Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1187 (21.5.1922)
- Date
- 1922-05-21
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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’fiym «eire lis aaieit, Sonntag ab c d e f.gh Stellung nach dem 27. Zuge von. Schwarz. Gtssfen zur Partie LUjechin—De. Tarlalrower. ') Nicht so stark wie eö, aber spielbar. Auch Steinitz und Zuckert o r t spielten so. ' Nicht das Stärkste: damit verbessert Meis; den letzten Eegenzug seines Gegners. . r) Alapins Lieblingszug in dieser Variante. Will das Spjel vereinfachen und tauschen. Writz kann aber nicht gut tauschen, weil 7. 5Xe4, dXe4, 8. 65, *Sb4, 9, S g5, 5 X do usw., oder 8. LZb, Ddo, 9. c3, h6, 10. Sh3, k5 mit der Drohung h6—h5—h4! auf Dh5 würde Da5f folgen. J) Besser als zum Beispiel La3, denn damit wird die einzige gut poslierle Figur des Weitzen beseitigt. «) Entwickelt nur die schwarze Dame, da war doch Lg3 oorzuzietzeu. Schwarz konnte dann nicht gut tauschen, weil Weih den h-Bauem geschlagen und die offene Tulmlime erhallen halte. 7) Fetzt stehen beide Spiele ungefähr gleich; Weitz macht zwar setzt krampfhafte Versuche, doch zu emem Angriff zu kommen, aber alle seine Bemühungen scheitern an der umsichtigen Vereidigung seines Gegners, dem es durch seines Gegenspiel gelingt, nach und nach in Dorlerl zu kommen. ^) Warum nicht gleich Oc2?^ Verhindert cö und entzieht d7 dem Läusercmgr.ff.da L e7 geplant :jt. 10) Um den ^-Bauern für alle Fälle gedeckt zu haben. H) Kommt dem Gegner nur entgegen, der jetzt m:t Dame und Läufer einen slarken Druck auf g2 ausüdt, da war doch 8 tZ sicherlich besser. Aljechin macht in dieser Partie einige schwache Züge und kommt so schlietzlich in entjch.'idenöen Nachteil. ") Wenn auch der Zug!2 -iS den Königsflügel schwach^ -so wäre er jetzt doch am Plätze gewesen; so ist der weiße Königsflügel vollkommen gelohnt!. Di-: von Weiß gewählte Fortsetzung^ führt wohl mit Kiffe. seines Gegners zu Bauerngewinn, entfernt aber die weiße Dame ganz vom Königsflügrl, genau wie in der Partie Tarrafch-Aljechin, was sich auch hier bitler rächt. Die schwere Artilleriö im Anmärsche! 3<) Durchaus notwendig, weil sofort auf T g6 Weiß durch d4—dö zum Gegenangriff käme. ") Schwarz ignoriert mit Recht drn „drohenden" Bauern» vertust. . ls) Auf T X D e4 würde Schwarz durch!. X d5 auf dem Darnenflügel zwei verbundene Freibauern erhalten, aber nur scheinbar; in Wirklichkeit war der Damentausch hier geboten! Man sehe: 28. T X D c4, L cö X D fc5, 29. T e4^d4! L b5—c6 SÖ. a5Xb6, aXb, 31. Tal--dl> Tg—d6, 32. g2—gB nebst L g2. Fst Weiß dem Damentausch nur ausgewichen, um den a-Baunn zu schnappen? 17) Nun ist Weiß mit seinem Lalein zu Ende und versucht noch, durch eine Falle sein Spiel zu reiten. Wenn nämlich Schwarz sich verleiten ließe, v X b3 zu spielen, würde DXLc6 die Partie noch gewinnen. Besser wäre 13 gewesen. Es ist inler» cssant, zu zehen, mit welch einfachen Mitteln es Dr. Tarlakower gelang, den Riefen Aljechin zu Boden zu strecken. * W^MMrgenzeuung Her« Prof. "KreijeiL regte in der letzten Verbaydssitzmtg best'-MsämNestMuß^ sämtlicher" R'edaktöüre'. öon Schachspalten zu einem Komitee an.' Die in Betracht kommenden Herren wollen ihr' prinzipielles Einverständnis schriftlich Herrn Pros, Kreist ik, Wien,. 2. Bez., Sterneckplatz i8, bekmmtgebcn. Zufchrften sind zu> richten an Ernst Wahle, 2. Vez., Obere . Donaustraße 67. GerichLssaal. Giftmord. Vorgestern begann^ vor dem..Schwurgericht ein. Prozeß, dem . folgender Tatbestand zugrunde liegt: Am . 