Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1078 (29.1.1922)
- Date
- 1922-01-29
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2980129-2980158--10096-2996412- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 1073 Wien, Sonntag __ WIENER MORGENZEITUNG 29. Jänner 1922 Seite 7 Todesopfer der Straßenbahn. fiche-n Schwierigkeit an, wie hypnotisiert verfolgt der geistige'Arbeiter die Preise, abgesperrt von der Welt, abgeschlossen von der'Kuflittur und dem Kulturleben beginnen wir unsere kleinen Interessen für dtesl Mitfcelpumfct alles Geschehene au halten' —- zuinuck! •-! I Klara Mautner. Abraham Weinkäfer. Ein. ungarischer Abgeordneter hat vor. einigen Tagen in der Baudaipestej Nationalversammlung ein für die Zustände m HorthyrUngonn charakteristisches Geschi'chWhcn erzählt. .Ein Dorinotär erhielt •den Auftrag, -den aibliahnenden-Bescheid des Miiriistoritvms aiuf ein■ Geisdah wm Nsntensänderung dtem jüdischen Petenten der betreffenden Gemeinde' hrevi) manu z-U'Z'Usteilen. Darauf erihieit’ dais MinisteriiMn des Innern vorn Dorfnoitär ein, Telegraimith folgenden Inhalte: »Brevi manu unive^rständlidi. Bitie uni näheren Bescheid. Petenten 'habe 'bis dahin zg den Gern ein deikobber sperren lassen.« Diese ergötzliche Geschichte erinnert an eine ähnliche, die von -Karl Emil Franzos erzählt wurde ütn»rl-allerdings tnagi&cb ausging. Ein hoher Offizier — HO erzählt Franzos ■— der dem Geschlecht einer der vornehmsten Fürstenhäuser des alten Zarenreichs angehörte, bewunderte bei Hofe ein Gemälde, das von einer' Großfürstin gemalt worden w?r. Die, Künstlerin erzählte, sie airbeite gerade an einem Bilde, doch könne sie es nicht vollenden, da ihr das Modell zu einen» [Apostel fehle. Sie wäre ihm sehr dankbar, - wenn er ihr ein solches - Modell, einen schönem, impoßaihfen eltein Main,h, mit' einem blendend weißen Bärt? beschaffen könnte. Der Fürst versprach, sich verbeugend, dem Wunsche ihrer kaaserlichen Hoheit ..nach Tunlichkeit zu. entsprechen. Nach, einigen Wochen besuchte er eine entlegene, [kleine Gamison-sstadt. Dort begegnete er einem Juden mit einem großen, wallenden, schneeweißen Bart und einer herrlichen Greiscngestalt. Vor seiner Abreise bat er den Militärkommandanten, ihm diesen Mann, der Abrahiam IW e i n k ä f e r. hieß, nach Petersburg zu senden. Der Befehl wurde auch ,prompt äusgeführt,.' allerdings in zaristischer Manier. Abraham Weihkäfer jvyuide in Fesseln unter. Pclizeibewachung nach Petersburg gebracht. Seine Frau, seine Kindermund Enk’el, die wehrend hinter ilhim herliefen, wurdenivdn der Polizei verjagt. In Petersburg wurde Abraham iWeinlkäfer der Polizei übergeben, die ihn dem Fürsten zur Verfügung-(halten sollte, Der Fürst meldete sich jedoch nicht und da man offenbar nicht wagte, ihn zu behelligen, wurde Abraham Weinkäfer in! eine Zelle der Peter-Pauls-Festnrrig gebracht. Der Fürst meldete sich auch die nächsten drei Jahre nicht und das Modell für einen Apostel zerbrach sich in seiner Zelle im Petro-Pawlowsk den Kopf daihüber,' warum er eigentlich n/aoh Petersburg gebracht und in die Festung tingek^rkprt. worden sei. Erst hach mehreren Jahren tratf idor fürstliche Offizier wieder einmal mit, der kü^tlerisdh veranlagten Qroßfürstin. zusammen und mußte sich den Vorwurf gefallen lassen, daß/ihr das versprochene Modell nicht geliefert habe,: Errötend. entsamn sich der Fürst des