Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1143 (5.4.1922)
- Date
- 1922-04-05
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Jeite 2 Wien, Mittwoch %.i ..—aMamiifflri .in,' — Ikmgite jbdtadh später, daß äßum diais Redht eimig'e- [räumt werdie, den Ibölitistchem Staaten (Fitnintlamd, fEetkuwi Hund Litauen) SonJd>erbegÜjmstigiutngein m ^gewähren, die vorläufig De<ulösdhlIiaW wodi oidhit zugute tonimen salltem». Naidh -heftigem Wiidieisfcand iwiHigtm 4k Teutsdien Delegierten m-iit; Rücksidlit, ,-atutf deai verhältnismäßig' geringen GsbÄschsunrfang jder 'haMschan Staaten ein, w-cEten elber -vcm^ edtner /AaBStcMmsung dieser Kctn‘zessdon«n aus! Riusßitantd, die (■von den 'lettischen Vertretern tkaurz «ciasröiuf %Teirdaaigt »wunde, nsdhtfs wss^en. Die Benaifiuing’en endete^. »sabideßhdi mii einem Siege der 'lettischen' Delegierten. Zn einem förinFchenj KcinflcJkst kam as pedodi, als im weiteren Venkuuife der Vefföian^ungcir-. [die lettischen Vertreter erklärten, daß Lettiand die jgilfciehen Sanidärbegiiiis Lgimigetn Poilten zoedcenmen Uroil'c. Die dou-tsdhe. Regierung wendete .ein, daß - miedurdh die von Deuitischtoud Pokern gegenülber )be-;fclgte Pdätik iiiluisoriscih getmaiciht wikide, da deutsche Waren über lettisches Gelbiet wadi Pöl-an 'gelanigeo;t:ön;ntöii. Da öksor Standpunkt liamtnädcig veattfeten wurde] blieb den Letten nachts anderes übrig» sich au fügen aund atuf ihre Fondierung zu ver» £ teilten. In Warschau-, wo man tratürti-sh über alle fliesen ds&r deutsch - freitischen V-orhasidfiunige n unterrichtet war, .erblicht man in diesen*,Häutung Deu!tS'C-li&2ind^ tm&n- Beweis -seiner U-nwersöShinÜchkeife, d&e ztu beiderseitigen) Nachteil die AtuGnatome ■r icrnr-aiter wirt-sclraftliic'her Beziiehungien zwischen P#Ln> irad Deutscihtond iMi'tetrtreM. - Frankfurter Brief. (Von unserem Korrespondenten.) RW. F r a u k f u r t a. M., Anfang ApriL ' Die Ungewißheit über Demfechkiodls ipdlötisehe u-hä wirtsdhaftl'kbe Zni!k>i«n#t -erschwert jede Autbaueirbeiit. Wen« f •kr.mech d'ie Äte Hß^defesibarifc Frankfurt mit Erfolg -versuclhlt halt, ihre ecmsitige iwifi't&'dhiatftlidh'e - Regsiamikeit wredter aofliebein ' zu.. fSassen, sovendiam'kt sie dües nicht «zuftetzst des iw'irtsjcha-fttü'dhe.n Antpatseungsfähigkjedt ihrer, ' zu xmem beträdhlföchen Teil aiuis Jancten kbsstebenden iTv-aiu'fimwjrssdiaft. Von Krise au Krise -wurdte nicht jniuf -Zer Stand gehabten : Die wiVtecfoafftläche 'Emfl-uß- -sphärc Fj^uhnirts kt erweitert werde©.' Spezial'! iin ddr ‘Texßa-lbräsvcüe wu-r-d-esn Umsätze erzöielt, die tejuoh iu: Go,i<u,ma-rIvrechn-i!<ng bei rieten Firmen. die iF-rlödtensziffeirta weit überholen-. Die täglich' »um ■•MiiiKuoneh auuehmendte LftEiartiteh halt anns’. Gdimdai ■kf&r MaarSotimedhiainik, die liier ökiht ad-seköimderi^essetzt wenden -können,' ebne gesteigerte In- •Qu sifir ue hn ahm e des . W aren vermitt* #e r s,-’d'es Hangers, mit sitfli g^ferscht, eine Auh einzanid'erBolgc von 'Kjoin'juiQkfcuirweilen, ' dienern selbst die bestbe-väihirtcn, al terbigef iibr tan Fraiiilkfurteir (Firmen oft ' nicht gerecht wurden köimeu. Die Iw iedc r eim f üh ru n g de r Fräu-'k fuut e r \U essen (es gab stohhe bereits seit dem 13. Jahr? jbuudert), die hasup'üsachlidh der Frauikfuirter, Offen- ‘bäiche-r -uiid sonstigen