Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1187 (21.5.1922)
- Date
- 1922-05-21
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nt.1187; Wien, Sonntag ,<'>./ , ' w- ' <f ’“ - Blttn-S^^.toT.s SÜ-ÄÄ-SLS fr Seite 11 ■ 1»<S \n Hlü^ de« StaatSthraterq. Wie irn 'Vorjahre. schließen veibe Staatstheater die Saison am 1. Juli und eröffne« wieder - am 1. September. Das Schönbrunner Schloßtheatev wirös wie - wir schon berichtet haben, während -dieser Ferialzeit nicht geöffnet sein/ sondern erst zu Beginn der Herbstsaifonneuerdings .zu spielen beginnen.. — Das BnrAtheater hat für, den Niest der Saison noch zwei Neueinstudierungen festgesetzt: Ludwig Fuldas Lustspiel „Der Dummköpf" und Maeterlincks Scharspiel ,Mana Banna". Die Titelrolle, welche bekanntlich eine Glanzrolle von ^Stella Hohenfels wür, wird von Kra« Else W'oh g e m u t h - übernommen. Jüdische Kunstausstellung in Budapest. Im Ausstellungssaale der Budapester jüdischen Zeitschrift „Mult es Jövö"isind gegenwärtig.Werke von sechs jüdischen Künstlern mit spezifisch jüdischer Eigenart zu sehen. Radierungen von Herinann Struck und 'Michel Fi n g e st e n, Holzschnitte voll- Fritz Lederer ntzd Jakob Steinhardt, ferner Sieiuzeichnungen von Friedrich F ei gl und Blätter, in verschiedenen Techniken äusgeführt (Radierungen,^ Mezzotinto, Holzschnitte und Steinzeichnungen) von Josef Budko. -Als kunstgewerbliche Ergänzung sind Keramiken von Blasius Badar zu sehest. Die Ausstellung erfreut sich zahlreichen Zuspruches. Ziehrer-Feier im Johann Strauß-Theater. & M. Ziehrer, der populäre Komponist aus der Glanzepoche der Wiener Operette, feiert demnächst seinen 80. Geburtstag. Direktor Erich Müller benützt diesen Anlaß, im Johann Strauß-Theater am 1. Juni eine Ziehrer-Feier zu veranstalten, für die „Das dumme Herz", Operettenzyklus in drei Akten von Rudolf Oesterreicher und Willy Sterk, Musik von C. M. Ziehrer, vorbereitet wird. In den Hauptrollen werden alle ersten Kräftedieser Bühne Mitwirken. Alexander Moissi beginnt sein Gastspiel am Deutschen Volkstheater am 31. d. mit „Hamlet".' Er wird überdies in Tolstois'„Ein lebender Leichnam" und in desselben Dichters in Wien noch nicht gespielter, Legende „Bäcker Petrus", ferner in den Mäubern", in Gerhart Hauptmanns „Einsmne Menschen", „Don Carlos", „Torgpato Tasso" und in anderen Werken auftreten. . WohltätigkeitSvorstellung im Wiener Stadttheater. Hörer ocr Wiener Handelsakademie spielten zu wohltätigen Zwecken unter Leitung des Herrn Professor Franke Theater und fanden stürmische Zustimmung. Zwei . Sudermann-Einakter aus dem Zyklus „Morituri": „Teja" und „Fritzchen", ferner Wilhelm Henzens „Der Tod des Tiberius" bildeten das Programm. Der spielfreudigen Jugend gelangen anerkennenswerte Leistungen. Neue jüdische Bücher. Lehren des Judentums. 2. Teil: Dm sittlichen Pflichten oes Einzelnen (brosch. 24 Mk., geh. 30 Mk.). Melamed: Psychologie des jüdischen Geistes, 2. Ausl. (brosch. 22 Mk., geb. 33 Mk.). Nossig: Integrales Judentum (22 Mk.). Sokolow: Der neue Jude (15 Mk.). Polieskin: Träumer und Kämpfer (geb. 27 Mk.). Blüh er: Secessio judaica-(brosch. 20 Mk., geb. 35 Mk.). Zu beziehen durch die Buchhandlung R. Löwit (Dr. Präger). 