Abraham .Weinkäfer, den er ja damals nach Petersburg, bestellt , hatte, der mußte-doch ganz sicher abgesaindtworden seih? Bei der Polizei, wo er Näch&cha-u hielt, fand mäh in den Registern, daß Abraham Weinkäfe# tatsächlich pünktlich eingehängt und bis auf weiteres i«n die Peter-Paul-Festüng überführt. worden -;war. Der Fürst beigaib sich eilends dahin.. Glücklich^feststellen zu köin.n<ein, daß- Abraham -. Weinkäfer seinerzeit pünktlich übernommen wurde, schrie er nun, außer sieh, vor Freude: »Rasch, heraus mitdem {Mann aus der Zelle! Ich will ihn noch heute-zur Fürstin bringen |« Der' Festuihgjlk'ommaindant:,blätterte erst verlegen in seiuen Registern und ^agte dann kleiimlaut; »Unmöglich, Durchlaucht! Wie, ich da aus den Listen ersehe,- ist Abraham .Weiinkäfer vor drei Jahren bei uns gestorben.« 5 « Hoffentlich ergeiht es dem armen jüdischen Patrioten in der ungarischen Dorfgemeinde bei seinem Ueberedfer, einen magyarischen Namen amzunehmen, nicht wie Abraham Weinkäffer •selig in der Festung von Petro-Piawlowsk ...; / Die amerikanische Hilfsaktion. Neue Aufnahme von Kindern in die amerikanische Ausspeisung. Die amerikanische Kinderhilfsaktion, teilt mit, daß Sie den Umfang ihrer Tätigkeit in Wien vergrößern wird. Dieser Entschluß gründet sich auf die Folgen der maßlos gewordenen Teuerung der Lebensmittel, die nun auch Kinder mit den Gefahren der, Unterernährung bedroht# welche, bereits genügend aufgenährt, die amerikanischen Speisestellen in der letzten Zeit nicht mehr besucht haben. Um ihnen wenigsten^ , eine nahrhafte Tagesmahizeit zu sichern, wird die amerikanische Kinderhilfsaktion Montag den 30. Jänner, Dienstag den 31. Jänner und Mittwoch den 1. Februar zwischen 3 und 5 Uhr nachmittags in folgenden Untersuchungsstellen unterernährte Kinder aufnehmen: Für die Bezirke: I., IV. und V. IV., Waltergasse 16; II;, IX. m l XX. 1L Augarten- Josefstöckel, III., X. und XL, XL, Braunhubergasse 3; VI., XIV. und XV., XV. Sperrgasse 8-10; VII., und-XVI. XVI, Herbststraße 86; VIII., XVU. und XVllL, XVIL, Hauptstraße 100; XU., XII., Bischofgasse 10; XIII., XIII., Märzstraße 178; XIX. XIX In der Krimm 6; XXL, XXL S.Qhöpfleutnergasse 24. Die Kinder sollen der der Schule nächstgelegenen Ausspeisestelle zugewlesea werden. Der wöchentliche Regiebeitrag von derzeit K 150 bedeutet rund 10°/o des Wertes der Mahlzeiten. Die Nahrungsmittel werden von Amerika beigestellt, der Regiebeitrag dient zur Deckung der Auslagen für Transporte, Beleuchtung, Beheizung und Arbeitslöhne*. Das Wohnungsamt über die Mietzinserhöhisngen. Wie gemeldet, haben fast sämtliche Hauseigentümer Wiens von den Mietern vom Februar an gefangen Mietzinserhöhungen von 200°/0 verlangt und im Weigerungsfall die Kündigung in Aussicht gestellt. Hiezu teilt das Wohnungsamt der Stadt Wien mit, daß allerdings durch die in letzter Zeit eingetretenen Erhöhungen der vom Hausherrn zu tragenden Kosten und Gebühren, wie Erhöhung der Rauchfangkehrertarife, der Brandschad enversicherungsprämien, der Stiegen- und G^iigbeleuchtungs- kosten und anderes eine sich in den entsprechenden Grenzen haltende Mietzinssteigerüng z u i L s s i g ist, weiche sich, wenn der; Hauseigentümer seinen Parteien dfe Einsicht in die betreffenden Belege gewährt, ohneweiters errechnen läßt. Es 1 bleibt selbstverständlich jedem Mieter, der sich damit niclit zufrieden gibt, unbenommen, die vom