Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1083 (3.2.1922)
- Date
- 1922-02-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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beite 4 WIENER MORGEN2EITUFiCt 3. Februar 192? Wien, Freitag U»M>i>i»^d»^O«»^ZlWLMtk»^dDWMMchch«k» 'i%m m i i^m mmm »i ■■■ »»—*— Nr. 1083 HWWWtl«"<-*.-0*I..'...,. "■— I I < 1111»^——w«n— ■■■• .. I „4 Eine französische Meldung. Paris, 1. Februar. (Havas.) Um sich wegen der Beschlagnahme bedeutenden Kriegsmaterials, die Montag abends vorgenommen wurde, zu rächen, und um desselben wieder habhaft zu werden, hat eine Bande Deutscher in der darauffolgenden Nacht die Ubikation, des 27. Jägerbataillons umzingelt und überfallen. Hiebei wurde ein Deutscher getötet, die übrigen Angreifer flüchteten. Die Verluste auf französischer Seite betragen zwei Tote und ungefähr 20 Verwundete, wovon zwei schwer und sechs ernst verwundet sind. Ministerpräsident P o i n c a r & hat dem Botschafter Laurent beauftragt, von der deutschen Regierung Aufklärungen und die seitens der französischen Regierung infolge des Angriffs für notwendig erachteten Wiedergutmachungen zu verlangen. v Die römischeKonferenz der Sukzessionsstaaten. Ront, 2. Februar. Die italienische Regierung hat an die Regierungen der Nachfolgestaaten Einladungen zur Fortsetzung der Konferenz der Nachfolgestaaten in Rom gesandt, die am 15. Februar ihre Verhandlungen wieder beginnen wird. Auf der Tagesordnung der Konferenz werden wirtschaftliche, juristische und Finanzfragen stehen. Unruhen in Bengalen. Kalkutta, 2. Februar. In Pakni (Bengalen) kam infolge der Verhaftung von. Nationalisten zu Angriffen der Menge auf die Polizei. Diese machte von der Waffe Gebrauch, wobei vier Personen getötet und zwei verwundet wurden. Tagesbericht. Der Maasser. Die Teilnahme 2m Aufbau de» jüdischen Palätih'i’d steht heute im Vordergriuind ader Fordeinuagen, die au den Juden ohne Unterschied seiner religiösen oder politischen Ueberzeugung gestellt werden. Im Augenblick, d'a die Anisiprü-che des jüdischen Volkes auf sein Henm vor der Verwirklichung stehen und das erwachende Palästina, auf die werktätige Hilfe der jüdischen Gemeinschaft wartet, ist die Verpflichtung zur aktiven Arbeit, zur Hingabe an ein all-jüdisches Ideal auf die Schultern der Gesamtheit geladen und hört auf, die Angelegenheit einer einzigen Richtung zu bilden. Im 'Bewußtsein, der Größe und Schwierigkeit der Aufgabe und aus der Erkenntnis, daß d'ais Werk hur durch die Opferwilligkeit aller gelingen kann, (hart Ae zionistische Organisation den Ruf ans" ganize Volk ergehen lassen: Nicht Spenden, mehr sind es, die verlangt werden, ein Zehent wind gefordert afe Opfer am Altar der gemeinsamen Sache. , Der Mnasser ist eine nationale Inistitution, Reiche sich im ganzen Veriiaiuf der jüdischen Geschichte seit den ältesten Zeiten findet und. nunmehr seine Auferstehung feiern will. Den M-aasser finden wir schon in vorgescfnichtiither Zeit in Antwendung, undder erste Einwanderer in Palästina., Ahrafeam, entrichtete, wie die Bibel berichtet; ■»das Zehenit von jedem Besitz« am Meikizedekj den König von Jerusalem. Hier wird der Maiassor zum ersten Mail in der Bibel erwähnt, jedoch Jn einer Weise, die darauf schließen läßt, daß es stell schon, damals um eine traditioinielle, bekauinfte Einrichtung gehandelt hat. ‘ Auch sonst wird des Maosser in der biiblisehen. Patriarchemgeschidhtc Erwähnung getan, urn-d Jakob legt das Gelübde aib: »Wentn Gott mit mir sein M'ird . . ., so daß iah glücklich ins Haus meimes Vaters MrücHkehrenkann . . wertje ich dir dm Zehent von. allem darb ringen:, das diu mir gegeben hast.