Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1140 (2.4.1922)
- Date
- 1922-04-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Leite 5 m:rm neammbaaBmm 'M&rSMttBg' WIENER" röMEMmTWS 1. April 1922 ßVasserleitungshahn unä versicherte, nun sei alles in. 'schönster Ordnung. .. j Tatsächlich vernahm man ein schwaches Wimmern •im Apparat.. Wir'benützten -die unverhoffte Chance, die!$töru»ng ajizurufen. . Die; Storung war gestört. Die Aus- 'ikurift ebenfalls. Die Kontrolle aiber sprach: >Eine: Störung? Ja, die ist in ganz Wien. Vorgestern war doch ein Sturm.« Und in diesem Augenblick ward mir •die große Erleuchtung zuteil. Man ist in Wien mit dem 'Telephon so unzufrieden, weil man durchaus darauf Ibesteht, mit Hilfe dieses Apparats Ferngegp rache zu »führen. Das ist ganz,einfach ein'Mißverständnis. Das iiTelephon taugt . natürlich nicht zur Vermittlung von ^Gesiprachen, afber es ist ein herrliches, ein einfach unfehlbares Barometer.. Man hört in. der Muschel 'knlcs, ürrch, krch, krrrreh -— eil t sum Sehr klär: Ein Ge* fwitterr ist im Anzug. Bei Regen kann der Apparat fecht funktionieren, Sonnenschein trocknet den Paipierdraht ’ zu sehr aus, Wind beschädigt die Leitungen, [Nebel Macht das Telephon nervös und über Hagel, Schnee und Wind braucht man nicht erst zu sprechen. (Und da das Telephon ein sehr empfindlicher Apparat ist, so wirkt jede dieser Naturerscheinungen natürlich im vor- und nachhinein. Sollte aber einmal kein Wetter sein, so halte-ich es durchaus nicht für unmöglich, daß paan das Barometer auch zum Ferngespräch verwendet. . Als Wetteranizeiger bewährt sich das Telephon aus* gezeichnet. Es funktioniert bei Regen nicht, bei Gewitter gar nicht und bei Hagel überhaupt nicht. Natürlich muß man die feinere Nuancierung erst allmählich lernen. Nur für das Wetter innerhalb der vier Wände Äst die Prognose klar und eindeutig: Sturm, Sturm, Sturm. ICH. Pie Ausgrabungen zu Beisar in Palästina. Die Ausgrabungstätigkeit zu Beisar (Betshar) Sn Zentralr-Palästina, ■ welche die Pennsylvania-Universität seit Sommer rysi ims Werk genommen-, hat, Ächireitet rüstig vorwärts, hat schön bedeutende Resultate erzielt und läßt noch 'bedeutendere erhoffen. Die (Reste von mindestens elf amfeinandirfolgen den Städteiscbiehten sollen freigelegt werden; die Bibelforscher ijboffen, <daiß Reste aus der Zeit Joeuas und Sauls gefunden werden. Betshar ist wahrscheinlich eine der ältesten Städtegründungen der Welt, und keine (existiert wohl, um die ' mehr Schlachten geschlagen Hsvurdön. Die Statte war eine von der Natur best betfestigte und zugleich von großer strategischer Wichjftigkeiit. Rein Herrscher Palästinas fühlte, sich ohne den [Besitz von Betshar gesichert. Heutzutage kann Betshär mit der Eisenbahn 'erreicht werden; «8 liegt gerade Südlich von der Spur, wo die von Haifa ostsudlich ommende Linie scharf nach Norden gegen den See Icnezäret biegt. Der Bturghügd, der unter dem Namen ’ell-ekHuSä bekannt ist, liegt fast hundert Meter nter der MeereshÖhe und ungefähr' ebensoviel über