Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1197 (31.5.1922)
- Date
- 1922-05-31
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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'?«-xt’Jj 1 ' ' <^1* . \ ' ' -"" JJj Nr. 1197 LSien, Mittwoch Wiener MorgenzettnnA borkommen sollte, daß man üttter den jetzigen Geldverhält- ' nifsen PrivMektionen mit 400; ja sogar 300 Kronen be- . zahlt ünd dabei jeder Mehrforderung des Lehrers ein drohendes: entweder oder entgegensetzt, daß man den Rat eines Rechtsanwalts umsonst haben möchte und die Honorarnote des Arztes, wenngleich sie zum Friedenspreis nach dem Verhältnis 1:500 berechnet ist, mit.Entrüstung abweist.' Diese Abneigung, geistige Arbeit entsprechend zu entlohnen, könnte nun sicherlich znM' Teil auch durch, die geringe Zahlungsfähigkeit des geistigen Arbeiters zu erklären sein. Das bezeichnende, und man darf wohl sagen,, das symptomatische des Vorganges liegt aber in der Empörung / über die Zumutung, für geistige Arbeit zu bezahlen. Der' geistige Arbeiter hat sich immer bemüht, den Lohn des Lehrer, Arztes, und, wenn es anging, auch des Rechtsanwaltes herabzudrücken — wenn er diese Taktik jetzt noch nicht aufgegeben hat, so beweist das nur, wie wenig er trotz aller Leiden und Kümmernissen zugelernt hat. . Aber schließlich ist die geringe Bezahlung nicht der einzige, vielleicht -nicht einmal der charakteristischeste Zug der Unterschätzung geistiger Arbeit. Am besten weiß darüber wohl der A r z t Bescheid zu geben, denn er ist (neben dem im öffentlichen Dienste stehenden Beamten, der von vorne- . herein eine Ausnahmsstellung einnimmt) derjenige geistige Arbeiter, dessen Tätigkeit von allen - Schichten der Bevölkerung in Anspruch genommen wird. Mit wenigen Ausnahmen ziehen die Aerzte den Handarbeiter als Patienten bei weitem dem Kopfarbeiter vor. - Während der Handarbeiter in seiner Hilflosigkeit im -blinden Vertrauen die Weisungen des Arztes befolgt, gibt der Gebildete das Gefühl seiner Ueberlegenheit nur sehr selten preis und wird jeden Ratschlag schonungsloser, wdnn auch nicht immer sehr sachverständiger Kritik unterziehen. Da ist immer ein Vetter, Oheim, Bruder, Neffe in der Familie, der „vier Semester Medizin hat" und daher zwar von Heilkunde nichts versteht, aber doch in der Lage ist, jede Verordnung des Arztes abfällig zu beurteilen. Von einer über die Zahlungspflicht hinausreichenden Dankbarkeit für alle, die Mühe, Plage, Sorge des Arztes kann nicht einmal die Rede sein. Der Arzt muß zu jeder Stunde des Tages und der Nacht bereit sein, einem Rufe zu folgen, er muß alle die häßlichen, unappetitlichen Hantierungen, die Untersuchungen mit sich bringen, machet:, er muß am Sterbebett den Jammer der menschlichen Kreatur miterleben und seine Nerven dürfen niemals versagen. Aber Dankbarkeit?. — er wird ja bezahlt. Für.den Lehrer gilt ungefähr dasselbe. Sicherlich gibt es hier — weit eher als beim Arzt — Ausnahmsfälle, ht denen das Verhältnis zwischen Lehrer und Familie von Dankbarkeit-, gegenseitiger Zuneigung und Vertrauen erfüllt ist. Aber wer je in Arbeiterkreisen, unterrichtet hat, weiß, daß diese Ausnahme dort die