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Wiener Morgenzeitung · 1922-02-09 · Heft 1089 (9.2.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1089 (9.2.1922)
Date
1922-02-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Donnerstag für Anzüge, Modehosen, Ueberröcke, Kleider, Kostüme und Mäntel infolge kleiner Regien am billigsten bei KANN & FRIED, VI.. Linke Wienzeile 40,' im Hofe Der entlarvte Antisemit. Anas Oed eai Üanr g wind uns berschtet': Da» fj'iesäge antisemitische Blatt »Soproni Hirlaip« errichtete vom einigen Monaten in Csoraia eine Filiale seiner Administration und betraute mit deren Leitung einen gewissen Ladislaus von D räskoczy, der auch die Berichterstattung Mvs Csorna zu besorgen hatte. Der 37jährige junge Mensch erwarb sich durch sein sicheres Auftreten und besonders mit seiner Visitenkarte, die auf den Namen Ladislaus D-rastkoczy de Draslkocz lautete, bald großen Einfluß, den er dazu benützte, die Bevölkerung gegen die Juden aufzuhetzem, was ihm umso eher gelang, als er hierin vom Kanonikus Sebastian Raday unterstützt wurde. Zwei Monate langtrieb Draskoczy in Csorna sein Unwesen., als dieser Tage ein junges Mädchen aus Bcatislianva in Osor-na erschien, und die Enthüllung machte, daß der angebliche Ladislaus von Draskoozy in Wahrheit Jakob Sauer heißt und — Jude ist. D*as Kontkur r enzib latt des »Soproni Hiclap«, »Sotpronvanmegye«, fügt dem Bericht über den Unfall des antisemitischen Hetzblattes »hinzu, daß Satier-Draskoczy hei der Gendarmerie sein Judentum aibzulewgnen Versuchte, die Gendarmerie deshalb gezwungen war, »auf eine publizistisch nicht definierbare Weise festzustel'len,. ob Saurer als Jude oder ols Christ geboren wurde. Auf Grund der entscheidenden Feststellung wunde der antisemitische Redakteur verhaftet.« * Das Neueste ist . . . Vas Neueste ist nämlich der wohlwollende Hausherr. Er Hebe seine Mieter vom Herzen und will Ihnen jede Kränkung ersparen. Aifch die Wohnbausteuer. Bevor er zuläßt, daß seine Herzensmieter ihr gutes Geld in den Säckel der Stadt tun, damit neue Häuser gebaut und alte restauriert werden, lieber, verlangt er statt des doppelten den vierfachen Mietzins und verpflichtet sich dafür, wie bisher so auch weiter, für die Erhaltung des Hauses Sorge zu tragen. Es ist ja doch bisher alles zum besten gestanden, die Herde sind eingestürzt die Fenster klappern, von den Dachtraufen ergießen sich Ströme und niemand hat in den letzten fünf sechs Jahren beim Hausherrn Klage geführt, weil das ja ohnehin nichts genützt hätte und das Briefporto teuer ist^ Außerdem sind wir den Besitzern unserer vier Wände ja wirklich ZU beißem Danke verpflichtet, denn wenn die Mietzinse auch die Weltparität angestrebt hätten, so hätte der Wiener Mittelstand schon längst die nähere Bekanntschaft mit Mutter Grün gemacht und seihe Jugend Gelegenheit gefunden, in den Donauauen das Leben der freien Natur ajifs gründlichste zu studieren. Was bedeutet auch das Vierfache an Zins neben der} Multiplikationen ntft den Tausendern, zu denen wir sonst genötigt sind! Und wenn man die gewaltige Arbeit bedenkt, die das Hinaufnummerieren der Zinse verursacht, das Einkassieren und dann die „Verwaltung*. Die Verwaltung ist ein schweres Amt, undurchdringlich sind ihre Mühen für das Auge des Laien der da glaubt, der Hausherr > täte nichts als Zins einstreichen. Nein, die bloße Verwaltung ist die Multiplikation mit vier wert — wenn es nicht recht