Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1123 (15.3.1922)
- Date
- 1922-03-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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M.1123 Wien, Mittwoch WIENER MöRcSENmfüNÖ Seite 5 IX., Lazarettgasse. Heute, 7 Uhr, gemütlicher Purim-Abend mit reichem Programm. Gäste willkommen. — jüdische Toynbee-Halle, XX., Denisgasse 33. Heute, 7 Uhr abends, geschichtlicher Lichtbildervortrag des Regierungsrats Professor Dr. Ludwig Singer. — Jugendreferat derBezirkssektionl. Kinder des I. Bezirkes werden zu der am Mittwoch den 15* d. M. um 5 Uhr im Gebäude des Währinger Bezirksamtes, XVIII., Währingerstraße, stattfindenden Purim-Feier eingeladen. Wissenschaftliche Einführ u n g s- Kurse im Volksheim. Im Arbeitsprogramm;für das Sommerhalbjahr an den Volkshochschulen des Voiksheims (XVI., Koflerpark 7 und II., Zirkusgasse 48) sind auch eine Anzahl von Einführungskursen angekündigt, die Gelegenheit zur ersten Orientierung in einzelnen Wissenschaften bieten. Solche Einführungskurse werden abgehalten über Philosophie, Ethik, Aesthetik, Gesellschaftslehre, Bürgerkunde» Bildende Kunst, Musikgeschichte und moderne Musik, Biologie, Krankheitslehre, Chemie, Elektrizität, Geologie und Geographie. Da diese Einführungskurse sich immer erst nach zwei oder drei Jahren wiederholen, sei auf sie besonders aufmerksam gemacht. Die Mitgliedschaft des Volksheims (Jahresbeitrag K 240—) berechtigt zum unentgeltlichem Besuche aller dieser Kurse. Ausführliche Programme in der Kanzlei. Urania. Heute, V23 Uhr (Großer Saal) Schülervortrag. Eine Rheiufahrt. Eine Reise durch die Wüste. 5 Uhr (Großer Saal) Wild-Afrika.. — */36 Uhr (Kleiner Saal) Zweiter Beethoven-Kammermusik-Zyklus. Ausführende: Leo B i r k e n f e 1 d (Klavier), Anna Fried (Violine), Julius Lubowsky (Violoncell). — l/fi6 Uhr (Kurssaal) Professor- Dr. ^Gustav Maier: Der mittelalterliche Roman, V. — V-6 Uhr (Klubsaal) Professor Dr. Oswald Rossi: Psychoanalyse, N. — '/z8 Uhr (Großer Saal) Dr. Josef Bergan er: Theater- und Volkslieder aus dem alten Wien. — Uhr (Kurssaal) Die modernsten Probleme der Technik, II. Oberinspektor Ing. Wilhelm Holütscher: Psychotechnik. — */,8 Uhr (Klubsaal) Dr. Erich Fortner: Wiener Dichter-Abend. Ernährung. Neuerliches Anziehen der Fleichpreise. Auf dem Rindermarkte in St, Marx erhöhten sich die Preise infolge der lebhaften Nachfrage um durchschnittlich K 50 bis 100 per Kilogramm Lebendgewicht, was gestern bereits ein An riehen der Preise auch für einzelne Sorten und für Fett in der Großmarkthalle zur Folge hatte. Im Engrosverkehr verteuerten sich Rindsbraten, um K .20, Schweinefleisch, Fettschweine, Speck und Filz um je K 59, Schafe um K 60 per Kilogramm, im Kleinverkauf wurde.« Schweinefleisch und Speck um je K 50, Bauchfilz um K 100 per Kilogramm teurer. Von auswärts waren vier Waggons mit verschiedenen Fleischgättungen, und zwar zwei äiis Ungarn, einer aus Jugoslawien und einer* aus Oberösterreich angekommen, in der Fischhalle standen Kabljäu und Seelachse zu K 550 bis 600 per Kilogramm zur Verfügung. Trotz der höheren Preise herrschte lebhafterer Verkehr als vorgestern. Auf den Grunwarenmärkten, die sehr reichlich beschickt sind, dauert dagegen die Zurückhaltung der Käufer weiter an» Die Preise erfuhren im allgemeinen einen leichten Druck, sind aber noch immer so hoch, daß nur wenig Kauflust besteht. Kartoffel inländischer Herkunft stellen sich auf dem Naschmarkt im Kleinverkauf auf K 170 bis 200, Stengelspinat auf K 300, geputzter Blätterspinaf aut K 500 bis 600, Kohl auf K 1300 bis 2500 per Nagel (30 Stück) Zwiebel, auf K 700 bis 850 per Kilogramm, eine Kärfiolröse auf K 