Regel ist und daß Schüler wie ihre Eltern . mit. .leidenschaftlicher 'Mb^''än dWJügendbildttepn Hänge::. Das ist m der Familie des geistigen Arbeiters nur äußerst selten der Fall. Im Grunde genommen meint jeder Arzt, Rechtsanwalt, Architekt, Beamter,' daß er bei den notwendigen „Fachkenntnissen" (ein ganz vager Begriff) und wenn er die entsprechende Zeit aufwenden wollte, das Unterrichten zum mindesten ebenso gut, wenn nicht bester, träfe als der Lehrer. Es fehlt eben auch hier am Respekt vor der geistigen Arbeit des anderen. Wenn die' Sachlage für den Rechtsanwalt etwas-günstiger ist, so kommt dies daher, daß er in der Regel materiell Lester gestellt ist, daher für den Hungerleider, der der geistige Arbeiter jetzt gewöhnlich ist, aus eine höhere Stufe gehoben ist, überdies, - daß er in vielen Fällen vorwögensrechtliche Vorteile erkämpft, der Nutzen seines Tuns daher sinnfällig ist und nicht auf Hochschätzung der geistigen'Leistung beruht. Im übrigen stellt sich der richtige Kopfarbeiter aber die Leistung des Rechtsanwaltes als eine Art systemisierte Gaunerei vor, bei der ein Fuchs sich bemüht, Leu anderen in Fallen von .Paragraphen, formellen Einwanden usw. zu sangen. Wieviel Elend, Jammer, und Not-die Kanzlei eines Rechtsanwaltes passierst wie sehr seine Arbeit dieses Elend mildert und besänftigt — darüber machen sich nur die allerwenigsten Gebildeten Gedanken. - Soll mau fortfahren? Davon erzählen, haß der Beamte für den anderen geistigen Arbeiter ein Federfuchser und Paragraphenreiter ist, der Journalist ein Mann, der seinen Beruf vörsämnt hat, der Forscher und Gelehrte ein Tagdieb? Der alte Scherz: mein jüngster Sohn ist ein Dummkopf, der soll studieren, hat leider noch immer nicht seine GiMgkeit eingebüßt. . Nein, die geistigen Arbeiter haben nicht das mindeste Recht, sich über die Geringschätzung ihrer Leistungen zu beklagen. Denn ehe sie die allgemeine Achtung dafür beanspruchen, dürfen, müssen sie erst lernen, gegenseitig ihre Arbeit zu respektieren. . K l a r a M a u t n e r. * Klub der jüdischnatioNalen Mandatare Leopoldstadt. Heute um 7 Uhr abends findet im 2. Bezirk, Taborstraße 20 a, die Klubsitzung der jüdischnationalen Mandatarewer Leopoldstadt statt. Die Herren Mandatare werden ersucht, zeitgerecht zu erscheinen. . * Invalide aus Pole». Die nach Polen zuständigen Kriegsinvaliden, -Witwen und -Waisen werden nochmals im eigenen Jntepeste. anfgefordert, unverzüglich mit ihren Züständigkeits- und Jnvalrditäts-, respektive Hinterbliebenendokumenten im Lokale des Verbandes der jüdischen Kriegsbeschädigten;' 2. Bez., Obere Donaustraße 65, bchuss Geltendmachung ihres Anspruches auf Rente zu erscheinen. — An alle Mitglieder werden jetzt gute Schuhe zu äußerst billigem Regiepreis abgegeben. Mitgliedsbuch mitbringen. Amtsstunden täglich von- A bis. 5. Uhr/, * Das SMnngsbaNprogramm der Gemeinde. Am L>. Apr:l hat der E'emcii dervt einen Betrag von 220.7 Millranen Kronen' mi« Ui,v Ertrage der Wohnbausteuer zur Ferti^revung v.