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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-13 · Heft 1121 (13.3.1922) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1121 (13.3.1922)
Date
1922-03-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wien, Montag t 3. MSrz 1923» f \ am Donnerstag der Hauptausschuß und am gleichen Tage oder spätestens, Freitag der Nationalrat zusammentreten könne, um die .Wahl der neuen Regierung vorzunehmen. Das neue Kabinett wird bereits1 in dieser Plenarsitzung das in den letzten Tagen zwischen den Parteien vereinbarte Programm der Regierung darlegen. Die Verhandlungen wären eine Zeitlang ins Stocken geraten, da die Christlichsozialen alles aufboten, um, nicht zuletzt aus Prestigegründen, zumindest für die Dauer der neuen burgenländischen Krise den Bundeskanzler Schober in seiner Stellung zu erhalten. Der unbedingt ablehnende Standpunkt der Großdeutschen hat diese Bemühungen jedoch zunichte gemacht Nichtsdestoweniger werden noch Versuche gernacm, die Mitarbeit Schobers in der Regierung in irgendeiner Aorm zu erhalten, wobei daran gedacht wird, daß Schober entweder das Ministerium für Inneres beibehält oder aber eine besondere Mission übernimmt. Die Betrauung des Vorarlberger Landeshauptmanns Dr. E n d e r gilt als ziemlich sicher. Wer gegen Oesterreich kämpft. Bayrische Offiziere als ungarische Freischärler. Die Korrespondenz Herzog meldet aus Budapest: Das hiesige Strafgericht verhandelt einen Prozeß, der ein eigenartiges Streiflicht auf die seinerzeitige Bandenbewegung wirft. Angeklagt ist der ‘Münchener Architekt und angebliche ehemalige bayrische Oberleutnant Moser, der bei den westungarischen Insurgenten diente und dem Detachement des Hauptmanns Stephan B i b o zugeteilt war, wo er die Approvisionierungsangelegenheiten verwaltete. Zwischen Moser und zwei bayrischen Offizieren, die sich im Oktober vorigen Jahres gleichfalls den Freischärlern angeschlossen hatten, kam es zu einem Konflikt, da diese behaupteten, Moser sei nicht Oberleutnant, sondern nur Unteroffizier in der bayrischen Armee gewesen. Moser machte sich auch sonst verdächtig und wurde verhaftet Die Anklage lautete ursprünglich auf Spionage, später auf Unterschlagung. Zur Schlußverhandlung wurden Hauptmann B i b o und Oberleutnant H e j j a s vorgeladen. Gestempelte Krone --- —,07V2 Centimes. Auszahlung Wien --- —.07 Centimes. ln Zürich notierte: die österreichische Krone —.07 (-.07 am 11. März) die österr. gest. Krone . . —.07 (—.07 am 11. März) die tschechische Krone, 8.77 ( 8.75 am 11. März) die Mark 2.— ( 2.01 am 11. März) Agram . , . . . « 1.75 ( 1.80 am 11. März) Bukarest ....... — am 11. März) Budapest . . ... . . —.64 (—.65 am 11. März) Warschau ..... . —.11 (-.12 am 11. März) Tagesbericht. Eine neue Holzabstockungsaffäre. 5ine große Protestkundgebung der österreichischen Holzhändlerschaft. Der Reichsverband der Holzhändler Oesterreichs, welcher in Erfahrung brachte, daß abermals der Plan bestehe, mit einem Konsortium langfristige Holzabstockungsverträge ohne öffentliche Offertausschreibung abzuschließen, hatte für heute in den großen Saal des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft eine Versammlung der Holzhändler einberufen, die massenhaft besucht war. Das Referat erstattete das Vorstandsmitglied Adolf A. Schwarz. Er erörterte zunächst die seinerzeitige Holzabstockungsaffäre vom Jahre 1919 und betonte, daß abermals hinter verschlossenen. Türen solche Verträge abgeschlossen werden sollen. Redner betonte, daß an dem großen Elend des Staates nur die Mißwirtschaft im staatlichen Haushalt und die vielfach verkehrten politischen Maßnahmen die Schuld tragen. Dem