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Wiener Morgenzeitung · 1922-02-26 · Heft 1106 (26.2.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1106 (26.2.1922)
Date
1922-02-26
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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{SeltTB- Men, Söimtag WIENER KtORGBWZKITUrtO_26. Februar 1928 Tagesbericht. Zionistischer Parteirat. Heute um 2 Uhr nachmittags findet die Sitzung 'des zionistischen Parteirats im Saale des Niederösterreichischen Gewerbevereins, l, Eschenbachgasse 11, statt Plenarsitzung des Klubs jüdischnationaler Mandatare. Dienstag den 21. d. M. fand die Fortsetzung der Debatte über die Referate der Herren Dr. Jakob /Ehrlich und Oskar Goldschmidt, bejtreffend die Situation der Wiener Kultusgemeinde, statt Die Herren Nimhäuser und Dr. Friedmann sind der Ansicht, daß das im Budget vorgesehene Präliminare von K 200,000.000 an Kultussteuern durch die bereits begonnene Bemessung für »1922 mit Leichtigkeit erreicht, wahrscheinlich sogar überschritten werden wird. Dr. Weiner beanstähdet, daß bei der nicht durch die Branchenkommissionen vorbereiteten Bemessung von Privaten jede Grundlage der Besteuerung fehle. Nimhäuser schlägt vor, in solchen Fällen persönliche Recherchen durch die Kommissionsmitglieder pflegen zu lassen. Es entspinnt sich sodann eine Debatte über die Wahlreform, an der sich die Herren F 1 e i s c h m a n n, | Dr. Friedmann, K r e s t i n, Moritz Müller, Nimhäuser, Picker, S i t z m a n n, Regierungsrat T a u s s i g und Dr. Georg Weiner beteiligten *ind die eine vollkommene Einmütigkeit über die Prinzipien des Wahlrechtes ergibt. Nach einem Schlußworte des Vorsitzenden Gemeinderates Dr. Ehrlich wird die Sitzung zur Anhörung des Referats des Gemeinderates Dr. Plaschkes über die politische Lage vertagt. _ ' Wiener Zionistisches Lokalkomitee. Da-, J.ydk«f’ikcrmftee ßnaftte aim 22. d1. M. Herrn Sedig W e itiz m a.-n n vom Win-sdiafitisocnt * der N«ni>'5krsdhsN' Exekutive in Palästina z-ü-Gaste. Herr WeitAMM'.in gab omHie-iteiitd: dier Genugtuung Ajuskirufdk über diais Anerbieten der österreichischen Zioa rasten, der pa!äsöinens ischen Exekutive Werkzeuge .für die Arbeiter zur Verfügung m stellen. ■ Er sdhlilidferte in längerer Rede die derzeitige Situation im Lande, inisbe sondere die Lage der Arbeiter-.und den. Stand der Arbeit, und« verwies auf die1 wendiigkeit, Palästina in dler nächsten Zeit für iwernigBiteni» em Jahr m'-Cbt bloß mit 1 an d w i r’t - s c Ih a f 11 i c!h e n und1 gewerblichen Masdhinen unud Hanianverfkzeugein. «ondiem». aiuch mit afll ein1 Utens#ien, die zur Unter b ring u mg der Anbeiilter notwendig sind, zu versorgen. Die Unterbringung »der Anbeiter erfordert ZeRte, ' Bette n, Decken, Bett lacken oksw. ' ■ per Vorsitzende, Herr R a b d u o w Ec z, erklärte im Ueibereirmstim rnuing mit den anwesenden Ventiretemra aller Bezitrbisiidktiioinm uinlcl Somidlelnvfelrbände, daß dtos Lolkatllkomiiteje im Einfvemeihim'etn mit dem Lamdeislkomitee diese Angelegenheit energisch im dde Handle nehmen wende. Zur Besprechung dler geeigneten Arbeiten wind Mittwoch den r. März eine Speziiailtsitzumg dies Ldka^iomiiltees einlbenufeni werden. Die anwesenden Vertreter «dler emtnidhleai. Dieses