^.: 12; Siedlungshäusern bewilligt. Nunmehr wmbc.das neue Vc::Programm ausgearbeitet und von der Kommission zur Verwendung der Wohnbausteuer beschlossen. Das . Siedlungsbauprvgramm umfaßt rund 200 Häuser, die aus acht Baustellen errichtet werden. In: Jahre 1921 wurde e.v 17 Baustellen mit dem Bau von 369 Häusern begonnen. as ‘ Siedlüngsbauprogramm für das Jahr 1922 ist, trotzdem rund 1200 Millionen Kronen bereit gestellt wurden/ naturnotwendig kleiner, da die Baukosten eine ungeheure Steigerung erfahren haben. Um nun auf möglichst wirtschaftliche Weise eine großö Leistung zu erzielen, mußte das Bauprogramm auf acht Baustellen eingeschränkt werden. Insgesamt werden im Jahre 1922 rund 1800 Millionen Kronen für Siedlungsbauten verwendet. Mit den Siedlungsgenossenschaften; die von der Gemeinde mit der Ausführung ihrer Bauvorhaben finanziell unterstützt werden, sind wegen der Ueberführung der Siedlungshäuser, die mit Hilfe der Gemeinde gebaut werden, in daS Eigentum der Gemeinde, bereits Verhandlungen im Zuge. Die großen Siedlungsgenossenschaften, wie Altmannsdorf- H^tzendorf für ihre Bauten in der Hoffingergasse und Rosenhügel, die GeNossenschaft-Gartensiedelung usw. haben schon diesbezügliche Zustimmüngserklärungen abgegeben. * Aktion „Lehrlinge aufs Land". Bis Ende April d. I. haben sich 1764 Lehrlinge und 448 Lehrmädchen. angemeldet. In die Heime sind bisher 1023 abgegangen. Die Krankenkassen leisten 600 K., die Pfleglinge 400 bis 500 K. täglich. Bisher wurden 17.232 Lehrlinge und Lehrmädchen mit 469.297 Tagen verpflegt. Zuschriften um Aufnahmen sind zu richten an die Lehrlingsfürsorgeaktion bejm Buyd.esministerinm für soziale Verwaltung, Wien, 1. Bez., Hofgartengasse 3. * Schwedische Schecks an Oesterreicher. Vom 1. Juni an werden in Schweden 'von schwedischen Spendern auf den Nahmen des. österreichischen Bezugsberechtigten lautende Schecks ausgestellt und an die. Betreffenden zugesendet werden. Diese Schecks werden Vermerk tragen, daß sie von der Hilfsaktion des schwedischen.Roten Kreuzes für Oesterreich in -Wien, I. ' Bez., Hofburg, Schweizer Trakt, 2. Stock, einzulösen sind und also nicht direkt von Banken honoriert werden sollen. * Ein jüdisches Kriegerdenkmal in Frankreich. In Paris wurde ein Komitee zwecks Errichtung eines Denkmals für die 700 im Kriege gefallenen orientalischen Juden gegründet. Es wird erwogen, dieses Denkmal in der Form eines Tempels im II. Distrikt von Paris zu errichten, wo vorwiegend orientalische Juden wohnen, von denen sich 2000 Mann im Jahre 1914 der Armee freiwillig angeschlossen haben. Das Komitee genießt die Unterstützung des'Präsidenten Millerand, des Premiers Poinare, sowie Marschall Fachs und sämtlicher Rabbiner von Frankreich. (I. C. B.) ' - * Eine Woche in der HoheniLatra. Der älteste und größte Touristenverein des Karpäthengebietes, der Karpathenverein, veranstaltet zum 50jährigen Stiftungsfeste eine Tatra-Woche, in deren- Rahmen er sein ArbÄtsgHiet vorführen?will. Es ergeht an alla Freunde und Mitglieder des Vereines die Einladung, diese Woche zu besuchen. Die Woche dauert vom 1. bis 9. Juli. Alle weiteren Aufklärungen* erteilt der Hauptvorstand des Karpathenvereines' in Kesmark, Zips, tschecho-slowakische Republik. . - * Wgs Deutschland exportiert. Wir lesen im „Prager Tagblait": Am 