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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-04 · Heft 1201 (4.6.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1201 (4.6.1922)
Date
1922-06-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Mett/ Sonntag * -—-———---—-- schienen. Ein mächtiger.Bau sei iU Entwicklung, bW^WÄ Besonders hätten ihn die nyten ArLtzitergrappen die" unter den schwersten Bedingustgen^"ihre'ÄWeit,rqOMÄW' und Herzensfreude verrichten. Ein abschließendes Urteil über. die Produktivität der Arbeit könne man erst danüabgeben, wenn man die Siedlungen mehrere Male, nach verschiedenen Perioden betrachtet hat, hierzu seien daher Jahre notwendig. Die rationelle Versorgung der Arbeiter mit Lebens» . Mitteln und der Ausbau der A r b e i tLr k ü ch e n werde die Lage der „Kwuzoth" vielfach verbessern. Rationeller Betrieb in groß und klein,, in jeder alltäglichen Sache, sei! nach feiner Meinung die Grundlage für einen gesunden Aufbau des Landes. ' Der große Wert, welchen die Neuerwerbungen des Keren ^Kajemeth in E m e k Israel besitzen, springe -jedermann in die Augen. Er habe sich überzeugt, daß der Keren Kajemeth sich der tätigen Sympathie aller jüdischen Kreise im Lande erfreue-und hege die sichere Hoffnung, daß mit der Uebersiedlung des Hauptbureaus nach Palästina, die im Monat Juli zum Abschluß kommt, eine neue Periode der Sammeltätigkeit in den Ländern des Golus und der Arbeit des Keren Kajemeth in Palästina beginnen werde. Es^sei dringend, daß in das- Land große Geldmittel für die landwirtschaftlichen Betriebe hereinkommen, damit der Nationalfonds nicht mit Geldforde- * rungen belästigt werde, die nicht in seine Kompetenz fallen.- - Die Schätzungskommission, die vor einem Jahre eingesetzt .wurde, um das Vermögen, des Keren Kajemeth (Böden, Bauten und, Pflanzungen) nach ihrem heutigen - Werte abzuschätzen, verrichte ihre Arbeit schon einige Wochen. In den Sitzungen des Direktoriums habe man sich mit der Frage, beschäftigt,, welche Beamten aus dem Haag nach Palästina zu übernehmen seien, und die Vorschläge des Herrn .Adolf Böhm angenommen. Der Handel hat sich in der letzten Zeit sehr rationell entwickelt. Es sei Platz vorhanden für junge Leute, die eine wirtschaftlich-kommerzielle Erziehung genossen haben, im kleinen im Lande beginnen wollen und sich an die Verhältnisse deS Landes anzupassen vermögen. Aus; dem kleinen Ansängerr in Jaffa, Chaisa und Jerusalem werden sich : Handelszentren entwickeln, welche dann ein Gesamizentrum abgeöen werden für eine Belebung des Handels . in Syrien und den Nachbarländern.. Nach seiner Rückkehr'werde er sich Mühe geben, solch genügend vorbreitete wirtschaftliche Chaluzim ins Land zu bringen. Diese Pioniere werden auch fähig sein müssen, bedeutende kooperative Arbeit zu leisten, Konsum- und Produktivgenossenschaften zu schaffen, welche rationell, wirtschaftlich geführt werden. Für besonders ' wichtig. halte er die Erfahrung, welche die ' AnterKhMr-' genofsenschaften der Arbeiter gemacht haben. Sein.Urteil sei noch nicht endgültig, er habe jedoch den Eindruck, daß die Folgen dieser langsam tastenden Versuche günstig sein werden. Diese Arbeiterunternehmung gebe den Arbeitenden gute Ge-- legenheit, ihre Arbeiten im allgemeinen systematisch zu führen, und diese Erfahrungen werden auch mustergültig werden sür die Landwirtschaft. Ueberhaupt sei es erfreulich, zu sehen, daß die Arbeitenden ihre Arbeit mit Ernst und großem Ver» antworiurtgSgefLhö vollenden.. ' - < ""''//"/' - /' - .....y .. -; ■- r'1;1"’ Die landsWannschafttiche KolonisatiE ' Folgende Faktoren sind für den Aufbau Palästinas erforderlich: . . 