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Wiener Morgenzeitung · 1922-05-20 · Heft 1186 (20.5.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1186 (20.5.1922)
Date
1922-05-20
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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tniriisö WMj GMSlüg F.bis wonach Lieler $ür|lier für tie Zeit vom 1. November h. i. März 1Ö23 für dös Baimund-Lheater getronnen wurde. An der NenenWie n e k B ü b n e wird das Gast-. spiet Carola L o e l le und Max Etil l st o-k f in öjtn.ßii|fspiel ,»D1 e Lieve w a ch (ll'Mvnr vöiütz) von Fl^rs uiib Caillavkl bis inktufivö Svmikagden 28. d. derlmigeu. Ais Nachmittagsvorstellung. geht hetike, l/A Adr, „fl a tu« a l Nasch i Ü", Goiinerskag den 25. d.. 7a4 Ahr ,.D a t t r" und Sonntag den 28. d. ,»G eite r a l Gold f ch e in". in Szene. Lm W i en e r K o m ö d i s n.Haus wird. allabendlich um 7. Uhr „Die PariatftentSKüthj" mit Kanst Mie und Otto Glaser gegeben. Aden Sonn-» und Feiertag nachmittags um V,ö Ahr, geh! „$ e t 2 ö h m i n A merika" in Szene. » - . Im Ö o b ön n S tr a n st»T h e a i e t peransiallet di« r u f H sch t T ä n z e rin Zar fl, A \ e x e j e womit ihrem Partner Kolger Mehste n .Frettag dest 2«. d. einen Tanzabend. Das KÜhstirrpaar, das sich auf einet Gastspielreise öurcy ganz Euroga besindzt, dringt. Tanzdichrungen von Matceau, Andrtjesf und Keliostalaki. vertont von Borödln, Glinka, Mussörgsky. Saint-SaW» Biitzow». Gheg, Rubinstem» Glazonnow und Tschatdowsky zur Änffühmng. Die dekorative Ausstattung stammt von Georg Saltsr.Kostüme von Pruschinsky. Ä Sm Merro voliheater geht alidbendlich, V-S Ahr, «D e d e" mit Früulein Poldi Bauer als Dentie in Szene. - DM Wiener Symphonie-Orchester ist in Not geraten. Zu, feine..: Erhält i mg iverden Kwei Zistlen von Shinphonie^- KöNzorten für die. nächste Saison vorbereitet, die Franz S ch ä l 5 (sechs Abende) nstd Bruno Matter (acht Avendc) leiten werden. Anherbem kmrdo das Symphonie-Orchester, das dem» Wiener KimstlebLN nicht verloren gehen darf, von verschiedenen Äonzeriunternehmungen .für eine Reihe von' Konzerten verpflichtet. : ' , ' ' Gestempelte Keytre —.0830 Cetttimes. Äluszahlürtg Msn ----- —.0SSÜ EentLiksS. Sn Zürich mokierte . di? österreichische KkM . . v ^.C&50 (—.0550 am: 18. Mai) die öslerr. gesiempelte Krone«, —iQSöO (--.0550 am ,18. Mai) die lschechischr Krone . . . / Ö.97 (10.— - am 18. Mai) die Mark . . . . . . ..• 1.75 ( 1.77 am 18. Mai) Agram . 1.87 (1.90 Qm IS. Mai- Bukarest . . . . . . . . . (—.— am 18. Mai) Budapest . . . ... . ^.6S (-.57 M 18. Mai- Warschau ......... —.IS (—.13 am 18. Mai) Leipziger Premiers einer altgriechifchen 'Komödie. Im Leipziger alten Theater wurde Men anders Komödie „Das S'chiedsgericht" zum ersten Male artfgesührt. DaS fragmentarische Lustspiel, welches zweitausend Jahre alt ist, wurde vor einigen Jahren auf Papyrusolättem aufgefunden'Mnd von Professor! Alfred Kört es und Friedrich von Oppeln-Bronikowski geschmackvoll ergänzt. Eine junge AtheNerin Ivird nach, fünfmonatiger Ehe Mutter Und setzt das Kind aus, um die Schande za verbergen. Der Gatte, der abwesend war, .hört das unangöNehcke Gerücht und hält sich, um die Gattin zu strafen, an einer bildsauberen Harfenspielerin schadlos. Ein Hirt entdeckt „das Kind, überläßt eS einem Köhlerbehält sich aber , die Gegenstände, , welche die Mutter dem auSgesetzten Kinde beigaü. Diesführt zu einem Streit, den ein Athener