Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1158 (21.4.1922)
- Date
- 1922-04-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. Mer,, rtmg USSii Italienischen Allgemeinen Arbeitsverbandes die Begrüßungsansprache. F i m m e n-Niederlande erstattete Bericht Uber . die. Abrüstung und über den Krieg gegen den Krieg. Hierauf gedachte man der verstorbenen Kameradeji. Der Schutz der nationalen Minderheiten. München, 20. April. Seit gestern tagt hier die in Brüssel eingesetzte Spezialmission der Völkerbundliga zum Schutze der nationalen Minderheiten. Die Beratungen sind vertraulich und werden drei Tage in Anspruch nehmen* Den Vorsitz führt der Engländer D 1 c fe e n s e n. Den ersten Tag füllte die Vernehmung des Zeugen Dr. M e d i ri g e r '(Deutschböhmen) aus, der die Verhältnisse der deutschen Minoritäten in der Tschechoslowakei schilderte. Ferner wurden vernommen Professor Sch er w enka (Komitat Zips), B e i g! (Hultschiner Ländchen), S z i 11 ö (für die Magyaren in der Tschecho-Slowakei), Dr. Ch r i s 11 a n (für die Slowaken) sowie Dangow (für die Ruthenen). Die Entscheidung der Völkerbundliga wird in der Plenarberatung gefällt werden, die anfangs Juni 'n Prag stattfindet . . Tagesbericht. Alte Jugend. Jedie Gcn'etettihn en»pfi4Kldt die n&chküftitaöiid'e/ lieiriaJnwacihsetid'e als etwas Fremdes und ist mit iShirem Westen uinid! Gebaren iniidit znfriedten. Das mar wabl .so, ©alömgc 'di'e Welt fbcstohit, wild wird so -ihMben, so ia-nge. jedtet M-ensch an eint, sein® Art, 'dtrs Geschick zu Mtz.i5.tDMl» sei dÜe einzig richtige.. Wenn «ibeir bisher die Adtereu, Reifen ßin der miÄchsdürj inenden Jugend den Ungestüm. die irngeziigdifce Hefr^beit, die Ger mgschLt-Mg der iprabtisc.hiön. Ntdj Wendigkeiten' zu tadiein tollten, so wird- ' jetizt ein neues Kapitel des Mf ß v ergnü ge ns ajufgesdhll'ag'en: 7He auf blüh'cinde Jugeaid feit tunis Garciiftesi za» kühl,! zu feir, die Jagend feft Wv'S <z?ü alt.! Schon! der äußere Aufetri'dh des Jugenid'ielbenis •vieterät diese VGaindllpng. .Man beoibacte chiimiail eine i . Grtuipjpe jiuwger Mädchen. Kein Gewisper, ua»d> Ge- "luschel, feeiki dummes, aber rerreinides Backffeph- ’göfcue, tsi'e kichern nicht, sie üjßiben nicht dreitausend; tiefe mind j.edie)nniaim oftenikuindige GeiheiiminiBee — ganz vernünftig und sehr mullmg 'Uintearlhält mansieh über Sehufo|prei*e oder Theater. E§ fz-titn Gründe gemarnnrein ganz dasselbe. Benin iaiu-öh die Theater- ’l «Ldenisohiaft Lat eine Uanibiiagiuinig im die .Gelassenheit erfahren^ •Mein sdhiwärimt, aber nur so 'weit es eiraer Sensation gilt tsnd mmn irgendeine Aufsis'hiiit h»Ät, dadurch Effekt zu msidhiem. Der Bajdkfrsdi, der vWtio^raimirife saim tri ölte «und döis.Bild StegfirteÜ- Sängeans Wfcar dem Kripfpdltster fegte, tum vom »lühirn«. "AU träumadn., dieser- Badefisch ist:endgültig autsgesltio-rbem. Dag in'cdierne junge Mädchen geht ins : Theäter, -um Lieh' die Zeit m V'-erhr eiben, geschteh1z»u tverr];em, ebne laichte Anregung zu erfna/iten und sic wird Auch naicb der’ oneimnten BeeShovjem^Syiiiiphicihde edier-miach. »Tristar « moihit atus ihrem sainflbßiT Gleichmaß gebracht sc in. Alle, amdh die eirsch'üt.tcnnid'sten kii-nfstleirischen D'anbi’iotu'ngcn riimeii am ilifrieir Seele himuinitor wie Wasser über dien Marnrorblode Der jiutnge Mamtn verhallt afcth. deir Kunst gegenüber nur insofemii anders, als er -düe Leistiüngeai ePaier ©adhiHoh beurteilten Ikaran.