Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1107 (27.2.1922)
- Date
- 1922-02-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Emzememmer r so Wien: Zum Abholen in der Expedition, H.,Taborstr. 1—3, oder in einer Verschleißstelle (Trafik) monatlicji K 1200. MitPostversand flirWien und Oesterreich monatlich K1200. Tschccho-Slowakei:Mon. Kronen20. Ungarn: Monatl. Kronen 120. Jugoslawien: Monatl. Dinar 18. Polen: Monatl. Mark 600. Deutschland: Monatlich Mark, 25. Frankreich: Monatl. Frcs. 6. lener Tschecho-Siowaftel tsch. K 1 Italien: Monatlich Lire Rumänien: Monatl. Lei 4Qjj Schweiz und das übrig« Ausland monatlich Francs 3fcj Redaktion, u. Administration Wien IL, Taborstrasse 1—L Telephone: 44-0-38, 43-3-1H ab 6 Uhr abends 17-9-33. Telegrammadresse: „Morgen^ zeitung“, Wien. O österreichisches , Postsparkassenkonto 150.693^ Nr. 1107 Wien, Montag, 27. Februar 1922 4. Jahrgang; Oesterreich bekommt einen Finanzbeirat des Völkerbundes. London, 25. Februar. (Reuter.) Der gegenwärtig in London unter dem Vorsitze Wallenbergs tagende Wirtschaft«* und Finanzausschuß des Völkerbimdes hat von den Regierungen Englands, Frankreich« und der Tschechoslowakei die Mitteilung erhalten, daß sie beschlossen haben, der österreichisc he n Re gier u n g Kredite zu gewähren. Diese drei Regierungen richteten an den Wirtschafts- und Finanzausschuß das Ersuchen, sich mit der österreichischen Regierung über die unverzügliche Ernennung eines finanziellen Beirates zu einigen, der bei Durchführung der von der österreichischen Regierung und dem Finanzausschuß des Völkerbundes in Aussicht genommenen Finanzreform mitzuarbeiten hätte. Der Finanzausschuß, der eben jetzt über die Ernennung dieses Beirates berät, hat die österreichische Regierung eingeläden, an der Besprechung des Ausschusses über diesen Gegenstand am nächsten Dienstag vormittags teilzunehmen. Den Sitzungen des Finanzausschusses wohnt Dr. Gustav Ador bei, der auf den Finanzkonferenzeh in Brüssel den Vorsitz geführt hat. Grundlage der bestehendnn internationalen Verträge arbeite. Wir hoffen, daß die Konferenz für die Staaten Mittel- und Südosteuropas eine Besserung ihrer Lage bedeuten wird, doch darf dies nur unter Respektierung der Souveränität eines jeden beteiligten Staates geschehen. Der englisch-französische Garantievertrag perfekt. Paris, 27. Februar. (Tel. der „Wiener Morgenzeittmg“.) Die Blätter berichten, Lloyd George habe den Journalisten erklärt, daß der englisch - französische Garantie vertrag abgeschlossen und demnächst unterfertigt werden wird. _ Lloyd George und Poincar^. Die Orientfrage. 1 Paris, 26. Februar. Wie die, AgenCe Havas erfährt, habe , im Laufe der gestrigen Unterredung in §otilogne^.j p y;d.J3o r g e heüeiWh ^em Wmische Ausdruck gegeben, daß P q*i n c är Frankreich•'in Genua vertrete. Die beiden'. Ministerpräsidenten seien libereingekommen, daß die O r i ent f r a g e dringend geregelt werden, müsse. Es sei möglich, daß sich P o i n c ä r e nach London begeben werde, um den' Wortlaut des Pakts v o r der Konferenz von Genua ffestzusetzen. In britischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die vorbereitende Konferenz der S’a c hv e r s t ä n d i gen in. London am 6. März zusammentreten werde. . . . : ' Paris, 26. Februar. Philippe Millet berichtet im „*Petit Parteien“ zur Begegnung., in Bouiogne, - es sei hervorzuheben, daß auch bezüglich des englischfranzösischen . Garantievertrages volle Einmütigkeit erreichtworden sei. England stimme nunmehr der von Frankreich gewünschten Verlängerung .des Abkommens zp. Einige. Schwierigkeiten könnten sich noch,.bei der Frage von Ta gef ergeben. Doch werde duröh diese Angelegenheit der, Fortgang . der weiteren 'Unterhandlungen keine Verzögerung erleiden, Rußland und Deutschland im Völkerbund? (Paris, . 