Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1120 (12.3.1922)
- Date
- 1922-03-12
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 Wien, Sonntag ■WIENER MORtJENZEITUNö' 12. März 1922 Nr. 1120 Die II. Kadimah-Redoute findet am 15. d. M. im Hotel Münchnerhof, VI., Mariahilferstraße 81» statt Der bekannte Chelsea-Spieler Jack Cock Ist ein geschätzter Konzertsänger. Bis vor kurzer Zeit hat er aber nur bei Dilettantenvorstellungen mitgewirkt, wobei er frenetischen Beifall fand. Nun beabsichtigt Cock, ein eigenes großes Konzert zu geben. Der Vorverkauf fiel derart glänzend aus, daß alle Karten sofort vergriffen waren. Das gesamte Sportpublikum wünscht von ganzem Herzen, daß Cock einen Durchfall erlebe, da es fürchtet, daß der hervorragende Spieler sich vom Sport zurückzieht und Sänger wird. Heute beginnen in der Tschecho-SIowake! die ersten Meisterschaftsspiele der erstklassigen Vereine des jüdischen Verbands. Folgende Spiele stehen auf dem Programm: Hagibor (Prag)—Makkabi (Göding) in Göding, Makkabi (Proßnitz)—Makkabea (Preßburg) in Proßnitz. Die Spitzengruppe der ungarischen Meisterschaft zeigt folgendes Bild: M. T. K. (13 Spiele, 22 Puiikte), F. T. C. (13» 22), U. T. E. (12, 17), NI. Bezirk Tf V. (12, 13). _ Leichtathletik. Ein neuer Leichtathletikverein, 7 Unter Leitung Vohraliks. Der Leitung des Floridsdorfer A. C. ist es nun endlich gelungen, eine Leichtathletiksektion ins Leben zu rufen. Dieser Verein hat schon einige Male versucht, die Jugend des XXI. Bezirkes für diesen Volkssport zu interessieren, doch waren alle Bemühungen vergeblich geblieben^ ' Der Hauptgrund für 7 diesen Mißerfolg war darin zu suchen, daß keine geeignete Person für die Leitung einer Leichtathletikabteilung gefunden werden konnte. Nun,ist es gedungen, im tschechischen Meister Vohralik und im bekannten ungarischen Leichtathleten Levay vom JBudapesterArbeiter- Sportklub geeignete. Trainer zu finden. Außer^Levay Hst noch eine größere Anzahl ungarischer Leichtathleten dem Klub beigetreten. Das Training beginnt bereits heute um 10 Uhr vormittags mit einem Geländelaufen. Die Vereinsleitung der Florisdorfer hofft, daß die Jugend des XXI. Bezirkes nun auch die Leichtathletik betreiben wird. Vohralik, der sich schon längere Zeit in Wien aufhält, trainiert sowohl den F. A. C. als auch die Hakoah. Hockey. Jüdisches Turn- und Sportfest. Die Hockeysekfiön der Hahoah beschloß, folgende Vereine für das jüdische Turn- und Sportfest, das im funi in Wien sfattfindet, einzuladen:. Bar Kochba (Berlin),. Makkabi (Brünn), Makkabi ('Mährisch-Ostrau), Makkabi (Zagreb). Ringen. Weltmeisterschaften. Die Weltmeisterschaftsringkämpfe in Stockholm sind am vergangenen“ Dienstag beendet worden. Die neuen Weltmeister sind: Bantamgewicht: Fr. Svens so n (Schweden), Federgewicht: A n t i 1 a (Finnland), Leichtgewicht : H. Westerlund (Finnland), Mittelgewicht A: •CWestergren (Schweden), Mittelgewicht B: R o s e nc.uist (Finnland) und Schwergewicht: Nilsson (Schweden). Der Ungar Radvany