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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-15 · Heft 1064 (15.1.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1064 (15.1.1922)
Date
1922-01-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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K ÄS Wien: Zum Abholeu in der Expedition, H.,Taborstr. l—-3, oder in einer Verschleißstella (Trafik) monatlich K 1000. MitPostversand fürWien und Oesterreich monatlich K1000. Tschecho-Slowakei:Mpn. Kronen20. Ungarn: Monatl. Kronen 120. - Ju goslä wteh: Monatl. Dinar 18. Polen: Monatl. Mark MO. Deutschland: Monatlich Mark 25. Frankrei ch: Monatl. Frcs. 6. lener Ü 1 Italien; Monatlich Öre K Rumänien: Mona«. IM 4q2 Schweiz urfu das ÜVHZZ Ausland monaJÜchlftaftts A Rgdakdon Wien fetenftphe: ajb 6 Uhr Aben Teiegratnmadr zeitüit Oesterreich Po$fs"!irvas3eflkoflto 15$,6§3£ Wien, Sonntag, 15. Jänner 1922 4. Jahrseng ' Im Nebel. ■ ' —Wien, 14. järms^ Die vielen Interviews mit Poincarö , und .^itate Lus seihen Zeitüngsaufsätzen, die der Draht überMftt^lt, geben noch: kein klares. Bild von den politischen Plänen, die der* designierte. Ministerpräsident Vetter Geschäftsführung'zugrunde legen;will.. Es ergibt'isich nur die Bestätigung seiner Unversphnlichkeit mjt «er von. England angestrebten',.; milderen Tonart gegenüber.'Deutschlands /Es .scheint■ sich.;;J|ür die nächste ‘ Zukunft aber'.' Wehzü \ ergeben, daß Poincare ' einer allgemeinen . Liquidierung/alier offenen Fragen unter der' Bedingung zustimmti; daß vbrher eine vollkommene Einigung Frankreichs;.^mit England zustande kommt. Er Mrde in der Behandlung: der Reparationsfrage sowie der! öHefttalischen:Äftgei.egenheiten auf den Stand der * Verhältnisse ziirückgreifen, wie sie sich am Ausgang; des; Krieges •heraiisgebildet hatten. Das würde eihe;\Viederhb!ung/*|!ler Krisen bedeuten; die Europa seither durchgemaoMät, aber unter wesentlich geS'ndWn'J Bedingungen/-und b’ei einer bis zür Aüsblutung «Mehehen Erschöpfung! der wirtschaftlichen Kraftc;uWE' des KöhDeftis. Eine -Durchführung dreses^^Wftes würdeW'Ms Uebetgewicht Amerikas bis ••.'•'^^Spb'estrittenen Hegemonie aüsreifen lassen und. ,'eHMft; deshalb dle/^Ver-' mutung nicht.von;der Haüd zn'-Wsen, daß: ber.dem Sturz Briands . auch amerikanische' EinfiüsM. im Spiel waren. In Washington': hatte., sich Briand -Feindschaft, in Menge zugezögen und sich durch, sein;:Fe$thalten an „dem in Amerika höchst;; unbeliebten WUer-' hundgedariken. unpopulär! gemacht,;Die .amerikanische Presse bewies ihm ihre Mißstimmung, tagtäglich/iy gepfefferten Artikeln und, die von den. russischen 'Sowjet- * Vertretern veranlaßte. Veröffentlichung, des - französischjapanischen Geheimvertrages der;cine ' förmliche Explosion des Zornes , hervor. . - , Mit der Realisierung der . Poincareschen Formel vjird' es aber, gute, Wege haben. Zunächst ist bereits nehmigb' Dieser. Beschluß dH. naM-.Mr Demission, Hfiands,-: aber'/jedenfalls unter' - Mtwirkung," eines. ftänzüsiSChen; vVMcHers. . erfolgt,' der sichefUeh > nicht . .ohne . Instrüktiop . aus - Raris sein Votum, abgegeben Lloyd George über die neue Lage und die Konferenz von Genua. London, 14. Jänner. (Wolf.) In einer Unterredung mit Vertretern der englischen