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Wiener Morgenzeitung · 1922-02-12 · Heft 1092 (12.2.1922) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1092 (12.2.1922)
Date
1922-02-12
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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; ' Seite 10 Wfen, Söffiitag' WIENER MöRGENZEtTtTNÖ I2.Eebruar 1922 Nr. 1092 ' ‘ L- - ~ — m i—inM-tn~rrr-w*)*MLiran«jyBC~iirn'iidl*1l t—rr Txtlj i-1. ■■ f^*_L iiLii.rfbi rim»»''Uium — ~t—n *~r~-•■ *-■ vt-‘—******—^*—^Jm**»*—*j- .■ ... ruinm^; 8 I MpWMsMW!lENTVWRP[4J3d4®r 4ANNf $Ql WrKW r> »MM )^rr^Äfcs ■ t i» :57>.- :3V;> r.V<5. Kr«L i*J8&s .WKAr mmc ÄS« ggggffl DMMrLMW UM MM? iS Wir bringen eine Abbildung des neuen Hakoah-Platzes in der Krieau, der seiner Vollendung entgegengeht Die Sport-» anlage wird ein großes und ein kleines Spielfeld, Leichtathletikanlagen, Tribüne, Klubhaus, Tennisplätze und einen Kinderspielplatz enthalten. Nach der Fertigstellung wird sich diese Stätte jüdischer Körperkultur als wahres Schmuckkästchen präsentieren. Bisher hat die Hakoah 92 Millionen Kronen investiert. Um das Werk zu vollenden, müssen noch» einige Millionen aufgebracht werden. Unser größter jüdischer Verein rechnet mit der Opferwilligkeit der jüdischen Sportinteressenten. Spenden werden ira, Sekretariat der Hakoah, L, .Wiesingerstraße 11, entgegengenommen. Sportprogramm für heute. FuBball: Ostmark—Rudolfshügel (F.) Ostmark-Platz %3 Uhr Sturm 1914—Red Star (F.) Sturm 1914-Piatx */z3 Uhr!j. A. C.—Weiße Elf (F.) Neubauer-Platz VSU Uhr Hechawer—Ama (F.) Ama-Platz */,!! Uhr An—Pfeil komb. (F.) Kaisermühlen-Platz ■ '/,!! Uhr •Hazair—Ostwacht (F.) Viktoria-XXI-Platz %l\ Uhr Eishockey: Propagandaspiel (F.) Wiener Eislaufverein 2 Uhr Wochenrückschau. Da streiten sfeh dieLeuf herum, wohl um den Wert des Nichts. Der 'Amsterdamer Fußball-Verband, der hat’s uns gezeigt. - Zu Paaren wollte er unsere Mannschaften treiben, die Oeffentlichkeit sollte erfahren, was für feine Sportleute . die Wiener sind. Man höre und staune! Die Hütteldorfer und Ober-St Veiter haben Alkohol getrunken, sie verlangten einen gastfreundlichen Empfang, sie wollten Ansichtskarten nach Hause schicken. Der Umverschämtheit hat aber der Sportklub Rapid die Krone aufgesetzt Er ließ sich von den Holländern die Fahrt von Wien nach Amsterdam und von letzterer Stadt an die schwedische Grenze bezahlen, - obwohl er von einem Kölner und einem Hamburger Verein ebenfalls Reiseentschädigungen erhielt Einer derartigen Handlungsweise sind nur waschechte Professionals fähig, .so posaunten die biederen Amsterdamer. »Hört, ihr Leute, und laßt euch sagen, die letzte Stunde hat geschlagen, für alle Amateure, wie wir es sind, wenn Wiener kommen. Tür zu geschwind!“ Die Amsterdamer dürften vor Wut schäumen, wenn sie die Frechheit des Wiener Meisters erfahren Dieser lockere Vogel gibt ohneweiters zu, daß er einen Teil der Reiseentschädigung zweimal bekommen hat. Er behauptet sogar, daß er mit Vorbedacht diese Abschlüsse machte, um Geld zu verdienen. Er beruft sich dabei darauf, daß er mit den „reinen holländischen Amateuren“ keine Abmachung getroffen habe, wonach; es ihm untersagt wäre, auf der Hin- und Rückfahrt Wettspiele auszutragen. Weiters glauben die Wiener ans dem Grunde sehr kaufmännisch gehandelt zu haben, weil die