Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1178 (12.5.1922)
- Date
- 1922-05-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980258--11070-2997486- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 1178 * Sreuerabzug-BewselAng -er Natukalvörpflesuns. Die Wiener Steueradministraiivnen' und dieBezilksstwerbebörden - in Niederösterxeich haben für Zwecke des Einkommensteuerabzuges die Naturaloerpflegung der im Dunst (Lohn) bezug stehenden Personen sowie der im Brivaihaushalt verwendeten Kilfspersonen für einen Tag und einen Angestellten mit Wirksamkeit vom i. llanner 1922 bis auf weiteres bewertet : a) für Wstn, Mödling, Baden, Wr.-Neuftadt, St. Pölhen, Krems und die Semmeringgemeinden: 1. in land» und sorstwirischaftlicben Betrieben mit 300 K.» 2. in Äpprovisionlerunpsgewerben und Kandelsunternehmungen mit 500 K., 3. in anderen Untern ehmungen und Betrieben mit 400 S.; b) für alle anderen Gemeinden m Niederöslerreich: i. in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben mit 200 K.» in Approvifionierungsgewerben und Kandelsunt.rnehmungen mit4OOK.. 9. in anderen Unternehmungen mit 3OO K. Für die im Küushalte verwendeten Kilfspersonen aller Art gelten ohne Rücksicht auf deren Zahl die Wertansätze für jene Betriebe (Unternehmungen, Gewerbe usw.) zu welchen der Betrieb des Dienstgebers zu zahlen ist. Für Hiisspersonen der Prioathaushalte von Dienstgebern sonstiger Berufe gilt der unter a) oder b) Bub 8 angeführte Werlansatz von 400 K.. beziehungsweise 300 K. Die Weriansähe sind Mindestbeträge. Sollten etnzslne Kollektivvertrüge ausdrücklich höhere Bewertungen enthalten, so gelten diese, höheren Götze für die Berechnung des Nettoverdienstes bis zur Neuregelung der amtlichen Wertansätze. * Millionendicbsiahl. In den Räumen des Geschäftes des Parfückeriewarensabrikcmten Alfred Lengyel, Neubaugürtel L hotte eine Tante Lengyls. die aus Bulgarien kam, vier Körbe eingestellt, die ihre Wäsche und . Wertsachen im Merle von mehr als anderthalb Millionen enthielten., Als man Ende April im Geschäfte nachsah. fand man die Körbe erbrochen und ihres Inhalts beraubt. Die Polizei eruierte als Töter drei Arbeiter der Lengyelschen Fabrik, die durch ihren Aufwand Verdacht erweckt Hallen und zwar den 16jährigen Karl Naiser. die 23jährige Anna Keczkemety und den l8jährigen Karl Mayer. Das Kleeblatt wurde verhaflet und gestand den Diebflahl ein. Entwendete Wäsche und Werlsachen sowie Parsümeriewaren im Werte von ' rund einer Million wurden, teils in der Wohnung drr . Verhafteten teils bei der Alieifenhändlerin Leopoldine Piringer - Dapeci, XIV., Oelweingäffe 12 und beim Kandelsagenien Bruno Marek, VI.', Mariahilferslratze 91, denen die Diebe die Beute verkauft halten, zujiondege bracht. Bon dem Erlös halten Naiser und Keczkemety so gut wie nichts mehr. Sie und Mayer wurden dem handesgerichte eingeiiefert. Frau Piringer-Dapeci und Marek wurden der Staatsanwaltschaft ängezeigt. * Verhaftung. Am 9. d. wurde auf Grund einer Aufforderung des Chaskel Weinstein der 23jährige Kaufmann Maier Wolf M e j l o ch, zu Gorlice geboren,, III., Erdbergstraße 6l wohnhaft, im 1J. Bezirke verhaftet. Er wird in