ist, dann ist es doch wenigstens billig. * Kater Murr. * Der fehlende Index zum Bundesgesetzblatt. Ein Jurist schreibt uns: Das sonst so fleißige statistische Bundesamt hat es bisher unterlassen, den Betrieb der Gesetzgebungsmaschine statistisch zu erfassen. Dies sei hier nachgeholt. Im fahre 1920 hatten das Staats- und das diesem folgende Bundesgesetzblatt zusammen 2154 Seiten. Darin waren große Gesetze, zum Beispiel Zollgesetz- und -Verordnung (442 Seiten); Friedensvertrag von St. Gennain (2&), das Gesetz über die* Vermögensabgabe usw. enthalten. Im Jahre 1921, das keine grundlegenden Gesetze hervorbrachie, wuchs die Seitenzahl des Bundesgesetzblattes auf 2312. Richtigstellungen und Druckfehlerberichtigungen begannen sich zu vermehren. Wer praktisch mit den Gesetzen zu tun hat, konnte sich nur mühsam einen Index für den Privatgebrauch hersteilen. Man erwartete also, daß die Verwaltung des Bundesgesetzblattes spätestens Mitte Jänner das Inhaltsverzeichnis für 1921 herausgeben würde. Nun stehen wir mitten im Februar und es ist noch kein Anzeichen dafür vorhanden, daß dieser wichtigste Behelf in Fertigstellung begriffen ist. Daß unter diesen Umständen die praktische Anwendung der Gesetze Verzögerungen erleidet, ist leicht verständlich. * Der neue Führer der Shadfietdn-Expedition. Nafeh dem Tode des Kommandeurs Sir Ernest Shackle ton hat, wie berichtet, Frank Wild das Kommando der englischen Südpolar-Expedition übernommen. Der neue Kommandeur bringt für diese Aufgabe außer blreits in vielen Fährnissen bewährten persönlichen ‘ Eigenschaften eine Fülle von Erfahrungen mit, die er sich auf früheren Fahrten erworben hat. Schon zum vierten Male macht Wild jetzt die Reise in * die unwirtlichen antarktischen Regionen. An Sämtlichen seit 1991 von England aus unternommenen Südpolar-Expeditionen hat Wild zum Teil an hervorragender Stelle teilgenommen. Schon bei der Scott-Expedition 1901 bis 1904 war er mit dabei; auf Shackletöns, erster Reise von 1907 bis 1909 machte er die berühmte Schlittenreise mit, die bis nahe an den Pol herankam. Alsdann begleitete er den Physiker Dr. Douglas Mawson auf dessen zweijähriger Reise (1911 bis 1913), die in dem Werke „Leben und Tod am Südpol“ beschrieben ist. Als Führer der Westabteilung, die viele geographische Aufnahmen von einzelnen Gebirgen Und Erhebungen des mächtigen antarktischen Tafellandes machte, lag Wild die Berichterstattung über einen wichtigen Teil der wissenschaftlichen Ergebnisse dieser Expedition ob. Auf der verunglückten zweiten Shackleton-Expedition, der sogenannten Imperial Träns-Antaretic-Expedition, die 1914 ihre Ausreise machte, gehörte Frank Wild zusammen mit einem jüngerem Bruder zu jenem Teile der Expedition, der naeh dem Schiffbruch der „Endurance“ fast vier Monate auf der unwirtlichen Elefanteninsel Im Wedell-Meere eingeschlossen war. Damals war ihm die Führung dieser Abteilung anvertraut, die Im August 1916 nur infolge der beispiellosen Energie Shackletöns nach mehreren vergeblichen Versuchen mit Hilfe eines wiener mmwztmim kleinen chilenischen . Schiffes buchstäblich In letzter Stunde gerettet werden konnte. Da Wild schon an der Organisation der neuesten Expedition, die namentlich auch die Meergsverhältnlsse im sogenannten E n d e r b y- Quadrauten erforschen soll, hervorragenden Anteil genommen hat und in die Absichten und Ziele Shackletöns bis in die letzten Einzelheiten eingeweiht ist, so darf man damit rechnen, daß