Fachmann müsse sich das Herz zusammenkrampfen, wenn er sieht, wie beispielsweise in Reichraming unser kostbarster Holzbestand einfach, versaut Dies ist aber nicht Schuld Irgend eines Beamten, sondern Schuld der Verhältnisse. Wenn schon früher die staatlichen Forste richtig bewirtschaftet worden wären, hätte man viele Millionen Goldkronen daraus ziehen können und unsere Finanzminister hätten es nicht nötig gehabt nach Paris, London und Prag betteln zu fahren. Redner betonte zum Schlüsse, daß bei dem neuen Projekt mit dem Industriewerke Wörth Millionen auf dem Spiele stehen würden und daß daran die ganze Oeffentlichkeit und die gesamte Volkswirtschaft interessiert seien. Es gehe nicht an, dem Privatunternehmer jeden Heller auf der einen Seite aus dem Sacke zu pressen, während der Staat auf der anderen Seite wieder Milliarden verschleudert. Die Versammlung endete mit Annahme einer Resolution, in welcher die Herstellung der Oeffentlichkeit für alle staatlichen Vertragsverhandiungen verlangt wird. * Eine Autographensammlung Rothschilds. Baron Bdmond de Rothschild hat der Pariser Nationalbibliothek eine überaus wertvolle Autographensammlung zum Geschenk gemacht, in der die größten Namen der französischen Geschichte mit Briefen vertreten sind. Die Sammlung umfaßt Autographen aller Könige und Königinnen von Frankreich, von Heinrich II. und Katharina von Medici bis zu Ludwig XIV. und Marie Antionette, ferner Briefe der Diana von Polders» der Frau von Maintenon usw. Eine ukrainische Universität für Warschau. Wie „Chwila* meldet, wird In verschiedenen Kreisen ein Projekt zur Gründung einer ukrainischen Universität in Warschau vorberaten. Das frühere Projekt, diese Universität in Stanislau zu errichten, wurde fallen gelassen, da die genannte Stadt V . ö Mitteilungen aus dem Publikum. Echte Jägerwische .Ä Albert Matzner,Wien,I.,Kohlmesser£asseS als Provinzort für eine Universität nicht in Betracht gez6gen werden kann, wogegen Lemberg schon aus politischen Gründen ausgeschlossen sei. In einer ukrainischen Universität zu Warschau würde dann die Schaffung von zwei theologischen Fakultäten (griechisch-unierte und orthodoxe) vorgesehen werden. Nach Ansicht dieser Kreise würde die Schaffung einer ukrainischen Universität in Warschau viel zur'Beruhigung der östlichen Randgebiete beitragen. * Die Prager Messe wurde gestern in Anwesenheit der Vertreter des diplomatischen Korps und der Mitglieder der Regierung eröffnet. * Ein Heldembesitz für eine — Tragödin! Aus Budapest wird gemeldet: Die Tragödin des Nationaltheaters Marie Jas za y vollendet heute das 50. Jahr Ihrer Tätigkeit an der ersten Bühne des La»ndes. Das. Jubiläum wird unter großen Feierlichkeiten begangen werden. Der Reichsverweser hat der Künstlerin aus diesem Anlaß einen Heldembesitz überwiesen. * Selbstmord eines früheren ungarischen Volkskommissars. Am 11. d. M., vormittags, hat ein Junger Mann sich im Hotel Weintraube, Wiedner Hauptstraße, erhenkt. Das Polizeikommissariat stellte fest, daß der Selbstmörder der Geschäfts ^gent Ludwig A n g y a 1 aus Budapest, Retek-utcza, ist. Der Marin war unter der Räteregierung BLla Kuns Volkskommissar gewesen und hat nach dem Sturz der •Bolschewikenherrschaft in Budapest dip Flucht ins Ausland ergriffen. Es scheint, daß ihn die Tatsache, daß er nicht nach Budapest durfte, wo sein Vater lebt, und daß er sich1 landfremd herumtreiben mußte, in den Tod getrieben hat. * Einbruch bei den Buch-, Kunst- und Musikalienhändlern. Der Sekretär des Verbands Jurjst Hans P 1 a c z e k wollte gestern 3 Uhr nachmittags in der Kanzlei arbeiten. Plötzlich hörte er in einem Nebenraum ein Geräusch, daß ihn bewog, nachzusehen. Er kam an