einer brieflichen Mitteilung des Oheims Weinsteins, des Kaufmannes Leiser Rappaport, beschuldigt, diesem in Krakau 100.000 polnische Mark unrer listigen Vorspiegelungen entlockt zu haben und mit dem Gelbe nach Wien geflüchtet zu sein. Ileberdies soll Mejloch in Gorlice Betrügereien mit einem Schaden von Millionen polnischen Mark verübt haben. Mejloch gibt zu. sich von Rappaport 100.000 polnische Mark ausgeliehen zu haben: er räumt auch ein, datz er mit dem Gelds nach Wien fuhr, um sich hier einen Posten zu suchen. Dann stellt er nicht in Abrede, dem Rappaport verschwiegen zu haben, das; er Polen verlasse. Das Geld hat er * schon bis auf etwa 40.000 K.. die noch sichergestellt wurden, verbraucht. Er wurde dem Landesgerichte eingeliefert. Keren Kajemcth l'Iisrael. Jüdischer Nationalfonds, il. Bezirk, Taborflratze ,59, Telephon Nr. 40-3-16. — Spendenausweis Nr. 7/3 vom 7. bis S. Mai. 1922 — K. 261.340*80. Im Jahre 1922 insgesamt K. 9,337.446.-- Zentrale: Sitzung Z. M. V. 520, Erwin Iellinek (Mewa) 1500, Div. 100: Iüd. Nat. Fonds 593*60, Iahrzeitbäume a. N. Petachje Meller 4. Ijar 5678, Dr. Salamon Iekuthiei den Jakob Korowih 13. Ijar 1846, Keinrich Iellinek 21. Ijar 5672,- Loste v. Gompert 24. Ijar, Pros. Selig Pesach Kammerling 26. Ijar h 1000. — I. Bezirk: I. März 500. — II. Bezirk: Siegm. Scherzer, Schiedsrichterspruch Schabse Mayr 1000, Wilhelm PeftkM 1000, Synagogenverein «Beth Israel" 32.918;. Die Vereinigung jüdischer Körer an der Kochschule für Welthandel d. Leib Fischler: Gold. Bucheintr. Architekt AettMann 100.000; o. N. Obmann Leo Steinig 10.000. III. Bezirk: Prof. Freud 831.50. Div. 376. — VI. Bezirk: D. Iugendv. Menorah 3165.30. — VIII. Bezirk: Z. G. B. Iordania: Josef Fels 1000, Kartell der Z. T. V. 950, K. Riegel- Haupt 520, Div..780; Kathi Ehaje Rietz-Kain: Smlg, Dr. Rietz 28.810; Div. 100. — iX. Bezirk: Bethausv. Beih-Kamidrajcy „Ohel Abraham" d. S. Kohn 2119, Dr. Gabrit Wolf (B'nal Bftith „Elntrachl") 10.000, Bernhard-Aeymers 1000. — XVI. Bezirk: 300. — XX. Bezirk: Iofefine Goldfischer 1400, Cilly Lipsker 648. I. Gottfried 600. M. Pfau 686, K. Politzer 676,. L. Lilienfeld 506, W. Sitzmann 700, I. Giern lOOO, Dr. R. Schwarzbrod 700. K. Laub 750, M. Zipper 762, I. Reiter 908, Leib Blum 1268, R. Lieblich 630, Bert Waidmann 1282, Div. 8763.40; Kiiachduth d. E. Lenz: E. Lenz 1003. Singer & Kimmeldav.k 500, Sftberberg L (So. 3111, CH. Keimann 500; d. M. Keinifch: David Bonner 1000, David König 1000, E. Lenz 1100: Smlg. Dr. Tarlakower: I. R. 1000. Dw. 50; Mifrachi*. Alex. I. Korowitz 1C03. — Innsbruck d. Edith Fuchs:'Paula Bauer 1074, Flora Bauer 1016, L. Fuws 550, Graubart 1460, Geliert 500, S. Keber 800, Mendei. 1007,. Löweniohn 500, Rosenberg 600, Ilid. Wände, bund Blau-Weitz 846, Ernst Schwarz 2676, Friedrich Pasch 2000, Dr. Scheuer 2000. Marlin Eieincr 1000, Sigm. Kaldor 10Q0, Frankl 1000, Freund 1000, Div. 5613; — Pernhofrn: ing. ctera. R. Iachzol 1500. — Grotz-Enzersdorf: Iul,us Fleischmann 2000. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Jüdische Dölksbibliv! he k Zion. Der Verein hat eine Reihe von neuen Büchern käuflich erworben. Neue Enttehner Können täglich außer Sam siagau'genommen werden. Mitgtiedsbeiirag 200 Kronen pro Monat. — Vereint gung jüdischer A k a d e m i k e r, Wien,!