Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1180 (14.5.1922)
- Date
- 1922-05-14
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, Sonntag Sette 5 Rr. 1180 Tagesbericht. Leopold Kompert. 15. Mai 1822 — 15. Mai 1922- De« hundertste Geburtstag Leopold Komperts ist Anlaß, einen Menschen und Dichter zu ehren, der aus dem Ghetto kam, mit edelsten Absichten die Judenasfimilaiion erstrebte — und der Epiker der böhmischen Judengasse wurde. Wie merkwürdig! Während die frisch emanzipierten Juden ganz Europa brüderlich umarmten, -ohne zu fühlen, daß sich der andere Teil nach dem ersten Rausch solcher Liebkosung zu erwehren begann, während seine Jugendfreunde aus dem Ghetto, insbesondere Moritz Hartmann, ihr Judentum geflissentlichen vergessen trachteten,.^während Kompert selbst in seiner Wiener Redaktionsstuoe über das neue Kosmopolitentum schrieb und später deutschliveraler Gemeinderat wurde, spann er sich daheim in der Dichterkammer immer tiefer ins jüdische Leben ein, weckte die Gestalten der Gass', sammelte die geliebte Sippe um sich, nahm Zuflucht zu ihrer Treue und Frommheit, erwärmte sich an chrem eigenartigen Humor, erhob sich au ihrer unverderbten Güte und die Blätter, die erniederschrieb, wurden zum Preislied der Jüdischreit. Wie seltsam! Die papierene „Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetze" und der politische Liberalismus hatten die böhmisch-mährischen Judensöhne zu fremdnationalen Vorkämpfern, ja zu chauvinistischen Heißspornen gemacht. Ihr Kombattant Leopold Kompert aus Münchengratz aber schreibt: „Ich kann aus dem Banne noch nicht heraus. Diese Volksseele ist so labyrinthisch angelegt, hat noch so viel Unentdccktes ünd Geheimnisvolles, daß ich am Anfänge stehe, während Ihr mich am Ende glaubt." Wie bezeichnend! Just seine Ghetto geschichten machten ihn in weiten Landen auch außerhalb der jüdischen Gemeinschaft berühmt, just ihnen dankt er das Ehrendoktorat der Universität Jena und eines seiner reifsten jüdischen Novellenbücher, die „Geschichten einer Gasse" durfte er dem Herzog Karl Alexander widmen. Und an seinem Lebensabend in Italien weilend, versinken alle Wunder der ewigen Stadt, da sich ihm in einer südlichen Nacht das Bild des römischen Ghettos enthüllt. » Wie hätte er auch loskommen können! Er hatte eine Mutter, die das wunderbare jüdische Frauentum des Ghetto, Schlichtheit und ein tapferes Herz, Klugheit und unendliche Güte, herrlich verkörperte.' „...Ein einfaches Anklingen des Gedenkens an sie, ein minutenlanges Hineinleben in einen der Züge ihres Wesens führt meinem Geiste Gestalten zu." Sein Großvater — unsere Leser kennen ja aus einer schönen Kompertschen Erzählung jenen Rabbi von Münchengrätz, der als Bettler verkleidet in die Gass' kam, um seine zukünftige Gemeinde kennen zu lernen — sein erlauchter Großvater lehrte ihn die jüdischen Menschen der Heimat sehen, die Dorsjuden, die „Randaren", zu denen ihn der Knabe begleitete, und aus den Wegen über Land ließ der Greis die jüdische Vergangenheit aufleben, öffnete dem geliebten Enkel die bunte, große Mythennnd Sagenwelt seines Volkes. Und so winzig auch der Bezirk der Münchengrätzer Judengasse war — sie hatte eine Schnorrerherberge, dicht am Großvaterhaus. Hier kam