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Wiener Morgenzeitung · 1922-05-07 · Heft 1173 (7.5.1922) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1173 (7.5.1922)
Date
1922-05-07
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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mrns Wien, Sonntag Tagesbericht. An unsere Leser! Die Druckerei der „Wiener Morgenzeitung“ Befindet sich ab morgen, Montag, wieder I., Universitätsstraße 6. Redakiionstelephon ab 6 Uhr abends 16.301.; Die mit der Üebersiedlung verbundenen techpiscHen Schwierigkeiten haben es unmöglich gemacht, das heutige 'Sonntägsblatt in gewöhntem Umfange herzustellen, und werden wir daher in der kommenden Woche unsere Leser und Freunde durch , verstärkte; Nummern entschädigen;- zem eine Ver-sammlu-ng jüdischer. Schriftsteller, Künstler und anderer im ÖffentÜchan Leben tätigen Persönlichkeiten stattgefundcan, in der die Frage der Hilfeleistung für die notleidenden jüdischen geisti-: gen Arbeiter in Rußland erörtert wurde. Der Vertreter der Exekutive, Herr Latzky, (referierte; •über die bereits getroffeneai Maßnahmen'in dieser; Hinsicht und wies darauf hin, daß die-Exekutivenebst der momentanen Hilfe auch eine,dauernde tmtfi 'systematische Hilfe beschlossen bat. Die Exekutive; ist bereit, die erforderlichen f inan zielten Mittel zur. Verfügung zu stellen. Nach diesem Referat wurde eine Kommission aus folgenden- 'Bersonön^ gewählt:: 'Ch, N. Bialik, Maler -Pastern.ak, Roman-, Horthys Donner. . D er in dem Comniuiniiqiuie dlesr Bnidaipester. flPölizieii’’ über ■ die Oirganiisi-enüng diea* Bombe riiattebtaite öuirch die Kcmmumi'Stein uinid diie angebliche Donner-. urga^iisaition' ^genianinte Horn LeqpaM Rasonibasum. «cfurdibt 'mis:-• ■■■/? -*■ . . A'lis täglicher -Leisen' Idier »Wiener Morgenfceitung« . ihaitte ich Gielegenhe.it, V dais. timgairif&dhc Comimumqiuie (»Horthys Douinrer^V zu lieseai.; und finde mit ' EnstMinen,, daß iicOr als'Haiuspit der DoMar- Dirgiahiiisaitioiii ’ gebannt1 bin. ich muß. aimntdhmbn, daß Ich damit gemeint bin, denn vebgängeheis. JaJhr hatte ach’ in Danzig, woselbst ichin1 ggschäftlichea;-Ah-: gelegnheiten weilte, dieselbe Geschichte, T&lf würdedort zum Polizeipräsidium' geladen und';?8 wurde mir mitgeteilt,; daß eine Anzeige ‘(allerdings anonym) eingelaufen sei',, wonach idh ein gewalttätiger Kommunist sei ondi im .-Auftrag der österreichischen und ungarischen Kommunisten, - von welchem .ich . gjroßcVl-Geldmrttei' zur Verfügung, hätte, in Danzig! weile,’um .einen. Um stutz zu organisieren. Es. gab 'damals in Danzig tatsächlich einige kleine Arbeiterumpuhen, - und uur der Einbruch einiger -bekannter Persönlichkeiten', wie auch meine Empfehlung des iWiener Jüdischen NationaLrats koumte meine Verhaftung; verhindern: Die 'Anzeige stammte von einem Wiener Harkenkreuzler,.'dessen Name mir sehr1 gut bekannt ist; der hier bei den Legitimisten -. arbeitet und als solcher' auch Spitzel der ‘ungarischen’ Polizei sein -dürfte. - - .,ps ist wohl richtig; daßich während -des Umsturzes bis zur Kpmm!U»ne ,.iin- Budapest war, doch kann . ich jederzeit , den Beweis erbringen, daß ich Bi-idi'. in Budapest - nicht '-kommunistisch, - -betätigt habe.. . _ . . . , _"•■•....r--.