1. Menschen, die ihr g ä nz e s p e r sö n li ch e § Schick» fak mit dem Lande verbinden; diese Menschen bringen ihre Arbeitskrafl und all ihre Habe ins Land. 2. Menschen, die . aus tiefstem Verantwortungsgefühl-vor dem Schicksal des jüdischen'Volkes sehr große materielle Opfer für Volk und Land bringey. (Zu dieser Kategorie gehören Männer wie der Pariser Rothschild; auch Leute mit viel kleineren Mitteln können solches verhältnismäßig nachtun.) 3. Menschen, die zwar ihr persönliches Schicksal mit dem Lande noch nicht verknüpfen wollen oder können, aber einen Teil ihres Vermögens im Lande investieren,: tttn hierfür! im Laufe der Zeit, ein gewisses Aequivalent für sich öderihre Kinder zu erhalten. 4. Nationales Kapital in Form von fteiwilligen Spenden oder Steuern.. 'Stet Keren Kajemeth L'Jsrael hat bislang seine Mittel, nur in der Form 4 ausgebracht. Hierbei hat der Spender bloß das Bewußtsein gehabt, er bringe.für einen' nationülen Zweck ein kleines Opfer, interessierte sich auch nicht weiter für die Art von dessen Verwendung; es. war dies ja auch wegen der verhälnismäßigen Geringfügigkeit seines Beitrages nicht möglich. Das Resultat der Spenden in zwanzigjähriger Sammel- und Aufklärungsarbeit ermöglichte zwar den Erwerb von 16 Prozent des jüdischen Bodens, aber das erkennbare Verdienst des einzelnen Spenders war es natürlich nicht. Soll aber in-diesem Stadium der Aufbauarbeit, in dem wir uns besinden, das große Werk geschaffen werden, so muß neben der Sammeltätigkeit eine Arbeit beginnen, bei weüher die Leistungen des Einzelnen viel mehr in die Erschein ung trc1en als bisher.' Es fäititVjedoch keine Rede davon sein, daß die Sammeltätigkeit in ihren bisherigen Formen ihre äußersten Grenzen bereits erreicht hat; wir stehen vielmehr auch hier in den Anfängen. Aber'wir erwarten, von der Inanspruchnahme des persönlichen Interesses 'des Einzelnen und'ganzer Gruppen auch eine sehr große'Be-' lebung der allgemeinen Sammeltätigkeit. ' V Wie soll nun der Einzelne mHr hervörtreten? Nun in ser Weises daß er für seine größeren Geldopfer entweder für' * sich allein, für seine Kinder oder eipen Kreis von territorial iier Moraenzeltung -. 'S.«. .ivfäuui tBSjf. - ' ’ : sS^Asöl’ 'NjH s Ll o » a B a B B B ,'"7* \ - .a: '**¥&**' —» B -- ' \ -. .* -■";*'•"• s 2 Wäcn, KEeptneysSMäisse 34 (May se Steps- 2) A g tB b Vorführung der auserlesensten Original n Pariser und eigenen Modelle in ■ «Klelfiera, Kostümen, Müßtein, Pelzen § in reichst er. Auswahl täglich , von 9 bis, i IJhr und von‘3 bis .6 Uhr « Dl. W -n B. naaBCniiRBncaniSBBB«BaBa»BBBaHHB3iB*iinna»na . ihm' näher' liegenden Personen, vom/Keren Kajemeth. ein Äeguivalent erhält. Dieses Aequivalent soll nun darin bestehen, daß er gegen ratenweise Bezahlung eines größeren Betrages vor allem ein Vorzugsweises Anrecht aus. die Erbpacht des anzuscha-fsenden Bodens erhält. / : ' . Wahrend nämlich bisher der Spender ohne Beziehung aus ein Konkretes gespendet, hat, also nicht wußte, was für das . Geld angeschafft, noch wer - das Mworbene zur. Benützung erhalten wird, so wird er jetzt wissen,'daß auf dem anzuschaffenden Boden' eine Siedlung seiner Landesgenossen geschaffen wird, an der 'tzr 'ebenfalls persönlich beteiligt sein^ wird; dies in der Weise; daß er auf einen entsprechenden Teil' des Bodens ein vorzugsweises Pachtrecht erhält.en wird-. Während der Reiche dieses Recht durch Investition seines Kapitals erhält, soll es der mittellose Ehalnz durch seine A rb e i t bei- Ürbarmächnng' des Bodens Und. wirkliches Schassen 'der Siedlung erhälten. , ' ' ' . / Der Boden für die landsmannschaftliche Siedlung^soll also erworben -werden:' 'L? Durch- Investitionen daran Beteiligter. 