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Wiener Morgenzeitung · 1922-05-17 · Heft 1183 (17.5.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1183 (17.5.1922)
Date
1922-05-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1183 . Wien, Miüwrch Wiener Morgeuzeitung_ 17. Mai mzn_ Seite 7 * Die drahtlose Epidemie. Die „Frankfurter Zeitung" schreibt: Es ist noch nicht lange her, daß die Leidenschaft für drahtlose Telephonie zum Hausgebrauch in Amerika Wurzel schlug, und nun, nachdem sie sich über die ganzen Vereinigten Staaten ausgebreitet hat, nimmt sie auch von Kanada Besitz. -Jedermann sitzt begeistertin seinen vier Wänden und „hört" Vorträge, Konzerte, Opern und die letzten Börsenkurse, die wie Samenkörner breitwürfig über den Kontinent 'gestreut werden. Eine einzige Firma, die den Hörapparat liefert, soll im vergangenen Jahre nicht weniger als fünf Millionen Dollars an der Sache verdient haben. Vorläufig handelt es sich immer noch um. eine Modesache, eine wissenschaftliche Kuriosität, die man kennen muß. Im Laufe der Zeit wird sich erst Herausstellen, ob sich die drahtlose Telephonie dauernd einbürgert oder ob sie ebenso schnell, wie sie kam, auch wieder geht. Denn für Leute, die in bequemer Nähe von musikalischen und belehrenden Veranstaltungen wohnen, wird es immer lohnender sein, diese Dinge an der Quelle zu genießen, anstatt durch den Apparat. Auch wird die neue Einrichtung Wohl kann: zu einer ernstlichen Konkurrenz mit der Zeitung führen, denn sie hat den Nachteil, daß nrau sie in toto genießen muß, oder gar nicht, während doch d^r eingefleischte Zeitungsleser sein Blatt nie von der Überschrift an durch den bunten Salat der politischen, lokalen, Sport- und Handelsnachrichten bis zum Bekenntnis des verantwortlichen Redakteurs hinab liest, sondern seine ihm zusagende Auswahl trifft. Doch bietet sich gerade in der Neuen Welt lohnende Möglichkeit für eine dauernde Beibehaltung, denn dort gibt es noch weite Bezirke, in denen der einsame Siedler auf Meilen in . der Runde keinen Nachbar hat, seine Zeitung erst in großen Zeitabständen empfängt und von den Genüssen der Kultur ganz abgeschieden ist. Für ihn wird die „drahtlose" ein Segen sein. * Vom palästinensischen Arbeitsmarkt. .Das Emigrationsdcpartement der Zionistischen Exekutive hat seit Beginn der neuen Einwanderung ihr Hauptaugenmerk auf die. Arbeitsbeschaffung gerichtet. Sobald die jüdischen Wohlfahrtskmnitees die Einwanderer empfangen, und mit den Verhältnissen des Landes vertraut gemacht hatten, begannen die'Bemühungen des Departements, die der schnellen Produktivierung der neuen Aufbaukräfte galten. Der so organisierte Arbeitsnachweis konnte bereits 9000 Einwanderer ohne Benachteiligung anderer Landesbewohner mit Arbeit versorgen, wobei zahlreiche jüdische Neugründnnaen in Stadt und Land dis Tätigkeit der Vermittlungsstelle wesentlich erleichtert haben. Aber auch bei öffentlichen Unternehmungen aller Art haben die Einwanderer dank ihrer körperlichen Verfassung und Arbeitsfreude Beschäftignng gesunden. Bei amtlichen Holz- und Brückenboutcn wurden allein 500. im Transportwesen und in den Häsen von Jaffa und Haifa 400 Arbeiter beschäftigt. Die höchste Zahl der vermittelten Stellen bezieht sich aus den Straßenbau, an dem' über 2000 Juden beteiligt waten. Neuerdings ist es gelungen, die Post- und Eisenbahnbehörden in höherem Maße für Mische Arbeitskräfte