Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1080 (31.1.1922)
- Date
- 1922-01-31
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1080 WIENER MORGEKZEITTJNG Wien, Dienstag 31. Jänner 1922 Seite 5 * Nach Amerika (Nord- und Südamerika) fährt man im raschesten und bequemsten über Bremen. Auskünfte erteilt Norddeutscher Lloyd, 1., Kärntnerring 13 (Grand Hotel), IV., Wiednergürtel 10. (Siehe heutiges Inserat.) * Jüdische Volksbibliothek Zion. Zugunsten der jüdischen Volksbibliothek-„Zion“ wird heute um halb 8 Uhr abends im Lustspieltheater (Freie jüdische Volksbühne) ^Ueberrn Ozean“ (Kreuzer-Sonate) von Gordin aufgeführt Der, Reinertrag wird zur Vergrößerung des Bücherschatzes der Bibliothek verwendet. Karten sind zu haben im Vereinslokal, D., Glockengasse 30, und an der Tageskasse. Vereine, Vorträge und Versammlungen. Jüdische T o y n b e e *• H a 11 e. Mittwoch, 1. Februar, 7 Uhr abends, Vortrag Prof. 8. Kraus : „Entstehung des Siddur“. — Zionistische Sektion Wieden-Margareten. Heute, 8 Uhr abends, Cafe „Margareten“, V., Wiedner Hauptstraße 87, dringende Ausschußsitzung. 1. Die Durchführung des Inkasso der Mitgliedsbeiträge, 2. die nächste Veranstaltung. — Zionistische Bezirkss e k t i o n XX. Heute, 7 Uhr abends im Vereinslokale, XX., Gaußplatz 11, im Cafe Immergut Ausschußsitzung: 1. Bericht vom Lokalkomitee, 2. unsere bevorstehende Veranstaltung und 3. Eventuelles. Um präzises Erscheinen wird gebeten. — Jüdische Volksbibliothek „Zion“. Infolge der Aufführung der „Kreuzer-Sonate“ in der Freien jüdischen Volksbühne (Lustspieltheater) bleibt heute die Bibliothek nur von 5 bis 6 Uhr geöffnet. — Jüdische Tischgesellschaft Alserstraße und U mg e b u n g. Mittwoch um 8 Uhr im Caf6 „Harne r 1 i h g“ (Hamerlinglpatz), Souterrain, Vortrag über die Lage der Kultusgemeinde. Gäste willkommen 1 Concordia-Ball. Das große Repräsentationsfest der Wiener Gesellschaft, der Concordia- Ball, wird am 20. Februar in den Konzerthaussälen abgehalten werden. Er wird auch diesmal alles vereinigen, was in Wien Rang und Namen hat. Auch die traditionelle Pämenspende wird nicht fehlen. Die Versendung der Einladungen beginnt demnächst. D:s Komitee bittet, Wünsche betreffend Einladungen und Logenvormerkungen brieflich an die Kanzlei der Concordia (Rudolfs-Platz 12), bekannt geben zu wollen. . Vorlesung Paul Wertheimer. Leo E r h a r d t, Mitglied des Deutschen Volkstheaters, wird Mittwoch den 1. Februar, V,6 Uhr, im Klubsaal der Wiener Urania aus den Schriften Paul Wertheimers: „Der Geschworene“, „Brand der Leidenschaften“, „Das war mein Wien“ (aus „Soramerheidenweg") vorlesen. Urania. Heute, 5 Uhr (Großer Saal) Das Wunder des Schneeschuhs. — 7,6 Uhr (Kleiner Saal) Geschichte und Kultur der Sudetendeutschen, III. Sektionsrat, Doktor Emanuel Schwab, Die Kolonisation der Sudetenländer. — 7,6 Uhr (Kurssaal) Dozent Oswald Muck: Die Biene als Haustier, 111. — T/96 Uhr (Klubsaal) Dr. Josef Z u t h : Instrumentalkurs für Gitarren- und Lautenspifel, VIII. — 7.8 Uhr (Großer Saal): Schubertiade Viktor H e i m. — Karl L a f i t e. — 7,8 Uhr (Kleiner Saal) Die Relativitätstheorie in gemeinverständlichen Einzeldarstellungen, IV. — Dr. Fritz Beer: Die Geometrie von Gauß und Riemann. — 7,8 Uhr (Kurssaal) Dr. Karl F e r r i: Die naturwissenschaftlich-einheitliche Weltanschauung. II. — 7*8 Uhr (Klubsaal) Dr. Josef Z u t h : Instrumentalkurs für Gitarren- und Lantenspieler, VIII, — 7 Uhr (Mikroskopiersaal) Univ.