Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1102 (22.2.1922)
- Date
- 1922-02-22
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980182--10328-2996668- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
J Wien, Mittwoch WIENER MORGENZEH'UNO no3 * Neunzig Semester Fidelltas. Wie die »Neue Freie Presse“ mitteilt, feierte die älteste liberale Studentenverbindung, die Fidelitasi, hr .90. Semester. Beim Festkommers ergriff unter anderen auch der Ehrenaltbursch der Fidelltas Dr. Julius Ofner das Wort. Er sagte, selber 129 Semester zählend, könne er die Fidelltas als sein.Kind begrüßen, für das er sein Testament errichte, „Bleibt den Idealen treu, die ihr bis heute bewahrt habt und denen ich mein Leben gewidmet habe, den Idealen der deutschen freiheitlichen Demokratie. Schließt keine Kompromisse, .wie ich keine geschlossen, erinnert euch eurer Vorfahren, die im Jahre 1848 an der Spitze .der Arbeiterschaft standen. Verfallet nicht in den Hochmut des Geistigen und bleibet Studenten, da? heißt, bleibet Idealisten.“ Die Fidelitas ist vermutlich darum die älteste liberale Studentenverbindung, weil ihre Jüdischen Majoritäten sich auf den deutschen Liberalismus festgelegt haben und die einzigen Männer geblieben sind,, denen die Mission zugefallen ist, diese Fahne des Freisinns höchzuhalten, während ihre einstigen Schvvesteror^anisationen sich längst dem nationalistischen Antisemitismus verschrieben haben. Dr. Ofner benützt die traurige Jubelfeier, um zu dokumentieren, daß er nichts gelernt und"nichts vergessen hat. Er ermuntert die. jüdischen Jünglinge, ihren deutschen Idealen treu zu bleiben und sich ihrer Vorfahren zu erinnern — nicht jener etwa, die in Pohriitz oder Auspitz Kultusvorsteher waren, sondern jener anderen, die Im Jahre 1848 an der Spitze der Arbeiterschaft ständen. Es geht doch nichts um die deutsche Treue jüdischer Männer, sie spotten aller jener, die ihnen den Rücken hehren, und versichern sich, y/erin sie hübsch untereinander sind, ihres deutschen Freisinns. Wenn alle untreu werden... * Eine seuchenfreie Woche. In der Woche vom 5. bis 11. d. M. wurden im Volksgesundheitsamt im Bundesministerium für soziale Verwaltung weder eine Neuerkrankung aq Blattern noch an Cholera oder Flecktyphus angezeigt. * Gestohlenes Bild. Heute wurde in der Ausstellung Schidloff, I., Tuchlauben 8, ein Oelgemälde in den Maßen 24X22 gestohlen. Es stellt zechende Bauern vor und hat auf einem Messingplättchen den Namen des Malers Jan M. Mölenaer. Das Bild, das nicht signiert ist, hat einen Wert von K 499.099. Der Tat verdächtig ist ein etwa. 45jähriger Mann mit rotblondem Haar und mit Stadtpelz bekleidet. Vereine, Vorträge und Versammlungen^ Arbeitsgemeinschaft der Sprachkundigen Oesterreichs. Anmeldungen für diese Gemeinschaft werden jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag von 10 bis 12 und von 3 bis 6 Uhr im Klublokal, VIII., Neudeggergasse 21/7, entgegengenommen. -r D i e jüdische Tischgesellschaft Alse rstraöe und Umgebug wird sich heute um 8 Uhr abends im Souterrainlokal des Cafö Hameriing ats’Verein Tikwath Jehuda konstituieren. Nach Erledigung der Tagesordnung wird Herr Schwertfinger über den „Parallelismus in der jüdischen Geschichte“ sprechen. Es wird um vollzähliges und pünktliches Erscheinen ersucht. Gäste erbeten. — Verband der Messe- und Exportvertreter, Kommissäre und reisenden Kaufleute. Jeden Samstag von 3 bis 5 Uhr nachmittags für die Verbandsmitglieder im großen Saale des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft, IV., Schwarzenbergplatz 16, Trefftag. Neuaufnahmen jeden Freitag von 3 bis 5JUhr, I., Rudolfsplatz 5 (Verband der Textilvertreter). Bedingungen der Aufnahme: Vorlage des Gewerbescheines und Nachweis der. bisherigen kaufmännischen Tätigkeit — Jugendver ein Aha wath.Zio n. Heute, V28 Uhr abends, Vorträg Kam. J. G e i bar d, „Die zionistische Bewegung“. (Fortsetzung.)