die planmäßige Durchführung des Unternehmens bei ihm in guten Händen ruht * Der Kampf gegen die Dekolletage. Aus Rom wird berichtet: Der yon einigen religiösen Gesellschaften und Vereinigungen ausgehende Kampf gegen die Dekolletage der Damen nimmt in letzter Zelt recht groteske Firmen an. Die Führer dieser Bewegung schrecken auch vor Insulten auf der Straße nicht zurück. Die Damen, deren Klelderaussdhnltte den Moralisten zu tiefgehend erscheinen, werden von den Agitatoren der Anti - Öekolletagebewegung in der Regel auf der Straße mit den Worten angesprochen; »Madame, es scheint, Sie haben vergessen, sich anzuklelde». Gehen Sie sofort nach Hause und ziehen Sie etwas, an.“ Diese zarten Winke gehen natürlich nicht ohne Aufsehen ab. Es entstehen Ansammlungen von Menschen, die zumeist gegen die Dame Stellung nehmen, die erschrocken um sich blickt, um rasch davonzukommen. Die Feinde der mangelhaften Damenkleidung achten natürlich auch ln den Restaurants und Kaffeehäusern darauf, daß die Moral nicht durch allzutiefe Dekolletage Schaden erleide. So wurde vor wenigen Tagen in einem eleganten römischen Restaurant eine der Sünde 4er Dekolletage verfallene Dame gezwungen, Ihren Pelz umzunehmen. Die Begleiterder Dame protestierten vergebens gegen diese Einschränkung der persönlichen Freiheit, der größte Teil dgs Publikums war gegen sie. Vor kurzem war das Theater der Stadt Costaca der Schauplatz eines großen Skandals. Ein sehr reicher Fabrikant saß mit seiner Gattin In der Loge. Als das Publikum während der Pause bemerkte, daß der Kleiderausschnitt der Dame jene Grenzen überschreite, die die Moralisten als zulässig festsetzteh, entstand ein Tumult, das Publikum rief von allen Seiten: »Ankleiden, ankleideu 1 Wir sind hier im Theater und nicht in der Badewanne!“ Der Gatte fühlte sich natürlich sehr betroffen und rief außer sich in den Zuschauerraum: „Schämen Sie sich nicht, Sie sind Ja Wilde?“ „Ihre Frau ist eine Wilde I“ rief man 'ihm zurück. „Denn nur die Wilden gehen nackt herum!“ Da der Skandal kein Ende nehmen wollte und die Vorstellung nicht fortgeführt werden, konnte, forderte schließlich der diensthabende Rolizeiihspektor den Fabrikanten und seihe Gattin auf, das Theater zu verlassen. Ein Märtyrer der X-Strahlen. Aus London wird uns berichtet: Dr. Hall Edwards in Birmingham, einem der Pioniere der X-Strahlenforschung, ist vom Carnegie-Heldenfonds eine Jahresrente von 100 Pfund Sterling zuerkannt worden. Einige Monate nach der Entdeckung der X-Strahlen zog er sich eine Hautentzündung zu, die weiter um sich griff und schließlich die Amputation seiner linken Hand und des Unterarmes sowie von vier Fingern der rechten Hand notwendig machte. Bis zu dieser Zeit hatte Dr. Edwards Tag und Nacht Experimente mit der neuen Entdeckung ausgeführt. Trotz seiner Verstümmelung wirkt er heute noch immer als Radiologe. * Eine Aktion für die Samstagruha in Holland^ Die holländischen Juden unternahmen eine energische Aktion beim Arbeitsministerium für die Gewährung vott Erleichterungen für die die Samstagruhe beobachtende jüdische Bevölkerung bei der Ausführung von gewissen Arbeiten am Sonnstag. Der Arbeitsminister versprach, die geforderten Erleichterungen zu gewähren, insofern die jüdische Organisation sich vorerst darüber. Mit der allgemeinen Arbeiterorganisation im fandet ins Einvernehmen setzen wer^e. (J. C, B.) - * Memoiren eines Pferdes. „Libussa, des Kaisers Leibroß“, heißt das