- Assistent Dr. Alfred Linberger: Anatomie der Pflanzen, XII. _ -» Ernährung. * Der Marktbericht. In der Großmarkthalle herrschte gestern nur ganz belangloser Verkehr. Die Preise blieben trotz der guten Zufuhren sowohl im Großhandel als auch im Detailverkauf unverändert auf der Höhe des letzten Markttages. Mit der Bahn waren insgesamt neun Waggons, enthaltend verschiedene Fleischgattungen, eingetroffen, und zwar sechs Waggons aus Ungarn, zwei Waggons aus Jugoslawien, ein Waggon aus Oberösterreich und ein Waggon aus Steiermark. ' Auf den Grünwarenmärkten waren infolge des anhaltenden Frostwetters die Zufuhren feldmäßig gebauter Gemüse ausgeblieben. Die Gärtnerzufuhren waren sehr schwach. Seit gestern gelten für Kartoffeln, an denen nach wie vor großer Mangel herrscht, neue erhöhte Preise. Inländische Kartoffeln kosteten imi Detailverkauf auf den Märkten von gestern an K 132, n den Bezirksgeschäfte» K 138 per Kilogramm. Die Preise für Kipfler stellen sich auf den Märkten im Kleinverkauf auf K 182, in den Bezirksgeschäften auf K 194 per Kilogramm. Mas hofft, durch die neuerliche Erhöhung der Preise den inländisches Produzenten mehr Anreiz zur Beschickung der Märkte zu geben und so den bisherigen Mangel einigermaßen zu beheben. Erhöhung des Milchpreises. Unter Zugrundelegung des von der Landesregierung Niederösterreich-Land mit Verordnung vom 14. d. M. festgesetzten Stallpreises vo» K 100 per Liter dürfen somit mit Wirksamkeit vom 1. Februar be m Verkauf von Milch in Wien die nachstehenden Höchstpreise nicht überschritten werden: Molkereibetriebe mit Filialbetrieb beim Weiterverkauf von molkereimäßig behandelter Milch an Kieinverschleißer, Anstalten und Gewerbebetriebe (Einstellpreis) K 158 (bisher K 137), im Kleinverschleiß K 168 (bisher K 143); die übrigen Betriebe beim Weiterverkauf an Kieinverschleißer, Anstalten und Gewerbebetriebe (Einstellpreis) K 136 (bisher K 127), im Kleinverschleiß K 146 (bisher K 143), Milchmeiermilch K 168 (K 143). Um die Konsumenten vor Uebervorteilung zu schützen, wird vom Kriegswucher- und Marktamte die Preiseinhaltung kontrolliert, vor allem aber aufs schärfste überwacht werden, daß nur in den hiezu berechtigten Verkaufsstellen der höhere Preis eingehoben wird. Ausgabe-von Kondensmilch. Zur Verbesserung der Milchversorgung der Kinder in Wien werden im Anschlüsse an die am 28. Jänner 1922 endende Abgabeperiode ln der Zeit vom 29. Jänner bis zum 11. Februar 1922 (259. und 260. Woche) neuerdings an die Kinder vom vollendeten 1. bis zum vollendeten 2. Lebensjahre, soierne nicht die vorhandene Frischmilch für deren Versorgung ausreicht, je 3 Dosen und vom vollendeten 2. bis zum vollendete» 6. Lebensjahre je 1 Dose Kondensmilch ausgegeben. Zur Ausgabe gelangt ausschließlich gezuckerte Kondensmilch. Der Preis beträgt für die Mindestbemittelten und für die mit der Zusatzkarte für Arbeitlose beteilten Arbeitslosen K 210, für die übrigen Bezugsberechtigten K 418 per Dose. Die Ausgabe, der entfallenden Quote wird unter den üblichen Modalitäten erfolgen. An die geehrten Abonnenten der „Wiener Morgenzeitung“. Neuerliche, nicht unerhebliche Mehrkosten unseres Betriebes, verursacht durch die Steigerung der Preise aller zur Herstellung der Zeitung notwendigen Materialien sowie der Löhne, nötigen uns, die Bezugsbedingungen den erhöhten Gestehungskosten anzupassen. Die Erhöhung wurde nur in dem unbedingt nötigen Ausmaß vorgenommen und trifft nur unsere österreichischen Bezieher; für das Ausland gelten die bisherigen Bezugspreise. Ab 1. Februar 1922 gelten folgende Abonnementsbedingungen: Bezugsbedingungen: Abonnement für Wien (zum Abholen im Expedit oder in der Verschleißstellen) monatlich . . . . . . . K 1209.