MmstemmigismerÜflnral ist alfeo geblieben. Die Schekelsteuer war rauasiebr die populärste Abgabe. Das zeigte sich auch ganz deutlich, .als das Jüdische Volk in die Verbannung ging und kein ^Heiligtum und keine Opfer mehr hatte. Die Jahrhunderte und Jahrtausende der Galuth mit ihren Verfolgungen 'und Unterdrückungen! vermochten rdie Erinnerung an den Schekel nicht anszum erzen. »Freilich verlor der Schekel in der Diaspora seine Selbständigkeit; er war jetzt bloß Symbol, Er- Mimerungszeichen, an die frühere Herrlichkeit u'tid •diese innere Verwandlung zeigte sich wiederum lim äußeren Gewände des Gafuth-Schekels. Der fSchekel verlor wiederum das Merkmal der Ganzheit,' er ist wiederum ein »^faflhofzi't/h-h’asdhefeöl1« geworden. Anderthalb Kreuzer für jedes Familienmitglied , (»wurde alljährlich gegeben, es kam da nicht auf den-1 jlWert an, aber es sollte eben keine abgerundete Zahl sein, 'Somdlenn ein » MäcIhQiziifh«, eine Hälfte. Es sollte~ '»auch kein großer Betrag sein, der entrichtet werden" mußte, weil es sich doch nicht um eine Steuer handelt, die »Selbstzweck«, sondiem bloß «Erirntnejruings-■ zeidhen»« ifet. Jeder von umis erinnert Äoh noOh an die Rührung unserer Alten, wenn sie am .Vorabend des Purim in den Teliler, der in der Synagoge zu diesem Zwecke auf gestellt wurde, als Erinnerung «an den Schekel legten. Sie wußten, daß den Armen, denen diese Beträge zugeführt wurden, damit nicht Viel geholfen wird, aber sie waren, sich dessen, bewußt, daß sie eine Handlung vollbringen, Welche die ehrwürdige Krone des Alters schmückt und die ■in uns auch Hoffnungen auf die Zukunft erweckt. So dauerte es Jahrhunderte. Der neue lebendige Geist, .den der Zionismus, ins jüdische Lager brachte, erweckte auch den- Schekel zu neuem Leben. Er soll nicht, wie so viele [Jahrhunderte hindurch, bloß Symbol, bloß Mittel teum Zwecke sein, sondern .soll wiederum, wie in seiner Blütezeit, seine Selbständigkeit erlangen, er fcoM einen Baustein zum Aufbau des Landes dar- .stellen, ja, er soll noch mehr sein: ein Bekenntnis zum Judentum und zur lebendigen Kraft, die diesem JVolkc innewohnt und die uuvertilgbar ist. Das soll fras alle» der Alt-Neu-Schekel bedeuten^ B ezirksse kitiiomen und Soimdlenveubänidle woflHietn zu däesier Sitzung eine Liste der iln ihrem Rayon befindhehen Masdhiniemtmid Werkzeugfaibtnilkanten sowie der in Betracht kommenden Bmairadhiem vomberci.ten, damit einte fiafohlmäniM'sidhie Leitung an dlite Spit-zc dfieseir Akfliian', die unter Kontrolle dies Lolkaflunidi 1.amideslkoimiit ees dluiuchgefülhwt werden soll, bestellt werden «kann. Unter d'em Beifhll der VersiamrrDedt'en dankt der Vßirisiitizienidle •'Herrn Weifczmatan für -seine Darlegung an. In der letzten Sftiziung dies Ldfoaikamiitees Wurde noucafürh auf die iinntümlllildhle Auffawisnng dar BeziirlkisisefkltdOnan hingewiesen', nach weicher dlie Sdhekel- und ’Pairteiiatetucrbeiträge jählrflidb au yc-irrodhimen wären. Es wird n^hidirückliiidhist zur Kenntnis gebracht, dlaß Sdbefleel-, Panteis-teuier- und Sdiiulrvereitebeiträge sofort ab zu f ü hr en und all 1 monat 1'! c li zu verrechnen isiimd. F einer wurde der Pa.rbaitiagsbies'chiliuß in .Enilnimanunig gebracht, nach' weichem die B szifikssekhionienverpflichtet werden, Referentienfür die