Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-03-09 · Heft 1117 (9.3.1922) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1117 (9.3.1922)
Date
1922-03-09
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980197--10484-2996839
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

Seite » JBWenj Donnerstag _ WIENER MORGENZBITUNCI 9. März 1923_ Nfrlffl? Die Bilanz des Norddeutschen Lloyd. Aus Bremen ^vird berichtet: Das Geschäftsergebnis für 1921 gestatte^ die Verteilung einer 10%igen Dividende auf däs .erhöhte Aktienkapital von 250 Millionen Mark, vorbehaltlich der Genehmigung der am 29. d. M. stattfindenden Generalversammlung. Nach Abschreibung von 11 5 Millionen Mark auf Fahrzeuge, 3*7 Millionen Mark auf Grundbesitz,' Gebäude und Anlagen, verbleibt ein Ueberschuß von' 45*7 Millionen Mark., Hiervon sollen 25 Millionen Mark gesetzlicher Rücklage und zwei Millionen Mark der ErneuerungsrQcklage zugeführt, für Steuern Jo Millionen Mark zurückgestellt und 10®/«, das sind 25 Millionen Mark, Gewinn an die Aktionäre verteilt werden. Die Bilanz weist aus 25 Seedagpfer, 26 Flußdampfer, 4 Barkassen, 170 Leichter mit 90*4 Millionen Mark Buchwert, das Wiederaufbaukonto, Anzahlungen auf Neubauten usw. mit 5717 Millionen Mark, das Bankguthaben beträgt 207*2 Mlllionenrdie Wertpapiere haben einen Buchwert von 153*3 Millionen, Vorräte 122 Millionen, Schuldner und transitorische Posten 427*5 Millionen Mark. Die Rücklagen betragen nach Zuweisung des 10%!gen' Aufgeldes auf die letztjährig durchgeführte Kapitalserhöhung um 125 Millionen Mark und diesjähriger lieber-; weisungen, insgesamt 63 Millionen Mark. Das Wiederauf-, baukonto zeigt unter Verbindlichkeiten 603*8 Millionen Mark,. Gläubiger und transitorische Posten 458 Millionen Mark. Aenderung der polnischen Einfuhrverbotsliste. Das Handelsmuseum teilt mit, daß laut Verordnung des polnischen Finanz-und Handelsministeriums vom 14. Februar 1922 die bisher in Kraft gestandenen Einfuhrverbote in Polen wesentlich eingeschränkt wurden. Insbesondere fallen folgende Waren nicht mehr unter , das Einfuhrverbot: Südfrüchte, Bäckereien, Eier, Mineralwässer, Fische, Fayencen, feine Liaswaren, Gold- und Silberwaren, Automobile, feine Textilwaren und anderes. Die Liste der derzeit bei der Einfuhr verbotenen Waren liegt im Handelsmuseum, Wien, IX., Berggasse 16, Z. 52, zur Einsicht, auf.1 Briefporto im Verkehr mit Dodenburg. Nach einer Mitteilung der Distriktualkammer für Handel und Gewerbe in Oedenburg langt dort in der letzten Zeit eine große Anzahl von Briefsendungen ein, welche nur mit K 10 freigemacht wurden und daher mit Strafporto belegt werden müssen. Die Handelskammer in Wien bringt über Ersuchen der Geschäftsleute in Oedenburg in Erinnerung, daß* Briefsendungen nach diesem Orte mit dem im Verkehr nach Ungarn in Geltung stehenden- Porto von K 20 frankiert werden müssen. “ Die Einfuhrverbote für Luxuswaren In Jugoslawien. Die mit Wirksamkeit vom 3. d. M. in Kraft getretene Verordnung über das Verbot der Einfuhr von Luxusgegenständen in Jugoslawien liegt im Zollbureau der Handelskammer, I., Stubenring 8, 2. Stock, zur Einsichtnahme für Interessentenkreise auf. Börse für landwirtschaftliche Produkte. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".). Die Grundtendenz des Marktes ist gut behauptet,' doch läßt der geschäftliche Umsatz viel zu wünschen übrig. Im Brotgetrei.de heimischer Erzeugung ist nur geringer Verkehr zu beobachten, einerseits offerieren die Warenbesitzer nur äußerst vorsichtig, um nicht die Wären einem unnötigen Preisdrucke auszusetzen, andererseits beschränkt sich der Konsum auf Deckung des, allersotwendigsten Bedarfes, da er auf billigere Preise IioH. Die Preisiorderungen für Exkontingentware sind ziemlich identisch mit letzter Notiz. Gerste blieb gestern absatzlos, trotzdem billigere Offerte iin Markte sind. Dagegen findet rumänische Gerste, vornehmlich zu Futter- und:Rollzwecken y bessere , Aufnahme seitens ausländischer. Interessenten. Hafer ist ohne Frage seitens des . Konsums. Für "die Schw ei7; werden Primaqualitäten gesucht, für welche Forderungenfcis K 320 Wien gestellt werden, ln M a i s ist normales, Geschäft in der Preislage von ungefähr K 300 Wien, soweit es sich um greifbare Ware* handelt. Der B o h n t n- •absatz hat sich etwas verschlechtert, augenscheinlich sind die in Befracht kommenden Länder Deutschland und Frankreich versorgt. Zum Ausgebot gelangen in der Hauptsache jugoslawische Bohnen, für welche Preisford«rungen von jugosl. K 13 bis 14 Wien gestellt werden. Trotzdem das liier ausgebotene freie Mehl billiger ist als die Budapester Mühlennotiz wie auch als das von der Getreideanstalt gelieferte M e h l ist die Geschäftsbetätigung eine geringere. Niederösterreichisches Mehl ist zu K 515, ungarisches zu ung. K 56.50 bis 57 im .Markte. Seitens der Tschechen werden Pf eise von tschech. K 4.85 bewilligt. In K a rt o f f e 1 n und Zwiebeln ist die Tendenz infolge ausreichenden Angebotes flau, dagegen sind die Preise für Ranhfutter ln Ermanglung ausreichende^ Zuzüge festest behauptet, Prager Börse. Prag, 8. März. Die erhöhte Geschäftsloslglceit hatte eine andauernde. Stagnation zur Folge, welche sich auf allen Marktgebieten geltend machte, . Auch Anlagewerte unterlagen aiesmäl' dbr gesamten Depression, nur Staatspäpicre konnten sich mit Ausnahme der Prämienanleihe gut behaupten. Auf dem Bankenmarkte konnten Agrarbank- Aktien ihre gestrigen Verluste ■ zum großen Teil wieder hereinbringen; sonst waren die Rückgänge und Besserungen nicht bedeutend. Hervorzuheben wären nur Bohemia- Aktien, welche K 10 verloren. Wiener Bankwerte lagen schwächer. Türkenlose gewannen heute K 8. Auf dem Industrie- Aktienmarkt fanden besonders in Eisenwerten Verkäufe statt, doch waren Einbußen bis auf Alpine Aktien (—30) und österr. Berg und Hiitten-Alctien (—15) gering. Etwas besser lagen Köhlen-Aktien. Die Kurse’der chemischen Papiere neigten zur Schwäche. Zuckerwerte hatten eine unregelmäßige Kursgestaltung. Böhmische Zucker-Aktien gewannen allmählich 10, während Jtestomitzer-Aktien K 20 einbüßten. Einen Verluft von K 40 erlitten Olleschauer - Aktien. Böhmisch-Mährische Maschinenfabriks-Aktien befestigten sich um weitere K 20. Verkehrswerte wurden zu leicht erhöhten Kursen notiert. Exoten bewegten sich zumeist auf ihrem gestrigen Niveau. Die Schlußtendenz war schwankend. Die Devisen der Weststaateri