Presse in Cannes erklärte Premierminister Lloyd George’ vor seiner Abreise, er kenne noch nicht die Haltung Poineares,. doch waren ihm aus Artikeln dessen allgemeine Ansichten bekannt. Das Schicksal des eng H s c h - f r a n z ö s Ischen U obere Inkomme ns hänge von der Haltung ab, die die neue französische Regierung ehmehmen werde, ln der Sitzung des Obersten Rates sei man gerade vor einem Uebereinkommen ln der Reparationsfrage gestanden, als Briand zurückgetreten sei.. Wenn der neue französische Ministerrat der Ratifizierung der Reparations- Vorschläge; nicht günstig gegenüberstehen oder einen anderen Standpunkt eihnehmen sollte, so müsse eine neue Zusammenkunft des Obersten Rates zur erneuten Erörterung der Frage einberufen werden. Lloyd George erklärte weiter, er sehe die Konf.erenzvon Genua als eine der wichtigsten Zusammenkünfte an, die die Welt je erlebt habe. Zum ersten Male würden alle Nationen Europas zusammentreten, um über den Frieden, Europas zu beraten. Die Wiederherstellung des Friedens sei von größter Bedeutung, denn wenn der Friede nicht gesichert sei, könne auch kein wi r t s c h a f 11i c her Wiederaufbau statffinden. Innerhalb zehn Tagen werde in London .ein A u s-; s c h ü ß zusammentreten, um das Programm der Konferenz von Genua zu genehmigen. England werde seinen bescheidenen Anteil an der Konferenz übernehmen und er, Lloyd George, werde gern sehen, wenn in Genua ein Verband oder ein Pakt der Nationen geschaffen werde, der ' - / .? : umfassender sei als>4er bestehende Völkerbund, bereits Ly*-hat. die EinWichKKÄ,..AyH^A>iM' tfonferegtz?/yoh; Genua wiederholt;' und die' Wichtigkbit der Bildung; einds Verbandes der Völker * bötoM,i; der äu’ch Amerika, Deutschland und 'Rußland umfassen' müsse, VW Kftßland werde nichts, als - die VreiÄe: : des. Mndej^Hls.. Vorbedingung verlangt werden! Me^GsgenMz zUjscM. der englischen und der französischen Gnindauffa^sung <ter. , weltpolitischen - Probleme . wird durch (HW ' Erklärung 'präLi^e .berausgearbeitet. Pplycarss Mitjsche Richtung ,ergibtsjchzweifelsfreien^ seiner .HrganZenhei^ aus sHhex. Tätigkeit vor' undNi^welt-. krj^; England gagenübc1* - hat 'er stets. seinen^Aht- WWsnius; hervyrgehp^Ä^, Ef, ist Gegner; derEMglo- MUtscfteh Polftils,; ’di.^ ^rv‘.iils;; kMeyiätograMtzHofftik ironisiert,; er. aber '.aW .sWrister;Mderpakt- Englands in;KftziääHsn' uhd Lyrieft;u'nd die D-BooMläne ^rankreibW^M /die;LiCh'Ppihcarä 'so energjsWeingesetzt Mi/ .erhalten!h der. Beleuchtung'' duM die lWteft? 'Ereigijisse in Paris . einen . sehr GhalMer. ' England steht vor Neuwahlen. Lloyd George wird ' hich ' der glücklichen Beendigung des irischen Prog^amnjs der wirtschaftlichen, Konsolidierung Europas, der Versöhnung mit dem. entwaffneten . Deutschland Und der unbedingten Sicherung der Machtstellung sbines Reiches demnächst an die englischen Wähler appellieren.. Es kann also 'kaum zweifelhaft 'seittj in welchem Geleise, sich die Besprechungen bewegen, ctie gestern in Paris zwischen den Ministerpräsidenten Englands und Frankreichs begonnen haben. Eine klar umrissene Entscheidung- Wird allerdings erst dann fallen* wenn Amerika seine* SieUhng gewählt haben Wird. Bis dähin bleibt die PolyM/Äer Welt im Dünkel.; Das Sportbiatt der „Wiener -; Morgenzeitung“ heute zu erscheinen und beii^et sich auf Seite 12 und 13. Aus . Vn'h alt: LänderMämpfe. Wiener 'WsWptGle.. VLe Hakoah in der Schweiz. 