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Wiener Morgenzeitung · 1922-01-11 · Heft 1060 (11.1.1922) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1060 (11.1.1922)
Date
1922-01-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite'4' Wien, MUlwodt WIENER LIOEGENi-IEITÜNOf 1.1, Jänner 1922 Nr. 1050 Bonomi angeregten Entwurf, wonach F r a n k r e i c h, England, Italien und Belgien sich verpflichten würden, einander Schutz gegen jeden nichtprovozierten Angriff zu gewähren. Andere Mächte , könnten in der Folge dem Abkommen beitreten. Emigrationssperre im Danziger Hafem Danzig, 9. Jänner. (J. C. B.) Gemäß dem zwi« Hellen Polen und der Frei-sta-dt Danzig abgesohloe- -sehnen Vertrag wind der -D-aniziger Hafen für die [Dauer von zwei Monaten , für dien Emigration sstrom aurs Polen gesperrt -bleiben. Bis;'Dbin «sollen in Danzig große moderne Hotels für die Unterbringung von Emigranten erbaut werden. Zu diesem Zwecke wurde in Danzig eine Bam-getsellis-dbaft registriert. Die Mehrheit der Aktien wurde von der «polnischen Regierung übernommen,.. ,; ,-^^j *■,. ' jüdische Flüchtlinge in Konstantinöpel. Kon9tantinopel, 8. Jänner. (J. C. B.) Hier sind .wieder 2000 jüdische Flüchtlinge aus Rußland, unter denen sich etwa- .600 AV.a isen k'ind er ‘befinden, eingetroffen. - . .....-r,. : ..v.' - | V., Einstellung des amerikanischen Hilfswerkes. Budapest, 10. Jänner. Die American Relief Administration teilt im „Fester Lloyd“ mit, daß sie Hit 10. d. M. ihre Tätigkeit in Ungarn einsteile.;; Tagesbericht. Trauerandacht für Adolf Stand. Anläßlich der Wiederkehr des Todestages von Adolf Stand veranstaltet das Zionistische Landeskomitee gemeinsam mit der sephardisch-türkischen Gemeinde am Samstag den 15. d. M. Um 5 Uhr abends im Tempel der sephardischen Gemeinde, II., Zirkusgasse, eine Trauerandacht. Die Trauerrede in hebräischer Sprache hält der Rabbiner der türkischen Gemeinde N i s s i m 0 v a d i a, in deutscher Sprache Dr. C h a i m T ä rt a k 0 w e r. Kantorale Funktionen 0 b e r k a n.t 0 r Quttmann samt Chor der türkischen Gemeinde. Zionistisches Lokalkomitee. . Die zweite Sitzung des Lokalkomitees findet heute, den 11. d. M., präzise */»7 Uhr abends im Büro des Landeskomitees, II., Zirkusgasse 33, statt. Tagesordnung: 1. Agitation und Propaganda unter den Mitgliedern, 2. Geschäftsordnung, 3. Eventuelles. \ Wie deutschnationale Juden in Deutsch« jv land behandelt werden. ■/ Das »Berliner Tageblatt« schreibt: '»-Nadi einem Erlaß des preußischen) UnterxiChtsiministers haben ausländische Studierende den. doppelten Be- 1 trag der für Inländer geltenden' Vortesungsgebühren und den. dreifachen) Betrag der sonstigen Gebühren zu entrichten. Diese Regelung ist unter den jetzigen ^Verhältnissen vollkommen begründet Ebenso gerechtfertigt ist ein anderer Erlaß des Ministers, .der D e tf t sohös tc r.re iche r, DeutsChbalten und »Ausländer deutscher Abstammung und Muttersprache, die ihr abgetretenen Gebiet oder in der Diaspora beheimatet srin'ck, den Inländern gleiohstelilit Ziu den Deutschen der Diaspora gehören auch die Deutsoheh Böhmens. Kürzlich beantragte ein solcher Deutsch^ böhme die Bewilligung dieser Vergünstigung. Abstammung und! Muttersprache weist er nach. Die Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag, der er angehört, bescheinigt ihm, daß . er Deutscher, seine Muttersprache deutsch, seine Familie seit jeher in Prag als deutsch bekannt ist. Ein feitsoher Stadtrat Prags testiert ihm seihe »a b s;o~ verläßliche d ent©che G e sd nimnig«, Ein deutscher Abgeordneter und Professor an der deutschen Universität in Prag