23. September vorigen Jahres, sank Iw der.Werkstätte der Firma S. Nothmüller A.-G. der Arbeiter Josef Smalec plötzlich neben der Maschine, die er bediente, zu Boden. Man trug den Mann in ein Bureauzimmer, wo der herbeigeholte Arzt ihn bereits als Leiche, vorsand. Smalec hatte kurz, vorhet einen Schluck aus einer Bierflasche getan, die, mit Wein gefüllt, neben der Maschine stand. Der Werkmeister Weihrauch gab folgendes an: Der'Arbeiter Vitamvas, der seinen Arbeitsplatz neben Smalec hatte, hatte von dem Platz des Smalec die bortstehende und von niemanden beobachtete Bierflasche, aus der dieser den verhängnisvollen Trunk getan hatte, genommen, den in der Flasche befindlichen Rest in einen Wasserkübel geschüttet und die Flasche selbst in den Kübel geworfen. Weihrauch wußte weiter,' daß Ditanwas im Besitze einer größeren Menge Zyankali sei. Inzwischen war aber unter der erregten Arbeiterschaft die Vermutung laut geworden, daß Smalec vergiftet worden sei.. Vitamvas wurde nun unter der Beschul- ' digung des Giftmordes verhaftet. Cr leugnete zunächst und behauptete, Smalec habe Selbstmord verübt. Ganz unvermittelt ließ er sich später aber,;u einem Geständnis herbei. Er gab zu, dem Smalec ein Stück Zycurkali in die Weinflasche geworfen zu haben. Die Ursache seiner Tat sei die Angst vor den Folgen einer gegen ihn erstatteten. Diebstahlsanzeige gewesen. Der Angeklagte erklärte bei, der Verhandlung, 'er sei nicht schuldig. Der Angeklagte gibt zu, die Flasche, aus der Smalec Hör seinem Tode getrunken halt». in den Kübel geworfen zu haben. Er habe dies getan, damit er keine Scherereien habe. ■it habe an der Flasche gerochen und gespürt, daß eine Flüssigkeit mit Zyankali darin sei. Alle hätten gewußt, daß er Zyankali habe, und, um keine Unannehmlichkeiten zu haben, nutze er die Flasche weggeworfen.. Das Geständnis, das er in der Voruntersuchung abgelegt hat.^erklärt er als falsch. In später Abendstunde wurde gestern die dramatisch, bewegte Verhandlung zu Ende geführt. Die Geschwornen erkannten den Angeklagten einstimmig :, des Giftmordes schuld ig.. Auf Grund des Verdikts wurde Vitamvas zu 'z w an zig I ah r en s ch w er e n K c rk ers verurteilt. Aus die Frage des Präsidenten, ob er die Strafe ännehme, erklärte der Verurteilte: ^Jch bitte um zwei Tage Bedenkzeit, trotzdem ich unschuldig bin" Bank- und WechseBsftuberf-Fiifiafle Frankl L Hutterer Wien, Bln Hellanristrafie 7 (früh. Stephaniestraße) Tel. 44-2-82 Mitglied der d; 0. Devisenzentrale 7-1. 44-2-82 ' ' 9574 An- und Verkauf von Valuten und Devisen Kulanteste D u r c h f ü h r u n g.'sämtlicher Börsen- Transaktionen (auch während der Börsezeit) Volkswirt. ^aistevfchaft. x Hakoah an zweiter Stelle. In der Montag den 15. d. ste'taehabLen Sitzung des Verbandsvorstandes wurde eutschiedcn, daß in richtiger Auslegung der bestehenden Statuten Hatoah sich mit fünf Punkten in der Mannschaftsmeisterschaft des Verbandes an zweiter Stelle placiert habe. Der Arbeiterschachklub wurde Dritter. — Eine rasche Bestätigung unserer tm Sonntagblatt ansgeführten Ansichten. Turnierausschreibung des Schachverbandes. Der Oesterrcichische Schachverband schreibt für das Jahr 1922 zwei .Hauptnrniere sowie zwei Borrundeniurniere aus. Hauptimmcr A sowie ein Vorrundenturnier beginnen am 17. Juni .V222, Hauptturnier B und ein Vorrundenlurnier am 15. Juli 1922. Die näheren Bedingungen sind aus dem Anschlag am schwarzen. Brett in unsere::: Klublokal ersichtlich. Mitglieder 'unserer Sektion haben ihre Meldungen bis