- Oesterreich monatlich , . . . . K 1209.— Tschecho-Slowakei monatlich . tschech. K 20.- Polen monatlich . . poln. Mark 600.— Jugoslawien monatlich . . . Dinar 18.— Deutschland monatlich , . . . Mark 25.— Rumänien monatlich . ... Lei 35.— Bulgarien monatlich . . . Leva 35.—. Holland monatlich . 0 . . holl. kl. 1.50 Italien monatlich 6.- Schweiz monatlich . . Schweiz. Frcs. 3.— Frankreich monatlich . # . . . Frcs. 6 — Belgien monatlich . » bslg. Frcs. 6.- England monatlich. . ... 8h. 3.- Amerika monatlich. . . . Dollar 0.50 Einzelnummer ab 39. Jänner für Wien . K 45.— Montagsnummer . ..K 30.— Zahlstellen: Oesterreichisches Postsparkassenkonto 150.693. Tschecho-slowakisches Postsparkassenkonto (Prag; 59.351. Polnisches Postspark sssenkonio (Warschau) 190.227. Deutsches Postscheckkonto (Berlin W 7) 108.722. Rumänien (Czernowitz): Allgemeine Depositenbank Czemowitz, Jugoslawien: Postsparkassenkonto (Zagreb) 40.085. Italien: Societa di credito commerclale Trieste, Via Mazzini 30. Die Verwaltung der „Wiener Morgenzeitung" Wie», 11., Taborstraße 1—3 Telephon 44.638, 43.319. Bühne und Kunst. Hus den Theatern. Im Burgtheater geht morgen „Der Raub derSabiHeriatfea“ ja Szene. Herr Hugo T h i m i g gibt de« Striese, Im Operatheater wird morgen „Ma r g a r e t e“ (Faust) mit Herr» B o h a e » als Mephistopheles gespielt. I» der V o I k s o p e r gelangt heute unter persönlicher Leitung voa Direktor Felix Weingartner Mozarts „Zauberflöte“ zur Aufführung. — Morgen wird die „B o h 4 « e* gespielt. — Freitag wird ia Abänderung des Spielplanes „Der Maskenball“ gegeben. — Samstag dea 4. Februar geht Verdis „ATda“ mit Fräulein Rantzau in der Titelrolle in Szene. — In der nächsten Aufführung von Smetanas „Die verkaufte Braut“, welche Sonntag den 5. Februar stattfindet, wird Herr Rudolf Bandler, weichet von seiner erfolgreichen Tournee aus Spanien zurückgekehrt ist, als „Kezal“ gastiere». 1« Deutschen Volkstheater wird morgen „Lebeadige Stunden gegeben. — Freitag den 3. Februar findet eine Wiederholung von Wedekinds „Lulu“ mit Ida Roland in der Titelrolle und Samstag de» 4. Februar eine Aufführung von Hermann- Bahrs Lustspiel „Wienerinnen“ statt. Sonntag den 5. d. M. vormittag 7,11 Uhr, veranstaltet Anton A in e n Int Deutschen Volkstheater eine Matinee „Ferdinand Raimund“. In den Kammerspielen wird morgen, 7 Uhr, „Untreu“, um 10 Uhr „Morphium“ gespielt. Im R a i m u a d-T h e a t e r geht morgen „S u m pf“ in Szene. An der Neuen Wiener Bühne gelangt morgen „Die Raschhoff s“ zur Aufführung. Im Lustspieltheater bringt die F r e i e jüdische. Volksbühne morgen „G a a u w i m“ zur Darstellung. Im Komödienhaus spielt im Rahmes einer Wohltätigkeitsvorstellung Hugo T h i m i g vom Burgtheater Samstag den 4. Februar in der Nachtvorstellung eine seiner besten Rollen, den Alten Dorit ira Charles Dickenssehen Lustspiel „Klein Dorit“. Die Tite.rolle spielt Ros*; Pauli von der Neuen Wiener Bühne, Herr Leopold Iwald vom Deutschen Volkstheater hat die Rolle des dauern übernommen. Das Stück wird