Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1166 (29.4.1922)
- Date
- 1922-04-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980246--10956-2997360- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Oman 1× ep/1047563
OCR text
ftnisttittmMMr K so Wies: Zmn Abholen in der Expedition, D.5Taborsh’. i~3* oder einer Verscfileißstelle [Trafik) monatlich K 1703. MltPostversaitd tilrWiea und Oesterreich monatlich K1709. Ts c b’e eli G-S iowafc ei: Mo». Krönten 20. Ü itea r n:' iVionad. Kronen 150. Öigoslawien: Moaäik Dinar 25. Polen: Monat!. Mark 700. Deutschland: Monatlich Msrk -0. Vr a nkreich: Monatl. Frcs.& W. mm. rener TseheeJio-Wowake# (sek. Kl Italien: Monatlich Lire & Rumänien: Monatl, Lei 4ü, Schweiz und das übrige: Ausland monatlich Francs 3, Redaktion u. Administration: Wien IL, Taborstrasse 1—3. Telephone : 44^38, 43-3-59; ab ö. Uhr abends 17-9-33. Telegi-animadresse:},Morgeazeitung“, Wien. Oesterreichisches Postsparkassenkonto 150.63?., Wien, Samstag, 2S. April 1922 4. Jahrgang Ein ständiger Minderheits- •: gerichtshöf.; . ■ , Kr—* ,W i e fi/29..-April. " An zwei Stellen bildet gegenwärtig-. das Problem des nationalen Mnderheitsschützcs' den Gegenstand mehr oder/ . minder offizieller und: ernster Beratungen. I n Genua ’ versuchen die Delegierten jener Staaten; welche durch die Frtedensverträge Millionen von Staatsbürgern:-an nachbarliche, Siegerstaatön verloren , haben, < Wabtten für. den Schutzdieser Kennationalen unter fremden Herrschaft zu erlangen und in Mönchen/'tagteeben eine aus Vertretern der im Völkerbund vereinigten Iüpder - . zusammengesetzte. >■. Kommission, : ' deren einzige Aufgabe das’. Studium -sder Atittel o i zum Sqhutzc der - nationalen' Minderheiten, ■ ' in : - den einzelnen Ländern bildet.: Es.-stellt sich'. immer mehr liei'.nus„ daß die Nationalitätenfrage,- die einer, der I-laiiptbeweggrönde. fi^r. che; EiMchung. des Weltkrieges war, durch ‘ den Krieg: uudrdtfrelf /die Fitedensvertiäge nicht; .nur: nicht, gelöste söatieni. -eherverstärkt wurde Es vtoirde» nur neue Herde. %; die NationaUtäten-, kämpfe geschafferu Nach;.einer von der Wternationalen KommLslyn b zum. 3chptze /der-(Mndechciten- ^sukgp7. stellten Statistik sollen 28 Millionen Personen ^ver-; sphiedeaen: Läzidern.MDcleuropap 'leben, die zaden näiionaieiv HWdsch^rk-dMs-.; ^oMan^es •. -zählen.- la. .diese StatWk/: wurden *,.:-'dlßr-jaden der .-betreffenden linder. •. 'liichf * aufgenommen. -Urige-, achtet-, •..■ dessen*. f:e^zelpc..rt,; NacMolgesteaten me jüdische Mtion.Hs:«aH"onale'Muidei'heit anerkannten-, und dieser , Ancrkehnimg auch. ' teilweise Rechnung trugen, ist.es.picht..'zu erreichen,;,'da'G bei der;inter-. vationken Beliandlang .der Frage' der nationalen Minder-. Iisif an; Auchdip Vei^-ete^des. Judentums - oiHiell " Mit-; 'bMteG^Dtui. AMhM. vchrD^. -, Es, wurde' bereits; an/ dieser/ ReÜ^, '.auf7 die ..Ungercchtigteitdieser. (TtzMpH^ I-migewieseii. .und, m Ennnprung '/'gebracht, daß das' Judentum/ A' -dem..' Pariser-"., i^pujitee' ‘ der Deteg&UcmQti“ -hHstitK' eij?. -ms. VW iia-JuAWum" zMsW'errgeLötzkßs,OfgW'NeÄtzi,; v-elches beraten. cxLCneteLN; würde, 7/als' W^ich- / dcr "WMnatioLalev Kommission " zum ' -s» ander Lpsjnug 'dieses Probjehis vollwertig mstzttardcheM 7 ’ Die Ausschaltung der jüdischen.,'Nation ahs; den ‘ ( BerKuygy». über eine« Gegenstand,1 /■' der für Mllipuch, J Messcheu,' die dem. jüdischen Volke angeboren,/- von I ■; f jphfi^xvirhiiairflit-'?sf ,. bat «riCh