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Wiener Morgenzeitung · 1922-02-10 · Heft 1090 (10.2.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1090 (10.2.1922)
Date
1922-02-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wien, Freitag WIENER MüKGENZErtüNeSf fO. Februar 1023 SelfTE" £äMud£fcÜMktllC£Si /Nr. 1090! brachte. Sie vermißt den Trauring. Der Liebhaber hat Ihr nämlich den Trauring heimlich vom Finger gezogen und — 'an die Fußzehe gesteckt . . . Vas Spiel,. von solcher Erjfindungsgabe und von solchem Humor begnadet, geht in dieser Tonart weiter. Da muß man wirklich ausrulen: Höher gehfs nimmer 1 I Ein interessanter Vergleich, bezeichnend für diese fragwürdige Gegenwart, ergibt sich aus folgender Nebeneinanderstellung von Literaturpreisen. Der Nietzsche-Preis beträgt 5000 Mark, der Schiller-Preis 7000 Mark, der Preis der Rehmke-Gesellschaft 3000 Mark. Der für das beste Filmmanuskript ausgesetzte Preis — für die „knappe •feste Fabel, die als Unterlage für ein grosses abendfüllendes Filmwerk dienen kann“ — beträgt die runde Summe von 200.000 Mark. Der Preiswerber darf seiner Phantasie unbekümmert die Zügel schießen lassen, denn, wie es im Preisausschreiben heißt, die Herstellungskosten dürfen sich im Rahmen der Millionenkosten eines deutschen Großfilms bewegen ... Volkswirt. Gestempelte Krone ----- Auszahlung Wien ----- ln Zürich notierte: die österreichische Krone —.17 die österr. gest. Krone . . —.08 die tschechische Kröne. . 9.80 die Mark ....... 2.66 Agram ........ 1.70 Bukarest . . . , . . . — Budapest.. —.82 Warschau....... —.15 —.08 Centimes. —.17 Centimes. (—.17 am 8. Februar) (—.08 am 8. Februar) ( 9.70 am 8. Februar) ( 2.57*/, am 8. Februar) ( 1.65 am 8. Februar) am 8. Februar) (—.80 am 8. Februar) (—.15 am 8. Februar) Möglichkeiten der Ausfuhr nach Palästina. Von Franz Friedmann. r [Wir entnehmen den folgenden Artikel Idem s-Prager Tagblatt«: Laut den vom Stotistisdhen Amte eingeholiten ■Informationen gibt es gegenwärtig überhaupt keine [Ausfuhr aus der Tscheoho-Slowakei na-ch Palästina. Dies ist umso überraschender, als die ehemalige Monarchie mit den Produkten aus der heutigen Tschecho-Slowaikei in der Einfuhr nach Palä- (stiota die führende Stelle eingenommen hat Oesterreichs Anteil am Import nach Jaffa betrug im (Jahre 1906 18 Prozent, sank dann nach dem Boykott Ivom Jahre 1908 im Jahre 1910 bis auf 8 Prozent p:nd erreichte 19-12 wieder 11 Prozent, am Import nach Haifa im selben Jahre 13 Prozent. Auch in Iden benachbarten syrischen Handelszentren, in --Beirut» dem Hafen für Nondlpialästina, stand die (Monarchie an der Spitze (im Jahre 1900 15 .Prozent) <usnd in Damaskus (1912 .15 Prozent) nahm jsie im Jahre 1913 mit dem Anteil von 25 Prozent küe erste Stelle ein, (Der Handel von Jaffa wuchs (von 19,215.000 Francs im Jahre 1904 auf [51,459.450 Francs im Jahre 1913 an; der Handel ',von Haifa von 3.000.000 Mark im Jahre 1903 auf 116,000.000 Mark im Jahre 1911; der Import nach (Jaffa von 460.000 Pfund im Jahre 1905 auf [1,408.238 Pfund im Jahre 1919/20; der Import nach Haifa betrug im Jahre 1919/20 1,627.381 Pfund.) Der Handel Palästinas betrug lim ersten Jahre der Zi-vilVerwaltung 1919/20 (April bis Ende März) 4,964.503 Pfund (davon 4,191.060 Pfund Einfuhr pnd 773.443 Pfund Ausfuhr); im Jahre 1920/21 (bereits 5,988.334 Pfund (das sind zirka 2.395,333.600 [tschechische Kronen) (5,216 63z Pfund