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Wiener Morgenzeitung · 1922-05-13 · Heft 1179 (13.5.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1179 (13.5.1922)
Date
1922-05-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1179 Wien, Samstag Wiener Morgeuzeitung Mai 192? Seite 5 lausend Juden, fremd und unbekannt. Wir haben daher zweifachen Grund, gegen die Beschimpfung des Iudentüms Verwahrung eiuznlogen. Erstens wegen der Person der Verfasserin, die weder zum Judentum noch zur seelischen und sittlichen Gemeinschaft der Juhen gehört, und zweitens wegen der Niedrigkeiten des Stückes, mit denen das Judentums nichts gemein hat." Jakob Krausz. Ei«e alle Promottonsformel deutscher Uinversitäten. In älterer Zeit, etwa bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts, herrschte ans. deutschen Universitäten der Brauch, Lei der Promotion von Doktoren der . Medizin die Promovierten mit dem Zuruf zu entlassen: „V g d e e t o c e i d e Ca in!" — „Geh' hin und löte Kain!" Was ist der Sinn dieser Formel, was bedeutet dieses Geleitwort au die jungen Aerzte? In der einschlägigen Literatur (die Herr Dr. W. Stein in freundlicher Weise für mich untersucht hat) findet sich nichts darüber, da sie den Brauch gar nicht kennt, so daß eine Autorität auf dem Gebiete der Geschichte der Medizin meinte, die Formel sei niemals in Gebrauch gewesen, sondern von einem Spaßvogel erfunden, um die Medizin und ihre Jünger zu verspotten. Dem ist aber durchaus nicht so. Mein Gewährsmann, dem ich die Kenntnis dieses Brauches verdanke, ist einer der vornehmsten Gelehrten des 18. Jahrhunderts, und er spricht von dem Brauche wie von einer allgemein bekannten Tatsache. Bei Johann Albert Fabricins, Doktor der Theologie und Gvmnasialprosessor zu H a m b u r g, findet man folgende Notiz: „Den nenernanntcn Doktoren der Medizin Pflegte beim ftlptf t hen Akt (der Promotion) zugm'.sen zu werden: „Geh' hin mH löte Kain!" Darüber hat der geistreiche Paul Amman viel Ergötzliches geschrieben. Der Sinn jenes Satzes war, wenn ich nicht irre, der: Die jungen A e r z t e 's o l l e u d a m i t e r-nt a h n t werden, Vorsicht ig (mit deu Kranken) uMzugehen, in der ErkennttM daß der Tod derjenigen, die sie durch ihre schuld tötöu würden, siebenfach gerächt .werden wird." Quob Medizmis'D'oetoribus reeeps ereatis' sölemni ritu. aeelsmart eonsuevit, Bade et oceide Cain, de qup Varia et jueunda vir ingeniosns Paulus Ammauus: illins bictu ni saltor haee Mt stntentiq, nt monerentur caute agere, cogitsrentqne.necem.eomm guos enlpa sua oeeidissent septies vindicandam. (Codex pserwoepigraphus Beteris Testament!, Hamburg n. Leipzig 1718,1., S. 122.) Gemeint ist, daß 'der fragliche Satz auf 1. Buch M. 1,15 und. 24 auspielt: „Kain wird siebenfache Strafe erleiden", oder:' „'Wer den Kain tötet, wird siebenfache Strafe erleiden." Aber Fabrieins scheint doch geirrt zu haben, seine Deutung klingt sehr unwahrscheinlich. Der imtge Arzt wird ermahnt, seine Kunst, bei der es sich um Leben, und Tod haudelt, mit großer Borsicht auszuüben, und diese Ermahnung sollte durch die Aufforderung ausgedrückt werden: „Geh hin und töte!"