Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1148 (10.4.1922)
- Date
- 1922-04-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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finzelnumBMr‘K 40 Wien: Zum Abholen in der Expedition, II.,Taborgtr. 1^3, oder. >n einer Verschleißstelle (Trafik) '"monatlich K. 1400. Mit Postversatid fürWien und Oesterreich/notiatlich Kl400. Tsc h e c h o-Slowakei :Morc. Kronen 20.Ungarn: Monat!. Kronen 120.;! ugoslawien: Monat!. Dinar 20. Polen: Monat!. Mark 700. Deutschland:’ Monatlich Mark -65. Frankreich: Monat!. Frcs.6. rrner akef tseh. Kl Italien: Monatlich Lire $] Rumänien: Monat!. Lei 4Q( Schweiz und das übrige Ausland monatlich Francs H Redaktion u. AdministratioiT Wien II., Taborstrasse 1—31 Telephone: 44-0-38, 43-3-19j: ab 6 Uhr abends 17-9-33. , Telegrammadresse: wMorgefi«?'v: zeitung“, Wien, /fr Oesterreichische$/ ßsenkonto 1M.W3.', Nr. 1143 Wien, Montag, 10. April 1922 4. Jahrgang Schober hei Schanzer und’ de Facta. Generalhypothek und Kredite. Genua, 9. April Bundeskanzler Sch ober begab sich heute um 3 Uhr nachmittags in den Palazzo Reale, um dem italieäischen, Minister des Aeußern einen Besuch abzüstatten. Er benützte diese Gelegenheit; um der italienischen Regierung seine Genugtuung; über ^dife; Gewähruiig; des i t all e Ais c h e n Kredit s sowie über die Tatsache . auszusprechenj, daß. sowohl auf.* der Kbnferehz vonVPo.r t q r o als auch ganz besonders auf der Konferenz v,on Rom. eine JReihe von Außerordentlich wichtigenVereinbarungen zustande gekommen seien. Die beiden Konferenzen hätten dank der Initiative Italiens dazu beigetragen, die Beziehungen zwischen den Nachfolgestaaten zu klären;und Hie Begründung normaler wirtschaftlicher Zustände in Zenträleuropa weiter zu fördern. Der Bundeskanzler verwies darauf, von welch ausschlaggebender Bedeutung für Oesterreich d i e Z u r tick s t e 11 a n g. der Pf ä n jlr e c ‘h t e s. e i, die allein den , fortdauernden Zustand , quälender . wirtschaftlicher Beunruhigung . beseitigen können. Er .sprach die Hoffnung aus, daß der formelle Abschluß der Rticksteliuhgsaktion durch die Mächte e h e s t.en.s erfolgen werde. Minister des Aeußern S c h an z ei brachte" Seine Zustimmung zu pen Darlegungen des ^Bundeskanzlers zuiii Ausdruck und stellte in Aussicht, daß die Verhandlungen Über die FI ü s sigma c h ü n g, d er i t ai i e n I s ehen K r e d i t e schon morgen mit Schatzminister P e an b erfolgen 'sollen./-:V. •/ In' einer unmittelbarans chließettdeh ' Begegnung des, Bundeskanzlers -init dem italienischen Ministerpräsidenten F a cta wurde dieselbe jgründsätitliche Üebereihstimmuiig iy den für Oes^ih’didh -wlchtlgeh Fragen festgestellt. Auch lebhaftes teeresse für die ivitts'chäfLiiche V/iederaufrichtung Gesterreichs zu betbirem > ' Genua, 9..April: Bundeskanzler Schöb e f ist - heute' um -%8 Uhr früh mit der österreichischen Delegation, in Nervi; eingetroffen. Zum. Empfang,hatte sich der 'österreichische Gesandte Dr.’ K w i a t kowski «irigefünderi. Der B ah n h o f v o.n N e r v i, in dem die Ankdrift der österreichischen Delegation erfolgte, hatte reichen Fl Lg gen s c ii m u c k angelegt. Die Mitglieder der österreichischen Delegation sind im Hotel „Savoiä“ .abgestiegen, pie Gattin des. Hotelbesitzers,* eine .gebürtige Oesterreicherin,. überreichte dejn'Bundeskanzler zum Gruße ein .Blumenarrangement in Rotr^eiß-Roi Um 10 Uhr, vormittags brachte die Stadtkapelle vor dem Ho‘el ein Ständchen dar.: ' . Mit der österreichischen Delegation waren im -gleichen Zuge , die u n g a r i s c h e und die p o in i s c h e Delegation sowie ein Teil der t sch echoslowakischen Delegation nach Genua ge- , fahren. '. . . . '... '. Auch die bulgarische und die-albanische Delegation haben fm Hotel „Savoia“ Aufenthalt genommen. Um 3 Uhr nachmittags findet eine Begegnung des Bundeskanzlers Schober mit dem italienischen Minister des Aeußern S c h a n z e r statt. das Hotel ' der Delegation so .. von Wache umstellt, daß es - nur mit - Mühe und nach vorhergehender; besonderer! Legitimation y gelingt, mit der Delegation in Berlilu-ung zu kqmmen.*' R a k o w s k i, de? Vorsitzende "des Rates der Vojkskommissäre der-Ukraine, erklärte in einem Gespräch,1 daß er und die anderen Mitglieder "der Delegation über die' isolierte Lage * und die schwierige Verbindung des' 1V2 Stunden vom konferenzplatz entfernten Logis n i c h t z u f r i e den ae i e n.: Auch stelle sich die Bewachung durch Detektivs mehr a|är eine Kontrolle wie als wirksamer Schutz, vor Attentaten dar.. > 4 Gestern mittags trat die Internationale® Konferenz zusammen .und beschäftigte sieh mit der Tagesordnung der Eröffnungssitzung sowie mit der Organisierung der*weiteren Arbeiten der Konferenz. Es wurde beschlossen, daß die Eröffnungssitzung, mit einer Ansprache Lloyd G e o r g e s eingeleitetwird, der den italienischen ' Ministerpräsidenten -' d-e Facta zum Vorsitzenden der Konferenz Vorschlägen wird. Hierauf folgt eine Ansprache de, Factas, ferner des französischen Delegierten B a r t h o u. und des belgischen. Ministerpräsidenten. Hierauf werden T s c h i t s che rin und als. letzter Dr. W i r t h ihre .Erklärungen abgeben. Zur Eröffn u n g s s i t -zu n g sind besondere MaßnAbmen getroffen, worde#, Es ist nur einem verhältnismäßig geringen Teil 1er zahlreich erschienenen Journalisten gestattet worden, der, ‘Eröffnungssitzung beizuwohnen. Die Eröffnung beginntum 3 Uhr'nachrhittags und wird aldt einzige, Sitzung im Saale des Palazzo di Giorgio stattfinden. Die weiteren Sitzungen werde i im Palazzo reale abgehalten. Als letzte der Delegationen ist; gestern , die Schweizer - Delegation .eingetroffen. . .; / .* Burgfrieden der italieiiispheh Parteien. :* Genua, 9. Aril. Gestern vormittags empfing der .-italienische Minister des Aeußern Schanzer den jugoslawischen Minister' des Aeußern . Dr. N i n c i c -nnd hierauf den Führer der tschecho-slowakischen •Delegatioh Dr. B e n e's'c h. 4,;S äm:t l.i ch e\P ar te ien einschließlich der F a s z i s t eil . haheh Aufrufe erlassen, während der Konferenz B u r g.f r i e d e h zu. halten. D,ie r u s s i sc h e D e 1 e g at i o n. hat einen Handelsbericht verteilt, aus dem hervorgeht, daß Rußland in den., ersten neun Monaten des Jahres 1921 Waren-um 26.9 Millionen Goldrubel eingeführt und .um 20 Millionen , ausgeführt hat. Gestempelte Krone Auszahlung Wien Io Zürich notierte: die österreichische Krone :06 > die österr. gest Krone .. . —.07 die tschechische Krone. . 9.95 die Mark ... . . » 1.65 Agram » , , » » « ... 1.57 Bukarest. « . » . -» . Budapest « . . » . . . —.60 Warschau. . . . . . . —.13 —.07 Centimes. —.06 Centimes. .