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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-29 · Heft 1078 (29.1.1922) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1078 (29.1.1922)
Date
1922-01-29
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1073_Wien, Sonntag _WIENER MORGENZEITUNG 29. Jänner 1922 Seite g Jüdische soziale Arbeit in Wien. Die gegenwärtige Tätigkeit der Sozialen Hilfsgemeinschaft Anitta Müller. Kindersehneft, Ekerwhoffen, Wiedersehens freitd« in Tausenden von jüdischen Familiten, Nachrichten dar Kinder aius dem fernen Eriio-kwi-gsort, Berichte in allen Zeitungen hielten dimrch Ja/hre das Interesse der Oeffendichikeit wach. Für den Herbst 1921 war eine große Kiinderaktiom nach Jugoslawien sorgfältig vorbereitet. Infolge kommumiftischer Unruhen wurden jedoch ' damals sämtliche Einreisebewilligungen entzogen. 1606 enttäuschte, um Erholungsmöglich'keit geh rächte, jüdische Kinder1 Seither gelang es nur noch sporadisch einige Kinder in der Tschechin-Slowake! unteirz-mbringen —• die letzten kehrten am 9. d. M. zurück —, und eiinizelne Kleine, die von ihren früheren Gasteltern amigefördept werden, nach Holland zu senden. Es ist wesentlich ruhiger geworden, um den Nanjen der Frau, welche die jüdisode Au-sfondskinderaloticn und zahlreiche andere große Fürsorgcalktio-non ins Lebern gerufen hat. Wob] schafft Frau Anitta Müller noch immer und übt im all ihren Schöpfungen ausschlaggebenden Einfluß, doch ist ihr Werk fso groß geworden, daß dessen einzelne Zweige eigener verantwoulilicher' LeSter bedurften, und die >Soziale Hilfsgetneinschaftc, obwohl sie gegenwärtig ihre Tätigkeit ein wenig eingeschränkt hat, ein Heer von Angestellten und Beamten zur Führung der laufenden Agenden bonö'igt. In der Zentrale, in \der Borggasse, wimmelt es städig von Petenten. Mir fällt ein alter, zittriger . Mann mit intelligentem Gesicht auf. Er wünscht Ih die »M ittelstandsaktion« einlbezogen zu ■werden. Diese Aktion, der .früher vom Ausland reiche Spenden zU'flo©sen, zehrt heute nur noch vom Reste des alten Vorrates. Doch, obgleich das gespendete Mehl schon im kommenden Monat zur Neige gehen dürfte, sollen a-iidh künftig monatlich rund hundert in Not geratene Angehörige verschiedener Inite'Migenzberufe eine reiche Zubuße an Kondensmilch, Mehl, Fett und Hülsenfrüchtem erhalten. Andere alte Leute, Frauen und Kinder, zeigen ihre Anweisung vor, und werden ein Stockwerk‘tiefer gewiesen. Da gibt es von Säuglinigswäscbe angefangen, einen reichen Vorrat an Wäschestücken und. Kleider aller Art, für jede Aiterss/tmfe^beideT Geschlechter;: Doch jedes Stück ist bereits getragen. Zuerst haben sich, die Armen nur zögernd dieser Aktion bedient, nunmehr' aber ist die Not so hoch gestiegen, daß täglich’ zahlreiche Gesuche um alle Kleidung Einlaufen. Wenn es mir nicht verboten worden wäre, würde ich gerne; der jüdischen Bevölkerung Wiens den Namen einer ihrer Größten und Gefeiertsten entgcgensphleudern,; der ’ bis vor kurzem gezwungen war-, seinen Lebensmittel- und Kleiderbedarf aus diesen beiden Aktionen zu decken. Mein Blick fällt auf eine' Tafel: »Arbeitsschule.« Die junge Leiterin,, die rmah empfängt, ist b« Gründung der Institution selbst hier Schülerin gewesen. Was gibt es da in den -Glasschränikenund, ln den Händen der fleißigen j^eit'^nueHffüf|Efluen :zu’ schauen!’-Aile Techniken;- alle Anwanduingsformein •..der weibliche 1 Handafbedt sind vertreten, ^og^r.mir, dem Laien,.‘drängt sich bei dem Anblick hepfHöher.