? Dies ist nicht annehmbar. Dies wäre selbst fiir einen boshaften Scherz allzu drastisch. Und es handelt sich hier unt die ersten Vertreter der rnedizinifihen Wissenschaft bei einer so ernst-feierlichen Handlung, bei der Scherz uub Selbstverspottung doch absolut ausgeschlossen sind. Der richtige Sinn jenes rätselhaften Zurufes ergibt sich aber aus folgender Agada: „Nach der Ermordung seines Bruders Abel wurde Kain der Todesengel, und er übte dies Ami solange aus, bis er selb st d ur ch L eme ch g et ötet wurd e, der dann das Amt des Todesengels iibernahm." (Mid. Tanchuma Absrh. Bereschith § 9.) Kain ist also Bezeichnung des TodesengelS. Daher wird dem jungen Arzt, der die Aufgabe übernimmt, sich dem Todesengel entgegenzustellen, ihm seine Arbeit zu erschweren, zugerufen: „Geh hin und töte den Kain!, bekämpfe den Todesengel! Tod dem Tode!" Wie ist aber diese jüdische Sage in deutsche UniversitätSkreife gedrungen? Durch mündlichen Verkehr mit gelehrten Juden. In der älteren deutschen Literatur sind so manche agadische Elemente enthalten, so in den Historienbibeln, in Sebastian Brants „Narrenschiff" und bei Conrad von Mehenberg. (Historien- Libel ed. Merzdorf. SS. 132,610; „Narrenschiff" ed. Zarnke. SS. 328,371; Conrad v. Meh. ed. Pfeiffer. S. 307.) Sie alle schöpften aus Petrus Comestors Historia S ch o l a st i e a. (Bgl. Grünbaum, Neue Beiträge: S. 288 ff. Unsere Kainsage kommt in der Schrift Comestors nicht vor. Auch bei den K r r ch e n v ä t e r n, die sonst sehr häufig die jüdische Agada sich zu eigen machen, ist keine Spur von unserer Sage vorhanden. Es kann daher unsere Sage nur durch direkten Verkehr mit jüdischen Ge- . lehrten entstanden sein. Die Karäer in Wilrra. Auf dern Gebiete des alten polnischeil Reiches bestanden drei klewe karäische Gemeinden. Die größte Gemeinde war Troki in der Nähe von Wilna, wo die Karäergemeinde mehrere tausend Seelen zählte. Die übrigen Karäer wohnten in Ha ließ und Wilna. Die Wilnaer karäische Kolonie zählt heute ungefähr 80 bis 90 Familie n. Der einzige Treffpunkt ist die Synagoge. Bor dem Kriege zählte diese Kolonie 300 Seelen. Infolge der Evakuierungen durch die russischen Behörden sind ungefähr 150 Personen gezwungen worden, Mlna zu verlassen, so daß heute die ganze Kolonie 150 Seelen, darunter 60 Männer, zählt. Ihre materielle Lage ist nicht . Ichleckt. Dia.Karrer.MdjäitiÄ M weift mit. Tabak- Handel. Ihr kultureller Zustand ist ebenfalls befriedigend. Analphabeten existieren in dieser Kolonie nicht. Zil den jüdischen Müssen haben die Karäer so gut wie keine Beziehungen. In nationaler Hinsicht bekenilen sie sich zur „komischen NationalM". Als ihre Heimstätte sehen sie die Halbinsel A r i m an. Ihre Umgangssprache ist noch heute die russische, bie, ältere Generation spricht noch eine Art von tatarisch-slawischem Dialekt mit starkem herbräischem Einschlag. Die hebräischen Sprachkenntnisie sind sehr gering, mit Ausnahme des „Chacham" versteht fast niemand die hebräischeil Gebete. Der Zuwachs her karäischen Bevölker'.lng ist 'minimal, so daß selbst die Mitglieder der Karäergemcinde der Uebcrzeugirng sind, daß ihre Gemeinde einem ■ langsamen Untergänge entgegen geht. Die jüngere Generation glailbt nicht mehr all die Zukunft des Karaertums und sucht beit Assimilationsprozeß zu fördern. Ebeirsowenig ist voll irgendwelchen Bestrebungen bezüglich