die jüdische Fremde zn Leopold Kompert, die weite Welt des jüdischen Ostens. Er kam nicht los, und die neue weftjüdische Generation, bitter, fremd und zerrissen in diese Gegenwart gestellt, dankt es Komperts Mutter und Großvater, daykt es den Schnorrern von Münchengrätz und dem Gernüte des Jünglings Leopold, daß der Ghettosohn ein Epiker wurde und uns die jüdische Häuslichkeit von anno dazumal im Bllde bewahrte. Zwei von allen den Hochbegabten aus den geöffneten westlichen Judengassen schieden sich von den . andern: Fischhos, der Politiker, und Kompert, der Dichter. Sein trefflicher Biograph Stephan H o ck, der die zehnbändige Ausgabe von Komperts Lebenswcrr veranstaltete, schließt die einleitende Lebensbeschreibung mit einer interessanten politischen Betrachtung. Konrpert habe von einem völligen Anfgehen des Judentums im Deutschtum nichts wissen wollen. Er fühlte sich zugleich als Deutscher und Jude. Das kleine Häuflein derer, die das Heil in einer vollständigen Amalgamierung sehen, könnten die Wege Komperts nicht wandeln und ahn nichl für sich reklamieren. i * - Fischhof gehört uns ganz. Von Kompert gehört uns sein Bestes: x die Ghettodichtung. Sein Werk ist zu früh vergessen. Insbesondere die kleineren Erzählungen sind in ihrer lebensvollen Charakteristik, Gemütstiese und straffen Komposition ganz meisterlich. Mit den süßlichen, farblosen, tendenziösen Kalendergeschichten und Schablouennovellen, an denen seine Zeit nur allzu reich war, sind seine Ghettogeschichten nicht zu verwechseln, die freilich nicht alle gleichwertig find. Ueberdies kommt noch eine Kleinigkeit hinzu, die man bei der späteren jüdischen Novellistik bitter vermißt: Er kann erzählen. Und daß er ein redlicher Künstler blieb, nie über fline Grenzen hinausging, sich nicht auf Gebiete verirrte, die ihm seelisch und künstlerisch fremd waren, erhöht den Wert seines 'Werkes. Reb Eisik mit der Brill' und die Feile Oberländer, der Min und die Großmutter Maryna, die Pessel und Vetter Kappel mit dein Mögen Dovid und viele andere Kompertsche Gestalten , sind heute mit uns versanunelt und grüßen ihren Schöpfer, diesen getreu^! und reinen Sohn der. fcöfomilta ~ Ö±U Wiener Morgenzeltnng Kinderschuhe: \Voi?3e Leinen-Schnürstiefel von Nr. 19 aufwärts von K 3.85Q>— Weisse Leinen-Halbu. Spangenschuhe von Nr. 27 aufwärts von K 4250.— Damenschuhes Weisse Leinen-Halbn. Spangenschuhe aufwärts von K 6.900.— Schwarze Strapaz-Halbu. Spangenschuhe aufwärts von K 9.900.— Sämisch-Pumpesin Grau,Braun u-Schwarz aufwärts von K 13.000.— Brauue flalbschuhe . . . aufwärts von K 15.500.— Lack-, Pump?s-, Spangen- und Pariser (rabmengeuitht) . . . aufwärts von K 18.900.— Hevrensehuhes Weisse Leinen-Pariser.. K 9 700.— SchwarzeSlrapaz-Halbschuhem Lackkappe , aufwärts von K 13.500.— Braune Halbscb.uhe(GoodyearweIt) aufw. v.K 18.000.— 'IVnnis-, Goisereru. Reise-Schuhe in grösster Auswahl. 