unterlag gegen Ende des Turniers gegen Westerlund (Finnland), wodurch ersterer ausschied. Touristik. Palästina. Nach englischen undamerikanischen Blättermeldungen scheint es, daß Palästina im Frühjahr einen außerordentlich starken Touristenbesuch erwarten.darf. Die American Bxpreß Company wird etwa 450 Touristen bis'Mitte März nach Palästina bringen, die Londoner Firma Thomas Cook & Sons bis April 500 Touristen. Bei einer anderen Londoner Gesellschaft haben .sich insgesamt' 5000 Personen aus England und den Ländern des westeuropäischen Kontinents angemeldet, die in den nächsten beiden Monaten das Heilige Land besuchen wollen. Der Leiter einer amerikanischen Schiffahrtsgesellschaft, Mr. George Hyman, berichtet über einen nie beobachteten Andrang von Palästina- Touristen. Die palästinensischen Behörden bereiten indessen die Unterkunftsstätten für die Reisenden vor. Besondere Kommissionen in den Städten und jüdischen Siedlungen befassen sich mit der Schaffung guter Reiseverbindungen innerhalb des Landes und sind eifrig bemüht, den Touristen alle Bequemlichkeiten zu sichern. Insgesamt werden ungefähr 10.000 Touristen erwartet, und z\tfar vornehmlich Juden, die die jüdische Aufbauarbeit und die Entwicklungsmöglichkeiten des Landes studieren wollen. Radfahren. Das New Yorker Sechstagerennen. Am dritten Tage gelang es den Paaren Grenda-Mac Namara und Brocco-D.e Ruyt, eine Runde Vorsprung zu gewinnen. Die Paare' bemühten sich'nämlich, auszureißen, doch wurden s’e von den übrigen Fahrern in unfairer Weise behindert, so daß das Schiedsgericht mit Ausnahme der beiden angeführten Paare alle anderen um eine Runde zurückstellte. Dadurch gelangten auch die Deutschen Rütt-Rupkat etwas ins Hintertreffen. Wintersport. Holmenkollen-Rennen. Den Königspokal gewann Oekern, der im Langlauf mit 1:13:03 Dritter wurde, aber 38 und 42 Meter sprang. Im Damenpokal (beste Sprungleistung) siegte Karve Bonna mit 43 5 und.44 Meter. Altersklasse (nur Springen): 1. Johann Kristoffersen, 31*5 und 35 Meter. Jüngste Klasse (nur Springen): 1. Per Osten 34 und 37 Meter. Klasse 1 (Lang- und Sprunglauf): Joh. Gröttumsbraaten, 14. im Langlauf mit 1:16:56 und, 41 und 43 Meter. 2. Th. Strömstad, 4. im Langlauf mit 1:13:35 und 37 und 30 Meter. 3. Th. Haüg, 2. im Langlauf mit 1:12:04 und 35 und 38,5 Meter. Klasse II (Lang-und Sprunglauf): 1. Knud Strömstad, 15. im Langlauf mit 1:18:59 und 37*5 und 38 Meter. Tullin Thamsr stellte im Sprunglauf mit 46 Meter einen Rekord auf. Beachtenswert ist die Niederlage von Haug im Kampf um den Königspokal und der Erfolg von Gröttumsbraäten und Strömstad. die mäßige Langlaufplätze haben und sich durch gutes Springen vorarbeiteten. Schwimmen. i _! Was sagen Sie dazu? Ein wahrer Deutscher mag den Juden nicht. Ein reichhaltiges Programm weist die Sportrubrik der „Deutschösterreichischen Tageszeitung“ auf. Im Titelkopf teilt sie mit, daß sie folgende Sportzweige behandeln will: Kraftfahrwesen, Motorbootfahren, Flugwesen, Rad* fahren- Fußball, Leicht- und