2.- Durch erhöhte Sämnieltätigkeit im Lande, auf dessen Namen und für deren Angehörige die Kolonie geschaffen werden-solle (allgemeine Spenden für die Kolonie in bisheriger Weise). -8.' Stiftungen von Personen-' die entweder letztwillig oder bei Lebzeiten ihren Namen mit dem Lande verknüpfen wollen/ Diese Stifter stiften entweder eine bestimmte/Bodeneinheit oder den Boden für ein öffentliches Gebäude, wie Schulgebäude, Synagoge- Turnhalle, Gemeindehaus, Siechenhaus. .Oder sie gründen Stiftungen - für Beamten- oder Arbeiterhäuser. ' - ' ' ' Die Stiftungen brauchen sich nicht bloß ausidfen Bodenankäüf zu beschränken,'sondern können auch die-Summen für die betreffenden Gebäude mitumsassen. Die einziges Bedingung >i .müßte natürlich sein: Boden wie Gebäude bleiben für alle 'Zeiten'Eigentum der Wischen Nation, d. i. des Keren Kajemeth. s . --. .! , ßs> ist selbstverstäpdlichs auch eiyq Koyrbinntion yröglich: Der Stifter dos Hauses^ kann bestimmen, däß so länge erlebt, er im Ge.nuß des, Hauses zü verbleiben habe, nach dessen Tode, oder - nach, Äüssterben seiner'nahen Verwandten solle dann auch ■ das,Gebäude in das Eigentum des Keren. Kajemeth übe^ehen. Mir/./erinnern hier parän,/ daß iw vorigen Jahrhundert - Griechenland zum großen-Teil/'.dm;ch'Äistuntzen-.- .reschex/; Wd;. natiortalgesinnW-m üch^/.in- Griecherfland . wohnhgster-. . gMffM.wiedWutzM)tMyrhe.^.,,.,^ ....-^j ,V) ’ ” Auf -dem Boden, der erworben und Migelttum des Jüdischen Nationalfonds bleibt, soll nun eine S i ed l.u.n g. errichtet werden. .Die. Mittel hierzu müssen-die Siedler ., zum Teil aus Eigenem, zunr Teil durch, Darlehen ausbringen. ,f?>as Darlchen., muß/durch hlle Siedler garantiert-werden.' In erster Linie gilt, das für die Ehqluzim, die durch ihrer Hände Arbeit die/Kolonie. tatsächlich schassen, Den Boden , erhalten sie vom Keren Kaje-, meth in Erbpacht (die Mittel, .hierfür, werden» wie obest uusgesührt,' .aufgebracht), das sonstige, ^upentar-k. Darlehenswege,. von nationalen Kreditinstitutioyen. 'Durch den genossenschast-. lichen Zusammenschluß wird natürlich . die. Kreditbasis der ganzen Siedlung erweitert. Der Keren Kajemeth wird dem. Kreditinstitut für dessen Darlehen die grundbücherliche Priorität einräumen. . Die landsmannschüfliche Siedlung ist berufen, in der.Ge^- schichte des -Aushaues von - Volk und Land: eine große Rolle zu. spielen. So ysel steht fest. , Es gilt. nun,, - dje Kräfte hierzu zu ' mobilisieren, und zwar das Eigeninteresse des direkten Mied- ' lersj --das. Les mit/Kapital Jnjeressierten und das Munftrem» - Postsgemütso stark lebende Pietätsgefühl für unser Land, In diesem .Stadium-der Sache kanMm.au ehrlicherweise nur ullgemeine. Entwicklungslinieu ziehen, xdse Einzelheiten, , cherden sich, -imwirküchen?Leben ergeben, /, , --/. ^- r»' . Dr. CH. Tartakower.- (Wie wir erfahren, ist eine solche Genossenschaft in Wien. in Gründung begriffen. Auskünfte erteilt der Keren Kajemeth 'L'JsraÄ.