neueste Buch vdn Karl S l e r nheim, das•„ in den nächsten Tagen im Verlage der „Aktion*, Berlin, erscheinen wird. Es sind die Enthüllungen einer berühmten 8 V h i m m e i s t u t e, die die Ehre hatte, im kaiserlichen Märstall zu stehen. Sternhelm versichert in seinem Vorwort, . daß die Aufzeichnungen der Stute wesentlichere Wahrheiten enthalten und viel amüsanter seien, als die. weit und breit geschätzten Memoiren aus unserem Jahrhundert. Das Pferd hat nach mühevollen Versuchen, durch Klopfen der Vorderhufe, erst zögernd und schließlich fließend seine Aeußerungen von sich gegeben, die Stern heim in sein, geliebtes Deutsch übertragen hat * Landeskonferenz der Agil da in Polen. Die Jahreskonferenz der Agudas Jl’sroel in Polen ist für den 12. d. M. einberufen worden. Wie verlautet, wird sich die Konferenz vornehmlich mit den Vorschlägen der letzten Misrachi- Konferenz über eine Verständigung zwischen beiden Organisationen, namentlich in bezug auf die Wahrung des religiösen Charakters der Aufbauarbeit in Palästina, befassen. (J. C. 3.) * Pie Mount-Everest-Expeditiou. Aus Lyn dop wird gemeldet: Von der Regierung von Tibet ist die endgültige Zustimmung zur Moutn-Everest-Expedltion elpgetroffen. General Bruce hat England mit der Bestimmung nach; Indien verlassen, um alle Vorbereitungen zu treffen. Man glaubt, daß.diese vor Ende März durchgeführt sei» werden, und daß der Aufbruch zu einer Ze«t erfolgen werde, die es ermöglicht, das niedrig gelegene Lager in der Nähe des Mount Everest anfangs Mai zu verreichen, so daß der letzte Angriff auf den Berg in den ersten Tagen des Juni unternehmen werden könnte, zu einer. Zeit# wo dem Berg am leichteste» beizukommen ist. * Wie in Berlin französischer Likör fabriziert wird, Unter dieser Überschrift berichtet die Berliner „Tägliche Rundschau“: Auf der Suche nach Geheimbrennerelen hat das Reichswucheramt Im Hause Schützenstraße 53 eine sogenannte Likörfabrik aufgestöbert, wo durch einfache Mischung von Sprit und Essenzen-auf kaltem Wege ln einem Kellerraum „Original französische Liköre“ hergestellt. wurden, die dann auf Flaschen gefüllt, mit Original französischen Etiketten adjustiert, ln französisch signierten Kisten auf den Markt gebracht wurden, wo sie als .„Original französische importierte Liköre“ mit 300 Mark per Flasche verkauft; wurden. Die Hauptabnehmer waren Bars und Likördielen, in welchen dann das Gläschen „Original französischen importierten Likörs“ mit 18 Mark ausgeschäqkt wurde. Pie Manipulation wurde von einem gewissen Kolban besorgt und schien glänzende Erfolge zu zeitigen, da Herr Kolban aus seiner Wohnung am Kurfürstendamm vpf seiner „Liköffabrik“ nur im Automobil vorführ.; * Große Schneefälle in Ungar» und Jugoslawien, In den letzten Tagen Ist in Jugoslawien und Ungarn infolge der großen Schneefälle auf vielen Linien der Eisenbahnverkehr eingestellt worden. * Ein Alkoholverbot im Rathaus. Es soll also Ernst werden mit dem Alkoholverbot. Vorläufig brauchen die Alkoholfreunde allerdings noch nicht zu fürchten, daß es ihnen an den Schlund geht. Aber ein kleiner Anfang ist gemacht, wenn er auch die Abstinenzler, welche aufs Ganze gehen, nicht befriedigen wird, Das allgemeine Alkoholverbot wäre eine Tat von größter sozialer Fürsorge, trotz aller — finanzwirtschaftlicher Bedenken. Der überwiegende Teil unserer Politiker und Volksvertreter ist sich dessen wohl bewußt, aber sie alle ohne Unterschied der Partei getrauen sich