einer Aufllahlne voll freundlicheren Beziehungen zu den Juden etwas zu merken.'Nichtbesser ist die Lage depMaischen Gemeinde in T r o k i, 'wo die karäische Kolonie ebenfalls von Jahr zu ,IM kleiner wird: *; ’ *' Nach dem Gebet filr;b|e WHem Eütci -Frack schreibt lins: Es ist lvahrscheinlich immer vor Tempeltüren und Friedhöfen, bci Hochzeiten und Bestattungen, au Festtagen und nach feierlichem Gottesdienst' gebettelt worden, aber niemals hat diese Bettelei solch wilde und rohe Formen angettonnuen wie eben jetzt. Der jüdische Bettler war zwar immer ein bißchen vertraulich, ein bißchen intimer als vielen erwünscht war, aber er bewahrte doch auch eine gewisse Würde und Haltung. Das ist jetzt anders geworden. Die Verzweiflung der Armen brandet über alle Mer, mit der ganzen Leidenschaftlichkeit unserer Nasse meinen sie, die Gabe ertrotzen, erzwingen, erkämpfen zu müssen. Sw bitten nicht, sie fordern, sie danken nicht, sie murren, und wonnrucm ihre bösen, wilden Blicke auf sich gerichtet fühlt, so saßt einem die Angst vor der Verbitterung und vor/dem Zorn, der einem da entgegenglüht. Häßliche Szenen gibt es vor den Toren unserer Gotteshäuser. Wer nach einem stellen Gedenken an-teure Tate, den Klang der süßen Weise noch im Ohr, ins Freie tritt, wird förmlich Überfällen. Nach Wegelagererart fordern die alten Frommen, die Männer im abgerissenen Rocke ihren Zoll. Und jede Gabe wird bekrittelt, alles ist zu wenig, -Hader und Zank ist die Antwort auf die Spende.- Es-ist ja richtig, daß jedes, dieser kleinen Almosen, nni MaWäb' Mr" Zeit gemessen, lächerlich geringfügig ist, und es ist sehr wohl zu begreifen, daß diese Aermsten der Armen, die ihr Elend zwingt, das Mitleid der Vorübergehenden anzurufen, die Verzweiflung zu Zörnausbrüchen treibt. Aber es dürste trotz alledem nicht sawcit.kommen, daß die Tempelbcsucher mit Schmähungen bedacht werben, ja, daß gemurmelte Flüche die Weihe der Stunde stören. Schon während des Gebotes-für die Verstorbenen fangen die Mätzchen und die Versnchc an, die Aufmerksamkeit auf sich , zu lenken. Da kommt es dann immer dazu, daß die eine oder Andere abgehärmte Frau ihre Geschichte erzählt, meistens-eine schlecht erfundene Geschichte, die den Stempel der Phantasterei nur zu deutlich aufgeprägt hat. Die Wahrheit wäre sicherlich traurig, beklagenswert, erbarmungswürdig genug. Denn ganz gewiß. sind alle diese Bettler, die sich nach Maskir vor der Tempeltüre einsinden, arme Opfer unserer harten Zeit. Das alles gibt ihnen aber kein Recht, Mitleid zu erzwingen, und die weiche Stimmung der Tempelbesucher auszunützen, um sich eine Gabe zu ertrotzen. Ein Entrinnen gibt es nicht. Die Bettler, stellen sich Un Forteilenden tu den Weg, sie betrachten cs als ihr Recht, Geld zu erhalten, und will man nicht eine ernste Szene provozieren, so muß' man der Forderung entsprechen. Diese Austritte, die rramentlich bei kleinen Gotteshäusern immer heftiger werden, müssen jeden,'der -Feingefühl besitzt, aufs tiefste verlltzen. So endet die Totenfeier fiir geliebte Angehörige immer mit einem Mißklang — muß das sein? * Bernhard Wetzlers Beerdigung. Eine Teilnahme, wie sie sich nur selten zeigt, hat gestern vormittags Angehörige der verschiedensten Gesellschaftsschichten und fast aller