eine Türe, die sonst geschlossen war .und die er'nun offen fand. Nun wußte Herr Placzek,’ daß Einbrecher in der Kanzlei weilen. Er verständigte rasch die Hausbesorgerin, die Wache holte, und bei ihrem Eintritt wurde nach einigem Suchen im Gaskasten ein junger Bursche angetroffen. Er ist der 19jährige; im städtischen Werkhaus wohnhafte postenlose Kellner' Alexander Tadler. Tadler hatte schon die eiserne Handkasse mit einer Zange bearbeitet. Der Einbrecher wird dem Landesgericht eingeliefert werden. * Einbruch in einer Tabaktrafik. Heute nachts wurde , die Tabaktrafik II., Taborsträße 82, erbrochen. Gestohlen wurden Rauchsorten um K 200.000. * Fürsorgskomitee für Palästina-Emigranten, II., Zirkusgasse 33. Spendenausweis Nr. 3 vom 15. bis 28. Februar 1922. Cohen, London, K HO 00 V durch S. Paß weg: Wolf Engelberg 20.000, ]. Schönfeld und Salomon Paßweg 20.000, Wikler, Israel Löw, Königsberg, Karl Bank je 10.000,. Alexander Pisk, Leon Jakobowicz je 5000, Charasch £ Schwarz 4500, J. Pisk 3000, S. Gersten, I. Berlin, Feldschreiber, Moses Halpern, S. Ungar jfe 2000, Schönfeld & Paßweg 1500, L Schiffmann, 1. Grün, 8. Zuckermann, I. Hermstein, Reiskin, Bienenwald, tukac, Birner je 1000 z u s a m m e n 117.000, durch Dr, Korn: B. Rabinowicz für ein Schledgericht* 5000, N. N. 10.000, Dr. Benedikt 10.003, I. Zelnik 2C00 zusammen 27.000, L. Sitzmann 6000, N. N. 1000, Bethäusverein III., Erdbergstraße 730, Emil Reich 2000, Karl Schwarz, Graz 22.800, Jetti; Mapber-r2000, durch' H. Oberbaurät Pisk 10.000, Leo Klugmann lö.opo, durch Olga Epler Bezirkssektion I 15.000, Gustav Jacob 1000, Jakob Ellmann, Dr. Neben zahl je 500,. Diverse 1100. Adle Weißkopf, Karlsbad tschech, K.515, Dr. L Mann, Delft holl. fl. 7.5Q, Stlobof 2 Pfund, Cohen, London 7 Pfund, zusammen K .326.630, tschech,'K 515,' holl, fl, 7 50, 59 Pfund. — Im fahre 1922 gesamme 1F: K 2,065.004, jugosl. K 200, 4005 deutsche Mark, tschech. K 882, I Francs, 50 Lire, 9 Pfund, holl. fl. 20. Spenden unter K 500 wurden unter Divers* ausgewiesen. Steuerfragekasten. Erwerösteuer.113. Da Sie noch keine Vorschreibting erhalten haben, sind Sie auch zu keiner Voreinzahlung verpflichtet, Es kommt sogar vor, daß die §teuerämter. freiwillige Voreinzahlurigen nicht annehmen, weil der Betreffende noch nicht in Vorschreibung steht und ihm daher noch kein Konto eföffnet ist- — Mika R . . . k. Um Stundung der Vorauszahlung. auf die. Vermögensabgabe änzusuchep hat gär keinen Sinn, da ja eine ye/pfiichtiijig zur Vorauszahlung nicht besteht und die Abgabe erst nach Zustellung eine Zahlungsauftrages fällig wird. Bis 15. Februar 'können nur freiwillige aufschlagfreie Zahlungen erfolgen. 1 Eine Befreiung vom Aufschlag ist nur bei Vermögen bestimmter Art festgesetzt. Da wir Ihr Vermögen nicht konnten, können vrir-Ihnen auch nicht an geben, ob die Befreiung für Sie gilt Blau*Weiß. Suchen Sfö sofort um Stundung i der « an* 1. d. H» Wlgen ersten Rateder Einkommensteuer' an. ' Pie alte Rajenbewilligung gilt hiekür nicht, ja sie erlischt sogar für die früheren Rückstände, wenn Sie die gesetzliche Vdreinzahlung ani; L d.^M; nicht leisten oder sie Ihnen nicht gleichfalls gestundet wird, Entwertung. Die Erwerbsteuererklärung ist nach den Be- 1 triebsverhältnissen vom 1. Juli 1920 bis 30. funi 1921 auszufüllen. Die seither einggtretene starke Betriebseinschränkung erwähnen. Sie unter Angabe der näheren Umstände unter Punkt 20. Die Angabe des Bruttoumsatzes empfiehlt sich. Den Reingewinn brauchen Sie nur über besondere Aufforderung bekanntzugeben. r~ Vertrag. So ein Vertrag muß, wenn ihn beide Teile unterschreiben, der Gebühr unterzogen und daher binnen acht Tagen dem Taxamt angezeigt werden. Gültig