(Jüdischer.NationalfUlds),.M. Bez.,,/Taborstrahe 69, und Dy M-'Ä ötz-eflöLwS, 9/B>eU Pichlergasft^ - Das gsldene Nichts ist widersinniger als das Bestreben, das goldene' Kalb, ' um das die Kinder Israels - äm Fuße des. Sinai in törichtem Jubel " tanzten,' als Symbol des jüdischen Materialismus'zu-deuten.! Man dergegeüwürtigesich' die Situation:- Moses, der sein Volk' aus Aegypten herausgeführt hat, läßt esplöMch mitten in der Wüste allein und besteigt "deü Sinai, üm Zwiesprache zu halten mit dem Ewigen. Vierzig Tage bleibt der Führer/verschollen; und dem Volke, das. den Heiligen Berg nicht betreten darf, bleibt es verwehrt, ihn - zu suchen. In dieser unheimlichen Situation „scharte sich das Volk um Aaron und sprach zu /ihm: Wohlün! Mache uns Götter, die vox uns hergehen; denn' dieser . Moses, der Mann; der " uns aüS dem Lcuft>e Aegypten herauSgefühxt^hat /—" tvft' wissest nicht, ..wai mit ihm geschehen istt ünd' AäroÄMaHM''Zhnen:-,'R'er8et. dt» goldenen Ohrpiyge ab, btc itt M' Ohr^n'-'eurer Meihe^ «rit; Kinder sink mit» bringet/sie My" So/ perich^et kürz'un^ HttA / die Bibel, lieber^ den Hedänkengäng Aarons,/oius depr' heraN' er/ in seiner peinlichen Lage den v^chäugniSvolle'n.' BorMaa ' macht, läßt, uns der.- knapp-e Bericht - im ünftapeu/.. WährMW' sich hatte Mösts' Bruder im , änissemitischen 'Aegypten so oft" die Schlagwort'e von der Göldgiev-'der jüdischen'-Wiknn er Und der Putzsucht l der jüdischen Frauen' gehört, daß er. hoffte,, die bloße Zumutung, .ihren kostbaren Schmilck eiNeNt/Phantom "zu opsern, würde die Juden wieder gefügig uni> lenksam machen/' Wer siche! / Kaumhatte er/ seine ' Förderung aüsyesprochen, „da riß das ganze Volk die goldenen Ritt^e, die es in den Ohren trug, ah und bräHte sie Aaron/" So" blieb diesem ftei»' lich nichts anderes übrig, als dem Volke seinen Willen zulun: ' „Er nahm das Geschmeide aus ihrer/ Hand und -bildete eS mit dem Meißel und wachte^es zü einem gegossench Äälb'."'Innerlich 'mochte er dabei"iiber seinen Hineinfall nicht' wenig.geschäumt habery und seine Wut/ über ' das. „böse" Volk, düs' ihm eine sülche Enttäuschung bereitet hätte, spricht noch' ganz deutlich aus . dem, Bericht, den er seinem Rechenschaft fordernden Bruder später erstattet. / - Indes hätte das jüdische Volk in diesem wie in so vielen anderen- Fällen eine gerechtere. Beurteilung 'verdient.' Denn Aaron hatte, um Zeit zu gewinnen, die schlechten Eigenschaften, die der Antisemitismus den Inden nachsagt, erprobt Und" seine.Enttäuschung bedeutet' also eigentlich eine Ehrenrettüug der" Kinder Israels.' Sie .haben Opfermut bekundet, wo"' man habsüchtige Instinkte erwartete, und ihr Suchen nach der Gottheit erwies sich, selbst auf falscher Fährte, als ihre stärkste Seelerlregung, hinter der alle anderen menschlichen Triebe zurück-' treten. Mag" materialistische Sucht r^ach Reichtum die Männer zum' Erwerb des "Goldes veranlaßt ' mnd .WWichGPuHsücht' dieses Gold' ..zu schmuMn^^ Ohrgehäugen .perarbeites Haben — die Sehnsucht nach einör-göttlichen Führung bringt'' diese irdischen Gelüste zum Schweigen und freudig reißen Männer und Fragen die kostbaren Ringe aus den Ohren, um ein Idol zu -schaffen, düs sie anbeten, können. Also nicht Materialismus hat das goldene Kalb" geschaffen, sondern im Gegenteil» jener Idealismus, der das geläuterte Volk erst zum opferreichen' Kult des währen 'Gottes befähigt hat, zu jenem Kult, der später von dem schwergeprüften Israel noch ganz andereebenso fteudig