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Wiener Morgenzeitung · 1922-04-16 · Heft 1154 (16.4.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1154 (16.4.1922)
Date
1922-04-16
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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jjjSeitf# WleiiJ snBDaaiiBiiBiiDiiiBaai ■rraarSw WM*.i n ii :::: Die Schekelwoche läuft in einigen Tagen ab! : ■««■■■■■■■»„ ■■*■■■»»»■« ■ mit den Artikeln des Memorandums der . Londoner Sachverständigen nebst Zusätzen und Abänderungen, beschäftigt,. Die. Prüfung-einiger Artikel ist noch-zu beenden^"; Eisenbahnwesen. Genua, 15. April. Im Subkomitee der Transpo-r t- * o m Mission, das heute vormittags seine Arbeiten begann, wurden die Beschlüsse von Pqrtorose besprochen und der Antrag gestellt, daß eine f sofort cinzuberüfende Konferenz der europäischen Eisenbahnverw^ltungen über die Anwendung dieser Beschlüsse auf alle europäischen Staaten beraten soll, . ’ Genua, 15. April. Die Eisern bahn unt.er- 6 o;m m i s s i o n der Verkehrskommission beschäftigte sich in ihrer, heute vormittags unter Vorsitz, f a d o t s abgehaltenen ersten Sitzung zunächst mit, der Frage des Verfahrens und beschloß, daß . die einladenden Mächte durch Je zwei Delegierte, die anderen Mächte durch je einen Delegierten vertreten sein sollen. Alle Delegierten dürfen .drei Sachverständige zur Seite haben, die auch Staatsangehörige anderer Länder sein dürfen. Der Präsident verteilte hierauf einen Resoiutiönsentwurf, worin die Ratifizierung d#e r Konv en t i o n e;n von Barcelona um d. Po r t or o s e'durch die Signatarmächte empfohlen und geraten wird, .; daß alle andere Staaten . durch Einberufung :einer Konferenzsachverständiger Delegierter Maßnahmen . treffen mögen, um ähnliche Erleichterungen herbei-* -Zufuhren, . wie die . inden Konventionen beschlossenen. L a n k ä s (Tschecho-Slowakei) machte -Mitteilung über die, Konvention von Portorose und. gab Aufklärung über die Verzögerung der Ratifikation dieser Konvention, die nach der Absicht der Signatarmächte nur einen provisorischen Charakter habe. Er wies auf jene Teile der Konvention hin, die geeignet wären, auf, alle: europäischen Mächte ausgedehnt zu werden. Der deutsche Delegiertet Staatssekretär S ii e le r,:- betonte, daß seine Regierung den vorliegenden Resolutionsentwurf grundsätzlich annehme.. Hierauf fand eine-kurze Erörterung über den Charakter der Konvention von Portorose statt, die nach der Ansicht einiger Delegierter p r-o v I s 6 r i s c;h e n Charakter haben soll. . ' . Die rumänischen Delegierten sprachen . den Wunsch aus, die Gründe ihrer Haltung bezüglich der Verkehrskqnvention von Portorose darzulegen. N .. > . DieErörterung-dieses Punktes wurde auf die nächsten Dienstag-abzuhaltende Sitzung' verschob en. : ‘ Tschiischeriti unnachgiebig. ■ Paris, 15. April. (5.Uhr nachmittags.) Die Agence Havas meldet aus Genua: Die Vertreter der Sowjet-* regierung wären )x n n a c=;h g i e b ig hinsichtlich der Kompensation der russischen Kriegsschuld ' gegenüber den Allierten mit den Wiedergutmachupgen, die sie für die durch die gegenrevolutionären Unternehmungen russischen Staatsangehörigen zugefügten Schäden verlangen. Dje Vertreter der Allierten beraten über die von;ihtien -einzunehmende Haltung.;} ' Die Önefttfrägeni ' Paris, 15. April, Wie der „Matin* meldet, habe' X iVo'y ’d George 'die Absicht gehabt, sich während' der Ostertage nach Rom: zu begeben, um mit d e m Papst, dfe Omile n t:f» a