Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1147 (9.4.1922)
- Date
- 1922-04-09
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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M. 1147 Wien, Sormfag' WIENER MÖlTGWZEfTTr 9. April 1922 Seite & <--r , -i .r. eine solche Oberhaupt denkbar ist, solange die Reparationen in der jetzigen Höhe auf Deutschland lasten und die jyiark andauernd entwerten, bleibe dahingestellt Die meisten Wirtschaftspolitiker sind gegenteiliger Anschauung. Da Frankreich die Erörterung politischer Probleme von vornherein ausgeschaltet hat, darf man sich in dieser Beziehung keinen Illusionen hingeben. Das Hauptwirtschaftsproblem der Entente jst R u ß- I a n d;'für unsere Angelegenheiten dürfte kaum übermäßig viel Zeit übrig bleiben. Aber ebenso wäre ein übertriebener Pessimismus in * bezug auf die Konferenz angebracht, zu dem ein großer Teil der Bevölkerung angesichts der neuen Preissteigerungen und der äugen? iblickllchen geringen Wirksamkeit der Kredite wieder neigt . vre IndustriSkrise und die Arbeiterschaft. Die Industriekrise und die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten im Verhältnis zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitnehmern drohen nunmehr zu mancherlei Konflikten zu führen. * Die Betriebsräte der |M e t a 11 a.r b e i t e r beschlossen eine Resolution,, die von der Annahme ausgeht, daß das Unternehmertum aller Staaten geschlossen "mit einem konzentrischen Angriff gegen die Arbeiter und ihre gewerkschaftlichen Organisationen vorgehe. Der. Zweck dieses Angriffes sei, die durch die Revolution erstrittenen Rechte der Arbeiter, vor . allem den Achtstundentag, die Arbeitslosenunterstützung, insbesondere die Einrichtung der Betriebsräte und somit das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter auf die Gestaltung der Arbeits- und Lohnverhältnfsse im Betrieb, zu beseitigen. .£s sei ein zwingendes Gebot internationaler Klassensolidarität, die Kämpfe der Kameraden im Ausland mit allen Kräften zu Unterstützen. Der Verbandsvorstand, die Obmänner sowie •die Vertreter aller Sekretariate und Bezirke beschlossen (daher, zum Zwecke der materiellen Unterstützung der im Kampfe stehenden ausländischen Kollegen die Einhebung von drei halben Stundenlöhnen. aller . ln. der Eisen- und Metallindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Die tschechischen Vorkriegsschulden. Prag, 8. März. Das »Prager Tagblatt“ erfährt, daß betreffs der Honorierung und des Umtausches der Vorkriegsrenten zwei Gesetzentwürfe in Vorbereitung seien. Der eine befasse sich mit der Verzinsung, die, in gleicher Höhe wie im Frieden, vom 16. Juli 1920, dem Tage dfcs Inkrafttretens des Friedensvertrages an, erfolgen soll, während der andere den Umtausch a 1 pari Versehe. Ein Kartell der Versicherungsgeselli schäften. / Budapest, 8. April. (Tel.