— Jüdische Toynbee-Halle, XX., Denisgässe 33. Heute, 7 Uhr abends, Vortrag Josef Pirker, „P o p p e r - L y n k e u s“. Der Vortrag Dr. Josef Bondi entfällt. — H aawodah, Akademischer Verein ungarischsprechender Juden! n W i e n. Unter diesem Namen hat sich ein Verein derzionistischen Höchschüler ungarischer Muttersprache gebildet Gleichgesinnte:Kollegen werden zum Beitritt eingeladen. , Zusammenkünfte jeden Sonntag, 7 Uhr abends,; in der Lese- und Rede halle jüdischer Höchschüler,. IX., Türkenstraße 9. Adresse*: Universität.— Vereinigte hebräisch e 8Chuien, Wien. Am 1, März werden im XX, Bezirk neiue Kurse für Anfänger (Kinder, eventuell auch für Erwachsene) eröffnet Einschreibungen finden an Wochentagen von 5 bis 6 Uhr nachmittags, am Sonntag von 11 bis 12 Uhr vormittags in der . Schülkanzlel, XX , Oihmargasse 46, statt Für die übrigen Schulen, II., Große Mohrengasse 16,. und UL, Erdbergstraße 13, werden derzeit nur Vorgeschrittene, und zwar an Werktagen von 5 bis 6 Uhr nachmittags, aufgenommen. Neue Kurse können nur bei Anmeldung einer größeren Anzahl von Teilnehmern eröffnet werden. Elternschule. Heute um 7,7 Uhr findet im Anatomischen Institut IX., Währingerstraße 13, ein Vortrag des Schriftstellers Lehrer Eduard G o 1 i a s mit dem Thema „Jugend auf Abwegen“ mit Lichtbildern statt Urania. Heute 7,3 Uhr (Großer Saal) Schülervortrag: Ritterliches Leben auf Bargen und Schlössern. Eine Fahrt von Wien auf den Semmering. — 5 Uhr (Großer Saal) Indien. — 7,6 Uhr (Kleiner Saal) Akademischer Maler Christian Ludwig Martin: Das wesen und die verschiedenen Techniken der Originalradierung, VI. — 7a6 Uhr (Kurssaal) Professor Dr. Gustav M a i e r : Der mittelalterliche Roman, II. — 7,6Uhr (Klubsaal) Dr. Hans Präger: Die Philosophie des „Ais Ob“, 111. — 7,8 Uhr (Großer Saal) Das Mittelmeer. — 7,8 Uhr (Kleiner Saal) Direktor Karl Jäger: Aus Roseggers Schriften. — 7?8 Uhr (Kurssaal) Otto Sau er: Die nutzbaren Mineralien Deutsch- Österreichs, V. — 7,8 Uhr (Klubsäal) Opernsänger Georg M. P u n t s c lra r t: Lieder, Arien, Balladen. Ernährung. Der Marktbericht. Reichliche Fleischzufahren. — Leichtes Sinken der Preise. — Neapolitaner Karfiol auf dem Naschmarkt. Die gute Beschickung des Marktes mit Fleisch und das eingetretene wärmere Wetter bewirkten gestern einen leichten Preisrückgang bei Rindfleisch und Schweinefleisch ml Großhandel, der vielleicht auch im Detailverkauf sich fühlbar machen wird. In der Großmarkthalle waren nicht weniger als 19 Waggons mit verschiedenen Fleischgattungen, vornehmlich Schweinefleisch und Rindfleisch, aus Ungarn, Jugoslawien, und Oberösterreich arigek.pmmen. Die Preisermäßigung im Großhandel betrug bei Rindfleisch K 50, bei Schweinefleisch K 50, bei Fettschweinen K 50, bei Speck K 100 per Kilogramm. Dagegen verteuerten sich die Preise für Schafe, da augenblicklich Knappheit und größere Nachfrage besteht, um K 140 per Kilogramm, ln der Halle herrschte ziemlich lebhafter Verkehr. Auf den Grünwarenmärkten sind wohl kleinere Sendungen von Kartoffeln eingelaugt, sie reichen jedoch nicht für den großen Bedarf. Da sich das Wetter gebessert hat, ist mit einer besseren Beschickung der Märkte mit Kartoffeln schon in der allernächsten Zeit zu rechnen. Die gestrigen Zufuhren an Gärtnergemüse reichten für die Nachfrage