- Vbai Gefühl, von der heiligem E.rgniffetnihöit vier «dieitj ersten. Eddbeai der Kuwsit ist auch bei ihim nichts zu merken-. Haargenau vermag d'cr ,musikbegabte Junge’ zu .-sagen, \w den? Einsatz falsch, das Temipo »v*er3i'aiu»t« war, wo die 'Hanrieir »gck-kikist« haben und die Fcnmabe zu kurz geraten ieit —- Aber dien.. Sturm der Fmipflnidimugem in dter eigemietn Brust, den Mtuisik orwedceu kaum, den kennt er michit. Er bfeibt immer klar, ruhig, -Mchlich-, er städHilt imm&r über den Dingen- Mit diesem Abseitssteben hängt -e:s wohl amen ÄkWÄrnrM«!», döß-sicih die jiumgen Mcmsdica so iin-teimsiv AiamigwcSlIem-., Der blasiert mrad er-falwan tucndie Ju'nge wäre W3}’.*iiih>af,fcig keiirne Nouemscheimumg unisetrer- Zeit. Daß tmumiig -Neue -aber feit, daß sich jetzt die Juigeiind nlildht 'sSto amstdit, .als langweile sie sich, sondcrnHsiidi wirkOcb. »und red'Ecb lüngweüt.. - ..Auch die Putzsurfdt dier Mädbhieai ist n icht wehte1 feile hlairrnlos-irtatiinlüiche Eibölficert dies jungen. Weibes. Winter dem TojiCittekünisten' steckt -sorgsaime Berech- .nitong, nicht einfaches Gefiallilenwollen ist dlais. Ziel. Es sind .alles Manöver, uaidi zwar gvaniz bewußte' Manöver im Kampfe um dkm Manu. Die jumgen Mädchen. sefhte vollständig ein, daß man sich versorgen muß, v.iiDd es konumt gtor «nicht seilten vor, daß sie einem guten Freunde, der sie heim führen möchte, gefctase n ou-two-rton: »I ch habe dich jia ’s dir gerne. Aber diu verdiernst dloch viel m wenig unid - ein- .sohrän.ken will ich mich -nicht.« 3!e konintern zaisom' rnjem Qikihit.ikommeiu, die Abemdisichiuhe waren viel zu teiuieir. Main, sitidbt schon 'lange «nieih-t mehr am g%- bncydw-,‘jicin Heinz cm — aber jetzt, verdirbt man sich -aiuich (nicht für einio Y.ierDekutu.nidC den Teint um eiri-er enilitäuischten Liebe willen. Die oft getadelte maßlose Genußsucht der .modernen Jugend ist im Grunde genommen auch nur ein- Symiptom des Frühwelkens. Alle diese Mädchen und Burschen, die sich an zügellosem Lebensgenuß nicht gewagten kÖmnen., sie iahe fürchten, dien» rechten Augenblick der Aufnahmekihigkeit, der Genußfähigkeit LU veTisäutneat. Schnell «och den Chatn-, .pagner ikertnen gelernt, ehe d'sr Gaumen stumpf wind, da® vor-nehme Abendkleid an geschafft, ehe die Lernzblüte versah windet, die Freuden desk'Na.chtlebens erkundet, ehe man gleichgültig wird, xiiese Angst, sonst ein Kennzeichen »des Alterls, erfüllt jetzt die, die aAi der Schwelle des Lebens stehen, macht -sie wirblig*, toll, hetzt sie in alle Narrheiten und Gesahmacklo'sigku'ten hinein; ■— die Angst, die Altersangst der Zwanzigjährigen. Da's Schelten-,' dias Mwen über diese Ersciheinunigen i-wt ebenso töticht wie ungerecht. Viel wichtiger als, cjie Enitriistniig über die. Gottlosigkeit der modeinfe^. Jugend ist ewt wenig Verständnis für das Erlebnis der -Mehschen,' die heuite -aufäugen, Menschen zu