dem wenig entfernten Jordanfcal. Über 6o Meter hoch Eheben sich steil die Schufctmasseiiv die von Türken, reuzfährefh, Arabern, Römern, Griechen, Babyloniern, As^yfcrn,, ISaelifen, Aegyiptern, Amohitern: und porgeschfehtliehef Bevölikerung her ruhren. Mari nimmt [an, daß Nomaden aius dem Zweiström elatl'd 6ööo bis 8ööO nähre v. Ohr. tii&ri die Stätte besiedelt haben.' Seit Weser Zeit -hat ein Eroberer dem anderen die Stadt ^eggenommeii, und jeder eine neue Stadt auf der zertetarten vorhergehenden dbaut. Die jetzige Ausgrabung ideV Universität von Philadelphia ' unter Leibung;' des fedkäiVnttin amerikanischen Archäologen Dr. Cläreuce |ß. FiSöhdr, legt, /wie wir dem »Manchester Gtiaifdian« fentnemen, horizontal die Schlichten bloß, so dläft irnme Eine Stadt ams Licht tritt.'(.Zuerst wurden die Türkenbund Kreuzfabrer-Sohichten auf gereckt Die türkischen päuser waren von unsolidem Charakter, aber darunter jfaftd man Ruinen Von. Kirchen mit prachtvoll gezeichneten Mosaiken und schönen Bronzen, so auch ’ das Frachtstück eines byzantinischen Kirchenleuchters, {Töpfereien .und andere Gegenstände. Diese Kirchen sind fertis der Zeit der Kreuzfahrer, wie auch der gewaltige •byzantinische Tortbau, 800 Jahre alt, Und mehr. Gerad Hetzt ist die arabische Schicht angegriffen worden, und dann folgt die des römischen und'griechischen Zeitalters. Bei den Griechen hieß Betshar Skythopolis {wegen einer skythi sehen Niederlassung zur Zeit des Königs JosiäS 6zy bis 609 V. Ohr.); Skythoipolis blühte in der Zeit Alexanders des Großen; es besaß Theater ilnd Arena für Pferderennen, interessante Viadukte und viele Kunstbauten. Aots der Bibelzeit Betsharg hofft man in der israelitischen und vorhergehenden Schicht Sputen der josua so gefärlichen antiken Tanks Ihiamipt, dö' wir die Sicherheit halbem, daß wir mihis eine iW'inbsidhfi'ft schaffen,' dlie uinis dlie MÖglliidhlkieiiit zu einem normaleren Leiben gibt, daß wir aius tunirerer ^Virtsdhaßt eine Viel maMuaffteire Naihirutmg enl'Einigen (werden> dlie als ein großes Heilmittel gegen dias iFiCbeo* wind dienten könne«. Wais dlber dlie Hamiptsäiohe jöt —• wir (halben Ikeiirne Kraft, ziü wairten- Diite zieni »tiisidbe Organisation hat dliestniäil emegröße Boden 'flächte g^lktauft wd .wird niicht. so matsch' wieder IGelid in Biädenetwerb stcök&n könnten, und wctun ja., (Wer weiß, wainti uriid! Wö das. sein wuird. Wir halben finotr nmis dime Fladhte, die am großen umid gamizcn für itmiser Siiediltiinigswetlk paßt. Mit diam Fieber müssen wir vom ersten Moment am kämtpfein, wir müssen Snls mit diesem Orte verknüpfen. Dlie Debatte dlsiuiarte einen (hiaillben Tiaig. Diiie GetftiaiSßöh Sprachen gemessen und zogieidh aiufgeregt. Genostse A. 