aiätfirtf*. hfri VW tehrte! Völkerbund und Palästina-Mandat. Genf, 26. April, (j. C, B.). Wie wir erfahren, wird die nächste Session des; Völkerbundes am 11. M’ai beginnen. Es besteht begründete Aussicht, daß das . P ai ä.s t i«a - M a n d a t in dieser Sitzung, zur. Erörterung gelangen wird. Diese Annahme, ist. umso : begründeter, als Zwischen der britischen-und der amerikanischen Regierung ein gewisses Ueberemkpmmeinj betreffend die 'Mändatsfrage, geschlossen.Wurde. hLu8amiÄeEdkkLn' Weffcsitiaiiiis mit v,r. :H|r|&ect -... - . - Rff m, Sß-Äprik (J, seinem zweiten Besuch in Stern» hieU^D^ W wichtige längere Aussprache mit dem Sekretär des Außen*; Ministers, Senator C o n t a r I n I, und begab sich, hierauf nach Florenz, um mit dem aus.Palästina: kommenden Oberkommissär Sir Herber t Samuel unterwegs ztisammenz «treffen. .- G e n u s, 26. April. (J. C. B.) Wie wir erfahren, wird die Ankunft Dr. W ei tz m an s,hier für morgen erwartet, um bei einer eventuellen. Erörterung Jüdischer Fragen, anwesend zu sein. Dr. Weitzmann wird bei dieser Gelegenheit mit. einer Reihe von führenden politischen Persönlich-; keiten der Konferenz betreffend die Zukunft Palästinas und das Paläsdjia-Mandat in. Berülinusg treten. Daneben ist auch die Ankunft. des Generalsekretärs des Komitees der jüdischen Delegationen iii Paris,. Dr. Leo Moz kin, ■ für, die jilchsten Tage avisiert. - , gegen Frankfeich. Keine 'Pf^füng. des deutsch-nsssischen Vertrages, ■V;; Paris,' 28: April (Havas.) Die Botschaiterkonfercnz : ist '<heute /morgens^ im; Ministerium,,des AeuSern zu- - ' sammengetreten, um' einige Fragen minder wichtigen - Inhalts zu’ wrhiindrih. An \die Presse wurde kein Bericht anisgegeben. Es 'Würde dCrii V o rs c h La g d ex. ,f r a n ^‘ö s i sch e ri Regierung, die BÖtschafteriMghKOG- HM7 der ' P r ü'E-u-n-g-' Äe'ü t^s C h-- h'i u s"sTs;c Ti1 v’vreb e sh ’da :U#d G e o r.ge französische 'Anregung; W. ihm /WWtMNKWW^,.OMr,'-^M;MWWllMW de« Msrsten^ RaW urHenüL 7 - der' jüdischen >; l^ eiÄ e' 'f M tz'e ’gteb e u,: u richchüHlchRiehtunMN. jlafö AMwört chM -Ec7 fränzosiscli LebeaSTyichtigkeit; ist, hat. sich gerade, bei .'der. lefzteu-, Müncfi.e.üier Tagung'' alsunhaitpar/erSyiesen, , DiC;Be-, ratungeu.., iu ..Münehea; wurden-'"mit Ausschluß, der. ÖmtaiHehkeit. und auch der Presse, gefühfi .Das. hih-deräs-.nafiirisch M' einzelnen 'Delegierten';nicht,der, Presse'ihrer HeiMt .Berichte.' über die einzelnen. Phasen den Verhandlungen' zugehen zu lassen. '$0 wurde .pekaiiuL: : daß ah diesen'Beratungen .nicht -nur. Vertreter'. Von./-.Siaätpn •. teihia,hnicn> ' sondern . .unter ( anderem'.auch. BeelLchger K e 11 eu' fü r'd i e-k.0 n-' i e ssj-o^i ii ll,ef PA-'i .h’ji,e.r;h'6l/t,s'k <1 m nt i s s i 0 n der .,Vepet aigten,Staaten, 'phnc die Notwendig- ‘ keit einer Vertretung - dfif'; konteionellen Minderheiten; der Vereinigten Staaten herabse!tzcn. zu wollen,' muß, es' doch .als un^kiärliche 'politische Ktirzsichtigkelt besrejchnci wchden, wenn trotz; der Zulassung eines Ver-, trelers' konfessioneller" MchWheiten, ‘eines,’ einzelneil Staates die Vertreter nationaler' 'Minderheiten, wie, , es mm einmal die Juden -sind,, von den Beratungen,ausgeschlosscu werden. Ge\viß 'MM'.W',' Vertreter der jüdischen Natron Wilnsche ' und' Beschwerden' vprzubiingen und Forderungen zustellen,.. die ,an nahezu eämtliche' iu - der internatidnalcn /Kommission /vet-.'