Schwerathletik, Schwimmen,. Rudern, Boxen, Ringen, Wandern und Bergsteigen. Die. Botschaft, daß dieses Blatt ihr Programm endlich einhalten xWrd, müssen wir einige Male in der Woche entgegennehmen,! doch verlieren wir schön langsam den Glauben an die Aufrichtigkeit dieses Versprechens. Die Sportrubrik ist tiätpliohf derart öde, daß man die Reklameansage als ein unlauteres Geschäftsmanöver oder als eine Hochstapelei Bezeichnen darf, welche Verfehlungen sich doch ein soj ehrenwertes deutsch-arisches Blatt nicht zuschulden kommen lassen sollte. Nach alter Methode werden dies Juden wieder als Blitzableiter benützt, um die Arier von der Erkenntnis der Irreführung abzuhalten. Dieser nicht Ungewöhnliche Trick fällt der „Deutschösterreichischen Tageszeitung“ umso leichter, als die Entstellung-der einzige wirkliche Programmpunkt des Blattes ist.! . Ih der gestrigen Nummer ist ein Klagegesang veröffentlicht, den wir unseren Lesern nicht vorenAalten wollen. Unter dem Titel „Zur völkischen Bewegung.iraf Schwimmsport“ schreibt das Blatt unter anderem:, „Seit etwa 30 Jahren steht bei uns der reine „Arier-, Paragraph“ in Uebung, das heißt im wesentlichen die Ablehnung,' Juden in : einen Verein aufzunehmen, und somit eine Negation, die der positiven Ergänzung ermangelt. ' Was war die Folge davon? Wahllos wurden „Arier* in die Vereine aufgenommen :, Nationalisten, Internationalisten, Antisemiten, Philösemiten, Republikaner, Monarchisten, Legitimisten, Sozialisten, Großdeutsche, jChrist- Hchsoziale, Kommunisten — lauter Leute, von denen jeder mit Recht sagen kann': „Ich bin auch ein Arier 1“ und die in ihrer Gesamtheit einen völlig bewegungsunfähigen Haufen abgaben, wo. eine Kraft die andere aufhob und zuletzt nur mehr'Gelegenheit übrig ließ für ganz gewöhnliche Vereinsmeierei. Der;Arierparagräph bedeutete früher eine Kampfstellung^ gegen das Judentum. Was aber soll man dazu sagen,' wenn beute in „arischen“ Vereinen ganz offen Mefischeri auftreten, die sich als Freunde der Juden bezeichnen'-1abgesehen von all den Judehfürchtigen, Lauen und Gleichgültigen? ,.. .“ , Der „Deutschösterreiciiischen Tageszeitung“ ist es nicht.rech), daß nur die negative Arbeit, Juden nicht aufzunehmen, geleistet wird. . Dje positive Arbeit, die als Ergänzung noch mangelt/ soll wahrscheinlich mit Schlagring t^nd. Knüppel ausgeführt werden. Die Ergänzung mangelt i aus dein Grunde, so berichtet der Weise, weil die in Frage I kommenden Vereine die Arier vor der Aufnahme nicht auf Herz .und Niere untersuchen.' , Wir verstehen den Klageruf .dieses Blattes, der darin I gipfelt : /„Was soll man dazu, sagen, wenn in »arischen*, Vereinen ganz offen Menschen auftreten, die sich als : Freunäe ddr Juden bezeichnen?