Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-02-18 · Heft 1098 (18.2.1922) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1098 (18.2.1922)
Date
1922-02-18
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980178--10292-2996628
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 1098 _Wien, Samstag WIENER MORCETTZErnrNCT__18, Februar WTZ_ ScffiTTl Höbllngs Astan-Kop)6 Im Burgtheater. ln der gestrigen Besprechung der Molnar-Premiere nannten wir Herrn A s I a n als Darsteller des Herzogs von Burgund. Mit Vergnügen stellt der Referent fest, daß er weder der Ankündigung der Tagespresse noch dem Theaterzettel traute, sondern wirklich glaubte, Herr Aslan habe die Rolle sowohl bei der Generalprobe als auch bei der Premiere dargestellt, während er der überaus gelungenen Aslan-Kopie des Herrn H ö b 1 i n g aufgesessen ist. Das Verbot des Rauchens ln Theatern. Es Ist in der letzten Zelt in den Wiener Theatern die Wahrnehmung gemacht worden, daß das für alle Räumlichkeiten der Theatergebäude bestehende Rauchverbot vielfach nicht beachtet wird. Es wird daher im Interesse der öffentlichen Sicherheit die Einhaltung des Rauchverbots in den Theatern mit dem Beifügen in Erinnerung gebracht, daß die behördlichen Organe neuerlich angewiesen wurden, die Befolgung dieses Verbots strenge zu überwachen und alle Uebertretungen des Verbots behufs Einleitung des Strafverfahrens zur Anzeige zu bringen. Briefe von Tolstoi nnd seiner Frau. Aus Moskau wird gemeldet: Der Staatsverlag hat noch nicht veröffentlichte Briefe von Tolstoi und seiner Frau herausgegeben. '* Die Jugend für das Alter. Elinor Tordis tanzt zum Besten der Greisenhilfe Montag den 27. d. M., 7 Uhr abends, im Festsaal der Schwarzwald-Schulen, L Wallnerstraße 9. Karten in der Buchhandlung Frick, Graben Nr. 27, und in den Schwarzwald-Schulen, I., Wallnerstraße Nr. 9. Verlängerung der Grillparzer-Aussteliung. Die Grillparzer-Ausstellung im Rathause wurde bis zum 1. März verlängert. Samuel Adler, der berühmte New Yorker jüdische Schauspieler gastiert gegenwärtig gemeinsam mit L. Schrif tsetzer in Polen. Er tritt unter anderem in Kobrins Drama „Karl Marx“ und in mehreren Stücken Gordins auf und wird gegenwärtig in Warschau sehr gefeiert Schalom Ascli ist aus New York nach Europa gereist. Er hat sich nach kurzem Aufenthalt in London nach Warschau begeben. Eröffnung der Ausstellung des Oesterrelchlschen Fünstlerbundes, Am Samstag den 18. d. M. um 11 Uhr vormittags eröffnet der Oesterreichische Künstlerbund seine 16. Jahresausstellung in der Ausstellungshalle, L, Zedlitzgasse 6, für geladene Gäste. Von l Uhr ab Ist allgemeiner Zutritt Die Ausstellung dauert bis 31. März. Der neue Georg Kaiser. In den Berliner Kammerspielen gelangte Kaisers „Kanzlist Krehler* zur Uraufführung. Das Stück ist sozusagen eine Fortsetzung der Komödie „Von morgens bis mitternachts“. Ein pünktlicher Beamter bekommt anläßlich der Hochzeit seiner Tochter plötzlich Lust, das Dasein gründlichst zu genießen, wirft Amt und Brot fort, wird Phantast, Bekämpfer der „Bürgerlichkeit“, Himmelsstürmer und schließlich Mörder und Selbstmörder. Wieder ein Werk eiskalter Dialektik, aber doch mit „Theater* geladen. Die Novität fand gute Aufnahme. ' Gerichtssaal. Dr. Buxbaum gegen die „Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Müller". In forgesetzfer Verhandlung hatte sich das Zivillandesgericht mit einer Klage zu befassen, welche der Besitzer von vier Villen in Hütteldorf, der Arzt Dr. Max B tt xb a u m gegen den Verein Soziale Hilfsgemeinschaft Anitta Müller auf Ersatz von K 27.600 eingebracht: hatte. Der Kläger hatte vor seiner Einrückung