- ’ 1 y.. , Ich bin (nationaler Jude, habe als solcher in .der (jüdischen Schlosserei, Wien III., gearbeitet,.; war lObma-mi des »Hapoel iHaiwti«, einer rein zionistischen Verein igirng, die von den Lehrlingen und Schülern der Kur ,e und ,'We.rkstätten des Jüdischen Gewearbeförderungsamte» . gegründet wurde, und istehe auch. heute' noch in reger national jüdischer 'Arbeit. Mit der angeblichen Dem«morgamisatron habe ich nichts zu 'tun. ", fjllfsäktioti für die jüdischen geistige*! Arbeiter in Rußland- ' : Auf Einladung de^feerlioer Buireaus der Exekutive der jüdischen Wei Lhilfslkonfer.enz |iat vor ku»t> . Schriftsteller Berg e 1 so h n,. Salmao \ S c h.n e UF,;Benzion Kate, Moses Klein m aiüi'n,; ßSMiuim1 :Stief,rj. Les chczim sik i, M.- Hi indes u-, a, | Die Kommission' beauftragte einige Mitglieder mit I der Zusammenstellung der ersten Listen der .not-: leidenden Schriftsteller in Rußland und der Ukraine sowie mit der Herstellung eines beständigen Kon-: talkts mit denselben. Ferner wurde beschlossen, den jüdischen Gelehrten, und Schriftstellern in Rußland, zwecks Bekanntmachung mit den neuen jüdischen Schöpfungen, Kataloge der während der letzten Jahre im Ausland erschienenen Werke zuzusendea. Es wurden' ‘bereits Maßnahmen getroffen, um 'eine; regelmäßige Sendung «von Nahrungsmitteln, Kleidern» : Büchern, darunter wfe&enschsaftlikhien .Ausgaben. und Behelfen» in die Wege zu leiten. (J. C. B.) Namhafte Spenden für die notleidenden jüdischen Studenten in Oesterreich. Zur Linderung der Not der jüdischen Studenten überwiesen dem Jü dischen Hochsculausschüß, IX., Zimmermawiplatz S: Israelitische Allianz zu Wien aus den Fonds der Alliance Israeüte Universelle, Paris, K 1,400.000 (außer der Verpflichtung,, bis Ende des Kalenderjahres die Mensa academica judaica mit K 200.000 monatlich zu dotieren); Ingenieur Ginilio St o c k 2 Monatsraten ä K 100.000 für April-Mai K 200.000; Angestellte der‘Firma Fa nt o K 40.000; M. K. K 32.000; M. Fried« ann K 10.000. * Eine nichtjüdiscfie Palästina-Gesellschaft in Amerika. Wie uns aus London gemeldet wird, ist in Amerika vor kurzem eine Gesellschaft gegründet worden, welche den Zweck .verfolgt, die zionistische Organisation In ihrer Tätigkeit in Amerika zu unterstützen und die Öffentliche Meinung in diesem Sinne zu beeinflussen. Der Gesellschaft, die durchaus aus Nichtjuden besteht, sind bereits zahlreiche politische Persönlichkeiten beigetreten. Ihr offizieller Name lautet: Freunde des Jüdischen Palästina. * M. Kleinmann in Wien. Der bekannte jüdische Schriftsteller M. Kleintnann, ehemaliger Redakteur des »Haschilpach<tkommt in den nächsten Tagen nach Wien, um eine' Organisation der hier leibenden russischukrainischen Zionisten zu schaffen und für das Zentralarvan, der rassischen Zionisten >Rasswiet« Propagada zu; machen, welches seit' kurzem nach mehrjähriger Unterbrechung in Berlin erscheint. Kleintnann wird seinen Wiener Aufethalt benützen, um hier einen öffentlichen hebräischen Vortrag zu halten. Das Nähere wird seinerzeit verlautbart werden. 7. Mat 1822 Seife & * Beim Einstein Film, ln der Berliner „Welt* büh ne“ lesen wirr Als der Vorhang über dem Einstein-, Film gefallen war, sagte mein Vordermann, ersichtlich den besten Ständen angehörend, offenbar Akademiker, vielleicht] Regierungsrat, laut zu seiner. Nachbarin: „ich weiß gaq. nicht — das Raum- und Zeitproblem ist doch schon vom Kant gelöst: wozu brauchen wir da einen Juden?!