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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-30 · Heft 1137 (30.3.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1137 (30.3.1922)
Date
1922-03-30
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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vr- 1 i J T «Vien, Doiniei'ß'Ug irtinii i—aitomfn«vi öQ. März!92if VIENEK IviöRGENZm'UNG' ^materiellen Standpunkt aus bedauarn, obwohl der Bischof v-on Lim'buirg mit Recht di© An non-- '-e c n das wirtschaftliche Rückgrat der Zeitung nennt und wir eine Stärkung unseres ' wirtschaftlichem Rückgrats mindestens ebenso notwendig hatten als die christlich soziale Presse, die ihres geistigen. Oie Würdelosigkeit der jüdischen Arinon-,; cen- und! Artikel!ieferatnten an . die antisemitische , Presse zeigt aber auch, wie notwendig die Wiener! •''Judenschaft die Erziehung durch ein amüeoHt: - jüdisches Blatt hätte! Der Bedarf ist also auf, beiden: Seiten" gegeben und es ist durchaus nicht emseitiger Egoismus, was tuns dem Hirtenbrief; des ,Limburger Bisohofs zum Anlaß der ernsten Mahnung nehmen läßt: Juden, stützet eure Presse! Einstein in Paris. , Pariß, 29. März. (Wolff.) Professor Einstein .wird heute einer Sitzung der Akademie der Wissenschaften beiwohnen, in der er das Wort ergreifen vird. ■ ' ■ ■ Der Ausgat>enetat der Zionistischen Exekutive im Februar. Dfcr Ausgabenetat der Zionistischen Exekutive weist für den Monht Februar eine Summe von 88.665 Pfund auf. In der Zeit vom J. Oktober bis Ende Februar wurden 249.158 Pfund verausgabt. Die monarchistischen Primaner von Lichterfeide. In der Presse. Deutschlands liest man seit Tagen ausführliche Diskussionen über einen skandalösen Vorfall, der sich in der Erziehungsanstalt von Lichterfelde, einer ehemaligen Kadettenschale, ereignet hat. Die Herren Studenten, auf welche die Republik <pr,o Ko-pf in.ooo Mark jährlich draufzuzahlen hatte, betriebeil. seit Monaten in. der Anstalt einen lebhaften nationalistischänonäirchistischen Kultus, mit Kaiserfeiern und anderen internen Kundgebungen, ohne daß ihnen ihr Treiben verwehrt worden wäre. Nur bei einer der sogenannten (Hausdamen, Frau' Sorge, scheinen die Primaner. und Unterprimaner stärkeren Widerstand gefunden zu haben,'und als diese eines Tages, von. den wildgewordenen Patrioten mit Tellern Überfällen und mit den Kosenamen sHuire<, sSaiiL und ähnlichen.bedacht wurde, mußte das preußische Kultusministerium eingreifen und ungefähr 40 Primaner wurden relegiert. Gegenwärtig ” wird im Ministerium der Fall überprüft sind es besteht die' Absicht, möglichstes. Entgegenkommen walten zu lassen. Inzwischen gehen die Diskussionen in der presse weiter, die je hach der Partei zu den Vorgängen Stellung nimmt. Der »Reichsbund ehemaliger Kadetten« versendet Proklamationen an die Blätter, der Kultusminister gibt Erklärungen ab und die' preußische Kammer verhandelt über den Vorfall. Es scheint, als ob man in Deutschland plötzlich entdeckt hätte, daß es'im Lande — und speziell, in 'den Bchulen --- eine monarchistische Bewegung gibt; Frei« iich, die ehemaligen Kadetten haben schlechte Manieren gezeigt, «e hätten, einer Dame gegenüber höflicher sein sollen, dann konnten sie wohl noch weiter. ungestört in der Erziehungsanstalt der deutschen Republik ihr »Heil dir iöa Siegeskranz« singen. Der Abschied des Beizer Rabbis von Mtmkacs. Aus Munkacz wird dem „Uj Kelet“ berichtet: In den ersten Kriegsjähren, als die galizisclien Juden vor den voritürmenden russischen Truppen Kopf über Hals die Flucht trgriffen, verließ auch der Rabbi von Beiz seine Dorffesidenz, die er samt seinem ganzen Hof nach Munkacs Verlegte. Auch hier hatte der Rabbi bald zahlreiche Anhänger gefunden. Anfangs aus der Stadt, dann auch aus fler ganzen Umgebung kamen die Leute zu ihm um seinen feat, seinen Segen. 