeitig zu erkennen. Es. bestehen schon , einige dieser reagierenden Mittel; das eine verdanken wir dem berühmten Schweizer Biologen Abderhalden, ein anderes. wurde vor kurzem von zwei französischen Aerztcn. %homas und BineUi entdeckt. Diese Tatsachen sind zweifellos von höchster Bedeutung, denn sie geben uns..die .. Hoffung, daß die- Untersuchung serischer und . biologischer . Reaktionen. von Personen, die über. Vierzig sind, uns erst, wird, erkennen lassen, ob.die Entwicklung ihrer Gewebe keine Störungen aüfweist. Eine genaue Erforschung, der inneren Sekretionsdrüsen, deren unzulängliche oder^ übermäßige. Funktion die Störung Hervorrust, wird da auch am. Platze sein«.Man wird dann nur die Aufgabe haben, den Fehlerder Drüsensäfte zu beheben, um — wer weiß — damit alles in Ordnung zu bringe^ -; Reform der Wirtschaft. des Rechtes und des geistigen Lehenq. - Der -vom 1. - bis 12. d. in Wien tagende An i hr o p os 0phische, Kongreß lenkt' die' Aufmerksamkeit -auf. '-die anthroposophische Bewegung, die in den letzten Jahren unter plleN Kulturvölkern zahlreiche- Anhänger um''sich geschart hat. Die internationale'und interterritoriale Zusammensetzung der anthroposophischen - Tagung - beweist dies. ' Die Anthtopösophett ' gehen von der-Ansicht aus, Laß bje jetzige Weltkrise keine ausschließlich politische öder nur wirtschaftliche sei, sondern eine Krise der gesamten alten Weltanschauung. Sie -lehnen' in, gleichem Maße dsn Materialismus wie einv -nebelhafte Mhstikäb/Sie bekennen sich als Anhänger einer ' V neuen Weltanschauung» aus der heraus alle Gebiete nder Wissenschaft, Kunst-,. Religion, Politik und deS sozialen- LebeNs erneuert werden können, durch die eine Verständigung zwischen, den einzelnen . Völkern von West und Ost angebahnt werben'kann. Die gesamte Zivilisation^ hat den Menschen auf allen Gebieten als Vollmenschen so - weit -'alstnöglich ausgeschaltet,. Anthroposophie betrachtet es nun' als .welthistorische Aufgabeihrer Gegenwartsarbeiw ihn in all die Gebiete wieder zmückzuführen». aus denen er durch die. Entwicklung gedrängte wurde. Ihr Ideal ist. eine beseelte. Naturwissenschaft 'zum Unterschiede von . der. Naturwissenschaft . von Heute, die ein rein mathematisch-mechanisch , gestaltetes Weltbild baut. Dr. Rudolf Steiners Anthroposophie -r.er ist.der Schöpfer und der geistige. Führer der Bewegung — lehrt. , die Kenntnis des /menschlichen Wesens nicht, bloß», wie .'die., moderne Naturwissenschaft dem Leibe nach, sondern, nach. Leib, Seele und Geist. ' ' /• - - :■■ ' . Eine besondere Aufmerksamkeit wendet die anthroposophische Bewegung dem so z i alen Problem zu; ihre Stellung- . nähme ist in dem. bekannten Werke Dr. Rudolf . Steiners „Die Kernpunkte der sozialen Frage" därgelcgt. Im Mittelpunkte seiner, Schrift steht die von ihm vertretene Idee von der , Dreigliederung des sozialen Otganismnsi ' Die Sozialisierung wirdkein Heilungsprozeß, , sondern ein Äurpfuscherprozeß im sozialen Organismus sein. Vielleicht sogar-, ein Zerstörnngsprozeß, wenn nicht 'in die menschlichen Herzen, in die menschlichen Seelen die inst i n kt i v e .Erkenntnis von der Notwendigkeit der Dreigliede-' r u p g des s 0 zial. en Orga n i s m u s e i n z i e h t. Eines dieser Glieder ist, das. W.i r tschaftsl e b e n, das zweite' das . Leben/ des öffentlichen B e ch t e s, das dritte das, g e i st i g e Leben. Der Staat soll ausschließlich Nechts.staät sein mir/dem', Ziele der Verwirklichung der Gleichheit. Er ist des Menschen halber da; nicht umgekehrt.. Seine Eingriffe in das geistige und wirtschaftliche LLbeÜ/Wfljiy/'cvWrch/. Das/ganze.Schulwesen soWsowoU,^r.Kirche wie dem - Staate enkzögen SeWKWNüuttg- ) der Erziehung,. . die.Autonomie Pes .geistiges -Gliedes des-.., .sozialen Organismus in. ihrer Ganze muß realisiert werden. Auch auf .wirtschaftlichem - Gebiete. rM?.was., B e r-st aat l i ch ü n g s-. Prinzip entschieden abzulehneir, .vielmehr muß ,die soziale. Erneuerung. sich .durch Mbernahme des.. Wirtschaftslebens Lurch/die .'S.... . ,. Association der Produkten,' sowie Konsumenten- ' vollziehen. ' Für die Anthroposophen ./ist, das ökonomische Moment ein wesentliches im Löhew'-der ^Wsr; abtt/bs' ist ebensowenig -wie das religiöse oder natwnale/^das einzige Moment. Sie wünschen auf sozialem Gebiete einen Brückenschlag zwischen dem Streben des Jüdividumns nach freiester Entfaltung" und der Staatsidee. In ' - * religiöser Hinsicht //// wollen sie die Verständigung zwischen erhebelldenr, religiösen Empfinden. und.:. wirklicher, nicht in den Materialismus mündender Wissenschaft. ^Was schließlch Las Nationalitäten- Problem betrffst,. fo glauben sie, daß unbeschadet der ünge-, hinderten , kulturellen. Entwicklung der einzelnen Völker schon . mit Rücksicht auf die Weltwirtschaft Jnternätionälität ein Gebot der Notwendigkeit sei; dies sei aber nicht durch politische oder soziale Kongresse zu erreichen, . 'sondern müsse aus einem neuen Geistesleben, das an den Idealismus der Goethe-Zeit^. anknüpft, resultieren. H. .K ' In der gestrigen Börmittagssitzuntz kam die pädagogische Seite der anthroposophischen Bewegung, die in der von Komn^erzialrat Emil Molt .gegründeten Waldorf-Schnle ein Pädagogisches. Mustermstitut besitzt, zür. Besprechung. Die Schule genießt durch die Eigenart - -der dort gebotenen Erziehung sowohl in Deutschland einen bedeutenden Ruf, und im Vorjahre fand sich unter der Führung der Frau Professor Mackenzie eine' große Gruppe englischer Lehrer und Lehrerinnen im Goetheanum von Dörnach ein, -um die aüthroposophischeü Lehründ Erziehungsprinzipien dürch Dr. Rudolf Steiner kennen zu lernen. Zwei der Lehrpersonen/, .aus der Waldorf-Schnle, Fräulein Karoline v. H e y d e b r a n d und Dr. Walter Johannes Stein, sprachen gestern über die dort gepflegten Erziehungsmethoden. Erstere stellte die Erzrehnngs-- ideale von West uüd von Ost nebeneinander,''zeigte die Fort-.- schritte der anthroposophischen Pädagogik gegenüber, den -Erziehungsprmzipien von Herbert Spencer und gegenüber den modernsten Wegen; welche Frau Dr. Moutessor'i in Rom > geht, und wies darauf hin, daß die Methoden der experimentellen Pädagogie und der experimentellen Psychologie eine Ergänzung durch die Geisteswissenschaft verlangen. Unsere Zeit? erfordere nicht bloß dio Anpassung^an das, Leben, sondern, die schöpferische Individualität; undweder die Erziehungstdeale des Westens noch diejenigen des Ostens-können zic dieser In- . dividualität erziehen, erst die anthroposophische Pädagogik Ver- ' möge es, den Menschen zu einein aktiven Wesen zu entwickeln. In eingehender. Weise wurden diese neuen Prinzipien durch Dr.- Walter Stein entwickelt, der in praktischen, Beispielen die Wege der neuen Erziehung/schilderte, welche das Kind im / Si,nr^ von Goethe-sowohl mit den leiblichen wie auch mit Len geistigen Augen schauen lehre. Er ging von der Idee aus, daß das Kind einvorgeburtliches geistiges Leben geführt habe und. datz.es sicherst allmählich--in-bie Wirklichkeit/des ErdevlebeuS-- hineinen.twickeln müsse; deshalb müsse man in den ersten/ Jahren, etwa-bis-zum ZaKnvrechsel,-ieinew-Hillerr.j-testloS sich ausleben lassen, man müsse es in dieser Zeit durch die Anleitung zur Nachahmung erziehen, und dürfe nicht mit,Vor--.