Bürger schlichtet. . An untrüglichen Kenrueichen wird sestgeftM, datz. der. Gatte, selbst der Väter des.Kindes,ist. Bet etnem Bäechüsfest haben jene beiden den Fchltritt mit einander, begangen und einander nach Monaten geheiratet, ohne sich Wieder Kn erkennen. — Die fünsaktige Komodie ist überaus lustig und ging pausenlos mit durchschlagenden Erfolg in Szene. ^Gin Theater für ArbeitAkt Die Hlseder Hütte hat als Geschenk für ihre ArbeLttt in Peine eiwLheatttgebäube errtchtet.. ES enthält im Mittelbau ein für 900 Zuschauer ein- Michtetes Theater mit.einer MusterLühnö.Hin versenkter Orchesterraum für 60 Musiker soll auch'die Aufführung von Opern ermöglichen. Den rechten Seiienflüael nehmen Restaurationsräume und kleinere Zimmer ein, der linke Seitenflügel beherbergt die Bibliothek. Sie mnfatzt vorläufig 4000 Bände. In einem geräumigen Lesesaal liegen 108 Zeitungen mnd Zeitschriften auf. Das Haus wurde mit einer Darstellung von!Lchiller8 „JungfrM oütt Orleans" eröffnet. Paul Baratofs, dasMitglied der Freien jüdischen Bolksbüyne,ckbsolvittt-dtoser Tage sin.kurzes Gastspiel in Kondom Der Künstler Md eint? feiner bestön Rollen, den Baten' in GordinS,„Uebsr'M Ozean" spielen. DäS Stück geht in^Londom als Wohltatigkeitkvörstellung Mgünftender Hungernden Müßlands iir russischer- Sprache in Szenen ^^. Neue 'LoWvSj^andMg^n der Schaüspteler^ Die DühM-' angehöri'gen haben an den Direktorenverband neue Forderungen gestellt. Sie verlangen-eine Erhöhung ihrer Gesamtgägen um Lö Prozent. Die beiden Porreien haben, bereits einige Sitzungen abgchalten, die Ebnislos verliefen. Die Austragung der Loynangelegenheit dürfte einem Schiedsgericht übertragen werden, Johann GtrauhMusirsest. DonnerMg. den 25. d.' (Feiertag) findet zugunsten des Erstett österreichischen BlindenvereinS ' in Weigls-Dreher-Park und Katharinenhalle,,'12. Bez., Schön- Lrtmnerstraße, ein Johann Sirätth-Mltsikföst' (ReMiNiszenz an dis Lage bon AltwM) 'statt. Um ö Uhr im Freieu: Großes Johann Strauß-Konzen; utit 1 Uhr in der Küthartiienhalle: Johann Strauß-Akadeinie. Mitwirkende: Felieie MiÜaesek, Kammersänger Georg Ma'ckt, Klara Musil/ BurgschaNspieler Karl Leska,' Heinrich de Larrv, Prof. Röderich.Batz und andere hervorragende Wiener Künstler. Großes Orchester. Das Fest wird vei ftder Witterung abgehaltön. Karten zn 800, 1200 und 1600 Kronen sittd zn haben in den bekannten KartenbureauS imd.in der Kanzler des. Ersten österreichischen Blindenvereins, 8. Bez., Florionigüsse äl. . . Geselligkeitsabend des Jüdischen Gesangverein-.- Zugunsten 'der,.hungernben Juden Rußlands veranstaltet der Wiener Jüdische Gesangverein h e n t c im Dcutschutelster- Schützenhaus, 8. Bez., Albertgasse 49/ einen GeselligreitSabend unter selbstloser Mitwirkung hervorragender jüdischer Künstler und kunstvegabter Mitglieder des »Vereins. Begrün 8 Uhr abends. EnftmM.GastsM der Freien jüdischen VskkSbvyne in Rumänien. Die Freie jüdische Volksbühne schließt ihre heurige Saison am 28. d., da das gesamlo Ensemble für die Monate Juni, Juli und Ängust zu eineur Gastspiel, ln Oiumänien verpflichtet wurde Die jüngste Novität „Jedem fein Gott" von Pinski gelangt mrr noch Sonntag, Montag unb Dienstag zur Aufführung. Mittwoch den 21. d. geht, neu einstudiert, Dhmows dreiaktigeS Spiel „Der Singer ftn fein Trauer" in teilweiser Neubesetzung in Szene. Die weiblichen Hauptrollen werdett bott den Damen Deutsch nud Weintraube Grüf, daraestellt. ,Mit der