Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1077 (28.1.1922)
- Date
- 1922-01-28
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Hr, IQTT,Wien, Samsirrx_WIENER KfORGENZEITUW Kammerspicle. JfZum ersten Male: >Def Ke uechbei tsa(po- 11 e 1<, eh Sohartukakpöd zwischen Moral u-nd Unmoral von Beda und Fritz Grünbaum. Geog.ra'phie, Literatur tun<d da« Josef Städter ÜTHcater ha'ben uns schon seit langem darüber aufgeklärt, d'afl Paris sehr weit von Wien entfernt ist. Wer die Distanz dennoch unterschätzt hat, konnte bei dom »Sdfoanikel'spiel« von Beda und Fritz Grün bäum mit dem von vornherein viel Geschmacklosigkeit versprechenden Titel »Der Keuschheitsapostel« seine Ansicht berichtigen. Denn das Stück srpielt in Paris. In Pariis mit den Tainizibar«s, der goldenen Bo-heme, dem Sekt, der Sünde, den Spitzendessins, na, Sie wissen, ja — in Paris, v/ü- :s leibt und lobt, natürlich in der Vorstellung des schauderndes Provimzlens. Es bleibt uns nichts., aber auch gar ndchts ' erspart. Da ist der neugewählte Deputierte, der die Moral einfühiren will und zu diesem. Zwecke Jägerwäsche und einen Voilhart trägt, seine junge Frau, die sich »so sehr auf Paris gefreut hat«, der geniale, unheimlich witzige Maler, blöde Polizisten, niedliche Griisetten, ein besoffener Dichter, sehr viel Absinth und Wisßoy. Ratppaiport, der mundfertige Berichterstatter «und Ghefredailrteur der »Christliehen Weltanschauung«, und alles, was Sonst dazu gehört. Der Provinzler ist -borniert und dumm der Künstler geistvoll,, die Kokotten kokott. Selbst verständlich werden die Ehemänner im Rausch Busgetaorcchit, anständige Frauen geraten in berüchtigte Nachtlokale, natürliich durch den reinsten Zufall, Grisetten tragen bei der Lieferung eines Hutes ihre Weltanschauung in geschlossener Fo-nrn vor, und im letzten Akt treffen die anständige Frau, der Deputierte, der Maler, der Dichter, ein Minister un-d sämtliche anderen Personen in der zwangslosesten (Weise im Heim einer (kleinen Midinette zusammen. (Ja, in Paris, da ist das man. mal so. Nicht unerwähnt, weil bezeichnend, soll bleiben, daß eine Episodenfigur Colchon benannt ist, einzig -und allein zu dem Zwecke, damit der Irrtum mit Cochon möglich ist. Stellenweise glaubt man übrigens wirklich, ein frän- Bösisches Stück spielen zu sehen, dann könnte man die IioLprigkeiten (eine G-risette wird von der Zeitungsfrau »Gnädige . Frau« angesiprochen!) doch durch eine «schlechte Uebersetzung erklären. Das (Publikum feierte ein gerührtes Wiedersehen mit den ältesten und erprobtesten Dialog- und Situations- Witzen. Mancher mochte sich freilich fragen, o»b wir es . verdient haben, mit allen abgelegten Vodkriegsstücken gefüttert zu werden. Sich darüber zu entrüsten, hieße dem Schautkeispiel — bekanntlich wird so manchem beim Schaukeln übel — zu viel Ehre erweisen. Die Darsteller, namentlich die * Herren Lackner und Ziegler, bemühten