26. Februar (Hävas.). Das ^Journal“ - schreibt, daß Lloyd George ausdrücklich Ndie . Notwendigkeit zugegeben, habe, die Anerkennung! der" r ti s s i sehen Vorkri.egssc h u 1 d eh. V zu fordern, und zwar ohne tiie Möglichkeit einer k^pmpensafioh mit den Summen, die” infolge der Expeditionen D e n i k i n s, W r a n g e 1 s und Koltschaks aufgewendet wurden. ■ Der „Matin" erklärt, die französische Regierung sei geneigt, den Eintritt Deutschlands und später auch Rußland ’s in den V ö 1 k e r b u n d zu gestatten, doch müsse die Haltung dieser beiden Staaten " auf dek Konferenz; von Genua dem Völkerbund die Unterlagen für seine endgültige Entscheidung liefern. Die beiden Premiers seien vollständig einig darin, daß der. Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Rußland k ein H i n d ej n i s in den Weg werde gelegt werden; die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen könne jedoch erst, ins Auge gefaßt werden, we*in die gelegentlich der Eröffnung ejer wirtschaftlichen Beziehungen gelieferten Bürgschaften dies .gestatten, ohne eine Unvorsichtigkeit befürchten zu lassen. Die Frage der Schaffung von Kapitulationen in Rußland zum Schutze der Ausländer werde der in London zusammentretenden Kommission der interalliierten Sachverständigen Vorbehalten werden. Pasic über Genua. Bukarest, 27. Februar. (Intel.) Der hier weilende Jugoslawische Ministerpräsident Pasic erklärte gegenüber viuem Mitarbeiter der „l.upta“ unter anderm folgendes: Wir schufen die kleine Entente, um die Konsolidierung des Friedens in Mitteleuropa zu sichern. Wir wünschen, daß die bevorstehende Konferenz von Genua ausschließlich auf Polen hat kein Geheimabkommen mit Ungarn. Warschau, 27. Februar. (Poln. Tel.-Ag.) Amtlich wird verlautbart : Die in der ausländischen und polnischen Presse verbreiteten Meldungen von einem Geheimabkommen zwischen Polen und Ungarn entbehren jeder Grundlage. " -;Bas; Kabih^trFactaf;'' . Rom, 25. Februar. (Stefan!.) Der König bat die Demission des Kabinetts Bonomi angenommen- und den Abgeordneten Facta mit .der Bildung des neuen Kabinetts betraut. Dieser unterbreitete dem König folgende Liste, die der König genehmigte j Vorsitz und Inneres — Facta (Demokrat), Äeußeres — S c h a n'z er (Demokrat), Kolonien -. A m e n d o 1 a (Demokrat), Justiz — R o s s i Luigi (Demokrat),, Finanzen — Berto n e (Volkspartei), 'Schatz — Peano (Demokrat), Krieg — d j Scalea (Agrarier), Marine — de V i t o (Demokrat),' Unterricht — A n,i 1 e (Volkspartei), Arbeiten — R i c c i o (Rechtsiiberaler), Ackerbau -- B e r t i n i (Volkspartei), Industrie und Handel — Rossi T e o p h i 1 o (Demokrat); Arbeit und soziale Fürsorge — de llaSbarba (ReformSozialist), Post — C e s a r o (Demokrat), befreite Gebiete — interimistisch Facta. Das Ministerium umfaßt also: 8 Demokraten, 3. Volksparteiler, 1 Agrarier, 1 Reformsozialisten und 1 Rechtsliberalen. Die Wilnaer Frage. Warschau,« 27. Jänner.’(Poln. Tel.-Äg.) In seiner Antwort auf dje Note der Kownoer Regierung, die. die 'neuerliche Prüfung der Wilnaer Frage durch das internationale. Schiedsgericht vorschlägt, weist der polnische Außenminister S k i r m u n t den Vorwurf, daß Polen seinen Verpflichtungen nicht ‘ nachgekommen sei, zurück und erinnert daran,, daß die Wilnaer Frage eingehend’ durch den Völkerbund geprüft worden sei und daß die damalige Entscheidung des Völkerbundes von Polen angenommen, von Litauen dagegen abgelehnt worden sei. Aus diesem Grunde müsse die polnische Regierung die. neuen Vorschläge Litauens ablehnen. Die Vertreter der Wilnaer Bevölkerung hätten sich für den Anschluß Wilnas an Polen erklärt. Die polnische Regierung sei zu sofortigen direkten Verhandlungen mit der litauischen Regierung bereit, um freundschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Staaten herzustellen. Die Einigung$bestrebungen unter den sozialistischen Parteien. Frankfurt a; M., 26. Februar. (Wolff.) Auf der Konferenz der beiden Exekutiven der zweiten Internationale . und der Wiener Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien verlas Vandervelde die offizielle Antwort der Exekutive der Zweiten Internationale auf das Einladungsschreiben des Bureaus der Wiener Arbeitsgemeinschaft vom 16. Jänner, in der die prinzipielle Bereitschaft zu Vorbesprechungen d?r Exekutiven der Zweiten Internationale, der Wiener Arbeitsgemeinschaft ür.d der Moskauer Internationale ausgesprochen wird. In diesen Vorbesorechung^n