-Komp.) Die Karteliverhändfuttgen zwischen den österreichischen, ungarischen und tschecho-siowakischen Versicherungsgesellschaften sind so weit fortgeschritten, daß am 30. April am Semmering eine Karteliberatung abgehalten wird. Es ist wahrscheinlich, daß sich dem Uebereinkommen später auch die jugoslawischen und rumänischen yersicherungsgesellschaften an? schließen werden, um auf diese Weise .ein mitteleuropäi? sches Assekuranzabkommen zu schaffen.' Das Kartell bezweckt in erster Reihe die Aufteilung des Risikos auf. alle erwähnten Staaten und ein einheitliches Vorgehen gegen die Konkurrenz der fremden, namentlich der deutschen . und italienischen Versicherungsgesellschaften. Börsen-Kommlsslonsgeschaft und Wechselstube PS AGIO ß Co, Wien, I., Hohenstaufengasse 11 4027 Industriekrise in Holland. Aus dem Haag wird berichtet: In der zweiten Kammer ist' ein Gesetzentwurf eingebracht worden, - der die Erlassung von Einfuhrverboten fordert. Wie das Niederländische Korrespondenzbureau erfährt, verfo’gt der Entwurf den Zweck, die Regierung wegen der No'Hag e d es ffand eis und d e rin d u s t r i e zu ermächtigen, E i n f u h r v e rb 0 t e m i t 'ein jäh r i g er Gel t u n g s d auer zu erlassen. Die Oelfelder , von Angora in amerikanischen Händen? 4US Lo-n d 0 n wird gemeldet! Nach hier ein* laufenden Berichten ist es einer amerikanischen Gesell?? schaff gelungen, die Konzession zur Ausbeutung der großen und ergiebigen Oelfelder von Angora zu erhalten. Die Börse ln der Osterwoche. In der Karwoche finden Börseversammlungen M o n t a g den 10., D i e n s tag den 11., M i 11 w p c h den ,12. und Donnerstag den 13. d. M. statt. Freitag den’T4.; und Samstag den 15 d. M. bleiben alle Börselokalitäten sowie die Amts* räume der Wiener Ejörsekatoimer und der beiden Schiedsgerichte geschlossen. Alpenländische Handelsgesellschaft. Vorgestern, fand in Innsbruck eine Versammlung von Nordtiroler .Kaufleuten statt, welche einstimmig beschloß, die Gründung; einer .Großaktiengesellschaft unter dem Titel „Alpenländische Handels-A.-G.“ mit einem Anfangs-Aktienkapital von 200 Millionen Kronen in die Wegp zü leiten. AlpenJändiscke Drahtindustrie Ferd. Jergitsch’ Söhne A.-G. in Wien. Am 6. d. M. fand die konstituierende Generalversammlung* statt; Die Gesellschaft weist ein Aktienkapital von 40 Millionen Kronen aus und besitzt Fabriken in Klagenfurt, Graz und Wien. Es. handelt Sich um die Umwandlung einer der bekanntesten Firmen der? Drahtindustrie, welche: in ihren Anfängen bis in das.. 16. Jahrhundert zurückreicht und seit, mehreren Generationen im Besitze der Familie Jergitsch .ist. I11 den Verr waltungsrat wurden gewählt:J Herr Marcell, 'Bi n e s i, Bankier, Wien; Herr Dr. Leopold Ehr!! c h, Rechtsanwalt, Wien; Herr Albert Gerngroß, Industrieller, - Wien; Herr KarivG. G i g I e r, Zentraldirektor der Greihitz A.