Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1071 (22.1.1922)
- Date
- 1922-01-22
- Page
- Seite 44 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 Wien, soirif&g WIENER M0RGENZB1TUNQ 22. Jänner ,22» W. lCTfl Erlangt in einem Schreiben an die Fifa die Einberufung eines Kongresses, in dem auch die Amateurfrage behandelt werden soll. An Fachmännern dürfte es aber auch in Wien nicht fehlen. Wir sollten aber vom D. F. B. erwarten dürfen, daß Sr eine solche Sorte Sportsleute uns vom Halse zu halten versteht. Bevor nicht die Angelegenheiten in Ämsterstara und in Dresden erledigt sind, dürfte es keine Teilnahme an den deutschen Kampfspielen geben. Ich -'glaube, daß auch die stärksten Mittel nicht ausreichen würden, um die Herren Oesterreicher durch die acht Tage dauernden Kampfspiele zu bringen und ihren Appetit zu stillen. Zur tatsächlichen Berichtigung möchten wir anführen, flaß hierorts nichts bekannt ist, daß die Amateure ihre Mannschaft bei den deutschen Kampfspielen angemeldet haben und daß Schaffer beabsichtigt nach Wien zu übersiedeln. Schaffer steht derzeit mit dem M. T. K. wegen seiner Rückkehr nach Budapest in Unterhandlung. »»»»»»»»»»»»»So»»»»»»«»»,»»» Deutschland—Schweiz. Um für diesen Länderkampf, der am 26. März in Frankfurt vor sich geht, die Besten herauszüfinden, versammelt die Schiedsrichterkommission, die mit der Aufstellung der Schweizer Mannschaft betraut ist, heute die Repräsentativen der Ostschweiz gegen die der Zentralschweiz. Aus den würdigsten Spielern der beiden Teams wird dann eine deutsche Mannschaft gebildet, die? am 12. Februar auf dem Landhof-Platz ln Basel den Vertretern der romanischen Schweiz entgegentritt. Nach dem zweiten Treffen wird dann die Schweizer Nationalmannschaft aufgestellt, die am: 26. Februar ein Tralnipgspiel gegen Biel absolviert. Sollte dieses nicht genügen, dann wird noch ein zweites Trainingspiel am 12. März ausgetragen. Man sieht daß die Schweizer sehr vorsichtig zu- ' werke gehen. _' Kulturdokumente. DJe »Deutsche Arbeiter-Sportzeitung* veröffentlicht folgende Einladung der französischen Arbeiter an die Deutschen: »Das Internationale Bureau hat das Vergnügen, za Ihrer Kenntnis zu bringen, daß die Organisation des Internationalen Langstreckenlaufes für 1922* dem Arbeiter- Sportbund Frankreichs übertragen worden Ist Im Hinblick auf den bei der Seraingek Arbeiter-Olympiade von den französischen Genossen im Langstrekenlauf errungenen ■Siege wurde von Ihrem Bureau in obigem Sinne beschlossen, dabei sich an die für diese Uebungsart geltenden internationalen Bestimmungen haltend. Als Datum für diesen unseren zweiten Langstreckenlauf, wozu wir auf Ihre Teilnahme hoffen, haben wir den 12. März festgelegt. Dieses Datum sowohl als auch der Ort wurden im Einvernehmen mit den französischen Genossen gewählt Letzterer ist Clamart bei Paris. Das internationale Bureau appelliert an Ihren Idealismus für unsere gemeinsame stolze Sache, dabei wünschend, auch Ihren Verband mit mindestens fünf Läufern vertreten zu sehen. Es ist von Wichtigkeit, daß dieser Veranstaltung im voraus größtmöglichster Erfolg gesichert werde; es gilt, den bürgerlichen Verbänden zu zeigen, daß wir fähig sind, unsere Angelegenheiten selbst zu regeln. Jede Nation sollte an diesem sportlichen Ereignis teilnehmen; größtmöglichstes Aufsehen müssen wir hiefür erregen.