1..Bez., Rotenturmstraße 22. ,....... Freie j üdis ehe Vo 1 ks b ü hin.e 4280 , Gastspiel in der Roland-Bühne •/.iuSVends Jed.eni sein GottÄÖWftR AEionshaus für ALLerLÄmer Glücklselig L Wiirndorfer Wien. 4. Bez., Mühlgasse 28—30. Mittwoch den 24. d. wird die Ausstellung der von der Autiquitätenfirma Pollak u. Winternitz veranstalteten Auktion eröffnet. r v -; Das Mobiliar füllt neun Räume'und bietet eine reiche Auswahl zum STcil höchst seltener Stücke) ein komplettes se darunter eine heilige Familie von Bernardino Lieinio, aus ider Galerie Cresvi, zu sehen. In einem anschließenden Raum befindet sich ein holländisches Schlafzimmer aus dem 17. Jahrhundert mit Täfelung. Himmelbett und eingebautem-Kasten; die Wände oberhalb der Lamperie sind mit spanischen alten Ledertapeten bekleidet, , Im französischen Salon befindet sich ein großer Aubusson- Teppich, eine sehr gute Louis des Sechzehnten-Komode, Mahagoni, mit vergoldeten, ziselierten - Bronzen, eine holländische Petit-Point-Garnitur (1 Sofa und 2 Fauteuils), eine ebensolche Gobelin-Garnitur, sowie ein Kanapee mit Beauvais- Tapisseries), weiters eingelegte, englische und holländische Tische um. 1700 und eine englische Lackvitrine derselben Epoche; besonders beachtenswert sind in diesem.Raum zwei Louis des Fünfzehnten-Wandappüken von ganz hervorragender Modellierung und Vergoldung. ' . In den übrigen sechs Raumen befinden sich Kästen, Tische und zahlreiche Sitzgelegenheiten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Einprrezeit; in der Eingangshalle , stehen zwei Garnituren mit Polstermöbeln, 'die mit. altem, roten: Seidensamt aus dem 17.' Jahrhundert, bezogen sind, sowie prächtige Stickereien. Außerdem ist dort ein großer Thomirc- Anfsatz, bestehend aus fünf' Teilen, äüf einem Surtout aufgestellt. Außer gutön Gemälden, Plastiken und Textilien gelangen eine Sammlung von Golddosen seltener Qualität sowie zahlreiche Silbergegenstände zur Versteigerung. Kataloge auf Verlangen. Die illustrierie Ausgabe ist vergriffen. Versfefgerungselnteilung 1roiSi ,92. Xtäi ble lnU. 4. Jühi l922. r . ROfliiiii der Versteigerungen, wo nltM'"'# WWS5I,BBDB arideres vermerkt, nachmittags uni , Täglloh Qebrauohtflegentdllniie Im Ludwigatorffu. Rbssler-Sa^li unbestellbare Postsendungen^ Jm Kolowr&t-Saal, PretlbsSnim Franz- Saal; täglich, auchUri Sonn- und Feiertagen: Juwelen, Silber, Antiquitäten, Teppiche, Oemfljlde,Wäsche, Kunstgewerbe ab: 7 Uhr abends Im Vornnilaungs-Park ehemals ^Venedig \n Wien*, ,im P.rpter. Mo 22. ti. 29., Ml'31., Fr 26. V. u. 2. VU: Antiquitäten, O.lemätde, Miniaturen, kunitöewörlibÄrbelten, Perser- und Smyrna-Teppiche, Stiliriobillar Im Hoch-Saal. VerfallerieFfantlpostehd.Pfaridleihanstalt . Oerhold . Se Weirich, Wlpplingerstrasse 24, uhd des Spar- und Vorschuss-Vereines Lahdstrasae, Wbllzejle 27:. D12J.V.: Pretiosen ito Franz- Saal, ■ .; .;Mi 24. V.; Effekten im RSssler- Saal. ■ , . -: Di 2). u. 30. V., Fr. 26. V: u 2. VI.: Möbel, eherne . - Kassen, Oefen; Luster, Bilder, Haushäitungsgegenstände lm Qlasköf. DJ 23. u. 30.. M124.. Fr. 26. V. u. 2.. VI. : Briefmarken im Ver* steigerurigssaal der Brieftnarkenahteüung, VI., Mariahilfersir. 