von Alexander Duschnitz in Szene gesetzt. Anfang 7,11 Uhr abends. Freie jüdische Volksbühne Gastspiel lm Lnstspleltheater. SemlorvorsteZEunQ v* uto.ba*.Ueber’’ni Ozean 0KST Das Theater ist gehetzt! *3äq 4280 Streikbewegung unter den Berliner Schauspielern. In Berlin findet heute in den einzelnen Theaterbetr'eben eine Urabstimmung darüber statt, ob die Bühnenkünstler in den Streik treten sollen. Die Forderungen der Schauspieler wurden nämlich vom Oberschiedsgericht nur zum Teile anerkannt und die Schauspieler sind mit' dem Spruch des Oberschiedsgerichtes nicht zufrieden. In einer großen Schauapielerversammlung, die sich mit der Entscheidung des Oberschiedsgerichtes befaßte, herrschte sehr erregte Stimmung. Armer Harry Waiden i Er hatte, wie man jetzt weift, bittere Jahre durchzuhalten, ehe er sterben durfte, der elegante, von Mädchen und Herren angeschwärmte Schauspieler der — so nebenbei — doch, ein großer Künstler war. Nach seinem traurigen Ableben haben ihn die Scharen entzückter Damen, die sich einst am Bühnentürl drängten und ihm Rosen auf die Bühne warfen, so rasch und gründlich vergessen, daß sie die Gedenkfeier in der Renaissance-Bühne übersahen. Vor halbleerem . Hause wurde die ergreifende Feier abgehalten. . . . Er ist vergessen, aber sein Privatleben, seine unglücklichen Leidenschaften werden von fingerfertigen Schreibern unedel genützt. Da ist eine Broschüre „Harry Wal d e n, ein K ü n s 11 e r 1 e b e n“, erschienen, von Hans. Hoff verfaßt. Das reinste Textbuch einer Kinoaufführung. Harry Waiden in der Gosse. — Harry Waldens unglückliche Ehe. — Wa’den in Sievering. — Episoden aus dem Leben eines Morphinisten usw. bis zum unseeligen Ende. Keine Silbe über Wesen und Bedeutung seiner Schauspielkunst, nicht einmal eine Schilderung seiner künstlerischen Laufbahn. Dem Mimen fFcht die Nachwelt keine Kränze. Aber sein Pr vatieben glaubt sie zusammen und sucht es auszubeuten. Armer Harry Waiden 1 Das Salzburger Mozarteum. Verschiedene Blätter brachten kürzlich die Nachricht, daß dem Mozarteum aus Sammlungen, die Direktor Dr. Richard S t r a u ß in Amerika veranstaltete, ein Betrag von 4000 Dollar zugegekommen sei. Die Nachricht entspricht nicht den Tatsachen. Die Mi lionenspende fließt nicht dem Mozarteum, sondern der Salzburger Festspi e I -Hausg e m e i n d e zu. Das Mozarteum befindet sich nach wie vor in größter finanzieller Notlage. Unterscheidung echter von unechten Re m br an dt- Bildern. In einer Zuschrift das Professors A. P. L a u r i e von der königlichen Akademie von Edinburg an die Londoner „Times“ weist dieser auf seine neue Methode zur Feststellung der Echtheit eines Rembrandt-Bildes hin. Vor einigen Monaten erklärte der Direktor, des Haager Museums Dr. Martin in einem Zeitungsaufsatz, daß seiner Meinung nach drei anerkannte Rembrandt-Bilder unecht seien. Es sind dies „Die Mühle“, „Der Bürgermeister Pankratz und seine Ehefrau“, das sich im Buckinghampalast in London, und „Der gute Sainaritaner“, das sich in der Wallace-Sammlung in London befinde! Professor Laurie wandte seine Methode auf den „Guten Samaritaner“ an. Seine Methode besteht nun darin, daß er das Bild photographiert, auf das Sechzehnfache seines ursprünglichen Umfanges vergrößert, und auf diesem vergrößerten Bilde genau die Pinselführung untersucht. So tat er es mit dem „guten Samaritaner“. Derselben Prozedur unterwarf er dann ein anderes