sich mit (vielem Eifer zu retten, was zu retten war. Viel Ergebnis war nacht zu verzeichnen — Prerau bleibt Pt er au, und »ich hatte mich doch so auf Paris gefreut 1« — Namens der Autoren konnte Beda wiederholt für freundlichen Beifall danken. _' K. M. Freie Jüdische Volksbühne tiiitiisiiiiaiimiiiiitsiainniiiitmmmtimimiimticiiifmimtiiiinmismiiiiiiitiiiuaiiiiautiii Gastspiel Im LuetspSeltheater wukr^.Ueber’mOzean^To^ PS" Das Theater Ist gehelzt! "3&S 4280 Es wird disrchgespie! Auch das Deutsche Volkstheater hat jetzt alltäglich das nämliche Stück am Spielplan, nicht anders wie die Operettenbühnen. Wer kann der Direktion einen Vorwurf machen? Die Theater müssen leben und alle Kunstrücksichten stehen hinter dem heißen Bemühen zurück, möglichst günstige Kassenrapporte zu erzielen. Diese empöndsame Betrachtung ist wahrlich nicht gegen die Direktoren gerichtet Man soll nicht vergessen, daß Im Deutschen Volkstheater ein neu inszenierter „Faust“, »Teil", „Don Kariös* hertt^gebracht wurde. „Peer Gynt und „Die Zeit wird kommen“, „Dantons Tod“, und „Der Pelikan*. Mit Künstlern, die sich nachher in Nachtvorstellungen der „Kammerspiele“ verbrauchen müssen ... Aber eiu trauriges Zeichen der Zeit ist es doch, daß jetzt auch der Muscntempel ipi Weghuberpark bis zum „Durchspielen* heruntergekommen ist. — Man könnte viele bittere Erfahrungen des berufsmäßigen Theaterbesuchers hinzu- ,fügen, welche die Situation scharf beleuchten, Ein Beispiel: Von der letzten Premiere des Burgtheaters (-Fräulein Julig“) wußte das Publikum, daß sie nicht viel länger fals eine Stunde währen werde. - Sonst gibt es keine freien Plätze bei Burgtheaterpremieren. Diesmal .wiesen das Parterre und die Logenreihen bedenkliche Lücken auf. Ein einziger Einakter! Da verzichtet man' darauf, dabei zu sein. Die Hauptschuld an dem Niedergang des Wiener Theaters trägt das neue zahlungskräftige Publikum. Es pfeift auf Kunstgenuß und Erhebung. Es will 'Pikänterien, Nacktvorstellungen, Herrenabende. Daß auch das Deutsche Volkstheater ln der Anzeigenrubik der Theater dort erscheint, wo „täglich gleich“ als Ueberschrfft steht, kennzeichnet den Tiefstand der Wiener Theaterkultur. Das Novitätenprogramm das Raimund- Theaters* Im Raimund-Theater werden die Vorstellungen Von „Sumpf“, die Infolge mehrfacher Erkrankungen unterbrochen werden mußten, heute Samstag mit Hans Marr als Gast, wieder ausgenommen. Das Arbeitsprogramm bringt am 9. Februar die Wiener Erstaufführung des Possenspieles von Gerhardt Hauptmann, „Schluck und Jau* mit Hans Marr und Ludwig Stärk In den Titelrollen. Als nächste Uraufführung bereitet Dr. Beer das Theaterstück yon Ernst Lothar .Ich* für Mitte Februar vor» WIEN, I. BEZIRK SCHOTTENRING NR. 21 Filiale: KARLSBAD Übernimmt EJnlasen In laufender Rechnung, besorgt banlqiescMfMidie Transaktionen stier Art 4050 Mitte Märzt setzt Eugen K 1 ö p f e r seine Wiener Tätigkeit