seine vier Villen der Sozialen Hilfsgemeinschaft zu Wohlfahrtszwecken überlassen und es wurden im Sommer erholungsbedürftige Kinder In den Villen untergebracht. Als der Kläger aus dem Kriege zurückkehrte,behauptet er, die Villen seien derart beschädigt, daß zu ihrer Reparatur ein Betrag von K 27.600 erforderlich sei, den er nun im Klagewege begehrte. Bei der fortgesetzten Verhandlung dehnte er dieses Kiagebegehren auf fünf Millionen Kronen aus und stellte unter Beweis, daß die Reparaturkosten derzeit soviel ausmachen. Der Geklagtenvertreter Dr. H e r b a 1 s c h e k wendete ein, daß die Schäden in den Villen nicht von den Kindern, sondern von Einbrechern h e r r Q h r e n, die in den Villen vandaüsch hausten. Dr. Herbatschek erklärte sich aber bereit, dem Kläger die Villen sofort abzukaufen, und fragte nach dem Kaufpreis. Der Kläger gab denselben mit einer bis zwei Millionen Kronen an, lehnte aber den Verkauf der Villen ab. Die Verhandlung wurde zur weiteren Durchführung des Zeugenttnd Sachverständigenbeweises abermals vertagt Der ungenannte Vertrauensmann der Polizei. Auf Grund einer vertraulichen Anzeige, daß im Wiener Stadtcafä in der Kohlmessergasse nächst der Rotenturmstraße mit sehr hohen Einsätzen das Hasardspiel „Stoß* gespielt werde, drang eine Polizeiabteilung in ein separiertes Zimmer dieses Kaffeehauses ein und stellte 16 Kartenspieler, die sie hier vorfand, zum Amte. Diese 16 Personen, meist Kaufleute aus dem Kaiviertel, batten sich nun vox dem Strafbezirksgericht 1 (Hofrat Dr. Moldau e r) wegen Hasardspieles zu verantworten. Alle erklärten, nicht „Stoß“, sondern »Ecartä* gespielt zu haben. Die Polizeifunktionäre führten als belastend an, daß beim Eintritt der Polizei die Gesellschaft erschreckt auseinanderstob und die Flucht ergreifen wollte. Einer der Angeklagten erklärte, dies sei kein Schuldbeweis, läßt sich vielmehr aus der Art des Vorgehens der Polizei erklären. Auch die übrigen Angeklagten beklagten sich über das Vorgehen der Polizei, die einen förmlichen U e b e r f a 11 organisiert und den Spielern das Geld aus den Taschen gerissen habe. Den Vertrauensmann, der die Anzeige erstattet hatte, erklärten die Polizeibeamten «licht nennen zu können, da ihm'Geheimhaltung seines Namens zugesichert wurde. Mit Rücksicht hierauf sprach der Richter die Angeklagten frei, da andere Tatzeugen nicht vorhanden waren und die der AnseUafftea demgemäß uuwidcrlcat blieben. Gestempelte Krone —.08 Centimes. Auszahlung Wien « —.14 Centimes. . ln Zürich notierte: die österreichische Krone —.14 (—.17 am 16. Februar) die österr. gest Krone . . —.08 (—:09 am 16. Februar) die tschechische Krone. . 9.67'/, ( 9.70 am 16. Februar) die Mark.. . 2.55 ( 2.56 am 16. Februar) Agram.. 1.65 ( 1.63 am 16. Februar) Bukarest ....... —(—.— am 16. Februar) Budapest ....... —.79 (—.79 am 16. Februar) Warschau. ... . , . . —.15 (—.15 am 16. Februar) Wien in Zürich. Gestern ging die gestempelte Krone fn Zürich von 0.09 auf 0 08, die Auszahlung Wien von 017 auf 0*14 zurück; infolge der ungeklärten innerpolitischen Verhältnisse dauert das Mißtrauen gegen uns an. Valutenkurse. Die Meldungen, daß Italien sich an der Kreditaktion für Oesterreich beteiligt, führten zu Beginn des gestrigen Verkehrs zu einer neuerlichen Abschwächung der fremden Zahlungsmittel. Im Verlaufe des Verkehrs konnten sich die Kurse vom Tiefstände erholen, doch waren gegenüber den letzten Notierungen noch immer Rückgänge zu verzeichnen, wie nachstehende offizielle Schlußkurse zeigen: Veröffentlichung^^ der Devisenzentrale vom 17. Februar 1922. Devisen (Schecks und Auszahlungen) Amftterdam f. 100 holl. Ouldea . Agram 