Einfuhr und 771.701 Pfund Ausfuhr). Der. Handel vom Jahre [1921/22 ist nach den bisherigen Angaben unverhältnismäßig höher. (Vom März^ 192-1 bis Oktober L921 hat sich die Einfuhr im Vergleiche mit derselben Periode um 38.034 Pfund erhöht.) Wenn auch der Export nach Palästina, diesem Lande mit der höchsten Valuta (1 ägyptisches. Pfund — 0,97 englisches «Pfund), in den Zeitendes [ValuitsatiefStandes für ttn»s von großer Bedeutung [wäre, so handelt es sich doch vor allem darum, (dieses wichtige Absatzgebiet mindestens weiter zu bebaken. Palästina hat mit der wachsenden «jüdischen Einwanderung, Kolonisation und den ungeheuren jüdischen Investitionen als Absatzgebiet eine [wachsende Bedeutung. Außerdem werden ja Industriefabrikate eingeführt, die nach Verschwinden ider Valutadifferenzen und der heutigen, auf denselben basierenden Beziehungen nur sehr schwer ihr Absatzgebiet finden werden. Die-ösitenreichi- Echeai Konsularberichte haben wiederholt Gelegenheit gehabt, hervorzuheben, daß die österreichischen Glaswaren, Zucker, Nouveautes, Herrenwäsche, Papier, Zündwaren, emailliertes Geschirr, Gablonzer fVVare, Brünn er Tuche, böhmisches Glas, Karlsbader Porzellan und Feze ausgezeichneten Ruf und feste Position haben. Die Bevölkerung im Orient ist konservativ und bevorzugt immer die eiugefü'hrte Ware — wenn sie sich aber an «andere Fabri ikate gewöhnt hat, wird es sehr schwierig sein, den dortigen Markt wieder zu erobern. Der Stisz-Kanal, die Bagdaduind Hedjusbahn stellen Palästina in den Mittelpunkt des Welthandels. Die ausgezeichnete Landes Verwaltung, die Modernisierung und der Ausbau des Eisenbahnnetzes von 584 Kilometer im Jahre 1906 auf 0455 Kilometer, die direkten Expreßzüge mit Behlafwaggons, die regelmäßige Luftschiffvetbinidung Kairo—Jerusalem—Bagdad, die telephonische [Verbindung mit Aegypten, der Straßenbau., der kolossale Bau des Hafens von Haifa, all das macht dieses bisher verlassene Land zu einem wichtigen HandelsfaJktor. Daher begreifen wir, daß die ägyptische Presse (z«um Beispiel sEgypllan Gazette«) über die Ueberlegung von zahlreichen Filialen der. englischen Handelshäuser aus Aegypten. nach Palästina. Beschwerde führt, »da Aegypten bald in die wirtschaftliche Abhängigkeit von Palästina geraten wird«. Wir werden es .versuchen, die Exportmöglichkeit der einzelnen wichtigsten1 Warengattungen anzuführeni Zucker wurde im Jahre 1919/20 5,720.832 .Kilogramm im Werte von 419.728 Pfund eingeführt; beteiligt sind Holland mit 4,426.926 Kilogramm, Aegypten mit 1,163.628 Kilogramm, Japan mit 73.000 Kilogramm. Im Jahre 1900 aber betrug der Anteil der Monarchie an Zucker in Jaffa 82 Prozent, Frankreich 16 Prozent, Aegypten (das jetzt gegen eine Ausfuhr von 10.000 Tonnen Zucker eine Einfuhr von 40.000 Tonnen Zucker a’ufweist) 2 Prozent, der Anteil der Monarchie in Haifa 65 Prozent, Frankreich 9 Prozent, Rußland 9 Prozent, in Beirut 86 Prozent. Nach- Jaffa hat die Monarchie im Jahre 1906 fast den ganzen Import gedeckt (ihr Anteil 1.350.000 Francs), im Jahre 1912 1600 Tonnen, das sind 61,5 Prozent, noch Haifa in demselben Jahre 65 Prozent, nach Beirut fast 100 Prozent. Insgesamt wurden 1913 eingefü’hrt nach« Jaffa 3351 Tonnen Zucker, Haifa 5838 Tonnen, Beirut 10.980 Tonnen, nachgaraa Syrien 32.081 Tonnen«. Papier wurde i«m Jahre 1919/20 nach «Palästina im Werte von. 73.307 Pfund eingeführt, davon am 30.556 Pf-uhd Zigarettenpäpier. Beteiligt