Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1153 (15.4.1922)
- Date
- 1922-04-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 u.... Wien, Samstag WIENER MORGENZEITUNtT —■■■ I —I — m— ■ ,mm in ,, n ul. Grund der Wrisbergschen Statistik gelangt, fceigt einwandfrei die „blutrote“ Zahl der Jüdischen Kriegs-, toten und Vermißten, die 12% der eingezogenen jüdischen Mannschaften beträgt und zur Genüge von dem hohen Anteil dtir Juden an den Kriegsopfern zeugt '“Das Neueste ist; . . Das Neueste ist nämlich, daß man ein ausgezeichnetes neues Steuerobjekt gefunden:hat. Man besteuert den Aerger. An jedem Tag, den Gott in j idie Welt schickt, hört man in Wien »die Wände der J Bureaus, Kontors, Geschäftslokale, Kaffeehäuser, des be-' fraglichen Familienzimmers von wilden 1. .hen. widerfrallen, Wutschreie zittern durch die Morgenluft, die Besitzer von Viertelanschlüssen winden sich in Krämpfen und mit Rücksicht darauf, daß mitunter auch eine Verbindung mit „Gesellschaft . zwo“ erforderEch ist, muß es als ausgesprochener technischer Fehler bezeichnet werden, daß man es unterlassen hat, die öffentlichen Sprechzellen mit Polsterungen zu versehen. Und das alles sollte umsonst sein? Auch das erschütterndste Trauerspiel verschafft uns nicht annähernd jene Erregung, Sjcwegt «ns bei weitem nicht so tief in der Seele, wie das Telephon und es muß als ein glücklicher Griff des Finanzministers — selbstverständlich In unsere Tasche — bezeichnet werden, daß die Kosten für den Fernsprecher erhöht hai. Nicht sehr beträchtlich, nur um 3Ö0 bis 500%, über immer hoi hat dadurch die Regierung bewiesen, daß sie sich' iden Leitsatz des Wieners : „Das Geld is eh nix net wert“, pol! und ganz zu eigen gemacht hat. Wozu für den gewissenhaften Sprachförscher noch bemerkt werden muß, jdaß in diesem Falle die doppelte Verneinung durchaus keine Bejahung bedeutet. Die geringfügige Weigerung wird jalso selbstverständlich mit* * obligater Begeisterung hingeinommen werden. Das sanfte Säuseln im Hauptausschüß, man werde Aerzten, Humanitätsanstalten, Spitälern,- die ^vielleicht nicht ohneweiteres in der Lage sind [„umzulegen“, Begünstigungen gewähren, hat sich ' jverflücbtigt und man ist mit Eifer daran Xu berechnen, wieviel Mehrertrag die geniale Regierungsmaßnahme ergeben wird. Der Mittetständler genießt die {Ziffern mit ungemischtem Vergnügen. Wenn er bedenkt, wieviel Aerger, Zeit und Geld er durch den Umstand erspart, daß er seinen liebend gehaßten Viertelanschluß aufgegeben hat, kann er nicht anders als sich schmunzelnd die Hände reiben. Unsere Erziehung zu Großstädtern macht reißende Fortschritte. Das Reisen hat man uns schon lange abgewöhnt, das Telephonieren wird rinn auch als ungesunder Ueberfluß erkannt, und wenn wir lerst einmal lernen werden, ohne Straßenbeleuchtung ausfeukoramen, dann wird unsere schöne Stadt vollkommen sein. Kater Murr. Mitteilungen aus dem Publikum. Mftholhaitc flrriar **«.•*. &»»««»«* 7 I*lwBjt2sli(l|cd VI Ubl (2 Minuten vom Ost« u. SSdbahnhofe) Enormes Lager in kompletten Wohn u n gs-iinrichtungen jeder Stilart, von der billigsten bis zur feinsten Ausführung Export tiaon allen Ländern 171 Telephon 15*5-35 DTl'^D Telephon 15-5-35 Knisbacher & Windschauer, M. I.. WWW 6 a'n’l?e33?Ti,t njiKtärwr «*| Export nach allen Staaten! , Hotel und Familten-Penstoi) ersten Ranges. Großer Park. 