23. Mai wurden auf dem Denisbahnhofe der 17 Jahre alte Erich Jehnke und der 15 Jahre alte Karl Penike aus Reichenbach in Deutschland wegen Verbreitung antisemitischer Flugzettel im Zuge verhaftet und dem Strafgericht überstellt. Bei den Verhafteten fand man 40 Flugzettel mit einem Gedicht „Juden hinan-s". Beide hatten hie Grenze ohne Pässe überschritten.; :!: Eine internationale Zeitschrift für Orientforschung. Im Haag ist als Organ niederländischer, dänischer und norwegischer Orientalistenvereinigungen eine neue, alle drei Monate erscheinende Zeitschrift, die „Acta Societatum Orientalium Betavac, Danicae, Norwegieae" gegründet worden. Sie ist den ägyptischen, vorderasiatischen, indoiranischen, islamitischen, ostasiatischen Zweigen der orientalischen Wissenschaft gewidmet und soll hauptsächlich den Veröffenlichungen von Gelchrton der genannten drei Länder., dienen, doch sind die Spalten, auch den Angehörigen anderer Nationen geöffnet. Um der Zeitschrift eine internationale Verbreitungsmöglichkeit zu - geben, ist als Sprache für die Aufsätze Deutsch, Englisch und Französisch vorgeschrjeben. * Fortschritte der jüdischen Farmer in Amerika. Rach dem vom Generaldirektor der Jewish Agricultural ano Industrial Aid Society (Jüdischer Hilfsverein für Landwirtschaft und Industrie) Gabriel Davidson vor - kurzem herausgegebenen Bericht, ist, wie bereits gemeldet, die Zahl der jüdffchen Farmerfamilrtzn in den Bereinigten Staaten in den letzten 22 Jahren von 216 auf 60.000 gestiegen. Im Jahre 1900, als die Gesellschaft gegründet würde, betrug' der' jüdische Farytbesitz 12.029 Acre Land, während er heute eine Million beträgt. Die Gesellschaft unterhält.ein großes Jnsormationsbureau für jüdische Farmer, welches den Farmern pder solchen Juden, die sich der Landwirtschaft widmen wollen, mit allen einschlägigen Informationen dient. Die Gesellschaft veranstaltet instruktive Vorträge mit Lichtbildern, veranstaltet Demonstrationstage auf Musterfarmen und erhält mehrere landwirtschaftliche Foribildungs s chulen. Eine eigene Abteilung der Gesellschaft beschäftigt sich mit der Berbesierung der landwirtschaftlichen Arbeitsmethoden, der Frage der Wasserversorgung und der sanitären Einrichtungen in den jüdischen Farms. Seit dem Iahte 1908 befaßt sich die Gesellschaft auch mit dem A r beit s n a ch w e i s und hat seit dieser Zeit 13.661 jüdische junge Menschen in der LandwiMchatt unteraebrackt. Im; BexiK^jaM sandm M. 31. Mai 1923 > <seite 5 Personen in verschiedenen Farms Stellungen. Auch die; Kreditabt eilung der Gesellschaft leistet wichtige Ar- ' beit; die. seit dein Bestände der Gesellschaft gewährten Kre- dite belaufen sich auf 3,800.000 Dollar. \ * Französische Bevölkerungsstatistik. Ueber - das Problem der Entvölkerung Frankreichs veröffentlicht ein Mitarbeiter der Pariser „Revue hebdomadaire" eine Studie, die'zu sehr pessimistischen Schlüssenkommt. Die Verhältnisziffern der Geburten seien in ständiger Abnahme und man müsse die Frage aufwerfen, ob es in dreißig Jahren noch „ein Frankreichs geben werde. Bis-1868 schwankte die Zahl der jährlichen Geburten zwischen 900.000 und einer Million, von