zn interessieren, so daß auch dort 400 Einwanderer untergebracht werden konnten. * Einladung des „Hias"-Dkrektors nach Genua. Der Kommissär der Emigrationsabteilung des Völkerbundes, Dr. Fritjof Nansen, hat den Direktor der europäischen „H i a s"-Abteilung, Herrn Adolf Held (New-Aork), zu einer Konferenz nach Genua eingeladen, wo die Frage der russischen und ukrainischen Auswanderer erörtert werden soll. (I. C. B.) * Von öeulfcher Art und Sitte. Aus Leipzig w rd der „Frankfurter Zeitung" geschrieben: Bei der Trauerieier für den verstorbenen Rektor der Leipziger Ä a n d e l sll) o chschule. Geheimrat Pros. Dr. Abraham Adler, ereignete sich ein unniaub'idjer Zwischenfall. Die V e r b i »d u ngen an der Handelshochschule, die völkisch orientiert sind, verweigerten öemwislratw dcm Entschlafenen die letzte swdewische Ehrung und unterließen es, ihre Chargierten nach akademischer Sitte zu der Feier m Wichs zu entsenden. Die jungen Herren haben es bei seinen Lebzeiten keineswegs unt"r ihrer Würde gehalten, sich van ihrem Mischen Professor, der eine anerkannte Autorität war, uniemäM und prüfen zu lasftn, sie haben es nicht zurückpewtesen, wenn er ihnemsür ihren Lebensweg Ratschläge und Empfehlungen gab; innen Tod aber zu einer antisemitischen Demonslration auszubeulen, haben sie den Mut ünd Takt. * Das Museum für Naturkunde in Jerusalem. Die Zionistische Exekutive in Palästina hat bekanntlich in Jerusalem ein Museum tür Naturkunde eingerichtet, das feit seinem Benetzen sich der besonderen'Beli.'btheit aller Tonrillen erfreut. Aus einer Veröffentlichung der Museumsleitung geht hervor, daß nn Fahre 1921 nahezu 5000 Besucher eingetragen wurden. Zn den erjien drei Monaten dieses Jahres sind bererls 1500, im Monat April, während der Ojlerle>ertage 9000 Besucher eingelragcn worden. Die Sammlung enthält die geiamte palästinensische Flora und gist allen nach Palästina kommenden Forschern als ein Beispiel wissenschaftlichen , leißes. '* Ein polnifchrr Patriot. Wie uns aus Lemberg berichtet wird, hat der polnische Graf Lanekoronski gegei) die allzu hohe Bemessung zur Lersiung der einmaligen Vermögensabgabe rekuriert und in seiner Besch Werbeschrift angeführt, daß die S t a a t s z u g e h ö r i g k e it Oslgciliziens internatiomai noch nicht geregelt fei und Polen kein Recht habe, insölange die Entscheidung über das Schicksal Ostgaüziens nicht gefällt wurde, V.rmöHensadgabe einzuzrehen. So handelt die patriotische Schlachta in Ostgalizien l * Das Mitte'fchutturn- und Spielfeft. Das Ministerium für Inneres und Unterricht hat anläßlich des Mitteischulturn- und Spielsestes für die staatlichen uiid mit dem Oeffentlichkeitsrecht ausgestalteten Knädenmittelichnlen einschließlich der Handelsakademien und Lehrerbildungsanstalten, den 17. Mai. für die ue blichen Schulen sowie für die Wiener Handelsakademie für Mädchen den 18. Mai, für sämtliche Anstalten die Nachmittage des 26. und 27. Mat und ü.m 17., beziehungsweise 24. Juni schulfrei gegeben. Freie jüdische Volksbühne v Gastspiel in der Ro!and-BUhne 4280 e n t e 1 Am c AI tl Schauspiel in 4 Akten l/j8 Uhr abends! J vU vI 11 dvlll vJvJll von David Pinski * Zu Rave nach Patüfttna. Infolge einer Wette um 150 englische Pfund begann am 7. d. der 27jährige Jakob S t a r o s e l s k i, aus Riga stammend, eine Reise auf dem Zweiradvon Berlin n a ch I e r ü s a l e m. die der Magemulige ganz allein