>., Im Werd 13/ Morgen» Samstag 2 Ilhr 30 Min. Kurs. Gegenstand: Brachoth. Anmeldungen nimmt täglich. zwischen 12 bis 2 Uhr nachmtiags atud. teclin. Feiger entgegen. Vortragender; Zür'r Rcibb. Wunüermann. -f- Z i v n l ft i i ch e Körer a. d. K o ch f ch u l e für Welthandel. Sonntag dm -14. d. um 8/4ll Ilhr im Lokal der «Kalle", IX., Türkenslraße 9, Vollversammlung. — Kebräischer Lehrer-Ver bau d, Wien. Sämtliche hebräischen Lehrer und Lehrerinnen werden zu dem Samstag den 13. Mat um 6 Ilhr abends im Lokale, 1!., G'vckengaffe' 30. stattfindenden Vortrag des Dr. Ch. Tarlakower höflichft eintzctaüen. Thema: Der hebräische Lehrer und Kapoei Kaza:r. — Der L e s ejaäi des jüdischen Jugendheims in der sozialen Kilssgemeinschasi Anitta Mü ller ist nunmehr außer Sonntag täglich von 3 llhr nachmittags bis %10 Ilhr abends geöffnet. Die Bücherausgabe findet nur bis 7-7 Uhr abends statt, die zahlreichen meist ausländischen deuticheu,. jüdischen und hebräischen Zeitungen und Zeitschriften fiehen auch später ziir Aersiigung. Mitgirederaufnahme täglich von 3 ' -bis' 7,7 Uhr abends. — Bukowinaer Ztznlrälbe'rbbnd in Wien. Die Verbands» llener.Margettzeitung 12. Mai 1922 Seite b d'skufsionen finden jeden Sonntag Punkt' 9 Ubr vormittags im Lass Edison, u, Franz Iosefskai und jeden Donnerstag vunkt 7 Uhr abends im BUKowinaer Lafö (Lass Siadtaut).' II.,. Große Stadtgütgasse 27, stait. Dortselbst auch Neuauinähmen. Lzernowiher Tagesblätter Hegen auf. Anmeldungen der für d>4 Mitglieder von der Amer can Relief Admtniflraiivn: zugewiefenen Dollarpakete werden ebendortfeibfi /entqegengenvmmein — S o z i a l p 8 d a g o g i f ch e- ,G e st'e l l f ch a f t. Freilag den 12. Mai. 7 Uhr im Anaiomitchen InMut, IX., Währingey' trotze 13, Dr. Friedrich Gläser: Persönlichkeit und Gesellschaft. — .2 Li d. aka d. p h i I. Verein. Samstag den 13. d. um 7,3 Uhr findet im Cafä Kl!n>K. .IX, Die Lazarethgaffe 1. Die Generalversammlung statt. - - . ^Uran ia. Keute. 5 Uhr (Großer Saal): Indien. 7,6 Uhr (Kleiner Saal): Dr. Helene Änderte: Ehe und Vererbung. 7s6 Uhr (Kurssaal):.' Prof. Dr. Karl Spie h: Die Volkskunst und ihre kul1ürge''chichilichen Grundlagen. IIL 7,8 Uhr (Großer Saal): Mld-Afrika. 7,8 Uhr (Kurstaal): Univ.- Prof. Dr. Kans Volte l i n i: Recht und Kultur der allen Germanem. t. 7-8 Ul,r (Klubsanl):' 'Unio.-Prof. Dr. Vikior B i b l: Die Novemberkatastrophe und ihre inneren Ursachen. II. D o l k s b i l d u n g im Te ch k i.s ch e n Mm s e u m.. Samstag den 13. d., 3 Uhr nachmittags. Führung „Wasserstoff und Sauerstoff" von Ing. F. S e d i a c e K. — Sonntag den 14. d.. 10 Uhr vormittags, im grotzen Körsaal Lichtbildervorirag „Die flüssige Lust im Bergbau" von Prof. Dr. A. S ch m i d. Prüfung der Gestion durch unparteiische Fachleute stattfindcn, EZ ist doch ein für alle Teile unsinniger Zustand, daß die Gemvnde Wien mit ihrer modernen Anlage bedeutend teurer arbeitet, als ein, kleiner Fabrikant, daß sie bei ihrem- Elektrizitätswerk statt hohem Nutzen Verluste hat -und die strombeziehende