« Erscheint so der Maasiser als eine traditimrelilie Einrichtung der ältesten Zeit, so. nimmt er. sJpätei' in» der Bibel den Charakter einer geradezu normierten, gesetzlichen Bestimmung LN, wekShe öfters zitierif wird, »Aller Zehent vom Boden, Eird- ,wic Baumfrüchte, ist des Herrn umd muß ihm geweilit: werden , . . -Und aller Zehent vom Rindern UTiri Schlafen, die cinhergehen unter der Rutte des IHirten, seien Gott geweiht.« »Den Zehent, aller Er ächte, die auf deinem Boden wachsen, wirst du jübsondem Jahr für Jahr.« >Al!e drei Jalhirc wirst du ab sondern einon zweiten Zehent aller Erträgnisse, die du gehabt (hast in diesem Jahre, u*nd wirst ihn a'bliegen innerhalb deiner Tore. Und kommen .wird der Levite, der keinen Anteil hat noch sonstigen Besitz mit diir, kommen wird der Pilger, die Waise und die Witwe, die leben innerhalb deiner Tore, werden essen und sich sättigen: Äüf daß der Herr, dein Gott, didhi segne in allen Werken, die deine Hände tum werden.« Hier erscheint der IMaasser, wie man sieht, macht als bloß religiöse, sondern auch als soziale Eimrichiluing. ' Diese Institution hat das spätere soziale Leben des Judentums und seine Literatur a’ufs stärkste beeinflußt. Der Talmud unterscheidet verschiedene- 'Formen, des Maasser, vomdenen diie »des armem Mannes« besondere Beachtung verdient, und zwei talmudische Traktate, die wiederum Anlaß zu späteren literarischen Erörterungen wurden, 'behandeln auisfüihtrlich diie verschiedenen Anwendungen und den Inlialt des Maiasser-Begriffes. Der Maaistser-Giruind'satiz, der im Palästina. ven ganiz besonderer Beöieiutamg wisr, nahm in der ^GafÜUitöi einen geänderten Ghtamaikiter an-. Da das ijüdfeche Wirtsdhiaftsl-ebemin Pairäsitüna, niidht aiuf oder-Iw&twtrie b-egrün'Et war, 6'cn'dcm Mitteilungen aus dem Publikum. fftrlso für Speisen am Rost^am SpieSI W3 Zu jeder Tageszeit im ItPS 152 Gri-Hnet .Bukarest1 Wien, I., Salvatorgasse Nr. 1© (nächst Wipplingerstraße und Hotel Metropol) tu v verbunden mit erstklassiger Wiener Küche inr wesentlichem auf Laindwinitisidhiaft umd-Viielhiaudiit bemüht, bestand der .MiaiEisiser zujtemiar Zeit im FcM- . und Gartenfrüditen oidiar in Vieh', im der. GaluiÜhhingegen mußte sich naturgemäß der M-aasser iin eine ' Geldiabgaibe vtemvam-dfelm. Da*s Maassier-Prin.ziiip stand in der mittdiai'berli^en Leiidenisiniadhit zur Zeit dier Kreuz züge und-der Im-quisiitikm Ln -dtm jüdlisdh'en Genueinid'an ■ iin voil-ler- Geltung. Jeder Jude,: giteiirah-gültig ob reich-oder ar.m> z-ÄhHide den Zehent von B-esiitz und Emtmag an die Gemeinde, welche iihm zur Eriuailtutng ihrer Institüuitiioineii sowie‘ zur Untaiätiü'taum<g der Armen venvenidetc ■ und die Bedeutung dieser Abgialbe wurdte zeitwöiiMtg so gmoß, daß viiel-e Gerneiniden •bei der Emtneilbung düeiser Taxeden W’idiensitirebeni dten mit der Exikoimnuumiizieirung drohten. Ja, eis ging ' soweit, daß ln solchen Fällen aüdv eine Miimidieafmei-b, sogar ein Eimzeinex, der gairazon Gemeinde «einen Wüllen atufzwingen konnte. 