g e n zu besprechen. Er habe aber auf diese Reise verzichtet, da zu befürchten wäre, daß sich während seiner Abwesenheit die Lage zwischen den Sowjetdelegierten und den Vertretern der Alliierten in einer Weise v e-ps c hl i m m e r h könnte, daß,der Erfolg der ganzen ‘Konferenz! in Frage gestellt wäre. Gesandter Dr. Kröfta nach Genua berufen. Wien, 15. April. Der tschechoslowakische Gesandte In Wien, Dr. Kr oft a, wurde als Vertreter der TsChecho-Slowakei in die erste politische Kommission der Konferenz von Genua berufen, Dr. Krofta ist hach ^Genua-abgereist. minister V a1 >s s erpreßt. -Der Kultuisimiinistelri-hatte nämlich vor-Begiauh! <jte£ W ahlagltotio», - (als es sichvdamum handelte, den 'Präsidenten! der, ©uidapesttee - -.Kuiitu^giejtheinde', nind seinen slleltdfe^s stark. Wer-' schätzten, 'Anhang für die'Einheitspartei <fer Re-*' gieriüig .zu1 gewinnen, wiederlhok die etwas; unklare Aeußeriung getan, daß er. ipif nädhtetenj •Schu.iljabr eine Milderung der E^lgetjdef Gesetzes vom iNumentös clauisus herbeizuführeri' gedenke. Audi in1 den Mahlreden einzelner am linken' Flügel der. Regierungs-e partei stehender Kandidaten wurde aM'.die angekündigte Minderung dieses' ikulitiunwidrigen Gesetzes . ange spielt. Die nerirtsstehe'nd-en Gruppen de«' Ein'- hei-tspartei wurden1, wegen dieser Aeußerungen in den. .Wählerversaimmlungen' inschärf.steriiWeise angegriffen, so daß-die Kandidaten dieser Richtung 4 eine Klarstellung detr Frage forderten, D-iesieir Forderung entsprach nuir der Kultii'sminister, indem er zur 'Beruhigung seiner Getreuen nunmehr erklären will, daß es ihm gar nicht einfadle, sich um, 'Zivilisation! und Kultur zui kümmern iuind 'die strenge1 Durchführung des Gesetzes irgendwie züi Jöckern. Ecr begründete . dies mit der 'Notwendigkeit d'es . Rassenschutzes des christlichen Ungarn*. Kapp stellt sich. > / Berlin, 15. April. Der „Lokalanzeiger“ veröffent-: licht, einen Brief Käpps an das Reichsgericht; in Leipzig, \yofin' Hr mitteilt,; er werde sich dem, Gericht bedingungslos zur Verfügung stellen. Nach. Erledigung persönlicher Angelegenheiten trifft er Ende April in Deutschland ein,. Die Aufnahme der Minderheitsrechte in die litauische Verfassung -- abgelehnt. Kowno, 14. April.- (Telegramm der »Wiener. Morgenzeitung«.)' Das- Parlament beriet in zweiter Lesung über die Frage der Aufnahme der nationalen Min d er he itsredite in die Verfassung. Bei der Abstimmung würde mit einer Mehrheit von,acht Stirn-; men der Antrag, die nationale Autonomie in die Rundschau. Reise Pilsudskis nach Bukarest, r Warschau, 15. April. (Tel.-Komp.) Wie in gutinformiertem politischen Kreisen verlautet, begibt sich Staatschef Priii'sVd'S ki zu den Vermählungsfeierlichkeitem des Königs Alexander nach Bukarest. Der Besuch in Bukarest soll angeblich den Auftakt zu V erih.L n-dl ungen zwischen Polen und'Jugoslawien, betreffend den Abschluß eines wirtschaftlichen und politischen Abkommens, bilden. Der Numerus clausus in Ungarn. *'' .•'flHnem ^iom migariscHeavMi’nisteriuim für^Kultus ttü53 ^Unterricht ausgegebemen Commiuinique ist zu lemtnelirnen, daß für, aibsdhfore Zeit an eine Mild'e- ’tatrng. des (Nurnenu.s clausus ain den ungarischen fSchulcnnicht'zu denken ist. Diese Feststellung wurde offenbar durch die christlichnationalen 'Md exwÄdxe'uden Un&arn v-on dem Kultus- Aufruf! .