Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-02-05 · Heft 1085 (5.2.1922) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1085 (5.2.1922)
Date
1922-02-05
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980165--10166-2996489
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

WIENER' MORGENZEfTUNO Seite S' Wien, Sonntag Der ehemalige deutsche Kronprinz ~ Defaitist. Ein so cdniverndächtigter Zeuge wie ider frülh-ere Vkorisdhe Kroffijprim; tnvd Armeefmirer W iiüheim sagt1 iin dtem Briefe, den er ikÜT.zil'iicih aius seinem Exil; in; fWieringen s-n den Bonner Stantereöhttl'er Dr.. Zorn; geridhltiet -hat: und worin er seiner Sehnsucht nadh d^ar iHeimroait Ansdonudk giTbit und' bittet,, den Streit tum dße jitnaikfcuellte Frage, ob Monarchie oder Republik ruhen > izu lassen, «. a. folgendes: »Daß dae Leiden und P<rüktmgefi, die ein Volk ertragen kann, einte Grenze halben, diese Erkenntnis bat manchem während des. Krieges leider gefehlt. Sonst 'hätten die leitenden Staatsmänner zielbewußter aütf einen reech->i- Zeitigen Frieden ihm artorten müssen. Bemertjs; ria ch d er Mar ne seih laicht 1914 tobe idh . einenVesiLäosen Sieg nicht mehr für möglich gehauen ,iand deshaiib alle FriedientsnnögüidhlkeittJen unterstützt, 'soweit ich das konnte, ohne dien- Verterdi-gungswilHn. QDeutsoMan'dis, der dem Vennidhtöungsw-iil'l'en-; .W- Eeimde unbedingt entgegengesetet wenden muöte, Äp.; 'schädigen. Daß derantige Friedensmöglichikeibeii 'nicht geschickter aiusg'-emifet wurden', war ein Fehler kmserer politischen Leitung. Noch im Sommer 191^ i hot sich meines Enaichtens die Mögidchkeit ‘ ‘Deuösdh'l'an'd, leidilioh aus dbm Kriege torauÄh- Ecomimen. Nach dem Fehl schlagen des miMitärischeii; Versuches 191S wunde die Lage alllend'inigs bitter ' ernst, da jetzt ein schneller Frieden heiibeigefühiit - rwenden mußte. INitcht irgendeine Einizdiiers'chemuhg, - sondern die Summe vieler Fehler‘in Verbindung mit der das deutsche VoBk -immer mehr zermürbenden 'Hungerblockade .und . unserer ■ alilerdings cipenatart äußerst schwierig gewordenen Lage führten die Katastrophe hierbei.« Werden jetzt die antisemitischen' Tintenkkili die Veiruidung des Hdhenizodlera-Defaitisfeen feststellen oder die Juden fort-aib als.jene brandmarken, die den Frieden -um jeden Preis — verhindern wollten-? .Wir werden ja sehen... Eine amerikanische Spende für den - , Mittelstand. 1*6 Milliarden für Lebensmittel. Der Direktor der amerikanischen Hilfsaktion - für Oesterreich Capitadn Gardner Richards och hat an den Bundespräsiidenten H a i n i s c h ein Schreiben gerichtet, worin er mittei'bt, daß die amerikanischen H i-1 f saik t ion e in einen Vertrag von 200.000 Dollar gespendet haben, der Idaszu bestimmt ist, HMfe ibesondehs für diie geistigen «Arheiiter (Lehrkräfte, Musiker, Gelehnte, Künstler und alle jene feingefoiiMeifcen Männer und Fnauieni welche Wien berühmt machen), aflis auch für dien Jn - ^Mitleidenschaft gezogenen. Mittelstand riu leisten; Die Spende kommt von den m der »American- Relief iOommission-c vereinigten Körperschaften. . Unter diesen befindet sich auch dais J o i n f C o m m i 11 ee; eine jüdische Vereinigung, deren. Wirken* für Wien von den österreichischen