200 bis 600;; rote Rüben auf K 200, holländisches Kraut auf K 444 bis 446. per Kilogramm. Mit Eiern sind die Märkte augenblicklich reichlich versorgt, der Stückpreis betrug gestern durchschnittlich auf den Märkten K 130, doch ist, die Nachfrage auch hier nicht allzu stürmisch, Sezession- In der kürzlich geöffneten sogenannten > Winterau«- ffteUTung< kommt innerhalb einer an Zahl nicht allzugroßen Kollektion namentlich die jüngere Generation zu Worte. Infe. Verhältnis zum Wirbel tanz und Extremismus der fcetftigen > Richtungen <£ mag man die hier verwaltende Gesamttendenz als relativ gemäßigte Moderne bezeichnen, obsoh'on sich mamches gerade wild genug gebarhet <u>nd übertriebene Problematik manches Vorbild — von Cezanne und von Gogh bis Rembirandt oder Cranach — allzudeutlich in die Vorstellung ruft. .. Den Beschauer fesseln in erster Reihe die lebensgroßen weiblichen Akte, des hochbegabten F a i s t a u e r, die Erinnerungen an Marees wachrufen, aber ihnen auch etandzuhalten vermögen. Von besonderem Reiz ist. wie sich die dick aufgetragenen Farbenkrusten in der Fernwirkung zu lebendigstem Eindruck verbinden. Ein neuer Name ist E k k e Ozlberger, dessen Bildnisse von (starker malerischer Konzentration zeugen. Namentlich die junge Frau mit der Glasschale ist 'eine seelisch tiefschürfende Arbeit. Eindrucksvolle Porträts hat auch Wieden beigesteuert, der als Könner bereits geschätzt ist. Die beiden reizvollen Kinderbüdnisse F. Kitts gehören schlechterdings zu dem besten, das man in letzter Zeit von neuerer Malerei in Wien gesehen hat. Auch die «Mutter mit dem Kind ist eine eindringliche Arbeit-: Ungleich in der Qualität sind die Landschafts- Studien des talentierten Schütt, von denen namentlich die wirkungsvolle Gewitterlandschaft fesselt. .Herzhaft und koloristisch stark die Landschaften! von Brnsenbouck. Dobrovsky kommt diesmal über ein archaistisches Virtuosentum nach großen Mustern nicht hinaus. Aus dem übrigen seien Purtschers scharf erfaßte Pferdestudie (famos in der Zeichnung und übertrieben in den Farben, reizende Graphiken von S t r ä c h e, ferner Huber, Wimmer, auch W ä c i k genannt. ' _ v. d. Rubinsteins „Der Turm zu Babel“. Der Wiener jüdischeGesa hg verein (bereitet eine Veranstaltung vor, der größtes Interesse ent* gegenzubringen ist Er wird am 27. März im Großen Konzerthaussaal Anton Rubin steins geistliche Oper »Der Turm zu Babel“ zur Aufführung bringen. Dieses Werk, welches einen großen Apparat erfordert (Soli, geteilte Männer- und Frauenchöre, Orchester und Orgel),, gelangte in Wien das letzte Mal am 23. Februar 1870, also vor 52 Jahren, unter Rubinsteins persönlicher Leitung zur Aufführung. Der Wiener Jüdische Gesaagverel* hat als Mit- Vkkende für die Solopartien die Herren Georg M a i k 1 15. März 1922 F r e>l e jüdische Volksb Uhne Gastspiel tm Lusfspleltheater Sondervorstellung Der Singer fin sein Trauer Spiel In 3 Akten mit einem Vor- und Nachspiel von Ossip Dymow MT Das Theater Ist «ehelztl 4280 (Staatsoper), Leo Kaplan (Volksoper), Konzertsänger Dr. Leo Szamek gewonnen. Den Orchesterpart hat das Wiener Hakoah-Orchester übernommen, den Orgelpart mit Bewilligung der Staatsakademie für Musik Herr Maximilian Lampel. Die musikalische Leitung hat Herr Professor 8. BrasUwsky inne. Dem Oratorium wird Rubinsteins musikalisches Charakterbild für Orchester „Ivan IV.