100 jag. Kronen . . . . Belgrad 100 Dinar. Berlin 100 deutsche Reichsmark . Brüssel 100 belgische Francs . . Budapest 100 ungarische Kronen. Bukarest 100 Lei. . Christiania 100 norweg. Kronor . Kopenhagen 100 dänische Kronor London I Pfund Sterling . . . Madrid 100 Pesetas...... Mailand 100 Lire New York I Dollar ...... Paris 100 Francs. Prag 100 tschecho-slow, Kronen . Sofia 100 Lewa. Stockholm 100 schwedische Kronor Warschau 100 polnische Mark , . Zürich 100 schweizerische Francs Zinsfuß Geld Kurs v. lS.Febmar Ware Geld Ware Noten Amerlkan. Noten ▼. S Dollar aufw. . kleinere . . . Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva . » 100 , » , . kleinere, . » Dänische Noten 100 Kroner . „ Deutsche Noten zu 1000 Mark. » » .5 ,100 ... » kleinere.... Engl. Noten von 5 Livrest. oufw, » , kleinere ..... Französische Noten 100 Francs . Holländische Noten 100 Gulden Italienische Noten v. 100 Lire aufw. » „ kleinere . . . lugosl. Noten ungest. zu 1000 Dinar * o m 100 B ... . , . , kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten v. 500 Mark aufw. » , kleinere.... Rumänische Noten zu 1000u.500Le! . „ kleinere . . . Rum. Noten (Roman.) zu 5Q0 Rubel * ■ » ioo , ■ , kleinere . » Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not v. 1000 aufw, » . kleinere . , Ungar. Noten (neue Em.) zu 1000 Kr. * „zu 10.000 Kr, ... . , kleinere ..... 232.050 233.050 242.450 242.550 1998— 2002.- 2073.- 2077— 7990.- 8010.- 8290— 8310— 3097.- 3103— 3247— 32».- 50.480 50.520 52.480 52.520 973.50 976.50 998.50 1001.50 103.975 104.025 106.475 106.525 f, 127.975 128.025 131.975 132.025 26.990 27.010 27.990 28.010 99.210 89.290 101.460 101.540 29.690 29.710 30.990 31.010 6248 6252 6423— 6427. - i 53.980 84.020 55.480 55.520 f, 11.772 11.778 12.097 12.103 3995.- 4005, 4370— 4380— 161.970 162.030 164.970 165.030 173.50 180.50 189— 191 — 121.775 121,825 124.775 124.825 «173.- 8177— «N8cm- 49.980 50.020 51.980 52.020 3795.- 3805— 4170— 4180— 124.975 125.025 129.475 129.525 -— -H- 23.390 26.410 27.490 27.510 26.190 26.210 ».630 53.720 55.060 55.120 230.450 230.550 239.950 240.050 29.590 29.610 30.390 30.410 7930.— 7950— 8240 8260 101.975 10&025 104/475 Km/525 175.- 177— 185— 187— 49251- 4935— 4895— 4905— — —1— —— 1 —— —— llSMTO 158J53Q 16L970 162430 119.975 120.025 122.775 122.825 11.772 11.728 12.047 12.053 093150 996.50 ZZ— Die chemische Industrie in der Tschechoslowakei. (Von unserem BrQnner L. S.-Berichterstatter. Bekanntlich hatten die Tuch- und Emailgeschirr- Industrie, zwei für die Inländischen chemischen Werke überaus wichtige Zweige, in den letzten Monaten eine Besserung der Konjunktur erfahren; insbesondere in der heimischen Textilindustrie war ein beträchtliches Anwachsen der Exporttähigkeit nach Rumänien und Jugoslawien zu verzeichnen. Selbstverständlich wirkte dieser Umstand fördernd auf den Absatz von Chemikalien und Säuren. Der schöne Traum zerrann jedoch rasch, als zu der Konkurrenz, die durch den Rückgang der Markwährung einsetzte, auch das Steigen der tschecho-slowakischen Valuta kam. Die dadurch eintretende Stagnation des Absatzes wirkte automatisch auf die chemische Industrie zurück und viele Artikel, die noch kurz vorher stark gefragt waren, verloren mit einem Schlage ihre Gangbarkeit Gegenwärtig besteht wohl in Ammoniaksoda und Aetznatron der größte Mangel, der jedoch nicht auf allzu großen Absatz, sondern auf den katastrophalen Salzmangel zurückzuführen ist, der die einzige inländische Fabrik in Nestomitz getroffen hat und durch die Drosselung der deutschen Salzimporte verursacht wurde. Der Absatz der Sulfatindustrie, der bei uns gleichfalls einen