nicht so recht die Frage radikal zu lösen, weil sie — ihre Wähler fürchten. Deshalb ist es auf 9. Februar 1922 Nr. 1089 das lebhafteste zu begrüßen, daß der Wiener Bürger-1 meister den ersten Schritt in dieser Frage ex offo getan I hat. Herr Reumann hat nämlich gestern angeordnet, I daß v o n V#9 Uhr abends ab während der! Sitzungen des Gern feinderats kein! Alkohol mehr verabreicht werden! darf. I * Allgemeine Poliklinik. Zum Vorstand der gynäko* I logischen Abteilung der Poliklinik ist Professor Dr. Kon-1 stantln Bueura ernannt worden. I * Flecktyphusfälle ln Wien. In der Woche vom I 22. bis 28. Jänner 1922 wurden beim Völksgesundheitsamt I im Bundesministerium für soziale Verwaltung sieben Neu- I erkrankunge» an Flecktyphus, und zwar fünf in Wien und I einer in dir Bezirkshauptmannschaft Bade« und einer in I Linz-jStadt (sämtliche bei Heimkehren aus Rußland), ange- I meldet Erltrankungen an Blattern und Cholera kamen I nicht vor, - , * Urania-Ausstellung. Die Wiener Urania veranstaltet'ln ihrer Zweigstelle im HI, Bezirk, Radetzkysträße 2 (Realschule), auch heuer wieder eine, A u s- I Stellung von Teilnehmer arbeiten aus ihren Hahdrertigkeitskursep, die Sonntag den 12. und Montag den 13. d. M. von 9 bis 7 Uhr und Dienstag den 14, d. M. von 9 bis 2 Uhr geöffnet sein wird. Eintritt K 30. Schulen und andere Körperschaften genießen bei vorheriger Anmeldung in der Urania Ermäßigung, ♦Wiederaufnahme des Schnellzugsverkehrs Wien —München, Da die bayrischen Schnellzüge Nr. 13 und 14 zwischen Mühchan und .Salzburg nunmehr wieder in Verkehr gesetzt wurden, wird von Donnerstag den 9. d.M. an auch der Zugsverkehr Wien—München mit den Tagesschnellzügen Nr. 3 (Abfahrt Wien 8 Uhr 50 Min., Ankunft München *21' Uhr 35 Min.) und *Nr. 4 (Abfahrt'München 9 Uhk 10 Mln„ Ankunft -Wien 20 Uhr 35 Min.) wieder aufgenommem r Berufsjubiläum einer Trafikantin, Fräulein Maria Niklas feiert das Jubiläum der 25jährigen Tätigkeit in der Trafik Wollzeile 35 und hatte schon vorher fünf Jahre in der Leopoldstadt als Trafikantin gedient. * Verbrennungstod einer Greisin; Im Hause Mariahflferstraße lös wohnte die 71Jährige Rachele Feite aus Italien ln dürftigen Verhältnissen, Sie war kränklich und wurde von einer Bedienerin, die täglich am Morgen kam, und von mitleidigen Nachbarn betreut, Gestern um l/.10 Uhr vormittags hatte sich die Bedienerin aus der Wohnung entfernt, und um */*8 Uhr abends hatte noch die Nachbarin nach ihr gesehen. Als heute früh die Bedienerin wieder kam, fand sie die Frau halb v er brannt und totim Bette liegend auf. Das Zimmer war mit Rauch erfüllt und es glimmte noch im Bette. Neben, diesem stand ein Schemel, auf dem die Frau eine Petroleumlampe niedergesteJlt hatte, Der Nlinäfex der Lampe war zerbrochen. Wahrscheinlich hat Frau Feite die Lampe, als sie sie auslöschen wollte, zerbrochen' und dadurch das Bett in Brand gesteckt BrandUatastropbe in Amerika, Aus Lexington (Virginia) wird gemeldet: In der Nacht äscherte ein Brand das 'Rathaus, in dem sich 72 Personen befanden, ein. Mehrere Personen werden v e r m i ß t, die meisten konnten sich durch die Fenster retten. Bis jetzt sind drei Leichen geborgen worden. 