Hausinhaber, vörgenommene Mietzinserhöhung durch das Mi et amt üb er prüfen z u 1 a s 8 e n. Die Befürchtung, daß die Nichtannahme einer geforderten Zinssteigerung Anlaß zu einer K ü n d jg u n g gibt, ist unbegründet, weil jedem . Mieter das Recht zusteht, unter Berufung auf die Mieterschutzverordnung gegen eine Aufkündigung, des Mietverhältnisses beim zuständigen Bezirksgerichte Einwendung zuerheben, worauf im Rechtswege über die Zulässigkeit der Kündigung entschieden wird, ln einem solchen Falle Ist ein Kündigungsgrund nur dann gegeben, wenn der Mieter sich weigert, eine bereits vom M i e t am t als gerechtfertigt auerkan n.t e Mi e t z i nse r h ö h u n g anzunehmen. Liegt aber eine solche Mietamtsent.scheidung zur Zeit des Kündigungsprozesses. noch nicht vor, so ist das Gericht verpflichtet, das Bestandverfahren zu unterbrechen und vorerst die Entscheidung des Mietamtes einzy holen.. Die Kaufleute gegen das Kriegswucheramt. Grundlose Anzeigen. — Örohbriefe gegen Firmeninhaber. -- Dennunziantenlußi. Der kürzlich veröffentlichte Aufruf des Kriegswurthoramtes an das Pulblikuim, Preistreibereien zur Anzeige zu bringen, hat in der gesamten Geschäftswelt große Erregung hervorgerufen. In der gestrigen Vo 1!versamml'unig des Niederösterreichischen Gewerbevereins fiiärte Präsident Kommerzialrat Krause aus: Die Verlautbarung des Ministeriums für Volksernä'hinmg, .welches die Kri^gswueherämter und die Bevölkerung rnachdirüdklichi5t angewiesen bat, allen Preistreibereierscheinungem tiachaugehen, soldh.e Handlungen sofort aufzudecken ijind der Bestrafung zjuea^ührera*, hat in den Kreisen. der, .gesamtem legiUmenf/Geschäftswelt tiefgehende B e u <n r u h i g u n g, ja Empörung hervorgerufen. Es wurden ■ uns . (konkret belegte Fälle mitgeteilt, in welchen vollständig einwandfreie Geschäfte, wie zum, Beispiel der Einkauf von Waren durah einen hiesigen ..Exporteur im Aus- 1 a n d.für eine, Kundschaft in einchn [.anderen aus- W ä t! g e n .Staat,’ zur, Anzeige gelaingteüi. Gegen diese inländische Firma .wurde auf Grund des vereinfachten Strafverfahireims wegen Kettenhandels sofort die Straf Verhandlung durchgeführt und der Angeklagte allerdings mangels jedweden strafbaren Tatbestandes., fre gesprochen. Nach. .Mitteilung 'noch anderer Unglaublicher Fälle erklärte Redner, daß Untersuchungen und Erhehungen-yorgenornmen wurden, obwohl irgendeine An,zeigeseitens eines angeblich Geschädigten micf'it Vorgelegen hätte. — Ferner wurde 'berichtet, daß angesehene und lange seßhafte Kaufleute v o n A n g e h ö,r i g e n der I n t e 11 i g e n z b e r u f e Droh h ri e f e erhalten, in welchen,; offenbar angeregt. von den Veröffentlichungen des Kriegswueheramtes, verlangt wird, bestimmte Waren zu einem alten, weit niedrigeren Preisezu liefern, widrigenfalls:-mit der Anzeige vprgegangen würde. (Stürmische EntTÜstungskundgobung.) Wir müssen unbedingt verlangen, daß einerseits bei derartigen Anzeigen'..die 'ordnungsmäßige Vo.ru n t e r s -u c h u n g. Platzzu greifen habe. Auch müssen wir verlangen, daß die ^Behörden nicht selbst die Hand, dazu bieten,-daß aus dem Anzeigen ein förmliches Gew erbe gemacht werde, und daß Veröffentlichungen zu unterbleiben haben, weil sie zu unüberlegten Haindlun gen verleiten. (Lebhafte 1? Zustim muntgskundgelbung.) ' i..