“ Herr Bensemann, Herausgeber des „Kicker“, ersuchte tfen französischen Sportsmann J. LLcnyer um seine Mitarbeit. Er bekam folgende Antwort: Geehrter Herr! Ich zeige Ihnen hfemit den Empfang des Exemplars des „Kicker“ an, den Sie die Vermessenheit hatten, mir zu senden. .Ich halte es für meine Pflicht, Ihnen mitzuteilen, daß eine größere Anzahl unserer Klubmitglieder den letzten Krieg, den Deutschland allein verschuldet hat, mitgemacht haben. Sie, die von allen alliierten Fußballplätzen verbannt sind, haben gar'keinen Grund, von einer Völkerversöhnung durch den Sport zu reden, denn durch Ihre Schuld haben alle Nationen durch den Krieg gelitten. Sie suchen eine Basis der Annäherung und behaupten, daß der Sport die einzige bildet Sicherlich ist es die billigste. Nach meiner Ansicht gibt es nur eine Möglichkeit: Deutschland muß alles, .was es auf unserem Boden und dem der alliierten Nationen zerstörte, wieder aufbauen. Dann, und nur dann, wird eine Verständigung möglich! .STADION1; SKmiWAMM- W§. m. s, h. * (Mitinhaber: Artur Bosr) ” Eigene Werkstätten: Wien, II., Wohimutftsiraße 19—21 .5 Hauptniederlage: Wien, II., Franzensbrlickenstraße 24 U Telephon 47-3-12 6379 ■ En sroe •, En detail Export S Beste Einkauf scguelle (für Wiederverkauf er! ■ IBBBIlllBniBBIDRBISHlIRBflBIDlIlBBBIHI an werden. Und wenn dieser Moment gekommen ist, und Sie aus ihrem Blatt eine internationale Zeitung machen wollen, dann möchte ich Ihnen den guten Rat geben, diese entweder auf französisch oder auf englisch, jedenfalls in einer der beiden einzigen internationalen Sprachen, herauszugeben". _ Df. J. H. Römer, der verdienstvolle Präsident der Hakoäh, erhielt gestern von der ersten Fußballmannschaft des Vereines eine prachtvolle silberne Tabatiere mit einer Erinnerungswidmung als Ehrengabe. ' Der Floridsdorfer A. C. soll am 11. März in Pilsen gegen Cesky Lev und am 12. März in Prag gegen den D. F. C. spielen. Wien, Budapest und Prag haben Aussicht, so berichtet der „Münchner Fußball“, ira kommenden Frühjahr gegen, englische Professionalmannschaften zu spielen.. Meis!, der österreichische Verbandskapitän, steht . mit Blackburn Rovers in Verbindung. Die Verhandlungen sind sq weit gekommen, daß er schon eine komplette Tournee für die Engländer zusammengestellt hat, mit , den einzelnen Stationen: Wien, Budapest, Prag, mit je — einem Spiel; ebenso sind Spiele in Dänemark und in Holland proponiert. Für die ganze Tournee verlangen die Engländer nur 8Ö0 Pfund Sterling (zirka 700.000 Mark); aber nicht hur die Blackburn Rovers wollen im Frühjahr auf den Kontinent kommen, sondern der M. T. K. hat sich mit mehreren Vereinen in Verbindung gesetzt (Liverpool,1 Burnley, Newcastle United; Manchester City, Tottenham, Chelsea, Birmingham). Was wird das Frühjahr bringen? Das ist hoch unsicher, aber wenn nur e i n Spiel durchgeführt wird, so wird das die größte Sensation im Jahre 1922 sein! Das Meisterschaftsspiel Donaustadt—BeVegungsspieler endete 1:2 für letzteren Verein. Die Donaustädter protestierten gegen die Verifizierung des Spieles, da der SchiedsrichterGroßmannschwerwiegendeFehlentscheidungen gefällt haben soll. In der letzten Sitzung des Oesterreichischen Fußball-Verbandes wurde der Protest abgewiesen, die Disqualifikation Weißenböcks, des Kapitäns der unterlegenen Mannschaft, von sechs Monaten auf drei herabgesetzt. Weißenböck hatte nämlich in der Aufregung den Schiedsrichter beleidigt Die Strafe" ist bereits verbüßt, da die drei Monate am 10. Jänner abgelaufen sind. . , Die Fußballer der Hakoah veranstalten am Donnerstag den 26. d. M. im Festsaale des Hotel Bayrischer Hof eine Akademie mit nachfolgendem Tanzkränzchen. Das Programm wurde, wie folgt, zusammengesetzt: 1. Kammerquartett (M. U. C. Lampl, Dr. Schwarz, Dr. Saldingör, Ing. Sluzki): Haydn, Reyter-Quartett. 