Rembrandt-Biid, dessen Echtheit keinem Zweifel unterliegt, „die Ehebrecherin“. Professor Laurie konnte nun feststellen, daß die Pinselstriche auf beiden Bildern bis in die geringsten Einzelheiten, von der gleichen Hand herrühren und mit der gleichen Pinseltechnik durchgeführt sind. Besonders in be- ' stimmten Partien stimmen die beiden Gemälde in so auffallender Welse überein, daß ein Zweifel an der Echtheit der beiden Bilder nicht aufkommen kann. Unmöglichkeit der Redoute im Deutschen Volkstheater. In Anbetracht der angeforderten hohen Luxusabgabe, die ein Erträgnis zugunsten des humanitäres Zweckes unmöglich machen würde, sehen sich die Mitglieder des Deutschen Volkstheaters veranlaßt, von der Abhaltung der Redoute in diesem Fasching abzusehen. Gerichtssaal. Ein Streit zweier Btsndesministerien um die Grinzinger Barackenwohnungen. Die Grinzinger Baracken — es sind ihrer so viele, daß man von einer Barackenstadt spricht — wurden zu Beginn des Krieges zu Kassernierungszwecken errichtet und später als Kriegsspital benützt. Nach dem Zusammenbruch wurden sie vom Ministerium für soziale Fürsorge (Volksgesundsamt) angefordert und zum großen Teil Fürsorgezwecken, insbesondere dem Wirtschiiftsverein der Hochschüler und anderen Korporationen zu Wohnzwecken gewidmet. Aber auch das Bundesministerium für Handel, Gewerbe und Bauten trat auf den Plan und übergab die Baracken der HauptanstaltfürSachdemob i 1 i s i e r u n g zur Verwertung. Es entstand nun zwischen dem Bundesm'n’sterium für s o z i a 1 e V e r w'a 11 u n g und dem Bundesministerium für H a n d e 1, Gewerbe und Bauten ein Besitzstreit um die Baracken. Noch ehe dieser Streit ausgetragen war, wurden, von der Gemeinde Wien (Mietamt) fünf der Baracken als unbenutzt zu Wohnzwecken angefordert, und zwar wird die Anforderung gegen das Bundesministerium für soziale Verwaltung gerichtet Dieses erhob bloß gegen die Anforderung der schon zu Wohnzwecken für Fürsorgevereine untergeteilten Baracken Einspruch, während es gegen die Anforderung der ganz unbenutzten Baracken keine Einwendung erhob.- Das Mietamt beschränkte dann auch die Anforderung auf die unbenutzten Räume. Dagegen erhob nun die H a u p tanstalt für Sachderaobilisierung die Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof, vor. welchem unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Schuster die Verhandlung hierüber stattfand. Der Verwaltungsgerichtshof wies die Beschwerde der Hauptanstalt für Sachdemobilisierüng als unbegründet ab und bestätigt somit die Anforderung der Gemeinde Wien. Kinderspielzeug ist kein Bedarfsgegenstand. Frau Käthe Kohl Hammer hatte den Geschirr* und Spielwarenhändler Engelbert^ e 111, X., Favoritenstraße 60, zur Anzeige gebracht, weil er am 7. November für eine kleine Garnitur Kinderspiel wäre, Sand, Schaufel, Gießkanne usw., die vormittags mit K 290 angeschriebea war, am Nachmittag desselben Tages K 390 verlangt hatte. In den letzten Tagen fand nun vor dem tandesgerichtsrat Dr. G 1 a s e r die Verhandlung hierüber vor. dem Bezirksgerichte Favoriten statt. Der Verteidiger des Angeklagten führte die Preissteigerung des Kinderspielzeuges, das aus Deutschland stammt, auf plötzliche V a 1 u t e hdlfferenzen zurück. Ausschlaggebend sei jedoch der Umstand, daß ein K 1 n d e r s p i e 1 z e u g k e i n ’ -loseii-StoffB 150 OH breit on «s «uw & J-WE1HBÜRGGASJB*10-W 1*ADL£RÖA5J S*S #■ 1