waren der Reihe nach Aegypten 17.092 -Pfund, Italien, Frankreich-, Großbritannien, Japan, Griechenland; andere Sorten lieferten auch Holland und die Vereinigten Staaten von -Nordamerika. Die Monarchie . hingegen lieferte 100 Prozent Zigarettenpäpier, ira Jahre 1912 nach Haifa 12.200 Francs, Beirut 81 Tonnen; ira Jahre 1910 wurden nach Syrien 265.090 Kilogramm ein-geführt Ebenfalls allein lieferte die Monarchie das Packpapier zur Emballage der Orangen» dessen Bedarf rapid . steigt. Mit Rücksicht auf dre ungeheure Bautätigkeit — es‘ werden neue Städte und Stadtviertel und neue Kolonien gegründet, Eisenbahnen, Brücken, öffentliche Gebäude, Bewässerungsanlagen gebaut — hat der Import von Zement, Kalk, hydraulischem Kalk und dergleichen eine ausgezeichnete Zukunft. Zement wurde im Jahre 1919/20 aus Frankreich und Italien, und zwar 4583 Tonnen im Werte von 32.646 Pfund eingeführt. Ebenfalls hat die Einfuhr von anderen Baumaterialien größte Aussichten. Der sonst einheitliche Wertzollvon 11 Prozent wurde für dieselben auf 3 Prozent ermäßigt. G1 as, G1 «a s w «ar e u>n d P o r z efi* 1 aö wurde im Jahre 1919/20 für 29.889 Pfund angeführt, aus Japan für 11.096 Pfund: dann Italien, England, Aegypten. Auch im Handel mit diesen Produkten hatte die Monarchie ehemals die erste Stelle behauptet, 50 bis 60 Prozent, hatte Preßglas, Flaschen, »böhmisches Glas«, Gläser, Lampen allein, teilweise auch. Spiegelglas geliefert; nach Jaffa im Jallire 1910 694 Tonnen, Beirut im Jahre 1912 2345 Tonnen, 60 Prozent, nach Syrien im Jahre 1910 2,683.614 Kilogramm. Gablonzer Ware wurde sehr gesucht. (Bairut allein im Jahre 1912 um 500.000 Francis.) Textil wäre wurde im Jahre 1919/20 nach Palästina im Werte von 1,495.561 Pfund eingeführt, davon 1,006.281 Pfund, gleich 17,219.634 Meter ■ Baumwolifäbrikate, um 178.185 Pfund Kleider, um 122.772 Pfund1 Baumwollgarne, 6312 Tonnen Säcke im Werte von 44.928 Pfunds, 18.673 Kilogramm oder um 6695 Pfund, Le inenwaren» um 38.496 Pfund €71.057 Meter) Woliwaren, Tuche im Werte vott 34.377 Pfund. Herkunftsländer: England, Japan» Amerika, Aegypten* Indien, Frankreich, Italien. Ehemals wars anders. Die Monarchie war fast konkurrenzlos in der Konfekticrisbranohe. Die Monarchie lieferte auch den größten Teil der -leeren Säcke, im Jahre 1910 nach Syrien 3,660.809 Kilogramm, derer man immer mehr brauchen wird, da Palästina ein Land mit einem bedeutenden, stark im Steigen begriffenen Getreideexport ist. Ein Monopol hatte sie im Imiport ven Fezen, im JrJbre 1910 gingen mach Syrien 78.885 Kilogramm,, die als K-opfbedsokung eines Jeden Ottomanen einen kolossalen Absatz finden. Sehr viel lieferte sie von Kur zwaien (im Jahre 1912 nach Haifa 28 Prozent). Holz wurde im Jahre 1919/20 für 19.431 Pfund Sterling importiert, und zwar ans England, Nordamerika, Frankreich und Aegypten. Der Import von Holz hat eine kolossale Zukunft, diä cs im Lapide keines gibt, und der Verbrauch von Oramgenki$ten, Eisenbalinschwellten und Baulnoiz nasch wächst. Die Monarchie lieferte ehedem einen bedeutenden Teil, manchmal deckte sie den ganzen Import. Mit der Monarchie konkurrierten bloß Rußland und Rumänien. Auch ira Import von Ho 1zmobe 1, der im Jahre 1919/20 46.719 Pfund Sterlng aiuismachte, den heute England, Aegypten» Italien, Nordamerika uinc Frankreich decken, war die Monarchie stark beteiligt. Insgesamt bezog Jaffa im Jahre 1910 um 13-350 