Utng'dbuugsiinidiußitrk ziuigute jkaim, erwies sich noch den ersteh Rücfcsdlill'ägm als [<jageeignetes Mittel, uim die Ausw-iirkuuig’Cin /der i«n- Iverfnergcsefn-en-en Koivjim-k tunen -zu ditnupfan uinid am [ihre Stclilic -cübc mehr geregelte Koniz-ebönaiti-on -von t\jigobo: und Nachfrage z-u fostigesefizten Früh-. ij.aihr»äusnd Herbstteinni-neai zu. eruiöglioheh.. Auch pKe Wiener Messe dürfte jai, sobrdid »sie sacäi nu-r - i^iaigcpniaßeneingcfü-lirt fait,' die gleichenizr- ■fahrungen nmchen. - -Mwt eänigon Vorbehalten1 darr man abmÄhlich, »wieder den F-aicitor »Baiubist« zur Beu.trteifliung -des w-iTtechafrtfuiiöhen Rhytlhmuts eener Staidt (henaimziehen. »Trotz der »unsicheren Verhältnisse am Baiuimorkt kconte skdi in Frankfurt eine refeittkv rege B a u- Tätigkeit entwickeln. Die uoöh imimiör fort** fecbreitenidc Vergrößerung der Meinten unid msttjteneu Baulkbebriebe, die Adiapticrvung ven Wohnm iGescbäftshätißer, der -gdegeutliiche Neubau vom Fiaibrikeu und Hatitdie'ishäuiseuii-, die Kapitailsuud; fR.o&örV'eniain’Jiage ki Form von Bauten, belebt das tseöfc Kriegsausbruch so völlig disinmedierliiiegeaide jBaiugewerbe. Von größerem Pr-ojehteiti sei erwähnt: dm gTo&öimernidönQ&'er Turm b au mach Art. der iamcirfikaniischen Wclkenikratzer, der iin der Nähe dtr jMessegelöm-dcs örricUvtet werdem wird». Ursiptrün-gt lidi beafosichtilgte die' Firma K r u ip (p sZne atamidrtge Niederlage dort «wzu-richten, winnmehtr Soll der Turmbau das Latger einer großen TextiGrma auttvefmieM. Der Bau des Stadiou-s dürfte" dben- ’fa#s -dtemffläcfhist in Angriff gemiommein w-eirdan, -die überaus extemrive Frai^f'uriheir Stpcrtfoatätiguirflg be- ‘•nötigt dirit?gemd dien geeignetem Rtahmesn. Die Verbanauing der für Gescbi-dhte und Stedttibilid gleichfoeidieuifcsamcm Hanaot wache* im eim. Bainfklbaiuts ist jg.iücldfch&r weise dioch mcxcfli veihhu'iKdort. woridlan. Eim gesunder Rhythmus kt zu verspüren, dler' A'ir-ainikftant möglichenveiise iin miidhit aifeufermer %oiit seinem Rut als Htatudeknie. Lrtotpoik D-euit&clizutrüc'kgewimnten lassen hamm, Umtrahmt vom dien ungünstigem äußerem Verfeältaitssen des Na-ohkr-iegs-DeuitischiLaimd hat aiuoh tdias geisige Leben Frankfurts mwt den fsOhwonsiten Hinid'euntiissien zu kämpf ein. So wae 'üiberQllil, sohmi/Iizit auch hier die kuilfcurfördortnidc 'Sohicbte des altem Mititelsbamidies imim-er m-ohr zu«. 'ssmmen, um dem ‘kfuiltuirell iwubeholfemien «neuem IReidhem im Theater, im Kcmizertsaail, im ctar Kumot- Qusstdlung Pl^ttz m miatdhcm. Nkbtedto&fcmveiniigef können erfreuliche Erfolge Fnamikfumts veinaeiidhinet .werdiem, die Bemübunigetn, dies kuikwelüe »Nfvetau zu- Mivdost zu halten, sind1 mticibt fruchtlos srablieben. WTETOR^MDRüCTZETTIJNCr Die Juden Frankfurts halbem dtamam ihren volilen »Amit-eiil. Mam begegmef; im der jüdilisdhem G-esteiHt&dhaift einem nicht aillenorüem zu fimdemtden Inifceressefür die Fteirarusche uinid TnuisükaiHsche Möäierne, die über dias reim .ModiisdhJe hl'neiuisgelht. Die G oethe -Woch e '' brachte Fesitamffühifumgem dbr biesigen Thaattier, die vom Gerhard H am,ti^ Frite v. Unruh, Thomas Man «'.'und R, B inding mit Anepirädhem eingeledtet -wurdiem-» eunie Auissteliliiimg -von.1 Goethos: HjamidzMcbnWgem üsw. Durch *d®s finoniziene F^rträginiis dler. Goethe- Wocli»e konnite die' Weiitererihialtuing von GoetHhes .