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Wiener Morgenzeitung · 1922-02-10 · Heft 1090 (10.2.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1090 (10.2.1922)
Date
1922-02-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4' Wien, Freitag fcnti-semitisehe Kampagne betrieben, zu «diesem Zwecke ein eigenes Organ gegründet und hat die’ heftigste Gegenwehr des amerikanischen Judentums hervor ge rufen, welches verhindern wollte, daß! dieses »Kulturgeschcnle« Europas sich dirüben ein- 3iistc. Herr Ford hat offenbar ein gesehen, daß der iBodea der Union für sein lärmendes Treiibenrnicht günstig sed. und hat plötzlich vor ‘kurzer Zeit die . öffentliche Erklärung abgegeben, seine Kampagne einzustellen. Bisnun hat Ford sein Wort gehalten. sWie aus Amerika berichtet wird, macht es den Eindruck, als wäre Ford bestrebt, für seinen neuesten Plan die Mithilfe der Juden zu gewinnen. •Herr Ford wiM Amerika retten. Geht es «nicht mit dem Antisemitismus, so will er die herrschende ■Wirtschaftskrise 'beheben und zu. diesem Zwecke das Gold von seinem Thron stürzen. iNioh't. etwa, daß der Automobilkönig F o r d unter die.Sozialisten oder Bolschewiken gegangen wäre, er sinnt äugen ’ idiakiiah über -das Problem nach, wie die geltende!Goldbas:> der Weltwirtschaft durch einen anderen Eubstanzwert zu ersetzen wäre. Um seine Pläne izu betreiben, die bei Ford stets im Spleen, stedken.- bleiben, will er, wie man annimmt, die Juden heraniziehen, die natürlich mit diesem neuesten Abgott 'der mitteleuropäisch - alldeutschen Judenfresser «nichts zu tun haben wollen. Der wahre Grund «vM Fords »Bekehrung« wird aber die Erfolglosigkeit seine? Versuche gewesen sein, für welche man einmal Amerika nicht der richtige Boden ist.; Der billige Tiroler Antisemitenbund. In der Berliner sWeHbü'hr.e« lesen wir die folgende Antwort: In den Textteil -eines Innsbrucker Blattes eingedicktfand ich jüngst die kurze, aber kernig? Anzeige: »Tretet dem Tiroler Antisemitenbund bei! Jahresbeitrag drei Kronen.« Endlich, sagte ich mir, endlich einmal Leute, die den ekelhaften Preiswucher nicht miitmachen und es so billig geben, wie sie unter Voraussetzung eines bescheidenen Verdienstes irgend köraieiu Das Herz lacht jedem Braven im Leibe, erkennt er dergestalt, daß Treu und Redlichkeit selbst in einem [Lande wo der letzte Bauer nur noch gegen Lire rund Schweizer Franken sein Vaterserb verkauft, •keineswegs ausgestorben sind. Darüber hinaus He doch eröffnen si-dh einem ideenreichen Politiker Perspektiven von kaum übersehbarer Tragweite;. Fragen wii uns nämlich ernsthaft, was heute drei Kronen bedeuten, so erhalten wir die Antwort: i ’6 Pfennige oder. 2 Centesimi. In edleren Valuten sind sie nur durch Brüche aus-druckbar. Hier nun überlegt der weitblickende Hakenkreueler: Wie denn? Gibt es nicht einmal einen Antisemitismus in Amerika? Man verständige sich mit' -dessen Führern! öoö.coo Einwohner hat::uhs;er Land Tirol; werden sie alle, vom Säugling bis zum Greis am Stabe, ja bis zum Dorf toppen, Mitglieder des Tiroler Antisemitenibundes, so ‘kostet oder 'bringt das r.Soo.ooo Kronen im Jahre. 1,800.000 Kronen sind jedoch — da der Dollar in Wien jetzt 3600 Kronen notiert —- genau 500 Dollar. Mithin kann sich ein antisemitischer kleiner Rentier der U. S. Ä. leisten, den Antisemitismus endlich, und wirklich und wahrhaftig einmal zu einer Volksbewegung zu machen! Auf —- die Gelegenheit ist günstig!