. trbtenen Staaten gerichtet: wären, -. was ■ offeiibät. „ver-.. rareden werden soll Aber das; jCidischitätionale/^robjem kann unmögfteji dadurch:, gelöst" werden,- daß . inan' seiae ' Esjstenz . bestireitei . ' Man . schafft durch diese yog^l-StrtmßrPölitils,- tiöfelistens einen./Zustand dauernder Gärung . in Europa; «nd ermutigt' die herrschenden Nationen der .einzelnen Länder zur, Fortführung ihrer gegen die näHynÄetz, Minderheiten gerichteten Politik, , die eine ständige Gefahr für den Frieden bildet Den schlagendsten Beweis für die Wahrheit .dieser Behauptung erbrachte die geradezu zynische Haltung der ungarischen Delegationen sowohl in Genua als auch in München. Die Vertreter dieses Landes m München ließen eine ganze Reihe von Zeugen aufmarschiere», die beweisen sollten, daß die, Magyaren‘i!? den-Nachfolgestaaten politisch verfolgt, und wirtschaftlich unterdrückt ' seien., Die ' Zeugen wurden elnvernommen.. Das ermutigte die Ungarn,: in Mündien -als die Vorkämpfer der'Rechtsordnuhg.und. *ftr GeÄttUüg atifztiireten . tthä .iii diesehr Sinne ,den" Antrag -za" stellen, daß die Völkerbuhdunion ge^en jene, Ltsateu vergehe, die die Verübung ran Grausainkbiteiii durch welche die Alenschenwürdb“ lief verletzt, werde, gestatten oder dulden. Wir wissennicht; welche Antwort den magyarischen- Zyniker» ’ ih München'zuteil wurde. Aber' es ist die -größte’1 Schmach, - die dem ■kehen Gedanken des Schuhrcs der Mens^fiepwtirdc* MS 'NMMLMLUW, LN ' MS W88SLU 7 ' . Gonaa, 23. April (TeI.-KompO "Gestern abends : fanden. die Schlußberatangen üben das; der. russisclien j.Cfejegatiöii'' iteüte' zti überreichende Mempratiduai statt : Die Denkschrift umfaßt‘ neun Seiten, von denen vier auf: die Einleitungentfalle», deren Entwurf von: Lloyd George 'stammen soll Die Einleitung ist „von ziemliöiher: Wichtigkeit, 'weil darin, von den Funktionen des intemationalen 'Konsortiums, von den /Ausfuhrerleichtemngen, der Anknüpfung von Haudelsbezieiumgen, der Reorganisierung, des; Eisenbahnwesens;;usw. die Rede ist. Das Haöptstück. der Denkschrift; ist in zehn Artikeln rzösammengefaßt und <• stellt 'die Bedingungen auf, die als Mindestmaß von Rußland /angenommen;: werde'a,-müssen,//falls1 -;es . auf .."Me--W«chth!8e.--der . Atiiiertcn'ireehneti', In: einigen ■ Ruakten: sind wesentliche-1 Milderungen' reingetreten,; wogegen; 7vier•?wichtige- Bedingungen keine nennenswerten: Veränderungen erfuhren. Diese vier Punkte sind die Anerkenn&ng: der Vorkriegsschuiden, die Anerkennung! der den Ausländem zugefügten Schäden,' die Bedingungen' für :.:Gne MoratoriumsZewäbnmg;und schließlichdie Frage der Vorkriegsschulden und des nationalisierten Eigentums.' Lloyd George gegen den französischen Genua, 28. ÄpriL lu der heutigen' Sitzung der 1 Subkommission - der ersten politischen Kommission -zeigte; sich eingangs der Sitzung der Gegensatz, zwischen . dCr englischen und .der französischen Auffassung bezüglich Lösung der .russischen Frage. In der Debatte stellte Schänzer. Italiens Vorsatz fest, mit allen Völkern friedliche Beziehungen aufzunehmen und zu: erhalten und vof allem mit Raßian:!, ohne das es nicht möglich sei, Europa wiederaufzubauen.: Hierauf wurde der französische Text verlesen. ..Hiezu bemerkte Lloyd George, der Stil dieser Note sei außerordentlich ' brillant, erschei ue ' l:hm -.aivef* nicht ge e i gn e t, d e m Fried eit rt e;ii(;W eg;' z u b a/h u e n, da sie in ihrer Einleitung die Gefijhle; der Russen verletze. Die Nöte spreche nämlich iLin-, leitend davon, 'daß Rußland ruiniert sei und ohne Ms?7 