haben sich, in der Mehrzahl befestigt. Im freien Valutenhandel lagen Berlin, Wien, Sofia_! und Budapest schwächer, während Belgrad und Warschau etwas anzogen. Budapester Börse. Budapest, 8. März. Die Börse zeigte zu Beginn große Geschättslosigkeit, die bis zum Schlüsse anhielt. Trotz des Kassatages wurde das Geschäft erst knapp vor Schluß etwas lebhafter. Die Grundstimmung war im allgemeinen als fest zu bezeichnen. In Kohlen- und Bergwerks- Aktien zeigten sich Kursschwankungen von 20 bis 30 Punkten. Auf dem Eisenmärkte, der im allgemeinen geschäftslos war, wurden nur Liptak- und Waffeh-Aktien lebhafter gehandelt. Der Valutenmarkt zeigt trotz der unveränderten Züricher Kronennotierüng ein freundliches Aussehen. Die Spekulation suchte eine starke Hausseposition einzunehmen und bevorzugte Dinars. Während Sokols behauptet waren, sprachen sich Lei fest aus. Das seit Tagen in Dollar herrschende stille Geschäft wurde heute sehr lebhaft und es fanden große Umsätze statt. Der Dollarkurs konnte sich jedoch nicht entschieden befestigen, da genügend Verkäufer vorhanden waren. Der Schlußkurs stellte sich nur um einige Punkte höher. Die österreichische Krone lag behauptet. Die westlichen Valuten verkehrten geschäftslos, ausgenommen Schweizer Franken, die rege gekauft wurden. Auf dem Devisenmärkte war in Auszahlung Mailand und London lebhafteres Geschäft. Berliner Börse., Berlin, 8. März. Die gestern für die lustlose und .abwartende Haltung der Börse angeführten Gründe beeinflußten auch heute die Kursgestaltungso daß diese uneinheitlich war> Die Grundstimmung war aber jedenfalls wesentlich freundlicher und die Kurse, selbst bekundetem» obwohl überwiegend niedriger, im Verlaufe entschiedene Widerstandsfähigkeit gegen weitere Rückgänge. Die Einbußen betrugen durchschnittlich 30, für Montanwerke vereinzelt 50% und gingen nur bei einigen wenigen Papieretj über diesen Satz hinaus. Daneben sind aber auch für eine ganze Anzahl von Papieren Kursbesserungen im ungefähren Ausmaß von 30% und vereinzelt darüber festzustellen. Bemerkenswert war die feste Haltung einzelner Kaliwerte, von denen bei großen Umsätzen Deutsche Kali-Aktien um 225 und Rönneberg-Aktien über 200% auf starke Käufe von interessierter Seite stiegen. Bank-Aktien und festverzinsliche Werte veränderten ihren Kursstand nicht erheblich, was auch von Schiffahrts-Aktien mit Ausnahme der wesentlich niedrigeren Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiff-Aktien gilt, Die Devisenpreise unterlagen bet kleinen Umsätzen keinen wesentlich^ Veränderungen. Gegen Schluß, wurde» die Börse wieder, schwächer, da die Realisationen einen größeren Umfang annahmen. Auf dem Anlagemarkte setzten Österreichische;; Renten ihre Steigerungen um 40% fort. Die ungarische! Goldrente gewann 18%. 