'Er wurde bald einer der populärsten 'Persönlichkeiten der Gegend, seinen Ratschlägen und Trostworten wurde von Juden und Nichtjuden, die aus fernen Ortschaften zu ihm pilgerten, wunderwirkende Kraft zugeschrieben. . Das Hofleben, des Rabbi gestaltete sich In Munkacs womöglich noch glanzvoller; als früher in Beiz. Es mangelte ihm demnach nicht an Gläubigen, aber gerade dieser Umstand führte dann auch zu den heftigen Kämpfen, die {wischen Ihm und dem Rabbi von Munkacs Jahre hindurch geführt wurden. Der Rabbi von Munkacs sah von Eikerjucht bedrückt, wie die Volkstümlichkeit des Beizers von Tag zu Tag wuchs und er bot selbst mit Anwendung der lußersteri Mittel alles auf, um seinen gefährlichen Konkurrenten aus Munkacs zu vertreiben. Bis in die letzte (feit währten die Verhandlungen zwischen der Ischecho-slowakischen und der polnisch e n Regierung wegen der Uebersiedlung des liabbi von Bels in seine Heimatstadt, bis endlich die Abteise für den 21. März festgesetzt werden konnte. Die stmze Stadt stand tagelang unter dem Eindruck der jevorstehenden Reise des Zaddlfe von Beiz. Tags sortier war große Abschiedsfcur. Sämtliche politischen Uotabilitäten von Karpathorußland waren erschienen, um lern angesehenen Mann Adieu zu sagen. Es kamen der 1 politische Sektionschef für Karpathorußland Dr. B 1 a h a, ler Zupan Dr. ToopaUk, der Stadtkommandant, prigadier Slezacek, Regierungskommissär Doktor Ureub und andere, die ihm die besten Wünsche bildeten und dafür sorgten, daß der Rabbi und sein feefolge, 90 Familien mit etwa 300 Personen, die Reise )ngestört und mit allen Ehren unternehme. Sogar die Mitwirkung einer Militärkapelle wurde ihm zur y-:----—-;- Verfügung gestellt. Am Sonntag gab es eine förmliche Völkerwanderung zum Hofe des Rabbi. Deputationen kamen aus allen Gegenden Karpathorußlands, der Slowakei, sogar aus Ungarn. Alle brachten reiche Geschenke mit. Der Empfang fand im großen „Audienzsaal“ statt. Tags darauf £lng die Abreise vor sich. Vom frühen Morgen umstanden tausende Menschen das Wohnhaus des Rabbi und umsäumten die Gehs,teige der Straßen, die der Zug zur Bahn zu passieren hatte. Gegen Val Uhr schreitet eine Schär Kinder aus dem Hof, mit einer mächtigen' Fahne mit hebräischer Inschrift Ihnen folgten zwei. Reiter hoch zu Roß mit Schärpen und einer weißen Seidenfahne. Dann kommt die Musikkapelle mit klingendem Spiel. Abschiedsrufe, Grüße, Wünsche in allen möglichen Sprachen. Die Massen halten aus. Sie wollen; den Rabbi sehen. Um Vs2 Uhr endlich fährt die elegante Kutsche aus dem Hof, in der der Rabbi lächelnd, die Grüße erwidernd, sitzt Nur mühsam kommt der Wagen durch die Menschenmenge durch. Nun geftt’s am Rathaus votbei zur Bahnstation. Unterwegs aus allen Fenstern, von\ den Balkons Tilcherschwenken, freundliche Zurufe. Am Bahnhof lebensgefährliches Gedränge, jeder will Ihn sehen. Unter Klängen der Musikkapelle setzt sich der Zug in Bewegung ... Der Erzbischof von Warschau und die Warschauer Juden. Aus Warschau schreibst man uns: in einem Brief aus Rom, den die „Rzeczpospolita“ veröffentlicht, wird unter anderem ein Interview des Warschauer Erzbischofs K a k 0 w s k i mit einem Mitarbeiter des „Cerri-ere d * 11 a 11 a“ über die Lage, in Warschau während der