C'ha.l'uzitnfürsorge zu bestimmten'. Die Beziikssektiionon werden in der nächsten Zeit bezüglich der dem Pal ristinia-Fümsorgaamt izuiaufühirendein Gelder kontingentiert werden; amioh diese Summen sind alb nionätlich -abizuführen. iProfessor Dr. Stein emstattete den' Bericht über die Tätigkeit dies Jugenidlneferalüs ' ulnid teilte mit, dlaß ein grujßer Teil dler Reziiirikisiaekfeianien noch keinen Jugenidreferenten; beiSitieilt habe. Er berichtet weiter über den Stand dar Jugendarbeit in dien einiziefihiem1 B ez'idkst&elctioinien utnid hiöblt iindbasioriidetre dile Tätigkeit dler Beziinkssektiouen I. und X rühmlich (hervor. In der näcSiisltieu Zeit wird' es notwendig sein',. dÜe Frage dies Jugend^ aimtes zu lösen. ' . ' ’ Nächste Sitzuing des LbklaJkonniteefe Miifctwoch den 1. März, 6 Uhr abends, Zionastilidnets Bureau, II. , 'Zirlkiuisgaisse 33. TägesondJnuirvg: Wedcizieügaktion«, Fraiivenreferat, Eveinbuafe Werkzeuge für Palästina. Die Wiener Misrachi-Zentrale erläßt den folgenden Aufruf: Zu Hunderten und Tausenden fliehen noch jetzt unsere Brüder aus der osteuropäischen Hölle. Ein großer -Teil von ihnen wendete sich der alten Heimat Erez Israel zu, um dort mitzuhelfen, aus eigener Kraft dem jüdischen Volk auf eigenem Boden eine Stätte der Ruhe und Sicherheit neu zu schaffen. Aber auch in der neuen Heimat müssen unsere Brüder noch unter den Folgen der Unbilden leiden, die die alte ihnen zufügte. Bei der eiligen Flucht mußten die meisten alles im Stiche lassen. Selbst das Nötigste zur Erhaltung ihrer Existenz, zur Ausübung des erlernten Berufes fehlt ihnen. So sind kaum die Notrufe aus dem Osten verklungen und schon dringt neuer Hilferuf aus Erez Israel an unser Ohr. . Unsere misrachistischen arbeitenden Brüder wenden sich um Hilfe ah uns. Es fehlt ihnen nicht an Arbeitsgelegenheit und Arbeitswillen. Da sie aber zum großen Teil solche Handwerke betreiben, zu denen sie eigenes Handwerkzeug brauchen, wie Schlosserei, Tischlerei, Gärtnerei usw., so ist es unsere Pflicht, ihnen zur Ausübung ihres Gewerbes und damit zum Aufbau einer gesicherten Existenz die nötigen Mittel zu geben. Darum gebt ihnen Arbeitsgeräte, gebt ihnen Geld und ihr helft nicht nur ihnen, sondern ihr helft euch. Ihr tragt zur Sicherung der Zukunft des jüdischen Volkes bei. Die Unterzeichneten haben eine Sammlung für Werkzeuge eingeleitet Alles ist uns willkommen, landwirtschaftliche, Bau-, Tischler-, Schlosser- und Schmiedewerkzeuge, neu oder gebraucht. (Werkzeuge werden zwischen 12 und 1 Uhr mittags im Lokale des Misrachi, II., Praterstraße 43/11, entgegengenommen. Auch Geldspenden sind an obige Adresse zu richten.) '_ Ehelösungen und Austritte aus dem Judentum. Die letzten Mitteilungen des Bundesamtes fü.r Statistik veröffentlichen eine Uebersicht über die im Jahre 1920 in Oesterreich vorgefallenen Ehelösungen. Danach sind einverständHche Scheidungen vorgefaäleri: ,von Juden 13, von Mischehen 196. davon 122 in Wien; . nicht einverständÜche Scheidungen von Juden 2, von Mischehen in Wien 2; Trennungen: jüdische E'hen 242, von Mischehen in Wien 16. Die Z unahme der Ehelösungen ist bei allen Glaubensbekenntnissen zu beobachten. . In bezug auf den Rel ig i 0 n s wec h s el in Wien von 1914'bis 1920 werden die folgenden Zahlen mitgeteilt: Im Jahtre 1914 gaib es A u s t ritte aus dem Judentum- 532 gegen '107. Uebertritte zum Judentum; 1915 traten 512 aus und 117 über; 1916: 485 -gegen. 