^efedecken, eines'Thora- Vorhaings, verscfcr.eäen<er Altgöldärbeitcn in antikohi Stil tisw* die Vermutung auf. daß es'sich hier anr^ Originalen t würfe hamEc. Tatsächlich;^ mir bald d}’e ‘vortreffliche Zeichnerin der W^nkÄätte vorgesteil-M jDi« >Ar>b«Lssch>U'le« bs-chäftägt;^ mehr als 200. M«imarbeitenn-nen.: Waren es früher fast ausschließlich Flüchtlinge, so - kommen jetzt', immer mehr hach; Wien zuständige Witwen und Waisen; hinzu. Keine Frau, .die sich' um Heimarbeit bewirbt, wird zurückgewiesen, auch wenn' sc. infolge geschwächter Augen nur .einfache Strickerei zu übernehmen vermag. Ueber zwanzig Mädchen arbeiten in der Wenkstätte; und jederzevt werden dort Mädchen und Frauen, die sich der'Heimarbeit widmen wollen, gratis Ln" den lohnendsten Techniken unterwiesen. Dis meisten hier beschäftigten Heimarbeiter innen beziehen, ebenso wie andere jüdische Heimarbeiter und .Studenten, von der >Pelroicumaktior< uncntgeOtlich monatlich ein bis zwei Liter Petroleum. Auchheute sind in der WaremverteilungS'Stelle Frauen und Mädchen mit Flaschen anzutreffen. Doch diese hole nicht.'Petroleum, sondern Lebertra n. Mehr als 1400 rhachjtisühe und tuberkulös gefährdete Kinder erhallten stähdigVäie vom Arzte verordnete Menge dieses heiLsame:, Stärkungsmittels. Der geschäftsführende Leiter; vdter Asozialen Hilfsgemeinschaft«, der zugleich ein bekannter Arzt ist,'klagt darüber, daß mangels spezieller;Fbndis, die Ausgabe von Lebertran gegenwärtig das etaige-sei, was die »Soziale Hiflfsgemeinsehaftc an unmittelbarer Krankenfürsorge leisten könne* Allerdings wird soeben das unterste Stockwerk des »Säuglingsheims«; in de.* Unteren Augartenstnaße adaptiert, und schon in wenir gen Wochen wird dort eine rituelle diät s t i§ che Küche für kranke Kinder erstehen. Schon vor 9 Uhr morgens klingle ich am nächsten Tag an der Glocke des »Säuglingsheims«. Trotzdem noch a£Ce PfiegescliWestern mit der Morgenoirbeiit beschäftigt sind, sieht man, daß hier , in allen Räumen peinlichste Sauberkeit herrscht. Gegenwärtig zählt das Heim, das für 24 Säuglinge berechnet ist, einen Ueberbelag von fünf Kindern. Der Anblick go eines Hauipisaales mit seinen zwölf kleinen, weißen Bett lein, in welchen je ein wenig Wochen oder Monate altes Kindchen Hegt oder ein »großes«, schon über, ein Jahr zählendes Kind sitzt und uns neugierig entgegpnguokt, muß selbst auf den verhärtetsten Junggösmen twid Kleiinikincterfeitnd rührend wirken. Umsomehr;, wenn er hört, daß fast alle diese kleinen Lebewesen tratsche Schicksale hinter sich haben. Wohl ein. Drittel der Kinder befindet sich hier, weil ihre Eltern wohnungslos sind. Das eine kleine Mädchen ist das Kind eines wohnungsloseri, taubstummen Paares. Diesem Säugling ist bei seiner Geburt dlie Mütter gestorben, die Butter eines anderen mußte Wenige Tage nach der Niederkunft ins Irrenhaus gekracht werden. Der Kleine hier wurde von seinen Eltern einfach im Stiche gelassen, einige Kinder stammen vor ur. verheirateten Müttern, und. der klug drcimsclinua^a Junge, der bald zwei Jahre zählen und somit die Grenze des Alters erreicht haben wird, das ihn zum ^ufepthali In diesem Heime berechtigt, muß dann der Tugert&am't übergeben werden, de**» er wurds säg« Mutter bei einer polizeilichen Razzia ira Hotel albgenommen. Nur . zwei der Kleinen sind Brustkinder und werden von. ihren eigenen Müttern genährt. Kuglig, rund und rotbackig ist der eine, doch der andere Säugling ist überaus schwach. Man erkennt, daß es sich in .diesem Falle um eine Frühgeburt handelt. Geweint wir<$ hier, unverhältnismäßig wenig, und manche Mutter könnte hier lernen, wie wesentlich Hygiene und liebevolle, doch vernünftige Pflege die KIeinkindererziehon.g erleichtert und fordert. Im Badezimmer kt eine Pflsgeschweste.r beschäftigt; die nun 