Pfund, Haifa im Jahre 1912 um 148.950 Francs Holzmöbel, wovon die Monarchie 39 Prozent lieferte. Auch, in Streichhölzern halt die M«on*» archie die führende Stelle Jahrelang behaupten können, mitunter konkurrenzlos den ganzen Import gedeckt. Metalle und Eisenwaren, inklusive Maschinen wurden im Jahre 1919/20 für 112.401 Pfun-c eingeführt. Oesterreich lieferte früher hauptsächlich Eisenröhren, Drahtstifte und Kleineisenwaren,. Eine besonders gute Zukunft hat die Einfuhr von 1 a n dwirtschaftlichen. Maschinen, die im Lande einen, immer größerem Absatz linden werden (seit kurzem sind sie zollfrei-1), un«d! der F ahr^ radet (im Jahre 1919/20 um 2524 Pfund). Auch 7en&terum d Tüxbes dhläge, die »..die Monarchi e. viel lieferte, werden in großem Maße gebraucht. Außer! aller Art von elelkrttbteöbniscfom Bedarfsartikeln infolge der koloss'alsn Elektrifizierung des gam«z-sÄ Landes, haben, beisomders Schuhe (im Jahre 1919/29 um 27.698 Pfund) und Lederwareai, Riemen, Portemonnaies umdi dergleichen, Bier Mineral wasser» Fässer (iinjtahre 1919/20 eingeführt 1,374.839 Lite# Wein), emailliertes Geschirr, und Alkohol' (im Jährö 1919/20 um 36*765 Pfund fast ausschließlich au-tz Nordamerika eingeführt), die meist auoh. aus den; Monorchie geliefert wurde®, gute AusisidhJten«.; ■ Die T r amsportk 0 s t en betragen zum Bei«, Spiel für Zement mit der Eisenbahn Prag—Hamburg! Schiff 6.75 Red- 27 Mark pro Zentner, mit'Elfe schiffen, Hollescho-witz—Hamburg 6.85 Rc. +' 1.56 Miark pno Zentner Hiamiburg-—Jaffa, .regelmäßiger! Verkehr zweimal wöchentlich, 19 Sclhiliing -pro Tonne. Die Vensidhörung geg«ein adle Schäden! i]/i Prozent. Die TranispcrtÜ-coisten durch Länder mit’ niedriger« Valuta nach Triest, auch mit Schliffen* jüdischer (blau-weißer) Flagge, oder auf der Donau-, wo es vom den bulgarischem und rumänischen Hafenstädten eipen regelmäßigen Verkehr nach' Jaffa undl Haifa gibt, sind ,niedriger allis durch Länder miti hoher Valuta. 1 In allem Staaten«, besonders In Amerika«, herrscht' ein selir «reges Interesse um dos «palästinensische Absatzgebiet. In Deutschland, dessen Komsul Dr. Rapp vom 1. Oktober wieder in Jerusalem tätig ist, ist e$ vor allem der Konzern- Hecht, Pfeiffer & Co., de# sich zur . großem Atfb.ei t in Palästina vorbereitet« Oesterreich hatte in Palästina Vertretungen in Jaffas Haifa, Jerusalem, Saida-, Siaifed, Beirut und Damast fcus).' Untsere Relpublik Jhlat dort keine Vertretung. Vor kurzem wurde in Jaffa eine Aktiengesellschaft, »Hithkadruut«,. Gommemal and Industrial Cp, Ltd.«, registriert, die van tschecho-slowalkisch* jüdischen Industriellem gegründet, sich auch mit detn| Handel mit Palästina «beschäftigen will. Einige »Be-* Ziehungen wurden durch dem- Verfasser mit der Hau* 'delsabteilumg der Londoner Exekutive asnigekiiüjpft^ Die handelspolitischen Vereinbaritnged zwischen Oesterreich und Ungarn, Die handelspolitischen Vereinbarungen zvrischeri Oesterreich und Ungarn sind nunmehr in Budapest unter*» zeichnet worden. Der Inhalt deckt sich im wesentlichen mit dem Handelsvertrag von 1920. Es ist ein p r o v is 0 r i sch e s Handelsübereinkommen, das möglichst bald durch den Austausch der Ratifizierungsurkunden definitiv in Geltung treten soll. Abgesehen von der Meis tbegiLns.tigun.g-s kl au 8 e 1 gestehen sich Oesterreich und Ungarn gegenseitig die Freiheit der Durchfuhr über ihr Gebiet?u., W-as die f i n anzie 1 len Verha ndlung e n