sein.' fier Krieg hat Ihnen ihre Kindheit, hat ihnen die Seligkeit der W.erd-ezeit gestohlen —- ist es erstaunlich, daß in, ihnendie tolle F-uircht lebt, inan Konnte ihnen auch ihre Jugend stehlen wollen? A-ufgewaphsen in einer Zeit, da die Sorge ums tägliche Sattes-seu jiedeni ..anderen. Gedanken erstickte, halbem, sie die präktiscbcu; K7ptWenigkeiten vom Anfang an in den Mittelpunkt ihres Strebcn-s stellen 'müssen. . Sie haben, keine 'Zeit gehabt, -f sir das Große [ umd-Schöne zu seih wärmen» sie mußten« sich um das rationierte-Bchmalz äiMellen. Das werdisn ihre Er- . inneruugen. sein, wehm sie als gereifte Menschen ah ihre Kindheit zuirückdenikcn werden. Was das bedeutet, kann eigemtlich nie-nmndl ermcssfsn, der eine beschützte Kindheit gehabt hat. Nach-Zeiten großer, fortgesetzter Hungersnot sollen die Menschen böse und geizig werden —* der Weltkrieg* hat umse-re Jugend alt \VCratet* k’si&en',- ehe sie jung* gewesen« Nicht mit Härte darf sie gerichtet .werden: J Die alte Tugend 'kämmt nicht Angeklagter, sie kann j mir Ankläger sein., K. -M. I Eine Spende des Präsidenten Masaryk für eine hebräische Schule. Prag, 18. April. (Tel; der „WienerMorgenzeitung“.) Präsident Masaryk . hat "aus seinen Privatmitteln den Betrag von 10,000 tschechischen Kronen für die h ebräi sch e Vo 1 kssc h ule von, Muk acevo .(Munkacs) in- Karpathorußland gespendet. Die Spende des fech&ho-slowakischen Staatsoberhauptes ist nicht bloß ein. neuerlicher Beweis für Masaryks noble und liutriane Gesinnung, sondern'auch der Ausdruck seiner stets bekundeten Anerkennung der jüdischen Forderungen und seiner Sympathien für die Sache der jüdischen Renaissance. Die vor zwei Jahren gegründete hebräische Volksschule in Mukacevo hatte mit den verschiedensten Hindernissen, zu kämpfen und die größten' materiellen Schwierigkeiten zu überwinden, so daß der Verein Hatechijah an den Präsidenten Masaryk sich mit einer Bitte um eine Subvention aus dem Mäsaryk-FÖnds wendete.. Präsident Masaryk hat daraufhin :def hebräischen Schuld ypn -Mulmcevo den genannten Betrag aus seinen Privaimittelh im Wege des Prager Jüdischen Nationalrats zur Verfügung gestellt Seine Spende ist umso erfreulicher, als das Prager S c.h u 1 m i niste r i u m im letzten Budgetjahr für das jüdische' Schulwesen keinerlei Beträge ausgeworfen hat. Amerikanische Kampagne für die Jüdische Kolonialbank. Die zionistische Organisation Amerikas hat ein spezielles Komitee unter Leitung Mr. Peter S c li w e i 12 6 r s eingesetzt, welches 250.000 Aktien des Jewish Colonial' Trust unterzubringen hat. , Eine Reihe jüdischer Bankiers in Amerika stellte dem Komitee ihre Dienste zur Verfügung, (J. C. B.) sondern auch« -wM rsspeWQS'LN' Bemerkungen übcrl die Kirche. Umd jso-ldiem Werk,, das jiedem From-! menein Greuel -sein muß, wagtein Qhrfetncheir( f)j Volksbildüngsvereui seinen Mifcgiiederm -vorizüführen) —» allordings mit Untefisitützuoi^ der i»teri G emei'n.dcv&rtretiing uiiidl m Ci-neim Theater, dLsseri Direktor' auch den »Reigen« »ufführen läßt; Da;sj eagt alles t M<ain darf sich deshÄlb nicht wumdeirM daß ein ebristlieber Schnatzu-nd Tumtzvercm sieh! mit folgendem Aufruf an die deutschem Mä.nneir.und! Frau-esn. Wiens wendet: »Wie mit einer Jauche übergießeui. 