bestätigt ihm, daß eir iciner alten. Prager deutschen Familie entstammt. Der Verein Deutsches Habs, die vonn-ehm-ste deitif- )sche Korporation Prags, beglaubigt, -daß er und seine Familie »als g w t c Deut -s e he -bekannt« sind. Aber da-s Ausländera-mt der Berliner Studentenschaft, das mit der Prüfung betraut ist, weisit ihn. zurück. Des Rätsels Lösung? Ec ist Jude. Seit Jtahtzehnten.stehen die j ü d i-s-che n D eut-sehen;B öh m e n -s' in dem K a 111p f für da(£ Dcuts ch«tum -in vorderster Re ihe.. Anläßlich des hundertsten. Geburtstages Moritz Harfnranns hat die vom völkischen Standpunkt gewiß u»iiverdächtige .»Tägliche Rundschau« bestätigt, daß Vier aus Deutschböhmen stammende Dichter wie kaum ein anderer als Deutscher für die deutsche ISaclie gewirkt hat. Die Ueberhe-blichllceit und di'c (politische Kurzjsichtigikeiifc der im Ausländerariiit «sitzenden Berliner Stu-d-enten scheut -sich aiber nicW. der deutschen Sache diesen Schlag ins Gesicht zü vvei-sctzen. Denn wie wir hören, handelt es sich’ hielr «nicht um einen einzelnen Fall, sondern um eine stätt* idige TJcbung des »Ausländenammtes«. Wir fragen' JÜ'en Uennn Untcrrfchtsim-i-nist-er, ob1, ihm diese n jebung (bekannt, -und ob er gesonnen ist, diese VeiS drchnng -dcs’m-inisteriel'l-en Erl-asses -zu -dulden-?« i’ \ ch ' ' (I Die demtschiia-tionaIon. A.Gsimilation'sjuden Böhmens ernten nun die Früchte der Verleugnung i'hr-es 'jüdischen Volkstums. Durch ihre -unbefugte Einmj'schting in den tschecih-isdi-deutsdTen Streit haben, sic - nr-don Reihen der*.»'J^kccifocndem Ant-bemiib-,, Mitteilungen aus dem Publikum. Zur Vermählung meines lieben Cousins und Freundes Herrn Plnkas Bloch mit Frau'SymcIa Bloch gratulieren herzlichst 0020 \ x Friedrich Ungar und Frau IVIlUUf IfUIIWlUUy falsche Zähne kauft von Händlern, Juwelieren, Zahnärzten und Privaten MT Wellfflrma Juwelier RABBNOWITSCH TA* Hahlersträilo Nr.- 5 II* Hollandsfiraßo Nr. 3 Telephon 3541 Haltestelle ppernrlng Zugang Kärntnerstraße Samstag geschlossen (frühere Stephaniestraße) Telephon Nr. 45146 Man beachte die große Straßenuhr im eigenen Hause Nr. 3 5820 Echte Jägerwäsche ABbert Matzraes*, Wien, I., Kohlmessergasse 8 wieder lagernd Adebar kam schon zurück Aus dem fernen Afrika, $ Kündet Freude an und Glück: KUNEROL ist wieder da! mitrs entfesselt und von der heißgeliebten Mutter Germania erhalten sie a-l-s Lohn — den. Fußtritt. , Ein bemerkenswerter Kassenbericht. Si Juli 1921. Der „erfahrene* Fürsorgefachmann blieb, trotz der Begeisterung der Teilnehmer der konstituierenden Versammlung, mißtrauisch, ln die große Rubrik der* Nullen unter den im Fürsorgewesen tätigen Kräften schien eine, neue einzurücken: ein kleiner Bezirksverein mit dem verhaßten Leitmotiv aller Programm-und Ratlosigkeit, „helfen zu wollen, wo es nottut". Doch heute, nach knapp einem halben Jahr, überreicht der Ver'ein „E s r a" auf einem Blatt Papier seinen Kassenbericht. Die wackeren Männer im Prater haben das jetzt einzig richtige Leitmotiv gewählt. Die ruhige Zeit, in der ’ sich jede Fürsorgeinstitution einer einzigen Aufgabe widmen konnte, ist längst vorbei. Der Ausschluß so vieler luden von der österreichischen Staatsbürgerschaft, die Geldentwertung, welche gerade die ältesten und früher größten Anstalten zur Untätigkeit oder zur wesentlichen Einschränkung ihrer Tätigkeit verdammt, weil sie nahezu ausschließlich auf Stiftungsfonds aufgebaut sind, bringen es mit sich, daß es nun für’ viele Elendsfällc keine , zuständigen' Faktoren gibt. Daher der allseitige Schrei nach Zentralisation der jüdischen Fürsorge. Daher das bekannte Projekt des Herrn