1 . * Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der »Wiener Modenzeitung“;) , Dergestrige Verkehr an der Holzbörse verlief bd gutem Besuche und umfangreichem Ausgebote in ruhiger Haltung* Es machte sich nur schwache Kauflust wahrnehmbar, da die Stagnation sowohl seitens des lnals auch des Auslandes anhält. Käufe können nur zu gedrückten Preisen perfekt werden, was auf Notverkäufe .zurückzuführen ist.1 Es herrscht aber allgemein die Ansicht, daß in absehbarer Zeit mit" einer Verbesserung der geschäftlichen Transaktionen zu rechnen ist. Man bezahlte für frisches weiches Brennholz K 175.000, ab Wien sowie für Telegraphenstangen K 15.000 ab niederösterreichischer Station. Sonst wurden noch ausgeboten von - Nadelholz-Rundholz Langholz von 23 cm aufwärts 15 bis 20'in zu K 15.500 ab niederösterreichischer Station, Schleifhölz zu K 13.000 ab niederösterreichischer Station, von Nadelholz -Schnittmaterial 6 bis 7 mm Spaltware % schmal zu K, 75.000 Wien, 8 bis 9 m von 10 cm aufwärts zu K 55.000 Wien, 13-mm-Bretter von. 8 cm aufwärts zu K 32.000 Wien, 40 mm von 15 cm aufwärts zu K 32.000 ab niederösterreichischer Station, Kantholz, geschnitten, 10/10 cm aufwärts zu K 34.000 Wien, Pfosten 52 mm von 18 cm aufwärts zu IC 42.000, Tischlerware; Fichte von 18 cm aufwärts I und II zu K 43.000, Bauwarer50 mm 13 bis 30 cm zu K 30.000 Wien; Lärchenpfosten 52 mm von 15 cm aufwärts zu K 40.000 ab niederösterreichischer Station, Bretter 30 mm stark zu K 30.000 Wien, von Laubholz-Rundliolz Eiche 25 bis 30 cm zu K 31000 ab niederösterreichischer Station, von Laub», h o l,z - S c h n i 11 m a,t e r i a I Erle, Kirsch, Bim, Linde gemischt, zu K 55.000 Wien, trockene harte Buchenscheiter zu K 260.000 Wien, frisches hartes Brennholz zu K 190-000; trockenes! Birkenbrennholz zu K 230.000 ab niederösterreichischer Station, weiche Holzkohle zu K 90 ab niederösterreichischer Station. \ \ Die Devisenkurse. .'.Zürich, 8. März. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vö* der Schweizerischen Kreditanstalt.) . Berlin 1.97 (2.-), Holland 195.25 (195.50), New York 515.- (51 s.-), London 22.53 (22.56), Paris 46.05' (46.50), Mailand 25.60 (26.65), Brüssel 43.15 (44.—), Kopenhagen 109150 (108125), Stockholm 135.40 (135.25), Christiania 91.— (90.25), Madrid 81.25 (81.25), Buenos Aires 191.— (191.—), Prag 8,35 (8.40), Budapest -.70 (-.70), Agram 1.70 (1.60), Bukarest —.— (—.—), Warschau—.11 (—.13), Wien Geld —.08 (—.08), Wien Ware — (—.—), Oesterr. gest. Kronen Geld —.07% (—.07%), Oesterr. gest Kronen Ware —( .—). Amsterdam, 8. März. (Devisenkurse.) London 11.54 (11.54%), Berlin 1.00% (1.01%), Pari« 23.62% (23.70), Schweiz 51.25 (51.20), Wien -.04 (—.04%), Kopenhagen 55.80 (55.80), Stockholm 69.20 (69.50), Christiania 46.50 (4Ö45), New Volk 263.50 (262.75), Brüssel 22.20 (22.38%), Madrid 41.55 (41.62%), Italien 13.25 (13.62%), Budapest —.35% (—.—). Berlin, 8. März. (Devisenkurse.) Wien altes —(—.—-), Wien abgestempelt 3.98 (4.03), Prag 422.55 (423.55), Budapest 34.76 (35.96). Berlin, 8. März. (Kurse der Devisenzentrale.) Noten: Dollar 257.45(258.40),-Pfund ,1134.75 (1142.-V Italienische 1343.75 (1341.-), Polnische 5.77% (5.70), Tschecho-slowakische 420.— (420.50), Alte ‘österreichische, —- (—.—), Oesterr. gestempelte 3.60 (3.52%). Prag, 8. März. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vor» Bankamte des tschecho-slowakischen Finanzministeriums.) Berlin 23.55 (23.75), Zürich 1202.50 (1198.-). Belgrad 85.50 (78.-). Bukarest —(-.-), Wien 0.78'/« (0.81), Warschau 1.27% (1.25), Agram —.— (—.—). Budapest 8.10 (8.17%), Jugoslawische Noten 82.50 (75.