Behörden nie so recht anerkannt worden, ist Der Ausschuß Pur Verteilung Wurde im Einigemebmen mit der Oberleitung der amerikanischen Hilfsaktion für Oesterreich-und' den; Österreichischen Rcgierungsstel 1 en festgesetzt. . Er besteht, wie seinerzeit das Komitee.zur. Verteilung amerikanischer Doll-anpakete, aus Mitgliedern der drei großen politischen Parteien, Be* amchender Ministerien und einigen von1 dien amerikanischen Spendern namhaft gemachten Person^ liohikeiten. Die Widmung, die ausschließlich aus Lebensmittel besteht, bedeutet .bei dem jetzigen Kurs von- 8000 Kronenfür den Dollar-eiche Summe von 1.6 Milliarden Kronen. Der Ausschuß hat seine Tätigkeit bereits begonnen. Schon in,dieser; i-Wadne ist eine Erweiterung der Studentenmeaisen «ugeordnet worden und es werdten bereits '3000 Hodxsohüler mehr als in der Vorwoche;»verköstigt. Die Zahl dler Toiteeihimer für die Professoren tische m Wien, Graz, Lechen und Innsbruck wird gleichfalüis erhöht werden, für Wien tauf 700 Personen. Geplant ist weiters die Abgabe von Freikarten-, beziehungsweise ermäßigten Karten für Gemein- Lchaftsküchsn und Erholungsheime des Mittelstandes, weiters für einzelne Mitteishahöskraukeirt- «nstal’ten sowie die Gründung von Diätküchen. Die Geschäftssibdte des Ausschlusses (Voiliks^ ernährungsamt, VI., Mariaibilferstnaße 85/87) wird die Angelegenheiten der zu beteilenden Gemein^ schaftsküdhen für den Mifteligtiand, die Kranken-' an-staiten usw. erledigen. Auch der Wiedner Raubanfall erfunden. Innerhalb einer ganz kurzen Spanne Zeit haben ganz unabhängig voneinander zwei Frauen mit Ausgeburten ihrer Phantasie der Wiener Polizei gahz unnötige Mühe verursacht Ueber die famose Aufklärung des Raubmordes bei Venedig haben wir schön; berichtet Nunmehr ist auch der sensationelle Raubüberfall auf Frau Dr. Döhle r, die von ihrem Gatten bewußtlos in ihrer Wohnung aufgefunden worden war. und einem Aetherattentat durch einen angeblichen Doktor Themen zum Opfer gefallen sein wollte, als ein Hirngespinst der Dame entlarvt worden. Die polizeiliche Kommission, bestehend aus Bezirksleitef Hofrat Dr. Keldorfer und Kommissär Dr. T h 0 rn a y schöpfte schon von Anfang an Verdacht gegen die Richtigkeit der Schilderung des Ueberfalls und iflescr Verdacht wurde durch die Erhebungen noch bestärkt In die Enge getrieben, gesjand Frau Leite Döhler schließlich, daß sie die ganze Geschichte erfunden habe. Sie scheint in einem Zustand seelischer Depression gehandelt zu haben. Natürlich wird sie sich wegen Irreführung der Behörden zu verantworten haben. * Das Neueste ist. . Das Neueste Ist nämlich, daß die Kredite kommen. Sie. kommen ja schon ein bißchen lange, aber diese Zähigkeit tut der allgemeinen Freude keinen Abbruch. Im ersten Schrecken sind die Kurse der fremden Valuten ein Stückchen hinunter gesprungen aber sie klettern schon wieder riesig empor. Politische Wahrsager verkaufen lautere Weisheit an allen Straßenecken) der schlichte Bürger begnügt sich nach gutem alten Brauch mit dem Knöpfeabzählen. Sie kommen, sie kommen nicht, sie kommen doch, sie kommen doch nicht..die Zeitungen zählen mit. Ein Prager Blatt soll von einer Leserin ein sinniges Geschenk in form eines Maßliebchenstockes