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Dr. Morgenstern hinterläßt eine Tochter und drei Söhne, darunter den bekannten Schauspieler Paul Morgan. / * Wie bei uns. Es ist von altersher die Art einer gewissen Sorte von Juden, ihrer Gemeinde mif dem Austktt aus der jüdischen Gemeinschaft zu drohen, wenn sie jMIene macht, jene in etwas stärkerem Maße an den finanziellen Lasten der Gemeinde mlttrngen zu lassen. Speziell in Wien ist diese Spielart recht zahlreich vertreten und me Wiener Kultusgemeinde - Majoritäten ließen . sich mehrfach von solchen Drohungen einschüchtern) so eaß bis heute eine gerechte Steuerpolitik nicht Platz, jgreifen konnte. Diesen Leuten, welche kein Bedenken jempfinden, um mit dem Austrittsrevolver zu proben, wenn man bei ihnen etwas energischer zagreifen Will, hat ein christlicher Kaufmann aus dem früher ungarischen, jetzt jugoslawischen N o v i s a d (Neusatz) eine gute Lehre erteilt Auch in Novisäd müssen, wie wir em dortigen „Jüdischen Volksblatt* entnehmen, die Kultussteuerbemessungea erhöht werden und dort fehlt es natürlich an Leuten nicht, die ihre Austrittsabsichten verkünden, Wenn ihnen die vorgeschriebene Steuer nicht ermäßigt wird, jängewidert von diesem Treiben, hat nun der dortige Großkaufmann Vlado feile den folgenden interessanten farief an die Kultusgemeinde von Neusatz gerichtet: . „Löbl. Kulfusgemeinde; f' Seit einigen Wochen hfljre ich meine jüdische Freunde /■wegen der hohen Kultussteuer klagen, es drohten sogar einige mit dem Austritte aus dem Judentum, wenn die vermeintlich ungerechte Besteuerung nicht herabgesetzt wird. So sehr ich die Juden liebe und auf die Freundschaft mit Abstämmlingen des ältesten Kulturvolks stolz bin, muß ich dieses^Vorgehen meiner Jüdischen Freunde aufs härteste verurteilen, denn bei den hohen Steuern in unserem Staate dürfen die Kultussteuern, die die Juden für sich selbst zahlen, keine so bedeutende Rolle spielen. Ich ersuche die löbl. Kultusgemeinde, mich unter ihre steuerzahlende Mitglieder aufzunehmen, mich genau im selben Verhältnisse 'wie die Juden meinesgleichen zu bemessen, und ich werde gerne die mir auferlegte Kultussteuer bezahlen, damit die löbL Kultusgemeinde für die Ausgetretenen, {zumindest au Geld, Ersatz finde.“ ti * Der Historiker Hermann Boras; gestorben« Wie!er Warschauer „Moment“ meldet ist vor einiger Zeit in Kiew der bekannte jüdische Gelehrte Hermann Bora z gestorben. Boraz wurde nach Absolvierung der ersten russischen Fäbbinerschule in Zitomir und der Kiewer hiversität zu Beginn der Sechzigerjahre des . vorigen ährhunderts zum Mitglied der Rabkinerkommissicm ernannt. Sodann wurde er jüdischer Bücherzensor beim jKiewer Generalgouvernement. Nach einer mehrjährigen ätigkeit gab er diese Stellung auf und widmete sich dem dvokatenstande, beschäftigte sich jedoch eifrig mit literarisch-wissenschaftlichen Arbeiten. Mit besonderer Vorliebe oblag er der Erforschung der Anfänge der Judenansiedlung iu Kiew. Auf diesem Gebiete hat er eine größere Anzahl von Spezialmonographien, die in den Berichten der Kiewer Akademie erschienen sind, geliefert Als j:ur Zeit Alexanders Ul. die russische Regierung sich mit der Lösung der Judenfrage beschäftigte und eine Reihe von Kommissionen einsetzte, wurde Boraz stets den Beratungen über jüdische, religiöse und Gemeindefragen zugezogen. Boraz war Mitbegründer der Kiewer Abteilung der Gesellschaft zur Verbreitung der Aufklärung unter den russijsebea Eudes uad der großen .jüdischen Bibliothek in Kiew. * Die nationale Sprache der Juden in der Republik des fernen Ostens. Der jüdische Gemeindebund in der Republik -des fernen Ostens hat gegen die Bestimmung •des Jüdischen als National spräche dei Juden Protest erhoben. Im Zusammenhang damit, wandte sieh der Minister für nationale Minderheiten an alle auf dem Gebiet der Republik tätigen jüdischen Parteien und Organisationen mit einer Umfrage, ob sic das Jüdische oder das Hebräische als nationale Sprache wünschen. 