—), Oesterr. gestemp. Kronen 0.78'/« (0.81), Poln. Noten 1.27% (1.25), Ungar. Noten 8.10 (8.17%). ' PreBSStlirZ 8IICh tl@B mifl IA#1 8MIA VEB KielderfaMation,11.,Glockensasse 24-!!.,Gr.Speri- .... Messestand; Hofburg 5235 ■ > 11 W ilsräH% gasse29 - Taborstrasse44 - Tel. 41634, 46621 Sie 'hiaitibeh n;mn nichts weiftieres ziu beispirechen; 2. Fortsetzung. Von meinem Großvater. Von Leopold Kompert. . Noch später — es mochten seitdem etwa •sechzig jjfeihire vergangen seiciv— emzähilte der Großviatte/r, wen« ei me besonders gmte Sitimui'uing über 3hm gskam man wair: Nichts m -der W*eÜt hätte ifhin :.,m diesem Augenblick 'vermögen konnten, von der Schwelle jener Türe zu weiteten'; er hätte milcht. d>ais kleinste Mittlteid. mit der Klage des Mädlctems gehabt; denn wiewohl! sie ihm ans Henz gegriffen, (halbe er es doch mit altem Heißhunger, dessen er daimiaite fähig gewesen., eirnpfumidm< —: daß er diese »Fische«, Sdte dert im der Pfainne so verführerisch ibiräibeflltiem uimd iziochfem, essen müßte uimd mochte auch Leser Kcillliim mit seiner ganzen Familie dfemolb vor Hunger vergehen . ' »Die ganze Ftaimiiliie?« fragte dann gfewoWniteh eine ahte Frau mit einem sdhiailkhiaübem' Lädhein, dlaissich leider nicht wieder geben läßt ... Also dierr junge Rabbiner kanmltie es jenen zwei klagenden Wanten deutlich entnehmen., dlaß er eigentlich nrjeiht willkommem war. Demnach trat er. näher und . nun . standen sie sich" gegenüber, ein felühendtedhönet, van der Hitze des KüdbemfeiuePS' ’fliainmanrotübenstKülilVjes, ksauim siebzelhm.j älnriges: (Mäcltchen unid der jtonge, säe um einie ganizte Kopfes-' höh« übanragemdie Rabbiner ... »Wenn ich zu srpäit gekommen bin,« sagte er nach einer Weile, und itdh möchte noch jetzt die flüsternd geheim n.lsivolte Tonart tetenasdhien, in der dais Zwdegesipiäoh dieser zwei Menschen diaimtailis ge», führt wurde, vsio will ich wieder gehen. Zur Last faiüen wiiW iich ntem-airudem.« ' »Wer sagt euch, daß ihr ums zur 'Daist fafllen »werdet?« rief d^s Mädchen übereifrig. Dann stockte aie und stammelnd, diie Aiuig’en nimch der Pfainnte lualb (hin g eir ich) (et, in der die Fische brodelten, sagte sie: >Bleibt, bleibt nur, Ga>-it, cs wird für ums. aJilr noch 'etv.-as übridMeihettv«. nur das eine war dem jiumigen Ralhbrnier nicht entgangen', dlaß, aüis er dem Mädchen dien gesichdelbenen Zettel ülbörgalb, der die. Aimveiouing auf die Safoba'tverkösitigiuing bei Leser KcdÜn cnithielt, ihre Häniale seliüsa.mierwhise Zilötentien. Dawaruf edijpfahl! er sich, Leib' und Seede wie 'Von M^lhlgeruichen eingeliült, uimd er c-ellbst hätte nicht emtsiciheiidien unid mi..t der sdmrfsitieni Dialelk’tiik seines im Taßimuidstudium geübtem Vensrtanidies 'he-1 weiisan (kommen, o(b diese Düfte, die iim raaidhwußten, mehr aiuis der Pfanne am Hajjd . . ..oder aiuis dem kiunzen. Ga.prädh mit dem Tödhteindhem Leiser . KoiiKws kamen., . ■ MiiütUierweile wair der Naichlmtfbfcag iztu1 Enidle gegangen. Der Salbtet maidhlbe senlne Nähte überall bemerkbar. ■ Nachdem sich , der jlünige Rabbiner, so - viel es sein rratgebrachtes Geipädk geJtalbtete, festlich bekleidet, steinte schwarzen, wie ek nächtiges Gewölk n!edeirhängenidien Haare geölt (er hielt iin diesen .Stücken viel auf dlais, wais man äußere »Repräsentation.