da'an gehe es ständig abwärts, 1907 schon unter 800.000 und 1913 auf ‘ 746.000. Das Verhältnis zwischen Geburten und Heiraten ser . nie so gering gewesen wie gegenwärtig. Zwischen 1860 und 1870 gab es 333 Geburten auf'100 Ehen, im Jahre 1913 nur 246 und 1920 gar bloß 166. Die Statistik kommt zu dem Cr- , gebnis, daß Frankreich, das heute 39,400.000 Einwohner zählt, im Jahre 1960 kaum 31 Millionen und-1966 nicht einmal 26 Millionen zählen wird. ’ * Dienstag an den Fortbildungsschulen schulfrei. Dienstag den 6. Juni entfällt an den allgemein gewerblichen und sachlichen Fortbildungsschulen in Wien der Unterricht. * Lohnerhöhungen im Baugewerbe. Nach langen Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist gestern eine neue Vereinbarung über die Bauarbeiterlöhne für Wien und Umgebung, gültig von: 26. Mai bis 29. Juni, zu-,, stände gekommen. Im allgemeinen beträgt die Erhöhung für" gelernte und angelernte Arbeiter 22 Prozent, für Hilfsarbeiter 19 Prozent, 17 Prozent oder 15 Prozent, doch wurden die einzelnen Löhne abgerundet festgelegt. Es wird sonach in Zukunft der Stunoenlohn betragen: Für einen Maurer 840 K., für ' einen Zimmerer 880 K., für einen Spezialmaurer 920 K-, für einen Gerüster 790 K., für einen Hilfsarbeiter-über 20 Jahre 680 K., für einen Hilfsarbeiter unter 20 Jahren 660 K. und für eine Hilfsarbeitern: 460 K. Für die Poliere steht der Abschluß eines neuen Vertrages bevor.; , * Begräbnisse am heurigen Tage. Zentr a ls r : e d h o s: 9 Uhr 45 Min. Friedl Marie, 10 Uhr 30 Min. , Hist Jakob. 11 Uhr 15 Min. Kerrmann Rudolf. — N e. u e r Friedhof: 9 Uhr Friedbach Koroline, 10 Uhr Bmll Sime Rech!, ll Uhr Wasfervoge! Samuel, 11 Uhr 30 Min. Fried Samuel. * Für die Erhaltung des jüdischen Schulwerkes. Sonntag den 18. Juni!. I. um 3 Uhr nachmittags findet im I. Kaffeehaus (Prater, Hauptallee 4) das große jüdische Gariensest des Jüdischen Swuloereines mit originellem Programm und anschließendem Tanz statt. Namhafte jüdische Kunstkräfte haben sich für dieses Fest dem Jüdischen Schulverein zur Verfügung gestellt. Außerdem werden Schüler und Schülerinnen der Mischen Volksschulen und anderer Unterrichtsanstalien des Jüdischen Schulvereines hebräische Kinderchöre und p a 18st i n e n s i s ch e Reigen aufführen. — Das Neinerträgnis dieses Festes, das auf einem entsprechenden geselljchastiichen und? künstlerischen Niveau zu stehen verspricht, ist der Erhaltung des notleidenden Wiener Schulwerkes gewidmet. Kar t e n sind on> folgenden, Stellen erhältlich-Sekretariats des Jüdischen Schul-- Vereines, ll.» Zirkusgasse 33, Zionistisches L a n d e s-; Rom i t e e, II., Taborstraße Nr. 20 a, Administration der! „W i e n e r M o r g e n z e i t u n g", II.; Taborstraße 1/3, bei j sämtlichen zionistischen Korporationen in Wien, sowie bei allen, Mitgliedern des Vereines Erez Israel. i ' * Äilse für die hungernden Juden in Rußland. Bei der.Israelitischen Allianz (11., Untere Donaustraße 33) sind für die Hilfsaktion bis jetzt (außer der eigenen Zuwendung der; Allianz im Betrage von 1,500.000 K.) folgende Spenden ein-s gegangen: A. W. 100.000 K., S ch e n k e r - G o t t e sm a n n 100.000 K., B e r g e r L A d l e r 100.000 K.