Oskar Goldschmidt, welches Bezirkszentralen schaffen will, die jeden Hilfebedürftigen an die richtige Stelle 1 weisen' sollen, aber in Fällen, wo eine hilfsbereite Stelle nicht zu fmde’n ist, selbst in die Bresche treten müßten. i Nach dem vorliegenden Bericht und nach unseren Sonder- 1 erkundigungen istnun die Gründung des Vereines „E s r a“ . als der Versuch einer vorläufig territorial kleinen Zen- - tralisation der jüdischen Fürsorge zu werten.; Die Armenfürsorge steht mit Barspenden von ungefähr K 1,300.000 und mit einer groß angelegten Aktion, durch die bedürftige Familien des II. und XX. Bezirkes je 100 kg ..Holz und 25 kg Erdäpfel erhielten, an der Spitze. Ihr | scheint die Jugendfürsorge ebenbürtig an die Seite; zu treten. Die gelegentliche Bekleidung einzelner ■ Kinder will ich nur erwähnen, aber von : größter Bedeutung ist, daß der junge Verein seit un-; gefähr einer Woche die 150 Kinder der Heimstätte Prater; der jüdischen Kinderfreunde mit einer täglichen Jause, bestehend aus Milchkaffee und Butterbrot, beteilt. Hiebei erweist sich das Damenkomitee als äußerst arbeitsfreudig und gut organisiert. Die Krankeilfürsorge wird in aufopferungsvoller Weise von Dr. Sanel-.Beer geleitet. Nicht nur, daß Kranke von den Vereinsärzten •o® gehört der Jüdische Nationaikalend^r Herausgegeben von Otto AbeBes und Ludwig Batö Rbicher belehrender und belletristischer Inhalt. Beiträge der.bedeutendsten jüdischen Schriftsteller. Vornehm ausgestattet und illustriert. Zu beziehen durch den Vertag »Wiener MorgenzoBtung** Wien, II., Taborstrasse la Preis K elmacMla&lIch Berts K 180 gratis, behandelt werden, mancher Patient wurde auf Vereinskosten in einem Spital verpflegt, manchem wurde? die Kur in Grimmenstein oder anderen Heilorten ermöglicht) Fast kein Zweig der Fürsorge blieb völlig unberücksichtigt! So werden jüdischen Personell zur Existenzgründung oder Erhaltung unverzinsliche Darlehen gewährt; mehrere ge-1 werbetreibende Kriegsblinde erhielten Rohmaterial oder fertige Ware; mancher armen jüdischen Familie wurde die Rückkehr nach Gaizien ermöglicht Wo haben aber die einfachen Bürger vom Prater sd 'große Mittel äuftreijpn können, da doch nicht ein Heller dem Ausland entstammt? Die Antwort ist in ihrer Selbst* Verständlichkeit überraschend: Sämtliche Vorstandsmitglieder haben tief in die eigene Tasche gegriffen und hernach mit Erfolg an die Herzen ihrer jüdischen Mit* bürger gepocht Diese einfache Antwort stempelt den Kassenbericht' des Vereins Esra zu einem lautschallenden Weckruf. Waisenheime, Jugend- und Greisenfürsorgeinstitutionetl jeder Art haben ganz oder teilweise ihre Tätigkeit eingestellt«' ln den Kuratorien und Ausschüssen dieser Anstalten sitzen} meist Männer aus altangesessenen, einflußreichen Familien^ Sie sitzen und —zweifeln und verzweifeln. „Wacht auf, ihr) vornehm untätigen Verantwortungsvollen I* muß ihnen dieser Kassenbericht heute in die Ohren gellen. „Wenn ihr nur erst selbst erwacht, dann werdet ihr das Herz des Volkes wach und hilfsbereit finden.* Siegfried A b e I e s. Neue Preise für die städtischen Warm-1 bäder. Im Stadtsenat referierte heute Stadtrat Sieget: über die Neufestsetzung der Preise in den städtische» Bädern, Er beantragte mit Gültigkeit vom 11. d. M. a» nachstehende Preise: Brausebad L Klasse K 100, II. Klasse K 60fc, Kinderkarten K 8. Theresienbad: Dampfbad K 480, Extrabadf K 730, Wannenbad mit Wäsche I. Klasse K 560, IL Klasse K 370, IIL Klasse K 260, ohne Wäsche L Klasse K 500j/ IL Klasse K 340, III. Klasse K 230. jörgerbad: Wannenbad mit Wäsche I. Klasse K 560, IL Klasse K 370, ohne Wäsche