‘vGebimöshiaiuis erLrstvliciherweisegesichert wordom. . -^s H'-zr - ~ ~ -■ ''V:V:->L Oesterreich. Lärm im Butidesrat. Die verhinderte Trauerkundgebwng. ht'.i der .gestrigen Sitzung des Bundesrates beabsichtigten die Christlichsozialen, eine .Trauerkundgebung für den verstorbenen Exkais er Karl zu veräns'talteh. Der Vorsitzende Zwetzbacher sollte eine Rede verlesen, die mehr der menschlichen. Seite des Ereignisses gerecht werden sollte. Da jedoch die Sozialdemokraten die ihnen vorgelegten Entwürfe für diese Rede.nicht akzeptierten und auch die Qroß de uts ch e n sich gegen die Kundgebung aussprachen, mußte die Veranstaltung unterbleiben. Infolge der Verhandlungen begann die Sitzung erst um *44 Uhr nachmittags. Die Christlichsozialen zeigten ihren Aerger ganz offen and beschlossen, gegen die sofortige Verhandlung der TL Nov eil e z u m Kr an ke n v e r 5 i c h e r u n g sg e s e t z, die auch die Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung enthält, Einspruch zu erheben. Die Sozialdemokraten'parierten diesen Vorstoß, indem sie auf Grund der (Geschäftsordnung für die Verhandlung aller auf die Tagesordnung gesetzten Gegenstände, für die kein Ausschußbericht vorlag, die Konstatierung des Stimmenverhältnisses verlangten. Unter diesen Gegenständen befand sich unter anderem auch das H a u s i e r p a t e n t. Da die von der Geschäftsordnung . geförderte Zweidrittelmajorität nicht vorhanden war, mußte die.Verhandlung unterbleiben und es konnten nur zwei belanglose Wahlen vorgenommen werden. Der Einspruch gegen die Novelle zum Krankenversicherungsgesetz wurde von deu ländlichen Christlichsozialen erhoben. Dies führte zu einer sehr erregten Szene, in der sich beide Parteien mit B e s c h i m p f u ngen überhäuften. Die'Sozialdemokraten riefen: „Ihr seid sc h wa rz-g e 1 b e R e p u b likaner! Das ist eure Rache! Die Arbeitslosen sollen euretwegen hungernP Die ÖhristHchsozialen replizierten lärmend: „Warum laßt ihr keine reguläre Tagesordnung zu?u Im Lärm wurde die Sitzung geschlossen und die Fortsetzung auf nächsten Dienstag anberaumt. . --v*..) ... 'NaQonalfat. Für die heute’ stättfindende Sitzuug des Natioualrates wurde folgende Tagesordnung ausgegeben: Dritte Lesungen der in der letzten Nationalratssitzung beschlossenen Gesetzentwürfe, 12. Novelle zum Kränkenversicherungsgesetz, Novelle des Gdwetbegerlchtsgesetzes und Antrag des Ausschusses für soziale Verwaltung, betreffend die Vermehrung der Mittel des W ö h nu n d 8! e d 1 ü n g s- . j o n d s. Schließlich wird der Nationalst noch die Wahl eines fünfgliedrigen Kontröllaüsschusses -für die V e rwendung des K r e d i t f p n d 8 vornehmen. , Der Nationalrat hat nur noch drei Sitzungen bis zum Ende der Wintersession zu absolvieren. Da die Sozialdemokraten ihre scharfe Opposition gegen die Regierungsvorlagen weiter einhalten, werden die Restsitzüngen nur minder wichtige Angelegenheiten erle digen s können. jReise des Bundeskanzlers nach Genua. Die Abreise der österreichischen Abordnung zu den Verhandlungen in Genua wird Freitag oder Samstag früh erfolgen. An der Reise wird Bundeskanzler Schober selbst teilnehmen, in dessen Begleitung sich Bundeshandelsminister Dr. Grünt) erger und Sektionschef Dr. Schüller befinden. Bundeskanzler