dargMachte' Opfer geheischt hat. als die Mischen- Goldschätze, wenn es auch dabei meistens auf diese letzteren abgesehen war. Freilich haben die Juden noch häufig genug ihren. Idealismus füx falsche Götter mißbrauchen lassen 'und dünn gerade wegen ihrer guten — öfter als für ihre schlechten *- ■ Eigenschaften ein Strafgericht und die Kritik, ein „böses" : Volk zu sein, in den Kauf nehmen müssen. ■ So ist das goldene Kalb eigentlich ein Symbol fürdie - ganze jüdische Geschichte, aber ein Symbol, r dessen wir uns/ -nicht/zu schämen brauchen und vor allem kein Symbol'für deN Materialismus; den uns Gedankenlosigkeit zuschreibt. Das ist - um so bemerkenswerter, als die< ältesten Literaturdenkmäler -der änderen Völker - einen geradezu abstoßenden - Materialismus ] atmen:' Dvr 'berühcktei Zötn des -Archill-u-,.-.,cher?-enl. Achäern' ^unnennbaren Jammer bereitet", entflammt bekanntlich, .weil/ jber PMe die. Schätze'und chie Tochter dj-/BriseS: MMckgeben/ ^muß. Drefem Zorn muß Zeus, der Beherrscher/ber/Göttet und j Menschen-/ auf/FÜrspräche der- Thetis seinm/göttlichen-Beistüüd . leihen! Der 'griechische Dichter, gefeilt freilich zu dem rein Ma-/ terialistischen Motiv der verletzten Eigennützigkeit, : das etwas adeligere des gekxänkten Ehrgeizes- Dagegen fehlt jede höhere seelische Regung in -der Urform d?r germanischen Nibelungensage, wie sie die „Edda^ erzählt: Die drei Götter O d i n, Loki und Hönir kommen' auf einer Wanderung durch die Welt zu einem Wassersall;. bei dem eine Otter sitzt: Loki tötet" sie mit einem Steinwurf und sie ziehen ihr den Balg /ab. Abends suchen sie Lei einem Bauern namens Hreidma.r Herberge ünb/zeigen ihm den Otternbälg. Hreidmav rust .-seine Söhne Fafn-ir und Regin herbei upj> sagt,. ihr Brüder Ottev sei -erschlagen. Da greisen sie die Götter und Linden sie; Als Lösegeld. . verlangte Hreidmar, sie sollten den Balg M i t r o t e m G o l d e füllen und ebenso von außen ihn - mit Gald umhMen. Lbki wird üusgeschickt, um däs Gold" zu holen. Er sängt im" Wasser /den Zwerg A n d w ä r i,. ^der! sich in einen Fisch 'verwandelt und ihm zur Lösung sein Gold geben muß. Nureinen Ring will - er behalten, der ihm. das Gold Wieder - mehren kann- Aber auch diesen nimmt ihm! Loki; "wo- - rauf'der Zwerg einen-Fluch über den Schütz äusspricht-/Wie sich dieser Fluch schließlich an Freidmär, Fafnir und.Siegftied erfüllt, ist allen' Gebildeten hinlänglich bekannt. Im mittel-' hochdeutschest Nibelungenliede, hat der Einfluß des: Christentums das 'materialistische Schatzmotiv etwas zurückgedräugt. Doch endet auch diese mildere Fassung mit der Darstellung, daß die Gier nach dem abhanden gekommenen. - Nibelungen-; horte Kriemhilde zur Brudermörderin macht, so daß ihre ohnehin grausige Blutrache zum Schlusse einen niedrig-materialistischen Beweggrund erhält. . / . Man vergleiche diesen germanischen Mythus mit;dem jüdischen vom goldenen Kalbe! Dör ein unbarmherziges! Wüten von Göttern und allen Kreaturen gegeneinander um Goldes willen, hier das" Goldopfer eines in-'seinem Gottsuchen irregeleiteten Volkes und sein ewiger Bund mit dem verzeihenden Gotte. Dort - Fluchs Götterdämmerung und Menschen- ^mord, hier Segen und sittliche Läuterungaller MeNschen. im Geiste der göttlichin Offenbarung vom-Sinai. -/ Dr.-E/Sp. ' ÄbvnnesttN Ml die s*- „WMer} Morgenzektung" * iLTsborstiafie 17 b Hir8chenüauü 140 etn Couercoat U SOOQ

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