bedeutenden Faktor bildet, wurde durch ein Abkommen gesteigert das unter Vermittlung der Regierungsstellen zwischen den Sulfat- und Glasfabriken getroffen wurde, wobei sich die Sulfatfabriken verpflichten mußten, die Exportfähigkeit der Glasfabriken durch einen niedrigen Preis zu unterstützen, der ihnen selbst allerdings große Verluste .brachte. Teilweise werden diese wohl durch die guten Absatzverhäitnisse und durch die gegenwärtig in Salzsäure bestehende Knappheit wettgemacht Schwefelsäure, die einige Zeit hindurch nicht zu bekommen war, ist heute schon wieder in genügenden Mengen vorhanden. Die Preise liegen bis jetzt noch unverändert doch zehren sie eher eine Neigung nach abwärts. Desgleichen dürften die Preise für künstliche Düngemittel bei der gestiegenen Inlandsvaluta nicht mehr In der 4 bisherigen Höhe aufrechtzuerhalten sein. Schweleisaures Ammoniak, das bis vor, einigen Monaten in ungeheuren Mengen vorhanden war und seitens der Regierung den Agrariern vergeblich mit einem Staatszuschuß angebotwi wurde, hat seit der letzten? allerdings beträchtlichen Erhöhung dieser Subvention einen derartigen Mehrabsatz gefunden/ daß die gesamten großem Lager geräumt wurden und noch viele unausgeführte Aufträge vorliegen. Im allgemeinen sind die Aussichten für unserinländische chemische Industrie für die nächste Zeit — dem» für eine längere Periode lassen sich diese gegenwärtig nicht bestimmen — wenn auch nicht desolate, so doch auch nicht rosige. Es wird davon abhängen, ob und wie sich die Erzeugungspreise der inländischen Werke ermäßigen lassen können, was durch die Hochwertigkeit unserer Krone Im Augenblick dringend geboten erscheint. Konferenz der Nachfolgestaaten übet die Liquidation der Oesterreichiscji« ungarischen Bank. \ Der gestrigen Sitzung lagen auf Grund der bisherigen mündlichen Verhandlungen von den Liquidatoren ausgearbeitete Fragebogen zugrunde. Im Laufe der Dis* kussionen hierüber stellte sich die Notwendigkeit ein, daß Delegierte von ihren Regierungen über einzelne Fragen weitere Direktiven einholen, weshalb die nächste Sitzung auf den 6. März vertagt wurde. Der Notenumlauf neuerlich um 9 4 Milliarden gestiegen. Nach dem Bericht der Oesterreichisch-ungarl* sehen Bank über den Stand vom 23. Jänner Ist der Noten» umlauf um 9 4 auf 203 16 Milliarden gewachsen. Die Staats« schatzscheine sind um 15*65 Milliarden gestiegen. Subskription auf die Emission von Nominal- K 2.000,000.000 5°/<,iger hypothezlerter Prioritätsobligationen mit Prämie der Wasserkraftwerks-Aktien», gesellschaft in Wien. Die vor kurzem von der Gemeinde, Wien im Vereine mit den Wiener Großbanken gegründete Wasserkraftwerke-Aktiengesellschaft in Wien, welche sich den Ausbau der Wasserkräfte zur vollständigen Ver« sorgung der Stadt Wien mit elektrischer Energie und so«; mit zur Unabhängigkeit vom Kohlenbezuge aus fremden* Staaten zum Ziele gesetzt hat und gegenwärtig in inten», sivster Weise zunächst mit dem Ausbau der Ybbswasser« kräfte begonnen hat, geht nunmehr Im Sinne der Gesell« Schaftsstatuten sowie der ihr von der Staatsverwaltung er*4 teilten Genehmigung daran, 5°/oige Tellschuldverschrei« bungen (PrioritätsoWIgationen) mit Prämien im Gesamt«: nominalbetrage von K 4.000,000.000 zu emittieren. Diese’ Teilschuldverschreibungen bieten für den Zeichne*? ganz außerordentliche Vorteile, die sich einerseits in der Sicherheit des Substanzwertes und der^ Garantie, andererseits in der hohen Verzinsung und in der ganz ungewöhnlichen Prämie aus-j drücken, welche dem kleinsten Zeichne# einen Gewinn von K 50,000.000 ermöglicht? Der Anleihe, welcher das Bundesgesetz vom 26. Jänner 1922? B. G. Bl. Nr. 