'Der Maiaissesr. wtsrdie aiu-f foiligendie Weise gegeben: Zunädhist gaib j-edtar Jude ein Zehent seiner gianiz-en Halbe uimd. hiienanif jaihirliiic.hen Maoiss'er vorn; seäniem. Jislhreseinlkiomimeni,, weh ebeis anidi EirteciiMten u-nid dexgleidhran-uimfiaßte. Der Mitgift einer Tochter wunde eiine bescmidleme Summe für den Miaaisser beigefügt,. damit düe Mitgift' ungeschmälert bieiföe, der Sohn, dter erbte, mußte Maiarsser , zahil-en, aucih wenn der Vater schon, seiner Pflicht nta'diigekomimion war.v Aus der. R-eii-pomsien-Litenaitiur der dlamailigen Rabbiner ist ensachitli-dh,' we-l'dhe Bedeuitiung dieir: M-giaisser hatte um dldiic vansdiieidenoten Detail fragen wondcu' 'hiier beihsnidielit, zum Beisjpiid . Gib der Zehent vom Brutto- oder Noütoeribnag gezalhilt weudaii müßte oder ob bei Geschäften Veriiuiste die ' Gewinne in bezug a»uf. dien® Zefoemlt komipemsiieireTi könnten-.; Rialbbi Albnahiaan H u r w i t z iuitnterließ seinen Söhnen dbe_ Mä!hhiung, diie .Miaasser-Geillder gesomdieht zu >bewshthn' 'ÜN'd in ihnen Büchern eine Sipeziiailiriu-briik darüber zu führen. Der Maasser, dier von jedienmalnn wüliig geizialhit wunde, dienite ailis. Amde-iilneqiuelte für öffentll-idue Auisgalben' uimd' wenn eiiin besonitoes Unglüdk die Gemeinisciliiaft traf uind der Maasser ,nii'ölit GUförcichite, legte nra-n sich Taxen eluf, : diie den Zehent, oft xim. dais Doppeliite, übensctoiriitten'. . Zur Zeit dar Judmaus-treibunig aus Sipanfiienii und' der Pogroane-Ghhielnitbzikyis widnieten dli'e Gemeinden Itakehis ‘Uimd der TüNtei ein Viertdl' ihres'Besitzes . zur Befreiung n^ G^fahgöiieh'iunid zur HiÖfd'eiistiuing Dy diie Flüdhtlimige. Und Me GaGimm vMLrt«nöfters, d)aß die’ Maasser-Abgabe mW von dier -Pfliiiählt zur Mildtätigkeit befreie, dlä diese eine miänaifösdhe Vcrpflidhltung bilde; ‘währenld d^* M'aMer nicht dem- Geber gehöre. . Ein besonderes Kiaipitel in der Gesdsidite des Maasser biiildet der Zehent der Geiutiiah-, der Befreiung. Nash der RücMcehr der Juldten auis dlem babyiltomtsche-n Exil, führte ailis eine der' ersten Inisltiitratti-ouen Mefnieim-ia dyn Maasser . ais ishaiatlichie S-teuiet zur Erhaltung dier Leviteh ein. Der Maasser wunde aber auch auf die. Pemsohiehselibst\€ir$tredk't, uinidl von .-ja zeihn- Mensch an w.urdle einer vehpifilSiöhlbet,. in Jeruraiktm, der heiligen Stadt, zu wohnten», »und'- das Volk segnete a'Illie die Männer, die siich fmiwiifflg angeböten. hatten, in Jerusalem zu wdhimon-«. So zieht 'Sädh die Traiditjon des Maiais'scir durch aü'le Epocihein der jüdischen Ge-schlichte. Sie war Hange - vergessen-, biß sie duuöh die Schöpfung dies Keren Ha}j!e3=od wieder als Pflicht für jeden Juden normiert wunde, durch diie eigene Tat die Aufenätehiung -seines Volkes zu ormögliichcn. „Haust du kleinen Juden, hau ich deinen Juden.“ Seitdem der Furor Teutomicus die Großd-eutschen tibertodminen und mr Kündigung dar Regie- -nungsk-oalition verleitet halt, hat er einem gewaltigen Katzenjammer Ptetz gemiaicht. -Dieses Sdlni-dksal des Furor Teuitonicus isit zwar-jedem ehemäil'igen Buirschenschafter von den ICneiipe-n her bekannt; trotzdem kann die Wabcr-Pairtei ihre Him/apslchnung aus der Regierung nur schwer verwinden und die >Deutsehö&terreic3iisdh'e Tageszeitung« bildet ein höchst ergötzliches Echo ihrer Trauensalamander. Das Blatt entdeckt plötzlich eine klerikal-jüdische Seelerivefw-andtschaft: »Beide (nämlich Klerik-ai Ismus und Juden tum) halben das gleiche Ziel: Die Weltherrschaft zu eigenem materiellem Vorteil.