2. Mano Spitzer (Tenor) und Gitschi Pollalc (Bari(on): a) Puccini, Duett aus „Boheme“ (HL Akt); b) Bizet, Duett aus „Perlenfischer“. 3. Grete Holzer: a) Loewe, „Und niemand hatis gesehV, b) dell’ Acqua „Villanelle“. Anschließend daran gelangt die Posse „Dife schlimmen Buben in der Schule“ von Nestroy, in der die bekannten Spieler Gansl, Grünfeld,' Neumann, Grünwald, Häusler, Trümmer, Kohn, Katz, Pollak, Scheuer und Kovacs Mitwirken, zur Aufführung. " * . ' Der Wiener Hakoahner R. Philipp hält am 5. Februar im großen Saal der Prager Urania einen Vortrag‘über „Die Bedeutung der Erotik im Sport von heute“. Behördliche Anerkennung sportlicher Leistungen. Der Bürgermeister der Stadt Zizkov, Dr. Kostrakiewicz, beglückwünschte den A. F. K. Union in Zizkov zu den Auslandserfolgen seiner Mannschaft durch folgendes Schreiben: „Anläßlich der Rückkehr der Fußballmannschaft Ihres Vereines drücke ich Ihnen meinen Dank für die würdige Vertretung des tschecho-slowakischen Sports im Ausland aus und bitte, diesen meinen Dank der Mannschaft zu übermitteln.“ Das Wettspiel Prag-Paris wird bestimmt am 12. März in Paris zur Austragung gelangen. Das Rückspiel dürfte erst 1923 in Prag^stattnnden. 100.000 Pesetas Reingewinn soll der F. C. Barcelona an den beiden Wettspielen gegen die Prager Sparta erzielt haben. Deutliche Aus drucks weise. Der Münchner „Fußball“ schreibt: Manchmal ist es angebracht, auf Sprachunterschiede an sehen: Die Wiener Amateure haben beispielsweise zu Weihnachten nicht gegen Wacker und Bayern, München, Spiele ausgetragen, sondern sie haben m i t Wacker und Bayern gespielt. Ueber den ungarischen Fußballsport schreib! „R—d“, Mitarbeiter des „Münchner Fußball“: Ich hatte schon im August des vergangenen Jahres geschrieben, daß M. T. K. nur noch ein Abglanz seiner früheren Herrlichkeit sei. Bekanntlich hat er aber erst kürzlich den L F. C. Nürnberg besiegt, aber..das Spiel war eine, vernichtende Niederlage der Ungarn, ich persönlich halte seit dem Herbst den F. T. C. besser als den urigarischen Meister und auch, der U. T. E. zeigte Weihnachten deutschen Vereinen seine Torkraft. Jedoch Außerordentliches vermag jetzt kein , ungarischer Verein zu leistem U. T. E.-Budapest, der kürzlich eine Deutschland*« reise siegreich beendet hat, verpflichtete sich, im Frühjahr fünf Wettspiele in Schweden auszutragen. Die Treffen gehen in Göteborg, Stockholm und Malmö vor sich. Borussia (Neunkirchen) hat am letzten Sonntag die erste Niederlage in der diesjährigen Meisterschaft erlitten. ' Oberstein besiegte ihn 2 :1. Der Abgang rischeras scheint sich also schon fühlbar zu machen. Die Berliner Arbeitersportler bereitst! Städtekämpfe mit den Arbeitersportlerri von Basel, Zürich, Mailand, Prag, Wien und Paris vor. Per deutsche Meister, I. F. C. Nürnberg, trägt, wie wir bereits berichteten, im März vier Spiele in Spanien aus. Zur gleichen Zeit findet der Länderkampf Deutschland- Schweiz statt, für den die Nürnberger Spieler Hagen, Kalb, Riegel und Träg herangezogen wurden. Wir, sind neugierig,- wie sich der deutsche Meister aus der Affäre ziehen wird/ Frieß aus Straßburg soll im Länderkampf, den Frank-. reich gegen Belgien 2:1 gewann, eine überragende Leistunf als Torwächter