[Wieder1. feieri: Jdap1 jüdische Vbl'lc sein turaUtes? FreiiB’ei'tisfest. zur, Erinnefuing’ ain wunderbare - Erlösung auis hundertjährige,r Bnech'tscb.aft. In"zw^i. Jahrtausenden des Exil1^ hat Geschlecht aiuf Geschlecht dais Peßach-Fest .feierlich .begangen und in den finstersten Tagen der Judenverfolgungen des Mittelalters und der blutigen Pogrome der letzten Jaihre^mitimmer neuer Inbrunst am Seder- Abend' seiner Ziipns.liebe und seiner Zidntssehnsuicht , Äusdupck verliehen: »Int kommenden Jahre in Jerui saleml«; . Diese- Worte aber, die. noch vor wenigen ■ Jahrzehnten frommer Wunsch und heiße Hoffnung *rwäreh, 'Beginnen in ünserer 'ZÄt' WiMlchkÄt zü -werden. Große Teile, des jüdischen. Vd'lkes'bereiten sich zur Rücjdcehr' in . die alte Heimat vor, wo . die -harte, aufopfernde Arbeit seiiher Pioniere ans Schutt und Verwüstung "blühendes ‘ jüdisches Eeb'eh.. erJ weckt hah, Diese Pioniere -— Unsere G h a 1 u z i m. — zu Hunderten ziehen sie allmonatlich, allen Schwierigkeiten zum Trotz, nsetz Palästina, Jünglinge und Männer, Mädchen und Frauen, Bemittelte und Unbemittelte. Sie kommen aus allen Ländern, wo Juden wohnen, viele aus Gegenden, wo erst unlängst blutige Pogrome blühende jüdische Gemeinden zerstört und Hunderttausende .von jüdischen Leben vernichtet haben* Fast , alle führt sie der Weg über- W.-i-e n, wo ■ sie für die kurze Zeit ihres 'Aufenthalts im unseren ' Heimen Unterkunft und sanitäre Fürsorge finden, Wir verzeichnen; es mit Genugtuung, daß. die jüdische Bevölkerung Wieu^ es \ sals; eine Ehrenpflicht ansieht, durch freiwillige Sipenden dem1 »Fürsorgefonds -> für -jüdische Palästina-Emigranten« Mittel zuzuführen, die Unterkunft, .und.sanitäre Fürsorge,- ‘in EinizelfäWen auch Beköstigung ’uihd Reisezuschuß erfordehücih machen., Wh* appellieren an alle jüdischen Kreise Wiens, dieser Ehrenpflicht in besonderer [Weise eingedenk zu sein in dem Augenblick, wo das Pe ßacli-, Fest 'in der Seele jedes Juden die Erinnerung an die einstige5 Befreiung aus d«h Knechtschaft und die Hoffnung auf -ein-blühendes jüdisches Palästina neu-erweclkt. ■ ' . Palästiha-Ämt Wien, I., Bauernmarkt 24. , NiB. Spenden für , cleni '»Fürsorgefernds für jüdische Palästina-Emigranten« sind unter, dieser. Bezeichnung ziu richten an die Redaktionder »Wiener Morgenzeitung«, II., Taborsüraße u'—Z, an die Allgemeine Depositenbank, Filiale. TaibafStraße 7, oder an das Palästinia-Amt, Wii'etm I., Bauernmarkt 24 beziehungsweise II., Ziirkusgasse 33. Der Ausweis crfojgt in der »Wjeiierj MjOjrgen,- reitMg5» . Verfassung aufzuinehmen,' abgeiehrit. 'Der Klub -dea jüdischen' Abgeordneten verließ hierauf die Sitzningj worauf das Parlament aiuoh die yerf.asöutigsmäßiige Gewährleistung der- S’p'b-ai;o h e in-rechter aipi ' ejic nationaäen Minderheiten aible'hinte. Im ein'er: aatvefr züglich einberufeiiöji. Sitztitng des 'jüdischem Niaitio^; inalräts1 wurde'besipWlQSseii,;^afi der 'jiiidisehe1 Minister . Dp. L o'l o w C jiZ >s c h i >k sepip. DbrnisLiotji. .einreicheL solle. Dr. -Solcywiejtscheik hat diesem' Beschlüsse .Ifc^ reite, Folge gefeis-töt. Der-,plötzlichtzl Umfall Parlamentsmehrheit ki diesen für die Juden spi - tigen Frage ist aiuf die Kampagne der 'litauischen . Presse.zurüdkiziif{ihren,[ wökih^ im den letzten fTa^ea eine.Reihe von Artikeln-, veröffentlicht liht, in 'denenj sie darauf h5mwi.es, dlaß die,. Erteilung' einen'^ pätio? waijeh Äuitönomie an. -die Mmoritätendiesen lim den Regierung eine ,Vsrteefiuvg.-i-m zent emräunrein!'würde. . F , F/t '. Durch ‘feine solriiö VertiretUng 'würde deM litauischen Element "der eigentliche Einfluß ' Staatsgcschäfte genommen werden'. 