774 Eine Jubiläumsausgabe von ausgewählten Schriften Leopold Komperts. Wie uns der Enkel Leopold Komperts, Herr D'r. Gottfried Kunwald, mitteilt, wird in den nächsten Wochen anläßlich des' hundertsten Geburtstages des Dichters im Verlage Benjamin Harz, Berlin, eine Auswahl der berühmten Ghettonovellen des Dichters erscheinen. Die Forderungen der Kultusbeamten. Wie bereits berichtet, haben die Beamten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde dem Präsidium eine Eingabe übermittelt, in welchem die definitive Angleichung an das Gehaltsschema und das Pensionsinstitut der Stadtgemeinde Wien verlangt wird. Weiters wird die Auszahlung rückständiger Teuerungszulagen für die Monate Dezember und Jänner reklamiert. Bei Ablehnung dieser Forderungen soll morgen der Streik der Beamten einsetzen. Die Verhandlungen, welche über Ersuchen des Vertreterkollegiums von dem Ministerium für soziale Verwaltung geführt werden, wurden auf Dienstag festgesetzt. Der Vorstand der Kultusgemeinde steht auf dem Standpunkt, daß ein Beginn des Streiks vor diesem Termin unbegründet wäre. Im Vertreterkollegüwm wurde bei der gestrigen Abendsitzung bekanntgegeben, daß ungeachtet der bereits für den 15. d. vom Ministerium für soziale Verordnung angeordneten Einigungsverhandlung der Streikbeginn für Montag angesetzt wurde. Der Beschluß erfolgte trotz des mehrfachen Hinweises in der Beamtenversammlung, daß hiedurch die zahlreichen für. den Lag bomer angesetzten Trauungen in ^rage gestellt wurden, und das an dem Kamps unbeteiligte Publikum in schwere Mitleidenschaft gezogen wird. Die ausgebrochenen Differenzen betreffen keineswegs eine aktuelle Lohnstreitigieit. Die KultusgemeinVe hat auch für diesen Monat ihren Beamten die Bezüge in gleicher Höhe wie die Stadtgemeinde ausbezahlt und die in der Vorwoche fällige Rate flüssig gemacht, für welche die Mittel nur aus einer Anleihe aufgebracht werden konnten. Die Beamten haben sich damit nicht begnügt, sondern die Verpflichtung für immerwährende Zeit, ohne Rücksicht auf die vorhandenen Mittel, verlangt. Es muß festgestellt werden, daß die derzeitigen Führer der Beamtenorgamsation und Arrangeure dieses Streiks in verantwortungsloser Weise Vorgehen. Sie haben sich üicht nur über die vom Bundesminrsterium eingeleitete Vermittlung, entgegen jedem gewerkschaftlichen Brauche, mutwillig hinweggesetzt, sondern auch bei den Verhandlungen einen Zynismus an den Tag gelegt, der sie ihrer Führerstellnng als unwürdig erweist. So haben sie sich in dem Hinweise gefallen, daß die Erhaltung der Anstalten der Gemeind^, wie Spital und Versorgungshaus, nicht zu den pflichtgemäßen Aufgabender Gemeinde zähle, und die für diese Anstalten verwendeten Mittel, ebenso wie die fremden, der Kultusgemeinde nur anvertrauten Fonds, für die Erhöhung der Beamtengchälter heranzuziehen seien. Der unter solchen Umständen und unter solcher Führung eingeleitete Streik ist geeignet, die Kultusgemeinde zu gefährden. Er wird die durch ihre derzeitigen Führer schlecht berate u Beamtenschaft um alle Sympathien bringen, welche sie in der jüdischen Oeffentlichkeit besitzt. Es ist hoch an der Zeit, daß sich die Beamtenschaft selbst ihrer gewissenlosen Führerschaft entledigt. Neufestsetzung dtr Lebensmittel- Mfchüffe. Nach dem am 8. d. gefaßten Beschlüsse der zur Bemessung der LebensmlUe'Zuichüsse emgesehlen parirätischen Kommission velragt ad 15. d. der Lebensmttielzuschuß für Schwerarbeiter 1295 K., für Normaiarbeiter 868 K. Die Lebensmillelzuschüsse für Arbeitnehmer im Kollektivvertraa bleiben unverändert, wie in der vorigen Lbbauperiode. Die