*G., Graz; die bisherigen Ffrmehinhaber. Herr1 Friedrich J e r g i t s c h, Herr Reinhold I e'r g i t s c h, Herr Emmerich f e r gl t s c h, Herr Emil M ü h lbacher, Zentraldirektor der Bleiberger Bergwerks-Union, Klagenfurt; Herr Robert O s w a I d, Bankier, Wien; Herr Kommerzialrat KarlP e c h e r, Industrieller,' Wien; Herr Alfred Pick, Bankier, Wien, und Herr Dr. Viktor W u 11 e, Großindustrieller, Graz, ln der darauffolgenden Verwallungsratsitzung wurde der Senior der bisherigen Firma, Herr Friedrich jergitsch, zum Präsidenten und die Herren Marcell Bdnesi und Emmerich lergitsch zu V i z e p räsidenten gewählt. Als Genera i* d i r e k t 0 r der Gesellschätt! wird Herr Reinhold Jergitsch fungieren. Zu R e v I so r e n wurden die Herren ~ Professor Dr. Fritz Suhtych, Buchsachverständiger der hiederösterreichischeri Finan2iandesdirektien, Wien, und - Anton Muhr, Direktor der Handelsakademie und Gremialhandelsschule der Wiener Kapfmannschaft, Wien, zu Ersatz-' revisoren die Herren Ludwig Landau, Bankprokurist, Wien, und Dr. Otto Szombathy, Sekretär des. Gremiums: der Wiener Kaufmannschaft, Wien, bestellt .• Tabakbau in Palästina. Infolge der Aufhebung des Tabakmoriopols in Palästina ist die Möglichkeit des Tabakbaues gegeben. Zur Ermunterung dieser neuen Kultur hat die Ica einen besonderen,Lehrer bestellt, der die Kolonisten im Tabakbau unterrichtet, und hat Samen aus Saloniki verteilt; ln den Kolonien der lea sind 300 Dunam mit Tabak angepflanzt worden.1 In S a f e d hat ein [ude eine Tabäkfabrik eröffnet, in weicher vorläufig lö Arbeiter beschäftigt werden.- , ... „Austria to-day*. Gegen Ende' des vorigen Jahres ist unter dem Titel »Present day social and industrial conditions in Austria“ im Verlag , der American Academy öf Political - and Social Science in Philadelphia ein von dem Wiener Universitätsprofessor DjvWknzel Gieispach heraus? gegebenes .Sammelwerk 'erschifeneh, das eine'Reihe Inhalts* reicher Aufsätze Österreichischer Fachmänner und Gelehrter enthält. . Die...letzte - Nummer, der Wiener. Wochenschrift »Das Handelsmuseum“ bringt eine ausführliche Besprechung dieser für die Verbreitung richtiger Kenntnisse über Oesterreich im Ausland höchst wertvollen Schrift Außerdem enthält die genannte Nummer unter anderem einemzusatrimet^. fassenden Bericht über die ‘österreichische- Auswanderung des Jahres 1921, .der zu dem Vortrag des Hofrates Monte* in der heutigen Pressekonferenz belangreiche Ergänzungen! bietet.; j ZwangsattTeifie in Griechenland. Das Gesetz übetj d'e Zwangsanleihe 4ist nach, einer - Athener Meldung in Kraft getreten. Die griechischen Banknoten mit Ausnahme! der Noten zu einer und zwei Drachmen verlieren diet Hälfte des Nom i n a 1 w e r,t es* die änderet Hälfte bildet den provisorischen Titre für * die Anleihe«* Obligationen. 3 Exoten-Vericehr. Die Ä pol I 0 - F i I m - A. - Gi i n W i e n hat angezeigt, daß sie in ihrer außerordenW liehen Generalversammlung vom 11. März die Erhöhung! des Aktienkapitals durch Ausgabe von 30.000 Aktie« III. Emission zu K 200 von K TÖ,000.000 auf K 16,000.000; beschlossen hat und daß diese Aktien von der Apottöl Lichtbild A.-G. in Berlin mit dreijähriger/ Sperrverpflichtuugf übernommen wurden. Die Apollo-Fiim-A.