106; 1917: 555 gegen 128; 1.918: 774 gegen 185; 1919: 1401 gegen 246; 1920: 1200 gegen 332 Uebertritte. ' . . ■ Die Konfessionsloseriklärungen betrugen 617 Fälle im Jahre 1914 gegen 1666 im Jahre 1920, worunter «ich gleichfalls zahlreiche Juden befinden dürften. Lebensmittelpakete nach Rußland. Zwei Dollar ein Paket. — Eine Aufgabestelle in Wien Durch eine vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz und vom O'berkommissariat für Rußlandhilfe Dr. Nansen geschaffene Einrichtung ist es möglich, Freunden und Anverwandten. aber auch .Gruppen und W oh 1 fahr t s e i rurich tu n geh Lebensmittel n ach R mß 1 a n d zu übersenden. Die Zusammenstellung und Absendung dieser Lebensmittelpakete erfolgt in Riga, die ■ Bestellungen werden in Wien gegen Erlag Von zwei Dollar oder dfts Gegenwertes von zwei Dollar in Österreichischen Kronen sowie gegen Ausfüllung eines vorgedruckten Formulars an den Schaltern des Wiener Bankvereins, I., sHerrengasse 8, entgegengenommen. Für die Uebergabc flr. 1106 des Lebensmittelpakets am den Adressaten leistet daß .Komitee Garantie. Der Besteller erhält binnen drei Monaten entweder die Bestätigung, die der Empfänger bei, Erhalt des Pakets unterfertigt hat, oder, wenn der Adressat nicht auffindbar ist, den eingezahlten Betrag zurück. Nähere Mitteilungen sind im Sanitätsdepartement der Oester reich! sehen Gesellschaft vom Roten Kreuz, Wien, I., Milchgasse 1, erhältlich. Reorganisation der Tabakregie. Tabakpreise nach dem Stand der Goldparität. Der Generaldirektor der österreichischen Tabakregle, Dr. D o r r e k, hat sich dem Herausgeber der Korrespondenz Herzog gegenüber geäußert, daß eine Reorganisation der Tabakregie vorbereitet wird. Die jetzige Organisation des Unternehmens mache es der Leitung unmöglich, die Inlandpreise entsprechend dem jewelligen Stand der Geld parität festzusetzen. Daraus erklären sich die wenig erhebenden Gebarungserfolge. Die letzte Halbjahrsperiode ergab einen Abgang von 357 2 Millionen Kronen. Die Bevölkerung könne beruhigt sein, daß die bisherigen Preiserhöhungen nur in dem gerade noch unvermeidlichsten Ausmaß erfolgten. Bei der hier angekündigten Reorganisation wird def Nationalrat ein gewichtiges Wörtlein dreinzureden haben. Wenn auch noch die Rauchsorten der Weltparität angeglichen werden sollen, dann wird das Wort „Rauchen* für die meisten Wiener zum Schall —■ ohne Rauch werden ... Ein Kraftkehrzug. Die Wiener Straßenreinigung soll modernisiert werden. Pferdemangel und finanzielle Oekonomie erzwingen deä Uebergang zum Kraftwagenbetrieb. Dem Bürgermeister und den Mitgliedern des Stadt- und Gemeinderats wurde eine „Kraftkehrzug* im Betrieb 'vorgeführt; dessen Leistung bei halben Spesen der von drei Kehrmaschinen mit Pferdebespannung gleichkommt. Die Oeffentlichkeit wird natürlich jede Verbesserung in unserem Straßehreinigungswesen mit Freuden aufnehmen. Hoffentlich verfolgt die obige Meldung aus dem Rathause iit keinem Sinne des Wortes bloß den Zweck, den geduldigen Wienern Sand in die Augen zu streuen. Denn das haben die ortsüblichen Straßenkehrer bisher auch