'bemerkte: »Wer F'Undht tot tund teige iväft, soll mehlt geheut - Getvogte M., stpmaieih. in Begtisteruinig:' »Wir ©inid' Mahalmlriiri'd M'äbiaiM sinid wir. Uttlid dillie werden mach mms ikomimietn,« 'Und. ailis nuam über die Fraige ÄibsdimtnWe, erhioben 'S’idh von t6 Teilnehmern 14 Sbitmmien für die VerbiirüditMUg mft N'atoHioll. Umd wer. war dagegen? (Nliicht eine einzige Haimd enheb sidi. Die zwei, dlie ajicb edlhieHen» iVol'lteri bliriß ddft Sache für eiüiige Woiähten; yersfchieben, bis eine Koimmisisioin von IiHgeniietuiren umtd Aerzton gekommen wäre, die den Ort gentaiu Prüfen>, .die Möglidhlkeitt 'dar Auf fwisitming fesitstje Ilten »unud auigd eiidh mtilt Siidhenheit kliarlegen wende, wie weit die Mittel der »Aib- DvüiumL,,füt',.2iedl'Mi'LtLws-.Qnc reichen werden. Dem (Streitwagen) zu finden und den' Tempel der Aishtairoth, wohin die Philjs'ter den -kopflosen Körper' des Königs Saul gebracht umd .dann auf der Stadtmauer ausgestellt hattet! Salomo eroberte Betsbar und verwandelte die Temipel des Baal utzd dsr Ashbaröth im jüdische Gotteshäuser. Vorher war Bötshär untt,er der ägyptischen Herrschaft gewesen.- Bereits haben die Ausgräber einen gewaltigen Granitblock mit Knirtuisoheeines Pharao gefunden, auf*- den hlriri ^jfadri"dä? ^tieß, wo die griechische. Schicht begann.-Einalter Theatenbau, El Akud genannt, steht in-, der Nähe des^ - geuanniten byzanitinisohen Fesbuirigstores, zahlreiche.Trümmer von Säulen usw;, sind m umliegenden Dörfern eingebaut. Die Ausgrabungen sollen noch z>yej,t Jahre dauern. Austritte aus dem Judentum. Bisenstädter; Johann Rudolf, geboren 21. Februar 1896, VII., Zieglergässe 88'. \Feiß Egon, geboren 4. Juni 1901 iii Bodenbach, VII., Btirggas&e 58. — Setnfeld gehör ne Gartenberg Cyrla, geboren 25. Septeniber 1875 in Drohöbycz, I., Döblhofgasse 3. -T- Schein Selma, geboren 9. Juli 1886 in Baden, L, Reichsratsstraße 9. 7- Seinfeld Ludwig, geboren 21. Dezember in Drphpbycz, I.j Döblhoffgasse 3. — Seinf^ld Bronislaw,'geboren 7. Juli 1897 irt Drohöbycz, J.f Döblhöffgasse 3. — Heller Valerie,-geboren. 30. März 1893 in Pi*ag, V., Gartengasse 18. -- Schwach Karl, geboren 19. März 1892 in Wien, XII.,, Sepmegasse ( 6.. —Langer Berthold, geboren 8. April 1904, HL, Hauptstraße 141. — Dr. Hecht Hans, geboren 2. Mäi 1891, XVIII.', Am Dreimarkstein 6. Jelllnek ölga, geboren 3. Juni. 1891, XVHI., Schulgasse 32. - Fischer Moritz, geboren 17. Juli 1885, XVI., Lerchenfelderürtel 21. — Bakonyi Georg, geboren 5. November 1894 in iudapest, XIV., Sechshauserstraße 124. — Abel Max, geboren 25. Februar 1863, XIII.,' Versorgungshaus Lainz. — Politzer Rudolf, geboren 15. Juli 1881, XIII., Wilhelmlnenstraße 30. — Gärtner Lilly, geboren 5. Mai 1899 in Sniatyn, XV., HolöChergasse 32. r* Krombert Rosa, geboren 16. Jänner 1901, VII., Neubaugasse 25. — Dopath geb, Neumann Charlotte, geboren 19. Dezember 1901., VII , Kandlgasse 16i — Feldbauer Ottilie, geboren 11. März 1892 in Prerau, V., Margaretenstraße 56. — Hartmann Grete, geboren 30. März 1898, V., Bräuhausgasse 49. — Kohn Emma, geboren 29. August 1893 in Lackenbach, XX., Treustrasse 3. Steuerfragekasten. Angesfellteh Bei einem Jahreseinkommen von K 120.000 im Jahr 1921 beträgt die Einkommensteuer 3*3%» also K 3960! Wenn die Ihnen abgezogene Steuer diesen Betrag um mehr als 20% übersteigt» wenn Ihnen also mehr als K 4752 abgezogen