anlangt, so wird dem Vernehmen nach die Erledigung aller in Betracht kommenden Fragen möglicherweise einem Schiedsgericht überwiesen werden. Die Platzzuweisung für die Frühjahrsmesse. Di« Platzzuweisung für die Aussteller der Wiener Frühjahrsmesse ist endgültig abgeschlossen. Den angeme.deten Firmen werden schon in den nächsten Tagen die letzten Zuweisungsbestätigungen zugehen. Reklamationen sind, da der Aufteilungsplan nicht mehr abgeändert Werden kann, zwecklos. Im Interesse eines ruhigen und beschleunigten Fortschreltens der Arbeiten der Plätzvermietungsabteilung wird ersucht, persönliche Vorsprachen nur in den dringendsten Fällen zu veranlassen, und zwar in den Vor-» Mittagsstunden von 9 bis 12 Uhr. Berliner Börse. Berlin, 9. Februar. Da die Besserung des New Yorker Markkurses hier eins Abschwächung der Devisenpreise bewirkt hatte, wobei aber die Umsätze auf diesem Gebiete wegen des geringen Bedarfes der Industrie' nach wie vor gering blieben, war die Kursbildung an der Börse anfangs unregelmäßig, Die Grundstimmung blieb jedoch’fest, wozu wesentlich auch die endgültige Beilegung des Berliner Ausstandes betrug, da damit die lästigen Verkehrsstörungen» wie die Sperrung des Telephons für Privatgespräche u. s. w.» in Fortfall kamen, Wieder wurden die Umsätze in der Hauptsache von der Spekulation bestritten, während das Privatpublikum sich langsamer einstellte'. Ueberwogeti schon zu Beginn die Kurssteigerungen um 20 bis 30°/a und vereinzelt darüber, so wurden die anfänglichen Einbußen, als die Hausseströmung allgemein zum Durchbruch kam, teilweise wieder hereingebracht, ObersChlesischo Montanwerte litten mit Ausnahme von Ober-Bedarf- und Hohenlohe-Aktien, die weiter stiegen, unter Realisationen, während sich lebhaftes Interesse für Westfälische Montanpapiere, besonders Essener Steinkohlen- und Mannesmann- Aktien, vor allem für Deutsch-Luxemburger-, Schuckert«? und Siemens & Hälske-Aktien bei Steigerungen von 50% zeigte. Kali-Aktien standen ln starke Nachfrage. Bei deri übrigen Papieren betrugen die Kurssteigerungen bis 3Q%> bei Lüdwig-Loewe-Aktien bis 60°/o, wogegen allerdings Otavl-Aktlen stark fielen. Schiffahrts- und Bank-Aktien stiegen gleichfalls, weiter namentlich Hansa-Berliner- Handelsgesellschaft, Diskonto Kojnmanditantelle und Deutsche Bankaktien. Am Rentenmarkte zeigte sich wieder einiges Interesse für Ungarn. Budapests* Börse. ' '. Bpdapest, 9. Februar. Bei behaupteten Kursen und geringen Umsätzen herrschte zu Beginn Geschäftslosigkeit, In der zweiten Börsenhälfte trat auf einigen Gebieten, namentlich in Spezialpapieren, einige Lebhaftigkeit zutage. In der Kulisse blieben die Kurse bei schwacher Stimmung unverändert. Die Arbitrage war heute nicht tätig. Auf dem Bankenmarkte zeigte sich nur für Bosnische Agrarbank- Aktien Interesse. Eisenwerte lagen nicht einheitlich. Nordungarische Kohlen- und Ungarische Allgemeine Kohlen* Aktien gewannen bei lebhaftem Verkehre 50 bis 150 Punkte. Eisenwerte lagen still. Bloß Liptak-, Csaky- und Koburg- Aktlen Waren gesucht bei leichten Kursbesserungen, Holzwerte hatten keine gleichmäßige Kursgestaltung. Landesholz- und Neuschloß-Lichtig-Aktien zogen leicht au, wo*J gegen Naschitzer-Aktien nicht einmal ihren Eröffnungskurs behaupten konnten. Spezialwerte sprachen sich freundlicher aus. doch waren die Umsätze beschränkt Glühlampen-»

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