Schober wird, wie schon angekündigt, noch vor Beginn der eigentlichen Konferenz mit dem italienischen Minister des Aeußem Schanzer sowie mit Lloyd- George qnd P 0 i n c a r £ Zusammenkünfte haben. Die Abwesenheit des Bundeskanzlers von Wien dürfte ungefähr eine Woche dauern. Wie verlautet, wird Bundeskanzler Schober vor seiner Abreise Hoch eine Aussprache mit den Parteiführern haben. Vier Milliarden für den Siedlungsfonds. In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für soziale Verwaltung gelangten mehrere zum Gesetze, betreffend Vermehrung der Mittel 'de£ Bii n d e s - W 0 h n- 0 0 d 81 e d 1 <i ü g s f 0 o d s, vom Berichterstatter Schmitz gestellte Anträge zur Annahme. § 22, Absatz L des Gesetzes erhält folgende Fassung: „Für das |ahr 1922 können dem Fonds aus Bundesmitteln verzinsliche Barvörschüsse nach Maßgabe des Bedarfs bis zum H ö c h s t b e t r a g v 0 n 4 Milliarden Kronen zur Verfügung gestellt werden, die aus den nach Maßgabe der Bestimmungen dieses Gesetzes aufzunehmenden Hypothekardarlehen zurückzuzahlen sein werden. „ Der Ausschuß zog hierauf die achte Novelle zum Unfallversichcrungsgesetz und das Gesetz, betreffend die Erhöhung der Teuerungszulagen zu den Unfallsrenten (Berichterstatter Widholz), in Beratung. Es wurde beschlossen, daß der Durchschnitts-Jahresarbeitsverdienst, welcher ‘der Rentenberechnung zugrunde gelegt wird, mit mindestens K 60.000 und höchstens K 600.000 lest&esetzt wird. Die Bestimmung 5. April 1922 Nn N4S ...... •'-! der Rückwirkung bis 1. Jänner 1922 wurde eliminiert und die Wirksamkeit mit 1. April 1922 festgesetzt, hn übriger! wurden die Vorlagen mit Hnlgen Abänderungen angenommen] Die 'Anträge, betreffend Bekämpfung des Alk oh 01 i s m u s der Ju.g endlichen, wurden einem Untersuchungsausschüsse zugewiesen. Die Elektrifizierung der Bundesbahnen. Im Finanz- und Budgetausschuß verteidigte sich gestern der Finanzminister Dr. Gürtler gegen den Vorwurf des Abgeordneten Dr. Ellenbogen, daß) von der Finanzverwaltung die Geldleistungen für die1 Elektrifizierungsarbeiten so langsam erfolgt sind, daß der Staat ungeheuer geschädigt wurde und volle zwei Jahre für den Bau der Mallnitzer und Stubachtaler Werke verloren gingen. Dr. Gürtler erklärte, der Staat habe bis Mitte März 1922 rund 3600 Millionen Kronen für diesr Arbeiten ausgegeben. Abgeordneter Dr. Ellenbogen erwiderte* daß es sich nicht . lediglich darum handelt, daß das Geld bar ausbezahlt wird, sondern vor allem, daß die betreffenden Akten im Finanzministerium rasch erledigt werden. Es hat zuni Beispiel, allerdings unter dem Vorgänger des jetzigen Ministers, vier Monate gedauert, bis die Bauverträge, betreffend das Mallnitz- und Stubachwerk, erledigt wurden, was eine enorme Verteuerung bedeutet Wenn der Baufortschritt in geradem Verhältnis zur Höhe der Ausgaben steht, so könnten die Bauten viermal so yMlt fortgeschritten sein, als sie tatsächlich sind, da die Ausgaben um ein Viertel zurückgeblieben sind. f . Der Ausschuß setzte sodann die Generaldebatte über das Beamtenabbaugesetz, fort Tschecho-Slowakei. Eine stürmische Sitzung des Abgeordnetenhauses* Prag, 4. ApriL Das Abgeordnetenhaus nahm gestern gegen die Stimmen der Deutschen, der Slowakischen Volkspartei und der Kommunisten den Gesetzentwurf