25 Personen wurden schwer verletzt * Vermißt. Jakob Garten, bis 15. März 1921 nachweislich in Saarbrücken, ist seither vermißt. Alle-jene, die über seinen Verbleib Auskunft geben können, werden von der Mutter des Vermißten, Esther Garten, Wien, II Herminengasse 8, unter-Adresse A. Laske, um freundliche Nachricht gebeten. •* Et« gewissenloser Betrüger. Mitte Dfezember 1921 kaufte ein gewisser Richard K u b i n, angeblich Kaufmann, von einem Moriz Matz die Zimmer- und Kablnetieiorichtung der Wohnung, XVIII., Gymnasiumstraße 26, 2. Stock, Tür 15, . um K 200.000. Er bezog auch gleichzeitig die Wohnung als Untermieter. Zwei Tage darauf, wurde die Wohnung von dem Mietamte angefordert Am 15, Jänner verkaufte nun Kubin die Einrichtung des Zimmers, des Kabinetts und der Küche dem Eduard U 11m a. n n, Beamten, um K 800,000. Er verpflichtete sich zugleich, dem Herrn Ullwann die Wohnung unentgeltlich, zu überlassen. Da Ullmauu o b d a eh l os war, kaufte er die Möbel und die Wohnung in der Voraussetzung, daß Kubin der Hauptmieter sei und daß die Wohnung nicht angeforderi werden könne. Vor der» Verkauf selbst kaufte Kubin noch Küchenmöbel um 70.000 Kronen# auch sie wollte er nicht zahlen und erst auf Einschreiten des Kommissariats Währing ließ er sich dazu herbei, Zahlung zu leisten. Am 7. d. M, fand nun eine Verhandlung vor dem Mietamte statt, die ziir Folge hatte, daß U 11 m a n n delogiert wurde.. Er ist dadurch . wieder obdachlos geworden und erleidet einen Schäden von 400.000 Kronen. Auf Grund der erstatteten Anzeige würde K u b I n verhaftet Und dem Landesgerichte Wien 11 ein geliefert V \ * fein diebischer Geschäftspraktlkant.'Am 6. d. M. hat der 16jährige Praktikant Gustav La m b e r t, VII., Herm&nngafcse 2, seinem Dienstgebar, dem Damenkonfektionär Markus D r u c k e ri IX, Währlngerstraße 44, aus einer gchreibtischlade eine Brieftasche mit einem Betrage von 800,000. österreichischen Kronen und (Iber 2ÖÖ0 tschechischen Kronen entwendet und ist darauf geflüchtet. * Lebensmüde. Die im Hause Schönbrunnerstraße 14 etablierte 21jährige Papierhändierin Berta Schächter, Npvaragasse 21 wohnhaft, hat sich heute aus unbekannter Ursache in . ihrem Geschäft durch Lysol zu vergiften versucht, Die Rettungsgesellschaft brachte sie in das Sophienspltal. - - , ♦Der Zugs verkehr. Die Betriebsdirektion der Südbahn teilt mit, daß vom 10. d, M. an der Persönenzug 31 (Wien Siidbahnhof ab 8 Uhr 5 Min ) nicht mehr bis Marburg, sondern nur bis G r a % und der Personenzug 30 (Wien Südbahnhof an 19 Uhr 40 Min.) vom 11: d. MÜ an »ichtmehr ab Marburg, sondern ab Spielfeld- Straß verkehren wird. Ferner Wird .mitgeteilt, daß infolge das wegen Kohlenmangels erfolgten Ausfalles der bayrischen D-Züge 22, 29, 50 und 49 bis auf weiteres auch die Siidb&hn-Schnelizüge 1. und 2 in der Strecke Kufstein-Brenner und die Schnellzüge 3 und 4 Inder Strecke Kufstein—Innsbruck entfallen. * Transporte nach dem Orient und Balkan besorgen Sie am besten und sichersten durch die Maawlrim-Transpört-Ä.-Ö., Wien,!., Bauernmarkt 24, welche für diese Route einen glänzend organisierten Spezialverkehr unterhält * Ein orientalischer Abend. Für die am Sonntag den 12l d. M. fm Odeon-Saale . des Exzelsior-Palastes, VL, Mariahilferstraße 61, statlfindende' Redoute der Palästina- Sektion jüdischer Mediziner gißt sich regstes Interesse kund.Kartenverk&uf im Vereinslokal,LiechtensteinstraßeN/13, täglich zwischen 11 und 1 Uhr. ' Vereine, Vorträge und Versammlungen. Zionistische- Sektion für die westlichen Bezirke Wiens. Donnerstag den 9. d. M., V<9 Uhr abends, wichtige öffentliche Ausschußsitzung im neuen Klubheim, VH!.. Bcnnoulatv. 1. — I ü d I-

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