Renovierung ihres Sportplatzes große Geldmittel erfordere und ein Teil. dieses Betrages durch die Nordlandsfahrt hereingebracht wurde. Die Amsterdamer haben recht, wenn sie das Vorgehen des S. C. Rapid nicht als vollkommen gentlemanlike bezeichnen. . Wenn man aber selbst in einem Glashaus sitzt, soll man nicht mit Steinen werfen. * Der Damensport ist eine ganz schöne Sache. Nur sollten die Vertreterinnen des schönen Geschlechts; mehr Geschmack bekunden. Es ist begreiflich, daß sie die Kleidung oft für wichtiger als die Leibesübung halten. Unbegreiflich erscheint es aber, warum sie sich :zu Sportzweigen drängen, .die ihnen nicht liegen und die die angeborne Grazie zur Fratze verwandeln. Schwer- und Leichtathletik, Fußball und Boxen sind keine Frauensporte, deshalb mögen sich die Damen von ihnen fernhalten. Der Sport muß als ernstzunehmendes Erziehungsmittel aufgefaßt werden. Man tritt einem Sportklub nicht bei, um zu flirten oder die Garderobe, bewundern > zu lassen. Das Ideal wäre, wenn die Frauen und Mädchen m eigenen Vereinen dem Sport obliegen würden. Wo dies nicht möglich ist, muß die Leitung die Zügel straff in Händen halten, damit der Sportverein, sagen wir, nicht zu einem Gesellschaftsverein herabsinkt. * Wir Deutsche fürchten Gott, sonst nichts aut Erden! Diesen Mut bewiesen die Sportler aus dem Reiche bei jeder - unpassenden Gelegenheit Die deutschen kampfspiele, gaben ihnen wieder die Möglichkeit, sich unbeliebt zu machen. ' - Die Wiener beabsichtigten, an den Fußballwettkämpren, die im Juni im Berliner Stadion stattfinden werden, teilzunehmen. Welche Bürde der Oesterreichische Verband, die Vereine tyi J Spieler auf sich genommen hätten, kann man daraus ermessen, wenn man berücksichtigt, daß zumindest acht Tage Aufenthalt in Berlin notwendig gewesen wären. Der Verband und die Vereine, die Spieler zur Verfügung hätten stellen müssen, wären wertvoller Termine verlustig geworden. Dabei ist es selbstverständlich, daß wir nicht die beste Mannschaft auf die Beine gebracht hätten. Unsere Vertreter wieder’ wären in der angenehmen Lage gewesen, mehrere Spiele innerhalb einer Woche auszutragen. Trotz alledem hätte unser Fußball-Verband die deutschen Kampfspiele beschickt. Die Berliner haben sich nun nicht als freundliche Ein lad er erwiesen. In ihrer gefügigen Presse publizierten sie Weisheiten über den Wiener Professionafismüs, der, obwohl die österreichische Hauptstadt nicht wie Berlin eigene Berufsspielermannschaften hatte, einen Ansteckungskeim nach dem unschuldigen, naiven Preußen bringen könnte. Herr Kopehel war der erste Prophet, der so sprach, wie es Berlin wünschte. Die Spree- Athener schöpfen ihre Berufung aus der wohlweislichen Vorsicht. Fs wäre gar zu peinlich gewesen, wenn die stolze Trophäe von den Niederösterreichern entführt worden wäre.» Sie können nun ruhig schlafen, da Oesterreich im Fußballspiel bei den deutschen Kampfspielen nicht vertreten sein wird. Der Entschluß, zwischen den eigenen Mauern zu bleiben, fällt dem Oesterreichisehen Fußball-Verband umso leichter, als er bisher nicht einmal eine Einladung zur Teilnahme erhalten hat,; . * Der geschätzten’ Wiener Fachpresse bereitet es ein besonderes Vergnügen, der Hakoah eins aufs Zeug zu flicken. Wenn , man sich .: auch mit dem größten jüdischen Sportverein jetzt ver-' Italien muß, um nicht, mit Rücksicht auf. die jüdische Sportpresse, allzuviel Leser zu verlieren, so' bleibt man schön'im Hinterhalt, wenn man einen Giftpfeil absendet. So stand unter anderem kürzlich zu lesen: „Nemes ist nach Meldungen Budapester Blätter dem F.T. C. b.eigetreten.