« Wogegen den deutschvölkisehen Kreisen, deren Abgott noch beute ein Ludendorff ist, ein Streben nach Weltherrschaft bekanntlich stets vollständig fern lag . . . Das groß deutsche Blatt ist albar auch um konkrete Beweise für das klerikal-jüdische ...Bündnis nicht verlegen;;.; >Der im Diemste des Kler^Skalfsmus otebenda Finapzminister Dr. Gürtler braucht semesä >Freund«, den Juden Dr. Ros e nfo e r g, um unsere Finanzen zu 2ordnen«, l^cfoei diie Jucten aller Gkwi-. ibensibekem-n-tnihenrlibhe Gesdhäflte machen. Deci klferikal-e Reichskanzler Dr. Mrirt .h arbeitet milcht! aitur auf allen Gebieten mit Juden »zusammen, sondennj er entsendet auch als Vertreter des deutschen. Volkes immer den Juden Dr. Rathen a u.< Auf diese heiklen Rem»in»i'azenizeinan-twortet da» chirastlidnsoiziale Hauiptorgan ergrimmt mit dtem Hin^ weis auf »»diie historischen Duette Bismardlc—.Bileiid^ röder, 1 Bi-sm an ck —-W i t!ko ws-k i, Wilhelm-—Ballin>, Fälkenhayin-—Ratihe-nau u»sw.«. Die »Reich>sposö< hätte auch darauf hin-weisen (können, daß das faanosei großdeu-t-sdie' Parteiprogramm des Dir. Ursin auis^ drücklich die geschäft'lidie Verbindung mit .Juden1* Juden banken und Judeniblättemgestattet, wenn eürt mateTieller Vorteil auf dem Spielte steht. Im Grundio' beweisen aber beide edlen .S-treitteile und Brüder! im Antisemdtenbumd .nur die alte’ Tatsache, daß es oh n e Ju d en n u n ein-ma-1 nie h t g eh t.. Die Hiebe von beiden Seiten treffen deshalb auch nicht diie’Juden-, die nur’ ihrer' vaiterländi-sichen Pflicht Ge-» nüge leisten; wenn sie u-ngeachtet aller Bes c hi m pf u n g e n, bereitwilligst den anderen die Kastanien ans-dem Feuer holen.- Sie geißeln abenj u-msq.härter die Ve-nlogeniheit, die auf beiden Seiten der1 im - stillen nur allz-useihr gewürdigten j’üdisch»ötf Tüchtigkeit und Opferfreudigkeit gegenüber -an den Tag gelegt wird. ___ •- Räuberischer Ueberfall auf Kommerzialrat Hufterstraßer. Ein mysteriöser Engländer als Täter. Auf den Nachfolger Ludwig Bösendorfers, Kommerziaf* rat Karl Hutterstraßer, ist gestern nachmittags ein U e b e r f a 11 verüb t worden. Wir erfahren darüber: Kommerzialrat Hutterstraßer hat gestern um etwa s/<5 Uhr nachmittags seine im zweiten Stocke des Hauses, I., Heßgasse 1, gelegene Wohnung verlassen, um sich ln den Klub zu begeben.. Als er die Stiege hinabschritt und schon zwischem dem ersten Stock und Erdgeschoß war, wurde er von einem Mann überholt, dessen eilige Schritte er hinter sich gehört hatte. Plötzlich fühlte er, wie man ihm von hinten augenscheinlich .mit einem harten Gegenstand mehrere Schläge gegen den Kopf und gegen da3 Gesicht versetzte. Halb geblendet durch die Wirkung der Schläge, sah er eineir jungen, bärtigen Mann vor sich, der i m merzu a uff h n 1 o s s c h 1 u g. Herr Hutterstraßer war für einen kurzen Augenblick betäubt; im Augenblick erholte er sich aber so weit, daß er den Angreifer; von sich stoßen konnnte; doch dieser schlug weiter auf ihn los, und erst als auf die Hilferufe