* (der Grausame) vorangehen. Aus den Theatern. Im Burgtheater gelangt morgen zum ersten Male das Schauspiel „Das Dampfboot Tenacity“ von Charles Vildruo als Festvor Stellung (theatre pare) zur Aufführung. (Erhöhte Preise, Festtoilette.V Sämtliche Sitze ausverkauft, nur einige ^reservierte Logensitze beim Komitee (!.» Renngasse 4). Im Operntheater geht morgen „F 1 d e 1 i o*, mit Frau Kammersängerin Gertrude Kappel und Herrn Fritz K r a u s als Gäste, in Szene. Im Deutschen Volk st bester gelangt Freitag, 7 Uhr, das Lustspiel „Mama“ von Louis Verneuil zur deutschen Uraufführung. Die Besatzung ist folgende : Letournal — Herr Kutschers, Jaqueline, seine Frau — Fräulein Woiwode, Georges, sein Sohn — Herr Sima, Fannv JulHet — Fräulein Keller, Moreul! — Herr Ziegler, ein Ober — Herr Lackner, Louise — Fräulein Kreim. In der Volksoper gelangt heute (Mittwoch) „Rteoletto“ mit Herrn Jean Athanasiu von der Stäatsoper in Bukarest in der Titelrolle zur Aufführung. Die übrigen Partien sind mit den Damen de Debicka, Kux, Attler, Zanten und Linke und den Herren Rittersheim, Markowsky, Lazer, Beer, Kaplan und Rainer besetzt. Dirigent Herr de Stermich. Beginn Vs8 Uhr. Im R aim und-T bester gelangt Donnerstag den 23. d. M, das dramatische Werk „Die rote Straße“ von Franz Theodor Cecker zur Erstaufführung. Die Hauptrollen liegen in den Händen der Herren: Andersen, Duschinsky, Forest, Homolka, Leittier, Marlitz, Schmieder, Wall 'und der Damen: Förster, Fässer, Karoly, Kaile und Witzmann. — Dienstag den 28. d. M. begftint Leopold Kramer ein auf sechs Abende berechnetes Gastspiel, und zwar in den Einaktern yon Felix Salten, „D e r G r a f®, „Der Ernst des Lebens“, „Lebensgefährten“. Im Wiener Stadttheater' gelängt heute die Komödie „Er kann nicht b e f e h l e n“ von Wilhelm Speyer zur Erstaufführung. Die Hauptrolle spielt Hans K a i n z, die anderen wichtigen Rollen sind besetzt mit den Damen : loseffy, Storni, Richter und den Herren : Althoff, Fuchs, Staud, Stand, Volker, Weißmüller. Mirra Sokolskaja. Beda (Dr. Fritz Löhner) und Professor L a f i t e bestreiten das Programm des morgen, 7 Uhr abends, im Mittleren Konzerthaussaal stattfindenden jüdischen Liederabends. Restliche Karten zu dieser letzten jüdischen Veranstaltung in 'dieser Saison bei . der „Wiener Morgenzeitung“, Konzerthaus und Kartenbureau Aida (II.; Taborstraße 5). MuxHalbae „Kikeriki“, ein satirisches Gegenwartsstück, gelangte in M a g d e b u r g zur Uraufführung. Im . Mittelpunkt steht ein Tinksorientierter Minister, der sehr selbstbewußt ist, ohne jedoch den andern allzu stark zu imponieren; Er wackelt wiederholt, behauptet sich aber immer wieder in seiner Position und weiß vergessen zu machen, daß es in seiner Vergangenheit manchen dunklen Punkt gibt. Die Groteske des Dichters der „lugend“, der seit jenem großen Erfolg keinen zweiten auch nur annähernd großen errang, wurde günstig aufgenommen. Verein Freie jüdische Volksbühne. Sonntag den 19. d. M., 3 Uhr nachmittags, im Lustspieltheater Mitgliedervorstellung des Vereinig F r e i e jüdisehe Volksbühne: „Z i sei in z i sp r e i t“, Komödie in 3 Akten von S c h a I o m A 1 eich e m. - Regiebeitrag für Mitglieder K 100. Karten sind im Vereinssekretariat, II„ Untere Augartenstraße 11 (Caf6 Rembrandt, Telephon 40-3-31), an Wochentagen von 7 bis 9 Uhr abends, an Sonntagen von 10 bis 12 Ulir vormittags erhältlich. Purim-Kindervorstellung der Sozialen Hilfsgemein- Aflitta Müller. Heute nachmittags findet in der Freien jüdischen Volksbühne eine Kindervorstellung statt, welche die Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Müller für ihre Schützlinge veranstaltet. Es gelangen kleine lustige Szenen und ein altes Purim-Spiel zur Aufführung. Außerdem werden Frau Weintraub-Gr af und Herr Isaak Deutsch jüdische Kinderlieder zum Vortrag bringen. Konzert russischer Künstler. Der Kartenverkauf für das am 21. März im Großen Konzerthaussaal stattfindende zweite Konzert der russischen Gäste, Opernsängerin W o