29 Kindlein zu baden hat: Eine anddre trocknet die Kleinen und bringt sie cingölnVMt ins -Bvtt, die dritte ist, mit den Betten beschäftigt, die vierte hat Dienst in der Mjlchiküche usw. Der Kost; deren .Zusammonisetzuing für jeden Pflegling von <fcir Hauisärztin vorgeschricbeh wird, wird die größte Aufmerksamkeit zugewendet.; Isolierzimmer, Martterzimmer untd manch anderes modern eingerichtetes Spezia&zimmef, - wäre noch, zij schildern, doch will ich nur von der im unteren Geschoß entstehenden »diätetischen Küche; für kranke Kinder« berichten, daß sie über einenweiten, -hellen Raum mit drei großen Kochherden und über einen-Saal! verfügt; in-welchem wohl gleichzeitig . 150 Kinder ausgeapeist werden, können. . Nun führt mich meine Forschungsreise in die Darwing&sse Nummer Z. Diese Adresse berührt mich ein wenig unangenehm, denn sie erinent mich, wieviele Eltern mir schon darüber gejammert, daß die einzige Anstalt für geistig zurückgebliebene ' jüdische Kinder aus unbemitteltem Hause während der Kriegsjahne an' Geldmangel zugrunde, gegangen ist. Doch jetzt dienen die Räume der >Providentia«, einem nicht miftder menischenfreudliöhen Zwecke. Zwölf ukrainische Pogromwaisen, zehn Knaben, zwei Mädchen, sidzen um einen langen Tisch. Obwohl zwei Achtjährige. erst die erste Klasse der hebräischen Volksschule besuchen, und ein Junge schon vier Klassen eines, hebräischen Gymnasiums in der Ukraine hinter sich hat, sind sie in der deutschen Sprache ungefähr gleich schlecht beschlagen. Darum kann der Lejirer mit allloh gemeinsam ein deutsches Sprechspiel spielen, und sein ewiges Verbessern der zahlreichen Sprachfehler dämpft durchaus nicht die allgemeine'Lustigkeit. Beim Rechnen muß er freilich; mehr Individualisieren, und Luch der Hebfäbchlehror muß seinen Unterricht in reinen Sprachunterricht und Talmud unterricht teilen. Die Geige, um die einmal ihr Lehrer in diesem Blatte für sie gebeten; haben die Pogromwaken noch nicht erhalten; und:-'-doch möchten zwei Jungen so gerne zu ihrer, eigenen und zur Zerstreuung ihrer Kameraden,,ein wenig, matisizierein. In welchen Raum immer uns die Leiterin'dieses Heimes führt, es festigt" sich in uns detf Eindruck, daß hier nicht eine »Schwester«, sondern eine Mutter: mit dar Pflege dieser Kinder -betraut wurde. Wie auf vielen anderen Gebieten,'hat sich Frau Anitta Müller auch innerhalb der ukrainischen Hilfsaktion ein besonderes Verdtlen'St erworben:. Lti R o w n 0 bat die »Soziale Hilfsgemeinschaft«,ein«.Hammelstaitlon für /Pogromwaisen errichtet, und wenn sich ein Land zur Ue'bernahme von Kindern mcCdet, dainm Werdern diese aus ihren jetzigen .pTonrisoritschsn Unterkünften gesammelt und transportfähig gemacht. Gegenwärtig befindet : sich die unermüdlich« Philanthropia in lebhaften Ver- ' hatnidOungen mit Deutschland und Warschau zwecks - Zentralisierung der Pogroimvaisemaktio.n. Neues Leben herrscht auch im P c l 1 a c k - R udimschen S t i f t u n g s h a u 5 in der Castdlczgasse, das für. einige.Jahre Frau Müller zu beliebiger Benützung überlassen wurde. Hier hat endlich die delogierte Miichküche nach längerer Unterbrechung des Betriebes wieder ein Heim gefunden. Es hat viel Geld und Mühe gekostet, die Kelflerräume und Heizanlagen dieses Hauses, für ein« große Miichküche ge-- eignet-zu gestalten. Eine Frau empfängt mich, die ich schon seit Jahren als Leiterin der jeweils größten ritualen Woiblfahirtsküche Wiens kenn«. Am 3. Jänner wurden nur drei eigene AnsgaibesteCem der Aktion mit zusammen' /CO Portionen Milch eröffnet, heute werden schon 15-verschiedene Institutionen, darunter Waisenhäuser, das Taubstummen-institut, die