längstens Montag den 29. d. dem Ausschuß bekanntzugeben. •ü I * I Die Uebersiedlung in unsere neues Klublokal, Cafe Jägerhoi, 9. Bez., Porzellangasse, ist nunmehr durchgeführt und der regelmäßige Betrieb wieder ausgenommen. Spielabende.finden Montag, Mittwoch und Freitag ab 7 Uhr, Sonntag vorm, ab 9 Uhr statt. In den schönen Räumlichkeiten unseres neuen .Publokals ^ist für Bequemlichkeit der Besucher in weitestgehendem Maße gesorgt. Bei schönem Wetter werden die Spielabende'im Garten-abgehalten. Gestempelte Krone — —.0550 Centimes. Auszahlung Wien —.0525 Centimes. Zn Zürich notierte öle österreichische Krön.» . . . —.0525 (—.0550 am 19. Mai) die österr. gestempelte Krone . —.0550 (—.0550 am 19. Mai) die tschechische Krone .... 9.97 ( 9.97 am 19. Mai) die Mark ......... 1.74 ( 1.75 am 19: Mai) Agram .. 1.85. ( 1.87 am 19. Mai) Bukarest . . . . ... . . —.- ■'(—.— am 19. Mai) Budapest ......... -r^.65 (—.66 am 19. Mai) Warschau . .—.13 (-.13 am 19. Mai) Die kranke Weltwirtschaft. Bon Bernhard Dernburg. ' Der gewesene deutsche Reichsminister Dernburg fordert in einem von der Zeitschrift „Der' Wiederaufban" (Berlin) verösj'entlichten Artikel den Abbruch der ökonomischen Barrieren, die: die Gesundung der kranken Welt- : Wirtschaft verhindern. Cr'führt u. a. aus: Eine Erkenntnis muß vor allem gepflegt werden; je zerfetzter — um das Wyrt balkanifterter zu übersetzen — die Welt politisch ist, um so nötiger ist es, daß die wirtschaftlichen Barriereü zwischen den vielen stleinstanten fallen, und je mehr die politische Aufteilung bisher poirtschaftliche Einheiten zerrissen hat', desto leichtere Äüsiar^chmöglWeiten/ MWdn geschaffen' ' iverden, je äl. Mül 1922 ' Nr.' 1187 größere Reparationen von den Besiegten erwartet werden desto weniger darf ihre Bewegungsfreiheit ir wirtschaftlicher Beziehung eingeengt oder abgedrosselt wer. den. Das galt auch für das anglo-franzosische Verhältnis zu den Vereinigten Staaten, wo man an' ,Stelle des Wortes Reparaüonen lediglich die Worte Schülbentilgunc und Heimzahlung zu setzen hat. Besonders für Frankreich' ist diese Angelegenheit in den letzten Tagen' von einer düsteren Aktualität geworden. , . Der Weg von solcher Erkenntnis bis .zu p o l'i t ischon Maßnahmen und bis zu deren praktischer Äuswirknng ist natürlich ein langer und führt' über^ viele Klippen und durch manche Sümpfe. Am ersten abgebäut werden können die gegen die Mittelmächte gerichteten Strafmaßnahmen und wirtschaftlichen Einschränkungen, die, ohnehin befristet, mit der unrichtigen Begriindnng auferlegt wurde«, daß das deutsche Wirtschaftslebejr intakt, daß die Ententestaaten aber durch den Kritzg und feine. Zerstörungen schwerer gelähmt seien. Diese Strafrnaßnahmen, einseitige Meistbegünstigung, freie französische und luxemburgische Einfuhr ohne Gegenseitigkeit, Bevorzugung der polnischen nach gleicher Richtung, geben dem Sieger nichts, hindern aber das Wirtschaftsleben Mitteleuropas an. einer stetigen PioduktionseMwicklung und günstige:: Naturalbeschasfung und sind auch für die begünstigten Staaten insofern von Uebel, als sie sich auf Absatzverhältnisse einstellen, die . nicht von Dauer sein werden. Was ferner alsbald geschehen kann, ist die Durchbrechurlg der östlichen Haß- und' AngftLarrier e n in wirtschaftlicher Beziehung. Wenn man mit Rußland zustande kommen will der Erfolg scheint mir nach den bisher vorgeschlagenen Methoden wenig sicher —, so darf > der Weg von Mitteleuropa weder durch das Baltikum noch durch Polen versperrt werden. Man würde