1 Im Begleitschreiben.ersucht der Minister,fdie Antworten - mit entsprechenden tpHilblogischen, historischen, statistj-' sehen und eventuellen .anderen, Daten zu belegen. Das Ergebnis dieser Enquete soll für die Festsetzung der nationalen Sprache der jüdischen Minderheiten auf dem Gebiete der Republik des fernen Ostens maßgebend sein. (J. C,. B.) * Eine jüdische Kulturliga in Amerika, Aus New York wird uns gemeldet: Der J. L. Perez-SchriftsteM-erverein faßte in seiner letzten Vollversammlung; den Beschluß, die Initiative z»ür Schaffung einer j ü d isehen K ul t u rl i ga in Amerika zu ergreifen.: Schon seit langem macht sich das Bedürfnis fühlbar,., die jüdische Kulturtätigkeit auf allen Gebieten zu 'kon- ‘ zentrieren und ihr die entsprechende tatkräftige Bettung zu gehen. Der genannte SchriftsteWerverhand dfenkt hiebei nicht, diese Leitung an sich zu reißen, sondern. bloß die Vereinigung aller jüdisch-hulturCllen Kräfte in die Wege zu leiten. Gedacht ist wohl an eine Organisation ähnlich den europäischen Kulturligen mit gleichen, Zielen, die in ihr Tätigkeitsgebiet die Fragen dier Erziehung, der -dramatischen und plastischen Kunst, der Literatur und Wissenschaft, einschtießen. Die Leitung des Perez-Vereins hat behufs Durchführung seines ^Planes sich bereite an a-We Verbände und Organiationen, die sich mit irgendeinen für die Liga in Betracht kommendem Rkiturzweig befa»sen> gewendet, ..um die erforderlichen Vorarbeiten für die Schaffung der Kulturiiga zu beschleunigen. ' * Ansledluug galizischpr Juden auf Ica-Ländereien ly Palästina. Eine Gruppe von SO wohlhabenden Juden aus C z o r t k o w hat mit der I c a einen Vertrag abgeschlossen über die Uebernahme, eines bedeutenden, der Ica gehörenden Bodenkomplexes in Palästina zwecks Kolonisation. Danach erhält die Gruppe den Boden umsonst, muß aber das in Inventar und etwaigen Meliorationen zu investierende Kapital selbst aufbringen. Die Mitglieder dieser Gruppe sind größtenteils Landwirte, die ihre Interessen in Polen liquidieren und in den nächsten. Wochen nach Palästina reisen. (J. C. B.) . ’ * Die'Hilfsarbeit der Föderation ukrainischer Juden. Einem Moskauer Telegramm zufolge sind in Odessa und Jekaterlnoslaw Lebensmitteltransporte angelangt, die die American Relief Administration auf telegraphische Veranlassung der F ö d e r a 11 o n u k r a i n i s c h e r Juden in London hingeschickt hat. Zwecks Förderung der Lebensmittelpakete-Aktion für Rußland eröffnet der Verband in Berlin ein Bureau, das auch im Lande selbst die Hilfsarbeit leiten soll. (]. C. B<) ‘ i * Auszeichnung jüdischer Polizisten in Rumänien, fn Klausenburg wurden in feierlicher Weise zwei jüdische Detektivs namens Rosenf eld und Ka-tz mit der goldenen Verdienstmedaille dekoriert. Der Polizeipräfekt hielt an die Ausgezeichneten in Gegenwart des gesamten Kommandantenkorps und der Mannschaft eine Ansprache, ln der er diese Auszeichnung als Beweis dafür hinstellte, daß die rumänische Polizei keine konfessionellen Unterschiede kennt.- * Günstige Aussichten für Kunstmarmorerzeugung in Palästina. Laut Mitteilung der Pälesline Zionist Executive in Jerusalem haben Unternehmungen, die sich mit der Erzeugung von künstlichem Marmor befassen, gegenwärtig günstige Aussichten In Palästina, da der ßichtygeriage Bedarf an diesem Material bisher durch imfsTÄprnmT jtsnm i»«— ..iotii.,.. n«.