wurden, so können Sie die Vergütung des Mehrabzuges verlangen, müssen jedoch zu diesem Zweck ein BekenhtrtiS^BiS aLMärZ^ eifibringett ütid in diesem Bekenntnis um Veranlagung Ihres D'ensteinkommens ansuchen. — W. F. Da Ihr Geschäftsjahr nicht mit dem Kalenderjahr zusammenfällt, gilt als Einkommen des Jahres 19£1 der Ertrag jener Wirtschaftsperiode, die Im Jahre 1921 endigte. Ueber dieses Geschäftsjahrmüssen Sie jetzt das Bekenntnis einbringen. Bilanz. Wenn Sie mit der Bilanz nicht rechtzeitig fertig werden können, dann suchen Sie unter Angabe der Gründe um Fristerstreckung für das Bekenntnis an. In diesem Falle müssen Sie auch die Zahlung der Steuer nicht bis 31. März» sondern bis zum Ablauf der verlängerten Frist leisten. . Doch kann die Bewilligung der Frist yon dem früheren Erlag eines gewissen Betrages abhängig gemacht werden! — Adr. R. Bei der Berechnung des Reingewinnes müssen Sie die Luxuswarenabgabe natürlich wieder abziehen, wenn Sie sie in die Bruttoeinnahmen mit eingerechnet haben. — Erwerb, in der heuer abzugebenden Erwerbsteuejrerklärung ist der Umsatz! und Reingewinn dtzS»'Jahres 1920 änzugeben. — Klosterneuburg. Das Einkommen, das Sie neben Ihrem Gehalt hatten, ist unbedingt einzubekennen» es wird aber abgesondert veranlagt, wie wenn es Ilir einziges Einkommen wäre, vorausgesetzt, daß das Gehaltseinkommen 1 Million Kronen nicht übersteigt und ordnungsgemäß dem Steuerabzug unterworfen wurde. War also in diesem Fall das Nebeneinkommen nicht größer als K 60.000, so ist es steuerfrei. , ' Letzte Nachrichten. Zum Tode des Exkaisers Karl. Bestätigung aus Fiinchal. Funchal, 1. April. (Havas. Am 2. April, 1 Uhr 30 Min. eingetroffen.) Exkaiser Karl war bis'zur letzten Minute beivoller Besinnung. An seinem Sterbelager weilten Exkaiserin Zita und der älteste Sohn Otto. Man wird den Leichnam bis zur Heimschaffung einbalsamieren. stimmten 'Eilte Gemcisisietn aü, jedloch!m Znnsiaimimienibamig nuilt dem piositirven Eobsdlriiuß, dlaß rhiäin .maidh Nalhaliol gcihiein müitse. Nach' «dilssem BescJiäuß1 gitiig rrnatn 'sofort dlätnam', dlie' ain dien Oit geiLmidienen Frcigen z>u erörtern. Int aillligeimiei/iieri: dfe; Ftogfe der AriisfeidCit'iiiig: Dia«s A<romaß der Fläche für d>än einizeilitiieitt- Siodileii* *uintd dße Fraigie d'os AuigeitlblidklsWer soll otEtch Natoilol gehen mitd Wie söll ös gdÄWMvü? Die VsiMmMluirig sdhlcß im deir chriidten NiaiciliitWcudne ,,.wie eis ja bei 'uinisoiren Versaimimiliumigen iim Lsin/dle übiliicih kt UiVd ailis diie Stumidie kiäiifi, Wö ich frufr Arbeit aturfraustöihefrt' iptflegibe — erwachte idh. Das Laigeir wäir sei' on in Bewcgfii'Hig. Die Challittizim g^inngen Ziuir Aitbeit (Es waif .d'ais Läigeir ■ der Chailuiziiirti.) I-dli lag imi Htaillbisidh(iiuimiraieir, al® 'plSbzJliiäh ein Gieitö&e vier imehinl>air würde. Dyimanwit wuirde niagezü'odet*, ging los minid Felöeti wumclon von Ihrer Stelle gorio cn. Ich blidlctc aots dem Zelte: Ohiäfliuiziiim tisiscm Berge aiu-s ihren Gnumdtfeisitien, erschütterten dien seit viielen Jahmhtuinid'ertie'n