erhalten . haben. Die politischen Redakteure sind eifrig damit beschäftigt, die ülätter abzurupfen und zu lispeln: er liebt mich ~ vom Herzen — mit Vorschuß — nur zwei Millionen — oder gar nichts. Er -liebt mich .. . Sind sie mit der Arbeit fertig, so schreiben sie: Wie wir von absolut verläßlicher, bestinformierter Seite unbedingtest erfahren .. . Familienväter berechnen, wieviel von den Krediten für eine Hose für Hermann und drei Paar Strümpfefür Elsa abfallen wird, Junggesellen, denen allgemein menschliche Erwägungen näher liegen, stellen fest, wie groß der Betrag des Vorschusses nach dem gegenwärtigen Kurs wäre. Die Druckereien versorgen sich mit neuen Vorräten an Nullen, für den Fall, daß die Kredite vielleicht doch kommen und in Krönen umgerechnet werden sollten. Die Valutenhamsterer schreien am lautesten: Die Kredite kommen, die Kredite kommen! Aber nicht einmal die Schafe glauben an d e n Wolf oder jedenfalls sind sie nicht Schafe genug, ihre Dollar zu verkaufen. Der bestürzte Staatsbürger sieht mit Kummer, daß im modernen Deutsch „kommen“ zu den zweifelhaftesten Wörtern gehört. Und er ersehnt von ganzem Herzen den Tag, da ^da es ln der Zeitung heißt: Die Kredite sind da! Kater Murr. * Bundeskanzler Schober. Der Leiter des Bundesministeriums für Inneres, ' Bundeskanzler Schober, empfängt jeden Donnerstag von 10 bis Führ im Bundesministerium für Inneres. * Todesfall. In Baden ist der Komponist und Musikschriftsteller Divid Rubin im 8t. Lehensjahre gestorben. * Streik der städtischen Beamtenschaft in Salzburg. Aus Salzburg wird gemeldet: Die städtische Beamtenschaft ist infolge; Nichtauszahlung der letzten Jännerrate ihrer Bezüge in einen zweistündigen Proteststreik getreten. Die Sicherheitswache hat beschlossen, vorläufig in die p a.s s i v e Resistenz zu treten und nur den kriminellen, Dienst zu versehen. Die Gewerkschaft der städtischen Beamten kündigt für den Fall der Nichtauszahlung schärfere Alittel an. * Eilende Wolken, Segler der Lüfte. * . . Das Entsetzlichste im Reklamewesen soll erst noch kornmen. In Buffalo versucht, nämlich eine Gesellschaft, mit- Scheinwerfern von großer Lichtstärke Re kl am e n 'auf Wölken zu werfen. Zunächst ist es gelungen, den Umriß eines hohen"Turmes ersichtlich zu machen. Der „New York Heraid“, der darüber berichtet, erzählt, man experimentiere jetzt mit Scheinwerfern von einer Milliarde Kerzenstärke. Damit könne man Wolken in der Höhe von 10 bis 12 Kilometer über der Erde erhellen. Es scheint allerdings noch nicht gelungen zu sein, Anpreisungen von Leberpifien, Korsetten, Zahnpulver und sonstigen Dingen am Himmel vor Augen zu führen, den die Sache ist „noch , im Versüchsstadium“, wie der „Heraid“ sagt. Hoffentlich hat es dabei sein Bewenden. * Preiserhöhung In den graphischen Gewerben. Mit Rücksicht auf die weiterhin fortschreitende Verteuerung der Lebenshaltung hat die graphische Arbeiterschaft Wünsche nach : neüeriicheri Erhöhungen ihrer Löhne, beziehungsweise Teuerungszulagen, gestellt. Die Unternehmer der graphischen Gewerbe haben den äußerst hochgestellten Forderungen in dem Ausmaße. Rechnung getragen, in welchem die weitere Aufrechterhaltung der Betriebe noch gewährleistet ist. Durch die