geboten haben. , , Turnen. Zur Einführung der hebräischen Turnsprache. . ii. . ' Arii einfachsten gestaltet sich die unmittelbare Ein* , führung der hebräischen Turnterminolögie für den Platz- I eit e r und so weit sind ja auch tatsächlich manch« unserer Vereine schon gekommen': Die Kommandos des Platzleiters sind den Turnern nicht nur in ihrer Bedeutung, sondern meist auch in ihrer 'ständig wiederkehrenden Reihenfolge vertraut geworden. So genügt ein erläuterndes Zeigen mit der Hand, um den Turnern das Kommando „jemijnah panöh“ als „rechtsum* klar werden zu lassen; wenn der Platzleiter eine stramme Haltung annimmt und hiezu „hlkön* kommandiert, ergibt sich für die Turner, das Kommando „Achtung" ohne weiters; „Lämachschirim zaod" nach dem Ansagen der Geräteordftung hat ohne jeden Zweifel die Bedeutung „Zu den Geräten — marsch". In dieser Weise lassen sich sämtliche auf dem Platze bereits eingebürgerten Kommandos ohneweiteirs hebräisieren. Aehnlich werden auch neu hinzukommende Befehle und Ankündigungen durch einfaches Vorzeigen der darauffolgenden Ausführungen erklärt, ohne daß erst eine * Uebersetzung des hiebei genannten hebräischen Terminus gegeben werden muß. < Bei den F r e i ü b ii n g e n läßt sich der hebräische Wortschatz durch Zeigen und gleichzeitiges Benennen in hebräischer Sprache allmählich auf die einzelnen Teile* dann Haltungen und Tätigkeiten des Körpers ausdehnen. Wenn der Platzleiter ein bißchen sprachpädagogische Fähigkeiten besitzt, dann kann er hiebei das Ohr der Turner auch schon an gewisse grammatikalische Eigenheiten gewöhnen; .er kann zum Beispiel den Dual „jadajim“ in sinnfällige Gegenüberstellung zum Singular „jad“ („Hand“) bringen,. 4en Gebrauch des Adjektivs („jad ßmalith“, linke Hand, im Gegensatz zur „jad jemanith“) hervortretenlassen; er kann von einer Tätigkeit („kafof bäräch, Knie beugen“) eine Haltung („bäräch k’füfah, gebeugtes Knie“)- ableiten und damit auch das Partizipium vom Infinitiv usw. usw. Ura. nicht eintönig zu werden, empfiehlt es sich, bei den Freiübungen auf die beiden Teile: Systematik des Haltungen und Tätigkeiten und angewandtes Freiturnen, Bedacht zu nehmen und für die Hebräisierung ausschließlich die Systematik zu benutzen. (Fortsetzung folgt.) Aus den Vereinen. Sportsektion der.Zeirei Misra c hl (II., Praterstraße 43). Heute, 7 Uhr abends, erster Schachabend. Beginn der Meisterschaft. Einschreibungen Samstag und Sonntag von 7*bis 9 Uhr abends. —• J.S. C. A c h i ni. Heute, 3/42 Uhr, Wettspiel gegen Kath. Jugendbund Donaustadt auf dem Athen-Platz. Folgende Spieler haben zu erscheine«: Wieselmann I und II, Knoll, Lorber, Stern, Heller, Schnittlich, Landau, Lakenbacher, Schreier, Münzer, Löffler, SchönIpauin und Siegel. —--—-m-.-------^ Unser heißgeliebter Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater, Herr, JAKOB ROTH Präses der Rosenberger Chewra-Kadischa > ist uns am 12. Jänner im Alter von 86 Jahren durch den unerbittlichen Tod entrissen worden. Wir bestatteten unseren teuren Dahingeschiedenen am 15. Jänner 1. J. Ruzomberok-Rosenberg, im Jänner 1922. / ' V Helene Wilhelm geh. Roth Särika Großmann Erna Molnär Julius Rözsa Adolf Roth Dr. Artur Roth Wilhelm Roth Dr. Moritz Roth Kinder Emy Rözsa ged. Vogel Steffi Roth geb. Lipscher Boriska Roth geb. Rözsai Zsöfi Roth geb. Klein Elsa Roth geb. Grausz Schwiegertöchter Sämtliche Enkel und Urenkel Isidor Hartmann Adolf Großmann N. F. Königsberg Heinrich Molnär Schwiegersöhne