“ Wahrscheinlich war der Wunsch der Vater des Gedankens. Die Nachricht dürfte die „objektive Fachpresse“ sicherlich mehr in Aufregung versetzt haben, als die Hakoah. Wie geben die Hoffnung auf, diesen Sportjournalisten beizubringen, daß das Gedeihen und die Entwicklung der Hakoah und der gesamten jüdischen Sportbewegung nicht von einzelnen Spielern abhängig ist Auf ihren Gedankengang eingehend, teilen wir ihnen freundlichst mit, daß Nemes von seinem Urlaub zurückgekehrt ist und seine bürgerliche Stellung in Wien wieder angetreten hat. Sollte Nemes die Absicht haben, ständigen Aufenthalt in Budapest zu.nehmen, dann . .wird es die Fachpresse nicht notwendig haben, ungarische Kronen zum Bezug der transleithanischen Blätter anzukaufen, denn dann würde sie von uns bedeutend billiger die Nachricht erhalten. Und nun .noch ein zweiter Fall: Wir nehmen Herrn Dr. Soukup nicht sonderlich ernst und handeln dadurch ähnlich’ der Wiener Fachpresse. Nur wenn er ein besonderes Sensätiönchen im Ausland in die Welt setzt, nimmt sie davon Kenntnis, Diesmal war so gar kein Grund vorhanden, Ergüsse, die im Reichenberger Sportblatt zu lesen waren, abzudrucken’ Vielleicht treffen wir aber mit unserer Ansicht nicht das Richtige, denn" es waren Unwahrheiten über die Hakoah darin enthalten. Wie schlimm ist doch der Herr Dr. Soukup und wie brav unsere Fachpresse, die der Hakoah Gelegenheit geben wollte, sich zu verteidigen. Wir machen uns die Zurückweisung sehr leicht, indem wir erklären, daß uns der „Ringkampf“ zwischen V. A. 8. und Schutzverband überhaupt nicht interessiert Dunkel ist der R e d e S i n n. Der Jude Dr. Blau und der .Schwimmverband haben es der „ beutschösterreichischen Tageszeitung“ angetan. Sie schreibt: „Millionen deutscher Männer haben für die deutsche Sache ihr Leben geopfert, warum sollte dehn ein - Schwimmklub nichts, aufs Spiel setzen? Ohne Kampf Ist •heute gegen die Juden gar nichts zu erreichen.'Nicht um Klub und Sport, sondern ums Volk muß es gehen!“ Wer'muß um das Volk gehen? Wir glauben, die deutsche Sprache zu beherrschen, trotzdem können wir den . Wortschwall dieses deutschen Blattes nicht enträtseln. Auf jeden Fall muß es um das deutsche Volk schlecht bestell! sein, da es sich durch Herrn Dr. Blau und durch die Israeliten des Schwimmverbandes bedroht fühlt f. b. Die Spanien-Reise des I. F. C. Nürnberg. Der I. F. C. Nürnberg hat seine Spanien-Reise noch immer nicht aufgegeben. Die Vereinsleitung hofft, daß 'der Deutsche Fußballbund doch auf die Mitwirkung der Nürnberger Spieler im Länderkampf gegen die Schweiz wird verzichten können und daß die bereits fest abgeschlossenen Wettspiele in Spanien zur Austragung gelangen werden. Das Reiseprogranirti tau!/.*!; Abreise nach Spanien am 18. oder 19. März. Es finden; Spiele statt: Am 23. März InTrun, am 26. und 27. März in Bilbaoi am 2. April in San Sebastian. Ein Spiel am 29. Märs in Santander ist dem Abschluß nahe, ebenso zwei Spiel« am 8. und 9. April in Barcelona. Sollte Barcelona nicht Zusagen, so tritt die Mannschaft am 2. April, andernfalls am 9: April; die Rückreise an. Für die Osterfeiertage sind zwei Spiele in der Schweiz vorgesehen.