“ j * Begräbnisse am heutigen Tage. Alter Fried-- h o f: -9 Uhr Jung Regine, 9 Uhr 30 Min. Schmerz MaxJ 10 Uhr 30 Min. Heller Simon. — Neuer Friedh of4 9 Uhr Dawidsohu Isaak, 9 Uhr 30 Min. Farkas Alexander,- 10 Uhr Weinberger Fanny, 10 Uhr 30 Min. Tebner Betti* 11 Uhr Braun Grete, 12 Ühr Grünwald Otto. * Familien-Sonnenbad bei der FerdisiandsbrüekeJ Die Gemeinde Wien errichtet bei dem zwischen des* Ferdinandsbrüekc und Asperubrticke liegenden Badeschiffe; und zwar auf dem Uferplatze bei diesem Badeschiffe, ein Familien-Sonnenbad, welches in nächster Zeit der Benützung übergeben werden soll. ** Wetterbericht. Gestern 'vormittags war es ich Oesterreich noch allgemein trüb; stellenweise regnete esj noch. Im Laufe des Tages hat cs sich größtenteils auf-j geheitert. In Wien wehte den ganzen. Tag ein frischerj Westwind, so daß es tagsüber nur mäßig' Ayarm' wttrdef ■ Uebbr - Mitteleuropa hat sieh ein ausgedehntes HqCh4 druckgebiet entwickelt, die Wetterlage hat sich dadurölil : wesentlich ' gebessert’. Voraussage: Schönwetter, früh| iküihl,; tagsüber wa-rm« , t *** ’ Wiederaufnahme des Paketverkehrs mit Rumä* men. Pakete mach Rumänien auf dem WegC;ütfHir 'diel; Tsdieoho-Slowakei sind vom 15. Mai d. Jan wieder zu^ . gelassen. > * Verwechselte Banknioten, Bei dktr >Wat<r, Wicnefj Automobil-Taxameter- und Verkehrsgesellschaft' m. bj H., III., Beatrixgasse SZ, erliegen folgende Beträge/ welche von deren Chauffeuren als irrtümlich infolge! Verwechslung von 10.000 und 50.000 Kronennoten rnjtf 1000 und. 5000 Kronen seitens der Fahrgäste verein-*; nahmt und deponiert wurden: Zwei 10.000 Kroneunotem ■ am 3. März, eine 50.000 Kronennote am 8. März, cincj ( 50.000 Kronennote am 14. März, eine sojooo Kronennotö am 26. März, eine 10.000 Kronennote am 26. März, jef eine 50.000 Kronennote am 6. April und! am;; ip. Aprf| und je eine ro.ooo Kronennote am i. nind u. April- * Lebensmittellotterie. Für die unter dem Ehrend schütz des Bundeapräsidenten Dr. Micha!'Hämisch? stehende Lebensmifctellotterie, gi'bt sieh in den weitesten] Oeffentlkhkdt großes Interesse «kund. Der Leibung de^ Lotterie ist es gelungen, eine große Anzahl -von4lebenden!1 Tieren, wie Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe,- Hasenl und Geflügel aller Art, wie andere kostbar Lebcnsriiiifctd'y sicherzustellen. Lose zu K 200 in allen Trafikenv-' Wechselstuben und Ortsgruppen des Landesverbandes! Wien der Kriegsinvalid'en. ' : Ein kostspieliger Irrtum. Aus B udapest gemeldet: Die Wiener Banle-A.-G. erlitt durch .:einem Irrtum der Budapester TJejothonzen-trale einen Schadeni von über 60 Millionen Kronen. Zur Durchführung ei-ne^ Arbitragekaufes von 300 Staatsbabnäktien.' rief sie rKrd. ständige Budapester Verbindung, die Lecxpoldstäd'ter, Sparkasse an, wurde aber mit der Innerstädtischesij! Sparkasse . verbunden, welche, als sich .der Irrtum (herausstellte, die gekauften Effekten nicht ausfolgte. . .i Organisation der jüdischen Angestellten in öffentt! liehen Diensten Oesterreichs. Montag den 8. Mai, präzis^: 8 Uhr abends, erste Monats-Zusammenkunft irri Wiener Ritig-Cafe, I-, Stubenring (Souterrain). Vortrag des Gemeinderats Dr. J; E h rl ic li über aktuelle Tagest fragen. Bericht über die eingeleitcten Wirtschaftsaktio* nen. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen im Interesse Regenmäntel K14.900 engl. Stoffe, Herren- und Damenwäsche, Leinen- und Strickwaren, alles erstklassig und billigst bei üBSchlffmann I!., TaborstraBe 4S Telephon 47-1-79 En gros En detail) dein Aether vermählt. Auch den Siegfried-Tod stirb« Anton MiläZans' „Kam", s , (Erstaufführung am Burgtheater am 4. Mai) I Die BttchautS'gabc enthält den Vermerk: >D»ieden ftinzelnen Szenen -vorangesetzten Zitate sind dem Werke ,Die Sagen; der Juden5,• gesammelt und bearbeitet von Miischa Josef bin Gorioa, entnommen.