'ML,'- .'HMsterschaft- - dereuropSischen Lwei ausländische Meister LftWpahten*. Die Heiinkehr des U.J T., E. Die Niederlage der Spaftier inBarceiona. Charpeulier ge^jen CooR. Ueher -Turn«* sfatistilc. Deutschland und Rußland u m fa s se a müsse, die augenblicklich noch außerhalb des bestehenden Völkerbundes ständen. Der italienische Ministerpräsident sei bereits von Briand ersucht worden, Einladungen an die europäischen Nationen und Amerika ergehen zu lassen. Dij^ Mitwirkung der ... / Vereinigten Staaten sei unbedingt wesentlich für den Erfolg der Konferenz.von Genua, ebenso die Deutschlands und Rußlands.;Die Einladung an Rußland würde keinerlei b eson dere Bedingungen enthalten, außer denen, die sich aut die Freiheit und Zi kunft des Handels beziehen. Es sei unbedingt notwendig, daß auch der Völkerbund an der Konferenz von Genua teilnehme. Die Welt würde durch die Schaffung eines Bundes der europäischen Nationen, die sich zur Aufrechterhaltung des Friedens der Welt zu« sammentäten, aufleben. Was, die- , ~ . ' •;•■ / Frage« des nahen Ostens betreffe, so sei es sicher, daß ein Einverständnis übet dieses Problem zwischen Frankreich .und England bald zustande kommen werde. ' ’ : . . Lloyd George hob neuerlich die Notwendigkeit eines Üebereinkommens betreffs der U - B o.o t - Rüstungen Frankreichs und Englands hervor und sagte, der geplante englisch-französische Pakt werde in keiner Hinsicht als 'mtfhebung oder Aenderung des Versailler Friedensver- Iräges angesehen werden können. Die Frage der belgischen Priorität sei zur Zufriedenheit Belgiens noch vor der Abreise Briands geregelt worden. Der geplante englisch-französische Pakt würde auch auf Belgien Anwendung, finden und; er hegp 7MWS;KMHW’ÄHftS»-WHMätt^erM z in Wilna Wilna* 13. Jänner. (Tel. der; ^Wr.' ^orgenzeitutz^*). An den Wahlen zum Wiinaer Sejm haben; sich fast,nur dib Polen beteiligt Abgegeben würden im ganzen nur 43,000; Stimmend Die. Zahl;idef Wa!lib%ech^fön'';ijeträg| 95.000,; so daß sich 52%4 an Wahl’ beteiligt haben. rNach : den bisherigen Ergebnissen sind foWnde^ .Parteien itn/Sejm. vertreten: die Rechte (Nationaldiempkraten und christliche, soziale Demokraten) 50 Deputierte, Zentrum. 32, die' Witos« Partei 15, Demokraten 5, Ogrodzieme (Erneuerung), 10, polnische Sozialdemokraten 2, Weißrusseh.'2. : Wie »Unser Tog“ meldet,' verlaute in eilige weihten Kreisen, die Regierungskommission werde gezwungen sein/ die Wal)len.zu ann u 11 i e r e n, das sonst' Polen gegenüber der Entente in eine schwierige Situation geriete. ' Warschau, 14. Jänner. (TeL. der »Wiener Morgen- ■ zeituiig“.) Der polnische Gesandte in Paris Graf Za m ö yski 1 beabsichtigte in der über den. Standpunkt der” Entente -in;der':V^i|naejr:cFrage/ Bericht; zu erstatten. Der- Vpratzen.de! der/Kömmissioni i Rgpfessor Grabski,! der /Führer der NatjQnaläemokräteni; wpffe: die Berichterstattung, nicht: zülassen,:. .weil'. d.er3 Gesandte, -der; selbst zu Iden. Nationsidemotzratcn gehört, fSn die Inkorporierung von AVilna auftreten^ wolle. ‘ Wiei autet, - will, Grabs k i sein Mandat niederlegen und;’ sich aus dem politischen Leben zurückziehem 1 - *;; - Krakau, 14. Jänner. (Tel.