ganz gut getroffen . .. Zur Beruhigung wird gemeldet; daß der Motorwagen des Kehrzuges mit einer Braus« versehen ist, die dazu dient, den zu reinigenden Straßenstreifen zu benetzen, um eine Staubentwicklung möglichst hintanzuhalten. Man darf also hoffen, daß auch von dem neuen Kraftkehrzuge gelten wird, was das Sprichwort allen neuen Besen nachrühmt: daß sie gut kehren ... Dte Geliebte des Vaters und Sohnes« Eine Kriminalaffäre in Retz. Aus Korneuiburg wird tun« gesditiebeuif- Das hiesige Kreisgericht befaßt sich seit zwri Wochen mit einer sehr interessanten Affäre, deren) Umstande das ganize Gebiet ober dem J^amhartSH berg in Auifregnmg halten,. Seit etwa Mitte Dezember ist aus dem Ort K 1 e i n - H ö f lein bei Reta der 64jährige Wirtschaftsbesitzer Johann. Greßi abgängig. Das Verschwinden des rüstigen, lebensu frohen Mannes wurde in dem Ort viel besprochen». Seit einigen Jahren hat es sich dort schon zum vierten Male ereignet, daß eine Persotn spurlos ver-i schwindet. Was besonders auf fiel, war der Umstand, daß aus seiner Wirtschaft keine Abgängigkeitsanzeige erstattet wurde und daß weder sein Schn; der unverheiratete Bauer Franz G eß 1, noch die bei diesem1 beschäftigte Haushälterin Marie» Neumeist er ein Interesse für das Verb'.cibeß des Yerscnwundenen an den Tag legten. Schließlich wurde die Gendarmerie in R e t z auf die Sache auf-, merksam und leitete auf eine von einem Nachbar! tießls erstattete Anzeige hin Erhebungen ein, di« ein merkwürdiges Ergebnis, hatten. Es wurde festgestelit, daß die LehensverhäÜb nisse in dem Hause ziemlich verworren, lagen. Es scheint, daß Johann Geßl ziu der Haushälterin Netn meister im, intimen Beziehungen gestanden war. Zur gleichen Zeit unterhielt auch der Sohn F r ainiz ein Liebesverhältnis zu ihr. Als die beiden Männer ihre Konkurrenz entdeckten, änderte sich die bisher zwischen ihnen bestandene Eintracht. Sie wurden aufeinander e i f e r s ü du t i g. Die Haushälterin nahm die Partei des Sohnes und es gab von diesem Augenblick an ununterbrochen Streit und lärmende Auftritte, bei denendem alten Manna »stets die Rolle des Mißhandelten zufiel. Auohf um die Zeit seines Verschwindens herum haben sich’ solche Szenen abgespielt und die Aussagen den Nachbarschaft laufen übereinstimmend dahin, daß Johann. Geßl hauptsächlich! vom der Neumeister g er prügelt und in seine Kammer gesperrt wor-, den war. An dem Tage des Verschwindens Geßls wall dieser, der der O r t s m u s i k k a »p e 11 e amgehörte, zu einer Probe berufen, worden. Ein Knabe richtete dies der Neumeister aus, die ihm aber antwortete, Geßl werde nicht, kommen, er sei schoin morgen s in seiner .BarchentJacke weggegamgeö und habe , einen, Laib Brot mitgenommen. Die Neumeister wurde nun von den untersuchendem Gendarmen, mit dem Knaben k o in f r o m t i e r t. Der Knabe, wiederholte' seine Aeuißerumg. Da die Neumeister den Inhalt seiner Aussage bestritt, wurde sie sofort verhaftet. Gleichzeitig nahm die Behörde auch die Verhaftung Franz Geßl s vor, dar sich verschiedentlich in Widersprüche verwickelt hatte und insbesondere nicht hatte aufklären können, weshalb er sich für das Schicksal seines Vaters nicht interessiert hatte. Die 'beideai

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