Kinder aller Arbeitnehmer, also auch jener, * die im Ävllekiivvettrag stehen, erhalten den gleichen Zuschuß, wie die Normatarbeiter, nämlich 868 K.; »dieser Zuschuß gilt auch in jenen Fallen, in denen der Lebensmittelzuschuß zusammen mit den Leistungen der Sozialversicherung ausgezatjll wird. Der Lebsnsm>t!el.m!chuß wird also betragen: Fllr Arbeitnehmer ohne MoUeKtioocrirag: Schwerarbeiter, wöchentlich 1295 &, iäglich 216 K. Norinalarbelter sowie die Ehegalinnen (Lebensgesühllilmen, Wirtichastsführennnen) und die Kinder aller Arbeitnehmer wöchentlich 868 K.» täglich 145 K. Für 'L.rvciineluner nn Monatsbezug siir die Zeit vom l5. bis SU tu %xQä L. tzchwLr arbeiter 3l4ü Ll 14. Mai 1922 ü r d i e Z e i t v o m 1. b i s 1 0. I u n i d. 2 1 2 4 0 K. (Schwerarbeiter 1 85 0 K.). Für Arbeiter im Kollektivvertrag: Schwera r b e i t e r w ö ch e n t l i ch 7 0.3 täglichl 1 7 K.: Nor mal a r b e t te r u n d C h e g a ttinn e n (L eb ensgrfährtinnen. Wirtschastsführerinnen) aller Arbeitnehmer wöchentlich 475 K., täglich 79 K.; für die Kinder wöchentlich 868 K., täglich 145 K. Für Arbeitnehmer im Monalsbezuge iür die Zeit vom 15. bis 31. d. 1154 K. (Schwerarbeiter 1706 K. Kinder 2108 K.), für die Zeit vom 1. bis 10. Sunt d. I. 679 K.. (Schwerarbeiter 1003 K.» Kinder 1240 K.). Personen in enem '.-ürsorgeverhällnis und beihilsebedürstige Personen wöchentlich 868 K.. täglich 124 K. Die Festsetzung gilt bis Ende der vierten Woche der Abdauperiode, also dis einschließlich 10. Juni 1922._ Zionistisches Sanheskomitce, Montag-den 15, d. Sitzung des Landesllomilees. Begtub ■ 7 Uhr abends. Das Hauswirtschaftliche Problem. Die Männer gehen daran vorüber, grundsätzlich oder aus Achtlosigkeit. Die Hauswirtschaft wird immer noch ein bißchen als Partie conteuse der nationalökonomischen Frager: betrachtet, es ist „unter der Würde" eines Mannes, sich damit abzugeben, mag die Ordnung des Hauswesens auch noch so tief ins Familienleben eingreisen. Mit seltener ■ Einigkeit stehen in diesem Punkte die Männer aller Stände, Berufs- und Bildungsschichten zusammen: Das Hauswesen ist die Sache der Frau/Sie muß damit fertig werden, so gut oder schlecht sie es vermag, den Gebieter des Hauses bekümmert die Sache jedenfalls nicht. Der Arbeiter ist von Kindheit an gewöhnt, daß sich die Mutter oder Schwester 'odex. welchem weiblichen Wesen sonst die Besorgung -des Hauswesens obliegt, am Samstag (wenn es Juden sind am Freitag nachmittag auf die Knie legt und die Fuß- ■ böden reibt, daß sie sich zweimal des Tages an den Herd stellt und mit aller Ausführlichkeit und Umständlichkeit ein oft recht kärgliches Mahl bereitet, und der geistige Arbeiter Rechnet seit ebenso langer Zeit mit der Tatsache, daß ein fremdes Mädchen das Leben der Familie mitlebt, die Arbeiten macht und daß die Hussrau die Pausen zwischen Suppe ünd Fleisch damit aussüllt, über die Uebeltaten und Laster eben dieses Mädchens beweglich Klage zu führen. So war es, war gut und sollte in alle Ewigkeit so bleiben. Daß dieses Stilleben nun ein Ende erfahren hat, daß es jetzt nicht weiter so bleiben kann, wie es gewesen, begreifen die Männer nur sehr langsam und sehr, sehr widerstrebend. Namentlich der geistige Arbeiter glaubt immer noch, daß