73, nädhst Hotel Kummer. ' Ml 24. V,: Juwel an-, BflHtntÜH- und Ferlsnaclimuck, präzlsiöntuhran IM Franz-Saal. ’ Mi 24. u. 31. V.: PhTotöjr. Aftparäte, .FerqtlHser, Uhren, SchreiBmasclilnen im Lridwigstorft-S*al. ■ . . Ml 24. V «. Do l. VI.! Schönes Hoblllar.jdavlor#, Perser-Tepplotiitfi Qemälde; Kunatöeurerba im Franz- Josef-SaaL - >- - Fr 26. V. s Waffen, Geweihe, BporfautlÖttühp,Sattelzeug, Pelze im Lud\vlgstörff-Saa|. Fr?6. V. bis Mi 31. V.; Bihllothek;/eines Wiener Bibliophilen: Deutsche Literatur, Erstausgabe», Lubthsdrueke,. ^Aks'riaca, Vienhensia, alte Drucke im Eminger- Saal. . - Mo.,29. bis Mi, 31. V. : JuweleneSÜbor-GpezIalaülctlon, Brilen- und Perlenschmuck, Pri- ^isvouBUhten, Altwieuer - Silber, OebraachsgegenslÄnde aus Silber und Chinasitoer im Karl-Saal. .; Mo 29, V. bis Do 1, Vf.: 331. Kunstaiikudn Ost asiatisches Kunstgewerbe,,, aüs dem ehemaligen Besitze des Prinzen Heinrich , von: Bourbon '(Graf von Bardi) mit Beiträgen aus Privatbesitz litt Kunst&uktionssaaU Mo ,25. bis Mi '31. V,: Perser«, •Sriiyrna- und' Inländer-Tepplohe, Schönen, .modernes" ..und jmttkes; HObillar.Werthelm-Kasseni Orleijit-. Stirimlurg, Gemälde, Miniaturen,, kunetsewarbe bei |. Fischer.. V., Slrohbadhijasie 8. ' A Fr 2; St 3.- VI, ifunstauktlon lih Kunstsaiön Lubl L Co., I., Himnjelpförtgasse- 8. ' , Von Möniag den 12. bis jiikl. Miitwdch den 14- Vl.: SPEZIAL- , AUKTION yon Kunstmobiliar. Per- ] ,.ser- Teppichen,. Öcmäideri, Minia-' turen,Anliqnitäieii,Künst^werbe, 'Porzellan ira Franz-Josef-Saal. Zweigeinstalt Baden, KarlspUtz 6t Di 23., Mi 24.. .Sa. 87. V., Do l. Vf.: Möbel. Teppiche, Gemä|de,-. Kleider, Wäsche, Kunst- Bewerbe, Qebräuchsgegcniiände, rcrnerV;’Mo 29 u, Di 30. V. : 71. Auktion bei Daniel, Baden, Erzh. Rainer- Ring 3. Die tagllohti SohausteHunri ab 1 ühi* währt in der Regel mehrere vorhergehende Nachmittage bis halb 6 Uhr nachm., ini|id,gstens jedoch am rAuktionfctage bla zur Autziioy. LikeMittr. Breiter AiapHael, Dt.: „Das Buch der-Richter", über-' ,setzt .und erläutert. Frankfurt a.. M. 1622. Verlag Sänger und Friedberg. 7. Auflage, 218 Seiten. . s Es ist eine eigene Welt, für welche das vorliegende Buch das BibÄwerk. der Familie. Hirsch-Breuer ergänzen und mitvervollständigen soll. Auch, wenn sich verwirklichen ließe, daß die Bibelleser? dieses Kreises an die Lektüre , des Richterbuches erst dann herantreten, wenn, sie sich entschlossen hahen». „ftef von jeder. philosoHischW^.Tchr.stärHH.on, bibelkritischens Ueberheblichkeit die Verse dieses Buches in ehrfürchtiger De-^.?; ittut" /auf sich Dirken^-.W- ,:;5$Va«^ solch eine Uebersetzung llud Erklärung -ein wissenschäftlicheri Mäßstabüberhaupt anzMgeniski'-WeD --iefe"H'ößsrderte „ehrfürchtige Demut", in derdem Verfasser, alles Verstehen und wohlauch Kommenti«ee«-':.sündhast.--.fchjetnen^wiÜ^rHm' den Aus-?- ruf-'entlockt: Hurchschauen>.und -begreifen -laßt sich .im.Richter», büche wie -indet gan'zen Hibel in Wirklichkeit' g-a r m i.chtt dann) könnte Man sich hierin - mit ' ihm vielleicht noch verständigen. Allein Breuer geht "noch elnen SchM weites Er^ent- ' mn.tigt sogar den ganz harmlosen, schlichten Leser, der sich.'niemals gegen Koheleths weifen Rat — „des vielen Bücher-, machens kein Ende" -.