« (Hopp, hep!p,. hurra! Aber nimm den T/eutschen ähren An'tisen.itismnjs — und was bleibt übrig? Das Bier. Betrügereien eines Orgesch-Abenteurers Im Cafö Westmünster wurde ein junger Mann angehalten, der sich für einen Prinzen Karl Heinrich zu Reuß ausgegeben hatte. Bei der Polizei gestand er, er sei der zu Plauen im Voigtlande geborene Handelsagent Karl Graupner, deutscher Reichsangehöriger. Festgestellt wurde, daß der falsche Prinz dem Geschäftsmann Hans G e r 1 i n g e r aus Nürnberg, der zurzeit im Hotel Bavaria im VI. Bezirk wohnt, zwei Darlehen, eines von K4000 und eines von K 2000, unter dem Vorwand entlockt hat, daß er von einer Gräfin .Siracci, die im Hotel Imperial wohne, Geld erwarte. . : Graupner will an dem Kapp-Putsch beteiligt gewesen sein, hernach sei er der 0 r g e s c h - P a r t e i beigetreten, deshalb sei er von Deutschland aus politisch verfolgt. Beim Landgericht Essen soll er sich wegen Hochverrates in Untersuchung befinden. Die Erhebungen nach einer angeblichen Gräfin Siracci im« Hotel Imperial bliebefi, wie vorauszusehen, ergebnislos. Sie ist ebenso ein Phantasiegebilde wie die priuzliche Abstammung des Hochstaplers. Graupner wurde dem Landesgericht eingeliefert. Tiere als Gehilfen des Verbrechers. Die oft nicht gering zu bewertende Intelligenz des Verbrechertums macht sich nicht nur alle Kulturerrungehschaften für seine Zwecke dienstbar. Auch Tiere müssen als Gehilfen des Verbrechers herhalten. Ich meine hiemit natürlich nicht diejenigen Fälle, wo das Tier eine melir oder weniger passive Rolle spielt, vielleicht! nur das Objekt des Verbrechens ist, also zum Beispiel wenn ein Jockei in betrügerischer Absicht sein Pferd beim Rennen verhält, weil er ein Interesse hat, es jilcht zürn Sieg zu steuern, oder wenn ein Pferdehändler Kunstgriffe an wendet, um ein Pferd jünger oder feuriger erscheinen zu lassen. Sondern ich meine diejenigen Fälle, wo dem Tier eine tätige Rolle, meist sogar die Hauptrolle bei der Ausführung des Verbrechens zugeteilt wird. Gewöhnlich handelt es sich um Verbrechen, die gewerbsmäßig begangen werden. Das Tier wird ln einer bestimmten Welse nbgeriehtet und Im gegebenen Augenblick eingesetzt wie jedes andere Werkzeug des Verbrechers» wtmm Mitteilungen aus dem Publikum. Echte Jägerwäsche » ABbert frSatzRervWien,Kohlmessergasse 8 Es ist in erster Linie der treue Freund und Hausgenosse des Menschen, der Hund, der hier in Frage kommt. Der Wächter und Verteidiger des häuslichen Herdes und seines Herrn, der unübertreffliche Aufspürer der lichtscheuen Elemente als Polizeihund im Kampf mit dem Verbrechertum, er leistet auch seinem Herrn als Verbrecher Dienste. Verhältnismäßig harmlos und einfach ist der Fall, wo ein Hund abgerichtet wird, aus Fleischer- oder Lebensmittelgeschäften einen saftigen Braten zu stehlen und ihn zu Hause seinem Herrn abzuliefern. Auf eine andere weniger häusliche Art Hunde zu Diebstählen zu benützen, die kürzlich iu Köln vorgekommen ist, will ich hier nicht näher eingehen, um nicht darauf aufmerksam zu machen. Weniger harmlos war in einem dritten Fälle die. Art, wie ein Verbrecher mit Unterstützung seines Hundes, einer großen Dogge, seine Beutezüge ausführte. Er war ' Taschendieb, „großzügig" und „arbeitete“ auf der Straße. Nachdem er ' sich sein Opfer ausgesucht hatte, Zeit und Ort ihm günstig schienen, kam plötzlich, wie zufällig, die Dogge angerast, sprang das Opfer an, das, auf einen solchen Ueberfall nicht vorbereitet, zu Boden stürzte. Während der Hund in langen Sätzen das Weite suchte, eilte sein Herr diensteifrig hinzu, half den. Gefallenen . aufrichten, klopfte ihm den Staub aus den Kleidern, betastete ihn, höflich fragend,;ob er nicht verletzt sei und stahl seinem Opfer bei dieser Gelegenheit Brieftasche, Uhr, Kräwattennadel und was er sonst etwa erraffen konnte, um sich dann ebens.p höflich wie plötzlich zu empfehlen. Mail muß bei diesem Trick die psychologische Raffiniertheit bewundern, mit der er ins Werk gesetzt