58, die Mündelsicherheit zugesprochen hat* wurde durch dasselbe Gesetz auch das Recht zu Prämien-? Verlosungen zuerkannt. Während der ersten zehn Jahre# vom Emissionsbeginn der Schuldverschreibungen ange-v fangen, finden alljährlich Prämien Verlosungen statt, wobei eine Nummer der fortlaufend von je Nom. K 1000 ztil je K 1000 numerierten Obligationentitres zur Ziehung ge«? langt. Der gezogenen Obligation wird eine P r ä m i « von K 50,000.000 zuerkannt und scheidet die mit der! Prämie beteilte Obligation aus den Ziehungen der nach-l folgenden Jahre nicht aus, sondern nimmt an denselben noefe weiter in vollem Umfange teil. Diese Prämie wirch ohne jeden Abzug von Steuern und Gebühreqi ausbezahlt und in die Bemessungs« grundlage der Einkommensteuer nicht einbezogen. Ebenso erfolgt die Zahlung der halbjährlich fälligen . Zinsscheine ohne jeden Steuer-, Gebühren¬ oder sonstigen Abzug. Vom 2. jänner 1933 bis spätestens 1. Juli 1972 werden die Teilschuldverschreibungen auft Grund der laut Tilgungsplan vorgenommenen Verlosung zum vollen Nennwerte zurückgezahlt. Für den ge4 s am ten Zinsen-, Rückzahlung s- und Prämiendienst der Teilschuldver4 Schreibungen haftet die Gemeind« Wien mitihrem gesamten bewegt liehen und unbeweglichen Vermögen sowie die Wasserkraftwerke-Aktiengesellschaft in WienJ auf deren Grundstücke und Bauten, welche die Ybbswerk« betreffen, die vorgenannte Anleihe grundbücherlich sichert gestellt ist Die Kotierung der Anleihe an der] Wiener Börse und die Belehnbarkeit bei der OesteM reichisch-ungarischen Bank, beziehungsweise bei dereof etwaigem Ersatzinstitut, wird erwirkt werden und wir« die in Rede stehende Anleihe vom 15. Februar bis e i n s c h ll e ß 1 i ch 18. M ä r z 1922 zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Der Zeichnungspreis beträgt per Nonw K 100 — deutschösterrei chischen K 100 zuzüglich 5°/# Stück zjnsen ab 1. Jänner 1922. Die kleinsten Stücke, welche zur Zeichnung aufgelegt werden, lauten auE Nom. K 1000 und werden die Zeichnungsanmeldungen aut diesen Betrag, beziehungsweise auf ein Vielfaches diese« Betrages bei der Oesterreichisch-ungarischen Bank sowie! bei allen Wiener Bankinstituten und deren Filialen, Spar4 Kassen und Wechselstuben, ferner bei den Baukeu uo« Sparkassen der Bundesländer entgegengenommen. Reform des Aktiengesetzes. Im Nationalrate stellt« Abgeordneter Kraft gestern einen Antrag auf Einführung eines zeitgemäßen Gesetzes zur Errichtung und Umbildung von Aktiengesellschaften auf dem Gebiete der Industrie! und des Handels. In der Begründung des Antrages heißa es unter anderem: ln der gegenwärtigen Zeit häufen sich» die Klagen, daß die Bildung von Kapitaisvereinigungen inj Form von Aktiengesellschaften unnötig lange verschleppt wird, daß damit die beste Zeit für Geldbeschaffungen ver»j lören wird oder das in Aussicht gestellte Kapital zur Be* Schaffung von Maschinen, Geräten, Baulichkeiten durch di©! Verzögerung an Kaufkraft verliert ln den Verhandlungen? des Finanz- und Budgetausschusses Uber den Staats-? Voranschlag 1922 wurde mit Hinweis auf ver* schiedene Unzukömmlichkeiten und aus Ersparungs* gründen der Abbau des Aktiendeparte«f meots des Ministeriums für Inneres gefordert. Oester^ reich kann, wenn es überhaupt selbständig bestehen soltj nur als Handels- und Industriestaat seine Lebensexistenz führen. Aus diesem Grunde ist es nötig, die wirtschaftlichen Gesetze danach auszugestalte« und dem Zwecke gemäß cinzurichten. Für das neue! Oesterreich besteht aber keine Ursache, sein Aktienrecht! nicht nach dem besten Aktienaesetz der Welt, dttSj

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.