aus. Unter den hier auf dem Naschmarkt eingetroffenen Sendungen befindet sich auch sehr schöner Karfiol, der direkt aus Neapel bezogen wurde. Trotz» des weiten Weges und der großen Spesen ist dieser Karfiol verhältnismäßig billig, namentlich an den Preisen unserer einheimischen, oft minderwertigen Kartoffeln gemessen. Die Preise auf dem Näschmarkt für diesen Karfiol bewegen sich je nach Qualität und Größe zwischen K 310 und 650 per. Röse. Die Ware findet infolgedessen auch flotten Absatz. Die Not an .Eiern hält we'ter. an. Auf den Märkten sind weder eingelegte noch frische Eier zu sehen. Im Schleichhandel, wenden für frische Eier geradezu Liebhaberpreise gefordert. Die Obstankünfte sind gering* Von den zuletzt angekommenen Aepleln war der größte Teil gefroren. ____________ Bühne und Kunst. Conference Dr. Egon Friedeil. Egon Friedeil — der Name ist zwar durchaus kein Programm, wohl aber ein ganz bestimmtes Vorzeichen. Ein Paradoxon jagte das andere und alle waren gefällig frisiert und sorgsam appretiert, psychologische Feinheiten wechselten mit literarischen, lokalen und allgemeinen Bosheiten und dem Publikum wird mancherlei Gelegenheit geboten, sich sanftem Gruseln über diesen gottlosen Starkgeist hinzugeben, dem — bitte zu beachten! — nichts mehr heilig ist. Es gab Scherz, Satire und, allerdings nicht zu. oft, auch tiefere Bedeutung. Aber die. letzte vorsichtig dosiert, nicht mehr, als der Wiener Magen erfahrungsgemäß verträgt. Selbstverständlich war cs ein sehr interessanter Abend. Wer müßte nicht lachen, wenn erk ärt wird, daß das Christentum für die Römer ein „jüdischer Unfug“ gewesen sei, oder wenn der Conferencier, die Geschichte seiner sechzehn „Pleiten“ erzählt. Auf die Hauptthese der Plauderei, daß jede Institution, die sich eingelebt hat und anerkannt Ist, der unrettbaren Verkalkung anheimfällt, so daß dieses „eingelebt“ immer auch „ausgeiebt* bedeutet, auf diese These ernsthaft einzugehen» hieße Doktor Frieden und dem angenehmen Abend unrecht tun. Uebrigens hat ein gewisser Henrik Ibsen, wie man behauptet, schon einmal Aehnliches gesagt Das Publikum unterhielt sich vortrefflich. Die kleinen sympathischen Geschichtchen vom Theater, die gelungene Charakteristik der verschiedenen Wiener Bühnen, amüsant-boshafte Angriffe auf das hiesige Theaterpublikum, die Direktoren, die Schauspieler, Kritiker, Dramaturgen, persönliche Anspielungen — das alles war Kost nach dem Geschmack des Publikums, das auch mit Beifall nicht kargte. Jede Witzbombe wurde dankbar quittiert, meistens sogar auch verstanden. Es war also alles ganz genau so, wie man es sich vorgestellt hatte. Und das ist bei einer Conförence eigentlich immer viel, viel zu wenig. K. M. Freie jüdische Volksbühne Gastspiel im Lnstspleltheater Ä: Der Sinp fin sein Trauer swsls: fgr Das Theater Ist gehe 1 t tl 4?80 Aus den Theatern. Im Burgthea fe r geht morgen „Pygmalion“ in Szene. Anfang 7 Uhr. Im Opernthea t e r gelangt morgen zu besonderen Preisen „Der fliegende Holländer“, mit den Damen Barbara Kemp von der Staatsoper in Berlin als Gast und Paalen und den Herren Schipper, Zec, Hofer und Gailos, zur Aufführung. Dirigent Dr. Richard Strauß. Anfang 7 Uhr. Im Deutschen Volks t h e a t e r beginnt die heutige Erstaufführung des dreiaktigen Lustspiels „Karussell“ von Louis Verneuil pünktlich um 7 Uhr. Züspät Eintreffende könnten erst nach Schluß des ersten Aktes zu ihren Sitzen gelangen. In den Kammersplelen des Deutschen Volkstheaters gelangt in Aenderung des Spielplanes morgen, 7 Uhr abends, die Komödie „Die unberührte Frau“ von Gabryela Zapolska. mit den Damen Woiwode und