Wiedervolung des - Dym'owschen Stückes schließt die Freie jüdische Bolksbührre ihre heurige Tätigkeit. Tags zuvor geht Asch' Kbmödie „Der Landsmann" in Szene. ‘ / Dr. I. Bloch: „Erinnerüngen ättS meinem Leben". So° ebett, erschien der zweite Band „Schwttrgerichtprozeß contra Pfarrer Dr. Deckcbt llttb Paültts Meyer". Kein MentotreNwttk gibt ritt derart anschamicheS Bild der Jüdettfrage^ int alten Parläitwltt. sErstct. und zweiter Band, broschiert, je. 80 Mk., geb. je 100 Akk.) Erhältlich: Buchhandlung R. Löwit (Doktor Präger), 1. Bez., Notenturntstraße 22. , ValMenkurse. ' Die. ungünstige Beurteilung der KreditakttoN in London und die Berschiebung der Aufhebung' des Generalpfandkechtes führten im gestrigen Verkehr zu einet wes e n L! i ch e n B e r L e u e r u ti g' der fremden IahlungsmiÜel, zumal der großen Nachfrage nur geringfügiges Material an Ware gegettüberpanv. Mchfteheüd die oWellen SchlGkütse: VsrMLnttlettunK Älen vevjssttreiitrLls vom 19. Mai 1922, Devisen (Sehecks und Aus- . Zahlungen) Amsterdam f. 1 ftoiU dulden »; Agram, l iüK. Krofteu .... Belgrad 1 Dinar , ... . . gerillt l deutsche RefctUmark . rüsscl 1 belgische Franc« . . . Budapest 1 Ungarische Kronen . Bukarest 1 Lei. . , . . . . . ChflStlänl# I florweg. Kronen . Kopenhagen 1 dänische Kronor . London l Pfund Sterling . . . Ksdrtd 1 Nösstas ...... Mailand 1 Lire . ...... ttev Vorlr I DoNar. . . . . . pdf(d f tr*^<ifipc Prag 1 tachecho-siow. Kronen . Sofia 1 Lewa . Stockholm 1 schv/edischeKronor . Warschau f polnische Mrirh . Zürich l schweizerische Frntics,. ' Notöil Amerika«. Note« v. 5 Dollar aülw. » kleinere ... Belgische Noten 10Ö Francs . .' Bulgarische Noten su 1000 Leva . . . * ' V .100 * * » Kleinere. . . Dänische Nöte« 100 Kroner . . Deutsche Nöte« zu 1000 Mari:. . # M ,*• 100 » 4 „ ff klsirtete. . . i. Erigl. Note« vöti 0 Livrest. auhv. j kleinere .... * franisosische .Noten 100. FranCS . Holländische Noten NX) dulden . italienische Noten v. 106 Lite nutw. n „ Kleinere . . . lugosi. Noten ungtzst. zu lödo Dinar h » ti * .WO M h H ' h Kieuiera . . Norwegische Noten 106 Kroner . Polnische Note« v. 50D Mark anlw, v' ,. „ klöinerc. . . Rumänische Noteii.suiOOOtuSpöLel „ „ kleinere .' . .* Nuss. Noten (Roman.) zu 500 Rubel .< ■ W . ' * :i». lOO » » „ ., kleinere . » Seliürcdi8Che Nöten 100 Kronor . schweizcrlsene Noten 100 Francs' Spanische Noten 1ÖO Pesetas . . Techecho-slow. Not. v. lOOÜaufw. „ , kleinere . . Ulignr. Noten (neue Em.) zu 1000 Kr. * . ZU 10.000 Kr. . . . . » kleinere ..... zä“ °°" Ware Kurs v. 18. Mal Geld Ware 4% 3S77M 3882,50 3753.50. 3753,50 6 4o.67 35.73 34.72 34.78 6 142.38 142.62 138.58 133.82 ft ■ 33.45 33.35' 32.826 32,925 5 831.50 832,56 803.50 804.50 t> 12.•395 12.455 12.16 s 12.21 ö'/- ifcm- 1891'.- jau- 181U— S ■2143.75 2146.25 2083.75 2091.25 4 44.675 44,723 43.123 43.175 6 1563.70 1566.25 - 6 513.70 614,30 666.70 507.30 4V,. im~ 10.066 Ö594.— 07CÖ. - & 911,50 9I2.SU 832.50 833.50 S 101.40 191.66 .183.18- 185.33 (iV3 74.93 75.05 72.45 72.53 5 2558.50 2551.SU 2458.00 2461.50 .T 2.18 2,42 2.355 2.395 8% 1918.75 1921.25 1653,75 1856.25 9931.50 9943.50 9344.- 9356. * 8?!h 50 830*30 799*50 BOOiöö ,73.45 73.53 7(;,05 , 71.05 — .TT; .70.43 70,55 2m.ri> 2123.23 20601*75 207Ü23 .33.70 33,80 -33,075 33.175 ’ ■ Jii;**. ' U'ü ~*n. 44,375 41.423 43.125 43.1*75 . J,; - . — . Hn>1 bA —. **- 682,50 H72.S0 3743.80 8^3>5j 3743,50 509,70 510,30 30476 ‘ 5-25.20 143123 142^52 lÜ!l8 ii*i im.Z iäqi'.