fort, und zwar spielt er Artur Schnitzlers „Komödie der Worte“, Mollöres „Tartuffe“ und Wildgans „In Ewigkeit Anten“. Daran reiht sich ein Doppelgastspiel von Tilla D u r i e u x und Al b e r t St ei n r Q c k in einer klassischen und zwei modernen Komödien. Mitte April spielt Max Prallen herg Karl Hauptmanns „Tobias Bundschuh“ und die komische Charakterrolle in dem englischen Lustspiel „Wauwau“. Für den 9. Mai, den Todestag Schillers, setzt Doktor Rudolf Beer eine Neuinszenierung von Schillers „Die Räuber* an, in der Paul Har t m a n n den Karl, Alexander Granach den Franz, und A e n ne Röttgen die Amalia spielen werden. In Fortsetzung der literarischen Vormittage gelangt im Laufe des Februar „Das Stegreifstück von Versailles“, Lustspiel in einem Aufzug von Moliöre, zur Darstellung. Aus den Theatern. W o ch e n s p i e 1 p 1 a n des Bu r g t h e afers. Sonntag, 2 Uhr (außer dem Jahres- und Stammsitzabonnement, kein Kartenverkauf) „Hanneles Himmelfahrt“. „Von ihm alle Tugenden“, 7 Uhr (zu erhöhten Preisen) „Der eingebildete Kranke“. „Die Geschwister“. — Montag, 7 Uhr (bei aufgehobenem [ahres- und Stammsitzabonnement, kein Kartenverkauf) „Königin Christine“.-— Dienstag, 7 Uhr „Fräulein Julie“ (Jean — Herr Heinrich George als Gast.) — Mittwoch, 7 Uhr (zu erhöhten Preisen) „Der Raub der Sabinerinnen*. (Striese — Herr Hugo'Thlmig als Gast.) — Donnerstag, 7 Uhr (zu erhöhten Preisen). „Der eingebildete Kranke“ „Die Heirat wider Willen“. — Freitag, 7 Uhr „Die Frau vom Meere“. — Samstag, 7 Uhr „Dies irae“. Wochenspielplan der Staatsoper. Sonntag, l/s3 Uhr, „Wiener Walzer“, „Die Puppenfee“, „Sonne und Erde“. ‘/a8 Uhr, „Der Maskenball“. — Montag, 6 Uhr, „D i e FrauohneSchatten*. - Dienstag, 7 Uhr, „Der Freischütz“. — Mittwoch, halb 7 Uhr, „M a rg a r e t e“ (Faust). — Donnerstag, 7 Uhr, „V i o I a n t a“, „Die roten Schuhe“. — Freitag, 7 Uhr, „D i e verkaufte Braut". - Samstag, 7 Uhr, „F i d e I i o*. Wochenspiel plan des' Deutschen Volkstheaters. Sonntag, halb 3 Uhr, „Lebendige Stunden“, 7 Uhr „Lulu“. — Montag, 7 Uhr, „Lulu“. — Dienstag, 7 Uhr, „Lulu“. — Mittwoch, 7 Uhr, „Lebendige Stunden“. — Donnerstag, halb 3 Uhr/ „Der Pfarrer von Kirchfeld“, 7 Uhr „Lulu“. — Freitag, 7 Uhr, „Wienerinnen“. — Samstag, 7 Uhr, „Lulu“. Wochenspiel plan der Kammerspiele des Deutschen Volkstheaters. Sonntag, halb 3 Uhr, „Heimat“, 7 Uhr „Keuschheitsapostel“, 10 Uhr „Morphium“. — Montag, 7 Uhr, „Keuschheitsapostel“, 10 Uhr „Morphium“. — Dienstag, 7 Ujhr, „Keuschheitsapostel“, 10 Uhr „Morphium“. — Mittwoch, 7 Uhr, „Untreu“, 10 Uhr „Morphium“. — Donnerstag, halb 3 Uhr, „Schloß Wetterstein“, 7 Uhr „Keuschheitsapostel“; 10 Uhr „Morphium*. — Freitag, halb 7 Uhr, „Der Kammersänger“, „Tod und Teufel“, 10 Uhr „Morphium“. — Samstag, ,7 Uhr, „Kcuschheitsapostel“, 10 Uhr „Morphium“. Wochenspielplan der V o I k s o p e r. Sonntag, 7 Uhr, „Othello“. Monntag, 7*8 Uhr, „Tosca“. Dienstag, 7 Uhr, „Die Zauberflöte“. Mittwoch, '/,8 Uhr, „Die Bohötne“. Donnerstag, 6 Uhr, „Lohengrin“. Freitag, '/,8 Uhr, „La Traviata*. Samstag, 7 Uhr, Aica“. Wochensplelp lan des Ra im u n d- T h e a t e r s. Sonntag. 