'Auch ’ gesichte Idfer Losung der, Wilnaer? Frage die Abge^ legsenhfett der nationalen -Minderbe5ten au ^Aktualität! elagöbußt, weil ohne. Wilna die litauische judfenhc^; zu einer •kletiteum Minderheit geworden sei. •’/ f Es. läßtsW' natürlich’ nicht bestreiten, HlK^« ’ für Litauen ungünstige Lösung der,-Wi Inner F.räges au emer. StcbwächÜmg denjfü.di-scheih1 Posit}oni.lih;Li^ tauen führen, «mußte,, lHichtsidestowehigw 'stellt' der! aus dem plötzlichen Firöntwochsel der lkä'iii$ofi;enj Parlämentsnieihirheit 'hervotgeheade Beschluß, einq ■'brüske- -Verletzung der. -Frdedensverbräge dar und? steht im direktem! Widerspruch1 m den. wiederhol'tewj Zusagen der litauisdh-fen. Regierung; von denen eismeä in ganz offiziefc Form ain. das Komitee efet 'jiüdw sehen Delegationen, Inf Piaris ergangen ist. 'Hörvor^ gehoben sei-; daß'das..vo-r- Wochehi in .erster Le^j ■sutog angenommene Gesetzesprojekt über die nätio^ •hälfen. Minderheifcsredhte den, Minoritäten weit« gehende Rechte eingeräumit hat, Es bleibt abzain warten, .wie sidh! die Regierung zu der Frage stellt^ zu deren endgültigen Erledigung noch eine .dritte 'Lesung des. Gesetzes notwendig ist. Keine.Aufnahme der Minderheitsrechte1 in die lettische Verfassung. Riga, , 14, Sprii. ' '(Telegramni der »Wienetff Morgenzeibung«.) Die lettische Konstituante half -nach der dritten Lesung der Vorlage über die Min'-f derheitsrechte beschlossen, die Einverleibung de4 Bestimmungen über die Rechte derrvationalen -Mmt derheiten in die Verfassung albzulehnen.:. London,113, April. (Tel. d. »Wr. Morgetnztg«^j •Wie aus EmMi gemeldet wird, ist der arab^l sehe •Feldherr Rida Rasc hä. i3 Rskab.i zum Regierungschef von- Transjorda-hien ernätmtworden^ InFafabisdifeim ’.Kreisfen hat diese -Maßnalhme großd Befriedigung' hervörgerufen^ Der"neue'' Regrerungsdhef ifet; unter 'F-ai s u 1-s Herrschaft ’Gmiverneivi} - von Damaskus ge wesen. '; Oberschlesien. Genf, 15. April. (Schweii Dep.-Ag,) Die Kon* ferenz, in der Calonder in der Frage der Liquidation des deutschen Eigentums in Ob-ee* Schlesien dep Schiedsspruch fällen sollte, wurde heilte eröffnet. Calonder teilte mit, daß die Verhandlungen zu einer vollständigen E i n i g ung über die Liquidation geführt haben. . Die deutschr-polnische Konferenz hat noch dte Frage der M i n d e r h e i tCn in den ^abgetretenen Gebieten zu regeln, * Berlin, 15. April. (Wolff.) Der deutsche Vertreter i» Oppeln hat der interalliierten Kommission eine Note über-1 geben, worin auf die wa-clisende Beunruhigung in Oberschlesien hingewiesen, wird. Bereits seit einiger Zeit macht sich ein reger Verkehr über die p 0 1 mische Grenze nach Oberschlesien bemerkbar. Munitionstransporte ' sind beobachtet worden, ebenso Leute in deä Uniform der -H a 11 e r - T r u p p e n. Altbekannte insur- ' gentenfiihrer sind wieder aufgetaucht. Die Be^lkerung wird gegen die Deutschen aufgehetzt, schwere Ausschreitungen gegen Deutschgesinnte sind bereits die. Folge! •'gewesen. In den Städten treffen deutsche Flüchtlinge eia,! Eine spanische Insel von Rifkabyleti besetzt. Paris, 15.,April, (Funkspruch.) Die Rifkäbylen habe»» ^sichider Insel^PVn-o n de Velez leilweise bemächtigtj wodurch die dortige Garnison schwer bedroht ist. Eine! Räumung der Insel ist unmöglich, da die Mauren einen! beherrschenden Platz in Händen haben. Ein spanisches Kanonenboot, das zum Entsätze entsandt worden ist, mußte Weh vor dem Gescliützfeuer der Mauren zurückzieheo» 7161

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