odhl!tuim'm'.erndietti .. Kairmeel. Ich 'kleiidiete mieih ain umid ghg himairs. E'imie stestoeradse, wärm-emidie Scnine ibnach ciüis dtö>r »Eib'önö* hcirvor. Es zog mich hin zu jenem Wimk)ät>, wo die Chia'iuizim atrbei'teten; werdiem wiir dioäh seihist 'bäilld ÖhiaJluizim sciin, werden doch am»oh wir bald neuierlioh Steine kW^Sn, Nrige s!pireii|cn, Sülrirpfe aiMmO'öWW'Mik dem. Kampf mit der Einöde öiuftt-elhimeiii. In Naholcil WöttÜfcn wir nfl'so vom Anfang äfft heginiiteil'.* (Aus »Haipoel Hawaii-« Nr. 13, Auls dem Hebräbchem ü'bonsetizü. von Dtr. Chaüm T sirtakowe r. Exkaiserin Zita äußerte den Wunsch, daß matt] eine Blutübertragung vornehme, um den Exkaiser zu retten, dies wurde jedoch von den Aerzteoj abgelehnt. : In; deui Kteisea der Wiener .Legitiiiifeten ist m«M überzeugt, daß Exkaiser Karl Ietztwillig die Bei-; setzuing seiner Leiohe in der K a ip u z i n e >r g o: *ui f tii a.n der Seite seiner Ahnenangeordnet hat. Mau' zweifelt ni-cht dairam, daß die österreichische Re-, gierung bei den bevorstehenden Verhandlungen ihre. ■ Zustimmung hiezu gäben wird, zumal die hiesigen.' mbremdletn moniarchistischou Kreitse anusdirückliiidh betonen, daß es ihnen vollkommen fernliegtpden Heimgang des Exkaisers zu einer politischen De-! mov st r a tiom auszi'inützen. Die Leichenfeier würde ohne besonderen Pomp statitfinden. Bis zum Absohluß der Verhandlungen, die immarhin eine ge*: wisse Zeit in Anspruch nehmen wenden, würde die Laiche in Funchal provisorisch bcigeseözt, w,erdenk Iii den Kreisdn der Monärehisteii Wiens, ditz mit* den Intentionen des Exkaisers woiiliveftraut sind, niiniiit man an, daß das Testament Karls vorwie* geh d ein p 0 litis c h es is*t, zumäl der Exkaiser ih finiänizie^pr Hmstelhit tmar ulbvr kniEipp 2?cfrtti Mfü^ li’cn ert Österi'eich ischer Krön en verfügen soll,: die i‘hnf momentan zur Disposition standen.- Die finanzielle Lage der Familie des Exkaisers, soll eine -trostlose ■ sein und rechnet man damit, daß nunmehr die österreichische Regierung behufs Siciheirstellung der Ex!- . stenz der Exkaiserin und deren sieben Kinder, zu dienen Ende Mrad cidier anfainigs Juni cfrt achtes kommen,, wird, der.. Herausgabe von. Vermöge,nsbestandteileit' der ehemaligen kaiserlichen Familie zttstittimeqi;’ dürfte.', ' .. . j' .... Math; IstvF'ier -davTCin ülberzougt,. dläß ExflöaÖseb-, Karl bezüglich der Einsetzen g e i 11 e r > R e-, g e 1118 c h a f t fürseinen ältesten Solu; Otto •'»Verfügungen getroffen hat. Das Kapitel Madeira - wird! } nunmehr als beendet angesehen, zumal ■ Exkaiserir\; 2hta‘U'nd deren Kinder nicht verbannt wurden. sich,, wie. bekannt, die Exkaiserin in iresegnetem) Ziuisitamide befiiridet, dürften sie-umd ihre K:nidieir vor,, erst wohl noch in Firnchal verbleiben. Die Mutter.' . des Exkaisers, die ehemrtige Erzherzogin Marial Josefa, weilt derzeit in Kitrch-Sehömbäcli bei Schönbam in Bayern, der Brüder Karls, Erzherzog. Max, in München. Otto — Köni^ von Ungarn. Budapest, 1. April. Graf A p p o n y i erklärte, seiner Ansicht nach sei 0110 