-^ vergangen hat, .indem .er:im Vorwort sagt: „Unsere Vorstellungskraft reicht für -das '.Verständnis biblischer Gestalten und .Szenen michi aus, weis die Wels-der Bibel... der rationalistischeü Seeleneinstellung -heutiger?Mett-s schen" so gutwie unerreichbar ist.'-Wie^ man'öS.'Mv.tzgeWüM. '-soll,-sich in das Goitesbuch zu versenken,; „das wird-imwer der. Auserkorenen Geheimnis-chleiben".^W<chrlich, da "könnten der Bibelleser nicht niehrwerbleiben al^ der würdigen Mitstreiter -des Jernbbaal. " ' ' . Es 'ist dies bezeichnend für das Schwelgen in Supev. i lativen' des Wortes und des' Gedankens bei Breuer» Gewiß ist es richtig, daß insbesondere den jüdischen Bibelleser ein ' in ni g es s e e li sch es Ver hä l tnis zur Bibel auszeichnen soll. Hin solches ist aber weit davon entfernt, auf ein wissenschaftliches Verstehen und-Begreifen zu verzichten, geschweige .denn dann eine sündhafte Ueberheblichkeit. zu /erblicken. , . Der Verfasser ist ziuüeist frei pon.dqr.Kopistenmanier, .mit welcher andere Mitarbeiier. dieser Bib'elausgabe den. Stil Samson Raphael Hirsch' .wiederzugeben sich, bestreben. Er verfügt über eine eigene hohe Patheiik. Leider geht diese -zuweilen mit ihm durch. So, wenn er uns (S. -13) die „biblische -Wink- und Hauchsprache" verständlich machen will. Auch fehlt! es an -EiifMfutrM ustWi:, '^.welche. 'die, $\> - fürchtige Demut des srommen Lesers geradezu bläsphemisch - amnuteu müssen.^ „Gottes Ähnung... war eingetroffen" (!). (S. 21). Das kann nur bedeuten' wollen: Also Gott hat döch. schließlich recht behalten. Hie und da gefällt, sich der ,',Kommentar" in Seitenhiebeu und. Fußtritten — ex ungue leonem — gegen das nationale Judentum. „Ihr Stamniesstolz' (der Äaniten).... war imgebröcheii, obwohl' Je.. zu ienern, Räubern und gewalttätigen' Eroberern entartet waren. Solist auch in unseren Tagen Nationalismus zu einem- Asyl für ihrem Gott' Entfremdete, religiös Obdachlose geworden." (S. 187.) Diese Tendenz findet im zweiten Teile des Vorwort.'s, auf das noch einmal verwiesen werden MUß, ihre allzu deutliche Ausprägung. Dieser ganze Pass-is ist eine zornmMge Predigt, gehalten und vorgehalten unserer Zeit, in der „ein jeder tut, toas recht ist in seinen Augen". Er gipfelt in slamn^ndeu Kampfesworten gegen die Palästinarenaissancebeweguug u-t> ' serer Tage. Heiligen (?) Eifers v.-ill, wettert der Verlasset: „Was soll uns Palästina, wenn die Männer, die da wvyne.', mit der heldischen Pose eines Gideon und Simsow nicht auch den Geist ihrer götlichen Berufung und ihres heiligen Nas'rtnms verbinden?" Wenn der Berfisser es sich durchaus nicht erklären kann, was-uns Palästina s/ll, dann verweisen w'.: ihn hinsichtlich der von dort her zu erwarlendeu, fürdas Gnamt-;>.dentum dringend Uotwendigeu Lösungen kultureller und' rein religiöser Fragen und Wünsche — auf die wenigsnns sollte es doch auch der Richtung des Verfassers ankovimen — auf einen kürzlich erschienene Aufsatz eines ernsttu, jüdisch fühlenden Ma'mns:' „Der Wiederaufbau Palästiuns im Zusammenhang der jüdischen Geschichte" im Jahrbuch suc >udi^' sche Geschichte und Literatur, Berlin 1921—1922. „Was soll uns Palästina, weuu die Fraueiy die da wohnen, Wohl den Hümmer einep Ivel schwingen, doch fern