«—.,r»..mm ■■■■...Ti j'H| port aus verschiedenen Ländern gedeckt werden muß. Aul diesem Gebiete tätige Personen, die bereit wären und d» Möglichkeit hätten, in Palästina eine solche Fabrik zu eä richten, wollen sich mit dem Palästina-Amt, Wien, A . Bauernmarkt 24, Tel. 63-1-27, in Verbindung setzen. * Vierzigjähriges Jubiläum des B’nei B’rM Ordens in Deutschland. Die erste in Deutschland ge-j schäffene Loge des Ordens B’pei B’rith, die deutsche - Rejchsloge zu Berlin, begeht in diesen Tagen da« JubiJ läum ihres v i e r z i g j^i h -r i g e n B e s t am $ e «. Deq Örden ist inzwischen in Deutschland auf 94 Logen an*i gewachsen. * Stinnes in Wien. Das »Prager Tagblatt* meldet aus Wien: Die Blätter der Elbemüßi-Verlagsgesellschaft j „Extrablatt“, „Mittags-Zeitung“ und „6-Uhr-Blatt“ („Wiener Allgemeine Zeitung“) werden in kürzester Zeit an den Be*| sitzer 'des Berliner deutschnationalen S c h e r 1 - V e H 1 a g e s, der, zum S t in n e s - Kon zern gehöriy übergehen. Mit diesem Besitzwechsel ist selbstverständlich eine Tendenzänderung dieser Blätter verbunden. Diel „Sonn- und Montags-Zeitung“, das vierte Blatt der Elbe*| mühlgesellscttäft, übernimmt der bisherige Verlagsdirektor der Elbemühl Reglerungsfat Klebinder. Spenden für die Oesterreichische KSnstlerhilfd für die Hungernden in Rußland. Vorlesung Bela Balazs K 110.000, Dr. F. 50.000, durch Marie Goldscheid von einen englischen Dame K 500.000, Marie Gutheil-Schodeij K 50.000, Internationale Frauenlige, Salzburg, durch Doktor Stephan Zweig K 100.000, Personal den Jarno-Bühnen K 50.000, Helene Kienzl K 5000, Lili Kränz K 50.000, gfrj sammelt durch Ida Roland K 400.000, Grete Wiesenthail K 40.000. tfgkeit des Keren Hajessod In der Provinz) Wiener Zentrale des Keren Hajessod in die» * Die TLti Die durch die \._ _____ Wege geleitete Erfassung der in der Provinz wohnenden Juden für den Keren Hajessod schreitet anhaltend günstig weiter. In fast allen größeren Orten haben eigene 'Kerett-j .Hajessod-Kommissionem ihre Tätigkeit aufgenommen, deren Erfolg auch tatsächlich den vielfachen Bemühungen ent-' spricht. Soweit bisher ein Ueberblick möglich ist, liegen gute Zeichnungs- und Zahlungsergebnisse vor, so vewi allem in Gr a z, ln nsbruck, V i 11 a c h, M ö dH n a us.w. Am 8. April fand in 8 t o c k e r ä u ein vom der-5, zeitigen Präses der israelitischen Kultusgemeinde Stockerauj Herrri Wilhelm Jellinek, einberufenes Meeting der daselbsi wohnenden Juden statt, bei welchem Frau Erna P a t a « . und die Herren Dr. T a r t a k o-w e r und Dr. Täglich« sprachen. Es wurde eine viergliedrige Kommission gewählt* welche die Keren-Häjessod-Arbeit in Stockerau durchführen wird.. Es ist zu erwartet, daß nach den zahlreichen! Bemühungen, die sowohl von seiten der Stockeraueii „lordania“ als auch der Wiener Keren-Häjessod-Zentrald unternommen wurden, sich auch dort der Keren Hajessod in seiner vollen Bedeutung durchsetzt. * Thomas Kurt, das älteste Mitglied des englische# Unterhauses, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Eij würde im Jahre 1874 als däs erste -Mitglied der Arbeiterpartei in das Haus entsendet. * Schalora Aach In Polen. Der bekannte jüdische! Dichter S c h a 1 o m A sch ist In L o w i c z eingetroffenJ Asch verbringt die Peßach-Feiertage bei seiner Mutter in K u t n 6 und gedenkt dann in Warschau längere Zeit zu verbleiben. * Der Telephonbuch-Nachtrag. Nach Ostern er«* scheint der Nachtrag zum Telephonverzeichnis 1921. Die mehr als neun Bogen umfassende Broschüre wurde diesmal nach ganz modernen Grundsätzen bearbeitet. Der