würde die Möglichkeit der Wie die Erwachenden Magyaren; in Wien Pogrome arrangieren wollten. Neue Enthüllungen Abels über die deutsch-östef* reichisch-ungarischen Monarchisten. Berlin, 27. Februar. (Intel.) Der frühere deutsch*, nationale Redakteur. August Abel, dessen Enthüllungen»; über die reichsfeindliche Zusammenarbeit der bayrischen,] ungarischen und österreichisch-habsburgischen Reaktion! großes Aufsehen erregt und die Münchener Staats-J änwalfschaft zum Verfahren gegen den Orgeschleitefj Pittinger bewogen hatten, behauptet in der „Welt am| Montag", daß Dr. von Sylvester bei eiper amt 22. Oktober 1921 stattgefundenen Sitzung der Haupt-! geschäftssteile des Schutz- und Trutzbundes, Wien,/ VII., Bandgasse 32, sich als Mitglied des Direktions-j äusschusses der Erwachenden Magyaren ausgewiesen' habe und in mehreren Besprechungen eine DemqrH stration gegen die Juden und Kommunistenvorgeschlägen habe. Zu diesem Zwecke bot er eine'. Million ungarische Kronen an. Das Angebot wurde aber , abgelehnt, da die. an« der Unterredung Beteiligten den Eindruck ‘gewannent| daß Sylvester die österreichisch-völkische Bewegung: und 'die österreichischen Kreise für ungarische Pläne gegen Oesterreich und das Deutsche Reich gewinnen wolle. Sylvester stellte als Ziel der „Erwachenden! Magyaren“ den Anschluß Oesterreichs, Salzburgs: und Tirols an Bayern . sowie die zeitweillige Trennung Bayerns vom Reiche als .für dessen Gesundung notwendig dar. Ferner sollten zufolge seinen Erklärungen die Banden Heijjas’ und Pronais am 17. Oktober 1921 gegen Wien marschieren,; um dort eine völkische Regierung wie in Ungarn einzurichten. Dieser Plan scheiterte aber an der Unentschlossenheit der Mitwisser und der Wachsamkeit der Wiener Arbeiter. Sylvester erklärte, die „Erwachenden Ungarn" hätten . diesen Plan nicht . aufgehoben^ sondern nur .aufgeschoben und dächten ihnspätst eihmäl mit Hilfe Bayerns - zu vÄwiMiLMn. ' - Einberufung einer gemeinsamen Konferenz zu prüfen sein. Dr. Fritz Adler (Wien) erklärte im Namen» der Vertreter der Wiener Arbeitsgemeinschaft, daß, nachdem die Einladung zu einer Sitzung der drei Exekutiven von den Vertretern der Zweiten Internationale offiziell angenommen worden sei, eine Aussprache über Ort und Zeit dieser Zusammenkunft der drei Exekutiven stattfinden möge. Als Ergebnis dieser Aussprache wurde festgestellt, daß die Sitzungen der drei Exekutiven nach Berlin einberufen werden mögen. Die kleine Entente gegen Sowjetrußland. Bukarest, 25. Februar, (Orient-Radio.) Einem Vertreter der Agence Orient-Radio gegenüber! erklärte Ministerpräsident Pasic, die in Bukarest stattgefundenen Besprechungen hätten zu einem vollständigen Einvernehmen hinsichtlich der durch die Konferenz von Genua aufgeworfenen Fragen geführt sowie zu der Feststellung, daß die Staaten der kleinen Entente zahlreiche Interessen gemeinsam zu vertreten hätten und sich gegenüber eventuellen Ansprüchen der Sowjetdelegierten einig zeigen würden. Gestempelte Krone ----- Auszahlung Wien -- iu Zürich notierte: .08V- Centimes. .10 Centimes. die österreichische Krone -.10 (-.10 am 25. Februar) die österr. gest. Krone . . —08‘/a (—.O8V,am 25. Februar) die tschechische Krone. . 9.05 ( 9.05 am 25, Februar) die Mark . . . . . . . 2.31 ( 2.30 am 25. Februar) Agram.. . . 1.55 ( 1.55 am 25. Februar) Bukarest. —. (-.- am 25. Februar) Budapest.. . -.72 (-.72 am 25. Februar) Warschau. -.13 (-.13 am 25. Februar) Semesterschluß an der Wiener Universität. Beginn der Inskription zum Sommersemester. Heute wurde an der Wiener Universität der volle Lehr- und S,tudienbetrieb wieder aufgenommen, der während der strengen Kälte seit 16. d. M. wegen KohlenmangeJs teilweise eingestellt gewesen war. Einer an der medizinischen . Fakultät angebrachten Kundmachung zufolge müssen die Studierenden dieser Fakultät alle ausgegebenen Sezierzettel gegen die durch den Dekan gefertigten Duplikate Umtauschen. Wie nunmehr bestimmt, werden die Vorlesungen an der Wiener Universität bis 24. März und die letzten Prüfungen bis Inklusive 1. April stattfinden, worauf das1 Wintersemester geschlossen wird. Nach den zirka