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Wiener Morgenzeitung · 1922-02-08 · Heft 1088 (8.2.1922) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1088 (8.2.1922)
Date
1922-02-08
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 1088 Wien, Mittwoch WtENER MORGEN'ZEITtfNG 6. Februar 1922 Kette SchaicJhithetxrie befaßt. Efeeniso erkämpfte unser temperamemtjvioiller Be.ntum, dessen blitzartiger Uefeef blick bei sicherer . Eiiimschäbzung der Stellung ihn m einem gefürchteten Partner macht, unseren Farben einen wertvollen Sieg. Daß die Herren GotJtlieb II, Lewit und Rosenbawra ii'r.tre Partien siegreich beendeten, nimmt nicht so sehr wuiiuder, sind doch die drei Herren, und besonders die beiden letzteren, sehr talentierte Spieler, deren Stärke sich bei längerer Praxis noch erhöhten wird. Auch . die spielsicheren Herren Ingenieur .Wahle und Hain erwiesen sich ihrem starken Gegner gewachsen, indem diese ein ehrenvolles Remis erzielten. Nur die nicht minder begabten, aber, noch etwas der Routine bedürftigen Herren Wahle juin.» Sachs und Landau verloren ihre Partien. Die zwei letztgenannten haben ader auch diese Scharte schon ausgewetzt, indem diese ihre Pa. ren gegen (A. Sch. K. am 5. d. M. in glänzendem Stile gewannen. So ist unser Sieg, mag er noch so überraschend sein, ein dusrdbais voll wertiger Beweis unseres Könnens, das seifet bei unseren Gegnerin restlose Anerkennung fand. Zum Beweis dafür ist es uns auch in dem am 5. d. M\ ira Klublokal des A. Seih. K.N stattgefundenen Wettkampf durch das bisherige Resultat von 8 :o -j- 7 Hängepantien. gelungen, den Sieg zu erringen. Bisher wohl knaipip, aber von den Hängepartien dürften uns auch einige Punkte Zufällen. Wir hoffen, daß wir im H-auiptfcumier, wie wir sehen seinerzeit erwähnt, durch eine entsprechend festgesetzte Spielzeit für unsere Teilndhimer in der Lage sein Werden, das nächste Hauipittumnier stärker zu beschiciken. Noch stehen ums schwere Kämpfe bevtetr; diese beiden Siege werden uns ein Ansporn ©ein, auch weiterhin unser Bestes zu geben, als gute Schachspieler und Hakoahner. Oskar Jungwirth. Vereinswettkämpfe: Der am 5. d. M. stattgefuudene Me i st ers ch af ijsika rupf gegen den A. Sch. K. endete 8 :o 7 H. für uns. Die Hängepartien worden am Freitag den 10. d. M. uim 7 Uhr abends im Cafe Klimger ausgetragen und halben sich alle Beteiligten! pünktlich ein zu» finden. Mittwoch den 1. d. M. spielte Herr BUodefk bei uns gegen 17 Gegner simultan. In glänzendem Stile gewann er zehn Partien, remisietrte vier und verlor nur drei Partien. Ver bandsmeister Dr. Gruber hat die vdrf unserem Takaas an einen. der neuen Meister ge* -ichtetc Herausforderung zueinem. Match angs*. nioimm-en. Die näheren Bedingungen werden dem^ lächsit beÖ^anfmtgegeben. Der Hietziger Schachvereini ist in d®s 'Cafe Eigner, Limzenstraße, übe-rsiedeit. — Der Sitz des Sdbachklu'hs »Schlechter« wurde in das Cafe Riafei, I., Wallners-t-raße, verlegt. . Meister Grünfeld gibt zur Eröffnungsfeier am iß. d. M. eine Siimufr tahivöratellung. Alle, Zuschriften sind . zu ri-dh^en am die »Schachsektion Hak-qalli«, Cafe Atlashof, I., Franz* Josefs-Kai. Schriftleitung Adolf Gottlieb. l’Die nächste Folge der »Schaichchnoinilk« erscheint Soraautiag den 19. d. M.) . >l< mm Fußball. Rapid in Spanien* Aeußerungen des Herrn Schönecker. Während meines Aufenthaltes in Spanien hatte ich Gelegenheit, mehrere einheimische Torwächter an der Arbeit zu sehen, und kann ruhig feststeilen, daß sie einfach unübertrefflich sind. Leider spielte gegen uns nicht der berühmte Tormann Zamora, doch kann ich mir vergegenwärtigen, welche hervorragende Klasse dieser Spieler repräsentieren muß, wenn er der beste