an, womit in der Slowakei und in Karpathorußland an Stelle der geltenden ungarischen Bestimmungen die ln den tschechischen Ländern herrschenden Gesetze eingeführt werden, wobei die bereits getroffenen Ausnahmsverfügungen vorläufig in Kraft bleiben. Ein Abänderung** anträg der Opposition auf Uebergang zur Tagesordnung — der erste derartige Antrag seit dem Bestand des tschechoslowakischen Parlaments — wurde mit 136 gegen -• 80 Stimmen abgelehnt. Während .der Abstimmung, der alte Minister beiwohnten, kam es zu kurzen Lärmszenen. Aus den Reihen der Opposition ertönten Hochrufe auf das Standrecht und Rufe: Es lebe die Demokratie! Die Slowakische Volkspartei bearbeitete durch kurze Zeit ihre Pultdeckel mit den Fäusten, und sang nach, der Abstimmung die slowakische Hymne. Erst nach einigen Minuten gelang es dem Präsidenten, die. Ruhe wiederherzustellen. An der Debatte, die sehr lebhaft war, beteiligte sich nur die Opposition. Abgeordneter L a 11 e y (ungarischer. Christlichsozialer) hielt seine Rede in ungarischer, Abgeordneter Kümo (slowakische National- und Bauernpartei) in slowakischer Sprache. Protest der karpathorussischen Orthodoxen gegen die Agudah. Munkacs, 1. April. (Tel. der «Wiener Morgen- * zeituhg“.) Vor einigen Tagen fand hier eine Landeskonferenz der Zionistischen und misrachistlschen Organisation in Karpathorußland statt In derselben wurde eine scharfe Protestresolution gegen den Verrat der Agudah in Erez Israel gefaßt. Ferner wird festgestellt, daß die Agudah kein Recht besitze, im Namen der jüdischen Orthodoxie zu sprechen. Die Orthodoxen in Karpathorußland wollen am Wiederaufbau der jüdischen nationalen Heimstätte in Erez Israel mitarbeiten und hoffen, daß es dem' jüdischen Volke ' trotz aller Quertreibereien der Agudah gelingen werde, sein nationales, Ideal zu verwirklichen. Die Resolution wurde den Londoner und Jerusalemer Oberrabblnaten übermittelt Aufhebung deS Standrechtes in" der Slowakei und Karpathorußland« Prag, 4. April. - (Tschecho-slow. Preßbur.) Der Ministerrat hat hat die Aufhebung des Standrechtes in der Slowakei und in Karpathorußland beschlossen. Das neue Mieterachutzgösetz. Prag, 4. April. Das heute im Abgeordnetenhaus ein* gebrachte Mieterschutzgesetz, das bis zum 30. April 1923 Gültigkeit, hat, sieht folgende Aenderungen des bisherigen Gesetzes vor: Der Hausherr kann, um im Hause wohnen ztt können, einer Partei kündigen, wenn er ihr eine angemessene Wohnung verschafft Personen mit über zwei Millionen Kronen Einkommen können einjährig gekündigt werden. Die Mietämter werden aufgehoben und ihre Befugnisse äuf die. Gerichte übertragen. Wohnungen von einem Zimmer und Küche bleiben von einer Zinserhöhung frei. Zweizimmerwohnungen werden um 20%» Dreizimmerwohnungen um 40% gesteigert Bei Erwerbsbetrieben beträgt die Erhöhung für kleine Betriebe 10%, für mittlere 20% und für große 40°’> Der aus der Mietzinserhöhung resultierende Betrag fällt zur Hälfte an den Hausbesitzer, zur anderen Hälfte wird er für die öffentlichen Abgaben verwendet Der Ertrag, der auf 10 bis 12 Millionen Kronen geschätzt wird, wird vom Staat auf 30 Millionen ergänzt und hievon werden zwei Drittel zum Bau von Staatsgebäuden, ein Drittel zur Unterstützung der Bautätigkeit der Gemeindn und der Baugenossenschaften verwendet.