*/ Hierauf nahm Kommerzl'älrat;"Ger dais Wort zu folgendem D'ritiglicl’ikeitsa.ntrag: Die Versammlung' beschließt, das Präsidium des, Niederös'terrei'chischen Gewerbeyerans zu ersuchen, unvcrvveilt an den Handelsminister, den Justizmiinister und an den Finanzminister durch eine Deputation, mit der Forderung Jieranizutreten., die die reelle Kaufmannschaft. beschämende und entehrende Vorgangsweise des Kriegswucheramtes sofort einzU'Stellen. und .Publikationen,, wie solche in jüngster Zeit erschienen sind, zu - verbieten. Nachdem, die Aemter ihre .Aufgabe nicht gelöst halben und, wie die Erfahrung lehrt» nicht losyn -könimed^ den Zchlei-ch- und Ketteh'hahdel. ’ziti/; unterbinden, haben sie ihre Existenizberechtigung verloren und wäre deren ’A.u f l ö s u n g in reifliche Erwägung, zu ziehen. Gegenüber dem •unreellen Kaufmann genügen die aus der Vodk'r.iegsze;t;[,nocht.,zu Recht bestehenden Gesetze, und zwar, das Wuchergesetz und die Bestimmung des bürgerlichen Gesetzbuches, betreffend die Uebervorteilung über die Hälfte. Der Dringlichkeitsaritrag wurde einstimmig an- , genommea- Gestern vormittags hat sich auf der Sitnrneriin* ger Hauptstraße ein schwerer Zusammenstoß zwischen Straßenbahn und Lastenauto abgespielt, bei dem ein Todesopfer zu beklagen,ist. Wir er* Ären über den Unfall folgendes: . . .1" Gegen io Uhr vormittags fuhr ein Läptenautp . Teerfabriik-A.-G. »Terag« in der’ Hanf^gassc gegen die Simmeringex Hauptstraße. An der. JCireU" der beiden Straßen stand gerade ein. Sjraßen«. ^hn.Z'Ug der Linie »71« abfafertsbereit. Das. I/astcrv» , autb, das mit Bauziegeln im Gewichte rvoh[ zinkaf i (^.00 Kilogramm beladen war, fuhr knapp ain ‘dem SJyaßenbahuzug vorbei, stieiifte die Vorderwand des Jj-J^bwagens und kam auf der Si mime ringer. Haupt- , slxaße zum Stehen. In dem Augenbliak, äis. das Mtp knapp an dem Straßenbaihn'zug ' vorbeijiuhr, Wlth e i n e Fau die Straüe ipass i er.e n, überhörte sebembar die Warmungsis'igniaie. d'vs Q^uffeuns, geriet unter dieRäder de 5 La s tgzMj 0 s und wurde auf der Stelle getötet. Dis Fahrgäste des Straßen'bahnziuges kamen gluokiliciher- Mjse mit dem bloßen Schrecken davon. Der gleich-; JFg-IJfs. auf ddr Straße vonbeigelhend'e 50jährige . j ätraßen<arb eit er Georg Gind.'l, KI-, Kobel gas&e Z, j Wurde ebenfalls vom Auto erfaßt und zu.Bpdgn gei schleudert. Er erlitt einen Bruch des rechten Qber- Schenkels und eine Gehiirnerschütterung. Die .Rete bungisgesdlschaft leistete ihm erste Hilfe. Die tote [ Frau wurde als die 47jährige Marfkthelfersgatitini; Antonie Fritsc-her, XI., Ziperergasse 8...wohn** ' haft, erkannt. Der Chauffeur des Lastepautos Simon Z a v i n -u 1, Wildpretetraße 2. gab bei seiner. Einveirnahme an, das Auto am heutigen Tage zum er s t e n Male gelenkt und v e r ges s e n z u haben, vor der Abfahrt den Mechanismus.der Haud- und Fußbremse zu überprüfen. Als er mit seinem Wagen, an dem noch ein Beiwagen .hing, au die Unfallstelle loam, versagte die Fußbremse und auch die Handbremse griff nicht ein. Eine.. UebeM pr-üfung der Bremsen des Autos ergab die Richtigkeit der Angaben des Chauffeurs. Die Leiche des Frau wird gerichtlich geöffnet ^verdien. ■* /■/. Donnerstag abends wurde der 66jährige. Budfj* half.er Julius Mazk a, IX., Mosergasse .