seines Faches in Spanien ist. Das bedeutende: Können der spanischen Torwächter dürfte weder auf die besondere Eignung dieses Volkes für diesen Posten noch auf den Zufall zurückzuführen sein. Im frühesten Alter pflegen die Jungens auf der Pyrenäenhalbinsel ihren Nationalsport Basketball, welche Sportart eine geeignete Vorübung für die Tätigkeit als Tormann ist Bei jeder Feuermauer sieht man Kinder und Erwachsene, die einen kleinen steinharten Ball, in der Größe der Tennisbälle, an die Wand werfen und wieder auf-, fangen. Dies ist. die grundliegende Uebung beim Basketballspiel. Die Jungens bekommen dadurch schon im zarten Alter Fängsicherheit und Geschmeidigkeit, was für jeden guten Torwächter Vorbedingung ist. Auf den Nationalsport der- - Spanierführe ich also das große Können ihrer Tormänner zurück. * Der I. F. C. Barcelona stellt eine ganz hervorragende Mannschaft ins Feld. An Können stelle ich ihn Rapid zur Zeit der Festwoche zumindest gleich. Derzeit dürfte er allen Wiener Vereinen überlegen sein. Falls wir im internationalen Wettbewerb ebenso erfolgreich sein wollen wie in den früheren Jahren, .dann müssen unsere Spieler schneller und schußkräftiger werden. Der spanische Meister spielt wohl etwas schablonenhaft, da man von keinem seiner Stürmer individuelle Einfälle zu sehen bekommt. Der Bail wandert mit Blitzesschnelle von Mann zu Mann, wobei der abgebende Spieler das Leder in die Richtung lenkt, wo der Partner sich befinden soll. Da diese Spielmethode der „fliegenden Kombination“ dem I. F. C. Barcelona in Fleisch und Blut übergegangen ist, so sind die Partner immer richtig gestellt, so daß das Leder auch ständig in ihren Besitz gelangt Unser Spiel sieht gegen das der Südländer behäbig, schwerfällig und vollkommen temperamentlos aus. Das taktische Können der Innenstürmer erscheint mir eingedrillt, während das,der Flügelstürmer mehr Talent,verrät. Letztere sind fast ausschließlich die Träger der Angriffe. Nie wird der Ball blind und mit großer Wucht in die Mitte gegeben, sondern er wird richtig behandelt und erreicht fast immer das gewünschte Ziel Derart hervorragende Flankenbälle habe ich selten bei einer anderen Mannschaft gesehen. Der spanische Fußballsport hat erst in den letzten Jahren viel von sich reden gemacht, vorher schenkte man ihm wenig Beachtung. Noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit war man der Ansicht, daß die Spanier keine besondere Klasse repräsentieren, was auch zum Teil berechtigt war. Den eminenten Aufschwung des spanischen Fußballsports führe ich darauf zurück, daß. die Spieler in den großen Vereinen in den denkbar besten Verhältnissen leben, wobei ich sie aber nicht des Professionalisimus beschyldigen will. Weiters haben di: Spanier, Insbesondere in den Küstenstädten, oft Gelegenheit, mit englischen Matrosen Wettspiele auszutragen, von denen sie sehr viel gelernt ‘haben dürften. Fast jeder größere Verein besitzt überdies einen ausgezeichneten Trainer, dessen Lehrtätigkeit die besten Erfolge aufzuweisen hat Naturanlage, reger internationaler sportlicher Verkehr und nationale Eigenliebe trugen ebenfalls viel dazu bei, daß die Spanier in kurzer Zeit die führenden Völker im Fußballsport erreichten oder yar überholten. * ln Spanien herrschen ganz eigenartige Verhältnisse. Es gibt nur sehr reiche oder ganz arme Leute. Den Mittelstand kennt man auf der Pyrenäenhalhinsel fast nur dem Namen nach, ln den großen Städten stehen prachtvolle Gebäude neben armseligen Hütten und auf den Spaziergängen bemerkten wir sehr elegant - gekleidete Personen oder Menschen, die in Lumpen gehüllt waren. Auf der Fahrt von San Sebastian nach Barcelona kamen wir an Dörfern vorbei, in denen die