(~.Ö66/i0 am 8. April) (—.07, am 8. April) ( 9:87 . am , 8. April) ( 1.68: am 8. April) ( 1.35 Lin 8. April) (.—:— am 8. April) (—.60 am 8. April) (-r-.13 am . 8. April) Die Exkaiserin will in die Schweiz. Paris* 9. April. (Wolff.) Wie dem, „Journal des : , Debats“ aus Xj enf gemeldet wird, . habe^ die. ehemalige Ka i s e r i n , Z i La beim Bundesrat Schritte; eingeleitet, damit ihr gestattet werde, mit ihren Kindern . auf Sch laß Warte g g bei Ras c;Jh b a c h Wohnsitz zu nehmen. /. 7 -,#■ Die Standard Oil Company in Palästina. . Paris, ' 9. April. (Wolff.) Wie dem „New. York Herald“ aus New York gemeldet wird, sei dem Staatsdepartement mitgeteilt worden, daß Großbritannien der 8 t?. n d a r d Oil Company ' das 'Ausbeutungsrecht in dem Petro I e u rngebi e t von Palästina bewilligen werde. Amerika solle die gleichen.Rechte erhalten wie alle Nationen, die den Friedensvertrag von Versailles unterzeichnet haben.' Machno in Rumänien interniert. Bukarest, 9. April. (Orient-Radio.) Der ukrainische Agitator M a c h n 0, der vor acht Monaten aul rumänisches Gebiet geflüchtet war, wo er unter strenger polizeilicher Aufs! c h t stand, hat mit mehreren Genossen heimlich Bukarest; verlassen, wahrscheinlich in der Absicht, sich nach Rußland zu begeben, um wieder Banden von -Aufständischen gegen .die Sowjets zu organisieren, Die Polizei nahm die Verfolgung der Flüchtigen auf und es gelang ihr, sie in einem Walde des Departement^ Buzeu f e s t z u n e h m e n, von Wo sie nacii Bukarest zur ü c k g e b r a ch t wurden. Die Mine auf dem Friedhof. Beuthen, 9. April. (Wolff,) Heute mittags: suchten auf dem allen Hittenfriedhof ,in. G 1 e i w i t z frarizösi-. sehe BeSatzüngsjtruppen in einer alten . Gruft unter -der Kapelle nach Mffeh, dlö^anMüic^ sollten. Dabei stießen sie auf eine Mine» die M dm Luft flog. F ü n f z e h n F r au z 0 s einv w ü r d e ji getötet, zehn schwer verletzt Die Kapelle ist.’vollständig vernichtet Abordnungen sämtlicher alliierten Besatzungtruppen begaben sich an Ort und Stelle zur Untersuchung des Tatbestandes. . ' General Falkenhayn gestorben. Berlin, 9. April. (Wolff.) Der frühere preußische ‘Kriegsminister und Chef des Generalstabes des Feldheeres General der Infanterie Erich voll F a I k e nh a y n ist am 8. April auf Schloß; Llhdstedt bei Wildpark gestorben. Die Landtagswahlen in Salzburg. Salzburg, 9. April. Heute fanden in Salzburg, die L a n d t a g w a h I e n und gleichzeitig, mit Aus .ahme der Landeshauptstadt, auch die Gemeinde wählen statt Nach unverbindlichen Schätzungen dürften die christlichnationäle .Wahlgemeinschaft ungefähr 50.000, die Sozialdemokraten 28.000 bis 30.00,0» die Großdeutschen 7000 Stimmen erreichen.; Die Mandatsverteilung wird sich einschließlich der Reststimmen ungefähr folgendermaßen gestalten: 14. Mandate für die christlichnätiönale Wahl^emeinschaft, 9 für die Sozialdemokratie, 2 für die Großdeutschen. L,enin nimmt an der Konferenz teil. < Genu L, 10. April. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung“.) Wie das russische Preßbureau in Rapallo mitteilt, wird Lenin an der Konferenz teilnehmend Er ist bereits von Moskau abgereist. Vor/der Eröffnung. Gefuft, 10. April. (Tel. der „Wiener Morgenseitung“.) Am Vorabend des Eröffnungstages der Konferenz von Genua ist die. Stadt Genua und die nächste Umgebung in F a h n e n s chm ü c k. 1* der Stadt selbst herrscht ein ungeheures Gedränge. Nur mit Mühe / ‘können sich, die* Autos-.der Delegierten und Journalisten . den Weg durch das Gedränge bahnen.' Die „Casa Starnpä", das Hauptquartier der Journalisten, gleicht einem Ameisenhaufen. Mehr als 20.000 sind außer den Delegierten in: Genua anwesend. Abends war die Stadt feenhaft beleuchtet und noch spät abends herrschte in den Straßen ein bewegtes Leben. Der Hauptanziehungspunkt der Konferenz ist seitihrer Ankunft die russische Delegation, die in dem Vorort Santa Marguerita efnquartiert ist. Das Hotel Imperial, wo die Delegation einquariert ist, ist von vielen Film- Operateuren und Photographen belagert. Infolge besonderer Maßnahmen der italienischen Regierung ist Die Friedensvorschläge der Türkei. Paris, 9. April. (Havas.) Der türkische Minister des Aeußern Izz 6 t Pascha hat gestern den alliierten Kommissären in Konstantinopel die Antwortnote der Türkei übergeben. In der Note erklärte sich die türkische Regierung bereit, binnen drei Wochen Abgeordnete zu den Frieden sverhand lun gen zu entsenden. In der Note heißt es weiter : Die Regierung bestehe nachdrücklich auf der außerordentlichen Wichtigkeit einer raschen Räumung der besetzten Gebiete. Die kaiserliche Regierung bedaure, aus Gründen der öffentlichen Ordnung K o n s t a n t i n 0 p e l als 'Verhandlungsort nicht annehmen zu.' können, und bitte die Mächte, eine S t a d t O s t e u r 0 p a s zum Sitze der Friedensverhandlungen zu bestimmen. Die Regierung sei einzig von dem Bestreben geleitet, die Ruhe zu sichern, die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu befestigen und einen gerechten und dauernden Frieden dm nahen Orient wiederherzustellen. Sie sei überzeugt, daß den begründeten Rechten der; Türkei Genugtuung zuteil werddn würde. Die Regierung des Sultans verlange, daß die hellenischen T rup p e n von der gegenwärtigen Front zurückgezogen werden und daß keine anderen Truppen nach. Thrazien gesendet oder dort zusammengezogen werden. Die Südbahnverhandlungen in Roin. * Wie die Korrespondenz Herzog von maßgebender Seite erfährt, entsprechen die Meldungen von einer/ unmittelbar bevorstehenden Konferenz in Rom, inj welcher die Südbahnfrage einer endgültigen. Regelung; unterzogen werden soll, nicht den Tat sachen/ Wohl ist es richtig, daß die neue italienische Regierung dem Südbahnproblem im Prinzip nicht unfreundlich gegenübersteht, doch (sind , die Vorbesprechungen noch nicht so weit gediehen, daß man vqp einer neuerlichen Konferenz endgültige Resultate erwarten könnte Uebente ist es ausgeschlossen, daß an-einem Zusammentritt der Konferenz in Rom, von der mehrfach die Rede war, -vor Abschluß der Verhandlungen in Genua gedacht werden könnte Häuserbau in Palästina. Jerusalem, 5. April. (J. C. B.) Der Arbeitsmarkt ia Tel-Awlw hat sich in den letzten Tagen wesentlich ge-; bessert. 140 Arbeiter sind bei der Ebnung der Saaddünew im -meuen Viertel der „Wohnungslosen“ und in der* Lüienblum? und Jehuda-Halevy-Straße beschäftigt D! e B au p e r i o-d ehat begonnen. Als Bauunternehmer erscheinen einerseits Privatfirmen, andererseits die jüdische Arbeiter-Kooperative. Es wurde mit dem Bau von IßOHäusöra ia dem Arbeite*