-9* beim Uebersetzen, des Schotteuringos an der Eol<e dei Börsegasse von einem Straßeniba-hnzug der Linie »B«, dessen Falhrer unamsgesetzt G'lockensignale gegeben hatte, niedergestoßen. Er erlitt offenö Wunden am Hinterhaupt, eine Gehimersiohütterung* w-uirde in -.da® Allgemeine Krankenhaus gebracht und ist dort im Laufe der folgenden Nacht ge* storben. * ■ Gestern abends wollte der Aufseher der Donau*» Dämpfsahiffahrtsgösellsohiaft Johann Lang, ein! 74:ähriger Greis, Handelskai 208,. bei dem Ausgang des Landungsplatzes das Bahingeleise der Don.audferbahn übersetzen. Er wurde von der Maschine des Person enzuige®. Nir. 425 der Donauufer bahn er* faßt, niedergestoßen und am Kopfe derart schwer verletzt,'daß er tot liegen blieb.; * Das Neueste ist... Das Neueste ist nämlich dr6 Ffiedenswährung. Natürlich sind wir weit' entfernt davon, sie zu besitzen, aber wiir bemühen uns doch strebend; Ganz Wien rechnet um. Die mathematischen; Begabungen sind aufs höchste gereizt, denn jeden Tag . ist der" »Schlüssel« z<u wechseln. Solange main. eÄnfaclt; durch 1000 zu dividiem hatte, war dße Sache ja-ver« hl’itimiismäßig leicht u»nd gemütlich. Aber leider sind, wir von jenen beschaulichen Zeiten, in denen eine ■ Friedenskrone, die dem Franken entsprach, tausend Kriegskronen galt, schon wieder ein gutes Stück entfernt. Erst dividierte man durch 1500, dann durch 1700 und die Fleischhauer, rechneten in schöner Großzügiig-; keit von vorn eh er ein nullt 2000. Es »geht sich« besser aus, und bietet auch sonst manche Vorteile. Der bestürzte Käufer sieht die Mammutihistimmen in seine#. ’ Hand schmelzen .wie Märzomschnee im Sonnienschei.ru Konnte er sich bisher doch hoch im Glanze der hoch- > : herrschaftlichen Ausgabesummen sonnen, so fühlt er sjch nüt einem Male wieder ins blasse Nichts, zutückggschi’.eudcrt. Die Frau Regierungsrat geht dos Trostes; verliwstig, für da® Fleisch 2400 Kronen gezahlt zu haben, ' es war eine Krone zwanzig.. Das süße Froü-Frou der Tä'uisendÜcronen'SC'heine ist ganz plebejisches Rascheln , , von fünfzig Heller geworden. Milt einem Schlage ist ■Wien sehr billig geworden. »2^/, Heiller,« flötet die Garderobenfrau, wenn der Theaterbesucher vor dem 'Stückpreis von 50 Kremen . zurücksdhan.;dieirt, das Brot kostet 15 Heller, die Butter überihaaiat nixhlis mehr. Aber die rieite, Frieren®Währung ist wetterwenderisch wi-e ein;• Apriltag. Augenscheinlich sind die G.eweibs-. und Geschäftsleute viel tüchtiger im L'mrecihnen, wenn sie /. ' einnehmen, als der Sbaat und seinesgleichen, wenü er aiiszaihilcn -soll. Denn, wenn der Beamte, der Lehrer, der [ Angestellte, seinen Gehalt holen kommt, dann haben wir M Währung von 1922, fest und freu uurö •unentwegt. , Kater Muri*. ' .. . v / ■ ' .1: .•: ' : “S-ü * „Das neue Europa.“ Die Krise im Zeitungsgewerbe» che jn jüngster Zeit bereits zur Einstellung mehrerer Blätter. « hat, droht ein neues Opfer zu verschlingen, wie . rausgeber der Monatsschrift „Das neue' Europa“ . ’nfttteilt, ist das WeiterfcrsChfcinen seines, seit Kriegsbeginn', jüi? den pazifistischen Gedanken eintretenden Blattes> infolge der neuen Teuerungswelle ernstlich in Frage gestellt 'Es-vist dies umso bedauerlicher, als die genannte Monatsischrift, die Alfred H. Fried, Prof. F 0 e r s t e r, B a r*. :b: ü S s e und andere Vorkämpfer der Völkerversühnun[g zu [ ihren Mitarbeitern zählt, auch weiterhin eine 'wichtige Auf* , [gäbe zu erfüllen hätte. "' Zionistische Frauenorganisation. Die Vcr- '■trauensd'amen der zionistischen Fraavemorgartisation' aus ' allen Bezirken sowie des Initiiativkonii/tces w&rd&n zc1