« — Ist es nicht wunderbar?. Ein deutscher Poet formtein biblisches Gedicht uhd. sucht seinen Stoff aus dem Geiste des nach- Ibiblischen jüdischen'Volkes zu erfassen. >Die Sagen der Juden«, das ausgezeichnete Buch unseres jüngst verstorbenen. Berdyczewsiki (dessen Pseudonym bekannt- BpK'M; B. Gprion war), . geht auf talmudische . und midraschisdhc Quellen, aber auch aufNdie raJbbitnischen Udberiieferuingen zurück. Der deutsche Dichter Wildgans schöpfte aus diesem Werk-. Die jüdische' Intelligenz der Großstadt wird die herrliche Sammlung,; von Anton. Wildgams dazu ermahnt, jetzt vielleicht kennenlernen wollen... . Eine-Anzahl jüdisch-religiöser Volksmytheo sind die Grundmotive seines Gedichts, darunter -die hei%- echöne von der ersten Grablegung. Wie der Hund, der Abeis Herde hütet, an der Leiche Abels wachte, sie vor den Tier» des Feldes und dem Vögeln des Waldes schützend, wie Adam und Eva in Gram bei dem erschlagenen Sohne saßen und nicht wußten, was sie mit dem Leichnam tun sollten; wie ein Rabe kam und 'seinen töten Gefährten;vor den Augen Adams und Evas verscharrte und Adam ein Grab für sein Kind schäwfetn lehrte. >,Und Gott belohnte die Raben für ihre Tat . , . Er treibt den jungen Raben Scharen von Fließen zii und-wirft sie ihnen ins Maul, während, sie dasitzen mit offenem Schnabel, .bis sie groß .werden und ihren Erzeugern gleichend« . Jüdische Sagenmotive klingen an — aber es ist .ftatürli'cb ein deutsches, besser: ein germanischmythisches Gedicht geworden, Abel ist Siegfried, “Kain ist der Scltwatzalhe, der neidische Wicht, das häßliche, dumpfe, verstoßene, dunkle Arbeitstier, neben dem sonnigen, naiven, Naturikind. Spielend ringt Abd den klobigen Kaiu nieder, da sie sich im Zweikampf messen. Jung-Siegfried. Wiederholt ertönt ei« berückendes Siegfried-Idyll. In der zweiten Szene, wenn Abel, mn klungen von Herdenglockenspie!, lichtumflossen auftritt und ln der dritten, wenn »wie der Fisch frei in der Flut schwimmt«, .-:cine Jün&lingsseele liedfroh sich Abel: >0, Gott! O, Mensch! O, Leben, ewig, ewig! Mit Sonnenfäden, funkelndten, geseilt an die Gestirne! Durch goldneu Lichtbluts Adernatrang vereint, Mit Gottes Sturrahinge, ich, der Mensch!< In solchem J-dbel die Arme-breitend, trifft ihn rücklings das Todösbeil Kains. Diese Adam-Fatmüe ist sozusagen germanisches Heidentum, das eben erst für den Monotheismus gewonnen. wurde. An Stelle der vertrauten alten Götter, ist der fremde, große Einzige getreten. Bezeichnend, daß Gott in dieser Dichtung konsequent »der Gotte genannt wird. Dem jüdischen Mythos ist diese Benennung mit dem Artikel »der« fremd. In jenem Sagenr werke, das Wildgans benützte, ist folgende Zwiesprache zwischen Gott und dem ersten Menschen zu lesen: ». ..Und du selbst, wie heißest du mit deinem Namen? Da erwidert der Mensch and sprach: Mir würde es geziemen,. Adam zu heißen, denn von der Erde bin ich genommen. Und Gott fuhr fort und fragte ihn weiter: Und ich, wie sollte ich mit meinem Namen heißen? Da erwiderte der Mensch und sprach: Dir gebührt es, Herr (Adonai), zu heißen, denn du bist Herr über alle Geschöpfe.