r o n e t z und Kammersänger Z a p o r o s c h e t z, hat begonnen. Zaporoschetz wird ein interessantes Programm zum Vortrag bringen, und zwar singt er unter anderen Arien aus „Leben für den Zaren“ von Glinka, aus „Barbier von Sevilla“ und Moussorgski „Das Lied des Mephisto vom Floh“, ferner *Die beiden Grenadiere“ von Schumann sowie Lieder von Tschaikowsky, RaChptaninow und Sjerow. Opernsängerin Woronetz singt Arien aus „Pique-Dame“, „Bohöme“, Mignon“. Das Konzert' schließt mit dem Duett aus „Mignon“ Am Klavier Otto Schulhof. Restliche Karten, an der Konzertkasse G u t m a n n. Gerichtssaal. Wohnungsnot als Ehescheidungsgrund. Der Motorführer der städtischen Straßenbahnen Anton Knie brachte beim Zivillandesgerichte gegen seine Gattin eine Ehescheidungsklage wegen boshaften Verlassens ein, weil seine Frau wegen der beengten Wohnverhältnisse es vorgezogen habe, Wien zu verlassen und bei ihren Eltern am Lande zu wohnen. Erhebe, als er im Jahre 1919 aus dem Kriege zurückkehrte, keine Wohnung in Wien finden können und habe mit einem Kabinett, das er noch mit anderen Personen teilen mußte, vorlieb nehmen müssen. Das berechtige aber seine Frau nicht, ihn zu verlassen; der Ehen mit beengten Wohnverhältnissen gibt es genug in Wien. Die Geklagte erwiderte, sie habe ihren Mann nicht boshaft, sondern mit gutem Grund verlassen, weil sie in dem kleinen Kabinett einfach keinen Platz hatte. Vollends jetzt könnte man ihr nicht zumuten, zu ihrem Mann zurüctzukehren, da jetzt eine ehemalige Schaffnerin bei ihm wqhne und er mit ihr . ein Verhältnis unterhalte. Der Kläger gab ai, das Verhältnis sei nur eine Folge da- I vom, daß seine Prau sich weisere, zu ihm zurückzukehren. Das Zivillandesgericht wiesdie Ehescheidung^, k 1 a g e a b, weil die Frau den Kläger nicht grundlos ver* lassen habe. Es gebe gegenwärtig jn Wien genug. E h e p a a r .e, die wegen der Wohnungsnot! nie ,ht zusammenwohnen kö n n e n, man könne es auch der Geklagten nicht verargen, daß sie bei derartigen Wohnverhältnissen nicht mit ihrem , Mana zusammenwohnen wolle, insbesonders jetzt, wo eine Frau bei ihm wohne, mit der er, wie er selbst zugibt, ein Verhältnis unterhält. Ueber die dagegen von dem Kläger elngebrachte Berufung fand gestern vor dem Oberlandesgericht Unter Vorsitz des Hofrates Dr. M r a c z e k die Verhandlung statt. Der Klagevertreter Dr. Weiner machte geltend, das Verhältnis, das der Kläger unterhalte; sei nur ein Grund, die Ehe auch aus seinem Verschulden zu lösen. Es habe aber keinen Sinn, die Scheidung einet Ehe zu verweigern, wenn die Frau nicht mehr zu dem Manne zurückkehren will. Das Oberlandesgericht gab der Berufung keine Folge und bestätigte die Abweisung des Scheidungsbegehrens. Volkswirt. Gestempelte Krone --- —.66^ Centimes* Auszahlung Wien1 -- —.07 Centimes, In Zürich notierte: die österreichische Krone —.07 (—.07 am 13. März) die österr. gest Krone . . —.068/4 (—.07 am 13. März) die tschechische Krone. . 9.20 ( 8.90 am 13. März) die Mark ....... 1.92 ( 1.99 am 13. März) Agram ....... 1.75^ ( 1.75 am 13. März) Bukarest.. . —(—.— am 13. März) Budapest . ..—.63 (—.64 am 13. März) liVarschau.