'täglich la&fdj Arten veqi La-stcrtempeln, scfo-iu es. Kinos-, Tütea)t<at oder s-COTstige »Bildmig-sstätten«, lutTscf deutsches/ Wien mit dem Unflat ihrer Darbictmugeinv ' Vom« »•Werwolf« angefan.gcn bis zur Schweinem »Luhr«;' zieht sich ein »Reigen« niedrigster Schmutzli;teratun dtiTch die Stäfctcni der Wiener Kunst Md tatecnlosl Sehen. Volksvertretung nrnd Regierung der seelfe'dheml Vefgiftog dss Volkes zu, ja, gebe«, sich «och daasui, her, die Wciterfühmig solcher Bordellerzeugnissel durch starken- Polizeischutz gegenden Ingrimm deri anständigen Teile der Bevölkeruing zu schützen;' Nicht länger mehr wollen wir diesem Schaue!« trcibtU' zuseheu'1 Weg mit einer Kumst, -dieser Eöit-| sittiich'u’pg dient, weg' mit dieser ums Vom .yolksj fremdem Gesindel tägli-dr zugefügten S-chmaob.5 Einmütig weitem wir in der .Somitag dem« 2Z. d. d. um •%io Uhr 'Vfoxirnittags' in der vor der Volks halle .des! Rathauses stattfindemdeu iMassenv-ersasramlijngj schärfsten Widtersprucb crüie-betu gegen diese Veit*-I gewaltitgunig imid moralfecho Verseudlnung unscre»| Volkes; die ÜMachthaiber (unseres Staates anüssed ..unserer Erbitterivng über die Frechheiten des scham-j los lüsternem Judentums Rechmimng trägem und. äuß -tuTsere Stimmern, die wir* zudiesem Behuf 'möglichst -vernehmlich lassen wepden, hören. Erscheint demnach fri -Massen, demis es gilt die Ehre eurer Vaterstadt turnd die Reinheit -eurea Volkstums!« : .Wir fiiKktn, diesen. Nctir-uf vollkommen! begrei« lieh’. ' AVer,ui schon eine christliche. KuinststeHo G-oethes. »Fairst« auf führt — höher kann diÄ Schweinerei nicht mehr gehen! Ei« polmsch-englischer Paßkonfükt, Seit einiger Zeit konnte man die Wahrnehmung machen, daß die polnischen Paßstellen Inhabern von palästinensischen Pässen keine Visa erteilen. Wie das J. C. B. meldet, seien diese Maßnahmen -als R e t o r s i o n sinaßregel gegen die Nichtanerkennung der von der W i 1 n a e r Regierung ausgestellten Pässe durch die britischen Behörden anzusehen. Ebenso wie England Wilna als Okkupationsgebiet ansieht, betrachte auch Polen Palästina, Transjordanien, Mesopotamien usw. als von England okkupierte Länder, weshalb Polen die von den englischen Behörden in diesen Ländern ausgestellten Pässe nicht an-erkenne. . Die neuen Postgebühren nach de® Tschecho-Slowakei, Ungarn und Rumänien* Vom i:.!Mai aai gelten! die uicu-e-'rt 'P cssMrg ’ö* ■b ü h r e .n, die. für Aualaindisjbriefe K 75, für eiuej Postkarte bis Auslsrad K 45 »ttad ‘an; Rotomiwauda^ tioissgebühr glcidhfa'Us K 75 vMrschreidein. Mfel R 'ü hi ä u i e n, der T- © <c lhe -c h o - $ t o w a»Ö<s e i bud| ,17-ngcirn besteht bdksrnMi-ch efe. Setparatüberesrnj Gom-msn. über die Posttaorife, und es war Ibishe^ ^icht bekannt, wie Sxsch sich ab 1. Mai .die Gebühretöj «fach diesen.' Läuds-rn stellen werden^ Diese GebübteaJ gehen ti'un aus dem am 14, d. M. ersdhieneaien P-ost-4 -verordnungsblat-t hervor uinid ‘betragen für Rutmä^ men, Tschecbo-Slowafeei -und Ungarn.': Etil Brief bis* so Gramm K 60, füir je weitere 20 Gramm K 37^ Postkarte K 