Volckmar in den Hauptrollen und Herrn Ehrle als Professor Halsky zur Aufführung. In der Volksoper geht heute „Der fliegende Holländer* ln Szene. In dieser Aufführung gastiert Herr Ernst Fischer vom Operntheater inder Titelrolle und singt Herr Kaplan zum ersten Male den Daland. Ferner wirken mit die Damen Rantzau und 3alingef sowie die Herren Schürmann und Wand. Anfang 7,8 Uhr. — Morgen gelangt „Mignon“ mit Fräulein Weiner in der Titelrolle zur Aufführung. Au der Neuen Wiener Böhne geht Freitag den 24. d. M., 7 Uhr abends, die Uraufiührung des Lustspiels „General G o l d s c h e i n“ von Armin Friedmann und Gustav Beer mit den Damen Pauli, fauk-Skoda, Kl. Stillmark und den Herren Schrecker, Wurmser, Farkas, Hendrichs, Lovric, Uiberäcker und Rudolph in den Hauptrollen in Szene. Regie: Karl Farkas. Ein verurteilter Theaterkritiker. Vor kurzem spielte sich in Paris zwischen der Opernsängerin Fräulein Agnes Borgo und dem Musikkritiker der „Comoedia“ Jean Poneigh ein interessanter Prozeß ab. Die Sängerin erhob Klage gegen den Kritiker, der ihre ATda- Darstellung abfällig beurteilte, da „der allgemeine Ton des Aufsatzes, die unnötig heftigen Ausdrücke, deren er sich bediente, mit dem Begriff der unparteiischen Kritik im krassen Gegensatz stehen und die einzige und offenkundige Absicht, ihr zu schaden, entblößen“. — Nach beiderseitigen Plaldoyers entschied das Gericht in folgendem ’ Sinne : Jeder Künstler, sei er Schriftsteller, Maler, Bildhauer, Musiker oder Schauspieler, der ein Werk veröffentlicht, ausstellt oder das Werk anderer därstellt, gibt dadurch der Kritik das Recht aut Beurteilung. Der Kritiker ist, niemahdem Rechenschaft schuldig und die einzige Autorität, an die der getadelte Künstler Appell erheben kann, Ist nicht das Gericht, sondern das Publikum. Wenngleich aber dem Kritiker die volle Freiheit der Beurteilung gewährleistet Ist, erscheint es notwendig, anzudeuten, daß ihm die Freiheit zur Benützung von Ausdrücken, deren Heftigkeit nicht zum klaren und genauen Ausdruck seiner Gedanken nötig ist, .sondern die Entkräftung seines Urteils zur Folge hat, nicht z u s t e h t. Ohne sich der Meinung des Fräulein Borgo von der bösen Absicht des Kritikers anzuschließen, fand Februar 1922 cJidJOL BÜROTECHN. A.G, WIEN, I.. WIPPLINGERSTRASSe 24 TELEFON 67*0*20 ■ÖES.GESCK^ das .Gericht, daß bei der Abfassung dieses Aufsatzes nicht jenes Maß gehalten wurde, das bei einer ernsten Kritik und Beurteilung einer Künstlerin der. Oper erforderlich ist und verurteilte die „Comoedia“ zur Gutmachung des der Künstlerin verursachten moralischen Schadens, zur Veröffentlichung des Urteils und zur Tragung der Spesen. Die Forderung der Künstlerin auf lOC.OOO Francs Schadenersatz wurde abgewiesen, Eröffnung der Ausstellung des Küfistlerftundes« Am 18. d. M. vormittags fand die Eröffnung der XVI. Jahresausstellung des Oesterreichischen Künstlerbundes vor geladenen Gästen statt. Daran nahmen t^lidid, Vertreter der Gemeinde Wien und der städtischen" Sammlungen, des Bundesministerium^ für Unterricht und Verschiedener! Staatsämter. Schon am Tage der Eröffnung und an den drauffolgenden Tagen wurde eine größere Anzahl der ausgestellten Werke angekauft. Verein Freie jüdische Volksbühne. Sonntag deit 26. d. M., 3 Uhr nachmittags, gelangen im Lustspjeltheater als M i t g 1 i e d e r v o r s t e 11 u n g zur Aufführung: Zum ersten Male „Winter“ von Sch. Asch, „Schwester n“ von J. L. Perez und außerdem „Vom Glück vergessen* von D. P in skr. Regiebeitrag für Mitglieder K 69. Mitglieder, die ihre Februar-Karten bereits bezogen haben, haben zu dieser Vorstellung