Industrie verhältnismäßig 50 bis 60 Prozent mehr für Krafikosten bezahlen muß, als normalerweise nötig wäre. Gemeinderat. Heute nachmittags tritt der Gemeinderat wieder, zu ein« Sitzung zusammen, auf deren Tagesordnung einige Modifizierungsanträge. betreffend die Pachtung von SPielu n> Sportplätzen, eine Reihe von Zuschußkredrten sowie einige Minder ivichtige Personalangelegenheiten stehen. Die beabsichtigte Erhöhung. der L u stbarkeitS st euer wird heute voraussichtlich noch nicht zur Beratung gelangen. Emährung. Kommrrkales. Die Strompreise der Gemeinde Wien und die Andnstrie. , Ein Industrieller schreibt uns: Die Gemeinde Wien kündigt neuerdings eine' Erhöhung de» Strompreise an und zwar auf das Doppelte der bisherigen von K. 160.— für das Kilowatt. Dies wird mit der Steigerung der Kohlenpreise begründet. Die Wiener Industrie, die sich in einer schweren Krise befindet, wird diese exorbitante Erhöhung sicher nicht ruhig hinnchmetz, sondern, einmal Aufklärung darüber verlangen, warum die Gemefnde- Wien in ihrer - großartigen, modernen Anlage um so viel teurer den. Strom herstelli, als jeder mittlere Industrielle, sich. dip, dckupfkrast erzeugen kann. Dies kann eine ganz einfache Rechnung erhärten. Mit 1 Kilogramm preußischer Sieinkohle ergeugt man in mittleren guten Kesseln 6 bis 7 Kilogramm Dampf..., Für, eine Pferdekraft b-raucht man bei einer bloß 40 Pserdekraft-Auspufflokomobile, sehr hoch, gerechnet, .9 bis 11 Kilogramm Dampf, .so daß man schon. sehr.unökonomisch arbeiten müßte, um 2 Kilogramm Kohle pro Sstlüdr für 1 Pferdekraft zu be-. nötigen. Zwei Kilogramm bester /oberschlesischer Steinkohle kosteten mit Zufuhr in die Fabrik bis zur. neuesten Erhöhung von heute zirka K. 120.—. Das sind die Brennstoffkosten für eine Pferdekraft.- Die Gemeinde Wien arbeitet mit Dampfturbinen von 20:000 Pserdekrä^ten, die nur 0,4 bis 0,5 Kilogramm Dampf pro Pferdekraft orauchen, älso den vierten Teil so viel wie eine kleine Anlage. Das wäre also für die Pferdekraftstnude 30 K. Rechnen wir — wieder viel zu ungünstig — einen-86prozentigen Nutzeffekt bei der Dynamomaschine, so kommt — da ein Kilowatt 1,36 Pferdekräfte ist — ein Kohlenverbrauch von 30-: 86 mal 1,86 oder' 48 Kronen für die Kilowattstunde heraus.*) Die i,tebenspesen sind vernachlässigt, da sie in dem großen Gemeindebetrieb prozentuell sicher nur einen Bruchteil dessen ausmächen, was der Einzelbetrieb erfordert/' Für die Gesamtkosten spielt'übrigens der Kohlenverbrauch die ausschlaggebende. Rolle; ftelbst bei Friedens- Verhältnissen rechnete der"bekannte Fachmann Öber^-Jngenieur Barth bei Großturbinenbetrieb die Kosten für Verzinsung; Ab-, -schreibung, Erhaltung, Schmierung, Bedienung usw. mit einem Sechstel bis einem Drittel der Brennstoffkosten. Dazu ist aber ' zu bemerken, daß die Anlagen der Stadt . Wien aus der Friedenszeit stammen, daher leicht sü)vn zur Gänze äbgv-. schrieben sein können. Nehmen wir .wer an, daß die übrigen' Selbstkosten des Gemeindebetriebes die Brennstoffkosten sogar um 100 Prozent übersteigen, sokommen wir zu einem bisherigen Selbstkostenpreis für die Kilowattstunde von K. 100.—, indeß der heutige Verkaufspreis der -Gemeinde K. 160.