politischer Parteien bei der Leichenfeier des Präsidenten des Generalrates der Anglo-Oesterreichischen Bank, des Großindustriellen Bernhard Wetzler, vereinigt. Würdenträger des alten Regimes und der' jungen Republik hatten sich nebst der Familie in der Zeremonienhalle des Zentralsriedhoses vor 11 Uhr vormittags eingefunden. Nach den Gesängen des Ritualaktes hielt Rabbiner Dr. Tag licht dem Entschlafenen einen überaus warmen. Nachruf, in dem er ihn als großen Kaufmann, als Menschen mtb als edlen Menschenfreund schilderte. Sodann wurde die Leiche zwischen einem Spalier der Freiwilligen Feuerwehren zu Grabe getragen. * Bom Keren Kajemeth Lejisrael (Jüdischer Nationalsonds). Die I. A. V. „Maklabaa hat einen Garten vor; .100 Bäumen gespendet. — Warnung: Ein Gesinnungsgenosse teilt uns mit: In den letzten Tagen erschien bei ihm ein Mann, der sich für legitimiert ausgab, unsere Büchse zu leeren. Als man ihm die Büchse reichte, konnte er sie nicht öffnen und bat um ein Instrument hierzu. Um die Legitimation gefragt, zeigte er eine in dev Schiffamtsgasse 17 ausgestellte, von den Herren Ignaz Klein, Freistadt und. Osias Merz unterschriebene Legitimation. Aus die Bemerkung, er sei zur Leerung der Nationalfondsbüchse nicht berechtigt, erwiderte jener, es mache nichts, denn „alle hätten sich geeinigt". Außerdem gab er an, daß er schon mehrere Male Büchsen, die er nicht öffnen konnte, nach Hause genommen und durch andere ersetzt habe. Wir fordern daher alle unsere Freunde und Gesinnungsgenossen ans, allen Personen, die im Auftrag des K. K. L. Büchsen leeren wollen» die Legitimation abzuverlangen. In der Sache selbst werden wir die erforderlichen Schrine einleiten. * Die Einladung zur Konzertreise. In Wien treibt sich ein Mann herum, der namhafte Künstlermnen irresührt, sie zu Konzerttourneen mit solcher Sicherheit des Auftretens bestimmt, daß die Damen ganz an den Ernst der Abkommen glauben und der dann nichts von sich hören läßt. Unerfindlich ist vorläufig, was der Mann mit seinen Münchhansiaden bezweckt; denn bisher ist noch keine Anzeige über materielle Schädigung bei der Polizeibehörde eingelangt. Bedenklich ist das Treiben dieses Mannes gleichwohl, und man ist bemüht, . nn'i?,u Wien, das sich unter der Maske des falschen ,DüktM_PM Kerker oder des Kr. Harthberg verbirg^ * Bevorstehende Abreise der Exkaiserin Zlta a«8 Funchal. Wie die Wiener Tageskorrespondenz von Sektionschef Doktor Sch a g e r - Eckartsau erfährt, ist die Adresse der Exkaiserin Zita und ihrer Kinder aus Funchal und deren Uebersiedlung noch Spanien wohl beschlossen, der künftige Aufenthaltsort jedoch — entgegen einer ausländischen ZeitnngSmeldung —- noch nicht bestimmt. Von einer angeblichen Sammlung von Geldmitteln, die der König von Spanien bei den europäischen Souveränen eingeleitet haben soll, um dm Lebensunterhalt der kaiserlichen Famile sicherzustellcn, Ist nichts bekannt. * Eine nachahmenswerte kulturelle Aktion für die.Abschaffung des Fluchens. In Verona hat sich ein aus Vertretern aller Parteien bestehendes Komitee gebildet, um eine energische Aktion zur Abschaffung des Fluchensaus dev italienischen Sprache einznleiten. Dem Komitee gehören Vertreter aller politischen, wissenschaftlichen, industriellen, militärischen. Schul- und