3 Uhr, „König Richard Hl.“; 7 Uhr „Sumpf*. — Mont"g, 7 Uhr, „Die verhängnisvolle Faschingsnacht“. — Dienstag, 7 Uhr, „Sumpf“. — Mittwoch, 3 Uhr (Kindervorstellung) „Dornröschen“; 7 Uhr „Sumpf“. — Donnerstag, ‘/*3 Uhr, „Das vierte Gebot“; 7 Uhr „Sumpf“. — Freitag, 7 Uhr, „Des Meeres und der Liebe Wellen“. —, Samstag, 3 Uhr, „Die verhängnisvolle Faschingsnacht“; 7 Uhr „Sumpf“, , ' Wochenspielplan derFreien jüdischen Volksbühne: Sonntag, nachmittags 3 Uhr, „Ueberm Ozean". Abends halb 8 Uhr, „Sch’ma Jisruel“. — Montag, halb 8 Uhr, „Tkias-Kaf“. — Dienstag, halb 8 Uhr, Sondervorstellung, „Ueberm Ozean“. — Mittwoch den l. Februar, halb 8 Uhr. Sondervorstellung,'„Gantiwim“. — Donnerstag den 2. Februar, halb 8 Uhr, „Der Fremde". — Freitag den 3. Februar, halb 8 Uhr,' „Der Dorfsjlng“. — Samstag den 4. Februar, halb 8 Uhr, zum ersten Male -Der Singer nn sein Trauer“. Spiel in drei Akten mit einem Vorspiel und einem Nachspiel von Ossyp Dymow. Heute, Samstag, gelangt in der V o 1 k S o p e r „M a d a m c B u 11 e r f 1 y“ zur Aufführung. Es wirken mit die Damen Wagschal, Zanten, Hoffmann und Linke sowie die Herren Schüfmann, Hagen, Preuß, Tauber, Kaplan und Ecknen Dirigent Herr Kraus. Beginn halb 8 Uhr. Morgen, Sonntag; findet die erste Wiederholung'von Verdis „Othello“ in der Premierenbesetzung statt. - ’ An der N e u e n Wie her B Ü.h n e kühn Paul W e g e n e r wegen anderweitiger VerpflichtüngCh’ sein -Gastspiel nur noch bis Inklusive 5. Fe,bhuar verlängern. —^ In diesem, Zeitraum spielt Paul Wegener Samstag den 23. d. M„ Montag den 30. d. M., Mittwoch den 1. und Donnerstag den 2. Februar „Die Raschltöffs?. Sonntag den 29. d. M. „Totentanz“, Dienstag den 31; d; M., Freilag den 3. und Samstag den 4. Februar „Vater“. ' In der R o l-a n d - B ü h n e (Jüdische Bühne, II. Praterstraße 25) gelangt heute A. Schorrs Posse in vlei Bildern „Chandle ln A m’e r 1 ka“ zur Aufführung Prof. Wolfsolifl* der bekannte Komponist der Paraphrasen Uber jüdische Volkslieder, spielt an dem am 30. d. M. im Großen Konzerthaussaa! stattfindenden T 9<c h aJ k o w s k v*A b e n d gemeinsam mit Professor Feist (Violine) und Stefan Auber (Cello) das Klaviertrie A-Moll. Außerdem singt Frau Hermine Kittel (Staatsoper) die Arie der Pauline aus „Pique Dame“ und das Symphonie« Orchester wird unter Leitung Prof. B r a s 1 a w s k ys die V. Symphonie E-Moll und die Ouvertüre zu „Romeo und* 4=)ulia“ zur Aufführung bringen. Noch restliche Karten: Konzerthaus, Kehlendorfer, Löwit, „AJorgenzeltung“ und Aida. D. Jaroslawskij, der bekannte russische Bariton, weilt auf der Durchreise nach Amerika in Wien. Das Wiener Publikum wird Gelegenheit haben, den berühmten russischen Bariton zu hörea, SS. Jänner \m mPFl ..