— beträgt, und diesen-will sie weitere^-stark erhöhen.-Wie aus oben angefj'chrtem Beispiel hetvorgeht,' -erzeugt sich heute ein mittlerer Industrieller die Kraft schon.billiger, als er den Strom zahlen müßte. Sie Stromkosten bei der Gemeinde betragen'heute schönem ehr als die Erzeugung von Dampfkraft bei Einzelbetrieben von nur 40 bis 50 Pferd.ekr.äften. Für größere Industrien, mit ausgedehnteren, sparsamer arbeitenden Anlagen ist >die Differenz noch größer. Kein Wunder, wenn -diese immer mehr dazu übergehen, sich den Strom selbst zu crzengen, um so mchr als die Gemeinde nicht wie früher, fiir großen Stromkonsum Rabatte gibt, sondern dem Acktehmer von huuderttausenden Kilowatt denselben Preis, rechnet, wieeinsm» der 100 Watt braucht! Die hohen Strompreise der Gemeinde.Wien oder, besser' gesagt, die unerhörten Selbstkosten, die das städtische Elektrizitätswerk, das technisch aufs modernste äusgerüstet' ist, hat, sind schon lange' allen Industriellen und Ingenieuren ein unlösbares Rätsel.' Wohl wissen ftcf daH bei einem Elektrizitätswerk die schwankenden Belastungen;' namentlich im - Winter, wo auch bei Tag Licht verbraucht wird, eine bedeutende-Rolle spielen. Immerhin sind, heute die >Mvergenzen viel zu* kraß, um dadurch allein ihre Aufklärung zü finden. Andererseits hat der Umstand, daß bei elektrischem Betrieb durch Wegfall der Transmissionen, ferner-durch Ersparnisse bei Stillständenvon Arbeitsmaschinen gegenüber dem Dampfbetrieb -eine Ersparnis erzielt wird, mit der hier besprochenen Selbstkostenberechnung gar nichts zu tun. Er bleibt bestehen, wenn sich ein Industrieller den Strom -selbst erzeugt und ändert nichts an den Eigenbetriebskosten der Gemeinde Wien. >- V.; , Im Interesse der Gemeinde und in dem der* Förderung' der Industrie sollte vom Gemeinderat stoch einmal eine UeLer- Der Marktbericht. Die FLeischteuerung. Die Fleischleuerung macht weitere Fortschritte. Wenn auch gestern neuerliche Preiserhöhungen bloß int Großhandel zu verzeichnen waren — im Kleinhandel blieben die Preise aus der Löhe des gefirigen Tages—so weift man es aus Erfahrung, datz diese Wirkungen schon wenige. Stunden spater im K'einverkaus zu spüren sind. Die. Fleischhauer Hallen sich übrigens beim Einkauf im Grotzen sehr zurück, da der Absatz in den letzten Tagen sehr gering ist und wegen des wärmeren Wetters die Ge'ahr des Verderbens des Fleisches besteht. Auch in der Grotzmarkihalle war nur ganz-geringfügiger Verkehr zu beobachten. Im Engroshandel verieuerlen sich gestern weiter Schweinesleisch um 50 &, Kälber um 100 K., Fleischschweine und Speck um je 200 K., Fetlschweine um 250 K., Kalbfleisch und Englischbraten um 300 K. per Kilogramm. Die Zufuhren sind äußerst germg. Aus dem Burgenland waren zwei Waggons mit Kälbern und Schweinen, aus Ungarn ebenfalls zwei Waggons mit Kälbern und Schafen und aus Jugoslawien ein Waggon mit Schwemesleisch angekommen. Billiger stellten sich dagegen Seefische um 50 K. per Kilogramm, thr Preis betrug 850 K. per Kilogramm. Auf den Grünwarenmärkten war die Beschickung günstig ausgefallen, so datz sich einzelne Artikel weiter im Preise - er* mätzigten. Käuptelsalat