35. Die Einschreibegebühr beträgt, sc( wie nach dem übrige«! Ausland, K 75. Es ist nöch zur »bemerken, daß nach! D eti c f&v 1 and, der freiem) Stadt Danzig und rnaräf dem; M em el gebiet die rn ländischen Gebührest gelten^ ' Bühnenschrntttz. Im Rahmen einer Veranstaltung der Kunststeile für c h t r s 11 i c h e( 1) Volikisbiidung gelangt heute im Deutschen Vol-kstheater jenes berüchtigte Stück zun* Aufführung, dessen Held sich dem Teufel verschreibt, von ihm verjüngt wird und hierauf allerhand verruchte Streiche -begeht. Daß er in einem verrufenen Bierk-eller eine häßliche Raufszcnc 'provoziert und 'uateih allerhand gottlosem Zauber spuk mit der Zeche duirohgeht:, ist noch des Harmloseste. Aber er verführt auch ein keusches Mädchen, ‘nachdem er sie zürn Mutt ermord verleitet hat, ersticht ihren Bruder im Duell und läßt sie sitzen, worauf sie £'Ueh noch zur ICindcsmördcrki wird. Dieser 'schändlichen Handlung* ist der Dialog durchaus augemessen. Fr wimmelt, nicht nur von Obszönitäten. Bischof Balthasar darf nicht nach " Amerika reisen. . Wiir berichteten seinerzeit, daß -der liberal’gesinnt^ Debrecziner reformierte Bischof Dr. Desider -Balt-« thasar, der von den .Erwachenden Ungarn ständig verfolgt wird tmd persönlich bedroht wurde, die -AL'1 sicht hatte, i-m Interesse seiner Kirche eine Reise nach! Amerika zu unternehmen. Es hieß damals, daß dies Erwachenden Ungarn einen Internierungsantrag gegerf Balthasar stellten. Nun lesen wir in dem aitierikanfe sehen Organ der eingewanderten Ungarn -Magyar! U-.isagc die folgende Meldung: :>Der reformierte Bischof; von Debreczin Dr. Balthasar beabsichtigt, in kirchW lic'hen. Angelegenheiten nach Amerika zu kommen, -doch! erhielt er von der amerikanischen Regierung keine Ein** reisebewÜHgung. Es steht außer Zweifel, daß bei dieser, Verweigerung der Einreisebewilligung Kräfte- ..mitge-j wirkt haben, in deren Interesse es lag, daß Balthasar ■nicht die Möglichkeit bekomme, unter den Magyaren! Amerikas zu erscheinen. Wie wir erfahren, haben, die! amerikanischen Agenten der ungarischen Regierung' es erwirkt, daß Balthasar die Einreisebewilligu'ng yerJ weigert werde. Das Interesse der ungarischen Regier rung in dieser Frage liegt klär zu Tage. In -der alten Heimat, stcheh die Wahlen vor der Türe und in den Kreisen der amerikanischen Ungarn isfcs ohnedies eine Bewegung im. Zuge, weiche eine Unterstützung der für die Freiheit und die Demokratie kämpfenden Oippo-i sition befürwortet. Unter solchen Umständen wäre es weder dem heutigen christlichen Kurs, der vor einigen Monaten den blutrünstigen Pater Bang*ha. auf eine Agitationsreise nach Amerika entsandte, noch der u-nga-< rischen Regierung, welche den reformierten Bischof doch nicht ohneweiters als Kommunisten hätte an* schwärzen können, angenehm, wenn Balthasar in Amerika erschiene und -seinen uugafischen Brüdern die ungeschminkte Wahrheit über die Vorgänge in Ungarn mitteütc. Im übrigen sind sehr einflußreiche ungarische Kreise in Amerika bereits in Akten getreten, um das amcrkanischc Außenamt aufzttkläron und os zur Er-: teihuig der Einreisebewilligung an den verfolgten Bischof zu bewegen.«