« nennt), unid atuiah sahst von dar Henb&rgismutter ailllienloi Aiufmeirfkisaim/kteiten erfaihnen habe, begab er sich - in ’ diiie miateliiegontde Synagoge. Der A,ben'dgotte>sd^eni?.t begann soeben. Hnd auch jiotizit bewaliirte sich wieder dar Lvdfle Zatulber cdmer Pen-ön?idhk«it, von dler JiugenidladhÖmheitt und jugendkiraft noch hidit gewichen ist.' Er' hatte Ln dar «ogeniammbem »iPdltehieni« — Vorhalle des Gottesih'auistes — wahnsdbeinilioh so benamset, weil dairclibst die po!,r>»!,sehen Bettler zu stehen pfliegen, seiinen Platz genommen1; aber jeder, der an ihm votrüberkam, sdienlklte diem fremdien, schlanken Mamm einten Blick dar Aufmorfkisamkeiit, begrüßte ihn wärmer als die anderen »Gäste«, jai, der Gern eänideverw a.!iter Joel Tagleicht ging so weit, d<aß er ilhin auf forderte, drin im Gotteslbaiuis «etlb.-l seinen eigenein Bedplaliiz mit ihm m teilen, was um* geheuer viel bedeutetcv Aber wie am Naidhimiittag dte F.Ln!‘?.idluiy^ ->w Tisch, «r» l'eibnt? der limnge Riabibitnier~3iuich diese Ehre (basichteiiidfön, aber duincbaius nicht demütig ab. Die Nacht war henabgeisuinkiän; «Kauissnid futn« kednde Sbenme, slbandien am Himmel'; ein teiises Lüftchen sipiellte in dien Hiaiairen dies jungen Ralblbiilniers und fächeltte seinen' heißen Wangen, aJlis er mach be- - emdiiigtem; Gotbesdliernst dlmriclh die »Gaistse« sdhifitt, jenem kleinen und versteckten Häuisahien entgegen'' —- wo ihn sein nabbaitilich.es teibigteiniicht erwartete.' Bald iilastete er seine Schritte, bald hielt er wieder zögernd inne; einmal deuichtte ss ihm, alltsi könne er nicht1 maisch genug zu den. Genüssen im Hiatuse Leser Ko/lhnis eilen, dann fand er ein« Art Vergnügen diairan, sich diesen Genuß so lange -albs mög* lieh vonzuienth.ia.lten ... So keim es, daß er, aitis er' endlich 'das Haus erreichte und1 in die Stube eiimhnat,,j schon 'die ganize Familie um den Tisch geschart fand, ' wie sie eben diie a.lttlhergebraiöhtt ein Gesänge, dlifö die' Ankunft' dies hoMien Sslbbaits feienyi, in abwechselnden und dloch h'afimonisch ineinander klingendciif Weisen sangen. Obenan saß Leser KallUn, der arme Mann, der aber in dieisieim. Augemfeflitak attasoaihV ail® hätte er Königreiche zu vensebenken, neben iibut sein, -Weib in weißer Haube^ und' ihr zur Saite da»' schöne Mädchen aus der Küchie . i. . Von. da ah' wogte es wie ein reifes Kornfeld von Lauter KSnidbi*- 'köpfchen, Mädchen' und Knaben, jedes van ihnen' ein. aufgasdhi!agen es G ebeitbüclhileiin w ’ siidh. . Der »Gast« wair besdlieidien an der Tür steten geblieben. Eiben stimmten sie den letzten Gesang «an, den’ feuirigen, Hymnus dos Königs SaJomio auf dlais Weih, und mit seltsamer G-ewailt. umrauschten ihn die so oft gehörten und . doch niemals recht verstandenen Worte des viel erfahrenen' Diicfiedcönigs: »Anmut ist Lüge und eitel Lrt Schönheit: eine gottesfürch tige Fnani, die weridie geipniesm. Gebt,ihr von den Fracht ihrer Hä-ndie ,u.nd rühmet ihr Tun in: .den1 Toren.« Sein reines Gemüt stand unter dem Bann eines Zaubers, den er bis dahin noch nicht gekmiut hatte- (Fortsetzung folgt.) 392660

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.