Anspruch nur auf eine 50°/oige Ermäßigung» Karten sind im Vereinssekretariat und in den Zahlstelleö von 7 bis 9 abends erhältlich. Festvorstellung zugunsten der Palästina-Smi» granten. Für die am 1. März in der Freien jüdischen Volksbühne (Lustspieltheäter) stattfindende Festvorstellung (drei Einakter) zugunsten des Fürsorgekomitees für Palästina- Emigranten zeigt sich reges Interesse. Vormerkungen im Fürsorgekomitee, II., Zirkusgasse 33, Telephon 45-3-25. Urania. Freitag den 24. d. M., 7,8 Uhr, findet Ißt Großen Saale der Urania ein Kammer m u s i k- Konzert statt, bei Welchem das F i t z n e r-Q u a r t e 11 (R. Fitzner, Th. Heß, H. Graeser, Prof. H. Kreisler) unter Mitwirkung von Leo Birkenfeld (Klavier) je ein Qartett von Mozart und Beethoven und das Klavier- Quintett, Op. 81, von Dvorzak bringen wird. J Gerichtssaal. „Sie galizischer Jude!“ Der Realschulprofessor Dr. Eugen D o h n a 1 hatte sich in den letzten Tagen vor dem Strafrichter des Bezirksgerichtes Fünf haus, Landesgerichtsrat Dr. Wi h t e r, wegen Amtsehrenbeleidigung zu verantworten, weil er den Sträß'enbahnschaffner Heinrich Löw i während des Dienstes beschimpft und mit der Aktentasche beim Aussteigen einen Schlag versetzt habe. Anläßlich’ einer Kontroverse höbe Dr. Dohnal, wie es in der Anklage heißt, zu dem Schaffner unter anderem gesagt: „Glauben Sie, Sie sind in Galizien, in Tarnopol, Sie galizischer Jude?“ Dies in einem Tone, 'der geeignet war, den so Apostrophierten herabzusetzeh - und zu schmähen. Ebenso wird in der Anklage behauptet; daß Dr. Dohnal dem Schaffner mit der Aktentasche "einen Schlag versetzt habe. Der Angeklagte bestritt die Angaben des Schaffners, während die Zeugen im großen und ganzen diese bestätigen. Der Angeklagte bemerkte, ' däß ’er den Schlag mit der Aktentasche nicht geführt habe; er. Sei möglicherweise beim Aussteigen mit der Tasche an den Schaffner an gestreift. Er sei Neurastheniker und er habe sich In großer Aufregung befunden. Landesgerichtsrat Dr. Winter verurteilte den Angeklagte^ wegen Amtsehrenbeleidigung zu K 5000 Geldstrafe. Autogaragen unterliegen der Mieterschutzverordnung, Ueber eine Frage, die für' Autokreise von höchster Wichtigkeit ist, hat das Wiener Zivil lande sals Berufungsgericht in Bestätigung;eines erstgerichtlichen Urteils zu Recht erkannt, daß Autogaragey,.wenn die Autos Geschäftszwecken dienen, ebenso wie Geschäftsräum i i c h k e! t e n der Mieters,chutzverordn.ung unterstehen und ebenso wie diese geschützt sind. Volkswirt. Gestempelte Krone -- —.09 Centimes, Auszahlung Wien -- —.11 Centimes, Scharfer Rückgang von Auszahlung Wien, Mark und Tschechenkronen. In Zürich notierte: die österreichische, Krone die österr. gest. Krone . . die tschechische Krone. . die Mark Agram . . . . . . . , Bukarest ....... Budapest . Warschau ...... -.11 (—.14 am 20. Februar) -.09 (—.08 am 20. Februar) 9.50 ( 9.70 am 20. Februar) 2.20 ( 2.36 am 20. Februar) 1.55 ( 1.65 am 20. Februar) (—.— am 20. Februar) -.75 (—.77 am 20. Februar) -.14 (—.14 am 20. Februar) Aufhebung des Kronenausführvefböts und „Angleichung“, Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Aufhebung des . Kron.enausfuhrverbots stehen die: Bemühungen der Devisenzentrale, eine „Angleichung0 von Auslands- und Inlandskrone herbeizuführen. Auf diese Bestrebungen ist der gestrige Rückgang der Auszahlung Wien in Zürich von 0.14 auf 0.11.zurückzuführen, währendsich die dortige Notierung dei gestempelten Krone von 0.08 auf 0.09 erhöhte,. to. d.a8 die Spannung nur noch zwei Punkte beträgt. Allerdings ist die Annahme kaum von der Hand zu weisen, daß » n