—.12 (—.11 am 13. März) Der Sturz der Krone. * In einem Bericht des . Wiener Vertreters def Agence Havas wird der Vermutung Ausdruck: gegeben, daß der jüngste KursfaU der österreichischen ■ Krone auf ausländische f i n a n z i e i l e Mänover zurückzuführen wäre, da es.doch sonst unverständlich sei, daß gerade jetzt, wo die Kredite in ein. aktuelles Stadium treten, die Krone falle, i". „Matin“ bespricht den neuerlichen Sturz; der österreichischen Krone und macht die Lang s am* ke i t d e r K r e d i t a k f i o n der Alliierten dafür veran.wörtlich. Das Blatt meint, daß ein sehr großzügiger Finanzplan für Oesterreich werde ins Werk gesetzt werden müssen, wenn die Allierten die junge« Donaurepublik vor dem. drohenden Bankrott mit. allen seinen schrecklichen Folgen bewahren wollen. „Eclair* befaßt sich mit der französischen Finanzhilfe an Oesterreich und meint, die Zustimmung des Parlaments zu den Krediten sei im voraus gewiß. Das Blatt spricht die Hoffnung'aus, daß es Oesterreich möglich sein werde, das Gleichgewicht des Budgets auf sicheren Grundlagen herzustellen und die vorgesehenen Finänzreformen durchzuführen. Das Blatt schließt: Die Kredite werden einem Lande gewährt* dessen einsich'ige und kluge Politik die moralischen Garantien für die Stabilität Donau-Europas bietet. Was jetzt nottut, ist eine W i r t s c h a f t s p o 1 i t i k, die frei von Leidenschaft und nur auf Tatsachen gegründet wäre. Es wäre gut, wenn man dies nicht nur in Wien, sondern in Prag, Belgrad, Bukarest und. vielleicht endlich auch in Budapest zu begreifen anfinge. Die neue Holzabstockiuigsaffäre, Eine Darstellung des Handelsministers Dr. Grünberger. . In die Oeffentliohkeit kam die Mitteilung, daß. das Handelsministerium, beziehungsweise die staatlichem Industriewerke, in Verbindung mit einem äußerst kapitalkräftigen Konsortium im geheimen ^langfristige Holzabstockungsverbräge ab schließen wollen. Der Reichsverband der Holzhändler Oester reichshat gestern eine.öffentliche Kundgebung veranstaltet", in der der schärfste Protest dagegen erhoben wurde, daß derartige, für die gesamte Holzwirtschaft speziell aber 'für die Hobbranche vitale Fragen, abermals mit Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelt werden sollen. :! Dar Bundesminister für Handel und Gewerbe, Dr. Gränberger, gibt nun in' einem an Abgeord-- neten Dr. S c h ü r f f gerichteten Sohreiben die folgende Darstellung der Angelegenheit: Bekanntlich ist die Ver-. waltung der Industriewerke des Bundes seit langem be-i müht, diese Werke in privatwirtschaftlichem Betrieb zui überführen. Deshalb . hat es die Generaldirektion, der Industrie werke des Bundes denn auch nur begrüßen können, daß ein Konsortium, dem die Mürztaler Holz-i Stoff» und Papieraktiengesellschaft, die österreichisch« Holzbairk und andere Gesellschaften angeboren, ein A-ih hot auf Uebernähme des Wörther Holz- und' Säge-i Werkes in den Betrieb einer zu diesem Zwecke zu errich-. senden Aktiengesellschaft gestellt hat, an der auch die Bundesverwaltung beteiligt sein soll. Zum Abschluß irgendwelcher bindender Vereinbarungen in dieser B.e-> Ziehung ist es jedoch bisher nickt gekommen, da als. .eine VoraMsetzung für das Zustandekommen des .ganzen Geschäftes von den Proponenten, die bezeichnet worden ist. daß der zu gründenden Aktiengesellschaft der Bezug eines gewissen noch näher zu bestimmenden Minimal»« qüantums von Holz aus den staatlichen Forsten gesichert werde. D'as Bundesministerium für Handel un<Ü Gewerbe, Industrie und Bauten hat die Proiponentem in dieser Beziehung an das m dieser Frage allein zustänn d'ige Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft: weisen müssen und seinerseits .diesem Ministerium, seinen Standpunkt dahin präzisiert, daß es mit Rücksicht auf die ungünstigen Gebarungsergebnisse der Wörther-, Werke das lebhafteste Interesse daran habe, eine wirt-s schädlich günstigere Verwertung dieser Werke' zu «m rieten. Ueber das Resultat der von den Proponenten miä dem Bundrsministeriu’m für Lau-d- und Forstwirtschaft gepflogene* Verhandlungen ist *l*t offizielle Mitteilung bisher nicht »rfolgt. So viel jedoch b«k*««t ist, handelt es sich hiebei keineswegs um einen neuen Holz-.