I. Klasse K 500; II. Klasse K 340, Dampfbad mit Schwimmbad L Klasse! K 520, II. Klasse K 420, Schwimmbad L Klasse ohne Wäsche K 270, U. Klasse ohne Wäsche K 160. Floridsdorfer Bad: Dampfbad L Klasse' mit Wäsche K 480, II. Klasse mit Wäsche K 380, Wannenbad mit Wäsche 1. Klasse K 560, II. Klasse K 370, ohne Wäsche i. Klasse K 500, ü. Klasse K 340, Brausebad fitf Erwachsene K 60, für Kinder K 8. Die neuen Straßenbahntarife genehmigt; Der Stadtsenat hat die Vorschläge des' Gemeinderatsausschusses über die neuen Fahrpreise! auf der Straßenbahn lind Kraftstellwagen und defi Linie Pötzleinsdorf—Salmannsdorf ohne Aenderung ge^ nehmigf _ Die erste Verhaftung nach dem neuetif Valutengesetz. KrimSmiajlilieamte halben in Erfahru-ng gebradi^ daß -dier ^ojäkirige Kaufmann A'brahtado-r A.praha« m i a-n, zu Varn Ln Persien geboren, nach Konstantiauxpei zuständig, armemisch-gregodanisch, IX., Bleichergassej wohnhaft, mit eilmem größeren Betra iw fremder VßdutaL den eaygege-n das Gesetz anzu meid ein -unterlassen habe] abzaureise-n gedenike. Apirab-a-mian wurde am 8. <L abelntds, im Südbabnbof vom Kriminalbeamtem verhaftet^ als er eben abreisen wallte., Ajprailiaimian wurde eimec, Leilbesdürchisiuchu-njg -umtenzogew-, und man fand bei ihm; tatsäöh-Kdh -drei Schedks auf zusammen 34.000 firaaw zosd-sdhe Franken, 900 Fraivken bair umd 200 Dinar;! Bei der Amtshandlung wurde festgestellt, daß er be^ züglich dieser Val-uiten, die m ÖsterreiidhÄsöher Wähtmng -nach dem Kurs einen Wert von 20 Millionen Kronen! darstedlem, die vorgeschirielbene Anmeldung bei der etaaitdicfoen Behörde -unterlassen -hat. ApraliamLan wwdd dem La-mdesgericht eiungeliefert. ’ ' Verzinsung der Vorauszahlungen für Gas und Strom. Im Stadt senat berichtete gestern die D-ircKA tion d>er. städtischen Elektrizitätswerke über eine Aeax« d-erang im Verredhiniuinjgsyistem für den Bezug vcke( elektrischem Strom. , Die großen Süromibezieher werdenj i-junmehr alilc drei Woclien den Stromiverbrajudt zu bezahlen haben,' während, für die kleinen Konsumenten die -bisher geltende VerreebnumMperiod« von! ■sechs Wochen aiuf recht bleibt. Gleich zeitig wuindld .über d'i.e Verrechnuinigstp-eriode für den Bezug vom Gas ■umd über die Festsetzung der Höhe der . Voraus-- . izahtengen für Gais und Strom veibandellt. Amtsfühirem-) der Stadtmat Richter beantragte, daß düe Voraus« z abl uiiiige n mit fünf Proz.cant v er z instz wenden - sollen. -Dieser Amdrag wurde dem Ausschuß! für die Stä-dltischon Unternehmungen zur Erledägmi^ zugewi'e?eh., der «ich such mit der Vorauszahlung beschäftigen hat. Bereits Montag wird dieser eöne Er-» hö'humg dier Gas- -um-d Strompreise für die laufende Ab-) lcseiperiioid'e beschließen-undsich auch mit derVerzimi&ung der ybirauszaihl-iwig befassen. * Das Neueste ist... Das Netteste ißt nämlich, däßj eine Fahrt nach Limiz 1600 Krom'en kostet. Selibstvar-» stündlich in der dritten Kliasse eines PersomioncBUigesji der es an Persönlidiikeit mit jedem modernen Lyriker! aufninitat.. Talentvolle Mafhematilcer 'haben festgesteMt, daß man Ln Friedenszeiten um diesen Betrag u-nigefähu elienso oft um düe Erde hätte fahren können, wie d'efl BHtiz in; einer Sekunde, allerdings nicht ganz so rasch;. Daimiift; ist Liln-z in -den. Mittelpunlat -wmsercs Sohnens «ndi- Höffens gesteht. Schwärmte man früher von Paris, voiij Rom, von der Rivierä -umd Norwegen, so wird es rnuni heißen : Äöh könnte ich doch einmal über den stoubigani Ufcirq-uai wandeln, oder die h-ks'Sfce'hen Gefilde vomiUnf«nilrr..>bes:reHQ,n'l, i'cy«D*Q .v^erscli^^nnwjsi^.-

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