-G. stellt deshalb vorläufig keinen Antrag wegen Lieferbarkeitserklärungj dieser neuen Aktien im Handel im Börsesäate. Ihrej .Aktien Nr. 50.001 bis 80.0CK3 sind im Exotenverkehr ni c ht? 11 ef er bar, _' . Börse für latidwirtschaftliclie Produkte; (Eigenbericht der »Wiener Morgenzeitung“.). Die politischem Ereignisse, die in der Konferenz von! Genua kulminieren, wie nicht minder die bevorstehende Feiertagspause haben eine Verminderung der Kauflust nach; sich gezogen und eine Verringerung der Umsätze ver?; ursacht, zumal auch das Angebot in den. meisten Fälle« geringen Umfang aufweist. Der Geschäftsverkehr gestattetes sich umso schwerfälliger, als kauflustige Interessenten aus! den Sukzessionsstaaten nahezu fehlten und der Lokal* konsum nur bescheidenere Anschaffungen besorgte. Dis gangbaren Zerealien sind taxativ wie lolgt zu bewerte» M'aisPlata lioll. fl. 1075, Mixed holl. fL 870 cif Hamburg/ jugoslawischer zu jügosl. K 13.30; rumänischer 560 Lei; beides ex Schlepp Wien, rumänischer Kleinmai .K 320 prompt greifbar Wien. W eizen inländischer K 42; Roggen K 400 Wien, rumänischer Roggen 680 Lei Wie Gers te;’ slowakischer Herrschaftsäusstich K 375 bis 3£ Wien, Füttergerste K 280 bis 300 Wien. Hafer loko odei transit K 290 bis 300 Wien. H i r so ung. K 35 Wie R ei s Burma 11 14 Shilling 4*/j Pence loko, 14 Shillin 3 Pence per April waggonfrei Hamburg. Mehl, ungarisches, ung. K 70 bis 72, jugoslawisches jugosi.-K 25.50, inländisches K 600, alles ab Wien. Heu, Öberösterreichisches* . K 185 Wien, burgenländisches K 125 ab Stationen undl Stroh K 90 Wien. Alien Nachrichten zufolge findet das gegenwärtige Entwicklungsstadium der jungen Vegetatiori eine sehr .günstige Beurteilung. Im besonderen wird den .Stand der Roggenpflanzen gelobt , \ ■ —:——. - . Die Devisenkurse« Zürich, 8. April. (Devisenkurse. — Mitgeteitt vofl der Schweizerischen Kreditanstalt) Berlin 1.68(1.71), Holland 194.70 (194.80), New York 515.— (515.-), London 22.64 (22.61), Paris 47.02 (47.—i Mailand 27.17 (27.—), Brüssel 43.50 (43.60), Kopenhagen 108.75 (108.50), Stockholm 134.50 (134.—), Christiania 93.50 (93.75). Madrid 79.75 (79.50), Buenos Aires 181.— (179.-t Prag .9.87 (9.75), Budapest —.60 (—.58), . Agram 1.55 (1.55), Bukarest —.— (—.—). Warschau—.13 (—.13), Wien Geld —-06®/io (—.068/1Q), Wien Ware —(—.—)»Oesterr. gest Kronen Geld —.07 (—.07), Oesterr. gest Kronen Ware —(—. ). 4 i Amsterdam, 8. April. (Devisenkurse.) London ii&% (11.63?/^ Berlin -.86 ^86^), Pari« -24.20, (24.22V8), Schweiz 51.48 (51.50), Wien—.03'/. (~.Q38/<)1 Kopenhagen 55.90 (55.95), Stockholm 68.90 (69.05),^Christiania 48.- (48.10), New York 264.50 (264.75), Brüssel 22.42‘Q (22.42Vs), Madrid (40.92l/9), Itaüen (13.95Ü Budapest Berlin, 8. April; (Devisenkurse.) Wien altes —.— (—.—), Wien abgestempelt 3.95'Ü (4.0072)1 Prag 597.25 (583.25), Budapest 35.70 (35.35). Berlin, 8. April. (Kurse der Devisenzentrale.) Noten: Dollar 305.70(305.05). Pfund 1354.50 (1344.50) Italienische 161Ö.25 (1604.25), Polnische 7.85 (7.85) Tschecho-siowakische 566.— (583.75), Alte österreichische; (—.—), Oesterr. gestempelte 3.977* (4.—). Kommerz-u.Diskonto-Baiik Aktienkapital: 30 Millionen htheth. Kronen ■ Warenexportabteilung •Möbelabteüung mmdnm-«,--«; Filiale Wien, I., Wipplingerstr. 