ist. Die Seltsamkeit des Angriffs, wohl auch Angst und Furcht, fesseln und verbrauchen die ganze Aufmerksamkeit des Opfers, die von dem tüchtigen. Verbrecher ablenkt, " der nun freie Bahn hat. Vielleicht noch erfinderischer als dieser Taschendieb, jedenfalls nicht, minder scharfsinnig, war ein Schmuggler. Er besaß einen prachtvollen schwarzen Pudel, den er am Leibe glatt schon. Dann umwickelte er das Tier mit kostbaren Spitzen und zog ihm darüber eine Art Paletot an, : der aus dem Fell eines ebenfalls schwären Pudels gemacht war, dem man die Locken-gelassen hatte. Sorgfältig nähte er alles zu, so daß der Pudel den ganz natürlichen Eindruck eines nicht geschorenen Tieres machte. Den so verkleideten Hund richtete er nun ab, in schnellem Lauf die ZoIIjnie zu passieren. Der vierbeinige Schmuggler erregte keinen Verdacht, zumal es sehr schwer gewesen wäre, ihn zu stellen. So blühte der* Schwindel jahrelang», bis eines Tages die . Sache^dem /Zollbeamten verraten wurde lind der Pudel beim Ueberschreitea1 der Grenze; der tvöhlgezieltea Kugel eines Beamten erlag. Seltener als Hunde werden Katzen Verbrechergehilfen, obwohl auch sie sich abrichten lassen wie Hunde. Vor einigen Jahren1 warf in New York eine Katze eine. Petroleumlampe um und verursachte dadurch den Brand eines Speichers. Ein phantasiebegabter Verbrecher sah sofort, daß sich aus der Sache für seine Zwecke Kapital schlagen ieße. Er richtete Katzen ab, brennende Petroleumlampen umzuwerfen und verkaufte sie ah Leute, die gerne abbrennen wollten, ohne dabei mit dem Strafgesetz und der . Versicherungsgesellschaft in Widerstreit zu geraten. Da das Abrichten der Katzen nicht leicht war, war der Preis der Katzen nicht niedrig: 800 bis 1000 Dollar. Aber das Geschäft lohnte sich, bis die Versicherungsgesellschaften, durch die vielen, von Katzen umgeworfenen Petroleumlampen mißtrauisch geworden, einen geriebenen Detektiv mit der Aufklärung des Falles beauftragten, der das denn auch so gründlich besorgte, daß der erfindungsreiche Verbrecher sich einer anderen Spezialität zuwenden mußte. Auch Affen werden: bisweilen für den Diebstahl abgerichtet In fcinem großen Londoner Warenhaus erschien /häufig ein Herr, der nur wenig kaufte, aber stets an den Verkaufsständen stehen blieb und die Auslagen musterte. Jedesmal nach seinem Weggang mußten die Verkäuferinnen feststcllem, daß dieser oder jener wertvolle Gegenstand fehlte. Man sah ihm scharf auf die Finger, ließ ihn beobachten, ohne indessen das geringste feststellen zu können. Bis eines Tages ein schärfer blickender Detektiv sich sagte, daß der Gauner offenbar nicht mit den Händen arbeite. Er ließ diese daher unbeachtet und wandte seine Aufmerksamkeit mehr der ganzen Erscheinung des Verdächtigen zu. Eines Tages, als dieser wieder dicht an einem Verkaufsstand sich befand, sah der Detektiv, daß sich in der Manteltasche etwas bewegte. Gleich darauf erschien der Kopf uncl der Arm eines kleinen Affen, der blitzschnell einen Gegenstand ergriff und wieder in der Manteltasche untertauchte. Nun griff der Detektiv zu und der Gauner konnte überführt werden. („F. Ztg.“) * Professor Dr. von Noorden in Wien. Gehelmrat Professor Dr. von N 0 0 r d e n trifft Samstag aus Frankfurt am Main über München in Wien ein, um hier einen Vortrag über „Stoffwechselerkrankungen“ zu halten. * Hermann Goldschmiedt gestorben. Hermann Goldschmied t, der Gründer des durch den Vertrieb in- und ausländischer Zeitungen bekannten Wiener Zeitungsbureaus, ist gestern nachts im 81. Lebensjahre gestorben. * Chaluzitu-Fürsorge in Rumänien. In Rumänien wurde eine Organisation zur Unterstützung der Chaluzim- Auswanderung nach Palästina begründet, die sofort eine großzügige