russischen Invasion zitiert. Danach äußerte sich der Erzbischof wie folgt: „Wir sind alle in Warschau geblieben und hörten das unaufhörliche Donnern der russischen Kanonen. Wir sahen die Massen, der Flüchtlinge, die raschest in den Warschauer Gassen verschwanden. Wir alle zitterten, da wir die innere Gefahr am meisten befürchteten, denn während des Durchbruches der Front waren in der Hauptstadt 200.000 Juden bereit, sich auf die Seite der Bolschewiken zu stellen“. Erzbischof Kakowski war Präsident der letzten katholischen Konferenz, die, wie erinnerlich, eine Reihe von antisemitischen Resolutionen gefaßt hat. Trotzdem muß man es als überaus bedauerlich und überraschend finden, daß der Erzbischof, dem die Warschauer Verhältnisse nicht unbekannt sind, eine so unglaubliche Behauptung aufstellen konnte, die darauf abzielt, die Juden von Warschau als Verräter am polnischen Staate hinzustellen. Ein Weltverband zum Schutze der unterdrückten Katholiken. . Aus Budapest wird uns berichtet: Der Präsident der ungarländischen Ruthenenpartei, Dr. K u t k a f a 1 v y, erhielt dieser Tage vom Haager Professor Dr. M. Th. J o n e c k ein Schreiben, in dem er mitteilt, daß zum Zwecke der Befreiung der durch die Friedensverträge unterdrückten Katholiken ein Weltschutzverband ins Leben gerufen werden soll und daß das neutrale Ausland wie auch alle zuständigen Faktoren der katholischen Welt, ihre Kirchenfürsten, Staatsmänner uud Diplomaten, dem Verbände ihre Unterstützung zusicherten und sich ihm bereits als Mitglieder anschlossen. Die holländische Regierung hat für die Beratungen und Vorarbeiten des Verbandes den Friedenspalast im Haag zur Verfügung gestellt. Die ungarländische Ruthenenpartei hat sich auf Grund dieses Schreibens dem Verband gleichfalls angeschlossen. Es gibt sicherlich Katholiken in verschiedenen Ländern, die durch die Friedensverträge in die Minorität gedrängt wurden und des Schutzes bedürfen. Verwunderlich ist nur‘das eine, daß die Katholiken der Welt dabei außer acht lassen, daß in den Ländern, in denen s i e die Mehrheit bilden, mit geringen Ausnahmen die Juden die größten Verfolgungen zu erleiden haben. * Das Neueste ist... Das Neueste ist nämlich, daß man endlich ein neues Steuerobjekt gefunden hat: das Salz. Lange und mühselig hat man gesucht, wie man den Staat retten könnte. Nun ist die Lösung da. Da« Salz wird besteuert. Nebenbei auch noch ein paar andere Kleinigkeiten. Post, Telegraph, Telephon, Bier, Wein, Tabak, Warenumsatz und was dem Minister sonst noch gerade einfallen wollte. Zu unserem Glück fällt ihm nicht allzuviel ein. AI« Neuheit ist jedenfalls das Salz zu begrüßen. Fürsorgliche Familienväter berechnen unter Anwendung von Logarythmem-Tafeln und des ganz großen Einmaleins ihren zu erwartenden Salzverbrauch für die nächsten dreißig Jahre, wobei die wahrscheinliche oder unwahrscheinliche Vergrößerung des; Familienstandes entsprechende Berücksichtigung findet. Sie belehren die angsterfüllte Gattin, daß zur Aufbewahrung des kostbaren Gewürzes nur Holzgefäße geeignet sind, da sonst der Feuchtigkeitsgehalt, der Sauerstoff, die Oxidierung ... Schier entgeistert hört die gefügige Gefährtin den Vortrag und beschließt in der Stille, ausnahmsweise wirklich fünf Kilogramm Salz auf Vorrat zu kaufen. Die Mitteilung, daß für den Kopf und Tag Steuereingänge von 100 Kronen veranschlagt sind, nötigt der sanften Frau jedoch ein Lächeln ab. ico Kronen täglich, sind 36.500 im Jahre, für vier Personen — na, gleichgültig.wie viel, jedenfalls weit mehr, als der Herr Professor aufbringen kann. Also müssen entweder die Gehalte erhöbt werden, oder der Steuerertrag wird nicht der Rede wert sein, oder — oder man wird sich doch einmal an die Reichen von Seite'3 Stadt und Land halten müssen. Das Salz wird also Jedem WIs die Hauptsache bleiben. Es wird schon geheotj '••Herr Finanzminister. Nur ein paar Körnchen. Salz, null :«in,paar'Körnchen Salz ... Kater Munfl| Ein Blatt der Eisenbahner in Palästina. Voj Wenigen Tagen erschien die erste Nummer der Zeitschrift .