den Versailler Dokunrenten unrecht tun,' wenn man ihre wirtschaftlichen Klauseln samt und sonders, für ungewerbsmäßig ansähe; was ihnen fehlt, ist in vielen Fällen nur die Zweiseitigkeit und die Glerchverechügung, um in ihnen sogar e i n e n F o r t s ch r'i't t gegen den früheren Zustand zu erblicken. Die ArrNLiLäterr der StkaLseijeKbahN. Wie wir erfahren, berichteten in der gestrigen Sitzung des Verwaltungsrates die aus Paris zurückgekehrien Vertreter der. Gesellschaft über das Ergebnis der Verhandlungen, die sie mit der Association. Nationale des Porteurs Francais de Valeurs Mobiliere,s geführt haben. Diese haben sich auf die aus der Kriegszeit rückständigen, in französischem Besitze befindlichen gesellschaftlichen Fälligkeiten, u. zw. die elf rückständigen Zinsen- und Dividendeneoupons der Aktien im Gesamtbeträge von je^K. 201.57, die fünf rückständigen Coupons der Genußscheine im Gesamtbeträge von je K. 61.31 sowie aus die während des Krieges ausgelosten Aktien bezogen. Durch die mit der Association Nationale g'etröfsenen Vereinbarungen werden die für die Gesellschaft aus dem Friedensvertrage drohenden Lasten der sogenannten Valorisationen und namentlich die Barzahlungen in französischer Valuta auf ein Erträgliches Maß zurückgeführt. Dieses Uebereinkommen unterliegt noch der Genehmigung des Ofsiee des Biens et Jntereres Prives. Ueber die A n n u i t ä t e n f r a g e ' wurde berichtet, daß diese Angelegenheit seit mehreren Wochen den Gegenstand eingehender Beratungen des zur Aufteilung der österreichischen^ und ungarischen Staatsschulden eingesetzten Subkomitees der Reparaiionskommission bildet, was bei. der großen finanziellen Bedeutung des Gegenstandes und manchen in den Verstaatlichungsübereinkommen offen gelassenen, im Sinne des Friedensvertrages jedoch nunmehr zu entscheidenden Fragen durchaus begreiflich ist. Im Zuge dieser Beratungen wurde den gesellschaftlichen Vertretern wiederholt, und so auch jetzt wieder in Paris, mehrmals Gelegenheit geboten, ihben Standpunkt mündlich und schriftlich darzulegen und zu verschiedenes Lösungsvtzrsuchen Stellung zu nehmen. Das Subkomtee dürfte seine Vorarbeiten nunmehr als beendet ansehen und schon in der nächsten Zeit mit den einzelnen Sukzessionsst a a t'e nin Fühlung treten. Vorausichtlich wird sodann eine gemeinsame Besprechung der Sukkzessionsstaaten unter dem Vorsitze der Reparativ nskommssion und unter Z:rziehung der gesellschaftlichen Vertreter stattsinden. Die Angelegenheit ist sodann dem Plenum der Reparationskommission zur Entscheidung zu unterbreiten. Kavitalserhöhung der Bodenkredit- Anstalt. Wir erhalten folgende Mitteilung: In der gestern abgehaltenen Sitzung des Verwaltungsrates, der Bodenkreditanstalt wurde der Beschluß gefaßt, in der für den 12. Juni d. I. einberufenen ordenlichen Generalversammlung zn beantragen, das Aktienkapital durch Übertragung eines Teilbetrages von 960 Millionen Kronen aus den offenen Reserven auf Kapitalkonto — unter gleichzeittger Aufstempelung der Attien auf ein Nominale von je lOOO K. — auf 1400 Millionen Kronen zu erhöhen. Gleichzeitig wird von der Generalversammlung die Ermächtigung erbeten werden, in ei::em der Verwaltung geeignet erscheinenden Zeitpunkte das Aktienkapital durch Ausgabe von Filiale Wien, i„ Wipplingerstr. 24-26 Telephone: 12-3-58,18-2-86.17-4-08,13-300,12-3-67 Telesrammadresse: Kommerzdiskont - . Aktienkapital: 30 Millionen htiieth. Kronen Hötielabteilnna Wechselstuben: l!„ Lilienbrunngasse 2, gegenüber Dianobad, t um '.iww