Sammlelaktion eingeleitet hat. (J.C.B.) » Die Tätigkeit des Misrachl in Siebenbürgen. In der letzten Sitzung der Siebenbürger Misrachi-Exekutive wurde die Aufnahme einer umfassenden Organisationstätigkeit beschlossen und mit deren Durchführung der Parteifunktionär Samuel Altmann betraut. Ferner wurde die Verlegung des zentralöurau für Siebenbürgen aus Großwardein nach Klausenburg beschlossen, (f, C. B.) 10. Februar 1922 Nr. 1090 * Verein zur Erhaltung der Wiener Universität? Der Vbrstand des Vereins zur Erhaltung der Wiener Uni* versität hat sich konstituiert und besteht aus folgenden Herren: Präsident: Gouverneur der Oesterreichisch-ungarischeh Bank Dr. Alexander Spitzmüller; VizepräsidentenD Hofrät Dr. Oswald Redlich, Präsident der Akademie de? Wissenschaften, und Generaldirektor Leopold Pfizer; Sekretär:: Hofrat Dr. C: Doelter; Kassenführer: Generali direkter Leopold Pfizer... Ferner gehören dem Ausschuß an : Vizekanzler Dr. Walter Breisky, Dr. Ernst« Benedikt* Präsident 0. Cästiglioni, Universitätsprofess.or P. Hohenlohe, Bürgermeister faköb Reumann, Regierungsrat Ernst Klebinder, Präsident Richard Kola, Dr. Gottfried Grünwald, GeneraldirektorLudwigNeurath, Louis Rothschild, BörseratErnst Straßer und Großindustrieller Rudolf Thorn. Nestroy würde bagen: „Ich sehe viele, die nicht da sind 1“ Vor allem fällt das « Fehlen jener Unentwegten auf, die sonst mit dem Maul und dem Knüttel den deutschen - Charakter der Universität gegen die Inflation jener Rasse schützen, der die hier angeführten Spender größtenteils angehören. Wenn sich : die deutschen . Burschenschafter entschlössen, das Geld, das sie bei der .allabendlichen Betätigung ihres „Deutschtums“ den tschechoslowakischen Bierbrauern opfern, der notleidenden Alma mater zu widmen, hätte es diese nicht nötig, auf die Gnaderigabeu „sittlich inferiorer" Juden des In- und Auslandes angewiesen zu sein * Andrä Weiß, juristischer Beirat im französischen Ministerium des Aeußern, ist zum Präsidenten des Inter?; nationalen Gerichtshofes gewählt worden. * jZugszusammenstoß in Berlin. Vorgestern abends stießen! auf dem Moabiter Güterbahnhof zwei Güterzüge zusammen.'Die Züge waren von Nothelfern geführt Aus den Trümmern wurden . zwei Tote und drei Schwerverletzte herausgeholt. * Brände in Amerika. Wie die Pariser Blätter aus Was h i ngton melden, wurde das Schatzamtsgebäude durcheinen Brand teilweise zerstört. •—Ein Brand zerstörte das in der Delawarebucht liegende Kriegsschiff „North.e.rn Pacific“. Vier Personen kamen dabei ums Leben.;' * Diäten und Ueberstunden für öffentliche An* •gestellte. Für. die Monate Dezember 1921 bis Ende Februar 1922 hat die Regierung die Ueberstundenentlohnung und Idie Diäten Vergütung neu geregelt. Hiebei wurde, betreffend die Ueberstunden, dpr fünffache Betrag der im Juli angerechneten Sätze' bestimmt, ebenso die Diäten- , bezahlung nach den Einrichtungen, des Finanzministeriums angenommen. Für Dienstreisen wurde das Kilometergeld auf: der Höhe von K 30 belassen und die fallweise Erhöhung nach dem Stande der Preise für die staatlichen Autobuslinien angeordnet. ■ * Die Nationalbibliothek geschlossen. Die Direktion der Nationalbibliothek verlautbart: Intolge gänzlicher Erschöpfung des Kohlenvorrates können der Lesesaal und die JBücherdepots nicht mehr geheizt werden; der Lesesaal bleibt daher von Donnerstag den 9. d. -M. ab bis auf weiteres geschlossen/ Die mit Ofenheizung verseherieti Spezialsammlungen bleiben vorläufig hoch geöffnet. Ein Teildös Benützungszimmers der Handschriftenabteilung wird für dringend Fälle von Bücherbenützung, für die eine besondere Erlaubnis einzuholen ist, freigehalten. * Paritätische Kommission des Baugewerbes. Durch „den Erlaß