Hilfe' des. Westens sich rnicht aufrichten könne.:/; MM' englische T;Cxt Lloyd.Georges; sei Viel b.er>. H e i d en e r, .aber * er, scheine ilirn .dock'} eiar' ' 'e^e^e^MAe,g^;-HierauF-^ Text verlesen. Präsident Motta zwischen, beiden- Fassungen zu Suchen unM yor HKM -,:die -Vöij7 LloydV - GeMge MantztäMeten: Rußland ausMLChälten., >We ctiesem Sinne/ tmd/'-setzte ein: Upckitee ein,"W Lord , G r e e n, Marchese . A v'ez z a. n 0,. M-o" upd Botschafter B; 2 r t e t e besteht Dieses Kpn|ite tritt sofort zusammen und soll noch, lieuie-/alier ■ seine - Arbeit voUenderi, « um m.Men/.,.yormWMsD"W 'Wiederzusammentritt der Subkommission di§; prosnißfassung vorzulegen. Bärthö« itacli Paris bekifeE*; _ GsrmL, 28. AprN. Die Krise hat sich;/ Mar tliöd hat soeben entgegen den Dispache vbn' heute nachts vom Ministerpräsidenten ‘P o'i'n.cari den Auftrag erhalten,.. riach:..Pärt$^ , (Ministerrat insbesondere über, die Frage der Sanktionen" zu'berichten. Barthon' -röist, morgen früh ab,..E£;?c,r^ klärte, er hoffe zuversichtlich, MiMbeh früh . zu'ruckzukehren. Die Einberufung der Uirierkomniissioiv lur'’ die russischen Angelegenheiten für heute;nachmittags - bleibt aufrecht. - 7 Genua, 28. April. (Havas.) 'B artho u^.värd^ morgen in Paris mit P,o i n c a r e , beraten und Mittwoch nach Genua zurückketiren. , , -; Erklärungen des Bundeskanzlers Schober.> . Genua, 28. April. Bei dem Empfang bster^7 reich!scher - Journalisten durch Bundeskanzler: Schober - und Finanzminister Dr. Gürtler teilte der Bundes-:-* Kanzler mit, daß die Verhandlungen über die A ü-f-/- , sc hieb ung der Pfandrechte gut von * stattea gehen, daß die Haltung der Österreichi^hen , Unterhändler zur Realisierung der Sympathien für die österreichische Kreditaktion wesentlich, beigetragen habe. und daß er hoffe, nach dein 1. Mai nicht unver-; richteter Dinge nach Wien , zurückkehren zu können. - Die Schwierigkeiten für die Erörterung dieses Themas' in Genua .seien rein formeller Natur und es > je .hat'zustoßen können, daß er von-Vertretern eines Landes, in dei-seiben Zeit hat verfochten .werden dürfen,, in . welcher das ganze Heimatland dieser Wortführer unter! dem Zusammenbruch der Rechtsordnung und den täglich sich wiederholenden Verbrechen gegen die Menschenwürde ächzt, . '; . ' Wären die Vertreter der Mische» Nation hiebei, anwesend gewesen, so hätten Alois Paiker und Doktor Bela Pöka-Pivny, die .Horthy-Ungarn in München vertraten, sicherlich ’ nicht den. Mut . aufgebracht, den Schutz: gegen Verbrechen anzurufen, die heute m Ungarn zum politischen System geworden sin r Aber , ein Gutes hat die Münchener Tagung doch gebracht und dieses Ergebnis bietet auch den jüdisch?n 'hnd-kri!'-».-:: -i!-:>'‘öui:chkc:t. zu licffcn. sic trotz aller Winkelzüge der vielgewundenen Diplomatie sich vor einem unabhängigen internationalen Forum', werden Gehör verschaffen können. Die internationale Kommission zum Schutze der "Minderheitsrechte7 nämlich auf ihrer Münchener Beratung den Antrag auf Errichtung einer internationalen Kontrollkommission und 1 eines ständigen Minderheitsgerichtshofes . angenommen, Wird dieser An^ag auch tatsächlich realisiert, so tyird ' die Frage de? Minderheitsrechte in den eln^Clneu ' Ländern .der Willkür und der . Eigenmächtigkeit' "der ' jeweiligen 'Machthaber des betreffenden' Landes , entrückt sein 'unddas ist es haupteächlich, was die nationalen Minderheiten und in ihrer,- Reihe die Juden t als nationale Minderheit anzustreben -haben*