ungarischer König. Ueber die Frage der Regent* schaff könne er Sich aus politischen Otündeh n ö c h nicht äußern. Budapest, r. April. Der Feiehisfverweser hiat' sin dlie Kön -igiu Z i «t a eimie BoiiteiidlsdieipOsidliie ge- .ritef tet, in der. or seim »ttefsiteis Beileöd« LiuisispiriiOhit^ Im Klub dier Regienumgsncirtei ^vumdis diie aiuis jdietw H:*nnc»1-’extern des Königs etttEdidiemis »pcfllitrliitdliie Läge erömäert. Säm-h'che fürmoirgein singesiagteai politischem VeTSiatttwAmigon wuirdtetn v-orböfbeiti. Generalstreik der Bergarbeiter in Vereinigten Staaten. New York, I. April. Alle Arbeiten in Kohlengruben sind seit heute eingestellt. den den * Die mürrische Frau. Der Abstand zwischen der taufrischen Mädchenblüte und der reifen oder überreifen Frau ist bei jedem Volke groß — bei keinem aber so groß wie bei den luden. Nicht nur die Frau äus dem Volke, die merkwürdig rasch altert, auch die Dame der begüterten Kreise, die ihre Schönheit pflegen, ihren Wünschen gemäß leben kann, auch sie erfährt befremdend bald eine Um* blegdng ihres Wesens, eine Verschiebung der Temperamentgrundlage. Auf strahlende, leuchtende, geist¬ und witzsprühende Jugend folgt eigentlich ganz unvermittelt ein ewig unzufriedenes* ewig sorgenvolles, in die Enge seiner Wiener Welt eingesponnenes Frauentum. Es gibt keinen Uebergang, eine Form folgt fast unmittelbar der anderen auf dem Fuß. Ganz besonders auffallend ist diese Erscheinung bei Ostjüdinnen. Sie sind als junge Mädchen entzückend, voll schalkhaften Uebermutes, voll Munter* keil, die Beweglichkeit In Person, ein bißchen Gänim, ein bißchen Teufclin, begeistert für jeden neuen Gedanken,, empfänglich für alle geistigen und künstlerischen Ideen, mit Augen, aus denen die Sehnsucht nach Leben, nach Tollheit, nach allem Großen und Schönen brennt. Und ein paar Jahre später ist oft der ganze Zauber weggewischt. Eine stille, in die Breite und in die Würde gewachsene, meist ein bißchen mürrische Frau ist än Stelle der Jungfer Uebermut getreten! eine Hau, die bedächtig ihre Pflichten erfüllt, nicht rechts noch links sieht und immer verbittert und enttäuscht ist, ohne daß man recht sagen könnte, wodurch. Sie ist vom Morgen bis zum Abend ein Seufzer, ganz gleichgültig, ob sie kocht (was sie mit Meisterschatt besorgt), ins Theater geht oder ihre Kinder erzieht. Von den hübschen Einfällen der Mädchenzeit ist auch nicht einer geblieben, die künstlerischen Intentionen sind wie Spreu Int Winde zerstöben, wochenlang wird das Klavier nur zum Zwecke des Abstaubens geöffnet, tagelang nimmt die Frau kein Buch in die Hand, sie, die ein Kilometerfresser au Romanen gewesen. Eine kurze Zeit lang mochte Jfe glaffbeft,. daß durch das Auschwellen der Frauenbewegung eipe Besserung im Zuge sei, aber der jähe Abbruch aller kulturellen Bestrebungen, den der unglückselige Krieg zur Folge gehabt hat, hat diese Hoffnung zuschanden gemacht. Wieder wachsen die Borgen, die Kümmernisse, die Schwierigkeiten für die Frau ins Riesenhafte, wieder wischt der Alltag mit harter Hand alleri