der Finanzlanclesdirektion in Wien wurde verfügt, daß der 20%ige päuschalzuschlag tür Saisonarbeiter, so wie.er.im Jänner 1921 gegolten hat, äij.clj fiir,das. Jahr. 1922 weiter irt Geltühg bleibt; Die Sitzungen der paritätischen Kommission im Baugewerbe werden bis auf weiteres au. jedem Mittwoch um 4 Uhr ’nachmittags in Wien, I., Seilergasse 6, II. Stock, Zimmer 35, abgehalten, so daß die E n t« I a s sii n,g sansu ch e n bis 12 Uhr mittags an jedem ‘Mittwoch - an die obige Anschrift eingelangt sein müssen, da sie sonst nicht meh%. einer Erledigung innerhalb del betreffenden Woche zugeführt werden könen. : * Innsbruck ohne Elektrizität. Aus Inns b r u elf, 9^ d. M., wird gemeldet: Infolge der andauernden Kälte* die heute ein Minimum von 23 urad erreicht hat, sind die elektrischen Kraftquellen vereist, so daß die elektrische Licht- und Kraftstromzufuhr stark herabgemindert ist. Der Straßenbahn verkehrkann nur in beschränktem Umfang aufrechterhalten werden. Die elektrisch betriebene Stubaitalbahn hat gestern ihren Betrieb vollkommen e! ngestellt. Die Mitten waidbahn kann nur mit Dampfbetrieb verkehren. Einzelne Stadtteile mußten vom Strom ab geschaltet bleiben. * Plenarversammlung der Genossenschaft def Pferdehändler in Wien. Gestern fand die satzungsgemäß einberufene Plenarversammlung der Genossenschaft der Pferdehändler in Wien statt Unter starker Beteiligung würde die Neuwahl eines Genossenschaftsvorstehers und Stellvertreters durchgeführt; Unter Aufsicht des von der Behörde entsendeten Kommissäfs wurde die Neuwahl, welcher, der Rechenschaftsbericht des Vorstehers Plaschkes voränging, vorgenommen. Als Skrutatoren fungierten Herr Dn T u c h n e r und, Herr Glase r. Wiedergewählt wurden die Herren Pi a s c h k e s und Hochleitner. Im Laufe der Debatte ergriff Dr. Tuchner das Wort und wandte sich unter allgemeiner Zustimmung gegen die Mißstände auf dem hiesigen Pferdemarkt, den oft allerlei lichtscheue Elemente in seinem Rufe schädigen und regt die Umgestaltung des Marktes nach reichsdeutschem Muster (Eintrittskarten, Bildung eines Schiedsgerichtes) an. In den Ausschuß wurden unter anderen die Herren O b e r I ä n d e r und S c h 1 ö g e 1 gewählt. 0 Druckfehler. Im Artikel „Das Problem der jüdischem Berufsumschichtung“ sindeinige Druckfehler unterlaufen. Der Name, des berühmten englischen Historikers lautet natürlich Macauly. Die in dem Aufsatz zitierte Rede könnte Macauly nicht im Jahre 1883 halten, da er 1859 starb, sie ist vielmehr 1833 gehalten worden. ' * Rabbinerwall! in Tachau. Freitag den 27. Jännef fand die feierliche Amtseinführung des einstimmig erwählten Rabbiners Herrn Dr. S. Margules aus Jaroslanstatt Herr Dr. Margules ist ein Schüler des Wiener Rabbinerseminars. * Sterbefüll. Der Herausgeber des „Montag8, Herr Paul K o 1 i s c h, hat durch den am 8. d. M. erfolgten Tod seines Vaters, des Kaufmannes Julius Koüsch, der im 74. Lebensjahre starb, einschweren Verlust erlitten. 0 Italien zahlt die Pensionen an im Ausland lebend« neue Reichsangehörige. W«ie der SüdlnroieT Pressedienst mitteilt, hat das italienische Schrat?m fowsteriiuim grundsätzlich die Auszahlung von Peneiioneai kn Ausland genehmigt, wenn die betreffenden Pensionisten «durch den Vertrag vom Saiint-Germain oder durch Option it.a 1 i en i s c h e Staatsbürger geworden sind«. Anspruchs* berechtigt sind jedoch nuir jene Pensionisten, «die durch Krankheit «oder besondere Umstände, so durch Familien* Verhältnisse, genötigt sind, außerhalb der neuen Grenzen ständigen Auf enthalt-zu «nehmen. * Ein Bombenanschlag im Ratbaueviertcl. Mittwoch ] abhids wurde in «der PartenrtcingLssc Nr. 8 im Bureas*

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