hatte eincn Preisrückgang von L00 K. pro Nagel (20 Siiick) aufzuwetfen. Spargel mittlerer und minderer Qualität wurde um 50 bis 100 K. billiger; auf dem Naschmarkt betrug der Kilogrammpreis 550 bis 700 K. Für Spinat betrug der höchste zulässige Preis aus dem Naschmarkt für Primaware Lov Kronen pro Kilogramm. Kartoffeln waren in genügenden Mengen aus Niederöslerreich, Oberösterreich, Köxnken und Deutschland vorhanden. Aus dem Naschmarkt waren 42.000 Stück Eier vorrätig, der Stückpreis btteb im DetailhandA unverändert mit 140 bis 145 Kronen. An Orangen waren über 1100 Kisten eingelangt. __ Einlösung von Gutscheinen für Sie Lebensmittelzufchiisse. Amtlich wird verlautdart: Die in Wien für den Bezug der Lebensmittelzuschüsse ausgegebenen Gutscheine sind für die mit 14. Mai beginnenden Wochen (Abschnitt Nr. 19 und folgende) bis auf weiteres mit nachstehenden Getdbeirägen einzulösen und zwar: für Brot wöchentlich mit 563 K.. für Mehl wöchentlich mit 175 K. und für Fett wöchenliich mit 130 K. Der Käufer, der einen Gutschein überreicht, hat sohin nur den Teil des Kleinoerichleitzpreises zu entrichten, der sich nach Abrechnung des obigen Gutscheinwertes ergibt. k'rete jüdische Volksbühne Gastspiel in der Roiand-BUhne 428(1 Anlässlich des 50jährigeit Geburtstages DAVID PINSKIS Zum 1. Male! Zum 1. Male l Jedem sein Gott Heu 7 Uhr abends*. Schauspiel in 4 Akten von David Pin ski .*) Amn. Da es jedermann in den letzten Monaten mög-' lich war, sich Kohlenvorräte zn schassen, sohät gewiß auch stas Elektrizitätswerk, solche und., muß daher nicht sofort bei einer. Kobleuvreissteiaeruna automatisch die. Strompreise* Mähen. Bühne und Kunst. —# Renaissance-Bühne. („Der Unbekannte" von Louis V e r n e u i l.) An der Komödie vom alternden, eifersüchtigen Ehemann und der jungen, unverstandenen Frau haben bereits ^Generationen französischer Schwankautoren profitiert. Auch Herr Verneuil hat.seinen Geist keineswegs überanstrengt, -aber bei löblicher Oekonomie der Mittel und erregender Szenensührung ist eine anmutige, wirklich -unterhaltsame iKomodie zustandegekommen, die gestern vom Publikum mit «lebhaftem Beifall-begrüßt wurde. Die Darstellung war vorzüglich. Herr Eugen I eit s e n -wartoll eifersüchtig und äußerst komisch, Mariä Karsten-eine entzückend unverstäüdene, leidende und liebende Frau-, > Karl-D o or ein charmanter Onkel und Schlotzbesitzer, hingegen -ließ der „Unbekannte" des Herrn Kl i n-ko w ström , viel an Glaubhaftigkeit zu wünschen übrig. Seine Korrektheit hat nichts Bestrickendes; er ist nicht Fraueneroberer, sondern verliebter Kavalier mit ehrbaren Heiratsabsichten. Frau Emnch Förster ist. eine ganz köstliche Tante, wie sie leider nur in Lustspielen vorkonmit. Die Fabel des Stückes fei besser verschwiegen nnd nur berichtet, daß sehr herzlich gelacht wurde. —n. Verpachtung der Grazer städtischen , Bühnen. Der Grazer Gemeinderat hat mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien beschlossen, die siädiischen Bühnen den vom Grotzinhuslriellen Dr. Wutke gegtiindelen Theaierverein zu perpachlen.' Das Pachlverhältnis beginnt mit der dnu-iähligen Kerbftlvielzeft und Lauert uvei Jahre»