- nio‘.~ ÜSli- 2.38 2,42 2.325 2.365 68.4 t 68,53 60.51 66.63 SSRitiO 1503.15 i£i? 12.42 2541.50 2438.30 1911.25 1843 75 c-.- 1493.15 J01.35 105.15 lös. — 12.48 12.15 2441.50 1851.25 1501/25 185.35 185.20 12.21 Bnglischer WirLschastsberLcht. Es ist in letzter Zeit sowohl Volt Dliiikcrit als auch Von GeschüfiSIentcu so viel, über das Thema „Wiederaufleben, des Handels^ gesägt und beschrieben worden, daß es am Platze feilt dürfte, diese Aussprüche durch die. eines so bekannten Lankfachmannes iviö Mr. MaeKen na zu ergänzen. Der . Ton seiner am 19. d. in Bradford vor der Morsted Gpinnerr' FedeMjou'^ gehaltenen istvdo klang im gaitzen nicht.eMsttt-. gend. Die Zeit ist vorüber, sagte, er, wo wir uns selbst einreden konnten» daß Opiimiömus soviel ist wie Aufträge, daß ein internätionälcr Vertrag wirklichen. Geschäften gleichkommt oder daß Hn reger-Verkehr an der Effektenbörse ein Wiederattfleben des Handels bedeutet. Dagegen fand er in verläßlichen Anzeichen, wie in den Bewegungen der'Bankvorschüsse, . der inländischen Wechsel, der Bankakzepte usw. eine Bestätigung seiner Ansicht, daß der Händel an Nnifang. zunimmt, wenn auch natürlich von einer Blütezeit keine Rede sein kann. Mr. MacKeNna wies pvN neitem auf die Notwendigkeit einer wesentlichen Reduktion der Stenern hin und - jtab stincr Ansicht Ausdruck, hast trotz der kürzlich gewährten Erlvichternitgen die öerblewende Steuerlast immer noch zu groß sei. Er steüte die Behauptung auf, daß die.jetzige Einkommensteuer den Steuerzahler Nicht nur zu einer über- 20, Mai 1922 __ Seite 7 triebenenSparsamkeit zwingt, .sondern auch jede Ansammlung von Kapital immöglich macht, welche für die Entfaltung der Handels notwendig ist. — Ein weiterer wichtiger Punkt seiner Rede behandelte die Möglichkeit einer nenerlichenGeldinflation. Aus seinen Ausführungen ging hervor, daß er diese verhängnisvollen Folgen einer derartigen Rückkehr zn den finanziellen Methoden der Kriegszeit für möglich halte und fürchte — 'und er äußerte direkt seine Meinung, daß — wenn es übermäls^zn einer Inflation kommen sollte —t es sehr schwer fallen Würde, ihr Einhalt zn gebieten. . ‘ * Das' wirtschaftliche Ergebnis der Genua-Konserenz ist ftir Großbriianniens Handel mit Europa von größter Wichtigkeit^ Bor dem Kriege hafte Englands HaNdel mit Deutschland einen riesigen Umfang angenommen, indem Großbritannien^ von Deutschland, hauptsächlich Fertigsabrikate bezog und dagegen' nach Deutschland große Mengen Von' Halbfabrikaten lieferte, welche in deutschen Fabriken sertiggestellt würden und dünn der englischen Ware in alleit Teilen der Welt Konkurrenz machten. Um sich einen ' klaren Begriff darüber zu machen, in welchem Verhältnis ein oder bas andere Land zu benr Jndustrieleben Englands steht, ist es besonders wichtig, zu prüfen, ob seine Erzeugnisse die Englands ergänzen oder, wie es bei Deutschland der Fall war, für sie eine Konkurrenz bedeuten. So betrug der Gesamtwert per im Jahre. 