Bewilligung erhöhter Teuerungszulagen, weiters durch die damit bedingte Erhöhung der Abgaben, endlich durch die Verteuerung der Materialien und aller Betriebsmittel ist eine Erhöhung der Druckpreise bedingt, die .anzuerkennen der Hauptverband der Buchdruckereibesitzer Oesterreichs, der Verein österreichischer Steindruckereibesitzer und die Wirtschaftsvereinigung. der chemigraphischen Anstalten Oesterreichs ersucht. Die genannten Vereinigungen richten an das Publikum die Bitte, durch Erteilung von Aufträgen dem graphischen Gewerbe die Möglichkeit zu bieten, ihre Arbeiterschaft wenigstens zum- Teile weiterhin halten zu können. * Edisons neueste Erfindung. Edison, der im nächsten Monat seinen 75. Geburtstag feiern kann, hat dor „Chicago Tribüne“ Mitteilungen über seine neueste Erfindung gemacht;:die ursprünglich dazu bestimmt war, die Schiffe gegen Angriffe von Unterseebooten zu, schützen, und die heute Mer veränderten Verhältnissen auch dem gleichen Zw^e&gegen Eisberge dienen" kann. Die Erfindung , gibt die Möglichkeit, den Lauf eines Schiffes auf einer I Strecke, die. die Länge des Schiffes nicht übersteigt, zum Halten zu bringen. Der Mechanismus wird durch eine i konische Kapfceiygebildet, die mit einem 9 Fuß breiten I und 18 Fuß längjSjj Ueberzug aus mit Draht umsponnenen : Leinwand .besteht; Diese Kapselumhüllungen werden in vierfacher! Zahl, zwei zu jeder Seite des Schiffes, angebracht. :\Yjäim dieses zum. Stillstand gebrächt werden soll; W werden, nachdem die Maschinen; gestoppt sind, dm kapseln geöffnet, die dem Wasser einen gewaltigen Widerstand entgegensteilen. ' Die Versuche haben bewiesen, daß durch dieses Mittel ein Schiff auf einer Länge;y$ji' 80 m zum Stillstand gebracht werden kann. ' ' '• * Freigabe des Petroleumhandels. Angesichts der günstigen Mrstaliung der Versorgung Oesterreichs mit Petroleum liHWsr Bundesminister für Handel und Gewerbe die Landesregierungen,ersucht, die gegenwärtig tilr den Verkehr mit Petroleum im Inlande geltenden Einschränkungen außer Kraft 'M'Mtzen. Es -wird daher in der nächsten feit das von der Erdölsfelle zugewiesene Petroleum sowohl zu Beieuchtungszwecken als auch zu technischen Zwecken überall im Woge des freien Einkaufes beschafft werden können. Nur bei den Raffinerien und in den Lagern unterliegt das Petroleum noch der Sperre und wird von der Erdölstelle bis auf weiteres in der Form von monatlichen Bezirkskontingenten für die einzelnen politischen Bezirke In entsprechend reichlichem Ausmaße freigegeben werden. * Montag StLdtsenal-Sitrung. Der Stadtsenat tritt Montag vormittags zur Beratung der Geselzesvoriage über die Wohnbausteuer ia der Spezialdcbatte zusammen« 15. Febfiiar JH2? Nr, 1085 Begräbnisse am heutigen Tage: Alter Friedhof: 10 Uhr Saschi Hermine, 10 Uhr .30 Min. Tlcktia Heleile, 11 Uhr, Hausner Otto, 11 Uhr 30 Min. Doktor Fleischner Ernst, 11 Uhr 45 Min. Horowitz Karoline. — N c u e r Fried h 0 f: 9 Uhr Aldor Hermine, 9 Uhr 10 Min. Finger Simon, 9 Uhr .20 Min. Frey Rosalia, 9 Uhr 30 Alin. Lapker Abraham, 9 Uhr 40 Min. Felberbaum Sarah, 10 Uhr Herzfeld Max, 10 Uhr 20 Min. Baum Elsbeth. Gleitende Zulage auf die Mindestlöhne der Handelsangestellten. Die paritätische Kommission des Gremiums^ der Wiener Kaufmannschaft hat die gleitende Zu- 'lagetfür den Monat Jänner mit 20% festgesetzt. .