Te!fephon*j :buch-Nachtrag wird allen Teilnehmern, welche die Haupts ausgabe bezogen haben, per Post zugeschicki Jenen Abonnenten, welche ein Telephonbuch der letzten Ausgabe jetzt erst* kaufen» wird der Nachträg kostenlos ausgetolgtJ Die Verkaufsstellen für Telephbnvefzelchnisse sind in den Telephonzentralen: I., Krugerstraße 13, und VII., ZollerJ gasse 31, untergebracht. : * Operation an einem vierfüßigen Kinde. Aufil Budapest wird uns berichtet: Vor einigen Tagen wurde. hier vom Chirurgen Professor Bokay im Stephanie«^ .Kinderspital eine wissenschaftlich hochinteressante OperaH tioh durchgeführt. Einige Tage vorher gebar eine hiesig« Frau ein Kind, welches vier Füße aufwies. Nach Ansicnl des Professors und der übrigen Aerzte, die an der aufj sehenerregenden Operation teilnahmen, hat es sich hier ursprünglich um Zwillinge gebandelt, die während der Enf j Wicklung diese Formation oder richtiger gesagt Deformation zu einem K i n d fi mit vier Füßen angenommen haben Der dritte und vierte Fuß des im übrigen normal entj wickelten Säuglings wuchsen unter der rechten Achselhöhle! nebeneinander hervor und sind gleichfalls ganz ausge*j bildet. Die Aerzte machten photographische Aufnahmen,! sowohl von dem Kinde vor der Operation als auch vop( den beiden losgetrennten Beinen. Das Kind soll durchaus lebensfähig sein und befindet sich nach der erfolgreiche!)! ‘Operation entsprechend, wohl. Der Fall .dürfte demnächst in den Budapester medizinischen Zeitschriften eingehend besprochen, werden. . * Direkter Schnellzug Karlsbad—Werschau. And Prag wird uns berichtet: Ab l. Juni wird eine neue Schnellzugsverbindung Franzensbad—Karls-! bad—Marienbad—Pilsen—Prag—Ölmütz—Mährisch-OstrauJ Oderfurt—Oderberg-^-Kattowitz-Wilna—Düöaburg—Riga—i .Reval und zurück eingeführt. Bei diesen Zügen werden Durchgangswagen erster und zweiter Klasse zwischen Karlsbad und Warschau und Schlafwagen zwischen Karls-1 bad—Prag—Warschau, Warschau—Eydtkuhneu, Eydtkuhnen —Dünaburg, Riga—Dünaburg—Reval und .zurück, weiter Schlafwagen zwischen Prag und Kattowitz Verkehren. ' . * Schönwotter. In Oesterreich und in den nördlich angrenzenden Ländern herrscht prachtvolles Wetter bei warmen südlichen Winden. Die Temperatur .erreichte ' gestern mittags in - den Tallagen Oesterreichs etwa 20*, In Deutschland 22 bis 24°. Südwestlich von Irland liegt des; Kern eines gewaltigen Tiefdruckgebietes, doch besteht für unsere. Gegenden keine Gefahr, da der Luftdruck nach Osten zu sehr stark ansteigt Ein schöner Ostersonntag dürlte jedenfalls gesichert sein. -Voraussage? S c h ö n w e 11 e r, s o n n 1 a warme südlich« Winde. * Unfälle. Gestern vormittags wurde der Direkt« des Holländischen Lloyd, Emil Jakobson, und seine vGattin Bettina im Schlafzimmer ihrer Wohnung, Salesianergasse 8, mit Zeichen einer Leuchtgasvergiftung bewußtlos aufgefundeh. Die Rettuhgsgesellschaft brachte sie in das Rudolfs-Spital. Die Stelle,, an der das Gas aus der Leitung getreten ist, konnte bisher nicht ermittelt werden. * * Ein Wiener Reiseinder in Triest bestohlen. Am* Triest wird gemeldet: Dem Reisenden Johann Kerj in a n t i t aus Wien wurden hier vor seiner Abreis« nach Venedig 2,300.000 österreichische Kronen gej stöhlen. In der gestohlenen Brieftasche befanden sich aucN Dokumente. * Morde in New York. Vorgestern wurden in New! York 4000 bewaffnete Zivilisten als Bürgergarde der Polizei eingegliedert, um den in der Stadt uberhandnehmenden Mordtaten entgegenzuwirken. Nichtsdestoweniger sind inj Verlaufe der verflossenen 24 Stunden zwei Morde mariUn worden.