Bewohner in den primitivsten Lehmhütten wohnen. Obwohl wir in Oesterreich, nach internationalem Maßstab gewertet; unter den denkbar schlechtesten Verhältnissen leben, würde auch der Aermste unter uns in derartigen Hütten nicht hausen. Ueberrascht waren wir von der Reinlichkeit und dem Komfort der spanischen Hotels. Vor tmserer Abreise hatte man uns vor der romanischen Unreinlichkeit gewarnt, wir haben aber darunter nicht zu leiden gehabt;* Die Spanier sind sehr gute Balltechniker. Ich führe diesen, Vorzug auf die Beschaffenheit ihrer Spielfelder zurück. Grasboden war nur wenig zu sehen. Das Terrain bestand fast ausschließlich aus feinem Sand. Bei heißem, trockenem Wetter, das in Spanien vorherrschend ist, muß das Spielfeld hart wie Asphalt sein. Es ist nun klar, daß der Ball auf solchem Grund ungewöhnlich springt, selbst dann, wenn er möglichst schwer ist Das Stoppen und Meister^ ’ des Leders ist selbstverständlich doppelt schwer, wodurch die Spieler gezwungen werden, sich technisch zu vervollkommnen. Da der Winkel des Absprunges nicht genau abzusehen ist, berührt der Ball bei den Spaniern nur selten den Boden. Sie tragen dem Boden Rechnung, indem sie die „fliegende Kombination“ pflegen. Ich wäre begierig, einem Wettspiel der Spanier auf weichem Rasenboden beizuwohnen, da es mich interessieren würde, ob sie auf dem ungewohnten Terrain ihre Fähigkeiten zur Entfaltung bringen könnten. * Ich würde Wert darauf legen,. daß die Oeffentlichkeit entsprechend informiert wird, daß die Spanier faire und. ritterliche Gegner sind. Möglicherweise hat die Prager Sparta mit ihnen schlechte Erfahrungen gemacht, doch dürften diese auf eigenes Verschulden zurückzuführen sein. Gegen uns spielten die Spanier sehr anständig und wir hatten keinen Grund zur Klage. Ich kann es wohl begreifen, daß die großen, schweren Spieler von Sparta sich nur langsam an die flinke Spielweise der Spanier gewöhnen konnten. Ein Augenblick des . Zögerns genügte, daß der Gegner sich in den Besitz des Leders setzte. Wahrscheinlich sind die Spieler des tschechischen Meisters in Zorn geraten und haben ihre überlegene Körperkraft angewendet. Die Spanier sind nun sicherlich nicht aus Pappe und ihre noch energischere Spielweise hat den Unmut der Sparta erweckt. Das Spiel zwischen den beiden Landesmeistern muß alles weniger als schön gewesen sein, da auch mehrere Kämpen des I. S. C. Barcelona mehr oder minder erhebliche Ver-, letzungen davongetragen haben. Die Meisterschaft. Kommenden Sonntag beginnt, falls das Wetter die Spiele zuläßt, in allen Klassen der Meisterschaftswettbewerb. Heuer sieht man dem Ausgang der Konkurrenz in der 1. Klasse mit besonderem Interesse entgegen, da die beiden Spitzenvereine der letzten Jahre ziemlich weit in den Hintergrund gedrängt sind. Demgemäß kommen mehrere Vereine, unter denen man einige als Außenseiter bezeichnen darf, für die Erwerbung des Meistertitels in Betracht. Sportklub, Hertha,Hakoah,Rapid und Amateure haben ungefähr den gleichen Start ln der Meisterschafts-Halbzeit. Es wäre müßig, jetzt schon eine Untersuchung anstellen zu wollen, wer von diesen Vereinen als Erster das Zielband passieren wird. R a p i d Ist gewöhnli(|li erst im Frühjahr zu seiner vollen Form aufgelaufen und es gelang den HUtteldorfern oft, die Gegner Im Endspurt abzuschütteln. Man ist nun neugierig, ob es dem Meister gelingen wird, sein Kunststück neuerlich zu wiederholen. Bei der Hakoah trat in den letzten Jahren gerade das Gegenteil zutage. Im Herbst bot der jüdische Verein meist bedeutend bessere Leistungen als im Frühjahr. Diesmal Hegt er sehr gut im Rennen, so daß er Aussichten hat, einen eüusticen PI alz im Vorder treffen au arlaneen. Hoffentlich