Arbeiterorganisationen an. Das Komitee hat ein von Deputierten, Senatoren, Generälen, Präfekten, , Erzbischöfen, Rabbinern, Pastoren, Journalisten und sonstigen hervoragcnden Persönlichkeiten der italienischen wissenschastlicheu und literarischen Kreise ünterzeichnetes. fianünendes Manifest veröffentlicht. Das Komitee beabsichtigt, die Aktion auf alle Länder auszudehnen, in denen die italiemscho Sprache' gesprochen wird. * Rückgang der Serhlichkeit. Eineill gestern gehaltenen VMrag deS Herrn Dr.. R o s e u f e l d (Mirüsterimrr für soziale Fürsorge) .ist die erfreuliche Tatsache zu outuehmon, daß die SteMWeit im Jahre 1931 in ganz Äesterreich um 7824, in Wien um 6746 Todesfälle äbgenommen hat. Besonders benwrkcnswert ist der Rückgang der Tuberkulose, an der in Wien nur 3698. in. ganz Oesterreich um 1288 Personentveuiger gestorben sind, .oTS im Jahre 1920. Das erste Vierteljahr 1022 , weist gleich günstige Zahlen auf. * Vom Verlag R. Löwit. Herr Dr. M. P r ä g e r, Besitzer des Verlages R. Lowit, bittet uns, festzustellen, daß alle Gerüchte, wonach er aus dieser Firma ausgetreten sei, vollkornmen aus der Luft gegriffen sind. *° Der Berlin-Warschauer Schnellzug entgleist. Aus Posen wird gemeldet: Der von Berlin nach Warschau fahrende Schnellzug entgleiste gegen 2 Uhr morgens zwischen den Stationen Ötoz und Dopiewo, wobei die Lokomotive gänzlich zertümmert wurde. Drei Waggons find vonr Bahndamm. heruntergejturzt. Der Maschinist ist an Ort und Steile getötet worden, . der Heizer seinen Verlehn>cgenä nach zwei Sunden erlegen. Weiters ist ein Kondukteur schwer und einer leicht verletzt worden. Ein Teil der Fahrgäste hat Wichte Verletzungen erlittest. Die Ursache des Bahstunglückes ist bis jetzt unbekannt, man vermutet jedoch, daß es sich um absichtliche Locke-, rung der Schienen handle. * Wetterbericht. In Mitteleuropa ist das Wetter trübe und regnerisch bei schwachen Winden. Ueber Westeuropa ‘ ein breiter nördlicher Luftstrom, die Vorderseite eines atlantischen Hochdruckgebietes anzeigend. Voraussage: Trüb, regnerisch, kühl. * Verein „Zion" in Karlsbad. Aus Karlsbad wird ui;s - geschrieben: Alle Zionisten, die die Absicht haben, in dieser Saison nach Karlsbad zü kommen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß der jüdische Bolksverein .Lion" auch dieses Jahr wieder seine regelnräßigen Bereinsabende jeden Donnerstag im Hotel Lincoln, Egerstraße, äbhält. Diese Abende werden vielen Zionisten aus der ganzen Welt vom vorigen Jahre her gewiß noch in angenehmer Erinnerung sein. Der Verein wird auch in diesem Jahre bemüht sein, durch regelmäßige Vorträge, Referate und Veranstältüngen dem zionistischen Publikum Gelegenheit zu. bieten, mit Gesinnungsgenossen zusamuwnzutresfen und in ihrem Kreise angenehme und mrregcnde Abende zu verbringen. Auskünfte jeder Art erteilt der Vor-. sitzende Med.