1913 von Deutschland importierten und für Englands Gebrauch .im Lande zurückbehaltenen Ware nicht weniger als 76 Millionen Pfund Sterling; hiervon entfielen 62 Millionen auf Förtigfabrikate und 6 Millionen auf raffinierten Zucker. Englands Export nach Deutschland betrug 40 Mlltonen Pfund Sterling, wovon Rohmaterialien, achteinhalb Milliouen, Leder nnd Leinengarn ungefähr eine Million, Wollstoffe und Wolle ungefähr 4 Millionen und sonstige , Arten von Garn 'fast 2 Millionen Pfund-Sterling ausmachten. Der Wert der aus Frankreich emgeführten und in England verbrauchten Ware erreichte iy. demselben Jahre 40 Millionen'Pfund Sterling, wovon achteinhalb Millionen auf Lebensmittel und Getränke, ' sechseinviertel Millionen auf Rohmaterialien entfielen. Der Import von Schmucksachen machte eindreiviertel . Millionen, von. Spitzen eine Million, von Seidenwaren fünseinviertel MtllioneN und von Wollstoffen 3 Millionen aus. Bon den nach Frankreich verkauften .Waren im, Gesamtwert von 29 Millionen stellten fast siebzehneinhalb Millionen Fertig, sabrikate und acht Millionen Kohle dar. Das gegenwärtig im Parlament behandelte'Gesetz betressend Warenmarken dürste ans dem Grunde aus heftigen Widerstand stoßen, weil durch dessen Annahme den Käufern die jeweiligen Länder bekanntgegeben werden würden, aus. denen die verschiedenen Waren für England bezogen werden. Bisher hatte kein Gesetz existiert, das die engltschm Geschäftsleute daran gehindert hätte, fehlende Aften aus denr Ausland zu beziehen, ohne die überseeischen Kunden von deren Provenienz in Kenntnis zu setzen. Dem neuen Gesetz zufolge soll es für strafbar erklärt--werden, bi^ llrsprnngsmarkdn von den eingeführten Waren zn entfernen; doch wird der Board of Trade berechtigt fern, die Worte „Made abroad" durch „Made in Germany", „Made in Austria" usw, zn ersetzen. Dieses Gesetz ist hauptsächlich deshalb in erster Lesung dmchgegangen, weil es als Schutz gegen deutsche Ware gedacht ist, die als'englische Ware weiterverkaust zu werden pflegte? Die Versuchung, zum Beispiel französische Erzeugnisse als englische weiterzn- ' verkaufen, ist nur gering, da französische Waren im allgemeinen nur wenig Aehnlichkett mtt den englischen habendas heißt-speziell sranzösisch sind und als solche verlangt. Und gewertet werden. Das Gesetz bedeutet somit, wie bereits erwähntin erster Linie eine Selbstwehr gegen d.ie Konkurrenz der deutschen Industrie. _ > Steine Fusion zwischen Äoden-Medit« Anstalt nnd Unionbank. Wir erhalten das folgende Cöinmunique; Die Allges« Nteine österreichische Voden-Eredit-Anstalt und die Uttionbaul haben vor länget als einem Jahre einen allmählich durchzusührenden engen Zusammenfthlusz vereinbart, der, wenn Möglich, zur völligen Vereinigung der beiden Institute hatte führen sollen. Die definitive Durchsührtmg dieser Transaktion wurde von einer entsprechenden Lösung der juristischen, insbesoNders der steuerrechtlichen' Vorsragett abhängig gemacht.' Diese Voraussetzung hat sich bisher nicht erfüllt. Während in der letzten Zeit die tschecho- Slowakei und Deutschland durch Abschaffung der FusiottsfteNer den Zusammenschluß großer Unternehmungen begünstigt und damit eine rationelle Wirtschaftsführung ermöglicht Wen,, beyarrt ilnsere^ Gesetzgebung noch immer üus den Fusionssteuern und gestaltet infolge der sich hieraus ergebenden ungeheuren Kosten derartige Transaktionen zu einer praktischen Unmöglichkeit. Da nun einerseits eine Aenderuug der bezüglichen gesetzlichen Bestimmungen in naher Frist nicht zw erwarten ist, andrerseits aber ein solcher zu lauge dauernder Schwebezustand den Interessen der Bödeu-Eredit-Anstalt und der Unionbank nicht sörderlich gewesen wäre, wurde das zwischen den.beiden Instituten auf eine' solche Vereinigung hinzielende Ueberciüi kommen einvernehmlich gelöst. , eääetmaiSk MM-MchW BWCttH!W«WWMW»WW 1913 51

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