- -11 ..—.... —. Volkswirt. Gestempelte Krone — —.08 Centimes. Auszahlung Wien - —.14 Centimes.; In Zürich notierte: die Österreichische Krone —.14 (—.14 am 26. Jänner)' die österr. gest. Krone . . —.08 (—.08 am 26. jänner)’ die tschechische Krone. . 9.95 ( 9.85 am 26. Jänner)! die Mark . . . . . . . 2.52'/, ( 2.60 am 26. fänner) Agram . . ... . . . 1.65 ( 1.70 am 26. jänner» Bukarest . . w . . . —(—.— am 26. jänner) Budapest . . . . . . .—.70 (—.72 am 26. Jänner) Warschau , . . . . . . —.15 (—.16 am 26. jänner)’ Vis in äer tseKeeKo-slov/ÄklseKea L.eäermäu8trie. (Von unserem Brünner L. S.-Korrespondenten.) Auf dem heimischen Ledermarkte herrscht seitlängeref Zeit vollkommene Stagnation. Die Gründe sind wohl hauptsächlich in der steigenden Tendenz unserer! Valuta zu suchen, die ein Ausfuhrgeschäft nicht nur £anz unmöglich macht, sondern auch die heimische Lederindustrie > zum. Stillstände zwingt, Indem sie recht bedeutende Leder« Importe aus valutarisch schwächeren Ländern bedingt. (Sa wurden jüngst aus Deutscpösterreich für Brünn allein 80 Waggons Fertigware.geliefert!) In Anbetracht dessen haben die inländischen Häutepreise eine Abflauung erfahren. Die rückläufige Bewegung kennzeichnet sich je nach Herkunft und Gewicht in Abschlägen von 10 bis 20°/,. Detinoch sind die v Preise dazu angetan, die Lage weiterhin als ungeklärt erscheinen zu lassen und den Geschäftsverkehr außerordentlich zu erschweren. Infolge der Kaufunlust gehea Rohhäute, die bis vor kurzem sehr begehrt waren, nur schwach ab. Auktionshäute in Mittelgewichten von 24 bis 30 kg stehen auf tschech. K 16l/e, schwerere Häutej (30 bis 40 kg) werden mit tchech. K 17 gehandelt, übef 40 kg werden tschech. K 18 bezahlt. H ä n d 1 e r h ä u t a bedingen im Durchschnittsgewicht einen Preis von tchech. K 14'/,. Die Häuteeinfuhr bewegt sich In engen' Gren z e n, da Im Inland genügende Mengen vorhanden; sind und sich die Erzeuger in der Deckung des Bedarfes möglichste Zurückhaltung auferlegen. Ebenso verfährt madj bei der Eindeckung von Ueberseesorten, die bis vor kurzem im Preise sehr hoch standen, mit größter Reserve. Auchl ist zurzeit von einer Verbilligung der Ueberseehäute nichts wahrzunehmen und die Haltung des Marktes nach wie vor, sehr fest Auch in Riemenieder hat der Markt stark? abgeebbt. Bei stagnierendem Absatz halten sich Riemen* croupons auf tschech. K 95 bis 100 per Kilogramm. Die zur Gerberei benötigten Gerbstoffe für, Sohlenleder (Fichten- und Eichenrinde) sind wohl infolge: der steigenden Valuta billiger zu erhalten, doch haben sichdie Preise "gegen die Vormonate nicht wesentlich geändert? Slowakische F i c h t e n l o h e wird mit tschech. K 10® bis 125 per Kilogramm gehandelt. Eichenlohe liegt mit tschech. K 70 bis 90 unverändert Für K n o p p e r a: jugoslawischer Provenienz (die Ernte soll befriedigt haben) werden