< . schriften und Verboten zum Ziele zu gelangen suchen; besonders , müsse man in dieser Zeit auf die Wahrhaftigkeit dem Kindc / " gegenüber Wert legen und dürfe deshalb auch -nicht mit der ' sogenannten Kindersprache das Ohr des Kindes verletzen. In. der Zeit vom. sechsten bjs zum neunten Jahre treten dänst ditz Vorstellungen des Schönen und des Vorbildlichen in der Ge-'' schichte in den Crziehungskreis, und erst init dem zwölften Jqhre dürfe der Unterricht in den abstrakten Wissenschaften beginnen; in dieser Zeit müsse auch Las Kind in sich selbst die Moralität realisieren. * SBS2532BtrinB BBMtl MIM Die deutsche und die ftclnzösffche „Liga für -Menschenrechte" haben gemeinsam ein.Manifest verfaßt, zu , dessen Unterschrift die deutschen Peisönlichkeiten des -wissenschaftlichen, politischen -und kulturellen Lebens aUfgefordert iverden.'Eine Deputation der französischen Liga, bestehend - ans dein ' gewesenen ^Ministerpräsidenten PaiNleve,/ Abgeordneten Büisson, den Professoren Basch und Richssen, soll überdies am 11. Juni im Berliner-Reichstag begrüßt werden..Das Manifest hat den folgenden Wortlaut: . ... An die Demokraten Deutschlands und Frankreichs! Die einsichtigen Menschen aller Nationen sind sich ' darüber klar, daß dieses Friedenswerk nur durch die gemeinsamen Anstrengungen aller Demokratien,, vor allem aber der.ftanzösichen und der deutschen, verwirklicht"werden. kaNn. - /" .-. Diese Aufgabe wollen die Französische -Liga für Menschenrechte und der deutsche Bund Neues Vaferland gemeinsam unternehmen., . Zur Wiederherstellung Nominaler Beziehungen zwischen D'eutschlaüd ünb Flankreich - erachten sie folgendes als erforderlich': . ' , . < - -. .- / /I. Deutschland muß sich ./nicht nur juristisch, sondernauch moralisch verpflichtet fühlen, die Schäd'ey wieder gut zu machen, die Frankreich durch den deutschen Emfall erlitten hat,- und Derltschlartd ntüß 'düfiir sotgett, baß zu diesem \ Zweck den begüterten Klassen die notwendigen. Opfey...aus-. erlegt werden. Frankreich seinerstits darf sich der'Dieherguftnachnnc^ in.. ^Kefftn.Mn/.Mcht./ü)idersetzen,/^ das Wiesbadener Abkommen, und die Arbeiterorgänisalionen/ beider Lander vorgeschlagen haben. 2. Um das gegenseitige Mißtrauen zwischen beiden' .Völkern zu beseitigen, muß Deutschland den versteckten Widerstand gegen die Entwaffnung brechen und diese in loyaler Weise durchführen, sodaß in Zuknnft kein Zweifel wehr,über ihre Durchführung bestehen kann. Frankreich aber muß, wenn ihm damit Sicherheit geschaffen, selbst auch äbrüsten und damit die. Weliabrüsümg herbeiführen. 3. 'Im Interesse der menschlichen Zivilisation müsseü die gegenseitigen. Beziehungen nicht nur zwischen dem/ Proletariat,' der Industrie und dem Handelnder beiden Völker wieder ausleben, sondern auch zwischen' den Trägern von Wissenschäft und Kunst. 4. Um die Verantwortlichkeit am Kriege entscheidend sestzüstellen, müssen sämtliche' Regierungen rückhaltslos ihre Archive öffnen; unabhängige und unparteiische Per- : sonen müssen damit beauftragt werden, die Dokumente gegen einander abzuwägen, damit das hiedurch aufgeklärte Weltgewissen das' Urteil falle. Endlich und vor allem rnuß das deutsche und französische Volk erkennen, daß die wahrhafte Grundlage für einen dauerhaften Frieden ein Völkerbund, ist, der nicht von, den Negierungen , sondern aus den . Völkern gebildet wird, und Frankreich muß sich damit einverstanden erklären, daß ein demokratisches Deuffchland in diesen Völkerbnnd aufgenommeü wird/ An dieser gemeinsamen Aufgabe verpflichten sich , die beiden Organisationen von heute ab zusammen zu arbeiten, jede in ihrem Land; und mit dem gleichen Losungswort: Nie wieder Krieg! werden sie den militaristischen Geist bekänrpfen, den Glauben an die Gewalt zerstören ünd-'statt dessen den Glauben an die internationale Gerechtigkeit - aufrichten. . "///.'/ ' Sie machen, es'sich zur-Aufgabe, die Mißverständnisse zwischen Heiden Völkern zu beseitigen,, indem sie tendenziösen Rachrichten in der chauvinistischen Presse-die ivahren Tatsachen.gegenüberstellen. Und überzeugt davon daß die Lüge den Haß,schürt, werden sie gemeinsam an der Wiederversöhnüng durch Wahrheit arberterr.

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