“ Obwohl wir wohl nicht ■ zu den Gefragten gehören, wollen'wir in vorwitziger Weise die Antwort geben: „Wenn dem so wäre, dann hätte die „Deutschösterreichische Tageszeitung“ mit ihrem ganzen Klüngel ausgöspielt, wodurch dem Deutschtum, wahrlich kein Schaden erwachsen würde. Die freigewordenen redaktionellen Kräfte könnten sich dann als Auslagearrangeure, Kinoausrufer und dergleichen mehr-betätigen. Die Fähigkeiten, haben sie dazu, wie-der Titelkopf der Sportrubrik beweist. f. b. Aus den Vereinen. ff ako ah, Tenniss e K t io n. Morgen um */a8.Uhr abends Ausschußsitzung im Kindheim. Montag den 20. d. M. um Haß Uhr abends Vollversammlung. Der neugewählte Ausschuß besteht aus folgenden Mitgliedern: Sektionsleiter Ehrenreich, Hans Neumami; Schriftführer Fräulein Teltscher; Kassiere Federer, Lichtblau; Beiräte Bund, Dr. Fleischner, Löw, Drucker. Ari. Die I.'Mannschaft trifft sich u:n l/gl 2, IJhr, die II. Mannschaft um V29 Uhr im Cafd Saiztorbrücke.- Theater von heute. Anfang- 7 Eargtheater: Coriolanus Staatsoper: Die Meistersinger von Nünberg Volksopet: La Traviata Deutsches Volkstheater: Karussell Wiener Kammerspiele: Am Teetisch — Reigen — Das Fräulein aus gutem Hause Josef Städter Theater: Robinson Crusoe —- Die Schule der Kokotten Wr. Stadttheater: Am Vorabend — “Die Kindsfrau Heue Wiener Bühne: Gebildete Menschen 3 V*6 Va8 7 l/t3 7 10 l/2 3 * 7 % 3 7 7 V33 7 3 7 V*3 V — General Goldschein Renaissance-Bühne: Alt-Heidelberg — Der Werwolf Raimund-Theater: Sumpf — -Bocksgesang Carl -Theater: Gasparone — Die Bajadere Theater an der Wien: Der letzte Walzer 3 — Der letzte Walzer 7 Johann-Strauß-Theater: Gastspiel des Schwedischen Balletts 3 — Die Csärdäsfürstin 7 Wr. BürgertheaterrWolf Bär Pfefferkorn avf Reisen */,3 — Pipsi 7 Wr. Komödienhaus: Der Stabstrompeter V33 — Tue fromme Helene 7 tuiBt*pieitheater (Gastspiel der Freien Jüd. Volksbühne): Vom Glück vergessen — Schwestern — Im Winter 3 — .Gott, Mensch und Teufel N V»8 Spitzer Markus || HolisadsiraSel ES« (oäÄst I Auktionshaus für Altertümer Glückselig «Wärndorfer Wien, 4. Bezirk* MühSgasse 28—30 Telegr.-Adresse: .,8nUode«sn4e". Tel. 53137 Von morgen bis Mittwoch den 15« März!.I. präzise 3 Uhr nachmittags Versteigerung von iMWMgMlIIW eie.! Dienstag den 14. Marz: Europäische und orientälischeWaffen, Metallgegenstände. Glas und Porzellan. Mittwoch den 15.März: Deutsche Waffen, Möbel und eine Salzbürger Zimmereinrichtung, 2 Fayence-Oefen etc. Besichtigung nur noch heute von 10 bis 4 Uhr »OSSI (Ben-Zwi) der große Jüdische Schauspieler zum ersten Male im Film Drama in 5 Akten Weibliche Hauptrolle: Mara MarKhoft Regle Hans Otto Löwenstein | Maria-Thereslen-Klno 9 VIL, Neubaukasse 1 q Lichtspiele Mariahilf « VI., Gumpeadorferstraße 67 d Helios-Kino S ' II., Taborstraße 36 7509 e Pädagogisch gebildete Lehrkraft die Im Nabanbaruf einen Kinderhort führen kann, für Nachmittage und Sonntagvormlttage gesucht. Offerten mit Referenzen und Ofchgltsansprüchct* unter »Hort 9401* an die Adm. den Blattes. 9161 Ausländer sucht zur Einrichtung einer großen Villa ganze Ber rschaf ts wohnangs ei n ricii iaageo auch einzelne Stücke, zu kauSetL. XIII., Hletzlngerhof (Portier, für A. Telephon Nr.' 82-1-60). 307 beim „SfrumpfkUnig“ (Inh. 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