24-21 Telephone: 12-3-58,18-2-96.17-4-08,13-300,12^-67 Teiesramntadresse: Kommemdiskont V Fortsetzung, Der Min. Von Leopold Kompert Ay Zmn Glücke dauerte diese böse An Wandlung nicht lange; In Ko bis Wesen lag etwas, was federleicht auf- Ißpräng; wenn es auch eine Zeitlang gedrückt worden; Mr meinen sein frischer Mist. Er erholte sich bald von 'dieser Betäubung, und als er aus der Gemeinde der I»Spöttler« wieder fortfuhr, war a-uch jede Spur des beengenden Gefühls verschwunden. Der einzige Gedanke : >Wa® möchf mein Vater sagen, der mich klüger hält* läls sich selbst,« venscheuchte wie ein reinigendes ^Gewitter die bösen Dünste der Entmurigung. ' Es war der Abend (niedergesunken, als Kobi in des (Randars Dorf einfuhr. Schon aus der Herne erkannte er das Haus am der breiten behäbigen Fronte, die es igegen vdie Gasse bildete; es war ein «-Art Palast gegen idie anderen Bauernhäuser, wie denn die alten Randar- QHofe stets ein gewisses vornehme« Wesen an sich krugein. Jetzt 'begann tn Aobls : Brust sich wieder eine □Beängstigung zu regen, die sein Herz pochen machte; lag d«och das Läger des »Feimdes« vor ihm! Dem Kutscher befahl er langsam' an dern' Hause vorzufahren, 'dann aber sogleich herabziispringcn und die Pferde lauszuschirren, Pünktlich wurde der Befehl ausgefuhrt; die »Gelegenheit« schob sich lamgsam: vorwärts, endlich '(Stand sie. In. demselben Augenblick traf aus dem Hause eine große vierschrötige Gestalt heraus, der man auf itaüscfid Schritte den Ran dar ‘angesehen. hatte; Der {Mann hatte ein wahres Löwen gesicht, kühme 'grau igefärbt Augenbrauen ' hingen ihm dräuend herab, während n-och zum Ueberfluß ein br<gjter^ grauer 'Backenbart seine starkknochigen Züge umrahmte; Wenn man ihm ansah, mußte man denken, so' hätte Simson »der Held« ausgesehen, , wenn der Picht s6 frühe seiner Haare ' beraubt worden'wäre. " Der Mann, war überdies in'Hemdärmeln; und hatte über die Schulter ein blaues Schnupftuch - geworfen, was ihn merkwürdigerweise -viel größer und furchtbarer «4t9chdiveu Kobi sprang rasch . aus der »Gelegenheit« .... Es stand vor dem Feind! . »Guten Abend, Rebb Josel,« rief er laut, aber doch nicht' unbescheiden. »Ich, bin doch bei Rebb Josel Süß?« ■.;; »Den guten Abend zurück,«- tonte es aus demij Munde des Mannes, aber so gewaltig und: tief, daß;' Kobi um zwei Schritte zurückwich. »Was willst und: begehrst du, Jüngel?« < " ' v Diese Anrede, machte auf Kobi einen eigentümlich bewältigenden Eindruck. Daß ihm der Mann mit »per; jdu« nud mit »Jüngel« ahspreohen würde, hatte er nicht erwartet. .A'ber Zugleich überkam ihn einer jener wunderbaren Gedanken griffe, die den Menschen oft :in äußerster Gefahr" an der Seele fassen und sie stille stehen und die ' Augen weit .zu öffnen heißen! . Bitzschnell sah er ein, wie Wer nur Entschieden-. heit , ein festes und sicheres Wesen, ein furchtlo-ses Auftreten etwas vermögen; er fühlt, mit dem Manne müsse -man wie ein Ebenbürtiger verkehren, Stirn gegen ' Stirn, und vor allem es nicht durchblicken lassen, daß man sich vor, iihm »fürchte^:.. »Ich '.hätf* ein Geschäft ’ mit Ihnen*./'Rebb' ’Jos®M sagte Kobi mit sicherer Stimme, »wentn Sie nämlich Lust dazu haben.