ist auch bloß mündliche Vereinbarung, aber sie ist natürlich im Streitfall schwer zu beweisen. — A. K. M, Die Berufung gegen die. Erwerbsteuervorschreibung für 1920 Ist nur zulässig, wenn der vorgeschriebene staatliche Satz 5%\ Ihres Reingewinnes übersteigt oder die Verschreibung in auffallendem und unbegründetem Mißverhältnis zu dem Zahlungsauftrag für 1919 steht. v . Briefkasten der Redaktion. Täglicher Leser II. Die angefragte Adresse lautet: Stuart Webbs Filmgesellschaft, München III. Ueber die Honorierung von Fllmmanuskripten erbaltenSie Informationen Im Filmklub, Neubaugasse 25. — Benno Schachnow. Besten Dank J Leider nicht geeignet! — Jüdische Jugendbewegung* Ihre Anfrage wurde am verflossenen Montag im Briefkasten beantwortet. — Abonnent XX, Nach den bisherigen Verlautbarungen bezieht sich die Verordnung bisher nur au nach Oesterreich einreisende Ausländer. — Gold Nr. 300. Sie vergaßen uns anzugeben, ob Sie Ihre Wertsachen bei der Wiener Zentrale des Instituts oder an einer anderen Stelle deponiert haben. Auf jeden Pali wenden Sie sich an das betreffende Institut und verlangen die Auslösung Ihres Besitzes. — „Zionist“. Sie hätten die Eintreibung der Schuld früher durchführen müssen; jetzt haben Sie nur Anspruch auf Bezahlung in heutiger Valuta! Nr. 112t Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sanel Beer. Dis Bedeutung dör* Gewürze. Die Gewürz- und Genußmittel haben von dett frühesten Zeiten bei allen Völkern eine große Roll* gespielt. Sie sind fast unentbehrliche Beigaben zu den üblichen Nahrungsmitteln geworden, und doch ist es schwer zu sagen, worin eigentlich ihre Bedeutung liegt. Zweifellos müssen sie bei der Ernährung des Menschen eine wichtige Aufgabe, erfüllen, über deren physiologischen Zweck.sich jedoch die Gelehrten noch uneinig sind. Die praktische Erfahrung, durch Jahrtausende, ist 4er theoretischen Erklärung vorausgeeilt. Die gewöhnlichen Nahrungsmittel enthalten ent* weder selbst die wohlschmeckenden und wohlriechenden ■ Substanzen, die man als Gewürzstoffe bezeichnet, oder diese werden ihnen bei der Zubereitung zugesetzt. Mao rechnet m den ' Gewürzen Kochsalz, Senf, Zimt, Ingwer, Muskatnuß und Gewürznelken. Sie enthalten alle, abgesehen vom Kochsalz, das ein unentbehrliche* Nahrungsmittel ist, gewisse Bitterstoffe oder ätherische Oele, die bestimmte Wirkungen auf den menschlichen Organismus, insbesonders den Magen-Darmtrakt, aus< üben. Dem Gewürzen nahestehend sind die Genußmitteüt, wozu wir die alkoholischen und koffeinhaltigen Getränke rechn^i. Deren Wirkung bezieht sich weniger auf Ge* schmack und Geruch als auf da« Nervensystem, welche* sie durch Aufnahme in den Blutkreislauf verschieden*.« lieh beeinflussen. Beim Alkohol sieht man auf die anfäng* liehe erregende Wirkung eine ermüdende und lähmende folgen, die mit Abschwächung der Sinneseindrücke und 1 Vorstellungen verknüpft ist, während die koffeinhaltigen Substanzen der depressiven Wirkung des Alkohols und der geistigen Ermüdung entgegenwirken und ru einer Erleichterung der Auffassung der äußeren Eindrücke und der Vorstellungen führen. Beide sind vielfach m der Heilkunde angewandte Mittel zur Regelung der Atmung und des Kreislaufes. - In' gewissem Sinns, gehören Genuß- und Gewürz*« mittel zusammen, denn bei ihrer Wirkung kommt es auch auf das psychische Moment an- Sie wirken als Anreiz auf den Apipetit ebenso wie ein sauber gedeckter Tisch oder ein angenehmes Tischgespräch. Bekannt! sind, die Pawlowschen Versuche mit den Hunden, denen das Vorhalten eines Fleischstückes schon die Magen* saftsekretiom anregt und das Wasser im Munde z*u* sammenlaufen läßt. Gleicherart schafft beim Menschen schon di^ Aussicht, eine Leibspeise vorgesetzt zu erhalten, einen guten, Appetit. Eine, angenehme Vorstellung regt eine Speichel- und Magensaftsekretion an. Eine solche Wirkung läßt sich durch die Gewürze erzielen. Ab* gesehen von diesem psychischen Moment regen sie eine träge- und ungenügende' Magengaftsekrötion direkt an* weshalb gewisse Bitterstoffe in der Medizin als aippetit* reizende Mittel reichlich Anwendung finden. . - Die Gewürze haben noch eine sehr interessant® Wirkung auf den Darm. Sie sollen die Entwicklung der Darmbakterien hemmen., Die Produktion der Verdauungsfermente soll durch das W ihnen enthaltene ätherische Oel begünstigt werden. So sei denn erklärlich, daß gerade Nahrungsmittel, die reichlich Bakterien ent* halten, wie Fische und i*n zersetztem Zustand genossene 'Vögel, stark gesalzen und. gewürzt gegessen werden. Im Wölke glaubt man ja schon längst an die antibakteriell* Wirkung von Rettich, Knoblauch und Alkohol. Man will sogar eine bessere Ausnützung def Nahrungsmittel durch Beigabe -von Gewürzen beobi achtet haben. Die Gewürze stellen sich sohin als eine für unser« Ernährung notwendige Zutat dar. Der eine liebt diese Anregungsmittel mehr, der ändere weniger. Kranke, die an chronischer Appetitlosigkeit leiden, essen am liebsten »tark saure, gewürzte Speisen und nun unbewußt damitf das Richtige. Bei* gewissen Krankheiten, diie mit einem Rer?« zustand der Organe einhergehen, wie bei Magen« geschwür, Nieren- und Blasenleiden, wird man solche i Reizmittel bei der Ernährung, wohl meiden müssen. Kalte Füße. Viele Menschern leiden beständig an dealten Füßetl. Dieser Zustand schafft ihnen viel Unbehagen. Er tritt . entweder selbständig aut, ohne daß ein anderweitiges ernstes Leiden vorliegt, oder als Teilerscheinung einer Allgetneanerkrankung. Es kann sich eben bloß um eine Störung in dem Zu- und Abfluß des Blutes ln den-Füßep handeln oder es liegt ein abnormer Zustand im ganzen Blutsystem vor, etwa bei einer bestehenden allgemeinen Blutarmut öder Arterienverkalkung. Während es im erstere» Fall« ei» harmloser Zustand ist, weist dt« Stauung des Blufe* bei einer AUgemd'nerkramkvng auf ein. ernsteres Leiden hi». Leider stehen uns « nicht 50 sichere Heilmittel für den unangenehmen Zustand zur Verfügung. Bisweilen helfen abwechselnder Gebrauch von kalten und warmen Badern', Massage oder Elektrisieren. Stets muß der Gesamtzustand des Menschen berücksichtigt werden, Aerztlicber Fragekasten» Tänenzapf. Leider ist uns da« Mittel unbekannt* Doch werden wir darüber noch Erkundigungen ein* ziehen pnd eine Mitteilung folgen lassen.Tm allgemeinen empfiehlt es sich, auf solche in den Zeitungen angepriesene' Heilmittel nicht'viel Hoffnungen zu setzen. — Ei» Unglücklicher, Sie legen den Vorkommnissen viel zu große Bedeutung bei. Ihre jetzigen Beschwerde» •dürften nicht mit jenen Ereignissen Zusammenhängen, Eine, hydriatiache Kur können Sie durchführen lassen* — Mitesser. Am besten r vorsichtig’amsquetschen- Stuck ehem. Die Q-Beine können operiert werden. Auf der Klinik werden nur Mittellose aufgenommen. Derzeitiger Betrag beträgt IV. Klasse K 1000 täglich, —< Wunderkinder. Die Aerzte denken über die Wunderkinder anders als die Mitmenschen. Sie stellen sich meist bei ihrer einseitigen hohen musikalischen oder rechneri* sehen Begabung als Schwachsinnige heraus. -» Finger? wurm Ist kein harmloses Leiden, muß sachgemäß behandelt werden, weil leicht Allgemeininfektion oder Verlust eine« Fingergliedcs eintritt._ _; F r e I e )fl(U8che VoIHsb ü h n 0 Gastspiel Im Lnatapieltlieater Wuhr.b,na., Jetkel, der Schmied Soiä!?ä'* u, jg* Das Tha&tar Ist a h t l.S 11 "SM 4380

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