(ilBakatar“ (Lokomotjive), herausgegeben von derOrganisatioi ' jüdischen. Eisenbahnarbeit^r in Palästina (Haifa ‘ Pi 0. B. 303). Die Zeitschrift behandelt außer gewerkschaftlichen Fragen auch Fragen der hebräischen Fachterminologie -E'/Ö. B.) - ' . jü;* Adoptierung ukrainisch-jüdischer Pogromwaise* .§& Rumänien. Auf Grund eines zwischen den Vertreter« (Wsinternationalen Roten Kreuzes und der Kischenewei Vertretung des Joint, getroffenen Uebereinkommenu .Werden einig e 1 h u u d e r t ukrainische Po»; iKtho mwalsen in Rumänen, vorwiegend in Sieben^ Wrgen, bei wohlhabenden Familien für längere Zeii ITTnterkunft finden. (J. C B,) ä * Vorlesungen über polnisches Recht in Paris« Mas polnische Unterrichtsministerium bemüht sich seil .längerer Zeit, daß ani Pariser Institut für das Studium de* fftfernationales Rechtes ein spezielles Katheder für polnisches Recht eröffnet wird. Die diesbezügliche!» ■Verhandlungen haben einen günstigen Erfolg gezeitigt und das Unterrlchtsm’nisterium hat vor einigen Tagen die Krakauer Universität aufgefordertj ditieh geeigneten Gelehrten nach Paris -zu entsendet** ’’ * Keren Hajessod in Indien. Der in Bombay erscheinende „Zions Messenger“ meldet über die Tournee •£>rj U r i e 1 Ben Zions in Angelegenheit des KereS Hajessod. So wurde Dr. Ben Zion in Aden von allen Vor* Stehern der jüdischen Gemeinde begrüßt, die ihm auch bei ^erXeren-Hajessod-Propaganda behilflich waren, ln einem kurzen Zeitraum wurden 6000 Pfund für den Keren Hajessod ■gesammelt. Ein guter Erfolg wird tür den Keren Hajessod in Bombay, Kalkutta und Bagdad erwartet, * Für die jüdische Nationalblbliothek in Jerusalem« In. Warschau wurde ein Komitee, an dessen Spitze prominente Vertreter der jüdischen Gesellschaft stehen, gebildet, um für die jüdische National- •b i b li 0 t h e k in Jerusalem Bücher zu sammeln und stich eine rege Propaganda zur Unterstützung der hebräischen Universität und anderer Kulturinstilutionen in Palästina zu entfalten. Dem Komitee gehören unter anderen Dir. Bvchowski,. Prof. Balaban, Abg. Hartglas, Abg. Thon, Abg. Farbstein, Redakteur Zw! Pryidzki, Dr. Engelmann, Dr. Päcker und Advokat Feldmann an. -• Die jüdischen Tabakpflanzungen in Rußland. Did jüdischen Tabakpflanzer, die ihre Pflanzungen am rechten Dnjestrufer haben, haben sich zu Kooperationen zusammengeschlossen, um die Tabakpflanzungen auch auf das russische Dnjestrufer auszudehnen. Anfangs 1922 gab es bereits eine Anzahl solcher Kooperationen mit einer ansehnlichen Mitgliederzahi. Trotz des neuen wirtschaftspolitischen Kurses in Sowjetrußland, der das Neuaufleben des Handels zu begünstigen scheint, zeigen die jüdischen Pflanzer keine Lust,® ihre landwirtschaftliche. Tätigkeit aufzugeben. * Eine Kolonie jüdischer Legionäre aus Argentinien In Palästina. Die zionistische Föderation von Buenos Aires erhielt von den in Palästina verbliebenen jüdischen Legionären aus Argentinien eine Mitteilung, daß sie beschlossen haben, in Palästina eine Kolonie auf den Namen der argentinischen Juden zu begründen. Die