unternimmt.. Sie soll etwa 60 bis 70 Tage dauern: die 5000. Kilometer lange Strecke führt ihn durch die Tsckecdo-Slowakei, Rumänien, Bulgarien, die Türkei nach Konslanltnopel: von da durch Kleinasien nach Palästina, in d ssen Hauplstadt Jerusalem' die Reise endet. Der Start erfolgte früh i6 Ubr am Brandenburger Tor unter .sportbehördlicher Aussicht. („2. Z. am Mittag?) * Die; Tagung der Grmejnveu unv gemeinnützigen Mvhnungs- «. Bauveroinigungen Oesterreichs findet am 25. und 26. Mai in den Sälen der ntederösterreichischen Kandelsrmd Gewerbekammer in Wien statt. Wie aus den eingelangten Anmeldungen hervorgeht. werden nebst den Emberusern alle bedeutenden Finanzinstitut?, eine große Reihe von Landesvsrtretungen, Delegierte der Bauindustrien u> d sonstigen w rlschattlichsn Verein gunqen t"ilnehmen. Die Beratungen, zu denen auch die in Betracht kommenden Bundesmin'stert'en ihr Erscheinen in Aussicht stellten, bezwecken, wie aus der Tagesordnung hervorgeht, den Schutz der gemeinnützigen Bauiätigkeit. die Wiederbelebung der fast Onzlich ins Stocken geratenen privaten Bautätigkeit und dadurch eine Linderung der ungeheuerlichen Wohnungsnot. Ferner werden Vorschläge zur Behebung der immer mehr und mehr um sich greifenden Arbeitslosigkeit. soweit sie mit der Ba Stätigkeit im allgemeinen im Zusammenhang steht, von berufenen Resslenten erjlaitet werden. * Aus Der großen Zeit. Auf dem Monte di Val Bella (Hochfläche vcn Astägo) wurden bei Umbet>ungen von österreichischen Kriegerleichen zwei Ringe gefunden: der eme stellt eine Schlange dar, der andere ist Mit dem Monvgrgm „B. S." versehen. Die Photographien der Ringe, die eine Agnoszrerung der unbekannten, inzwischen in Stoccareddo bestatteten Toten ermöglichen, können beim' Oesterreich sichen Schwarzen Kreuz, 1., Kerrengasse 21. besichtigt rxerden. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Z i o n i st i s ch e Sektion f.ü r d i e w e st l i ch e n Bezirke. Keule, 8 Uhr abends, im Derernsheim, Vlll., Benno» platz Nr. 1. Präsidialsitzung. — Z i o n i st i s ch e Sektion Ottakring-Hernals. Donnerstag den 18. d., 8 Uhr abends, Dezirksratsfitzung im Klubheim, Vlll., Bennoplatz 1. Urania. Heute Mittwoch, 1/23 Uhr (Großer Saal): Schülervvrtrag: Die Lobm. —- Vom Weizenkorn bis zum fertigen Brot. 5 Uhr (Großer Saal): Das Mittelmeer. '/,6 Uhr iKursfaal): Prof. Dr. D. Wirlh: Die Krankkeiten unserer Kaustie'e. Wie erkennt und behandelt man sie? V,8 Uhr (Großer Saal): Eta, Berta, Martha Wiesenthal: Kammertanzabend. V28 Uhr (Klemer Saal): . Ing. A. N i-k l i t s ch e k : Lin Spapiergang durch das Eisenbahnwesen. Va8 Uhr (Kurssaal) :Prlo.°Doz. Doktor Leopold Kober: Allgemeine Entwicklungsgeschichte der Erde. V. V28 Uhr lKtubsa 1): Unrv.-Proft Dr. Aob.rt F. A r n 0 l d: Vom Gespräch, l. .. . .,' ...... Vor trüge des Technischen. Museums für die W i e n er Lehrerschaft. Donnerslag den 18. d., 5 Uhr' nochmiltags, Ul. Lichtbiiüervortrag „Die Wunder t e r £ h e m i e" von^ Prof. Dr. Leopold Stern- Hagen. Hierauf Führung durch die Gruppe „Chemische Industrie". Für die Wi mr Lehrerschaft frei zugäng'g.. Ernährung. Der Marktbericht. Die Tcndenz auf dem Fleiichmarkte war gestern nicht einheitlich. Wahrend stw im Großhandel einige Sorten verteuerten, verbilligten lich andere um e»r Geringes. Dir Schwankungen find jedoch für den größten Teil der Bevölkerung .augenblicklich ziemi ch belanglos, da die Kühe