-Komp,) -Wie der Warschauer Korrespondent des „€zas“ meldet* hat dbr e*n g l 1 s c h e Gesandte in Wärschau an : die11 polnische 'Regierung.' eine Denkschriftin der Wiinaer Frage; gerlcliteL Jn dieser < Denkschrift weist der Gesandte - auf die er’ns t eu Folg e n eines eventuellen Inkörporationsbeschlusses des, Wiinaer Landtages hin.. r Lloyd George, in Paris, Paris* 14. Jänner. (Wolff.) L1 o y d G e o r g e ist heute nachmittags in Paris eingetroffen., Er wurde im Bahnhof von B r 1 a n d und dem englischen Botschafter H a r d i n g e empfangen. Mit letzterem hatte er noch im Bahnhof eine Unterredung. Um 4. Uhr beginnt die vorgesehene Besprechung zwischen Lloyd George und POincarö. Diö Kämpfe in-Karelien. Moskau, 14. Jänner. (Funkspruch.) Unsere Ab-;, teüungen gingen nach, dem Kampfe bei, der Sftitio In auf der ganzen Front bei W o I o t s o h e i-e W k a gegen den Feind vor. Nach erbitterten Kämpfen > 18 Werst östlich von ln hat der Feind. am 4. Jänner unter dem Drqck unserer Abteilungen die Station. Wolotscheiewka unter Zurücklassung der Verwundeten in regelloser Flucht verlassen. Unsere Abteilungen besetzten die Ausweichstelle O 1 g o t und setzten den; Vormarsch fort Keynes fßr Gesferreich. London, 14. Jänner. In dem eben' erschienene' neuen Buch „Eine Revision des Friedenvertrages“ schlägt Keynes vor, daß Oesterreichs Schulden an jfrernde Regierungen, einschließlich , der - Reparationen, Igestrichen werden sollen. ' . * .England möge . dann. aus seinen: Ansprüchen an Deutschland einen Betrag von 300 Millionen Goldmark in* Form eines fünfjährigen Kredits für Oesterreich Jn: Berlinzur Verfügung stellen. f: - ■ Dieser Kredit würde, ausrei chen Jind 'Wien würde dann seine wahre Rolle a|s JH.auptstadt -;des .Handels und der Kunst für den vierten Teil Europas erfüllen können. Englands Forderung ,ap Deutschland, inklusive dieser/dreihundert Millionen, sollte auf* eine Milliarde Goldmark; reduziert werden: Seine Forderungen > an, Italien und die Kleinstaaten solle England: streichen*; .»Ä-. Die Verhandlungen mit Ungarn. Der ungarische - Ministerpräsident Graf« B e t ft l 'e d M yaeft Budapest5 zürückgekehrt Die Verhandlungen spiit Ungarn nehmen einen günstigen; F o r f« l^a’n g. 'Es; ist' änzunehmeri, daß die auf; Wes t«;u,n g a r n Bezug Habenden Fragen i n e tw a; y i e r« z -e h n T a g: e n erledigt. sein werden, worauf zweifei« > los die Verhandlungen- - über ein W i rt t s c h.af t s« rpn-d H a n de lsübereink ommen. zwischen .den jWden Staaten beginnen werden, , das wesentlich - gffn- Mer sein dürfte als die' im Handelsübereinkommen yo'm 1. Dezember' 1920 vorgesehenen wirtschaftlichen •Bestimmungen. < . r. ' -; . •> Ein politischer Pakt wird mioht geschlossen werden* Alle.Bemühungen des Grafeh B e t h l e n,^ dem, österreichischen Kanzler, die Notwendigkeit des Eintrittes, des heutigen Ungarn in das Vertragsnetz Mitteleuropas zu suggerieren, scheiterten. Dr. S c h o b;e r erklärte eich, lediglich auf Ersuthen des ‘ Grafen Bethlen bereit, die zerrissenen persönlichen Beziehungen zwischen 'fitjig und Budapest durch seine Vermittlung wieder« hCfzusteilen*

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