Föderation beschloß, die Legionäre in ihrem Vorhaben zu .unterstützen urid beauftragte den Nationalfonds, diesen Plan zu untersuchen. (J. CB.) ' * Gesellschaftsreise desBukarester Palästina-Amtes nach Palästina. Wie uns aus Bukarest berichtet wird« veranstaltet das dortige Palästina-Amt Mitte April eine Gesellschaftsreise nach Palästina. Die Reise geht über C o n s t a n z a nach Jaffa. Die Teilnehmer der Fahrt bleiben, nach dem Reisepjogramm zu schließen, sechzehn Tage in Palästina, , während welcher Zeit die wichtigste!» Städte und Kolonien besichtigt werden sollen. Auf dem Dampfer, der die Reisegesellschaft von Constanza pack Jaffa bringt, wird eine rituelle Küche eingerichtet. Nach den bisherigen Vormerkungen zu urteilen,, wird die Zahl der Reiseteilnehmer eine stattliche sein. Das amerikanische Hilfswerk und die Juden der Ukraine. Einer Mitteilung der „American Relief Association* z ifolge wurden im Februar 15.000 jüdische Kinder in der Ukraine .ausgespeist und in Moskau 700 Lebensmittelpakete an die jüdischen Flüchtlinge verteilt. In der Ukraine wurden vier neue medizinische Abteilungen eröffnet, die den Kampf gegen die Epidemien aufnehnten sollen. Ein Schiff mit Sanltätsmaterial ist bereits in diesen Gegenden eingetroffen, eine zweite Sendung wird für Moskau vorbereitet (J. C. B.) :: » Eine ungewöhnliche Situation. Aus Washington wird gemeldet: Von dem in Chicago lebenden siamesischen Zwillingspaar Josefa und Rosa B 1 a z e-k erkrankte Josefa an Gelbsucht. Da einer Trennung von den Aerzten widerraten wurde, hat sich die Krankheit auch auf die Schwester erstreckt, die Witwe ist und einen 12jährigen Sohn besitzt. Das-Zwillingspaar wurde in bewußtlosem Zustande ins Spital überführt. * Zweierlei Niveau. Wirerhaltenzu der unter diesem Titel veröffentlichten Notiz vom Rechtsanwalt des Herrn Wilhelm Weinberger die , folgende Berichtigung unter 8sriftüng auf den § 19 des Preßgesetzes: „Es ist unwahr, däß' Herr Weinberger anläßlich der .Mittwoch-Versammlung erregt:, „Halten Sie das Maul“, geschrien hätte. Wahr ist vielmehr, daß sich Herr Weinberger weder bei der Mittwoch-Versammlung noch sonst jemals dieser oder auch lijur. .ähnlich lautender beleidigender Ausdrücke bedient hätte“. Mit dem § 19 kann man auch berichtigen, daß der ÄJfofld im Osten aufgeht.? Die Thermalquelle von Schallarbach ergiebiger als. allo böhmischen Heilquelle'. Aus Linz wird gejneidet: Nach einem vom Zentralinspektor der Österreichischen Heilquellen über die Thermalquelle voa. Schaüarbach erstatteten Gutachten beträgt die Quellenergiebigkeit dieses Heilbades 5600 m8 pro Tag, somit zehn Cast* üge zu 56 Waggons Warmwasser. Die Quelle hat; also eine mehr als doppelt so große Ergiebigkeit sämtliche Sprudel und kleinen Quellen in Karlsbad* jälsögar eine größere als die Mineralwasserquellen von Ka rlsbad, Marienbad und Franzens.b ad z u s a m m e n. Das Ergebnis der Analyse bezeichnet die Heilquelle als geschwefelte Akratotherme, die eine Radioaktivität beziehungsweise einen Emanationsgehalt voa einer Macheinheit aufweist. , l * Streik der Textilarbeiter in Vorarlberg. Wie die „Innsbrucker Nachrichten“ melden, hat der Verband: dej” christlichen Textilarbeiter Oesterreichs in den Stickereien des Vorariberger Oberlandes den allgemeine« Streik ausgerufen, weil sich die Stickereifabrikanten weigerten, mit der Arbeiterschaft einen Kollektivvertrag abzuschließen und die jetzigen Lohnsätze trotz des gutes Exportgeschäftes viel zu niedrig seien.

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