- . Zu Pfingsten spielt der I. F..C. Nürnberg in Budapest gegen dens M. T. K.,; während. der Termin des nächsten' Treffens gegen Sparta-Prag noch unbestimmt ist.. Poftalmndspiel-Äusschreibutig. •Die Vereinsleitung des Sport- und Geselligkeitsvereiml. „Kadimah“ schreibt für Reserve- und Jungmannschaften ein Pokalrundspiel für die Frühjahrssaison laut Meister-, ^schaftsregel aus. Drltt- und viertklassige Vereine, welche, über spielstarke Reserve-und lürigmännscHaft veffÜgen und daran, teilnehmen wollen, werden ersucht, schriftlich ihre Nennungen bis 15. Februar 1922 im Klubheim, Oafä Auto, IX., Berggasse .33, abzugeben. Platzbesitzende Vereine werden bevorzugt. Weiters sind folgende Nennungen ein-, gelaufen; V. 8. Donau, I. Floridsdorfer Sportklub, Sport- Vereinigung der Straßenbahner Wiens, Wiener Zahntech-; niker-Sportklub, i ■ Die genannten Vereine werden aufmerksam gemacht, daß. ihnen, sobald eine genügende Anzahl von Nennungen vorliegt, die Propositionen zugestellt werden. Ein unmoralisches Begehren. Die ungarischen. erstklassigen Vereine wollen es durchsetzen, daß Spieler, . .die. von ihrem erstklassigen Stammverein nicht freigegeben werden, erst nach : 12 Monaten spielberechtigt sind. Tritt ein Spieler von einemr zweitklassigen zu einem erstklassigen Klub über, dann ist er, falls er nicht freigegeben wird, nach sechs . Monaten spielberechtigt. Die karenzfrist ist für Amateurspieler auf jeden Fall ’ unmoralisch. Man kann keinem Sportsmann, der die' Leibesübung zu seinem Vergnügen pflegt, ver- ' wehren, sich derjenigen Gesellschaft anzuschließen, die ihm genehm ist. Bei Professionals haben die ' oben angeführten Bestimmungen eine gewisse Berechtigung Auf jeden Fall mutet es merkwürdig an, daß die karenzfrist für' Spieler, die von der II. KlaSse in die I. Klasse gelangen wollen, kürzer sein soll, als diejenige, der erstklassige Spieler verfallen. In Ungarn gibtes, wenigstens auf dem Papier, nur einen Amateursport. Zuerst muß der ’ Professionalismus eingeführt werden, dann erst darf man die Karenzfrist auf ein Jahr ausdehnen. ’! Professor Zeckendorf (Brünn) behandelt im „Kicker* fn Form einer Satire dieFrage „Amateur oder Professional?* Darin findet sich folgender Satz : „Was die Zukunft :des Professionalismus bei uns betrifft, so bin ich der Meinung, j daß es sich damit genau so wie mit dem Antisemitismus .! verhält: Wenn ein Jud’ die Sache in die Hand nimmt, hat die. Sache auch Erfolg. ...... , ■ . ' „ Die Fußballer der Hakoah trainieren heute ab' 2 Uhr auf dem F. A. Gi-Platz. ■ ' Hasmonea - Beamte—Ari-Reserve. Heute tritt dis i Beamtenmanhschaft der Hasmonea zum ersteh Male vor , die Oeffentlichkeit Unjter Leitung des Kapitäns Fiscus hat , die Mannschaft eifrig trainiert und man darf gespannt , sein, wie sie gegen die tüchtige Ari-Reserve absclineiden? wird. Hasmonea spielt in folgender Aufstellung: , Koffler,;; Grebler, Hausmann; Ihr, Schapira, Kranz; Fiscus, Horinger II, . Schmalberg, Teichthal, Hönig. Ersatz Kupfermann, Goldstein. Das Spiel findet auf dem Bewegung-XX-Platz (Endstation O-Wagen) statt. Keinem sächsischen Verein ist.es bismer gelungen eine tschechische Ugamanuschaft zu besieaetic i

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