Sätze von tschech. K 300 bis 350 per Kilogramm angestellt V‘a 1 o n ä a hat in der Ursprungsvaluta seit, dem Vormonat keinen Preisunterschied erfahren. Da für die S c h ü h f a b r i k a t i o n der Erwerb billiger Rohstoffe als Voraussetzung zur Ermäßigung der Preise nach wie vor illusorisch bleibt, hält sich auch der, Konsum anhaltend zurück. Die Nachfrage von seiten der, Fabrikanten läßt daher ebenfalls recht viel zu wünschen! , übrig, die meisten sind vorsichtig in ihren Dispositionen! und leben sozusagen von der Hand In den Mund. Wie bekannt,, sind die Er zeugungsbedlngungen der heimischen Lederindustrie durch die exorbitant hohen Frachten, die unerträglich hohen Steuern und die ungeheueren Regiekosten viel ungünstiger als die der übrigen Länder. Außerdem ist, wie anfangs erwähnt*’ der Man ge I an Aus fuhrm öglic h ke i t e n von nachteiligem Einfluß auf die Produktion/ Das natürliche Absatzgebiet, die Sukzesslonsstaatcn Oester-, reich, Ungarn und Polen, sind infolge der Valuta verhält*; nisse für uns vollkommen gesperrt, nach der Levante oder den westlichen Ländern unterbindet die überaus scharfe Konkurrenz der Ententestaaten und Deutschlands nahezu: -jedes Geschäft. So sind vor kurzem aus Belgien für? Prager Rechnung einige Waggons Treibriemen (Prima-; wäre); um tschech. K 90 per Kilogramm geliefert' worden, ln welchem Maße uns die deutsche Kon-j kurrenz zusetzt, erhellt aus folgendem Falle, der sich; vor nicht allzu langer Zeit hier zugetragen hat:! Ein tschecho-slowakischer Exporteur offerierte nach?. Kopenhagen eichcttgegerbtes Sohlenleder zuni Preise von' , 7i50 dänischen Kronen, ber damalige Umrechnungskurs, ’stand auf tschech. K 18, so daß der Preis von tschech.’ K 135 per. Kilogramm Leder für dortige Verhältnisse billig zu. stehen kam und eine größere Sendung abgeschickt' werden konnte. Bald darauf wurde die Ware als nicht miistergemäß beanständet und mit dem Bemerke» storniert» daß von einem Hamburger Hause qualitativ bessere' Ware zum Preise von 5'/, bis 6 dänischen Kronen geliefert'" worden sei . : , ~_ Die Novelle zum Wasserkraffgeseiz. In der gestrigen Sitzung des Finanz- und Budgetausschusses berichtete Dr. Schneider Uber die Novelle zum Wasserkraftgesetz. Dr. E 11 e n b o g e n hob' hervor, es habe bereits bei Schaffung des Wasserkraftförderungsgesetzes die Ansicht* bestanden, daß die 8t e u erbegünstiguhg en beschränkt werden sollen. Redner behalte sich die. Stellung einer Reihe von Anträgen vor, wonach die Begünstigungen nur dann gewährt werden sollen, wenn die betreffende Unternehmung mindestens zum Teile in Gemeinschaft miteineröffentlichenGebletskörpers c h a f l die Unternehmung betreibt, wem., diesen Gebiets- Körperschaften, entsprechend, günstige Stromlleferungsver-* träge gewährt werden, sie begünstigte Tarife bekommet! Und ihnen nach einer gewissen Zelt das UeilhlSLjilSJr.eeht\ zuaesichert werde» ~ 1