^Sitzungen im Rathaus. Der Stadtsenat hält an! Dienatag vormittags eine Sitzungab. Der Gemeinderat als Landtag tritt. Montag um 4 Uhr nachmittags, der GemeirWrät Freitag um 4 Uhr nachmittags zu einer Sitzung Zusagen. . . ... . ' . ^Lohnerhöhungen im Batfgewerbe. Für die Zeit vom A d. M. bis 4. März 1922 wurde für die Bauarbeiter ein -Lohn vereinbart, welcher um 20% größer ist, als der bisherig Gesamtsturidenlohn. Die.neuen Stundeniöhne sind : Mährer ^K 560; Fassädeniaurer K 592, Gerüster K 527, Hilfsärbeiter über 22 Jahre K 497, Hilfsarbeiter unter 22 jMfre K 407, Hilfsarbeiterinnen K 368- und Beton- Zimmerer K 580. - j'JDie Preissteigerung bis i Mitte Jänner. Das BuÖtfesamt für Statistik,- veröffentlicht die Aufstellung der Indexziffer für die Mitte des Monats - Jänner 1922. Pie Gesämtziffer des Index ergibt für die Verpflegjseinheit die Indexzahl.1142 und > für die vierköpfige Familie die Indexzahl |194. Bei dieser^^Berechnung ist auf die Zuschüsse, welche den Arbeitern und Angestellten im Sinne des Abbauges^tzes ausgezabit .wurden, keine Rücksicht genommen; Im 'allgemeinen kann, wie der Bericht des Bundesamtes für Statistik besagt, festgestellt werden, daß der Teuerungsprozeß sich in der letzten Zeit doch einigermaßen verlangsamt, hat. Ein weiteres Ansteigen der Preise findet in der Welimarktparität, die heute vielfach schon erreicht ist, Seine Grenze. Nach dem Gutachten der paritätischen Kommission haben sich die K ö s t e n der L e b e n sh a l t ü n gin der Zeit vom 15. Dezember 1921 aui 15. .Jänner- 1922 um 25% v e r t e u e r t, wobei die Teuerung in der' ersteh Hälfte dieses Zdtraümes nur 1% betrug. . Wetterbericht. Nach dreitägiger Unterbrechung ist der Frost gestern mittags wieder nach Oesterreich vorgedningetu Auf der wärmen Südwestseite der Kälteeinbruchsfroht fielen stellenweise recht ergiebige .Regenmengen, auf der kalten Rückseite schneit es. Der Kälteetnbruch erfolgt von 'dtzr Ostseite her, auf der Rückseite einer tiefen Zyklone, deren Kern über Polen und Ungarn liegt 1h Wien ist die :Temperatur bereits-Um 15 Grade gefallen. — Voraussage: /Zunächst noch trüb und Schneefäll, dann nachlasseh^d Bevölkung, sehr kalt, nördliche Winde. ' Streik bei ■ den Volksküchen. Das '.Küchenpersonal der vom Wiener Volksküchehverein unterhaltenen Volksküchen' hat Lohnforderungen gestellt, die v6n der Vereinsleiturig-wegen Unerfüllbarkeit abgelehnt wurden.' Die Angestellten der Küchenbetriebe verweigern seit gestern früj die. Verrichtung der Arbeit. Infolgedessen sind alle Volksküchen:; seit gestern gesperrt. Einbruch ln einer Synagoge in Deutschland. Freitag nachts brachen einige Diebe in die jüdische Synagoge-von S t e 11 in ein, erbrachen die heilige Lade und entnahmen den gesamten Schmuck; so die. Glöckchen und Krpnen, der .Thorarollen sowie die Kelche, und die silbernen Kandelaber/' Die Diebe begnügten sichnicht.. mit. ddm Diebstahl, sie demolierten die ganze Einrichtung der Synagoge und ließen einen Trümmerhaufen zurück. •Einbruch . in. der Kinderheilstätte „Tivoli*. Die Kinderkeilstätte „Tivoli“ .ist gestern nachts zum zweitenmal von Gaunern iieimgesucht worden. Die Strolche erbeuteten sechzig fast neue Leintücher mit der schwarzen Märke „A. IC H.