der Preise den Konsum geschwächt Hai. In der Großmarkthalle verteuerten sich im Großhandel Kälber um 100 K., b lliger notierten Fettschweme um 50 K., Schafe um 80 K.,. Speck um 80 K., englischer Rindsbralen üm 100 K. pro Kilogramm. Im Kleinveraauf erhöhte sich der Preis für Bauchjilz gleich um 400 K. pro Kilogramm. Grsrieirindfleisch wurde unter lebhasten Anstellungen verkauft. Von auswärts waren im ganzen sieben Waggons. eingeikoffen und zwar stchs aus Jugoslaw en mit Schweinefleisch und Pferdefleisch und einer aus Ungarn \nit Kälbern. In der Großmarkihalle galten gestern im Detailhandel folgende Preise: Dindsleisch 1800 his 3700 K., Bratenfleisch 2100 bis 3600, Kalbfleisch 2000 bis 3600 K.. Schiöiel- und Schnitzelfleiich 3600 bis 4200 K., Speck 3800 bis 3600 K., Filz 4200 bis 4400 K., Schmalz 260) bis 3000 K. pro Kilogramm. « Auf den Grünwarenmärkten Mächte die bessere Beschickung infolge des günstigeren Wetters weitere gute Fortschritte. Die Preise für die meisten Gemüsegättungen blieben im allgemeinen unverändert, nur Spinat und Salat mußten billiger abgegeben werden. Neusiedler Salat, der zu Beginn des Verkehres auf dem Naschmarkt um 2200 K. per Nagel (30 Stück) verkauft wurde, ermäßigte sich aus 1800 K. BläUerspinat kostete pro Kilogramm 70 bis 100 Kronen. Stengeispmat 40 bis 60 K. pro Kilogramm. Der Verkauf war schleppend. Ausgabe von billigem Gefrierrindsteisch in Wien. Angesichts der Verleucrung, weiche die ausländischen Zahlungsmiticl m den letzten Tagen erfahren haben, ist es votwenbig geworden, die Abgabepreise des Gesrierfleisches, welches derzeit in Wien ausgegeben wird, mit Wirksamkeit vom Mittwoch öen 17. d. zu erhöhen. Der neue Kleinverkaufsspreis beir^gt: Für Vorderes 1460 K.. für Hinteres 1600 §., für rstostbraten, Lungenbraten, und Beiried iL00 K. pro Kilogranun. Vorderes und Kmtcrbs dürfew nur init Zuwage, Lungenbraten, Rostbraten und Beiried dagegen nur ohne Zuwage verkauft werden. Bühne rmd Kunst. Reue Wiener Bühne. Eine Begegnung, von der man mit Freude, ja mit Rührung berichtetz CarolaToelle als Jacqueline in dem vortreflichen Lustspiel „Die Liebe wacht" von Caillavet und de Flers. Die jugendliche Künstlerin ist wirklich begnadet. Schöne Erscheinung, herrliches Temperament, ein ungewöhnlich, ausdrucksfähiges und edles Gesicht, vornehmer Mnstverstand. Und zu alledem verfügt das. liebenswerte Geschöpf über ein köstliches Gut, das man bei anderen jungen» begabten Schauspielern, ach, so selten findet: Bescheidenheit. So gelingt ihr^ was in Wien unter den Jungen gegenwärtig bloß noch Hedwig Keller vom Deutschen Volkstheater gelingt: Sie beherrscht die Szene/ohne sich vorzudrängen. Carota Toelle 'hat das Wiener Publikum trotz des berlinerisch-gefärbten Dialekts im Sturm erobert. Ein zweiter Gast, Max Gülstorfs, bewährte sich als ganz ausgezeichneter Komiker. Er hat Kultur und erzielt in seiner kargen, norddeutschen Art zwerchfellerschütternde Wirkungen. Es gibt keine toten Punkte. ' Die einheimischen Künstler vereinigten sich an diesem glücklichen Abend, welcher der Spieleitung Emil Gehers zu danken ist, zu einer Vorstellung, wie man sie nicht häufig sieht. Die Damen Förster, Weber und Lach, in kleineren Rollen die Damen Lwowsky, Ondra-und Lewinski, ferner die Herren Walberg, Lovrie und Uiberacker alle gleich vortrefflich. Es war ein ungewöhnlicher Erfolg. O. A. Aus de» Theater». Im Bukgtheater wird morgen „D e r junge M e d a r d u s" aufgeführt. Im O p e r n t h e a 1 e r geht morgen „D i e E n tführung aus dem Serail" und „Io-sefslegende" in Szene. * In der V 0 lks 0 per wurde für die heutige (Mittwoch) Abendvorstellung zuiolge technischer Schwierigkeiten die Uraufführung der Pantomime „D. a n a e" abgefetzt und die Vor-, ftellung wie folgt abgeändert: Zuerst „Der Bafozzost. Hierauf das Ellen Telsi-Enjemble in seinem vollständigen Programm. Beginn 7 Uhr. * Im Deutschen Volkstheater gelangt Mittwoch. den 24. d. zur- Feier der 40jährigen Bühnenzugehörrgkeit Cornelius Kirsch ners Neftroy's Posse mit Gesang. „Einen Jux w i l l e r sich mache n" neu einstudierl zur Aufführung. Nach langer. Zeit tritt wieder Willi Th aller in Wien auf und spielt die Rolle des Weinberl, der Jubilar dis des Melchior. Spietteter: V ik t0r Kuts ch era. — Morgen wi'rd' „Vtyai academia*1! gespielt. Im L u st s p i e l th e a t e r findet Freitag die Premiere der Opexette „Fräulein S 0 p h e r l" von Josef Schubert, Musik von Edmund Eisler mit Mizzi Zwerenz in der - Titelrolle und Direklor Paul Olmühl. sowie Direktor Gustav Müller und Gusll Werner, weiche .für die Novität als Gäste verpflichtet wurden, in den Hauptrollen statt. Regie führt Direktor Paul Olmühl. . > Verein „Freie jüdische Volksbühne". Donnerstag den 18. und Freitag den 19. d., halb 8 Uhr abends, gelangt in der Nplandbühne, -2. Bez., Praterstraße 25, im Rahmen der Mitgliedervorstellungen, „Jedem sein Gott", Schauspiel in vier Men von Dawid Pinski, zur Ausführung. Regiekartenausgabe für Mitglieder im Vereinssekretariate, 2. Bez., Untere Augartenstratze 11, täglich von 3 bis 6 Uhr. nachmittags und 7 bis 9 Uhr abends. Jsadora Duncan in Berlin. ' Jsadora Dunean und ihr Gatte* der jüngste aus dem Bauernstände stammende russische Dichter Jessenin, sind, aus Moskau kommend, vorgestern in Berlin int Flugzeuge eingetroffen. Frau Dünean wird in Berlin mehrere Abende zugunsten der russischen Hnngerhilfe veranstalten und kehrt dann Nach Moskau zurück. Gerichtssaal. Gültigkeit einer unter falschem Namen geschlossene« Eye. Der ehemalige russische Staatsangehörige Wolf Lindenb a um war vor dem Kriege österreichischer Staatsangehöriger gewordetr und rückte zum Militär ein. In einer kleinen Stadt Polens lernte er ein junges Mädchen kennen, das er nach sehr kurzer Zeit heiratete; es fand eine sogenannte rituelle Trauung statt. Zur Zeit der Russenstürme flüchtete unter vielen anderen Soldaten auch Lindenbaum, und seine Frau hörte jahrelang nichts, von ihm. Im vergangenen Jahre sah sie ihn plötzlich in Wien und nun drängte sie auf wirkliche Trauung. Lindenbaum hielt sich in Wien mit Dokunkenten aus den Namen Z a k auf und unter diesem Namen ließ er sich, da keine anderen Urkunden vorhanden waren, mit seiner Frau trauen. Aber auch die unter dem neuen Namen geschlossene Ehe war nicht von langer Dauer. Lindenbaum-Zak verließ seine ihm unter zwei Namen angetraute Fra.u und schloß Freundschaft mit einer anderen Frau, einer Fabriksbesitzerin, die er als seine Chefin bezcichnete. Seine Gattin Marie Zak brachte nun gegen ihn beim Zivillandesgerichte eine Alimentationsklage ein. Wolf Lindenbaum-Zak antwortete auf die Klage: Seine unter denr 2)ie £Frage, die sich jeder Zionist stellt: Habe ich schm einen neuen Ab0nnenten der „Wiener Mmgenzeiinng" zngesührt? MHim—

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