der gegenwärtige Zustand nur ein Provisorium ist, das von der ursprünglichen, der „regulären" Ordnung der Dinge wieder abgelöst werden wird. Steigen die Lebensmittelpreise (und das tun sie bekanntlich ohne Unterlaß), vermehrt sich die Arbeitslosigkeit, flugs stehen die Propheten auf und weissagen, daß jetzt der Bann gebrochen ist und die Mädchen sich wieder den Hauswirtschaftlicheu Berufen zuwenden werden. Mit diesen Illusionen sollte endlich aufgeräumt werden. Die Zeit, da man für den Kleinhaushalt Hausgehilfinnen fand, die Zeit, da die Frau des Lehrers, des Beamten, des Rechtsanwaltes vhne weiteres ihre Emrny, Mali oder Kathi „anlernen" konnte, die ist vorbei. Die ausgelernten Hausgehilfinnen bevorzugen Schieberfamilien, was begreiflich ist, und Nachwuchs gibt es nicht in diesem Beruf, was noch viel begreiflicher ist. Denn es nützt gar nichts, wenn die sorgenvollen Mittelstandshausfrauen untereinander ausmachen, daß es»für ein Mädchen keinen schöneren, angenehmeren, gesünderen Beruf geben kann, in dem sie das „beste Leben" hat, wenn die Hauptbeteiugten anderer Ansicht sind und einen Beruf nicht ergreifen wollen, in dem sie auf persönliche Freiheit und Eigenleben fast vollständig Verzicht leisten müssen. Wir find in der hauswirtschaftlichen Frage auf einen toten Punkt gelangt. Die Hausfrauen erwarten von einem Tag auf den anderen, daß die Mädchen sich die Sache „überlegen", und die schulentlassene weibliche Jugend der unteren Stände lernt Maschinschreiben. Man kann beinahe ausrechnen, wann die Katastrophe kommt. Denn unsere Hauswirtschaft, der umfangreiche, komplizierte, altmodische Apparat rrnseres Betriebes ist für die jetzige gewaltsame Amerikanisierung der Verhältnisse ganz und gar nicht eingerichtet. Bei unseren veralteten Koch-, Raum- und Waschmethoden, bei dem ausertvählt schlechten und unmodernen Instrumentarium, mit dem sich insbesondere die Wiener Hausfrau für die Durchführung ihrer Arbeit begnügen muß, ist ein Bewältigen der Hausarbeit bei einem größeren Hauswesen von einer Person sehr schwer durchführbar. Ja, man wäre sogar geneigt zu sagen, daß es für alte, kranke oder mit Kinderreichtum gesegnete Frauen schlechterdings unmöglich ist, allein fertig zu werden, sähe man nicht, wie häufig das Unmögliche dennoch geleistet wird. Das geht freilich nur im Gedanken des Provisoriums und kann nicht als Regel betrachtet werden. Die Sache steht daher so: Einerseits die Notwendigkeit, in gewissen Fällen eine Hausgehilse zu finden, andererseits, die Unmöglichkeit dazu. Diese Unmöglichkeit wächst mit jedem Tage. Der Zuzug vom Lande fehlt und die Stadt vermag keine hauswirtschaftlichen Hilfskräfte zu stellen. Auch die „Bedienerinnen", Wäscherinnen, Büglerinnen werden immer seltener. Nicht aus Tücke, Faulheit oder Arbeitsscheu, sondern höchst einfach, weil sich die Arbeit für die wenigsten verlohnt, wenigstens die Arbeit im Kleinhaushalt nicht. Denn da man sich in diesem Kleinhaushalt den Luxus einer Hilfe nur selten gestatten kann, hebt man für diese Tag^ alle schweren, widerwärtigen, ungesunden Arbeiten des Haushaltes auf. Teppichklopfen wechselt mit Kohletragen, Holzspalten und Wäschewaschen. Da nun die Bezahlung im .. Ueiimr LaushM m Ätite&enfc fit — 2.0QQ Kronen