weicht die Hakoah heuer, von ihrer Regel ab und verliert im Frühjahr kein Terrain. Auch die Amateure bewiesen im Endkampf zu wenig Härte, wodurch sie Rapid schon einige Male passieren lassen mußten. Sportklub und Hertha haben bisher immer gleichmäßige Form bewiesen, so daß es ihren Gegnern schwer fallen wird, sie von der Spitzenstellung zu verdrängen. ' Auch in der H. Klasse ist das Rennen vollkommen offen. W, A. C., Slovan und Gersthof scheinen in erster Linie dazu berufen zu sein, die Erstklassigkeit zu erwerben. Stand der Meisterschaft; Schutzgruppe Nord. y y 'S, CO 0 CO Ve r ein 4> bO y CO s 0» a D <l> TJ y % Tore für gegen Sportvereinig. XX 9 6 2 1 22 7 14 Wien . . . . , 9 6 2 1 29 14 * 14 Vindobona . . . 9 6 ■ — 3 21 17 Itj Astoria. . . . , _s 5 I 3 39 / 18 Aspern . . . . . 8 4 2. 2 19 10 TO Republik . . . , 8 4 1 3 23 7 3 White Star , . . 9 4 1 4 18 24 9? Robur . . . , 9 3 1 5 16 22 A Heros ... '. . 9 1 — 8 4 33 a Bar Kochba . . 9 — — 9 3 42 Ausständiges Spiel: Republik—Aspern. Straf- und Meldeausschuß» Die Suspens über Johann Schierl (Admira) wurde auf* gehoben. Das Verfahren gegen Robert Wögerer (Simmering) wurde eingestellt. Pempcsak, der Delegierte von Horekan, wurde wegen Fälschung einer Urkunde für immer von jeder Funktion enthoben. Disqualifiziert wurden Ws 21. Februar: Karl Ringer (W. A. C.) und Franz Machacek (Sturm 1914) wegen unfairen Spiels. Horekan erhielt eine Geldstrafe von K 5000 wegen Fälschung einer Urkunde durch den Delegierten. Der Verein ist für Handlungen seiner Funktionäre verantwortlich. Hakoah-Olmütz. Die Olmützer Hakoah stellte im fahre 1921 fünf Fußball« mannschaften ins Feld, 'eine ganz respektable Zahl, wenn man bedenkt, daß in Olmütz verhältnismäßig wenig Juden leben. Viel zur Propagierung des jüdischen Sports in unserer Stadt trug das Gastspiel der Wiener Hakoah an* läßlich der Platzeröffnung ihres Olmützer Brudervereines bei. Die Wiener konnten das Spiel 7:1 gewinnen und führten dabei unter Gansls Leitung ein wahres Exhibitionsgame vor. Seither datiert der Aufschwung der Olmützer Hakoah, die bei dieser Gelegenheit nicht nur auf sportlichem Gebiete viel zulernte, sondern1 auch über Anraten des Herrn Fritz Bäar in der Leitung des Vereines nach dem bewährten Muster der; Wiener Hakoah eine Reorganisation vornahm. An die Spitze des Klubs trat Herr Stadtrat Oskar Huber, unter dessen zielbewußter Leitung die Hakoah-Olmütz einen gewaltigen Aufschwung genommen hat. Es ist nur zu hoffen, daß Herr Stadtrat Huber auch fernerhin, ungeachtet aller Schwierigkeiten, die sich jedem jungen Sportverein, ganz besonders jedem jüdischen Klub, in den Weg stellen, die Agenden der Olmützer Hakoah führt, Hakoah-Olmütz, die bekanntlich in die erste Klasse des Jüdischen Fußball-Verbandes für die Tschecho-Slowakef eingereiht wurde, absolvierte im fahre 1921 60 Spiele,, davon 46 auf dem eigenen Platze, 10 auf fremden Plätzen in Olmütz und 4 außerhalb von Olmütz. Gesamtskore 125:152. Bemerkenswerte Resultate wurden erzielt gegen D. F. C. Olmütz 3:1, 3:1, 0:1; gegen 8. C. Hodolany (erstklassig) 1:4, 3:0, 0:2, 2:3; gegen den Olmützer Meister 8. C. Olomouc 3:4; gegen Sparta-Proßnitz (erstklassig)3:2; gegen D. F. M. Wanderer-Olmütz 5:1; gegen Hertha- Troppau (erstklassig) 3:4; gegen Slavoj-Olmütz 2:0, 2:1, 4:1. Für das repräsentative jüdische Team von Nordmähren- Schlesien stellte Hakoah-Olmütz 6 Mann; die Mannschaft unterlag damals knapp 1:2 gegen das Team Böhmens. Die Damen-Wurfballmannschaft trat bei dem Brünner Fest an und placierte sich an zweiter Stelle nach Makkabi« Proßnitz. Auch sonst hat die Hazena-Sektion schöne Erfolge : u verzeichnen«

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