-Dr. Walter Kohner, Karlsbad, Haus „Riva". * Ueber die Not der österreichische« Preffe wird der Präsident Kornulerzialrat B ö s b a n o r in dev morgen Sonntag vormittags in Wien stallfindenden Gcneralversamnilrru'g des Zentralverems der Zeitungsunternehumngen ein ausführliches Referat erstatten. * Ableben eines jüdischen Musikprofessors. Aus Buda-^ Pest, 9. Mai, wird uns berichtet: Der bekannte Alusikpädagoga und Professor der Hochschule für Musik, Dr. Josef Bloch, ist gestorben. Prof. Bloch war auch im Auslande als Musikantörität bekannt. * Einschreibungen in die jüdischen Volksschulen. Jüdische Volksschule, 2. Bez., Castellezgasse 35: Täglich —- mit Ausnahme der Samstage — von 12 bis halb 1 Uhr mittags Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in die erste und zweite Klasse, b) Jüdische Volksschule, 20. Bez., Denisgasse 33: Täglich — mit Ausnahme der Samstage — von 12 biß U. Uhr mittags Aufnahme von Schülern und Schülerinnen in die erste, zweite und dritte Klasie. * Jüdisches Religionslehrerfeminar in Wien. Das jüdische Religionslehrerseminar eröffnet im Falle genügenoer Anmeldungen mit Beginn des Schuljahres 1922—1923 einen neuen vierjährigen Lehrkurs. Aufnahmswerber (beiderlei Geschlechts) müssen das 15. Lebensjahr zurückgelegt und eine Untermrttelschute oder die Bürgerschule mit gutem Erfolg absolviert haben. Anmeldungen sind an den Seminar- Iciicr Prof. Dr. M. Rosenseld, 2. Bez., Tempelgasse 3,3, zu richten, der alle beziiglichen. Auskünfte erteilt. Eine Ausnahmsprüsnng findet nicht statt. Die: Aufnahme, (persönliches Erscheilten des Aufnahmswerbers in Begleitung eines verantwortlichen Aufsehers) erfolgt am 2. Jun und 17- September^ 10 bis 12 Uhr, in der Seminarkanzlei, 2. Bez., Tempelgasse 3. * Starker Tonristenverkeht I« Palästina. IM Verlaufe der letzten zwei Monate haben ungefähr 500 Tourrsten aus den Vereinigten Staaten Palästina besucht. Aus -vielen anderen Ländern, insbesondere arcs England und Frankreich, sind ebenfalls zahlreiche Touristen/eingetroffen. ' * Wie mau das Geld verdoppelt. Der griechische Finanzminister hat diese Erfindung gemacht: Er erließ.kürzlich ein Gesetz, wonach an: 15. April alle Banknote»:, des Staates in zwei 'Teile geschnitten werden ncüssen. Die rechte Hälfte, mit dem Bildnis des Königs, gilt seitdem als Zahlungsmitel in der - Hälfte des Wertes, also fünf Drachmen für die Hälfte einer Zchndrachmen-Note. Die linke aber, mit dem Wappen, gilt als Schuldverschreibung des Staates zum halben Wert der ganzen Note. Sie ist unt 5 Prozent verzinslich, hat Börsenkurs (jetzt 97) und soll in einigen Jahren vom Staare bezahlt werden. Da Griechenland drei Milliarden Noten zirkulieren, läßt, so hat der Staat mit einer einzigen Buchung in der Nationalbank anderthalb Milliarden gewonnen, und da man mit dev Zwangsanleihe handeln kann, so hat niemand verloren. . * Das Einsinken des Fußgelenkes, ein Uebel, an dem besonders Frauen am häufigsten leiden, ist nicht nur auf allgemeine Korperschwäche, sondern zum großen Teil auch auf das Tragen zu hoher Absätze zurückznführen. Ein einfaches Mittel/, dieses Uebel zu befestigen, bietet das Tragen von Gummiabsätzen. Durch dieselben wird der Gang elastisch und weich und der Körper erleidet beim Gehen nicht jen^ Erschütterung, wie beim Auftreten des Fußes auf dem harter: Holzabsatz. Jede Dame.sollte daher unbedingt an ihren Schuhen den vorzüg-- ficherc und dauerhaften ^Paima"-Aautichukabjatz tragen^ 4 ijj m . f üfc :l f l? im - ■•f I - * [Vf;! l' - -V ’|IS: i’iiHH ' ' -!!!;! i - : ii’i'i i'.'i ' ‘viW'. u ■«im '■# L*' itnirliinn

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