« -- Solche' V erblinden heit des Men sehen mit seinem Schöpfer, solche Gottnähe, die zur Zwiesprache führt und zu der Frage des Schöpfers an sein Geschöpf, damit es ihm den Namen gelbe (in der Gorion-Sammitmg steht als Ucberschrift: Adam krönt dyn Herrn), ist der Wildgansschen Adam-Familie einschließlich dem Gotteskind' Abefl noch nicht gegeben. Aber just diese Gottfremdheit gibt der Dichtung Ühre Eigenart und herben Reiz. Der Dramatiker Wildgans tritt hinter den Lyriker zurück. Wo er.sich meldet, gibt es Höhepunkte.. Die Szene, da Kain gemordet wird, ist voll Spannung, der Anruf des Mörders durch den Vater kraftvoll vorbereitet, die Totenklage der Mutter, unterbrochen von den dumpfen Hieben Abels, der das Grab aufwirft, von tragischer Größe. Es gibt auch Schwächen. .Die Gestalt des Adam scheint uns mißraten. Schon in den ersten Versen, die er zu sprechen hat, doziert er, wie ein Mittelseh ulprofessor, eiklärt Eva den Segen schwerer Arbeit und fügt hinzu: »Dies braucht der Mensch.« Er verfügt über unmögliche Erfahrung dicker erste Er-densohn. .Und Evas arge Lieblosigkeit dem Sohne Kain gegenüber, ist wohl der/1 Handlung förderlich, aber höchst merkwürdig. Dennoch irst der Wurf geglückt. >Nicht dir meh-f,- Gott, Bl'UitO'pfer, Menschenopfer mir!« schreit Kain dämonisch in der ersten Szene. Angekündigt ist die Selbstzerfleischung des Menschengeschlechts nach \demi Sündenfall, du .siehst, wie sich das Schicksal der -aus» dem Garten Eden Vertriebenen erfüllt, und du. folgst)'., dem Dichter in Sammlung, dieser, dir aüifzuriötigeu> weiß, bis zum . Verzweiilungssdhrei der Menschen.-, miutter: >ö, Grauen, Grauen! — Eutgöttert die’Well,V — Geschlechter wimmeln,— Kains Samen geht1 auf . -Immer, 0, immer wieder wird AbeÜ geboren:« In, dieser Hoffnung erlöst sich Evas Leid. >Und inim'er;. wieder wird Kain den AbeLerschlagen!«- antwortet ihr( Kain. —- In der Sammlung - jüdischer Mythen, die witf M. B. Gorion verdanken, steht der Satz: >Uhd die Engel sahen den Menschen, als er erschaffen wurde/ and wollten ihn verbrennen.«..« > * .'• ' . WÜdgao3, der B urgtheater-Direktor, hat sein Werk mit spartanischer Einfachheit inszeniert. An einer Stelle ändert, er sogar den Wortlaut, um an der Ausstattung za s)paren. (Aus dem >Gebüsch«, in «dem Kain das BeiÜ versteckt,, ward Geröll.) Nicht nur grünes Buschwerk» a-uch der heitere Wiesenplam mit Blatt- und Schwarz-, beeren, auch der rieselnde Quell wurde aus der Szenerie! gestrichen. Durchaus graues Urgestein war za sehen, dpiweite, farbige Himmel im Hintergrund gab aber eine« wirkungsvollen Kontrast. Ueber dSe treffliche Aufführung haben wir schon berichtet. Daaticggers Kain war eine ungewöhnliche Leistung. Der jung« Künstler wußte sein gewaltiges Organ zu meistern und erwies reife, geistige Beherrschung seiner schweren Auf-, gäbe. An Herrn Z e s k a s Abel ist vor allem die melodiöse, poesievolle Sprache zu rühmen und die Heiterkeit des Wesens, dem dithyrambös-chen Monolog «des* dritten Aktes ist er noch nicht ganz gewachsen. Herr. Reimers gab dem vom Dichter vernachlässigten.« Adam Würde und Kraft. Von Frau Bleib treu ge^. tiügt zu melden, daß ihr Evas lote «klage an vertrat^ war. Wer sie hörte, 'kann den Abend nicht vergesse®* Amton Wildgans geht seinen Weg. Seinen Weg./ Auszuschöpfen, was ihm in die Brust gesenkt ist und unverfälscht darzubieten, ist diesem Manne zwingendes Gebot Nacht jeder Autor hält so.rein. .Ott* Afeslgata

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