Heimstätten des Vereins Jüdikohe Kindorfreund'e mit täglich mehr als 2000 Portionen ä V, Liter vollwertige Milch be&ehüobt. : Vertragsmäßig muß die »Soziale; Hilfsgemein- Schaft« die PplCaksche Tagesheimstätte für vorschulp flicht i ge Kinder in ihrer bisherigen Form weit erführen. Wir haben es daher hier mit einem Fröbelsohen ■ Kindergarten ohne nationalen Einschlag zu tun., Einen Saafl hat Frau Müller der hebräischen Volksschule überlassen. Drei Säle stehen momentan leer* doch ist ein Architekt an der Arbeit, alle Räume und Anlagen des Hantses gebrauchsfähig zu gestalten.' Frau Müller hat große Plane mit diesen Räumen, gestattet mir aber nicht, über diese Pläne zu berichten. Vielleicht zwingen mißliche Verhältnisse dazu, dfie Pläne in eingeschränkterer oder geänderter Form zur Ausführung zu bringen. Wozu also schon jetzt sprechen? .-Diejenigen, die aller Fürsorgearbeit müßig Zusehen, werden noch rechtzeitig Gelegenheit zu schärfster Kritik haben. _ Siegfried Aböles. „Angestellt.“ Eine Stunde in der Volksbibliothek Zion. Während des Krieges wa.r ich lange Momaite mit jüdischen Kricgsflüchtlingem befaßt, die auf der bas-ligcin Flucht ihre rasch zuisammengeraffte Habe in dein erstbestem Bahn wagen vetrstr.uit hatten utmd mun von Wien aus ihre irgendwo in Oesterreieh- Ugaun lagernden Fährnisse suchten.. Ich lais viele hunderte Inhaltsverzeichnisse solcher . Gepäckstücke, die registriert wurden, um dein Eigentümer zu ermitteln. Fast in jeder Aufstellung kamen Bücher vor, heilige und profane, darunter große, schwere Folia.r/en, che viel ton dem kostbaren Raum wegniaihmcn. Eint wetkwutune Tatsache. Aufjubcln müßte jeder entirundete Jude, dem die hundert stimmige Melodie vom htüb'J engen, zwerkstirebcrischcin, uimr aiuf V7erteil, raschen Gewinn, unsaubere Plmsn.’acherei sinnenden Volke solainge im den Ohren gellte, bis er selbst daran ci&vb.t« kW mußte rsdrvmymi. wen© er pwb Arbeitsmäntel Gummimäntel Schlosseranzüge En gras tu haben bei En detail Zlmdm & €©«, Wim9MWl LS - 7e&.32.«3»57 Zu erreichen mit den Straßenbahnlinien 46, 8 und 18. 1038 '^oldhen unwiderleglichen Dokumenten orfahnt, wie. ^‘die Gehetzitem iin den härtesten Stunden der- Gefahr ''^irid . dor Trennung von Haus untd Eigentum nicht ,Moß Kleidung, Wüsche, Kleiniodien, 'Mammän ins . ::<die Bai I en, Ki st en, Sache, Koffer Strip ft ein, son d enti n.als teures Guit, von dem s-ie siaa nicht trennieinl '-Wollten, auch geliebte Bücher auf den Leidensweg r-m'ichnÄhm sn. Dr.ß der Jude im allgemein en m elif Geschäftssinn h-att, als unserem Volke zuträglich ist' lind der nicht jüdischen Umwelt lieb, wird zuge* gelben. Daß eine grausame Entwicklung- . ums Ml dies« hyipertrophlsche Zw*eckiS'tire|bigkci,t öliinein*- gezwungen bat, ist für den haß wütigen Gegner! kein Argument, Wie anders wirkt dies Zeichen auf uns ein! Herrlichen Idealismus offene hart dieses gar nicht »zweckstireberisicihe«, dieses, ganz und gar nicht van Schieberimstinkten veranlaß te massenhafte MitedHepipen vom Büchern und Druckwerken. HaPe dich an dieses Zeichen zweifelnder, mit dir selbst zerfallener Jude!;' Es ist nicht vereinzelt. Vor der Türe eiiuas wintzigen, dumpfen Lokals der Glockengasse issfi eine richtige »Menschenzeile« angestellt, wie matt sie jetzt niur noch bei den Fafhirikiairfcen-Venschleifi* .stellen der Wiener Straßenbahn sieht. Bücheimiis^ gäbe der Volksbibüothek »Zion«. Ein BHdk in die Ahsweiskarten der Harrenden belehrt, daß sie nicht bloß in der Leopold Stadt w-ohnen, sondern aiuch.