^ Paula! D u b 100.000 K., 3gn. Schindler 10.000 K.. Adolf R e iß! 10.000 K., Prost Dr? B. G o nt p erz 5000 K.» Dr. Emil K o l I e k5000K.,Ed.K u h 5000K.- M.L. K o r n str e i che r 2670 K., B. Stern L Kirsch 1000 K.. M. Pellakj 500 A. Durch Dr. A. Kaminka: Ungenannt 30)000 K., W. K.i 50.000 K.» D. Pouw 10.000 K., zusammen .799.170 K.! Um weitere Zuwendungen (in Wien durch das Bureau oder durch Scheckkonto Nr. 8152 der Postsparkasse oder durch den Wiener Bankverein: in Prag durch die Böhmische Unionbank) wird mit Rücksicht auf die grenzenlose Not, der Kunderttausende unserer Brüder durch Kunger und Epidemien preisgegeben sind, dringend , gebeten. j * Jüdischer Franenbnn-» IX.. Liechtensteinstraße 11/13., S p e n d e nau s w e is der In lan d ak t: o n f ü r: Kind e r und Greise. Sammlung Frau Netii L a m II. , 9000 S. Frau Sophie Byückenste i n, II. (Jahresbeitrag). 2000. Frau Sabine P a ß w e g, IX. (Jahresbeitrag), 1200. KerrM. Schenker-Gottes mann, tl. (Monats-! beitrag), 500. A n v n y m (Monatsbeitrag), 500. Kunerolwerke Atzgersdorf (zwei Monatsbeiträge) 400. Frau Rosa^ U n g. e r, IX., 1000. Frau Josefine C z u c z k a, III. (Jahres-' beitrag). 600. Kerr Dr. Keinrich E n g IS n d.e r,!., 800. Frau- Dora- Rap p a p v r st v, (acht Monctlsbeilräge), 400. Beth au sstlta le IX. 425. Frau Pepi Go l d b erg,! IX., 400. Frau Theresia Sch n e t d e r, IX., 500. Frau Anna O r n st ein 600. Frau B. K ö r n e r (fünf Monatsbeiträge) 500. Frau M. B a u e r (fünf Monatsbeiträge) 500. Diverse IM Früherer Ausweis 390.477 K. Gesamtsumme 411.202 K. * Wetterbericht. In den westlichen Alpenländern war es. etwas wärmer, aber stark bewölkt. Inden östlichen Alpenländern war eS fast wolkenlos und kühl. In Wien mittags 19 Grad. Voraussage: Schönwetter andauernd. Ae'nderung noch nicht ersichtlich. N ' * Ein vermißter Prokurist. Seit dem 26. d. ist der 39jährige Prokurist der Eskomptegesellschaft,' Eugen S ch l e s i n.g e r, 6. Bez., Gumpendorferstraße 35 wohnhaft, verschwunden. Er weilte am 26. d. abends mit seiner Braut im Theater. Nach Schluß der Vorstellung begab man sich in eine Kaffeehaus und von hier in die Wohnung der Braust 1. Bez., Himmelpfortgaffe 14. Um viertel 12 Uhr verließ er die Wohnung, um sich nqK Hause zu begeben-und stt seither verschwunden. Am Sonntag den 28. d. sollte die Hochzeit stattfinden. Anhaltspunkte 'über den Grund seines Verschwindens konnten bisher nicht aefunden werden. Sachdienliche Angaben über seinen Aufenthalt wollen im Sicherheitsbureau, 9. Bez., Roßauerlände, 7, bei Direktor Smazal, bekanntgegeben werden . . * Einbruch. Gestern nachts wurde in den Räumen deö Musikal-Edition im Musikvereinsgebäude in Einbruch verübt^ Unbekannte Thter haben ' eine Schreibtischlade aufgesprengt, und darin die Originalschlüssel zur eisernen Kaffe gefunden. Sie öffneten die Kaffe und stahlen daraus 2.6 Millionet: Kronen und 31.550 deutsche Reichsmark. ' * Millioeneinbruch. Gestern wurde die Wohnung dort Karoline Keifst Goldschlagftraße 34, mit Nachschlüssel geöffnet, die Täter erLeuteten Juwelea im Gesamtwerte vo:: jünf .. Millionen Kronew- '