« . ■, »Am pholemoed mach* ich kein Geschäft.« sagte der-Mann Jcurz, aber scharf ^betont, . »komm nach Jöntef (Feiertag), Jüngel.« ';' »Solange werd’ ich kaum warten können,« meinte Kobi mit Freimut. »Ich gehöre zu den' Leutendie nicht gern etwas aüfschieben. Lieber etwas heute, als morgen gar nichts.« . »Hast du auch die Maxim’, Jüngelchen?« rief der Randar, aber mit einer. Stimme, die wie das Geschmetter einer, Trompete klang.. K.cfbf War wahrhaft-'erschrocken; Hatte er etWae-’gesagt,- was dem Ran dar mißfiel? Oder I'äg in diesen Donnerwoften 'eine gewisse Billigung? Dennoch faßte1 er sich sogleich; er hielt es für das heSte, In' dem angck!üiig<keii Torte fort zufahren; . >Ja, ’ da<s ist meine Maxim’, sagte Köbi nnvfg, aber keineswegs allklug, »und ich bab’ immer gefunden, daß J Wau sich dabei am besten stellt.«.. , Telephon 48-4-48,49-3-86; 1., KSrntnerring 15, Telephon 88-56,11-6-8 Der Randar sprach darauf kein Wort; aber öafülj ^aan hinter den buschigen Augenbrauen ein Blick herW vor, «prüfend und zersetzend, daß ein anderer zehnJ tpäl in einem Atemzug die Augem würde miedet^ geschlagen haben.. Aber Kobi hielt ihn aus, trotzdem ihr dabei eine grimmige Eiskalte durchrieselte; »Wenn das deine Maxim* auch ist, Jüngel, so kar van einem Geschäft schon die Rede sein,« sagte d« Randar nach diesem Blicke, der nicht zu; Kobis Ui gunsten ausgefallen sein mochte; denn die Stimm«. klang; jetzt bei weitem nicht mehr so. grauenhaft: si<S schien wie geölt. Kobi, wollte auoh bemerkt haben,-da« eine Art Lächeln dabei über die harten Züge f!ogtr; alles das gab ihm höheren Mut, er fühlte, wie es ihm Syiedefl ,warm wurde in den Ädern. ' 1 "; »Span« aus!« rief Kobi dem Kutscher ■ zu, . dej^ dieses Befehles gewärtig, währenddem'die Hälfte diese« Arbeit bereits vo'llführt hatte. ’ »Was sdÜ’s?« meinte der Randar, a'ber durchaus "nicht unfreund'Hch. »Sind wir 7denn mit ,dem Geschäft! nicht bald fertig? Es wird nicht so viel drati se.in?«•• ' I »Das können Sie nicht wissen, Rebb Josel,«. sagtflj Kobi, »einer, der sichergehen will, muß sich zu einem! Geschäft Zeit nehmen. Ich lass’ daher ausspainhe'ndid( Pferde sind ohnehin heut’ schon sechs Meilen gelaufen.tf Wieder fiel ein .Blick unter' dem Augenbrauen dek Randarsauf. Kobis ganzes Wesen; es mochte dötrti bärenhaft starken Manne sonderbar Vorkommen, wid so ein »Jünge!« den Mut haben konnte, in dieser; Wei-se'mit ihm zu sprechen. ■ — j »Meinetwegen,« sagte er darauf, »aber jetzt .machet ■daß du hereinkommst.« i D-ae: war für Kobi ein Zeichen voll guter Bedeu« tung; wenigstens legte er es sich so äüs Dennoch folgte er nicht sogleich der Einladung , des Randars, i.wie ein anderer wohl eiligst getan hätte.. Er blieb stehen. ' ' - »,N,un, ,.^'arum, kommst du nicht?« .rief-der Randar' '.plötzlich, als er dies merkte, barsch und grob, »Solj man dir das zweimal sagen?« (Fortsetzung folgt) ’