Hutterstraßers der Hausbesorger aus seiner Wohnung trat, ergriff der Mann die Flucht. Herr Hutterstraßer lief, ihm nach. Zufäjiiig gingen der Fabrikant Viktor A s a r! a, und der Friseur Johann Györffy vorbei. Sie sahen den Täter mit blutiger rechter Hand laufen und hinter ihm. Herrn Hütterstraßer-mit blutigem Gesichte. Der Mann lief gegen die Schottengasse, von mehreren Personen verfolgt. Schließlich wurde er eingeholt, verhaftet und zum Stadtkommissäriat. gebracht. Man fand bei Ihm in Papier gewickelt einen G u m m i k n ii 11 e 1, den er in der Hand hielt, dann einen Sch 1 a g r i n g, den er in der Tasche trug, weiters einen Reisepaß mit der Bezeichnung Z 1 568 B., ausgestellt» vom britischen Konsulat in Bordeaux am 29. Augugt 1921, . vidiert am 10. Jänner von der Grenzkontrollstelle Steinach am Brennen Der Paß lautete auf den Namen Charles Carolus S t 0 n e, Ingenieur, Mechaniker, geboren am 19. Februar 1896 zu Heliopolis in Aegypten, zuständig nach Sidney in Australien. Der Mann behauptet auch, mit diesem Manne identisch zu sein. Nach dem Paß, der zahllose Visa zeigt, ist der Mann weit herumgekommen. Er war in Spanien, Italien, Belgien, Frankreich, Deutschland usw. Charles Carolus Stone wohnt im Hotel Russie in der Großen Sperlgasse 7. Herr Hutterstraßer kennt ihn nicht und hat ihn nie gesehen. Er ist der Ueberzeugung, daß es der Mann auf einen Raub abgesehen gehabt und ihm deshalb die Verletzungen mit dem Gummiknüttel beigebracht hat. Demgegenüber behauptet' S tone, der einen Betrag von etwa 40.000 Kronen bei sich hatte, daß ihm eine Raubabsicht vollkommen ferne gelegen sei. Er gibt eine ganz unwahrscheinliche Darstellung seines Lebens und des heutigen Ueberfalles. Danach hat er in Aegypten Technik studiert, doch ist sein Studium durch den Krieg unterbrochen worden. Er will sich deshalb auf Geschäfte geworfen haben. Seit etwa drei Wochen will er in Wien weilen und hieher gekommen sein, um Valutengeschäfte zu machen. Zu diesem Zwecke will er sich vom britischen Konsulat in Rom einen Betrag von 600.000 deutschen Reichsmark an, das britische Konsulat in Wien haben überweisen lassen. Dann will er in Malaga bei einem D«. K. eine Summe von 600 bis 800 englischen Pfund erliegen haben. Gestern will er den Besuch eines Kinos beabsichtigt und, da es dazu noch zu früh war, einen Spaziergang ln der Stadt unternommen haben. Als er in die Parkanlage in der Nähe der Polizeidirektion gekommen sei, sei er von einem Mann überfallen worden. Dieser habe ihm ein Bein gestellt, so daß er zu Falle' gekommen sei. Dann habe ihn der Mann auf den Kopf geschlagen. Der Fremde sei hierauf geflüchtet. Stone habe gesehen, wie der Mann in das Haus, Heßgasse 1, getreten sei und um die erfahrene Unbill zu rächen, sei er selbst ins Haus geeilt/ um auf den Mann zu warten. Als er nun über die Stiege gegangen sei, sei der Herr — es war Kommerzialrat Hutterstraßer — herabgekommen, und in Ihm habe er den Mann zu erkennen geglaubt, der ihn mißhandelt hat. Deshalb habe er mit den bloßen Fäusten auf ihn losgeschlagen. Daß er Schlagring oder Gummiknüttel benützt habe, bestreitet der Mann entschieden. Ebenso will er davon nicht« wissen, daß er einen Raub beabsichtigt habe. Stone gibt an, bisher unbescholten zu st 1 ji, und nurjm..fahreJ921 in Rom wegeu,