“ ira Werte von K180:otf0, Verausgabung falscher tOOQ-Lire-Noten. Wegen Verausgabung falscher Banknoten zu 1000 Lire in Wien wurde, wie ^seinerzeit berichtet; in Graz ein ganzes Konsortium verhaftet, an dessen Spitze der - italienische Kaufmann Savino S a s s o stand. Nun ■ wurde auch in Graz der ehemalige ’. Oberstleutnant der k.- u. k. Armee Ernst -Böhm verhaftet, weil auch er falsche italienische Bairkndten zu 1000 Lire verausgabt hat. Pie amerikanische Kinderhllfsaktiön sucht Paten für arme Schulkinder. Die amerikanische Kinderhiifsaktlon sucht Ipaten, die durch Einsendung von K .3000 oder ein Vielfaches dessen e'nent oder mehreren der ärmsten Wiener Kinder ein uhehtgältliclies, nahrhaftes Mittagessen in einer Speisestelleder-American Relief Administration bis Ende Mai sichern. Die Spenden sind an das Bureau der amerikanischen Ä'Kinderhilfsaktion, Wien, L, Bösen* dorferstraße 13, zu richten; •Klassenlotterle/Der Erneuerüngstermin zur 3. Klassd endet am Abend des 6. Februar. Die Ziehung der 3. Klasse findet Dienstag den 14. und Donnerstag den 16. d. M* ira Ziehüngssaale, Wien, UI., Marxergasse 1, Parterre, statt; der Beginn ist an beiden Tagen für 8 Uhr früh festgesetzt. Am Dienstag den 14. d. M. werden vor Beginn der Ziehung die ,3750 RöIlÄien -mit den spielplanmäßigen Gewinnbeträgen der 3.lmiassc Jrt das Gewinnrad öffentlich eingeschüttet werden.? Erhöhung der Tabakpreise in Ungarn. Aus Bad a p e s t wird ^gemeldet; Im Sinne einer Verordnung des Finanzministers werden die Tabakpreise von morgen ab wesentlich erhöht. Die Lustbarkeitssteuer in Budapest. Aus Büdap e s t wird gemeldet: Die soeben ins Leben getretene neue: städtische LustbärESUssteüer beträgt' im allgemeinen 10," W. Konzerten 10 bis 20, bei Tanzvorstellungen 20 bis 25, bei sportlichen Veranstaltungen 5 bis 20, bei fremdsprachigen Vorstellungen der staatlichen Theater 20, bei Bällen >und Tanzunterhaltungen 25, bei fremdsprachigen Vorstellungen der Privattheater 25, bei Theaterpremieren 30, bei Pferderennen 33%, in Separees 50 und vom Kartengeld in Vereinen und Klubs 5 bis 30%. Die Wolfplage in Rumänien. Aus C z e r n o.w i t z wird gemeldet: Die strenge Kälte und der starke Schneefall, haben die Wö’.fe in den letzten Tagen aus ihren Schlupfwinkein in den Wäldern nach den bewohnten Ortschaften getrieben, wo sie Menschen und Tiere augefallen haben. Besonders in Altrumänien wird über die Wolfplage!geklagt.- So wird aus ElQestie gemeldet: In einer der letztenJ Nächte überfiel ,eine Schar Wölfe das 14 Kilometer- H’on Pioesü entfernte Dorf Pietrosanl, ln dem : sie mehrere Kühe zerrissen. Die in Aufregung versetzten Bewohner griffen mit Sensen, Knütteln, Gabeln und anderem die Raubtiere an. Allein die wütend gewordenen Wölfe stürzten sich nun auf die Menschen, von denen fünf tätliche Bißwunden erlitten. Im gapzen waren 38 Einwohner von den Wölfen angegriffen worden» Eia einziger Wolf wurde erschossen, da im. ganzen Dorfe nur ein Einwohner ein Gewehr besitzt und clor dort stationierte Gendarm sich aus Furcht zA

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.