äius entlegenen äußeren Bezirken kommen, ihrem Wis* sehsdurst zu stillen. . - ' Man erfahre, wie diese Bücherei^entetanden iisL Flüchtlinge haben sie errichtet/ .Kaum ■daßl.sie diö ersten qualvollen Monate in der fremden., recht unfreundlichen Umgebung überwunden batten; be^ gännen sie mit Bienenfleiß, diese Bibliothek und LesestäW'e zu errichten. Ganz aus eigener KraftI Fast sämtliche Werke sind allmählich aus des» Beiträgen der Mitglieder der Vereinigung und aus Erträgnissen von Veranstaltungen käuflich’ fr worben worden. Jetzt sind es an die 2000 Bände, weiche die impncivisierteia, - recht zusa-mmenge drängten Stand« ' füllen. Durdliaus freiwillige Hilfskräfte besorgen den Büchenaustäusch und - sämriicihe Bibliotheksagendem. Zwei ositijüdische Mädchen : und zwei Studenten opfern diesmal die freien Stunden,'arbeiten ‘ mit froher Hingabe Sehr $ angestrengt in dem engen, luftlosen Raum. Mehr als die Hälfte der ganzen Bücherei b£* steht aus hebräischen Werken und die Nachfrage nach der junpFebrälsch©n Literatuir.- ist am lebhaftesten. Die jüdische Abteilung wind .natura dich mach Kräften gepflegt und vermehrt. Die Bühnen weike, die an der Freiem ,jüdischen - Volksbühne zur Aufführung gelangen, liegen immeK rechtzeitig in genügenden Exemplaren bereit, um der stanken Nachfrage gerecht werden zu können, -Die deutschsprachige Abteilung, besohiränfiot- «ich auf Werke jüdischen Inhalts. utnd ist noch in den Am* fangen. ' ' Nicht nur das Gedränge der »Angestelltem«?, die auf da® neue Buch warten, ist ein Beweis, daß die Erricttumg dieser Bücherei einem brennenden Bedürfnis entsipcrach (einem, das um so tatkräftiger’ zu fördern ist, verehrter Leser, als'dieses Gedränge jenem rund um die Börse und um allzu zahlreiche Kaffeehaustische ein Gegengewicht bietet!); - erst Ereignisse .im jüdischen Geistesleben, wie der Tod Berdyczewsky®, der Pinsker-Gedenktag, das Ab-' leben Poppers Lynkeus zeigen, wie unentbehrlich’ das neue, jetzt noch so bescheidene Institut ‘ werten Kreisen geworden ist und was es für die Erziehung, für die Erneuerung des Judentums leisten könnte, wenn — j'a wenn es nicht auf den Opfermut der. gar nicht kapitalskräftigen, begeistertem Mitgliedes .! des Volks verein s »Zion« allein angewiesenwäre, ".. Muß man die Werbetrommel rühren? Ich’ glaube, es wäre D an k s c h u 1 d, den verddenistlitthen Pionieren voq der VollksibibbLthek »Zion«' (Gjocikengasse 30) abzutragenl O. A. Keren Kajemeth Tjisrael,; Ü„ Taborstraße 59, Telephon 40-3-15. — Spenden aus«; \?s:e i 3 Nr. 3/4 vom 25. iänner 1922: K 111.177.33. Im Jahre 1922 insgesamt K 1,434.904-23. Z e n t ral e: Familie! Schattner 1000, Div. 150; I. Bezirk: d. Fr. Frank» Rittermann: Geza Winter und Bertschi Ernst einen. Garten a.,N. Julius und Helene Eckstein 50.000; Div. 359.30; 1L Bezirk; Smlg. Sam. Gärtner, Torczyner-Garten: .M, S-. I. B. 10.000 „Emes“ 5000. J. S. 5000, Gabriel Weinstein, Walter Heller (Rudolfsplatz3) ä 1000; Smlg. Moritz Fleis.chmänn b. ßrlth-Milah Jakob Hochmann 18. Thebet 5682.;. Robert Mandler, Steiner & Co., Josef Hochmann ä 2000, MaxTIoch- 'mann, MoritzFleischmann ä ICO, David Feldstein, S.Goldstein i 500; VII. Bezirk: A Neumann 960, Div. 2723.40; VHI. Bezirk: Smlg. med. Verständig: Jüd. Tischgesellschaft Alserstr. a. N. d. verst. Ruth Reich 7600^ L'alo und Marie Teiclier 2000, Wagschal <£ Co. 1462, Div, 859.40; Hailer-Ga ten: Smlg. Bomze 600, Dr. Marek Chajes (Lemberg) 5000, Str’g Verständig-Wagschal 5Ö; Div. 400; IX. Bezirk: d. Makkabi: R. Müller 500, Div. 600: Di* 200; XX. B e z i r k: 100; H i t a e h d u t h d. Ehr. Unrö Josei Resenthal 2000, Div. 700: Mlsraeni d. L Brauner: Smlg. Baden 750.20, Div. 209; Krems? A Neune* öQOjPernhofs-iu Raphael lachiel PM.

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