und fremd Und feiu'o sind dem Geiste, der aus Deboras Flammenworten spricht?" fragt der Verfasser weiter.. Nein, die jüdischen Frauen, deren Herz für Zion schlägt, sind dem Geiste einer Deborc: Weder fern noch fremd noch feind, wie es der alliterative, hirnrissige» heiße Haß des Autors sicht, sondern um so vieles überleben als die Verwirklichung und Erfüllung beit Anfang und die Vorbereitung, überxagt. „Was soll uns Palästina, wenn die Meuscheu, die da wohnen, die Auferstehung des Landes. im Geiste modernen Götzentums erstreben?" Ein Fanatismusexzeß, der niedriger ^gehängt zu werden verbieitt. Ist er i.un) etwa eine Frucht „ehrfürchtiger Demut",, mit welcher der Verfasser an die Abfassung dieses Buches herangetreten ist/ oder bereits, wenn auch n,icht wissenschaftlicher, so doch „durch nichts gerechtfertigter lieber-' heblichkeit"? ' - -__ Dr. Rfd. I. A. Sanier: Mein Indien. F. K. Koehlers Verlag, Leipzig. , , . Der-seltene Fall:-Ein Europäer-verzichtet freiwillig auf sein Europäertum, verzichtet auf alle Vorteile, -die ihm sein weißes Gesicht in den. Kolonien bietet und zieht fünfzehn Jahre als Inder unter Indern durchs Land. Die Mentalität eines solchen Menschen müß sich andern: wenn er auch im Letzten sie:- Europäer bleiben muß, irgendwie färbt Las Land doch auf ihn ab, er sieht tiefer als die Europäer, denen Indien nur eine Di '»chgangsstation. ist,.er.kann die Leiden und die Freuden des Einaebornen erkennen und er wird eines Tages verstehen, was . den Orientalen groß und den Okziöentalen nichtig im Ver-^ HältnisMm Sinn des' Ostens macht. 'Sauter,^ der Autor dieses. ganz und:, gar unliterarischen, stellenweise erfrischend naiven Buches, hat Indien erlebt nicht wie ein Schriftsteller, sondern wie ein Mensch, der zu'erleben,- der ansznnehmen fähig ist. So mußten diese mit einer außerordentlich seltenen wehmütigen Herzlichkeit geschriebenen Aussätze zu einem bedingungslosen Bekenntnis.zum'Osten sverd^n, mußten lveit mehr .werden , als., ein empfindsames Neisebuch^ Ich kenne wenige Arbeiten, die,- lebendig und dennoch maßvoll, Bilder eines wahrhaften Lebens, geben: dieses Buch, dessen Titel schon wie eine Privatangelegenheit des Autors anmutet, ist eines dieser wenigen Bücher. Ein Band wirklicher Liebe unifaßt diese Skizzen, vom Bilde, eines friedlichen Dorfabends im Dschungel bis zu dem. grauenhaften Abbild bes Elends, das der, Europäer ins Land gebracht hat, bis zu den Bildern der „Früchte auf dem Gistbaum abendländischer Kultur", die den indischen Arbeiter zum elendsten Menschen der Welt machen. Eugen Hoeflrch. . . . Schsch-Chrsmk. Partie aus dem internationalen Schachmeistertnrnier in Pystian. Weist: Alfrchi«. Schwarz: Dr. Tarkakoitt< 1. d4d5 17. D c2!5 2. SfB " Sfö 18. Ld3 L c6 3. c4 cöl) 19. S c5 Lb7 4. c X d *) cXd 20. Lfl SC6 5. S c3 Sc6- 21. SXc6“) DXc6 6. Ltt»)'* S c4 *) . 22. a412) Tf6! i*) 7. c3 , S Xc3 23. Db3 Kh8‘<) 8. b X c e6 24. Db5 De4 9. Ld3 - . L d6 *) 25. a5 Tg6») 10. LXdö«) D XL > 26. d5 : eXd 11. 0—0 0—0 ') 37. Tel Lc6! 12. el dXe 28. D a6 »•) Dg4! * 13. L.Xei Ld7 29. DXa7 dxc4; 14. c4- Tad8 30. D b6 : Tg8 15. V d2 *) b6! 31. h3? 1T) . Df3! 16. Tfdl Sc7 .Weiß gibt aus. POBUHBOl irr ti(ifrm-f«*".#ni MMMGW 9953